Die vom Gemeinderat Vals gesetzte Frist für eine Nachbesserung der Kaufofferte ist von beiden Kaufinteressenten genutzt worden. Dies gab die Gemeindekanzlei gestern bekannt.
Wie der Gemeinderat von Vals bereits Ende letzter Woche informiert hatte, wurde den beiden Offerenten (Stoffelpart AG mit Remo Stoffel und IG Therme Vals mit Peter Zumthor) bis Montagmittag eine Frist für die Einreichung einer allfällig nachgebesserten Offerte eingeräumt. Davon hätten beide Gebrauch gemacht, heisst es in der Mitteilung. Der Gemeinderat werde nun die Angebote vergleichen und anschliessend zuhanden der Gemeindeversammlung vom 9. März seine Empfehlung abgeben.
Über die neuen Angebote will die Exekutive die Stimmberechtigten nächste Woche direkt mit der Botschaft informieren. (bt)
Wie der Gemeinderat von Vals bereits Ende letzter Woche informiert hatte, wurde den beiden Offerenten (Stoffelpart AG und IG Therme Vals) bis 20. Februar 2012 eine Frist für die Einreichung einer allfällig nachgebesserten Offerte eingeräumt. Bis zum angesetzten Termin sind beim Gemeinderat durch beide Offerenten nachgebesserte Angebote eingegangen. Der Gemeinderat wird nun im Laufe der Woche die Angebote vergleichen und anschliessend zuhanden der Gemeindeversammlung vom 9. März 2012 in einer überarbeiteten Botschaft seine Empfehlung zuhanden der Stimmbürger abgeben. Der Gemeinderat legt Wert darauf, dass die Stimmberechtigten direkt mit der Botschaft über die neuen Angebote informiert werden. Der Gemeinderat wird deshalb bis zur Zustellung der Botschaft keine Stellungnahme zu den Angeboten abgeben. Selbstverständlich werden wir Sie gleichzeitig mit den Stimmberechtigten (voraussichtlich am Mittwoch, 29.2.2012) mit einem Exemplar der Botschaft und auch weiteren Zusatzinformationen direkt informieren.
Wir hoffen, dass Sie für dieses Vorgehen Verständnis haben.
Quelle: Medienmitteilung der Gemeinde Vals, www.valsertreff.ch Datum: Dienstag, den 21. Februar 2012 um 20:10 Uhr
Wie sehen eigentlich die Touristiker von Vals die Zukunft der Therme und des dazugehörenden Hotels? Auf die entsprechende Frage hat das «Bündner Tagblatt» eine überraschend klare Antwort erhalten:
«Wir hoffen, dass das Stimmvolk das Kaufangebot von Architekt Peter Zumthor und seiner IG Therme annehmen wird», so Adrian Vieli, Geschäftsführer von Visit Vals. Er sei der Architekt einer touristischen Erfolgsgeschichte von Vals, ihm könne Vertrauen geschenkt werden. (bt)
Quelle: Bündner Tagblatt Datum: 20.02.2012
Visit Vals für Zumthor-Gruppe
Visit Vals, die Tourismusorganisationvon Vals, steht hinter der IG Therme mit Peter Zumthor. Dieser Gruppe traut sie eine langfristig erfolgreiche Unternehmensführung zu.
Von Sabine-Claudia Nold
Während der Gemeinderat von Vals zuerst noch die beiden überarbeiteten Offerten, die bis heute Mittag ein weiteres und letztes Mal nachgebessert werden können (BT vom Samstag), abwarten und prüfen will, ist die Sache für die örtliche Tourismusorganisation bereits klar.
Adrian Vieli, Geschäftsführer von Visit Vals, spricht klare Worte: «Es ist zu hoffen, dass sich die Valserinnen und Valser ins Bewusstsein rufen, wer der Architekt der touristischen Erfolgsgeschichte von Vals ist und Peter Zumthor und der IG Therme ihr Vertrauen schenken.» Die strategische und operative Führung von Visit Vals tue dies auf jeden Fall vorbehaltlos. Visit-Vals-
Präsident Thomas Meier, der schon lange im Geschäft ist und Vals auf wichtigen und prägenden Abschnitten seiner touristischen Geschichte begleitet hat, doppelt nach: «In einer vermeintlichen Welt voller Optionen blüht Vals schon immer durch eine Konzentration auf das Wesentliche», erinnert sich Meier. Und der Gefahr, einzelne Projekte überfrachten zu wollen, sei man sich in aller Regel bewusst.
Langfristige Erfolgschancen Mit der IG Therme übernähme eine fachlich breit abgestützte Gruppe vertrauenswürdiger, erfolgreicher Unternehmer und Investoren die Führung der Therme. Dieser Gruppe trauen Vieli und Meier zu, dass sie das Projekt zu kommerziellem Erfolg führen. «Es wird ein Hotel entstehen, das sich – genau wie das Bad – durch seine Einzigartigkeit auszeichnet und sich wohltuend vom Wettrüsten in der Alpen-Hotellerie unterscheiden wird.» Nicht nur der kommerzielle Aspekte würde hierbei berücksichtigt, sondern auch Wert auf eine feinsinnige Bau- und Hotelkultur gelegt. Das werde die Wirtschaftlichkeit – beziehungweise die Lebensdauer der Marke Vals – auf lange Sicht hin aufrechterhalten und an die erfolgreiche Arbeit der Vergangenheit zukunftsweisend anknüpfen, sind sich die beiden Vertreter von Visit Vals einig. «Der visionäre Architekt Peter Zumthor und die gesicherte Finanzierung des IG-Therme-Projekts sind ein Glücksfall für Vals.» «Falls die Gruppe um Remo Stoffel die Therme kaufen würde, werden wir einer sehr unsicheren touristischen Entwicklung entgegensehen», befürchten Vieli und Meier.
Lockvogel Mehrzweckhalle? Bleibt die Mehrzweckhalle, die Stoffel mit dem Projekt «Valserweg » neu ins Spiel gebracht hat. «Die Verquickung von Mehrzweckhalle und Kaufangebot Therme Vals betrachten viele im Dorf Vals Manipulation», so Vieli und fügt an: «Ich bin für eine Mehrzweckhalle, die der Gemeinde gehört.» Die Mehrzweckhalle sei quasi eine Praline, die angeboten würde, meint Meier mit einem Augenzwinkern. Doch «eine Mehrzweckhalle gehört zur Infrastruktur eines Dorfes und ist nicht in erster Linie für die Touristen bestimmt.» Die IG Therme biete für den Hotelkomplex und das Bad genügend Geld, damit die Gemeinde eine Mehrzweckhalle bauen könne. Mit Blick auf die vergangenen Jahre ist sich Meier sicher: «Wir Valser müssen lernen, ein gutes Projekt nicht mit allen vorhandenen Möglichkeiten und Optionen zu überfrachten.» Die Einschränkung, der Fokus auf den Kern befreie und lasse das Beste aus Qualitätsanspruch, Budget und Zeitvorgabe herausholen. «Was wir für Vals brauchen sind Menschen und Investoren mit einer verbürgten Kompetenz in ihrem ganzen Schaffen.»
Wir publizieren einen Leserbrief von Martin Stuber, Eigentümer im Haus Selva in Vals:
Der erste Anlauf, die Therme Vals im Handstreich zu übernehmen, ist im vergangenen September gottseidank gescheitert. Zur Erinnerung: Mithilfe des Therme-Verwaltungsrates wollte der Immobilienhai Remo Stoffel, gegen den mindestens drei Strafverfahren hängig sind, sich die Valser Perle für eine Million Franken unter den Nagel reissen. Die Valser liessen sich nicht übertölpeln.
Auf Initiative von einigen engagierten Valserinnen und Valsern fand sich eine Investorengruppe, welche zusammen mit Peter Zumthor am 27. Januar in der überfüllten Turnhalle ein überzeugendes Angebot vorstellte. Wäre an diesem Abend abgestimmt worden, es hätte eine deutliche Mehrheit dafür gegeben. Stoffel musste also nachziehen mit einer nachgebesserten Offerte, die sich einmal mehr als Mogelpackung entpuppte. Am letzten Freitag wurde diese in einer wiederum gut gefüllten Turnhalle vorgestellt. Dabei spielte der besagte Therme-Verwaltungsrat abermals eine ganz üble Rolle. Statt sich unvoreingenommen für die Interessen der Therme und deren Besitzerin – der Gemeinde Vals – einzusetzen, wurde deutlich, wie sehr die beiden Verwaltungsräte Stephan Schmid und Arnold Huber im Sold von Remo Stoffel stehen. Sie präsentierten einen Vergleich der beiden Offerten, der eindeutig parteiisch und tatsachenwidrig war. Kein Wunder, denn Stoffel hat den beiden einen Sitz im Verwaltungsrat garantiert, wenn er die Therme bekommt. Was vom VR-Präsidenten Stephan Schmid als «Kontinuität» verkauft wird, kann diplomatisch ausgedrückt als monetäre Abhängigkeit bezeichnet werden, etwas weniger diplomatisch als gekauft. Ein Beispiel, mit welchen skandalösen Methoden der VR die Offerte Zumthor schlecht macht und die von Stoffel anpreist, sind die Einschränkungen während des Neubaus des Hotels. Während bei Stoffel gesagt wurde, dass der Betrieb überhaupt nicht beeinträchtigt werde, so malte VR Huber beim Projekt Zumthor den Teufel an die Wand: Es gebe eine Hotelschliessung mit Entlassungen. Auf die kritische Nachfrage des Schreibenden musste sodann sogar der Stoffel-Kompagnon Pius Truffer zugeben, dass es bei beiden Projekten Einschränkungen während der Bauphase gebe. Was er nicht sagte: Dass die Bauphase beimErsatz des bestehenden Hotels (Projekt Zumthor) wohl kürzer wäre als bei einem Zusatzbau, der in den bestehenden Hotelkomplex – der zudem noch saniert werden müsste! - integriert werden muss. Also eigentlich ein Plus für das Projekt Zumthor.
Aber wie uns zu Ohren gekommen ist, wird mit dieser vermeintlichen Hotelschliessung von den Stoffel-Befürwortern unter dem Therme-Personal Stimmung gegen das Projekt Zumthor gemacht – leider nicht der einzige Skandal in dieser Geschichte. Ich vertraue darauf, dass die Valserinnen und Valser die beiden Offerten nüchtern beurteilen werden, dann wird das Resultat eindeutig sein.
Martin Stuber, Zug, Eigentümer im Haus Selva, Vals, 13.2.2012
Die Gemeinde Vals hat den beiden Kaufinteressenten der Hotel und Thermalbad Vals AG, Peter Zumthor und Remo Stoffel, eine Frist bis Montagmittag zur allfälligen weiteren Überarbeitung ihrer Angebote gesetzt.
Anschliessend will der Gemeinderat die beiden Kaufofferten unter die Lupe nehmen und der Gemeindeversammlung vom 9. März eine Botschaft mit Antrag unterbreiten. (cb)
Beide wollen das bekannte Thermalbad in Vals für sich: Der Therme-Architekt Zumthor und der Bündner Immobilienhändler Stoffel. Und sie liefern sich einen Machtkampf, wie es eine Seifenoper nicht besser abbilden könnte.
Die Angebote von Stoffel und Zumthor unterscheiden sich wenig. Im Stil sind die beiden jedoch verschieden. Der millionenschwere Immobilienhändler, der im Dorf aufgewachsen ist, auf der einen, der hochdekorierte Architekt, der sein Meisterstück sichern will, auf der anderen Seite.
In einem 4-Farben-Prospekt spricht sich der Verwaltungsrat der Hotel und Thermalbad Vals für einen Verkauf der Therme an Remo Stoffel aus. Die sei auch im Interesse der Aktionäre. Bei der Besitzerin, der Gemeinde Vals, ist man erstaunt.
Von Hansruedi Berger
Vals. – Am Dienstag hat der Valser Gemeinderat entschieden, die Abstimmung über den Verkauf der Therme Vals vom 17. Februar auf den 9. März zu verschieben. Der Grund: Sowohl der Churer Unternehmer Remo Stoffel wie auch die Gruppe um Architekt Peter Zumthor hatten in den letzten Tagen ihr Angebot überarbeitet. Es blieb daher zu wenig Zeit bis gestern, die beiden Offerten einer seriösen Beurteilung zu unterziehen.
Weniger behutsam agiert dagegen der Verwaltungsrat der Hotel- und Thermalbad Vals AG (Hoteba). Am Mittwoch hatten alle Valser Haushalte einen 4-Farben-Prospekt in ihrem Briefkasten. Einige Tausend Franken dürfte gemäss Insidern allein der Druck des Prospekts gekostet haben. Auf 20 Seiten werden darin die beiden Offerten verglichen, und praktisch überall schwingt die Offerte Stoffel gegenüber dem Angebot Zumthor obenaus. Die Empfehlung des Verwaltungsrats an die Stimmberechtigten ist denn auch klar und unmissverständlich: Das Angebot der Interessengemeinschaft Therme Vals um Zumthor ist für ihn kein Thema.
Gemeinderat war für Zumthor Diese klare Parteinahme ist für Aussenstehende doch ein wenig überraschend. Gehört doch die Therme Vals der Gemeinde, und der Gemeinderat hat sich pikanterweise bei der Botschaft für die verschobene Abstimmung vom 17. Februar deutlich für das Angebot Zumthor ausgesprochen.
Eine Aussage im Prospekt auf Seite 18 versetzt Gemeinderätin Margrit Walker-Tönz jedoch in basses Erstaunen. Die Offerte Stoffel sei sowohl aus Sicht der Hoteba «als auch aus Sicht der Aktionäre (…) vorzuziehen», heisst es da schwarz auf weiss. Für Walker-Tönz ist dies nicht nachvollziehbar. Denn der Verwaltungsrat habe keinerlei Kompetenz gehabt, die Aktionäre in die Beurteilung ungefragt miteinzubeziehen, sagt sie. Das hätten diese in einer ausserordentlichen Generalversammlung so beschliessen müssen.
Ohne Auftrag und Absprache Auch der Anwalt der Gemeinde Vals, Gieri Caviezel, findet das Vorgehen des Hoteba-Verwaltungsrats höchst problematisch. Eigentümerin der Therme sei nach wie vor die Gemeinde Vals. Der Prospekt sei jedoch ohne Auftrag und Absprache mit den Gemeindevertretern erstellt und verteilt worden. Und noch etwas findet Caviezel äusserst seltsam: Der Prospekt wurde der Gemeinde einen Tag vor der Verteilung an die Haushalte durch Stoffels Anwalt per Mail zugestellt. Der Absender war Stoffels Anwalt René Locher aus Rapperswil …
Huber: Aus Sicht der Gesellschaft Keines Fehlers ist sich allerdings der Hoteba-Verwaltungsrat bewusst. Die Broschüre gebe die Sicht der Gesellschaft wieder. Dies aufgrund der Unterlagen, die dem Verwaltungsrat zur Verfügung gestanden seien, sagt Vizeverwaltungsratspräsident Arnold Huber. Er habe zudem keine Kenntnis, weshalb der Prospekt über Stoffels Anwalt an die Gemeinde gelangt sei.
Der Gemeinderat Vals sieht sich mit einer Beschwerde konfrontiert. Er soll in seiner Botschaft zum Therme-Verkauf bewusst Informationen unterschlagen haben, um die Zumthor-Offerte zu bevorteilen. Die Gemeindepräsidentin widerspricht.
Von Stefan Bisculm
Vals. – 57 Valser haben die Beschwerde zuhanden von Margrit Walker-Tönz unterzeichnet. Im Kern werfen sie der Valser Gemeindepräsidentin und dem Gemeinderat vor, beim geplanten Verkauf der Hotel und Thermalbad Vals AG das Gebot der objektiven und sachlichen Abstimmungserläuterung und damit die Abstimmungsfreiheit verletzt zu haben. Informationen würden unterschlagen, so dass ein fairer Vergleich der beiden vorliegenden Angebote nicht möglich sei. Die Beschwerdeführer legen den Schluss nahe, dass beim gesamten Verfahren die Stoffelpart AG mit dem Immobilienunternehmer Remo Stoffel an der Spitze, gegenüber der IG Therme, die vom Haldensteiner Architekten Peter Zumthor angeführt wird, benachteiligt wurde.
Die Beschwerde hat ein Churer Jurist formuliert. Der Auftrag kam aber von Pia Truffer, der Ehefrau von Pius Truffer, der mit seiner Valsergruppe massgeblich dazu beigetragen hat, dass Remo Stoffel sein erstes Angebot nachgebessert hat. Pia Truffer zog ihre Aussagen gegenüber der «Südostschweiz» vor der Publikation wieder zurück.
Bewusste Irreführung? Im Detail kritisieren die Beschwerdeführer unter anderem die Gegenüberstellung der Kaufpreise in der Botschaft. Dabei werde der Eindruck erweckt, die IG Therme biete 4,6 Millionen Franken mehr als der Konkurrent. Doch wenn die IG Therme später um Investitionshilfe bei der Gemeinde nachfrage – was sich die IG Therme ausdrücklich vorbehält –, sei der so stark hervorgehobene Vorteil schnell hinfällig. «Darin ist eine Irreführung zu erblicken, weil die Investitionshilfe bei der IG Therme ausgeklammert wurde», heisst es in der Beschwerde.
Die Gemeindepräsidentin weist den Vorwurf der Irreführung entschieden zurück. Die IG Therme habe in ihrer Offerte bewusst auf die Zusicherung eines Investitionsbeitrags der Gemeinde verzichtet. Wenn die IG Therme nachträglich ein entsprechendes Gesuch stellen würde, müsste dies von der Gemeindeversammlung noch genehmigt werden. «Die IG Therme trägt dabei bewusst das Risiko, dass die Gemeindeversammlung dies ablehnen könnte», sagt Walker.
Stoffel «ins Leere laufen lassen» Auf Unverständnis stiess bei den Beschwerdeführern ausserdem, dass in der Botschaft der Gemeinde das alte Angebot von Stoffel publiziert wurde. Dies obwohl die Stoffelpart AG in Absprache mit dem Gemeinderat am 6. Februar eine nachgebesserte Offerte einreichte. Die Gemeinde jedoch wartete diesen Termin nicht ab und verabschiedete bereits am 3. Februar ihre Botschaft. Damit habe man das angekündigte Angebot der Stoffelpart AG bewusst «ins Leere laufen lassen», heisst es in der Beschwerdeschrift.
Zu viele Termine Walker-Tönz erklärt das Vorgehen des Gemeinderats mit dem engen Terminplan. «Die Zeit bis zur angesetzten Gemeindeversammlung vom 17. Februar war zu knapp, um eine neue Botschaft zu schreiben, diese zu drucken und dann noch rechtzeitig zu verteilen.» Das Versäumnis wurde nun nachträglich korrigiert. Der Gemeinderat hat den Entscheid über den Verkauf der Hotel und Thermalbad Vals AG auf den 9. März verschoben, nachdem zwei überarbeitete Offerten vorliegen (Ausgabe vom Donnerstag). Bis dahin wird der Gemeinderat auch eine neue Botschaft ausarbeiten. Damit erfüllt der Gemeinderat die beiden Hauptforderungen der Beschwerde.
Der Hoteba-Verwaltungsrat spricht sich klar für den Verkauf der Valser Therme an Remo Stoffel aus. Dies nicht zur Freude der Gemeindepräsidentin.
Vals. – Die Offerte Stoffel sei sowohl aus Sicht der Hotel und Thermalbad Vals AG (Hoteba) «als auch aus Sicht der Aktionäre vorzuziehen». So steht es schwarz auf weiss in einer 20-seitigen 4-Farben-Broschüre des Hoteba-Verwaltungsrats, die am Mittwoch an rund 400 Empfänger in Vals verteilt wurde.
Diese Darstellung versetzt Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz in Erstaunen, denn die Therme steht im Besitz der Gemeinde. Pikant daran ist: Der Gemeinderat hatte in seiner Botschaft auf die auf Freitagabend angesetzte und nun auf den 9. März verschobene Gemeindeversammlung das Angebot der Gruppe um den Haldensteiner Architekten Peter Zumthor klar bevorzugt.
Für den Anwalt der Gemeinde Vals, Gieri Caviezel, ist das Vorgehen des Verwaltungsrats höchst problematisch. Dieser habe nicht nur ohne Auftrag sondern auch ohne Absprache mit der Gemeinde gehandelt. Hoteba-Vizepräsident Arnold Huber weist die Kritik zurück. (be)
Bündner Remo Stoffel ist einer der Investoren, die an den weltbekannten Felsenthermen in Vals GR interessiert ist. Gegen Stoffel laufen verschiedene Untersuchungen, unter anderem wegen Urkundefälschung und Steuerdelikten. Linke Kantonsparlamentarier wollen nun wissen, wie der Kanton mit Stoffel verbandelt ist.
Heute Do im CH aktuell wurde vom zuständigen Regierungsrat Trachsel klar gesagt, dass es keine finanziellen Zusagen des Kantons gebe. Diese figurieren aber als fixe Beträge im Stoffel/Truffer Prospekt. Das ist typisch für die Methoden des Herrn Stoffel. Zu den Interpellationen ist zu sagen: die Frage, wesshalb das Verfahren wegen Urkundenfälschung so lange dauert, ist völlig berechtigt. Sicher gilt die Unschuldsvermutung, aber die Tat Stoffels ist recht simpel, betroffen sind die Stockwerkeigentümer der drei Aussenhäuser in Vals und die Graubündner Kantonalbank und es geht immerhin um eine Million Franken - das sollte nicht Jahre dauern bis zum Urteil. Herr Stoffel ist mit dubiosen Methoden zu seinem Vermögen gekommen, dessen Umfang zudem unbekannt ist. Ob er real tatsächlich so schwerreich ist, wie es immer heisst, wird sich vielleicht noch weisen.
Um die Therme in Vals wird weiter gekämpft. Architekt Peter Zumthor und der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel überarbeiteten ihre Angebote, weshalb nicht wie geplant am Freitag über den Verkauf der Hotel und Thermalbad AG entschieden wird. Am Mittwoch wurde im Grossen Rat des Kantons Graubünden eine parlamentarische Anfrage zum Engagement von Remo Stoffel eingereicht.
Vals. – Die Gemeindeversammlung wurde auf den 9. März verschoben («suedostschweiz.ch» berichtete). Die erst vor kurzem bei der Gemeinde eingegangenen angepassten Offerten wiesen erhebliche Differenzen gegenüber den ursprünglichen Angeboten auf. Laut Gemeindepräsidentin Margrith Walkter-Tönz ist die Zeit zu knapp, um die Offerten zu vergleichen und die Stimmberechtigten zu informieren.
Schöpfer der Therme ist Architekt Peter Zumthor. Sein Gegenspieler ist der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel. Beide Interessenten wollen die Aktien der Gesellschaft übernehmen und 50 Millionen Franken in den Neubau eines Hotels investieren. Die Gemeinde hat nicht das Geld für die nötigen Investitionen, weshalb Therme und Hotel verkauft werden sollen.
Fragen zu Stoffel Das Engagement des jungen Immobilienunternehmers Remo Stoffel, eines gebürtigen Valsers, ist in Graubünden seit Mittwoch Gegenstand einer parlamentarischen Anfrage. Zwei SP-Grossräte werfen Fragen an die Regierung zum Therme-Verkauf auf. Die Politiker interessiert unter anderem, ob der Kanton oder das Amt für Wirtschaft und Tourismus gegenüber Stoffel Zusagen gemacht haben zur Finanzierung von dessen Angebot.
Weiter soll die Regierung erklären, wie sie vor dem Hintergrund einer allfälligen Zusammenarbeit des Kantons mit Stoffel dazu steht, dass gegen den potenziellen Investor «verschiedene Untersuchungen und Verfahren» im Gange sind. Erwähnt in diesem Zusammenhang werden «mögliche Steuerdelikte, mögliche Vermögensdelikte und eine mögliche Urkundenfälschung». (sda)
Um die Therme in Vals wird weiter gekämpft. Architekt Peter Zumthor und der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel überarbeiteten ihre Angebote, weshalb nicht wie geplant morgen Freitag über den Verkauf der Hotel und Thermalbad AG entschieden wird.
Die Gemeindeversammlung wurde auf den 9. März verschoben, wie Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz gestern mitteilte. Die erst vor Kurzem bei der Gemeinde eingegangenen angepassten Offerten wiesen in einzelnen Punkten erhebliche Differenzen gegenüber den ursprünglichen Angeboten auf.
Laut der Gemeindepräsidentin ist die Zeit zu knapp, um die nachgebesserten Offerten zu vergleichen und die Stimmberechtigten transparent darüber zu informieren.
Peter Zumthor machte das Bad in Vals als Bau mit aussergewöhnlich hoher architektonischer Qualität bekannt. Die 1996 eröffnete Therme aus Valser Quarzit wurde schon zwei Jahre später von der Bündner Regierung unter Denkmalschutz gestellt. (sda)
Der erste Anlauf, die Therme Vals im Handstreich zu übernehmen, ist im September 2011 Gott sei Dank gescheitert. Zur Erinnerung: Mithilfe des Therme-Verwaltungsrates wollte der Immobilienhai Remo Stoffel sich die Valser Perle für eine Million Franken unter den Nagel reissen.
Auf Initiative von einigen engagierten Valserinnen und Valsern fand sich eine Investorengruppe, welche zusammen mit Peter Zumthor am 27. Januar ein überzeugendes Angebot vorstellte. Wäre an diesem Abend abgestimmt worden, es hätte eine deutliche Mehrheit dafür gegeben. Stoffel musste also nachziehen mit einer nachgebesserten Offerte, die sich einmal mehr als Mogelpackung entpuppte. Am letzten Freitag wurde diese vorgestellt. Dabei spielte der besagte Therme-Verwaltungsrat abermals eine ganz üble Rolle. Statt sich unvoreingenommen für die Interessen der Therme und deren Besitzerin – der Gemeinde Vals – einzusetzen, wurde deutlich, wie sehr die beiden Verwaltungsräte Stefan Schmid und Arnold Huber im Sold von Remo Stoffel stehen. Sie präsentierten einen Vergleich der beiden Offerten, der eindeutig parteiisch und tatsachenwidrig war. Kein Wunder, denn Stoffel hat den beiden einen Sitz im Verwaltungsrat garantiert, wenn er die Therme bekommt. Was vom Verwaltungsratspräsidenten Schmid als «Kontinuität» verkauft wird, kann diplomatisch ausgedrückt als monetäre Abhängigkeit bezeichnet werden, etwas weniger diplomatisch als gekauft. Ein Beispiel, mit welchen skandalösen Methoden der Verwaltungsrat die Offerte Zumthor schlechtmacht und die von Stoffel anpreist, sind die Einschränkungen während des Neubaus des Hotels. Während bei Stoffel gesagt wurde, dass der Betrieb überhaupt nicht beeinträchtigt werde, so malte Huber beim Projekt Zumthor den Teufel an die Wand: Es gebe eine Hotelschliessung mit Entlassungen. Auf die kritische Nachfrage des Schreibenden musste sodann sogar der Stoffel-Kompagnon Pius Truffer zugeben, dass es bei beiden Projekten Einschränkungen während der Bauphase gebe. Was er nicht sagte: Dass die Bauphase beim Ersatz des bestehenden Hotels (Projekt Zumthor) wohl kürzer wäre als bei einem Zusatzbau, der in den bestehenden Hotelkomplex – der zudem noch saniert werden müsste! – integriert werden muss. Aber wie uns zu Ohren gekommen ist, wird mit dieser vermeintlichen Hotelschliessung von den Stoffel-Befürwortern unter dem Therme-Personal Stimmung gegen das Projekt Zumthor gemacht.
Ich vertraue darauf, dass die Valserinnen und Valser die beiden Offerten nüchtern beurteilen werden, dann wird das Resultat eindeutig sein.
Die Abstimmung über den Verkauf der Therme Vals ist um drei Wochen verschoben worden. Der Grund: Nach Stoffel hat nun auch die Gruppe um Architekt Peter Zumthor ein überarbeitetes Angebot eingereicht.
Von Hansruedi Berger
Vals. – Eigentlich hätten die Valserinnen und Valser morgen Abend entscheiden sollen, wem die Gemeinde die Aktien der Hotel und Thermalbad Vals AG (Hoteba) verkaufen soll, damit der Hoteltrakt durch eine umfassende Sanierung beziehungsweise einen Neubau wieder den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht wird. Doch in den letzten Tagen haben sich die Ereignisse überschlagen. Letzte Woche hat Remo Stoffel den einheimischen Unternehmer Pius Truffer mit ins Boot geholt und mit dem «Valser Angebot» seine ursprüngliche Offerte wesentlich verbessert. Am Dienstag hat jetzt auch die Interessengemeinschaft Therme Vals um den bekannten Haldensteiner Architekten Peter Zumthor ihr Angebot konkretisiert und auf eine vergleichbare Basis mit der Offerte Stoffel/Truffer gestellt.
Transparente Information unmöglich Damit stand der Gemeinderat vor einer völlig neuen Situation. Denn in seiner Botschaft an die Bevölkerung, in der er die Offerte Zumthor zur Annahme empfahl, hatte er sich auf die beiden ursprünglichen Angebote abgestützt. Auf den vorgesehenen Abstimmungstermin sei jedoch «ein Vergleich der nachgebesserten Offerten und eine klare transparente Information zuhanden der Stimmbürger nicht mehr möglich», schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung von gestern. Deshalb wurde die Abstimmung auf Freitag, 9. März, verschoben.
In den nächsten Tagen werde der Gemeinderat sich nochmals mit den beiden Gruppen besprechen und die beiden Offerten konkretisieren. Nachher sei es nicht mehr möglich, allfällige Nachbesserungen einzureichen, sagte Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz gestern auf Anfrage. Nur dann könne der Stimmbürger auch vom Gemeinderat rechtzeitig informiert werden und sich ein Bild über die beiden Angebote machen. Mit dem Abstimmungstermin könne man zudem auch die Frist von Stoffel einhalten, die am 11. März auslaufe.
Im Vergleich der neuen Offerten schneidet das Angebot Zumthor jetzt um über eine Million Franken besser ab als die Offerte von Stoffel. Zumthor bietet für die Therme-Aktien 7,1 Millionen Franken, Stoffel sechs Millionen Franken. Davon erhält die Gemeinde Vals allerdings fünf Millionen Franken erst in einigen Jahren, und dies nur dann, wenn sie sich nicht an der geplanten Mehrzweckhalle von Stoffel/Truffer beteiligen will.
Neu erklärt sich die Zumthor-Gruppe zudem bereit, die Felsentherme in eine öffentlich-rechtliche Stiftung zu überführen.
Potente Investoren Keine Probleme hat die Gruppe Zumthor offensichtlich, potente Investoren zu finden. So hat sich der englische Multimillionär Nat Rothschild, der Wohnsitz in Klosters hat, bereit erklärt, bis zu 25 Millionen Franken in den Neubau zu investieren. Ebenfalls Finanzierungszusicherungen haben die Thermalbad Zurzach AG, die Dolder Grand AG und der englische Hotelier Patrick McKillen abgegeben.
Um die Therme in Vals wird weiter gekämpft. Architekt Peter Zumthor und der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel überarbeiteten ihre Angebote, weshalb nicht wie geplant am Freitag über den Verkauf der Hotel und Thermalbad AG entschieden wird. Am Mittwoch wurde im Grossen Rat des Kantons Graubünden eine parlamentarische Anfrage zum Engagement von Remo Stoffel eingereicht.
Vals. – Die Gemeindeversammlung wurde auf den 9. März verschoben («suedostschweiz.ch» berichtete). Die erst vor kurzem bei der Gemeinde eingegangenen angepassten Offerten wiesen erhebliche Differenzen gegenüber den ursprünglichen Angeboten auf. Laut Gemeindepräsidentin Margrith Walkter-Tönz ist die Zeit zu knapp, um die Offerten zu vergleichen und die Stimmberechtigten zu informieren.
Schöpfer der Therme ist Architekt Peter Zumthor. Sein Gegenspieler ist der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel. Beide Interessenten wollen die Aktien der Gesellschaft übernehmen und 50 Millionen Franken in den Neubau eines Hotels investieren. Die Gemeinde hat nicht das Geld für die nötigen Investitionen, weshalb Therme und Hotel verkauft werden sollen.
Fragen zu Stoffel Das Engagement des jungen Immobilienunternehmers Remo Stoffel, eines gebürtigen Valsers, ist in Graubünden seit Mittwoch Gegenstand einer parlamentarischen Anfrage. Zwei SP-Grossräte werfen Fragen an die Regierung zum Therme-Verkauf auf. Die Politiker interessiert unter anderem, ob der Kanton oder das Amt für Wirtschaft und Tourismus gegenüber Stoffel Zusagen gemacht haben zur Finanzierung von dessen Angebot.
Weiter soll die Regierung erklären, wie sie vor dem Hintergrund einer allfälligen Zusammenarbeit des Kantons mit Stoffel dazu steht, dass gegen den potenziellen Investor «verschiedene Untersuchungen und Verfahren» im Gange sind. Erwähnt in diesem Zusammenhang werden «mögliche Steuerdelikte, mögliche Vermögensdelikte und eine mögliche Urkundenfälschung». (sda)
Die Zukunft der Therme im bündnerischen Vals hängt weiter in der Luft.
Der Valser Gemeinderat hat den Entscheidungstermin auf den 9. März verschoben. Ursprünglich sollten die Einwohnerinnen und Einwohner am 17. Februar darüber abstimmen, welche Investorengruppe die Therme übernehmen darf. Der Termin sei aber zu knapp, teilte der Gemeinderat mit. Denn beide Investorengruppen hätten ihre Offerten überarbeitet. Der Architekt, Peter Zumthor, und ein Churer Immobilienunternehmer wollen beide vor allem in das Hotel investieren. Die Gemeinde Vals hat nicht genug Geld dafür.
Die Gemeindeversammlung in Vals/GR, bei der entschieden wird, wer den Zuschlag zur Therme erhält, ist verschoben worden. Anstatt diesen Freitag will die Gemeinde erst am 9.März tagen. Grund sind laut dem Gemeindepräsidenten erhebliche Differenzen in den erst vor kurzem eingegangenen Offerten gegenüber den ursprünglichen Angeboten. Die Zeit für einen Vergleich und die Bereitstellung transparenter Informationen für die Stimmberechtigten sei zu knapp. Um den Kauf von Hotel und Thermalbad buhlen Architekt Peter Zumthor und Immobilienunternehmer Remo Stoffel. Beide wollen rund 50 Mio. Fr. investieren.
Um die Therme im bündnerischen Vals wird weiter gekämpft. Architekt Peter Zumthor und der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel überarbeiteten ihre Angebote, weshalb nicht wie geplant am kommenden Freitag über den Verkauf der Hotel und Thermalbad AG entschieden wird.
Um die Therme Vals wird weiter gekämpft. Architekt Peter Zumthor und der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel überarbeiteten ihre Angebote, weshalb nicht wie geplant am kommenden Freitag über den Verkauf der Hotel und Thermalbad AG entschieden wird.
Vals. – Die Gemeindeversammlung wurde auf den 9. März verschoben, wie Gemeindepräsidentin Margrith Walkter-Tönz am Mittwoch mitteilte. Die erst vor kurzem bei der Gemeinde eingegangenen angepassten Offerten wiesen in einzelnen Punkten erhebliche Differenzen gegenüber den ursprünglichen Angeboten auf.
Laut der Gemeindepräsidentin ist die Zeit zu knapp, um die nachgebesserten Offerten zu vergleichen und die Stimmberechtigten transparent darüber zu informieren. Aufgrund der ursprünglichen Offerten hatte der Gemeinderat das Angebot von Architekt Peter Zumthor, dem Schöpfer der Therme, zur Annahme empfohlen.
Gemeinde fehlt das nötige Geld Zumthors Gegenspieler ist der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel. Beide Interessenten wollen die Aktien der Gesellschaft übernehmen und rund 50 Millionen Franken in den Neubau eines Hotels investieren. Die Gemeinde hat nicht das Geld für die nötigen Investitionen, weshalb Therme und Hotel verkauft werden sollen.
Zumthor machte das Bad in Vals als Bau mit aussergewöhnlich hoher architektonischer Qualität bekannt. Die 1996 eröffnete Therme aus Valser Quarzit wurde schon zwei Jahre später von der Bündner Regierung unter Denkmalschutz gestellt. (sda)
Die Zukunft der Therme Vals hängt weiter in der Luft. Der Valser Gemeinderat hat den Entscheidungstermin auf den 9. März verschoben. Ursprünglich sollten die Einwohner am 17. Februar darüber abstimmen, welche Investorengruppe die Therme übernehmen darf.
Wer wird die Therme Vals übernehmen? Das bestimmen die Valser voraussichtlich am 9. März 2012
Beide Investorengruppen wollen je rund 50 Millionen Franken in die Hotel und Thermalbad Vals AG investieren. Dass der Gemeinderat nun den Entscheid über die Investorengruppe verschiebt, hat Gründe.
Ablauffrist einhalten Zum jetzigen Zeitpunkt seien keine Vorverträge unterzeichnet – weder mit der Interessengemeinschaft rund um den Star-Architekten Peter Zumthor noch mit der Valser Gruppe um den ehemaligen Thermendirektor Pius Truffer und den Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel.
Ohne Vorverträge trete der Gemeinderat nicht vor die Gemeinde, teilte Gemeindepräsidentin Margrit Walker Tönz mit. Zudem sei es mit dem neuen Termin am 9. März möglich, die Ablauffrist des Angebotes Truffer-Stoffel einzuhalten.
Langwieriges Hin und Her Die beiden Investorengruppen wollen zwar gleich viel Geld investieren, haben jedoch etwas unterschiedliche Absichten. Die Valser Gruppe um Truffer und Stoffel plant in erster Linie, das Thermalbad in eine Stiftung umzuwandeln und in die Hotelanlage zu investieren.
Zumthors Interessengruppe setzt auf Kontinuität. Sie will die Felsentherme im Sinne des Architekten, so wie sie ist, weiterführen. Geplant ist aber ein Hotelneubau. Die Gruppe rund um den Architekten unterbreitete ihr Angebot erst, nachdem das Kaufangebot des Bündner Multimillionärs Remo Stoffel bereits publik war.
Umstrittenes Engagement Stoffels Ein Engagement Stoffels ist in Vals allerdings umstritten. Kritiker befürchten, dass es dem Unternehmer nur um ein Investitionsgeschäft gehe. Stoffel, selbst Valser, unterbreitete der Gemeinde sein Angebot am 12. September.
Am 10. Februar schloss er sich mit dem ehemaligen Thermendirektor Pius Truffer zusammen, der im Vorfeld ebenfalls ein Angebot machte.
Zumthor erreichte mit seiner Gruppe am 9. Februar einen Teilsieg. Der Gemeinderat von Vals empfiehlt den Stimmberechtigten die Annahme des Angebots von Zumthors Interessengemeinschaft.
Kein Geld Die Felsentherme öffnete vor 15 Jahren ihre Tore. Jahr für Jahr pilgern Architekturliebhaber nach Vals. Die Gemeinde Vals sucht aber bereits seit langem nach Investoren für das Publikumsmagnet.
1983 hatte Vals die ganze Anlage aus Angst vor drohender Spekulation selbst übernommen. Für die notwendigen Renovationen fehlt ihr aber das Geld.
SF Schweizer Fernsehen, Tagesschau (sf/zinv)
Bündner Tagblatt | Feb.15.2012 | Leserbriefe
Fragwürdige Methoden der Stoffel-Gruppe
Der erste Anlauf, die Therme Vals im Handstreich zu übernehmen, ist im vergangenen September gottseidank gescheitert. Zur Erinnerung: Mithilfe des Therme-Verwaltungsrates wollte der Immobilienhai Remo Stoffel, gegen den mindestens drei Strafverfahren hängig sind, sich die Valser Perle für eine Million Franken unter den Nagel reissen. Die Valser liessen sich nicht übertölpeln.
Auf Initiative von einigen engagierten Valserinnen und Valsern fand sich eine Investorengruppe, welche zusammen mit Peter Zumthor am 27. Januar in der überfüllten Turnhalle ein überzeugendes Angebot vorstellte. Wäre an diesem Abend abgestimmt worden, es hätte eine deutliche Mehrheit dafür gegeben. Stoffel musste also nachziehen mit einer nachgebesserten Offerte, die sich einmal mehr als Mogelpackung entpuppte. Am letzten Freitag wurde diese in einer wiederum gut gefüllten Turnhalle vorgestellt. Dabei spielte der besagte Therme-Verwaltungsrat abermals eine ganz üble Rolle. Statt sich unvoreingenommen für die Interessen der Therme und deren Besitzerin – der Gemeinde Vals - einzusetzen, wurde deutlich, wie sehr die beiden Verwaltungsräte Stefan Schmid und Arnold Huber im Sold von Remo Stoffel stehen. Sie präsentierten einen Vergleich der beiden Offerten, der eindeutig parteiisch und tatsachenwidrig war. Kein Wunder, denn Stoffel hat den beiden einen Sitz im Verwaltungsrat garantiert, wenn er die Therme bekommt. Was vom VR-Präsidenten Stefan Schmid als "Kontinuität" verkauft wird, kann diplomatisch ausgedrückt als monetäre Abhängigkeit bezeichnet werden, etwas weniger diplomatisch als gekauft.
Ein Beispiel, mit welchen skandalösen Methoden der VR die Offerte Zumthor schlecht macht und die von Stoffel anpreist, sind die Einschränkungen während des Neubaus des Hotels. Während bei Stoffel gesagt wurde, dass der Betrieb überhaupt nicht beeinträchtigt werde, so malte VR Huber beim Projekt Zumthor den Teufel an die Wand: Es gebe eine Hotelschliessung mit Entlassungen. Auf die kritische Nachfrage des Schreibenden musste sodann sogar der Stoffel-Kompagnon Pius Truffer zugeben, dass es bei beiden Projekten Einschränkungen während der Bauphase gebe. Was er nicht sagte: Dass die Bauphase beimErsatz des bestehenden Hotels (Projekt Zumthor) wohl kürzer wäre als bei einem Zusatzbau, der in den bestehenden Hotelkomplex – der zudem noch saniert werden müsste! - integriert werden muss. Also eigentlich ein Plus für das Projekt Zumthor.
Aber wie uns zu Ohren gekommen ist, wird mit dieser vermeintlichen Hotelschliessung von den Stoffel-Befürwortern unter dem Therme-Personal Stimmung gegen das Projekt Zumthor gemacht – leider nicht der einzige Skandal in dieser Geschichte.
Ich vertraue darauf, dass die Valserinnen und Valser die beiden Offerten nüchtern beurteilen werden, dann wird das Resultat eindeutig sein.
Text: Urs Honegger Vor der Gemeindeabstimmung am kommenden Freitag läuft in Vals das grosse Rechnen: «Stoffel oder Zumthor – welche Offerte ist für die Therme besser?», fragt die «Südostschweiz» heute. «Auf den ersten Blick hat Remo Stoffel die Nase vorn. Für den zweiten Blick muss man lange, lange rechnen» schreibt die Zeitung und kommt im Kommentar zum Schluss: «Zusammen mit Pius Truffer hat Remo Stoffel clevere Schachzüge in sein neues Angebot eingebaut: Die Felsentherme wird in eine Stiftung in Sicherheit gebracht, die versprochene Mehrzweckhalle ist ein fetter Lockvogel, und das aggressive Betonen der Valser Identität bringt einen klaren Einheimischenbonus gegenüber der Gruppe um Peter Zumthor. Im Gegenzug ist die Architekturmarke Zumthor Garant für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Therme. Und unterzieht man die Angebote einer genauen Prüfung, zeichnet sich ab: Im Grunde sind sie einander trotz der Kniffe von Stoffel und Truffer mehr oder weniger ebenbürtig».
Dank dem Architekten Peter Zumthor geniesst die Therme Vals international einen ausgezeichneten Ruf.
Von Ariane Gigon, swissinfo.ch
Die Bündner Gemeinde Vals will ihr Thermalbad verkaufen, das nach der Neugestaltung durch den Architekten Peter Zumthor internationales Renommee erlangt hat. Das Dorf ist ob der Zukunft der Therme Vals in zwei Lager gespalten, der Ausgang offen.
Ein Filmregisseur könnte zu einer Melodie von Ennio Morricone greifen, um das Duell zu unterlegen, das sich am 17. Februar im Gemeindesaal der auf 1250 Meter über Meer gelegenen Gemeinde abspielen dürfte.
Zwei Gruppen streiten um den Erwerb der Therme Vals, die für ihre vom Architekten Peter Zumthor entworfenen Bassins aus dem grauen Valser Gneis berühmt wurde.
Der Gemeindeversammlung, an der alle Stimmberechtigten der Gemeinde teilnehmen können, liegen zwei Projekte vor.
Eine Offerte wurde vom 35 Jahre alten Investor Remo Stoffel eingebracht, einem Valser, der heute in Chur lebt. Die zweite kam von Peter Zumthor, der von der Interessengemeinschaft "IG Therme" unterstützt wird.
Die Wahl, vor der die Bürger und Bürgerinnen stehen, bringt viele angesammelte Ressentiments (wieder) an den Tag. In einer nicht untypischen Art für eine kleine Gemeinde (900 Einwohner) in einem engen Tal, wo jeder jeden kennt, und wo kleine Konflikte zwischen Freunden zu fiesen Machtspielen werden können, mit beredtem Schweigen oder dem Geflüster von Verschwörungen.
"Touristen kommen wegen der Architektur" Die Rede ist von schlecht verdauter Entmachtung, von astronomischen Spesenabrechnungen, irrationellen Persönlichkeiten und von Bürgern, die Angst haben, ihre Stelle zu verlieren. All dies im Zusammenhang mit einem phänomenalen Erfolg, dem Erfolg des von Zumthor entworfenen Thermalbads, das 1996 in Betrieb genommen wurde.
2010 entfielen fast zwei Drittel der Hotelübernachtungen im Dorf auf die Therme Vals. "Es ist klar, dass die Touristen nicht wegen Schnee und blauem Himmel hierher kommen, sondern wegen der Architektur", erklärt ein Mann, der seinen Hund spazieren führt.
Pius Truffer, ehemaliger Präsident des Verwaltungsrats der Therme, und Mitinhaber des Steinbruchs, wo der Valser Steinquarz abgebaut wird, war von der Gemeinde, der Bad und Hotel seit 1983 gehören, beauftragt worden, einen Investor für die Sanierung der Hotelanlage zu finden. Die Sanierung ist zwar nicht dringend. Der allgemeine Zustand der Anlage, deren Zimmer Zumthor ebenfalls neu gestaltet hatte, wird im Licht einer langfristigen Entwicklung jedoch als nicht mehr optimal betrachtet.
Meinungsverschiedenheiten Da der Verwaltungsrat keinen Investor hatte auftreiben können, und nachdem Meinungsunterschiede zu Tage getreten waren, hatte die Gemeinde das Mandat des gesamten Verwaltungsrats nicht mehr erneuert. Truffer musste danach auch die Co-Direktion der Thermen aufgeben. Kurz vor ihm hatte sich Annalisa Zumthor, die Gattin des Architekten, als Co-Direktorin zurückgezogen.
Einige der Einwohner und Einwohnerinnen verstehen nicht, dass eine – dank den Mineralwasserquellen und Einnahmen aus den Wasserzinsen – vergleichsweise reiche Gemeinde wie Vals die Sanierung einer Anlage, die ihr gehört, nicht selber finanzieren kann. Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz sagt dazu: "Es liegt nicht im Zuständigkeitsbereich einer Gemeinde, ein Hotel zu führen."
Gemeinderat für Projekt von Zumthor Nach seiner Analyse der eingegangenen Offerten hält der Gemeinderat in der Botschaft an die Gemeindeversammlung fest, die Angebote beider Seiten blieben mangels verbindlicher Investitions-Zusagen ziemlich vage.
Er erachte es aber als "vorteilhaft", dass die Gruppe um Zumthor plane, das Hotel "durch einen Neubau zu ersetzen". Von Bedeutung sei zudem, "dass das Atelier Zumthor & Partner für höchste architektonische Qualität steht".
Unter Berücksichtigung aller Aspekte und in Abwägung aller Vor- und Nachteile empfiehlt der Gemeinderat, auf das Angebot von Zumthors Interessengemeinschaft einzugehen. Es stelle "die bessere Strategie für eine erfolgreiche und nachhaltige Zukunft der Hotel und Thermalbad Vals AG dar".
Die Persönlichkeiten der beiden Kandidaten für die Übernahme von Hotel und Bad könnten kaum unterschiedlicher sein. Skeptiker befürchten, Remo Stoffel werde die Natur des Bades verändern, sei nur am Gewinn interessiert. Dazu kommt, dass gegen Stoffel, der Pius Truffer nahe steht, verschiedene Strafverfahren laufen, unter anderem wegen mutmasslichem Steuerbetrug, wo es um gut 150 Mio. Franken gehen soll.
"Das ist ein schlechter Scherz", sagte Stoffel am Schweizer Fernsehen. Wären die Anschuldigungen seriös, wäre er schon lange schuldig gesprochen worden.
Zudem erklärte er, es sei gut, etwas für seine Heimat tun und dazu beitragen zu können, dass sein Heimatdorf seine Unabhängigkeit bewahren könne. Und heute brauche es "Innovation, neue Kraft. Wir müssen etwas Neues machen, sonst sind wir gar nicht mehr interessant".
Zu reden gegeben hatte auch ein Vorvertrag mit dem Verwaltungsrat der Therme, gemäss dem Stoffel eine Entschädigung hätte erhalten sollen, falls sein Angebot nicht angenommen würde. Diese Vereinbarung sei unterdessen zurückgezogen worden, erklärte die Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz.
"Ich würde Stoffel unterstützen", erklärt eine Einwohnerin von Vals. "Aus meiner Sicht hat das Projekt von Zumthor keine Aussicht auf Erfolg."
"Ich habe mich überzeugen lassen" Peter Zumthor erklärte seinerseits am Schweizer Fernsehen, er sei erschrocken, als er vom Projekt Remo Stoffels gehört habe. Vor allem weil der Kauf ohne alternatives Angebot sehr rasch hätte über die Bühne gehen können.
"Ich suche normalerweise nicht nach Investoren, das ist nicht mein Beruf. Aber ich habe mich überzeugen lassen, denn ich glaube, dass der Therme mit dem Projekt Stoffel wirkliche Probleme drohen könnten."
Der Publizist Peter Schmid, ein klarer Anhänger Zumthors, der sich darum bemüht hatte, den Architekten zu einem Engagement zu bewegen, geht noch weiter. "Wir werden die Seele des Ortes verlieren, wenn Stoffel den Zuschlag erhält", befürchtet er. Stoffels Projekt sei der Versuch einer unfreundlichen Übernahme, die allein von wirtschaftlichen Interessen gesteuert werde.
Anfang Februar kündigte der Unternehmer Pius Truffer an, er wolle mit einer Gruppe Investoren unter dem Namen "Valser Gruppe" ein weiteres Projekt vorlegen. Der Termin zur Einreichung von Offerten sei am 20. Dezember 2011 jedoch abgelaufen, rief Gemeindepräsidentin Walker-Tönz in Erinnerung. Der Gemeinderat könne daher auf dieses Projekt nicht mehr eingehen.
Was auch immer am 17. Februar an der Gemeindeversammlung geschehen wird, die Therme Vals dürfte vorerst weiterhin Gäste von nah und fern anziehen. Es gibt nur wenige touristische Sehenswürdigkeiten in der Schweiz, die sich rühmen dürfen, auf ihren Parkplätzen Autos mit Kennzeichen aus praktisch allen Kantonen zu finden, ganz abgesehen von den Wagen mit ausländischen Nummernschildern.
Ariane Gigon, swissinfo.ch Vals (Übertragung aus dem Französischen: Rita Emch)
Was haben ein gescheiterter Verwaltungsratspräsident und ein Immobilienzocker gemeinsam? Wenig auf den ersten Blick – noch weniger bei näherer Betrachtung: Hier spielt wohl eine unheilige Allianz von gekränkter Persönlichkeit auf der einen Seite und die Pokerseele andererseits zusammen – der Zweck heiligt die Mittel und mit Heimatschmalz will man glauben machen die Therme werde in einheimischen Händen bleiben – und vergisst dabei mit wem man einen Deal macht! Stimmt man für die Gruppe Truffer/Stoffel transferiert man die Therme in das Kartenhaus der Stoffelpart – und riskiert, dass das Projekt beim nächsten Gerichtsentscheid oder Platzen der nächsten Immobilienblase in sich zusammenfällt. Hotel Therme ade! Mehrzweckhalle oh-jeh!. Dann hilft es wenig wenn die Felsentherme in einer Stiftung sicher parkiert ist – ohne Hotelanlage kann man kein Bad betreiben und umgekehrt. Wenn schon würde interessieren bei wem die Rechte an der Quelle verbleiben! Deshalb cavete: Die Vermischung von Infrastrukturbeitrag, Stiftung etc. ist kritisch – wir brauchen eine gute, nachhaltige Hotellösung mit Ausstrahlungskraft für das ganze Dorf – und dafür müssen wir auf sichere Werte setzen, sicher in Bezug auf ein passendes Projekt, sicher aber vor allem bezüglich Investor!! Es riecht nach Schlangenfängerei wenn man jetzt mit Pralinenschachteln prahlt – die „Valser-Lösung“ ? - ist eine Scheinlösung ! – wir Valser können (leider) dieses Projekt nicht alleine realisieren, wir brauchen Investoren die hier mitziehen und dabei sind mir solche mit Herzblut lieber als (Valser) Heuschrecken mit einer dubiosen Reputation.
Stoffel oder Zumthor: Wer bietet mehr für die Therme? Alle rechnen, auch der Valser Gemeinderat. Ob Zumthor sein Favorit bleibt, ist noch offen.
Von Jano Felice Pajarola
Vals. – Die Valser Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz will nach der Präsentation von Remo Stoffels neuer Therme-Offerte vom Freitag noch keine Einschätzung zum Angebot abgeben. Der Gemeinderat werde an seiner Sitzung vom Dienstag die eingereichten Offerten nochmals überprüfen, meinte sie gestern auf Anfrage.
Berechnet habe man inzwischen auch die Auswirkungen der Angebote auf die Gemeindebilanz. Über das Ergebnis werde man an der Gemeindeversammlung vom Freitag informieren – diese Versammlung wird auch den Entscheid fällen, ob nun Stoffel oder die Gruppe um Peter Zumthor den Zuschlag erhalten soll.
Ein Vergleich der Angebote erweist sich als sehr komplexe Angelegenheit, denn beide haben Eigenheiten, die sie stark voneinander unterscheiden. Im Dorf läuft das grosse Rechnen – und auch bei Zumthors Interessengemeinschaft. Entscheidend scheint die Frage der kommunalen Investitionshilfen.
In Vals beginnt nun das grosse Vergleichen. Welche Offerte für die Therme ist besser? Auf den ersten Blick hat Remo Stoffel die Nase vorn. Für den zweiten Blick muss man lange, lange rechnen. Eine Analyse.
Von Jano Felice Pajarola
Vals. – Ein Pius Truffer gibt nicht so schnell klein bei. Zwei Jahre nach seiner Abwahl als Verwaltungsratspräsident der Hotel und Thermalbad Vals AG (Hoteba) ist der Steinbruchunternehmer auch in der Therme wieder im Geschäft, versucht, die Zukunft der Hoteba auf den «Valser Weg» zu bringen, initiiert von seiner «Valser Gruppe» gemeinsam mit Immobilienplayer Remo Stoffel. «Wir Valser», «Das Valser Angebot», so wirbt das Duo in seiner Offertdokumentation, auf Facebook mit den Slogans «Stopp Vals-Verkauf» und «Miar gfallts z Vals» – schliesslich soll das via Truffer nachgebesserte Stoffel-Angebot dem Dorf einen Mehrwert bescheren.
Zumthor fehlen die Valser Köpfe Und natürlich soll es sich abheben von der Konkurrenz: Während in der Valser Gruppe lauter Einheimische an die Front stehen können – neben Auswanderer Stoffel der Transportunternehmer Norbert Gartmann, der Hotelier Karl Kühne und der Landwirt Alois Stoffel –, sieht es auf der Seite der Interessengemeinschaft (IG) Therme Vals etwas anders aus. Die Gruppe um den im Dorf nicht nur beliebten Haldensteiner Peter Zumthor hat lediglich einen eingeheirateten Valser in ihren Reihen – den aus Luzern stammenden Unternehmer Marcel Meyer. Sie kann allerdings vor und hinter den Kulissen auf einen eloquenten echten Valser zählen: den Autor und Schriftsteller Peter Schmid, einst Weggefährte von Truffer in Sachen Therme. Heute haben sich die beiden nichts mehr zu sagen.
Remo Stoffel hat die von der Gemeinde gesetzte Frist wahrgenommen und vor dem 6. Februar ein optimiertes Angebot für die Therme – oder besser: das Thermenhotel ohne Felsentherme – eingereicht (Ausgaben vom Donnerstag und Freitag). Einfach zu fassen sind dabei die in Aussicht gestellten Investitionen: Mindestens 50 Millionen Franken verspricht er in die Hoteba zu stecken, für ein neues 70-Zimmer-Hotel, ein Speiserestaurant und eine Sanierung des Haupthauses. Und dann kommt das grosse Plus: Stoffel will für zehn Millionen Franken eine Mehrzweckanlage für Dorf und Hotel bauen, falls die Gemeinde fünf Millionen daran beisteuert. Aus dem Verkauf der Hoteba-Aktien erhalte Vals damit einen Gegenwert von elf Millionen Franken, sagen Stoffel und Truffer: Die zehn Millionen der Mehrzweckhalle und eine Million als Auszahlung für die Aktien.
Aber an diesem Punkt beginnt das grosse Rechnen, und vor allem die IG von Zumthor übt sich nun darin, denn angesichts der Zahlen in der Stoffel-Offerte sieht sie ihre Felle allmählich davonschwimmen. Sie sucht die Winkelzüge im Gegenangebot, die Tricks – es muss sie geben, vermutet insbesondere IG-Finanzspezialist Meyer.
Tatsache ist: Die neue Stoffel-Offerte ist komplex. Halten die Zahlen, was sie auf den ersten Blick versprechen? Zwölf Millionen Franken will Stoffel für die Aktien und Grundstücke der Hoteba zahlen. Davon zieht er aber die Hälfte wieder ab: Auf sechs Millionen soll die Gemeinde als Investitionsbeihilfe gleich verzichten; damit können später entsprechende Beiträge des Kantons ausgelöst werden. Stoffel scheint jedoch auf recht kreative Weise diese sechs Millionen zu berechnen: Zwei Millionen gehen auf den Erlass von Landkaufpreisen zurück, weitere zwei Millionen auf die Ablösung einer derzeit gar nicht fälligen Bürgschaft der Gemeinde zugunsten der Hoteba und nochmals zwei Millionen werden einfach ohne konkreten Titel vom Aktienpreis abgezogen.
Stoffels Risiko: Die neue Halle Bleiben also sechs Millionen Franken für Vals übrig. Davon soll die Gemeinde fünf Millionen bis 2015 stunden: Das sind die Gelder, die sie an die Realisierung der Mehrzweckhalle beisteuern würde. Tut sie das, erlässt sie einfach die fünf Millionen aus dem Aktienkauf. Tut sie es nicht, erhält sie das Geld ausbezahlt, dafür aber auch kein Gebäude. Hier liegt Stoffels Risiko: Sollte Vals wider Erwarten auf die dringend benötigte Halle verzichten, muss er tatsächlich fünf Millionen Franken zusätzlich berappen statt verbauen – jene Summe, die seine neue Offerte von seiner alten unterscheidet. Dort hätte es nur eine Million in bar für Vals gegeben. Bei der Zumthor-IG wären es 7,1 Millionen – allerdings nur, wenn sie wie angekündigt auf einen Investitionsbeitrag der Gemeinde verzichtet. Würde man ihn bei den sechs Millionen von Stoffel-Truffer ansetzen, wäre die Zumthor-Seite gerade noch 100 000 Franken besser – oder klar schlechter, wenn man Stoffels Mehrzweckhalle einrechnet.
So weit die Mathematik, wenn man die reinen Offertzahlen berücksichtigt. Bei einem kommunalen Geschäft darf aber auch der Blick auf die Gemeindebilanz nicht fehlen. Positionen mit einem Buchwert von total 3,5 Millionen verschwinden aus ihr bei einem Hoteba-Verkauf. Neu dazu kommen bei der Stoffel-Offerte: eine Million Auszahlung für die Aktien plus der Buchwert des Gemeindeanteils an der geplanten Mehrzweckhalle, total um die fünf Millionen Franken. Bei der Zumthor-Offerte ist es ein Plus von 7,1 Millionen aus dem Aktienerlös. Der umständlichen Rechnung kurzer Sinn: Zumthor liegt unter Berücksichtigung der Gemeindebilanz von Vals um rund zwei Millionen Franken vorne.
Investitionshilfe ist entscheidend Doch der Haken folgt auch hier auf dem Fusse: Der Vorsprung gilt erneut nur für den Fall, dass die IG auf einen Investitionsbeitrag der Gemeinde verzichtet. Wird doch einer nötig, liegen maximal zwei Millionen Franken drin; dann steht man gleich mit Stoffel-Truffer. Oder es gelingt der IG, dieselben Kniffe wie die Gegenseite beim Kanton einzubringen: zum Beispiel, die Ablösung einer gar nicht fälligen Bürgschaft als Investitionshilfe zu deklarieren. Dann wäre sie finanziell definitiv im Vorteil.
Vals. – Zum ersten Mal haben sich Pius Truffer und Remo Stoffel öffentlich als Partner in Sachen Therme Vals präsentiert. Gestern Abend stellten sie die nach Forderungen der Valser Gruppe optimierte Stoffel-Offerte dem Gemeinderat, den Medien und der Bevölkerung vor.
Stoffel betonte dabei, er wolle Vals «nichts wegnehmen». Sein neues Angebot kommt nächsten Freitag zur Abstimmung.
Der Weg ist frei. Ich frage mich nur wohin. Ich verstehe nach wie vor nicht, dass mit Remo Stoffel überhaupt verhandelt und Zeit vergeudet wird.
Ja, man spricht immer von Unschuldsvermutung (lächerlich). Die Liste der zahlreichen Verfahren ist nicht gerade kurz:
Folgende Fälle sind pendent: - Eine Sondereinheit der Eidg. Steuerverwaltung ermittelt gegen Remo Stoffel wegen Steuerbetrugs-Vorwürfen. Laut Gerichtsdokumenten gehen die Ermittler von einer Steuerschuld von Fr. 150 Millionen aus.
-Ferner ist in Zürich eine Untersuchung wegen Vermögensdelikten pendent.
- In Maloja liegt beim Bezirksgericht eine Anklageschrift der Bündner Staatsanwaltschaft wegen Verdacht auf Vermögens- und Konkursdelikten vor.
- In Chur steht ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren kurz vor dem Abschluss.
- Unlängst hat die Staatsanwaltschaft Bern eine Strafuntersuchung gegen zwei Mitarbeiter von Stoffels Unternehmensgruppe Priora wegen Verdachts auf ungetreue Geschäftsführung und Veruntreuung eröffnet.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass eine nur halbwegs seriöse Bank an Herrn Remo Stoffel eine Kreditzusage von Fr. 37.5 Mio. macht.
Einerseits bin ich besorgt. Andererseits weiss ich, dass die Valserbürgerinnen und Valserbürger wissen, dass die Therme in seriöse Hände und nicht in die Klauen eines Spekulanten gehört.
Die Valser Gruppe um Pius Truffer spannt bezüglich der Übernahme der Hoteba mit dem aus Vals stammenden Investor Remo Stoffel zusammen, der im letzten September der Gemeinde ein Übernahmeangebot unterbreitet hatte.
Nachdem Stoffel sein Angebot weitgehend im Sinne der Forderungen der Valser Gruppe erweitert hat, stellt sich diese hinter dem Angebot von Stoffel. Der Kaufpreis für die Hoteba beläuft sich neu auf zehn statt auf sieben Millionen Franken, die Therme wird nicht verkauft, sondern in eine öffentlich-rechtliche Stiftung überführt, und der Investor leistet einen Beitrag von fünf Millionen Franken an eine neue Mehrzweckanlage. Gestern Abend wurde darüber informiert. (de)
Wer übernimmt die Therme Vals? Offizielle Angebote gab es bis jetzt von Architekt Peter Zumthor und dem Immobilienunternehmer Remo Stoffel. Stoffel hat sich jetzt mit dem Valser Steinbruch-Unternehmer Pius Truffer zusammengetan.
Beide Investorengruppen wollen je rund 50 Millionen Franken investieren. Wer den Zuschlag bekommt, entscheidet die Gemeindeversammlung in einer Woche.
Am Donnerstag hatte sich der Valser Gemeinderat mit dem Geschäft befasst. Das Gremium sprach sich für das Projekt von Peter Zumthor aus. Dies in erster Linie, weil Zumthor für architektonische Qualität bürge. Vom Zusammengehen Stoffels mit Pius Truffer hatte der Gemeinderat da noch keine Kenntnis.
Die nach Ideen der Valser Gruppe optimierte Offerte Remo Stoffels für die Therme wird zum Konkurrenzangebot für Peter Zumthors Interessengemeinschaft Therme Vals. Wie Stoffel und Truffer am Freitagabend ankündigten, wird Vals an der Gemeindeversammlung vom 17. Februar über die neue Offerte befinden können.
Vals. - Die Valser Gruppe hat sich trotz spätem Eingreifen mit Erfolg in das Rennen um die Therme Vals eingebracht: Dank dem Zusammenspannen mit dem bereits offerierenden Remo Stoffel haben sie mit ihren Ideen Zugang zur entscheidenden Gemeindeversammlung in einer Woche bekommen.
Seine nach den Vorstellungen der Valser Gruppe optimierte Offerte werde am 17. Februar zur Abstimmung kommen, hielt Stoffel am Freitagabend an einer gemeinsamen Medienorientierung mit Truffer und der Gruppe fest.
Verwaltungsrat bleibt auf Stoffels Seite Die an der Medienorientierung ebenfalls präsente Spitze des Verwaltungsrats der Hotel und Thermalbad Vals AG signalisierte klare Unterstützung für das Stoffel-Truffer-Angebot.
Ob der Gemeinderat seine Empfehlung zuhanden der Gemeindeversammlung modifizieren wird, war am Freitag noch nicht bekannt. Der Rat, der erst kurz vor den Medien im Detail über das neue Angebot orientiert wurde, bevorzugt bislang die Offerte der Gruppe um Peter Zumthor. (jfp)
Remo Stoffel nimmt Pius Truffer mit ins Boot: Er hat sein Angebot für die Therme Vals überarbeitet. Neu soll die Gemeinde fünf Millionen Franken mehr erhalten. Zudem soll die Therme in eine Stiftung umgewandelt werden.
Von Hansruedi Berger
Vals. – Neue Ausgangslage im Valser Übernahmekampf zwischen der Zumthor-Gruppe und Remo Stoffel. Der Churer Unternehmer macht jetzt gemeinsame Sache mit der Gruppe um den einheimischen Unternehmer Pius Truffer. Am Montag hat er unter dem Namen «Valser Angebot» eine modifizierte Offerte für die Übernahme der Therme bei der Gemeinde eingereicht. Um seine Chancen im Kampf gegen das Zumthor-Projekt zu verbessern, hat Stoffel insbesondere Truffers Forderungen in seine überarbeitete Offerte miteinbezogen, die dieser in einem Interview mit der «Südostschweiz» publik gemacht hatte (Ausgabe vom Sonntag).
Sechs statt eine Million Der wichtigste Punkt: Die Gemeinde soll statt wie in der ersten Offerte im vergangenen Herbst neu zehn statt sieben Millionen Franken für das Aktienkapital der Hotel und Thermalbad Vals AG (Hoteba) plus drei Grundstücke erhalten. Nach Abzug des Investitionsbeitrags der Gemeinde von sechs Millionen Franken verbleiben der Gemeinde sechs statt eine Million Franken wie bisher.
Im Weiteren ist Stoffel auch bereit, auf Verlangen der Gemeinde die Therme bis zum 31. Dezember 2014 zu einem symbolischen Preis von einem Franken in eine neu zu gründende Stiftung einzubringen.
Schliesslich verpflichtet sich Stoffel mit seiner Stoffelpart AG, im Rahmen des Hotelprojekts einen Beitrag von mindestens zehn Millionen Franken zusätzlich in Infrastrukturen, unter anderem auch Sport- und Freizeiteinrichtungen, zu investieren. Die Gemeinde erhält dabei das Recht, sich daran ebenfalls mit fünf Millionen Franken zu beteiligen.
Zahlung erst später fällig Will sie das nicht, erhält sie das Geld und kommt damit auf eine Summe für den Therme-Verkauf von sechs Millionen Franken. Der Haken an der Sache ist allerdings: Diese Zahlung wird erst fällig, wenn die Gemeinde auf die Ausübung des Rechts verzichtet, und dies kann einige Zeit dauern.
«Sinnvolle» Valser Forderungen Er sei nach Gesprächen mit der Gruppe um Truffer zur Überzeugung gelangt, dass deren Forderungen für Vals und das Projekt sinnvoll seien, sagte Stoffel auf Anfrage. Deshalb habe er sein Angebot modifiziert. Er werde heute gemeinsam mit Truffer das Projekt der Valser Bevölkerung vorstellen. Truffer seinerseits werde jetzt auf eine eigene Offerte verzichten, so Stoffel. Ein gemeinsames Angebot mache Sinn, denn damit könnten Synergien ausgeschöpft werden.
Keinen Kommentar zu Stoffels Nachbesserung wollte gestern die Valser Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz machen.
Im Rennen um den Hotelneubau hat Architekt Peter Zumthor einen Teilsieg errungen. Der Gemeinderat von Vals empfiehlt den Stimmberechtigten die Annahme von Zumthors Angebot.
Zumthors Widersacher ist der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel. Welches Angebot zum Zuge kommt, entscheidet die Gemeindeversammlung am 17. Februar. Der Gemeinderat hatte für Angebote eine Frist bis zum 20. Dezember gesetzt.
Sowohl Zumthor wie Stoffel wollen die Aktien der Hotel und Thermalbad AG übernehmen und das bestehende Hotel zum Bad durch einen Neubau ersetzen. Stoffel will 50 Millionen Franken in ein neues Hotel investieren, Zumthor 45 Millionen Franken.
Eine von der Gemeinde eingesetzte Consulting-Firma ist zum Schluss gekommen, dass über die beiden Angebote kein abschliessendes Urteil gefällt werden kann. Wegen fehlender verbindlicher Zusagen könne nicht beurteilt werden, ob die Interessenten in der Lage seien, das Projekt materiell nachhaltig durchzuziehen.
Zumthor bürgt für architektonische Qualität Wie der Gemeinderat in seiner am Donnerstag veröffentlichten Botschaft an die Stimmberechtigten schreibt, unterscheiden sich die Angebote nur unwesentlich voneinander. Von Bedeutung sei, dass das Angebot von Therme-Schöpfer Zumthor für höchste architektonische Qualität stehe. Der Nachweis der Finanzierung sei bei Zumthor allerdings weniger weit gediehen.
Unter Berücksichtigung aller Aspekte und in Abwägung sämtlicher Vor- und Nachteile empfiehlt der Gemeinderat dennoch, auf das Angebot von Zumthors Interessengemeinschaft einzugehen. Es stelle die bessere Strategie für eine erfolgreiche und nachhaltige Zukunft der Hotel und Thermalbad Vals AG dar.
Weiteres Angebot nicht geprüft Nicht geprüft hat der Gemeinderat das Angebot einer «Valser Gruppe» um den einheimischen Steinbruch-Unternehmer und ehemaligen Therme-Versaltungsratspräsidenten Pius Truffer. Da bei Ablauf der Eingabefrist von dieser Gruppe kein Angebot vorlag, kann nicht darauf eingetreten werden, wie der Gemeinderat schreibt.
Truffer und seine Mitstreiter müssen darauf hoffen, die Gemeindeversammlung noch umstimmen zu können. Dahingehend, dass der Entscheid für das eine oder andere Angebot vertagt und ihre Offerte doch berücksichtigt wird.
Im Rennen um die Übernahme der bekannten Therme Vals hat Stararchitekt Peter Zumthor einen Teilsieg errungen. Der Gemeinderat von Vals empfiehlt den Stimmberechtigten die Annahme des Angebots von Zumthors Interessengemeinschaft.
Zumthors Widersacher ist der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel. Welches Angebot zum Zuge kommt, entscheidet die Gemeindeversammlung am 17. Februar. Der Gemeinderat hatte für Angebote eine Frist bis zum 20. Dezember gesetzt.
Sowohl Zumthor wie Stoffel wollen die Aktien der Hotel und Thermalbad AG übernehmen und das bestehende Hotel zum Bad durch einen Neubau ersetzen. Stoffel will 50 Millionen Franken in ein neues Hotel investieren, Zumthor 45 Millionen Franken.
Eine von der Gemeinde eingesetzte Consulting-Firma ist zum Schluss gekommen, dass über die beiden Angebote kein abschliessendes Urteil gefällt werden kann. Wegen fehlender verbindlicher Zusagen könne nicht beurteilt werden, ob die Interessenten in der Lage seien, das Projekt materiell nachhaltig durchzuziehen.
Zumthor bürgt für architektonische Qualität
Wie der Gemeinderat in seiner Botschaft an die Stimmberechtigten schreibt, unterscheiden sich die Angebote nur unwesentlich voneinander. Von Bedeutung sei, dass das Angebot von Therme-Schöpfer Zumthor für höchste architektonische Qualität stehe. Der Nachweis der Finanzierung sei bei Zumthor allerdings weniger weit gediehen.
Unter Berücksichtigung aller Aspekte und in Abwägung sämtlicher Vor- und Nachteile empfiehlt der Gemeinderat dennoch, auf das Angebot von Zumthors Interessengemeinschaft einzugehen. Es stelle die bessere Strategie für eine erfolgreiche und nachhaltige Zukunft der Hotel und Thermalbad Vals AG dar.
Nicht geprüft hat der Gemeinderat das Angebot einer «Valser Gruppe» um den einheimischen Steinbruch-Unternehmer und ehemaligen Therme-Verwaltungsratspräsidenten Pius Truffer. Da bei Ablauf der Eingabefrist von dieser Gruppe kein Angebot vorlag, kann nicht darauf eingetreten werden, wie der Gemeinderat schreibt.
Truffer und seine Mitstreiter müssen darauf hoffen, die Gemeindeversammlung noch umstimmen zu können. Dahingehend, dass der Entscheid für das eine oder andere Angebot vertagt und ihre Offerte doch berücksichtigt wird.
In seiner Abstimmungsbotschaft empfiehlt der Gemeinderat von Vals die Therme-Offerte von Peter Zumthor zur Annahme. Dies, obwohl das Angebot weniger detailliert ist als das seines Kontrahenten.
Von Stefan Bisculm
Vals. – «Unter Berücksichtigung aller Aspekte der beiden Angebote und der Abwägung sämtlicher Vor- und Nachteile kommt der Gemeinderat zum Schluss, die Berücksichtigung des Angebotes der Interessengemeinschaft Therme Vals stelle die bessere Strategie für eine erfolgreiche und nachhaltige Zukunft der Hotel und Thermalbad Vals AG dar.» Das schreibt der Vorstand der Gemeinde Vals in seiner Botschaft zur Gemeindeversammlung vom 17. Februar, an der über die Verkaufs- und Investitionsangebote für die Therme Vals entschieden wird.
Hinter der Interessengemeinschaft Therme Vals steht der Haldensteiner Therme-Architekt Peter Zumthor. Das Nachsehen hat der schwerreiche Valser Immobilienunternehmer Remo Stoffel, welcher als Erster ein Angebot für die Therme gemacht hatte (Ausgabe vom 25. Januar). Der Gemeinderat begründet seine Empfehlung mit der Idee von Zumthor, das bestehende Haupthaus durch einen Neubau zu ersetzen, was dem Vorstand als «vorteilhaft» erscheint. Ausserdem stehe das Atelier Zumthor & Partner «für höchste architektonische Qualität».
Eltschinger-Bericht bleibt vage
Um die Qualität der beiden Therme-Offerten besser miteinander vergleichen zu können, liess der Gemeinderat diese vorgängig extern von der EAC Eltschinger Audit & Consulting AG beurteilen. In der Botschaft an die Stimmbürger wird der Eltschinger-Bericht nur in einem kurzen Absatz erwähnt. In diesem kommt Eltschinger zum Schluss, dass wegen fehlender verbindlicher Zusagen nicht abschliessend beurteilt werden könne, ob die Offerten in der Lage seien, das Projekt materiell nachhaltig durchzuziehen. Sofern sie aber ihre Vorhaben wie angekündigt realisieren könnten, stellten beide Projekte für die Gemeinde einen klaren Mehrwert dar.
Auf die Frage, warum der Botschaft nicht der komplette Eltschinger-Bericht beigefügt wurde, erklärte Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz: «Wir haben darauf verzichtet, weil er nicht aussagekräftig ist.» Wenig Verständnis für dieses Vorgehen hat der ehemalige Direktor und Verwaltungsratspräsident der Therme, Pius Truffer. Er wirft der Gemeinde vor, das Gutachten absichtlich zurückzuhalten. «Offensichtlich wird hier gemauschelt. Ich habe bei der Gemeinde angefragt, doch man hat mir das Gutachten verwehrt.» Die Gemeindepräsidentin betonte, der Gemeinderat habe nichts zu verbergen, und die Gutachten seien für interessierte Stimmbürger auf der Gemeinde jederzeit einsehbar.
Zumthor «weniger detailliert»
Nach anfänglichem Zögern gewährte Walker-Tönz auch der «Südostschweiz» Einblick in den Eltschinger-Bericht. Dieser umfasst lediglich drei Seiten und bleibt tatsächlich etwas vage. Ein abschliessendes Urteil gibt er nicht. Zur Stoffel-Offerte heisst es immerhin, dass die Unterlagen detailliert seien und eine klare Strategie aufzeigen würden, welche für die Gemeinde Vals mittel- bis langfristig einen deutlichen Mehrwert bringen könnten. Zur Zumthor-Offerte heisst es, das vorgelegte Projekt sei angesichts der fehlenden Unterlagen und der knappen Zeit weniger detailliert und bleibe teilweise an der Oberfläche.
Der Gemeinderat von Vals gibt der Therme-Offerte von Peter Zumthor den Vorzug. Das Volk entscheidet am 17. Februar.
Von Stefan Bisculm
Vals.– In seiner Botschaft an die Valser Stimmbevölkerung empfiehlt der Gemeinderat, die Aktien der Hotel und Thermalbad Vals AG der IG Therme Vals zu verkaufen. Die Investorengruppe wird vom Haldensteiner Architekten Peter Zumthor angeführt. Die Zumthor-Offerte erhält damit den Vorzug gegenüber einer Offerte des Immobilienunternehmers Remo Stoffel.
Finanzierungsnachweis fehlt
Die Empfehlung wird unter anderem auch mit dem Namen Zumthor begründet, der für «höchste architektonische Qualität» stehe. Der Gemeinderat nimmt dafür in Kauf, dass die Zumthor-Offerte gemäss einem externen Bericht weniger detailliert ist als jene von Stoffel. Laut diesem Bericht fehlen bei beiden Offerten die verbindlichen Finanzierungsnachweise.
Der Botschaft wurde der komplette Bericht über die beiden Offerten nicht beigefügt. Der ehemalige Verwaltungsratspräsident der Therme Vals, Pius Truffer, kritisiert dieses Vorgehen scharf.
Am 17. Februar müssen die Valser über die Zukunft ihrer Therme Vals abstimmen. Dieses abgelegene Dorf hat Dank der architektonischen und kulturellen Leistung von einem der besten Architekten der Welt, Peter Zumthor, und seinen Mitwirkenden eine einmalige Chance erhalten, den Namen Vals weit in die Welt hinauszutragen.
Kein anderes Hotel in diesem Lande hat es zu solchem Ruhm geschafft und somit ein ganzes Tal zum erblühen gebracht. Die schöne Landschaft, die Gastfreundschaft der charmanten Valser und das gute Wasser hätten dafür nicht gereicht, das gibt es anderswo auch. Treue Gäste, besonders Architekturinteressierte, Kultur- Kur- und Naturliebhaber, zieht es nach Vals, um sich in diesem einmaligen Ambiente wohlzufühlen.
Wer die Meinung vertritt, dass der Erfolg von Vals auch ohne Zumthor möglich ist, geht ein grosses Risiko ein. Als Gast kann man sich nur wünschen, dass die Valser dort ihre Zukunft weiter aufbauen, wo sie vor Jahren mit Zumthor und seinen Mitstreitern angefangen haben. Ihn kopieren oder auf seine Leistungen aufbauen kann derzeit leider kein anderer Architekt. Hoffen wir darum auf die Vernunft der mutigen, weitsichtigen und visionären Bevölkerung von Vals. Denn die Therme Vals ist ein Vorzeigebeispiel in unserem Kanton, wie gute Architektur, Ansprüche des Tourismus, Ökonomie und Kultur sich bestens ergänzen und zum Erfolg führen.
Der ehemalige Verwaltungsratspräsident der Therme Vals, Pius Truffer, habe mit der IG Therme das Gespräch gesucht, um eine Partnerschaft einzugehen, schreibt Peter Zumthor in einer Medienmitteilung.
Die IG Therme Vals, welcher auch Zumthor angehört, schliesst eine Zusammenarbeit mit Truffer zum jetzigen Zeitpunkt aber aus. Sollte die Gemeindeversammlung dem Kaufangebot der IG Therme zustimmen, sei man aber bereit, eine konstruktive Zusammenarbeit zu prüfen.
Truffer erklärte auf Anfrage, man sei nach wie vor mit Remo Stoffel, dem zweiten Offerenten, für eine Zusammenarbeit im Gespräch. Truffers «Valser Gruppe» kündigte an, am Freitag ein Angebot zu präsentieren. (bcm)
Das Seilziehen um die berühmte Therme in Vals (GR) geht in eine neue Runde. Eine Gruppe Einheimischer will ein Kaufangebot abgeben. Beteiligt ist der ehemalige Verwaltungsratspräsident der Therme, Pius Truffer. Damit sind nun drei Parteien im Spiel.
Angebote abgegeben haben auch eine Gruppierung rund um den Therme-Architekten Peter Zumthor sowie der Churer Immobilienunternehmer und gebürtige Valser Remo Stoffel. Im Gegensatz zu diesen will die sogenannte Valser Gruppe aber nur das sanierungsbedürftige Therme-Hotel kaufen, nicht aber das international bekannte Bad, wie sie mitteilte.
Therme soll in Gemeindebesitz bleiben
«Die Therme ist unverkäuflich und wird in eine öffentlich-rechtliche Stiftung übergehen», schreibt die Valser Gruppe. Nur das Hotel werde verkauft. Ob die Valser das Hotel selber zu kaufen beabsichtigen oder ob sie einen Käufer präsentieren werden, wollen sie kommenden Freitag klarstellen.
Die Gruppe stellt in Aussicht, dass für das Hotel ein «Vielfaches» der bisherigen Angebote bezahlt werde. Weiter werde ein Käufer rund 50 Millionen Franken in einen Hotelneubau mit einer «Architektur von Weltruf» investieren. Auch in zurückgestellte Infrastrukturprojekte der Gemeinde sollen Gelder fliessen.
Das erste Angebot für die Therme hatte letzten September Immobilienunternehmer Stoffel abgegeben. Auch er plant einen Hotelneubau für 50 Millionen Franken. Die Gemeinde will er für alle Aktien der Hotel und Thermalbad AG mit sieben Millionen Franken entschädigen. Umgekehrt erwartet er aber von der Kommune Investitionsbeiträge von sechs Millionen.
Die Zumthor-Gruppe will für 45 Millionen Franken einen «architektonisch hochwertigen Neubau» erstellen. Der Gemeinde bietet sie für alle Aktien drei Millionen Franken und will ihr ausserdem einen Kredit von 2,1 Millionen Franken zurückzahlen.
Die Therme und das Hotel sind im Besitze der Gemeinde. Sie kann notwendige Millionen-Investitionen in die Infrastruktur nicht aufbringen und will die Anlage verkaufen – mit der Auflage, dass in beträchtlichem Umfang investiert wird.
Im Seilziehen um die berühmte Therme in Vals hat gestern eine Gruppe Einheimischer ein Kaufangebot angekündigt. Beteiligt ist der ehemalige Verwaltungsratspräsident der Therme, Pius Truffer.
Damit wetteifern nun drei Parteien um das Bad (im BT).
Die Therme und das Hotel sind im Besitze der Gemeinde. Sie kann notwendige Millioneninvestitionen in die Infrastruktur nicht aufbringen und will die Anlage verkaufen – mit der Auflage, dass in beträchtlichem Umfang investiert wird. «Die Therme ist unverkäuflich und wird in eine öffentlich-rechtliche Stiftung übergehen», schreibt die Valser Gruppe. Nur das Hotel werde verkauft. Ob die Valser das Hotel selber zu kaufen beabsichtigen oder ob sie einen Käufer präsentieren werden, wollen sie kommenden Freitag klarstellen. Die Gruppe stellt in Aussicht, dass für das Hotel ein «Vielfaches» der bisherigen Angebote bezahlt werde. Weiter werde ein Käufer rund 50 Millionen Franken in einen Hotelneubau mit einer «Architektur von Weltruf» investieren. Auch in zurückgestellte Infrastrukturprojekte der Gemeinde sollen Gelder fliessen.
Angebote abgegeben haben auch eine Gruppierung rund um den Therme-Architekten Peter Zumthor sowie der Immobilienunternehmer und gebürtige Valser Remo Stoffel. (sda)
Vals kann sich die Therme und das zugehörige Hotel nicht mehr leisten. Zu zwei potenziellen Käufern kommt nun ein dritter Bieter hinzu: eine Gruppe Einheimischer. Die sind allerdings nur am Hotel interessiert - und wollen das Thermalbad an eine Stiftung übergeben.
Im Seilziehen um die berühmte Therme in Vals GR hat eine Gruppe Einheimischer ein Kaufangebot angekündigt. Beteiligt ist der ehemalige Verwaltungsratspräsident der Therme, Pius Truffer. Damit wetteifern nun drei Parteien um das Bad.
Angebote abgegeben haben auch eine Gruppierung rund um den Therme-Architekten Peter Zumthor sowie der Churer Immobilienunternehmer und gebürtige Valser Remo Stoffel. Im Gegensatz zu diesen will die sogenannte «Valser Gruppe» aber nur das sanierungsbedürftige Therme-Hotel kaufen, wie sie am Dienstag mitteilte, nicht aber das international bekannte Bad.
Die Therme und das Hotel sind im Besitze der Gemeinde. Sie kann notwendige Millionen-Investitionen in die Infrastruktur nicht aufbringen und will die Anlage verkaufen - mit der Auflage, dass in beträchtlichem Umfang investiert wird.
Therme soll in Gemeindebesitz bleiben
«Die Therme ist unverkäuflich und wird in eine öffentlich-rechtliche Stiftung übergehen», schreibt die Valser Gruppe. Nur das Hotel werde verkauft. Ob die Valser das Hotel selber zu kaufen beabsichtigen oder ob sie einen Käufer präsentieren werden, wollen sie kommenden Freitag klarstellen.
Die Gruppe stellt in Aussicht, dass für das Hotel ein «Vielfaches» der bisherigen Angebote bezahlt werde. Weiter werde ein Käufer rund 50 Millionen Franken in einen Hotelneubau mit einer «Architektur von Weltruf» investieren. Auch in zurückgestellte Infrastrukturprojekte der Gemeinde sollen Gelder fliessen.
Auch andere Bieter wollen investieren
Das erste Angebot für die Therme hatte letzten September Immobilienunternehmer Stoffel abgegeben. Auch er plant einen Hotelneubau für 50 Millionen Franken. Die Gemeinde will er für alle Aktien der Hotel und Thermalbad AG mit 7 Millionen Franken entschädigen. Umgekehrt erwartet er aber von der Kommune Investitionsbeiträge von 6 Millionen.
Die Zumthor-Gruppe will für 45 Millionen Franken einen «architektonisch hochwertigen Neubau» erstellen. Der Gemeinde bietet sie für alle Aktien drei Millionen Franken und will ihr ausserdem einen Kredit von 2,1 Millionen Franken zurückzahlen.
Die Valser Therme soll für alle Zeiten unverkäuflich sein: Das fordert die Gruppe Vals um Sprecher Pius Truffer.
Vals. – Die Felsentherme von Peter Zumthor soll aus dem Verkaufspaket für das Valser Hotel «Therme» ausgenommen werden: Das verlangt jene Gruppe von Valserinnen und Valsern, die mit einem eigenen Angebot auf die Bewerbungen von Unternehmer Remo Stoffel und einer Gruppierung um Architekt Peter Zumthor reagiert haben.
Das Bad müsse in eine öffentlich-rechtliche Stiftung unter der Führung der Gemeinde überführt werden, sagt Pius Truffer, Sprecher der Gruppe Vals, im Interview mit der «Südostschweiz am Sonntag». Bei der Felsentherme handle es sich um ein Kulturdenkmal. «Sie können auch nicht den Eiffelturm kaufen», betont Truffer.
Potente Investoren an der Hand Im Interview erklärt Truffer weiter, die Angebote der beiden Mitbewerber für den Hotelbetrieb seien «lächerlich». Das Aktienpaket sei mindestens zehn Millionen Franken wert. Die bisherigen Angebote belaufen sich auf zwei bis drei Millionen Franken.
Truffer ist zuversichtlich, dass seine Gruppierung bis zur Gemeindeversammlung vom 17. Februar die nötigen rund 60 Millionen Franken für die Übernahme und den Neubau des Hotels zusammenbringt. Er habe Kontakte zu Investoren in der Schweiz und im Ausland. (obe)
Die Gruppe Vals will die Felsentherme im Dorf behalten. Ihr Sprecher Pius Truffer fordert, dass die Angebote für den Kauf des Betriebs nachgebessert werden. Für den Hotelneubau wünscht er sich Architektur von Weltrang.
Mit Pius Truffer sprach Olivier Berger
Herr Truffer, nach dem Unternehmer Remo Stoffel und einer Gruppierung um den Architekten Peter Zumthor legt nun auch eine Gruppe Valser ihre Vorschläge für die Therme und das Hotel vor. Was hat Sie dazu bewegt?
Pius Truffer: Die Gruppe ist als Reaktion auf die Angebote entstanden. Wir wollten erst sehen: Was kommt aufs Tapet? Welche Angebote liegen vor? Wir haben dann festgestellt, dass die beiden vorliegenden Angebote zu tief sind – hier versuchen zwei Gruppierungen, den Betrieb für ein Trinkgeld zu kaufen. Dazu sagen wir klar Nein. Zudem kann es doch nicht sein, dass jetzt all diese Streitigkeiten zwischen den Anhängern der Projekte Stoffel und Zumthor stattfinden. Wir haben deshalb unsere Ideen und Rahmenbedingungen formuliert und sind überzeugt, dass wir ein einheimisches Valser Angebot auf die Beine stellen können.
Wer gehört Ihrer Gruppe denn an?
Die Gruppe besteht aus Valserinnen und Valsern aus allen Bevölkerungsschichten. Dazu gehören Landwirte, aber auch selbstständig Erwerbende aus dem Ort und andere am Tourismus interessierte Personen. Uns verbindet, dass uns Vals am Herzen liegt und wir für unsere Gemeinde die beste Lösung suchen.
Und es hat die Initiative von aussen gebraucht, bis sich die Valserinnen und Valser zusammengerauft haben? Konkret: Es brauchte die Angebote von Remo Stoffel und der Gruppe Zumthor?
Ja, wir mussten ja erst einmal abwarten, was passiert. Jetzt müssen wir aber aufpassen, dass nicht unser super Unternehmen irgendwo hin verscherbelt wird. In den letzten Tagen hat mich das alles ein wenig an einen arabischen Basar erinnert (lacht).
Sie selber haben als Verwaltungsratspräsident von Hotel und Therme jahrelang Investoren für den Neubau gesucht, aber keine gefunden. Wieso soll es ausgerechnet jetzt klappen?
Es stimmt nur bedingt, dass ich keine Investoren gefunden habe. Ich hatte durchaus Kontakt zu Personen, die bereit gewesen wären, sich in Vals zu engagieren. Zu jenem Zeitpunkt konnte ein Investor aber nur 49 Prozent der Aktien kaufen; der Rest wäre bei der Gemeinde geblieben. Das heisst, wer immer da eingestiegen wäre, er hätte die Hälfte bezahlen müssen, aber praktisch nichts zu sagen gehabt. Ich hatte einen potenziellen Investor an der Hand. Als der von dieser Konstellation gehört hat, ist er ausgestiegen. «Ich investiere nicht in Politik», war seine Begründung. Er wisse ja nicht, wer in einem Jahr an der Spitze der Gemeinde stehe. Heute ist die Situation anders. Wer jetzt investiert, entscheidet auch.
«Wer investiert, entscheidet auch»
Wieso wäre es denn für Vals von Vorteil, wenn es letzten Endes Ihre Gruppe wäre, die das Sagen hat?
Es war immer mein Traum, dass aus dem Betrieb der Therme und des Hotels Geld in die Gemeindekasse zurückfliesst. Die Gemeinde hat viel in das Bad investiert, sie hätte es verdient, wenn sie dafür einen angemessenen Gegenwert erhalten würde. Das wäre bei einem Verkauf an den einen oder den anderen der interessierten Investoren nicht der Fall. Es gibt aber noch eine andere Ebene. Unsere Gruppe glaubt an die Kraft, an die Einheit von Vals und seiner Bewohner. Wir möchten Vals aus den neuen Valser Wirren führen, die Kraft wieder wecken, die einst zum Bau der Felsentherme geführt hat, und nicht einfach alles verkaufen.
«Sie können nicht den Eiffelturm kaufen»
Sie sprechen von Rahmenbedingungen und Vorstellungen, welche Ihre Gruppe formuliert hat. Bisher hat man aber nicht erfahren, was damit gemeint ist.
Für uns gibt es mehrere zentrale Punkte. Der erste betrifft die Felsentherme von Peter Zumthor. Diese darf auf keinen Fall verkauft werden – an wen auch immer. Wir wollen die Felsentherme in eine öffentlich-rechtliche Stiftung unter Führung der Gemeinde überführen. Damit wäre sie auf alle Zeiten vor Verkauf, Veränderung oder gar Schliessung geschützt. Die Felsentherme ist ein Valser Kulturgut. Sie können ja auch nicht einfach den Eiffelturm kaufen. Die Therme ist ein Denkmal, und Denkmäler pflegt man, man verramscht sie nicht einfach.
Kann sich die Gemeinde die Felsentherme denn leisten?
Natürlich. Die Felsentherme hat ja Einnahmen, und diese wären, wenn sie nicht mehr direkt zum Hotel gehört, für die Gemeinde sogar höher, weil das Hotel die Benutzung natürlich abgelten müsste. Und einen Kaufpreis für die Felsentherme im eigentlichen Sinn gäbe es nicht. Allenfalls einen symbolischen.
Die Felsentherme soll aus dem Verkaufspaket ausgenommen werden. Dann wären Sie zufrieden?
Nein, das wären wir nicht. Ich habe den Aufbau der Therme und des Hotelbetriebs während 15 Jahren operativ begleitet, ich kenne das Unternehmen in- und auswendig. Und ich kann Ihnen sagen: Wenn dieses jetzt für zwei, drei Millionen verkauft werden soll, dann ist das lächerlich. Der Wert des Betriebs beläuft sich auf mindestens zehn Millionen Franken. Auf diesem Betrag sollte die Gemeinde bestehen. Überhaupt muss die Gemeinde von dem ganzen Verkauf viel mehr profitieren. Deshalb haben wir noch eine weitere Forderung.
Die da wäre?
Wir Valser wollen nicht nur im Tourismus investieren, wir träumen schon lange von einer Mehrzweckhalle. Wer auch immer das Hotel und den Betrieb kauft, muss in Vals helfen, diese Infrastruktur zu erstellen. Das ist ein altes Postulat der Bevölkerung. Wer den Zuschlag erhält, soll also verpflichtet werden, eine solche Halle zu finanzieren.
Zusätzlich müsste er in einen Hotelneubau investieren. Oder finden Sie, die heutige Infrastruktur reicht aus?
Nein, das käme dann noch dazu. Ich gehe davon aus, dass ein Investor zusätzlich zum Kauf des Betriebs rund 50 Millionen Franken auftreiben müsste, um ein neues Hotel zu bauen.
Ihr Mitbewerber Peter Zumthor warnt davor, dass bei einem Projekt ohne seine Beteiligung die architektonische Qualität in Gefahr sei, die Vals heute gerade auszeichne.
Für uns ist klar, dass für den Neubau des Hotels in Vals nur Architektinnen und Architekten infrage kommen, die mindestens die gleiche Qualität und das gleiche Renommee aufweisen wie Peter Zumthor. Das steht ausser Frage. An diesem Ort kann man nicht einfach irgendetwas bauen. Ich schliesse auch nicht aus, dass der Neubau von Peter Zumthor entworfen wird, es ist einfach nicht zwingend der Fall.Wir können uns einen Wettbewerb unter international bekannten Spitzenarchitekten vorstellen. Diese wären an der Aufgabe übrigens interessiert, wie ich feststellen konnte.
Trotz Ihres einstigen Zerwürfnisses mit Peter Zumthor kommt er für Sie als Architekt des neuen Hotels infrage?
Natürlich. Die alte Geschichte ist für mich begraben und vergessen. Und ich habe Peter Zumthors Qualitäten als Architekt nie infrage gestellt. Die Therme ist ein Jahrhundertbauwerk. Das heisst aber nicht automatisch, dass der Neubau vom gleichen Architekten stammen muss.
Gesprächsbereitschaft haben Sie nicht nur Herrn Zumthor und seinen Mitstreitern gegenüber signalisiert. Mit Herrn Stoffel haben Sie sich bereits an den Verhandlungstisch gesetzt, wie man im Schweizer Fernsehen sehen konnte.
Wir wollen, dass alle gleich lange Spiesse haben. Deshalb führen wir Gespräche mit insgesamt vier Parteien. Nach Abschluss dieser Gespräche sehen wir, was dabei herausgekommen ist. Über die Resultate der Sitzung mit Herrn Stoffel kann ich bisher nur sagen, dass er sehr grosszügig ist und auch Verständnis signalisiert hat. Aber wir sind noch nicht am Ziel unserer Vorstellungen. Von der Gruppe um Herrn Zumthor haben wir noch keine Antwort erhalten. Unsere potenziellen Investoren wiederum zeigen grosses Interesse; sie sehen gegenüber der früheren Situation als Minderheitsaktionäre wesentliche Verbesserungen.
«Ich gehe davon aus, dass wir die Mittel auftreiben»
Das heisst, Sie wären in der Lage, die benötigten Mittel aufzutreiben? Bisher hatte man den Eindruck, Ihre Gruppe habe zwar Forderungen, aber kein Geld.
Ich gehe davon aus, dass wir die Mittel auftreiben können.
Ihre Bewerbung hat trotzdem einen Schönheitsfehler: Sie kommt zu spät. Sie haben den Termin verpasst.
Es hat noch nie eine Gemeindeversammlung oder Orientierung gegeben, an welcher über diese Traktanden informiert oder gar diskutiert worden wäre. Wir waren gar nicht informiert, dass es angeblich irgendeinen Termin gegeben hat. Wir mussten erst einmal abwarten, bis die Angebote vorlagen, bevor wir darauf reagieren konnten. Insofern konnten wir auch keinen Termin verpassen.
Am Freitag werden Sie Ihre Vorstellungen der Bevölkerung von Vals präsentieren. Reicht die Zeit noch, um bis zur Gemeindeversammlung eine Woche später Mehrheiten zu finden?
Wir haben nicht vor, jetzt Lobbying zu betreiben. Wir wollen aufzeigen, dass es ein eigenes Valser Angebot gibt. Wir haben versprochen, dass wir viel besser sind als die Mitbewerber. Wir wollen der Bevölkerung aufzeigen, dass wir dieses Versprechen einhalten. Es ist dann allein Sache der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, zu entscheiden.
Wie stehen da Ihre Chancen? Die Chancen stehen gut. Ich denke, der Valser kann sehr gut abwägen, was für ihn das Beste ist. Dazu zählt auch, dass er merkt, wo er seine Selbstbestimmung aufgibt. Vals hatte ja lange Zeit einen Sonderstatus innerhalb des Kantons. Dem Valser ist die Eigenständigkeit wichtig. Er ist nicht jemand, der diese einfach so verkauft.
Die Thermalquelle von Vals machte Peter Zumthor und die Gemeinde weltberühmt. Jetzt will der eigensinnige Architekt die Anlage kaufen und nach eigenen Plänen renovieren. Das gefällt nicht allen.
Gleich drei Interessenten möchten die Valser Therme übernehmen und das dazugehörige Hotel sanieren. Dass das nötig ist, darin sind sich alle Parteien einig. Als Erster hat sich der 35-jährige Immobilienhändler Remo Stoffel gemeldet, ein gebürtiger Valser. Er bietet der Gemeinde eine Million Franken netto für den Kauf der Therme und verspricht, rund 50 Millionen Franken für ein neues Hotel zu investieren. Stoffel kann sich auch eine Zusammenarbeit mit einem oder beiden anderen Interessenten vorstellen. Der Unternehmer will alle Aktien von Hotel und Thermalbad für 7 Millionen übernehmen, verlangt aber von der Gemeinde eine Investitionshilfe von 6 Millionen.
Stoffel ist als Unternehmer erfolgreich, aber umstritten. So laufen mehrere Verfahren gegen ihn, wenn auch noch ohne Verurteilung. Zu reden gibt zudem ein Vorvertrag, den er laut der «Südostschweiz» mit dem Verwaltungsrat der Therme geschlossen hat; dieser garantiere ihm eine Entschädigung in sechsstelliger Höhe, werde sein Angebot abgelehnt.
Peter Zumthor und seine Gruppe von Touristikern, Architekten und Unternehmern möchten das Haupthaus des Hotels nicht sanieren, denn das sei nicht sinnvoll. Sie wollen es abreissen und nach Zumthors Plänen neu bauen lassen. Die Kosten werden auf gegen 45 Millionen Franken geschätzt. Als mögliche Investoren wird Patrick McKillen genannt, Hauptaktionär einer Londoner Hotelgruppe, sowie der Immobilienfonds der Credit Suisse.
Noch nichts weiss man über das Angebot des Valser Unternehmers Pius Truffer, bekannt für Abbau und Vertrieb des Valser Steinquarzes. Details zur Idee, die Therme in eine Stiftung zu überführen, verspricht Truffer für den 10. Februar, also eine Woche vor der Gemeindeversammlung. Diese wird dann entscheiden – oder den Entscheid vertagen. (jmb)
Die Leute, die entscheiden werden, sind alle da. Draussen liegt der Schnee, drinnen versammeln sie sich in der Turnhalle. Sie stehen unter dem Basketballkorb. Sie sitzen in dichten Stuhlreihen, stehen vor der Sprossenwand, schauen von der Empore, staffeln sich auf der Treppe. Sie sind gekommen, um Peter Zumthor zuzuhören, dem berühmten Architekten, der zehn Jahre lang Bündner Denkmalpfleger war, in Haldenstein bei Chur sein Büro hat und in Vals sein selbst gebautes Haus.
Er sei seit 26 Jahren hier, sagt der 68-Jährige einmal. Was er auch noch sagt, mit einer Spur von Bitterkeit: dass er nie gedacht hätte, einmal ein Gebäude kaufen zu müssen, das er selber gebaut habe. Keiner lacht im Saal, denn alle wissen: Zumthor muss nicht nur, er will auch. Und ob er die Valser Therme kauft oder nicht, entscheiden sie selber. Sie im Dorf. In zwei Wochen an der Gemeindeversammlung.
Am, über und unter dem Wasser Vals liegt 1252 Meter über Meer und am Ende des gleichnamigen Tals, eine deutschsprachige Gemeinde in einer rätoromanischen Gegend, von gegerbten Berglern bevölkert, die vor 700 Jahren aus dem Wallis einwanderten. Ein schönes Dorf, dem es gut geht. Denn Vals liegt am Wasser, über dem Wasser, unter dem Wasser und um das Wasser herum. Vals profitiert von den Wasserzinsen, die seit 1957 aus dem Staudamm sprudeln. Es lebt von der Mineralquelle, die der Gemeinde gehört, obwohl die Nutzung vor knapp zehn Jahren an Coca-Cola verkauft worden ist, was viele im Dorf nicht vergessen haben. Vals bietet sich auch als Skiort an; mit als Schnee gefallenem Wasser und kargen Liften darauf mit freier Fahrt von 3000 Metern ins enge Tal.
Wem es beim Sport zu kalt wird, kann in das Valser Thermalbad eintauchen, wo er zwanglos mit weiteren lokalen Grössen in Kontakt kommt. Dem heiss sprudelnden, eisenhaltigen Quellwasser. Den darum kunstvoll gruppierten, übereinandergeschichteten 60'000 Steinplatten aus Valser Gneis, einem dunkel gemaserten Stein, der auch dem Berner Bundesplatz die Unterlage liefert.
Handwerk mit Intellekt und Kultur Die dritte Grösse ist ein Import: der Basler Architekt Peter Zumthor, der sich vom Schreiner über ein Studium in New York zum weltweit gesuchten, geachteten und auch streitbaren Mann des Willens und der Vorstellung emporgewuchtet hat. Zumthor sei einer jener Architekten, der Handwerk mit Intellekt und Kultur versöhne, sagt Köbi Gantenbein, Chefredaktor der Zeitschrift «Hochparterre». Wie wenig andere realisiere er seine Bauten mit sinnlichen Naturmaterialien, wobei er «das Wuchtige mit dem Zärtlichen kombiniert».
Zumthor hat die Therme in den Neunzigerjahren im Auftrag der Gemeinde gebaut, in enger Arbeit mit den lokalen Handwerkern und vielen Begegnungen mit der Dorfbevölkerung. Und mit einer unbeirrbaren Vorstellung davon, wie er Form und Funktion, Stein und Wasser, Architektur und Atmosphäre zusammenbringen wolle. Der Bau machte das Dorf weltbekannt und seinen Architekten weltberühmt. Er wurde Erholungsort und Lehrstätte zugleich.
Das Ende der Harmonie Was das Dorf und seinen Architekten einte, bringt sie jetzt teilweise auseinander. Zwar sind sich alle einig, dass nicht die Therme, aber das daran angeschlossene Hotel saniert werden muss. Uneinig scheint man sich bloss darin zu sein, wer den Umbau vornehmen soll.
Dabei geht es nur vordergründig darum, welcher Bau der beste sei. In Wirklichkeit stehe die Frage an, sagen Zumthors Anhänger, welche Art von Tourismus das Dorf anziehen möchte, den sanften oder den lauten. Das stimme gar nicht, sagen die Gegner: Sondern es gehe darum, ob sich die Valser durch die Bauherren und das Projekt vertreten fühlten oder nicht.
Das alles bekommt Peter Zumthor natürlich nicht zu hören bei seinem Vortrag in der Turnhalle, die Valserinnen und Valser hören ohne Murren zu. Obwohl der Architekt, seine Frau und enge Mitarbeiterin Annalisa und die übrigen Fachleute zusammen fast zwei Stunden aufwenden, um ihr Projekt vorzustellen. Obwohl Zumthor über den Neubau nur gerade sagt, er habe ihn fertig im Kopf, und dann noch andeutet, der Bau werde sich vom vereisten Wasser inspirieren lassen. Obwohl die von seinen Gefährten immer wieder aufs Neue gefeierte Gleichstellung von Zumthor und Vals erst am Ende der Veranstaltung so ankommt, wie es die Zumthorianer von Anfang an beschwören.
Vielsagendes Schweigen Die Gruppe habe der Valser Bevölkerung ihre Kompetenzen dermassen überzeugend dargebracht, wird die «Südostschweiz» anderntags befinden, dass dazu am Schluss keine einzige Frage zum Projekt gestellt worden sei. Dieses Schweigen aber deutet der Valser Publizist Peter Schmid tiefgründiger: «Wir leben in einem engen Tal, das macht uns verschlossen, jeder kennt jeden, wir sind aufeinander angewiesen und müssen miteinander auskommen.» Ausserdem wolle sich niemand schon vor der Gemeindeversammlung festlegen; «selbst dann und dort werden es nur wenige wagen, sich zu exponieren».
Das gilt auch Auswärtigen gegenüber, zu denen die Einheimischen die Presse mitzählen. Bei jedem Beitrag, der über den Thermenstreit geschrieben oder gesendet wird, wissen alle, wer die Quelle war, und auch das sorgt für Unruhe im Dorf. Manchen wäre es am liebsten, man liesse sie in Ruhe. Vals also den Valsern?
«Die Therme ist eines der wichtigsten Kulturgüter der Valser und somit unverkäuflich.» Das sagt einer, der wichtig ist für das Dorf: Pius Truffer, der Lieferant des Valser Steins, der dem Vortrag in der Turnhalle unbewegt und mit verschränkten Armen zuhört. Der 55-jährige Unternehmer, intelligent und charismatisch, gibt in Vals nicht weniger zu reden als der Architekt. Truffer und Zumthor waren eng verbündet, als das Thermalbad realisiert wurde. Lange Jahre arbeitete Truffer dann im Verwaltungsrat von Hotel und Bad. Die Absetzung des gesamten Verwaltungsrats vor drei Jahren nach internen Differenzen erlebte er als schwere Enttäuschung. Schon damals hatten sich Truffer und Zumthor unrettbar auseinandergelebt. Darüber reden mag heute keiner von beiden. Wer sich im Dorf über die Fehde umhört, verliert bald jedes Interesse daran und nimmt einfach zur Kenntnis, dass sich zwei starke Charaktere gram geworden sind und wohl auch bleiben werden.
Truffer definiert sich über die Abrenzung Im vorletzten Moment nun kündigt Pius Truffer zusammen mit einer Gruppe von Valsern ein eigenes Projekt an. Es werde «nicht besser» sein als die beiden bekannten, sagt er, dafür «langfristig Sinn machen». Schliesslich gehe es hier um die Zukunft und Identität einer Region. Truffers Positionierung definiert sich in ihren Abgrenzungen: Er unterstütze weder das Projekt des Valser Unternehmers Remo Stoffel noch das der Gruppe um Peter Zumthor. Denn keines von beiden sei gut für Vals.
Dennoch schliesst Truffer eine spätere Zusammenarbeit mit Zumthor nicht aus, den er als Architekt von Weltrang würdigt. Ihm gehe es vor allem um eines: Er wolle die Machtübernahme all jener verhindern, die den Profit über die Sache stellten. «Wir Valser müssen unsere Therme schützen.»
Publizist Peter Schmid, der zu Zumthor hält, bleibt unbeeindruckt: «Ausgerechnet Pius Truffer, der sich jetzt als Vertreter alles Valserischen aufspielt, hat jahrelang Investoren im Ausland gesucht, das wissen alle im Dorf. Mich erstaunt auch sehr, dass er sich jetzt plötzlich von Remo Stoffel distanziert; die beiden haben ja zusammengespannt.»
Vals, Los Angeles, Helsinki Und was sagt Peter Zumthor? Den Valsern in der Turnhalle begegnet der Architekt mit einer merkwürdigen Kombination aus Stolz und Melancholie. Er fände den ganzen Streit sehr schade, sagt er in seiner langsamen, genauen Art, «gerade weil wir alle zusammen doch so viel erreicht haben».
Dass er im Umgang kein Einfacher ist, weiss er selber, er hat sich ja auch mit immer anderen neu angelegt. Dass es ihm aber um die Sache geht und nicht ums Geld oder ums Prestige: Das müssen auch seine Gegner anerkennen. Nur Tage nach ihrem Valser Auftritt fliegen Peter Zumthor und seine Frau nach Los Angeles, es geht um den Bau eines neuen Museums. Auch Helsinki hat noch Fragen. Und doch lässt das Dorf den Architekten nicht los – und umgekehrt.
Quelle Tages-Anzeiger Erstellt: 03.02.2012, 10:28 Uhr
Die Valser Gruppe, die sich für die Übernahme von Therme und Hotel interessiert, sucht das Gespräch mit den beiden Mitbewerbern. Vorstellbar ist für die Gruppierung auch ein gemeinsames Konzept aller Interessenten.
Vals/Chur. – «Es ist natürlich unser Bestreben, mit einem einzigen gemeinsamen Konzept in die Gemeindeversammlung zu gehen», sagt Pius Truffer, Sprecher einer Gruppe von Valsern, zum Seilziehen um die Therme und das Hotel im Ort. Truffer bestätigte denn auch einen Bericht des Schweizer Fernsehens, wonach er bereits Gespräche mit seinem Mitbewerber Remo Stoffel geführt hat.
Stoffel schliesst nichts aus Auch Stoffel bestätigt die Gespräche mit der Truffer-Gruppe. Diese habe ihn kontaktiert und ihm ihre Vorstellungen und Visionen für die Zukunft der Therme präsentiert. Über allfällige Resultate der Gespräche will sich Stoffel derzeit aber noch nicht äussern. «Eine mögliche Annäherung schliesse ich zum aktuellen Zeitpunkt weder aus, noch kann ich sie bestätigen.» Es sei zudem möglich, dass vor der Gemeindeversammlung vom 17. Februar weitere Gespräche mit der Valser Gruppe geführt würden.
Die Gesprächsbereitschaft der Valser Gruppe – welche ihr eigenes Konzept kommende Woche der Valser Bevölkerung vorstellen wird – beschränkt sich aber nicht auf Stoffel. «Wir suchen auch das Gespräch mit der Gruppierung um Peter Zumthor», betont Truffer. Bisher hätten mit dieser allerdings noch keine konkreten Diskussionen stattgefunden. Dass er und der Therme-Architekt sich vor wenigen Jahren überworfen hätten, spiele in diesem Zusammenhang aber keine Rolle, so Truffer. «Persönliche Befindlichkeiten dürfen jetzt kein Thema mehr sein.»
Beim Kreis um Zumthor nimmt man das Gesprächsangebot aus Vals zur Kenntnis. Auch die potenziellen Investoren seien «grundsätzlich in alle Richtungen gesprächsbereit», versichert Hansueli Baier, Mitglied der Gruppierung. Baier bezweifelt allerdings, dass zum aktuellen Zeitpunkt eine gemeinsame Basis für Verhandlungen vorhanden ist. «Hinter einem solchen Gespräch müssen immer eine Hoffnung, eine Absicht oder ein Ziel stehen – das sehe ich derzeit nicht.»
Es gibt weitere Kontakte Allerdings sucht die Valser Gruppe laut Truffer nicht nur den Kontakt zu den offiziellen Mitanbietern Zumthor und Stoffel. «Wir führen mit vier verschiedenen Personenkreisen Gespräche.» Mit wem ausser Zumthor und Stoffel noch über die Zukunft der Therme verhandelt wird, will Truffer allerdings nicht verraten. Es handle sich aber um Personen, «welche an der Zukunft des Projekts interessiert» seien und die Möglichkeiten hätten, zu deren Sicherung beizutragen. Die entsprechenden Kontakte habe er noch aus früheren Zeiten.
Die Valser Gruppe könne allfälligen Interessenten «interessante Rahmenbedingungen und Vorstellungen» anbieten, so Truffer. Es werde sich nun zeigen, was aus den Gesprächen werde. «Unser Ziel ist es aber ganz klar, die aktuellen Valser Wirren baldmöglichst zu entwirren.» (obe)
Beitrag über Stoffel und Zumthor in der Rundschau Dienstag, den 31. Januar 2012 um 22:06 Uhr
Unter dem Titel "Architektur-Guru oder Immobilien-Tycoon? Das Gezerre um die Therme Vals" zeigt das Polit- und Wirtschaftsmagazin "Rundschau" morgen Mittwoch, 01. Februar 2012 ein Beitrag über den geplanten Verkauf der Therme Vals.
Die Diskussion um die Therme Vals geht in eine weitere Runde: In diesen Tagen präsentierte die Interessengemeinschaft um Architekt Peter Zumthor ihr Angebot für eine Übernahme.
Diskussion um die Finanzierung der Therme Vals geht in eine weitere Runde.
Die Gemeinde Vals kann als Besitzerin der von Peter Zumthor gebauten Therme und des Hotels die nötigen Investitionen in die Infrastruktur nicht aufbringen. Daher sucht sie einen Käufer für das bekannte Thermalbad und verknüpft den Kauf mit der Auflage, dass die nötigen Investitionen getätigt werden.
Zwei unterschiedliche Interessenten mit unterschiedlichen Lösungen haben bisher auf sich aufmerksam gemacht: Zum einen ist da Peter Zumthor mit seiner Interessengemeinschaft (IG) Therme Vals und zum anderen der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel. Während letzterer eine Sanierung des Hotels vorschlug, sieht Zumthor vor, das Hotel durch einen Neubau zu ersetzen. Er begründet das damit, dass die nicht mehr zweckmässigen Zimmergrössen und Geschosshöhen des Baus nicht korrigiert werden können und eine Sanierung kaum günstiger käme. Laut seinem Konzept „Herkunft hat Zukunft“, das er letzten Freitag der Valser Bevölkerung vorgestellt hat, sind an der Finanzierung des Hotel-Neubaus für rund 45 Millionen Franken der Immobilienfonds der Credit Suisse und Patrick McKillen, der Hauptaktionär der Luxury Five Star Maybourne Hotel Group in London, interessiert. Die restlichen 5 Millionen Franken für die Aktien und das Darlehen der Gemeinde will die IG selber aufbringen. Die Mitglieder neben Zumthor sind unter anderen der Churer Hotelier Hansueli Baier, der Architekt Andrea Fanzun und der Valser Unternehmer Marcel Meier.
Obwohl der Vorschlag bei der Bevölkerung gut angekommen ist, kann das Vorhaben Zumthors an einer juristischen Hürde scheitern: Denn der Verwaltungsrat der Therme räumte Remo Stoffel vertraglich im Vorfeld Verhandlungsrechte ein, wie die Zeitung Südostschweiz berichtete. Werden diese Übergangen, könnte es Entschädigungen nach sich ziehen, die ins Geld gehen. Zumthor seinerseits freute sich ob der Möglichkeit, immerhin offerieren zu dürfen und betont: „Das Projekt Therme soll weitergehen. Das ist nicht eine Sache des Geschäfts, sondern des Herzens.“ Mitte Februar wird die Gemeinde Vals über die beiden unterschiedlichen Vorschläge befinden. (mh)
Investor Remo Stoffel hat grosse Pläne für die Therme Vals – dem gebürtigen Valser schlägt aber Misstrauen entgegen. In einem Interview zeigt er sich offen für eine Kooperation mit Star-Architekt Peter Zumthor.
Der Immobilienunternehmer Remo Stoffel hat als Erster Interesse an der Übernahme der Therme Vals angemeldet. Inzwischen gibt es zwei Mitbewerber: eine Interessengemeinschaft um den Architekten Peter Zumthor, der die Therme Vals entworfen hat, sowie die Valser-Gruppe des Unternehmers Pius Truffer.
Eine Zusammenarbeit mit einem der Mitbewerber oder gar mit beiden schliesst Stoffel nicht aus, wie er in einem Interview mit der «Südostschweiz» erklärt (Artikel nicht online verfügbar). «Ich würde nie für mich in Anspruch nehmen, dass mein Vorschlag der Weisheit letzter Schluss ist.» Es gehe darum, die für Vals beste Lösung zu finden. «Wenn sich zeigt, dass einige Elemente der anderen Bewerbungen in der Summe besser sind als meine, dann ist es für mich sonnenklar, dass diese im Interesse des Ortes umgesetzt werden müssen. Und zwar personenunabhängig.»
Kritik ist «des Unternehmers Schicksal» Gleichzeitig betont er die Vorzüge seines Projekts. «Es ist sicher ein gutes Angebot, und es ist kommerziell plausibel», sagt der erst 35-jährige Investor, dem Cleverness nachgesagt wird. «Auch die Abklärungen der Banken, der Gesellschaft für Hotelkredit und des Kantons haben ergeben, dass mein Konzept Hand und Fuss hat.» Stoffel ist bereits dick im Geschäft. So hat er etwa in Pontresina und auf der Lenzerheide millionenschwere Immobilienprojekte am Laufen. In Vals will Stoffel mit seiner Partizipationen AG alle Aktien der Hotel und Thermalbad AG für 7 Millionen Franken übernehmen. Zudem plant er einen Hotelneubau für 50 Millionen. Zur Deckung einer Finanzierungslücke soll die Gemeinde Vals Investitionsbeiträge von 6 Millionen leisten, womit unter dem Strich 1 Million in die Gemeindekasse fliessen würde.
Obwohl er in Vals aufgewachsen ist, schlägt Stoffel Misstrauen entgegen. Ein Vorwurf lautet, dass es ihm vor allem darum gehe, eine goldene Nase zu verdienen. Zur Kritik an seiner Person sagt Stoffel, das sei «nun einmal das Schicksal des Unternehmers». Es sei immer schwierig, mit Misstrauen konfrontiert zu sein. «Aber das Einzige, was ich machen kann, ist vorwärtszugehen und seriös und gut zu arbeiten.» Im Laufe der Zeit würden die kritischen Stimmen von selber verstummen, erklärt Stoffel.
Zusammenarbeit ist laut Zumthor nicht denkbar Für den Bündner Architekten Peter Zumthor ist eine Zusammenarbeit mit Stoffel kaum ein Thema. «Wir zwei würden wohl nicht zusammenpassen», sagte Zumthor kürzlich in einem Interview mit der «Südostschweiz», «denn meine Herkunft ist zutiefst kulturell und sozial orientiert.» Sein Engagement für die von ihm entworfene Therme begründet er unter anderem damit, dass er Vals nicht im Stich lassen könne.
Die IG um Zumthor bietet der Gemeinde Vals für den Kauf aller Aktien der Gesellschaft 3 Millionen Franken. Ausserdem will sie einen Kredit von 2,1 Millionen an die Hotel und Thermalbad AG der Gemeinde zurückzahlen. Längerfristig möchte Zumthors Gruppe 45 Millionen investieren und das sanierungsbedürftige Haupthaus der Hotelanlage durch einen «architektonisch hochwertigen Neubau» ersetzen.
Hotelbetrieb muss dringend modernisiert werden Im Rennen um die Therme Vals ist auch der Bündner Unternehmer Pius Truffer. Der einstige Verwaltungsratspräsident der Therme und seine Valser-Gruppe versprechen «ein viel besseres Angebot». Details ihres Projekts sind allerdings noch nicht bekannt.
Die Gemeinde Vals möchte Therme und Hotel verkaufen, weil sie die notwendigen millionenschweren Investitionen in die Infrastruktur nicht finanzieren kann. Der Käufer, so die Forderung der Gemeinde, soll die Anlage modernisieren. Denn ohne Neubau und Sanierung ist der Valser Hotelbetrieb im hart umkämpften Tourismusmarkt mittelfristig kaum konkurrenzfähig. Die Therme befindet sich in einem Komplex mit Hotelgebäuden und Wohnhäusern aus den 1960er-Jahren. (vin)
Die weltberühmte Therme in Vals und das dazugehörige Hotel sind sanierungsbedürftig. Doch der Eigentümer, die Gemeinde Vals, verfügt nicht übe die erforderlichen Mittel für die anstehenden Erneuerungs- und Ausbauarbeiten. Daher will man die Anlage veräussern – unter der Auflage, dass der Käufe in erheblichem Umfang investiert.
Zunächst bot der Churer Immobilieninvestor und gebürtige Valser Remo Stoffel für alle Aktien der Therme Vals AG. Nach Bekanntwerden seines Angebots im Herbst formierte sich Konkurrenz, die Mitte Januar der Gemeinde ebenfalls eine Offerte unterbreitete: Eine sechsköpfige Interessengemeinschaft um den Architekten Peter Zumthor will für den Kauf aller Aktien der Therme Vals AG drei Millionen CHF bezahlen. Ferner sieht Angebot die Rückzahlung eines Kredits von 2,1 Millionen CHF an die Hotel und Termalbad AG der Gemeinde und längerfristig Investitionen in Höhe von 45 Millionen CHF vor. Das sanierungsbedürftige Haupthaus der Hotelanlage soll durch einen "architektonisch hochwertigen Neubau" ersetzt werden. Wie die Bietergemeinschaft jüngst bei der Vorstellung ihres Vorhabens in Vals betonte, gehe es beim Neubau der Therme Vals nicht um kommerzielle Zwecke, sondern darum, „ein Juwel zu erhalten“. Dies sei jedoch nur mit dem Architekten der Anlage – Peter Zumthor – möglich. Wie berichtet, sah das Angebot von Stoffels Partizipationen AG die Übernahme aller Aktien der Therme Vals für sieben Millionen und den Bau eines neuen Hotels für 50 Millionen CHF vor. Allerdings müsste die Gemeinde zur Deckung einer Finanzierungslücke Investitionsbeiträge von sechs Millionen CHF besteuern – und erhielte somit bei Stoffels Angebot nur eine Million CHF. Wie regionale Medien berichten, hat zuletzt noch eine weitere Gruppe – ein Konsortium um den einheimischen Unternehmer Pius Truffer – Interesse an einer Übernahme der Therme bekundet. Die Angebote werden nun von einem externen Fachberater der Gemeinde geprüft; entscheiden werden die Stimmberechtigten. Die Gemeindeversammlung findet am 17. Februar statt.
Unternehmer Remo Stoffel würde mit den Mitbewerbern um die Therme Vals zusammenarbeiten – im Dienst der Sache.
Von Olivier Berger
Chur/Vals. – Er schliesse nicht aus, dass es zur Zusammenarbeit mit seinen Mitbewerbern komme, sagt Remo Stoffel im Interview mit der «Südostschweiz». Sollte sich zeigen, dass Elemente der anderen Bewerbungen besser seien als seine Vorschläge, sei es für ihn «sonnenklar, dass diese umgesetzt werden müssen». Mitbewerber Peter Zumthor dagegen sieht keine echte Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit (Ausgabe vom Samstag).
Nicht erbost über die Konkurrenz Stoffel ist nicht verärgert darüber, dass neben ihm zwei Gruppierungen um die Gunst des Valser Stimmvolks buhlen. Das beweise lediglich, dass seine Überlegungen «sinnvoll und plausibel» seien, sagt er. Es sei doch «etwas Gutes, wenn man ein Thema anschieben kann, und das gewinnt dann an Schwung». Zur Kritik an seiner Person sagt Stoffel, das sei «nun einmal das Schicksal des Unternehmers». Die Fragen finde er als Teil der Entscheidungsfindung in Vals «völlig normal».
Unternehmer Remo Stoffel ärgert sich nicht darüber, dass für die Therme Vals weitere Angebote eingegangen sind. Stoffel wäre auch zur Zusammenarbeit mit den beiden Mitbewerbern bereit. Im Vordergrund müsse die für Vals beste Lösung stehen, sagt er im Interview mit der «Südostschweiz».Formularbeginn
Chur/Vals. – Dass sich nach ihm jetzt auch zwei weitere Gruppierungen für das Hotel und die Therme in Vals interessieren würden, zeige, dass seine Überlegungen richtig seien, sagt Stoffel im Interview.
Er behaupte nicht, dass sein Angebot das Beste der drei sei. Sollte sich zeigen, dass Elemente aus einem der anderen Projekte für Vals ein Vorteil seien, sei er zur Zusammenarbeit bereit.
«Muss mit Kritik leben» Das Misstrauen gegen seine Person treffe ihn manchmal, sagt Stoffel im Interview weiter. Allerdings sei es das Schicksal von Unternehmern, kritisiert zu werden. Wenn er und sein Unternehmen den eingeschlagenen Weg weiter gingen, dann würden die kritischen Stimmen von selber verstummen.
Stoffel sieht sich ausserdem als Unternehmer, der sich aus Überzeugung engagiert und versucht, das Beste aus seinen Engagements zu machen. (obe)
Starker Auftritt der Gruppe um Architekt Peter Zumthor in Vals: Kompetent und umfassend stellte diese ihr Angebot für die Übernahme der Therme Vals der Bevölkerung vor. Diese zeigte sich grösstenteils vom Gebotenen beeindruckt.
Von Hansruedi Berger
Vals. – So voll wie am Freitagabend war die Mehrzweckhalle im Schulhaus der Gemeinde Vals wohl noch nie: Rund 500 Interessenten benutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Pläne der Interessengemeinschaft Therme Vals im Zusammenhang mit dem Hotelneubau informieren zu lassen (Ausgabe von gestern). Ein Grossteil musste der Veranstaltung gar auf der Treppe vor dem Eingang beiwohnen.
Doch die Anwesenden hatten ihr Kommen nicht zu bereuen. Denn was Peter Zumthor, Annalisa Zumthor, Hansueli Baier, Andrea Fanzun, Marcel Mayer und Martin Meili in ihrer fast zweistündigen Veranstaltung boten, war nicht nur Information total. Es gelang der Gruppe auch überzeugend, der Valser Bevölkerung und auch zahlreichen anwesenden Gästen ihre Kompetenzen in Bezug auf Architektur, Bau, Kultur, Hotelmanagement und Unternehmertum zu vermitteln. Das zeigte sich nicht zuletzt darin, dass am Schluss der Veranstaltung keine einzige Frage aus dem Zuschauerraum zum Neubauprojekt gestellt wurde.
Nur mit Peter Zumthor Doch was die Anwesenden an diesem Abend wohl am meisten beeindruckt haben dürfte, waren die Äusserungen der Mitstreiter von Peter Zumthor über die Beweggründe, die sie zum Mitmachen am Neubau des Hotels Therme bewogen hatten. Sie alle machten deutlich, dass es ihnen nicht um kommerzielle Interessen gehe, sondern darum, die so erfolgreich begonnene Arbeit mit der Erneuerung der Therme Vals weiterzuführen. Und alle liessen keine Zweifel aufkommen: Das sei nur mit dem weltbekannten Haldensteiner Architekten möglich. Sie hätten denn auch nicht lange überlegen müssen, bei diesem Projekt mitzumachen.
«Ein Juwel verwirklichen» So sprach etwa der Zürcher Arzt und Millionär Martin Meili von einem Magneten, den die Gemeinde Vals mit der Therme besitze. «Es würde mich und meine beiden Brüder freuen, wenn wir einen Beitrag leisten könnten.» Fanzun erklärte seine Mitwirkung damit, dass es darum gehe, «ein Juwel zu verwirklichen». Und Baier, der zwölf Jahre das Hotel «Therme» als Direktor geführt hatte, betonte, dass sich der geplante Hotelneubau zwar rechnen würde, die zu erwartende Rendite jedoch gering sei. Doch viel wichtiger sei: «Wir sind mit viel Herzblut bei der Therme Vals.»
Zumthor selbst betonte, es habe ihn gefreut, dass auch er eine Offerte für die Therme Vals einreichen durfte. «Das Projekt Therme soll weitergehen. Das ist nicht eine Sache des Geschäfts, sondern des Herzens», meinte er.
Eine echte Wahl Erfreut zeigte sich Gemeindepräsidentin Margrit Walker Tönz, dass nun neben der Offerte des Churer Unternehmers Remo Stoffel ein zweites Angebot auf dem Tisch der Gemeinde liegt. Dies ermögliche den Stimmberechtigten am 17. Februar eine echte Wahl.
Die Äusserungen vieler Anwesenden nach Ende der Veranstaltung sprechen klar dafür, dass es Zumthor an diesem Abend geschafft hat, das Vertrauen der Bevölkerung auf seine Seite zu ziehen. Doch bei den Valsern weiss man eben nie …
Die Chancen von Peter Zumthor, die Therme Vals zu übernehmen, sind nach seinem überzeugenden Auftritt am Freitagabend in Vals gestiegen.
Von Hansruedi Berger
Vals. – Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Interessengemeinschaft Therme Vals am 17. Februar an der Gemeindeversammlung den Zuschlag für die Therme Vals erhält. Denn die Argumente des bekannten Haldensteiner Architekten und seiner Mitstreiter stiessen an der Informationsveranstaltung vom Freitagabend auf Anklang.
Nicht nur die offene Information der Gruppe überzeugte den Grossteil der rund 500 Anwesenden. Diese waren auch sichtlich beeindruckt von der Kompetenz der einzelnen Mitglieder in Bezug auf Architektur, Bauwesen, Kultur, Hotelmanagement und Unternehmertum.
Mit viel Herzblut dabei Die Gruppe um Zumthor betonte dabei immer wieder, dass es ihnen beim Neubau der Therme Vals nicht um kommerzielle Zwecke gehe, sondern dass sie mit «viel Herzblut hinter der Therme Vals» stünden. Es gehe darum, in Vals ein Juwel zu erhalten, dies sei jedoch nur mit Peter Zumthor möglich, hiess es immer wieder.
Neben der Gruppe um Zumthor hat der Churer Unternehmer und gebürtige Valser, Remo Stoffel, ein Angebot für die Therme eingereicht. Letzte Woche tat zudem eine Gruppe um den einheimischen Unternehmer Pius Truffer ihr Interesse an einer Übernahme der Therme kund.
Die Chancen von Peter Zumthor, die Therme Vals zu übernehmen, sind nach seinem überzeugenden Auftritt am Freitagabend in Vals gestiegen. Aber die Konkurrenz strebt das gleiche Ziel an.
Projekt informieren. Vals. – Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Interessengemeinschaft Therme Vals am 17. Februar an der Gemeindeversammlung den Zuschlag für die Therme Vals erhält. Denn die Argumente des bekannten Haldensteiner Architekten und seinen Mitstreiter stiessen an der Informationsveranstaltung vom Freitagabend auf Anklang.
Sichtlich beeindruckt Nicht nur die offene Information der Gruppe überzeugte den Grossteil der rund 500 Anwesenden. Diese waren auch sichtlich beeindruckt von der Kompetenz der einzelnen Mitglieder in Bezug auf Architektur, Bauwesen, Kultur, Hotelmanagement und Unternehmertum.
Mit viel Herzblut dabei Die Gruppe um Zumthor betonte dabei immer wieder, dass es ihnen beim Neubau der Therme Vals nicht um kommerzielle Zwecke gehe, sondern dass sie mit «viel Herzblut hinter der Therme Vals» stünden. Es gehe darum, in Vals ein Juwel zu erhalten, dies sei jedoch nur mit Peter Zumthor möglich, hiess es immer wieder.
Neben der Gruppe um Zumthor hat der Churer Unternehmer und gebürtige Valser, Remo Stoffel, ein Angebot für die Therme eingereicht. Letzte Woche tat zudem eine Gruppe um den einheimischen Unternehmer Pius Truffer ihr Interesse an einer Übernahme der Therme kund. (be)
Vals. – Der Übernahmekampf um die Therme von Vals kommt in die entscheidende Phase. Gestern hat der Haldensteiner Stararchitekt Peter Zumthor sein Projekt in Vals vorgestellt.Als Grund für sein Engagement nannte Zumthor, dass er Vals nicht im Stich lassen könne, nachdem die Gemeinde die Therme verkaufen wolle. In Konkurrenz steht Zumthor vor allem mit dem Financier Remo Stoffel.
Seine Arbeit findet auf der ganzen Welt Anerkennung. Trotzdem will er sich nochmals für die Therme Vals engagieren. Weshalb erklärt der Haldensteiner Architekt Peter Zumthor im folgenden Interview.
Mit Peter Zumthor sprach Hansruedi Berger
Herr Zumthor, wieso haben Sie überhaupt eine Offerte für die Erneuerung des Hotels eingereicht? Zugegeben, Sie haben das Bad gebaut, aber können Sie von Vals nicht loslassen?
Peter Zumthor: Die Gemeinde Vals hat mit mir und anderen mit dem Bad etwas Tolles geschaffen. Als ich gehört habe, dass die Therme Vals verkauft werden soll, habe ich mir gedacht, es wäre schön, am Bestehenden weiterzuarbeiten. Denn es ist ein Erfolgsprojekt. Dafür stelle ich mich zur Verfügung. Und jetzt habe ich zuverlässige Partner gefunden, die das auch so sehen.
Sie haben zurzeit unter anderem in Los Angeles und Finnland viel grössere Projekte in der Pipeline. Im Vergleich dazu sind das doch Peanuts?
Es ist klar, ich brauche keine zusätzliche Arbeit. Für mich ist es aber einmalig, dass es einer so kleinen Gemeinde gelungen ist, ein herausragendes Beispiel im Schweizer Tourismus zu schaffen. Ich kann doch Vals jetzt nicht einfach im Stich lassen. Ich fühle hier eine gewisse moralische Verpflichtung, einen Beitrag zu leisten.
«Für mich ist das einmalig»
Mit anderen Worten: Sie befürchten, dass es in Vals ohne Ihr persönliches Engagement zu einem schlechten Ende kommen wird?
Es gibt gewisse Anzeichen dafür. Wenn das ganze Projekt sich nun plötzlich anders ausrichten würde, wäre dies äusserst bedauerlich für die grosse Aufbauarbeit, die bisher geleistet wurde.
Remo Stoffel hat einige Monate vor Ihnen eine Offerte eingereicht. Er hat dabei gegenüber der «Südostschweiz» unter anderem erklärt, dass er für eine Zusammenarbeit mit Ihnen durchaus offen sei. Wieso machen Sie nicht gemeinsame Sache mit Stoffel?
Ich habe nie eine Anfrage von Herrn Stoffel zu einer Zusammenarbeit erhalten. Wir zwei würden wohl auch nicht zusammenpassen. Denn meine Herkunft ist zutiefst kulturell und sozial orientiert. Ich habe zwar nichts gegen eine kommerzielle Tätigkeit, aber die ist in meinem Büro nicht im Angebot.
Nun hört man immer wieder den Vorwurf: Peter Zumthor ist als Architekt Weltklasse, aber wer es bezahlt, ist ihm egal.
Diese Kritiker sollen einmal mit meinen verschiedenen Bauherren über diese Angelegenheit sprechen. Da werden sie etwas ganz anderes hören. Solche Vorwürfe können nur von Leuten stammen, die nicht wissen. wie ich arbeite.
Am Mittwoch hat nun auch noch eine Gruppe um Pius Truffer ihr Interesse an der Therme Vals angekündigt. Sind Sie überrascht?
Dazu äussere ich mich nicht.
«Wichtig ist, dass die Gemeinde auswählen kann»
Stoffel will von der Gemeinde einen Beitrag von sechs Millionen Franken für die geplante Sanierung. Wollen Sie kein Geld von Vals?
Auf dem ersten Blick sieht es aus, wie wenn die Offerten finanziell fast gleich wären. Wir bezahlen 7,1 Millionen für Therme und zusätzliches Land, Stoffel sieben Millionen. Aber im Unterschied zu uns müsste die Gemeinde Vals Stoffel bei Baubeginn sechs Millionen für die geplante Sanierung der Anlagen zur Verfügung stellen.
Nun hört man aber immer wieder: Stoffel hat Geld, der kann das problemlos bezahlen. Aber Zumthor ...
… klar: Der arbeitet ja nicht kommerziell. Aber im Ernst: Da kommt jetzt die Bonität unserer Gesellschaft ins Spiel. Die ist bei mir natürlich bescheiden, aber wir haben beispielsweise die Gebrüder Meili aus Zürich im Team. Die sind ein Garant in Bezug auf sozial und kulturell engagierte Beteiligungen. Aber auch die anderen Mitglieder der Interessengemeinschaft Therme Vals haben ausgezeichnete Beziehungen.
Konkret, woher stammen die benötigten Mittel?
Wir werden neue Investoren für die Finanzierung des Hotelneubaus beiziehen. Es haben bei mir verschiedene Persönlichkeiten ihr Interesse für eine gemeinsame Zusammenarbeit angemeldet. Wir können uns aber auch durchaus vorstellen, dass die Interessengemeinschaft Therme Vals die Finanzierung alleine übernehmen wird.
Sie können also unter den Investoren auswählen?
Es ist tatsächlich erstaunlich, wie viele Sympathiekundgebungen ich im Zusammenhang mit der Therme Vals in den letzten zwei, drei Monaten erhalten habe. Ein grosser Teil hat auch klar signalisiert, dass er bereit wäre, finanzielle Unterstützung für das Projekt zu leisten.
Wie schätzen Sie die Chance ein, den Zuschlag von der Valser Bevölkerung zu erhalten?
Wichtig ist, dass die Gemeinde Vals jetzt zwischen verschiedenen Angeboten auswählen kann. Die Verantwortlichen müssen die Offerten genau analysieren und die Vor- und Nachteile abwägen. Den Entscheid der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger werde ich selbstverständlich akzeptieren.
Remo Stoffels Plan, die Therme Vals umfassend zu sanieren, ist nach Meinung von Architekt Peter Zumthor der falsche Weg. Er schlägt stattdessen einen Neubau anstelle des bestehenden Hoteltrakts für 45 Millionen Franken vor.
Von Hansruedi Berger
Vals. – Nachdem die Interessengemeinschaft (IG) Therme Vals um Peter Zumthor am Dienstagabend den Gemeinderat Vals und die Aktionärskommission der Hotel und Thermalbad Vals AG (Hoteba) informiert hatte (Ausgabe vom Mittwoch), stellte sie gestern ihre Offerte auch der Valser Bevölkerung vor. Die Gruppe um den Haldensteiner Stararchitekten schlägt einen Neubau des Hotels vor. Das insgesamt 45 Millionen Franken teure Projekt sieht rund 60 Hotelzimmer vor. Daneben sollen Räume für kleinere Seminare, Wellness und Kultur entstehen. Der Eingang zur Therme soll dabei in den Neubau integriert und vollständig neu gestaltet werden.
Schlechte Bausubstanz Eine Sanierung der bestehenden Anlagen, wie es das Projekt von Remo Stoffel vorsieht, ist laut Zumthor nicht zweckmässig. Denn die Bausubstanz des alten Haupttraktes aus den Sechzigerjahren sei in schlechtem Zustand, und auch die Raumaufteilung würde den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen.
Der geplante Neubau soll gemäss den Mitgliedern der IG Therme Vals eine besondere architektonische Handschrift tragen, die zur Einmaligkeit der Therme passt. Mit dem neuen Hotel werde die Attraktivität der Destination Vals massiv erhöht. Die IG ist auch überzeugt, dass sich die Investition in Vals lohnt. Die Zimmerpreise für den Neubau müssten gegenüber heute um lediglich 15 Prozent angehoben werden, damit das neue Haus rentabel geführt werden könne. Günstige Zimmer soll es jedoch nach dem Willen der Initianten weiterhin geben, damit junge Gäste auch in Zukunft das Hotel besuchen können.
Mitsprache der Gemeinde Für den Kauf der Hoteba-Aktien will die Zumthor-Gruppe eine ähnliche Summe wie Stoffel aufwenden. Sie offeriert drei Millionen Franken (Stoffel 2,9) für sämtliche Aktien und will ebenso das Darlehen der Gemeinde Vals von 2,1 Millionen Franken zurückzahlen (Ausgabe vom Donnerstag). Allerdings will Stoffel, dass sich die Gemeinde mit zusätzlich sechs Millionen Franken an der Sanierung beteiligt. Im Unterschied zu Stoffel bietet die IG Therme Vals der Gemeinde und der Stockwerkeigentümergemeinschaft einen ständigen Sitz im Verwaltungsrat der Hoteba an. «Die IG legt grossen Wert auf eine gute Zusammenarbeit», begründet dies Zumthor. Im Vordergrund stehe dabei die gegenseitige Information.
Bekannte Gesellschafter Neben Zumthor sind in der IG der Churer Hotelier und Unternehmer Hansueli Baier, der Churer Architekt Andrea Fanzun, der Valser Unternehmer Marcel Meier, die ehemalige Therme-Direktorin Annalisa Zumthor und Daniel Meili, Unternehmer und Psychiater aus Zürich, vertreten. Sie machten sich gestern gemeinsam für den geplanten Neubau stark. Für die Finanzierung stehen verschiedene Möglichkeiten im Raum. Zum einen sei Patrick McKillen an einer Beteiligung interessiert. McKillen ist Hauptaktionär der Lucky Five Star Maybourne Hotel Group in London, die drei Spitzenhotels besitzt.
Ebenfalls Interesse zu investieren, zeige der Immobilienfonds der Credit Suisse, so Zumthor. Auch weitere Personen hätten ihre Mithilfe beim Hotelneubau signalisiert. Zudem seien erste Gespräche mit der Graubündner Kantonalbank positiv verlaufen.
Sollte die IG Therme Vals den Zuschlag erhalten, rechnen Zumthor und seine Partner mit rund zwei Jahren für die konzeptionelle Planung. Weitere zwei Jahre dürfte die Bauzeit betragen, wobei der Hotelbetrieb in reduzierter Form weiterbetrieben werden soll.
Der Übernahmekampf um die Therme von Vals kommt in die entscheidende Phase. Am Freitag hat der Haldensteiner Stararchitekt Peter Zumthor sein Projekt in Vals vorgestellt.
Vals. – Als Grund für sein Engagement nannte Zumthor, dass er Vals nicht im Stich lassen könne, nachdem die Gemeinde die Therme verkaufen wolle. In Konkurrenz steht Zumthor vor allem mit dem Financier Remo Stoffel («suedostschweiz.ch» berichtete).
Weshalb sich Zumthor nocheinmal für die Therme Vals engagieren will, erklärt er im Interview mit der «Südostchweiz». (so)
Der Verwaltungsrat der Therme Vals kommt weiter unter Druck. Er hatte Investor Remo Stoffel eine Entschädigung versprochen, falls er nicht den Zuschlag erhält. Laut Rechtsprofessor Vito Roberto hat er damit seine Kompetenzen überschritten.
Quelle: Regionaljournal Graubünden vom Donnerstag, 26.1.2012, 17.30 Uhr, DRS 1
Einladung zur Öffentlichen Orientierung
Freitag, 27. Januar 2012 um 20.30 Uhr in der Turnhalle Vals
Die Interessengemeinschaft Therme Vals orientiert über ihr Angebot an die Gemeinde Vals, die Hotel und Thermalbad Vals AG zu kaufen, zu betreiben und weiterzuentwickeln. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft werden anwesend sein und sich vorstellen. Der Anlass ist öffentlich und für jedermann zugänglich.
Wir freuen uns auf viele interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer.
Ist es ein Störmanöver, oder meint er es wirklich ernst? Das von Pius Truffer und seiner «Valser Gruppe» angekündigte Mitbieten um die Therme sorgt für Fragen. Truffer wiederum zweifelt an Stoffels Angebotsfrist – doch die Frist steht.
Von Jano Felice Pajarola
Vals. – Eineinhalb Jahre lang hat sich Pius Truffer nicht mehr öffentlich zum Thema Therme Vals geäussert. War es immer nur eine Ruhe vor dem Sturm? Der im Januar 2010 unter umstrittenen Umständen als Therme-Verwaltungsratspräsident abgewählte Steinbruch-Unternehmer meldet sich nun jedenfalls wieder zu Wort (Ausgabe von gestern) – für viele in und um Vals war es nur eine Frage der Zeit angesichts der heftigen Diskussionen rund um die Therme-Offerten. Truffers neu ins Spiel gebrachte «Valser Gruppe» äussert sich denn auch alles andere als bescheiden: «Wir», sagt Truffer, «machen ein viel besseres Angebot, davon sind wir überzeugt.»
Draht in die Hoteba-Kommission Allerdings will sich die Gruppe nicht in ihre Karten blicken lassen – noch. «Wir warten jetzt ab, was die Gruppierung um Peter Zumthor am Freitagabend präsentiert», erklärt Truffer. «Nachher werden wir uns melden.» Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass die Gruppe im Grunde bereits über die Details der Zumthor-Offerte Bescheid weiss – sie hat direkte Verbindungen in die Kommission der Hotel- und Thermalbad Vals AG (Hoteba). Die Hoteba-Kommission wurde bekanntlich am Dienstag von Zumthors Leuten vororientiert.
Bekannt ist auch, dass Truffer und Zumthor das Heu schon längst nicht mehr auf der gleichen Bühne haben. Die einst geeinten Streiter für die Sache der Therme finden kaum mehr gute Worte füreinander. Dass Truffer die Zumthor-Offerte als «zu niedrig» und «für Vals mit Nachteilen verbunden» kritisiert, überrascht daher nicht. Dieselbe Einschätzung gab er allerdings am Mittwoch auch für die Stoffel-Offerte ab – die er noch Ende letzten Jahres in einem Telefongespräch mit der «Südostschweiz» deutlich unterstützt hatte. «Beide Angebote haben gravierende Mängel», sagt Truffer inzwischen.
«Fragen nicht nach Fristen» Was auch überrascht: Während seiner Zeit als Verwaltungsratspräsident und temporär auch Ko-Direktor der Therme hat Truffer immer wieder versucht, ausländische Geldgeber von einer Investition in die Hoteba AG zu überzeugen. Heute hält er für die «Valser Gruppe» fest, die Therme müsse in einheimischer Hand bleiben. Doch zu diesem Widerspruch will Truffer sich derzeit nicht äussern.
Erstaunlich ist für viele auch, dass die «Valser Gruppe» erst jetzt Investitionsinteresse anmeldet – über einen Monat nach Ablauf der Frist, die die Gemeinde für Zusatzofferten gesetzt hat. «Wir fragen nicht nach Fristen», meint Truffer. «Wir wollten warten, bis klar ist, welche anderen Offerten vorliegen. Wichtig ist, dass Vals genügend Zeit hat, um alles gut zu prüfen.» Dass gerade diese Zeit knapp sei, weil Stoffel bis im März einen Entscheid wolle, zweifelt Truffer an. «Ich frage mich, ob es von Herrn Stoffel aus tatsächlich so eine Frist gibt.»
Eine Anfrage bei Stoffels Mediensprecher Jan Freitag schafft Klarheit: «Angebote dieser Art werden standardmässig zeitlich befristet», gibt er zur Antwort. «Im vorliegenden Fall auf eine Zeitperiode von sechs Monaten.» Diese sechs Monate laufen Mitte März ab.
Noch lässt sich die Gruppierung um Pius Truffer in Sachen Therme nicht in die Karten blicken. Aber Stoffel und Zumthor will sie übertrumpfen.
Von Jano Felice Pajarola
Vals. – Erst nach der öffentlichen Präsentation des Zumthor-Angebots am Freitag will sich die «Valser Gruppe» mit Tourismus- und Gewerbevertretern zu ihren Absichten äussern, wie deren führender Kopf Pius Truffer betont. Aber sie will «noch besser sein». Natürlich werde es nicht einfach, eine Summe in der Grössenordnung von über 50 Millionen Franken aufzubringen, so Truffer. Aber wenn es «den Valsern um etwas geht», dann seien sie «zu sehr vielem imstande».
Truffers Aktion ist allerdings mit Widersprüchen behaftet. In Vals fragen sich viele: Warum kommt das Signal für eine Offerte erst jetzt, obwohl der Gruppe genau bekannt war, dass die Gemeinde für Konkurrenzangebote zur Stoffel-Offerte eine Frist bis am 20. Dezember 2011 gesetzt hatte? «Wir fragen nicht nach Fristen», sagt Truffer. Er bezweifle auch, dass Remo Stoffel seinerseits eine Entscheidungsfrist bis im März gesetzt habe. Doch diese Frist existiert gemäss Stoffel tatsächlich.
Die Gruppierung um Steinbruch-Unternehmer Pius Truffer stellt den Valsern ein «viel besseres Angebot» als die Offerten von Remo Stoffel und der Interessengemeinschaft Therme Vals um Peter Zumthor in Aussicht. Wie das genau geschehen soll, lässt Truffer vorläufig aber offen.
Vals. - Erst nach der öffentlichen Präsentation des Zumthor-Angebots am Freitagabend will sich die «Valser Gruppe» mit einheimischen Tourismus- und Gewerbevertretern zu ihren konkreten Absichten äussern, wie deren führender Kopf Pius Truffer betont.
Natürlich werde es nicht einfach sein, eine Summe in der Grössenordnung der anderen Offerten – über 50 Millionen Franken – aufzubringen, so Truffer. Aber wenn es «den Valsern um etwas geht», seien sie zu sehr vielem imstande.
Zweifel an den Fristen
Truffers Vorgehen ist aber auch mit Widersprüchen behaftet. Weshalb kommt das Signal für eine Offerte beispielsweise erst jetzt, obwohl auch der Gruppe bekannt war, dass die Gemeinde für allfällige Angebote neben der Stoffel-Offerte eine Frist bis am 20. Dezember 2011 gesetzt hatte?
«Wir fragen nicht nach Fristen», sagt Truffer. Er bezweifle auch, dass Remo Stoffel seinerseits eine Entscheidungsfrist bis im März gesetzt habe. Doch diese Frist existiert gemäss Stoffel tatsächlich. (jfp)
Vals. – Unerwartet hat gestern Abend Ex-Therme-Verwaltungsratspräsident Pius Truffer gegenüber Televisiun Rumantscha angekündigt, mit Valser Unternehmern eine dritte Therme-Offerte einreichen zu wollen.
Laut Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz ist es dafür aber zu spät. Die beiden rechtzeitig abgegebenen Angebote sollen jetzt in identischer Weise genau geprüft werden.
Neutrales Verhalten zu beiden Therme-Offerten: Das versprechen sowohl die Gemeinde Vals als auch der Therme-Verwaltungsrat und das Amt für Wirtschaft und Tourismus. Dass es Partei für Stoffel ergreife, stellt das Amt vehement in Abrede.
Von Jano Felice Pajarola
Vals/Chur. – «Wir hatten einen sehr guten Eindruck», sagt Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz zur Angebotspräsentation der Interessengemeinschaft Therme Vals vom Dienstagabend (Ausgabe von gestern). Für eine nähere Analyse der Zumthor-Offerte sei es aber noch zu früh, «da wartet noch einiges an Arbeit auf den Gemeinderat. Wir werden jedenfalls beide Angebote gleich genau prüfen und der Gemeindeversammlung im Februar einen Antrag stellen.»
Ein erster Vergleich der Angebote von Stoffel und Zumthor zeigt mehrere Unterschiede auf (siehe Grafik). Während es sich bei der Offerte Stoffel um ein Gesamtpaket mit genau definierten Bedingungen handelt, setzt die Zumthor-Gruppe auf ein modulares Modell mit demokratisch verhandelbaren Teilen; so bei den involvierten Grundstücken – sie würden nur erworben, wenn die Gemeinde verkaufen will – und bei einem allfälligen Investitionsbeitrag von Vals. Er müsste vom Volk abgesegnet werden.
Unterm Strich fast gleich Unterschiedlich sind auch die geplanten Investitionen. Stoffel will 52 Millionen Franken in die Erneuerung der ganzen Therme stecken, die Konkurrenz 45 Millionen in einen Hotelneubau. Unter dem Strich allerdings fällt die Differenz der Gesamtsumme nach heutigem Wissensstand gering aus.
Genau wie die Öffentlichkeit noch nicht im Detail über das Angebot der Zumthor-Gruppierung informiert ist der Verwaltungsrat der Therme. «Dessen Präsident Stephan Schmid betont aber: «Der Verwaltungsrat hat die Offerten objektiv und im Interesse der nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft zu prüfen.»
«Selbstverständlich» nicht Partei Neutrales Verhalten verspricht auch das Amt für Wirtschaft und Tourismus (AWT), dem bisher eher eine Nähe zu Stoffel zugeschrieben wurde. Amtsleiter Eugen Arpagaus hält zwar weiterhin fest, das Stoffel-Angebot sei «fair» für Vals. «Selbstverständlich» sei das AWT aber unparteiisch. Wenn der – falsche – Eindruck entstanden sei, das Amt bevorzuge Stoffels Offerte, dann sei das den Umständen vor der Zumthor-Offerte geschuldet. Gebe es wie damals nur ein Angebot, dann sei dieses sicher «besser als die Alternative, nichts zu tun respektive keine Investitionen auszulösen». Genau eine solche Investition sei nämlich das primäre Ziel des AWT für Vals. «Entscheiden muss aber die Gemeinde. Und für sie hat sich die Ausgangslage jetzt nur verbessert.»
«Kanton hat Stoffel empfohlen» Für die vermutete AWT-Nähe zu Stoffel gibt es allerdings noch einen weiteren Grund: Wie der Therme-Verwaltungsrat beteuert, hat nicht er selbst, sondern der Kanton den Kontakt mit dem potenziellen Investor vermittelt. Derselben Meinung ist Walker-Tönz: «Der Kanton hat ihn indirekt empfohlen», sagt sie. Dem widerspricht Arpagaus vehement. Stoffels Mediensprecher Jan Freitag aber erklärt, über ein Investitionsprojekt in Vals sei zum ersten Mal «in den Büroräumlichkeiten von Herrn Arpagaus» diskutiert worden, ohne Nennung des Investors.
Das räumt Arpagaus ein: «Die erste Sitzung mit dem Verwaltungsrat der Therme hat beim AWT stattgefunden. Uns war auch bekannt, wer der Investor ist, als wir involviert wurden. Aber nicht wir haben Stoffel gebracht.» Die Grundlagenarbeit für das Projekt habe im Frühling 2011 begonnen – zwischen dem Verwaltungsrat und jener Beratungsfirma, die den Therme-Businessplan für Stoffel erstellt habe. Eine Firma, die regelmässig auch Aufträge vom AWT erhält.
Eine Gruppe «besorgter Valser aus Tourismus- und Gewerbekreisen» um Pius Truffer will nun plötzlich auch die Therme übernehmen. Unternehmer Truffer, 2010 als Verwaltungsratspräsident der Therme abgewählt, bestätigte gestern Abend einen entsprechenden Bericht von Televisiun Rumantscha. «Die Therme soll in Valser Hand bleiben», so Truffer. Die Angebote von Stoffel und Zumthor seien viel zu niedrig und mit Nachteilen verbunden. Es brauche sowieso noch mehr Zeit, um die Offerten zu prüfen.
Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz erfuhr gestern Abend von der Aktion. «Es gab eine Frist bis 4. November, um Angebote anzumelden; bis 20. Dezember musste man sie einreichen», meinte sie. Jetzt noch eine weitere Offerte zu prüfen, «wäre nicht seriös. Die hätten nicht schlafen dürfen.» (be/jfp)
Das Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubünden verspricht unparteiisches Verhalten: Das Stoffel- und das Zumthor-Angebot für die Therme Vals sollen identisch behandelt werden. Plötzliches Kaufinteresse angemeldet hat am Mittwochabend zudem eine Gruppe um Pius Truffer.
Vals/Chur. – Klare Unterstützung für das Investitionsangebot von Remo Stoffel: Diesen Eindruck hat das Amt für Wirtschaft und Tourismus (AWT) bislang mit seinen öffentlichen Stellungnahmen zu Stoffels Therme-Offerte hinterlassen. Das sei eine falsche Interpretation, hält Amtsleiter Eugen Arpagaus nun fest.
Dem AWT gehe es darum, in Vals eine nachhaltige Investition auszulösen, und Stoffels Angebot sei bislang das einzige dafür geeignete gewesen. Nach dem Vorliegen einer zweiten Offerte gelte es nun, beide Angebote – Stoffel und Zumthor – unparteiisch zu vergleichen.
Dritte Offerte überhaupt möglich?
In Vals stellt sich mittlerweile die Frage, ob noch ein drittes Angebot hinzukommt. Am Mittwochabend hat sich überraschend eine Gruppierung einheimischer Tourismus- und Gewerbeunternehmer um Pius Truffer mit einem Kaufinteresse gemeldet.
Truffer, bis 2010 Verwaltungsratspräsident der Therme, bestätigte einen entsprechenden Bericht von Televisiun Rumantscha. Ob die Offerte überhaupt möglich ist, ist allerdings fraglich. Gemäss Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz mussten Angebote bis am 20. Dezember 2011 abgeliefert werden. (jfp)
Wenn Stoffel nicht Vals-Investor wird, wird es teuer
Die Verwaltungsräte der Valser Therme haben immer betont, dass sie den Unternehmer Remo Stoffel dem Architekten Peter Zumthor als Investor vorziehen. Was man erst jetzt weiss: Sie haben sich Stoffel finanziell bereits verpflichtet.
Investorengruppe um Stararchitekt Peter Zumthor will die von ihm entworfene Anlage in Vals kaufen und 45 Millionen Franken investieren. Der andere Interessent ist ein umtriebiger Immobilienunternehmer.
Die Gemeinde Vals (GR) möchte die Therme und das Hotel verkaufen, weil sie die notwendigen millionenschweren Investitionen in die Infrastruktur nicht finanzieren kann. Der Käufer, so die Forderung der Gemeinde, soll die Anlage modernisieren. Denn ohne Neubau und Sanierung ist der Valser Hotelbetrieb im hart umkämpften Tourismusmarkt mittelfristig kaum konkurrenzfähig. Die Therme befindet sich in einem Komplex mit Hotelgebäuden und Wohnhäusern aus den 1960-er Jahren.
Nach dem Churer Immobilienunternehmer und gebürtigen Valser Remo Stoffel hat nun eine sechsköpfige Gruppe um Architekt Peter Zumthor eine Offerte präsentiert, wie die Zeitung «Südostschweiz» berichtet. Zumthor, der Architekt von Weltrang aus Haldenstein bei Chur, hatte die 1996 eröffnete Therme Vals entworfen.
Die Interessengemeinschaft Therme Vals, der Zumthor und vor allem Bündner Unternehmer angehören, bietet der Gemeinde drei Millionen Franken für die Aktien der Hotel und Thermalbad Vals AG. Im Weiteren bezahlt sie 2,1 Millionen Franken für ein Guthaben, das die Gemeinde Vals bei der Therme hat. Längerfristig wollen Zumthor und seine Interessengemeinschaft eigenen Angaben zufolge insgesamt 45 Millionen Franken investieren und das sanierungsbedürftige Haupthaus der Hotelanlage durch einen «architektonisch hochwertigen Neubau» ersetzen.
Die Investorengruppe um Zumthor wird ihr Angebot am kommenden Freitagabend in Vals in der Turnhalle der Öffentlichkeit vorstellen. Mit seinem konkreten Kaufangebot hat Zumthor das Rennen um die Therme Vals richtig lanciert.
Immobilienunternehmer Stoffel ist nicht unumstritten
Beim anderen Interessenten handelt es sich um den umtriebigen Immobilienunternehmer Remo Stoffel. Der erst 35-jährige Stoffel ist bereits dick im Geschäft. So hat er etwa in Pontresina und auf der Lenzerheide millionenschwere Immobilienprojekte am Laufen. Stoffel ist in Vals nicht unumstritten.
Trotzdem will Stoffel mit seiner Partizipationen AG alle Aktien der Hotel und Thermalbad AG für 7 Millionen Franken übernehmen. Zudem plant er einen Hotelneubau für 50 Millionen. Zur Deckung einer Finanzierungslücke soll die Gemeinde Investitionsbeiträge von 6 Millionen Franken leisten, womit unter dem Strich 1 Million in die Gemeindekasse fliessen würde. Laut «Südostschweiz» reagierte Stoffel gelassen auf die Offerte der Zumthor-Gruppe. Wichtig sei, dass es in Vals zu einer substanziellen Investition komme. «Wenn nun aufgrund meiner Initiative ein Stein für eine noch bessere Lösung für Vals ins Rollen kommt, freue ich mich für unser Dorf.»
Vereinbarung mit Stoffel: Verwaltungsrat in der Kritik
Im Kampf um die Therme Vals hat sich Stoffel bereits in eine gute Position gebracht. So soll er mit dem Verwaltungsrat der Therme einen Exklusivvertrag über Investitionsverhandlungen abgeschlossen haben, wie die «Südostschweiz» schreibt. Dabei sei eine sechsstellige Entschädigung fixiert worden für den Fall, dass der Vertrag nicht eingehalten werde – dann also, wenn Zumthor den Zuschlag erhält.
Das letzte Wort in dieser Sache haben die Stimmberechtigten von Vals. Die Gemeindeversammlung dürfte spätestens Anfang März stattfinden, weil Stoffels Angebot nur bis zu diesem Zeitpunkt gilt. (vin)
Die Investoren um Peter Zumthor wollen 45 Millionen Franken in die Therme Vals stecken. Deren Verwaltungsrat ist unter Druck.
Vals/Haldenstein. – Kurz vor der Präsentation seiner Offerte vor den Valser Politgremien hat Peter Zumthors Interessengemeinschaft Therme Vals am Dienstagabend die Karten auch in einer Medienmitteilung auf den Tisch gelegt: Die Investorengruppe schlägt vor, für 45 Millionen Franken das Haupthaus der Therme durch einen Hotelneubau zu ersetzen («suedostschweiz.ch» berichtete). Am Freitag wird die Valser Bevölkerung informiert.
Exklusivvertrag abgeschlossen
Mit heftiger Kritik sieht sich gleichzeitig der Verwaltungsrat der Therme konfrontiert. Er hat mit Investor Remo Stoffel offenbar einen Exklusivvertrag über Investitionsverhandlungen abgeschlossen. In dieser Vereinbarung ist zudem eine sechsstellige Entschädigung fixiert für den Fall, dass der Vertrag nicht eingehalten werden kann – dann also, wenn Zumthor zum Zug käme. Und: Einige Verwaltungsräte haben schon jetzt einen Sitz in einem künftigen Stoffel-Verwaltungsrat der Therme auf sicher. Das Gremium betont, trotzdem noch unabhängig zu agieren. (jfp/be)
Die Zumthor-Offerte für die Therme Vals könnte noch auf Probleme stossen. Der Verwaltungsrat der Therme hat Remo Stoffel exklusive Verhandlungsrechte als Investor eingeräumt. Wird der Vertrag gebrochen, ist eine hohe Entschädigung fällig.
Von Jano Felice Pajarola
Vals. – Gestern Abend hat die Investorengruppe um Peter Zumthor dem Gemeinderat Vals und der Aktionärskommission der Hotel- und Thermalbad Vals AG (Hoteba) ihre Offerte für die Therme präsentiert (siehe Kasten). Sollte sich die Valser Gemeindeversammlung im Februar für diese Offerte und damit gegen jene von Investor Remo Stoffel entscheiden, könnte das ins Geld gehen. Denn der Hoteba-Verwaltungsrat hat mit Stoffel eine exklusive Vereinbarung abgeschlossen, derzufolge andere Bieter von Verhandlungen ausgeschlossen sind. Dies bestätigen sowohl die Valser Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz als auch Eugen Arpagaus, Leiter des kantonalen Amts für Wirtschaft und Tourismus.
Niemand weiss, wer haften muss Damit nicht genug: Gemäss Informationen, die der «Südostschweiz» vorliegen, gibt es in der vom Verwaltungsrat eingegangenen Vereinbarung eine Entschädigungsklausel. Sollte Stoffel nicht zum Zug kommen, müssten die von ihm erbrachten Leistungen abgegolten werden. Es handelt sich dabei in erster Linie um den von einer Zürcher Beratungsfirma – sie war bereits bei der Emser Grosssägerei beratend involviert – zusammengestellten Businessplan für die Therme. Fällig würde eine sechsstellige Summe. Wer dafür aufkommen müsste – der Verwaltungsrat als Vertragspartner oder die Gemeinde, die als Hoteba-Besitzerin weitere Offerten eingeholt hat –, kann momentan niemand sagen.
Und noch etwas kommt hinzu: Mindestens zwei Mitglieder des aktuellen Verwaltungsratspräsident Stephan Schmid und Vize Arnold Huber – sollen schon jetzt einen Posten in einem künftigen Stoffel-Verwaltungsrat der Therme zugesagt bekommen haben. «Stoffel wolle Kontinuität, wird gesagt», meint dazu Walker-Tönz. Und: «Die Frage nach der Unabhängigkeit des Verwaltungsrats stellt sich.»
Details werden geheim gehalten Die Gemeindepräsidentin ist notabene nicht die Einzige, die sich diese Frage stellt – sie wurde auch schon an einer Gemeindeversammlung aufgeworfen. Und Therme-Appartementbesitzer Paul Kopp, alt Obergerichtspräsident des Kantons Luzern, konstatiert in einem von ihm verfassten Fragenkatalog zum Therme-Verkauf ebenfalls: «Das Verhalten des Verwaltungsrats wirft schwerwiegende Fragen bezüglich der Erfüllung der Sorgfalts- und Treuepflichten auf.»
Investor Stoffel ist nicht gewillt, nähere Erklärungen zum Vertragswerk abzugeben. «Ich möchte nicht in der Presse über als vertraulich qualifizierte Vereinbarungen sprechen», lässt er über seinen Mediensprecher Jan Freitag ausrichten.
Stellung bezieht aber Hoteba-Verwaltungsratspräsident Schmid. Zum Exklusivvertrag meint er: «In solchen Transaktionen ist das ein übliches Vorgehen zum Schutz der Parteien.» Der genaue Inhalt von Verträgen der Hoteba mit Dritten sei jedoch vertraulich und dürfe nicht publiziert werden.
Bleiben sogar alle im Amt? Das Gremium habe seine Rechte und Pflichten gemäss Gesetz und Statuten, und diese «kann und muss es wahrnehmen», betont Schmid. Der Verwaltungsrat vertrete unabhängig von Vereinbarungen «die Interessen der Gesellschaft, der er verpflichtet ist. Dazu gehören insbesondere auch die nachhaltige Stabilität der Unternehmung und die Sicherheit der Arbeitsplätze.»
Und die in Aussicht gestellten Posten im neuen Verwaltungsrat? Schmid dementiert nicht, im Gegenteil: «Herr Stoffel schliesst auch nicht aus, dass der gesamte jetzige Verwaltungsrat im Amt bleiben kann.»
Von Hansruedi Berger
Nun dringen auch die ersten Informationen über das Projekt von Stoffel-Kontrahent Peter Zumthor an die Öffentlichkeit. Unter der Führung des bekannten Haldensteiner Architekten will eine sechsköpfige Investorengruppe für insgesamt 45 Millionen Franken das sanierungsbedürftige Haupthaus der Therme Vals «durch einen architektonisch hochwertigen Neubau ersetzen». Dies schreibt die Interessengemeinschaft (IG) Therme Vals in einer Medienmitteilung von gestern.
Die Gruppe bietet der Gemeinde Vals drei Millionen Franken für die Aktien der Hotel und Thermalbad Vals AG. Im Weiteren bezahlt die IG 2,1 Millionen Franken für ein Guthaben, das die Gemeinde Vals bei der Therme hat. Zudem bietet sie der Gemeinde sowie den Stockwerkeigentümern je einen ständigen Sitz im Therme-Verwaltungsrat an.
Neben Zumthor sind in der IG der Churer Hotelier und Unternehmer Hansueli Baier, der Churer Architekt Andrea Fanzun, der Valser Unternehmer Marcel Meier, die ehemalige Therme-Direktorin Annalisa Zumthor und Daniel Meili, Unternehmer und Psychiater aus Zürich. Meili hat sich mit seinen zwei Brüdern Marcel und Martin mit der Firma Datuma AG als Kultur-Projektförderer einen Namen geschaffen.
Gute Miene zur Zumthor-Offerte machte gestern Remo Stoffel: Wichtig sei, dass es in Vals zu einer substantiellen Investition komme. Dies bringe das Dorf einen Schritt weiter und sorge dafür, dass es seine bisherige Eigenständigkeit in der romanischsprechenden Surselva beibehalten könne. Dafür habe er sich eingesetzt, sagte er auf Anfrage. «Wenn nun aufgrund meiner Initiative ein Stein für eine noch bessere Lösung für Vals, als die von mir vorgeschlagene ins Rollen kommt, bin ich als Valser stolz darauf und freue mich für unser Dorf.»
Die Investoren um Peter Zumthor wollen 45 Mio. Franken in die Therme Vals stecken. Deren Verwaltungsrat ist unter Druck.
Von Jano Felice Pajarola und Hansruedi Berger
Vals/Haldenstein. – Kurz vor der Präsentation seiner Offerte vor den Valser Politgremien hat Peter Zumthors Interessengemeinschaft Therme Vals gestern Abend die Karten auch in einer Medienmitteilung auf den Tisch gelegt: Die Investorengruppe schlägt vor, für 45 Mio. Franken das Haupthaus der Therme durch einen Hotelneubau zu ersetzen. Am Freitag wird die Valser Bevölkerung informiert.
Mit heftiger Kritik sieht sich gleichzeitig der Verwaltungsrat der Therme konfrontiert. Er hat mit Investor Remo Stoffel offenbar einen Exklusivvertrag über Investitionsverhandlungen abgeschlossen. In dieser Vereinbarung ist zudem eine sechsstellige Entschädigung fixiert für den Fall, dass der Vertrag nicht eingehalten werden kann – dann also, wenn Zumthor zum Zug käme. Und: Einige Verwaltungsräte haben schon jetzt einen Sitz in einem künftigen Stoffel-Verwaltungsrat der Therme auf sicher. Das Gremium betont, trotzdem noch unabhängig zu agieren.
Nun dringen auch die ersten Informationen über das Projekt von Stoffel-Kontrahent Peter Zumthor an die Öffentlichkeit. Unter der Führung des bekannten Haldensteiner Architekten will eine sechsköpfige Investorengruppe für insgesamt 45 Millionen Franken das sanierungsbedürftige Haupthaus der Therme Vals «durch einen architektonisch hochwertigen Neubau ersetzen».
Von Hansruedi Berger
Dies schreibt die Interessengemeinschaft (IG) Therme Vals in einer Medienmitteilung von gestern.
Die Gruppe bietet der Gemeinde Vals drei Millionen Franken für die Aktien der Hotel und Thermalbad Vals AG. Im Weiteren bezahlt die IG 2,1 Millionen Franken für ein Guthaben, das die Gemeinde Vals bei der Therme hat. Zudem bietet sie der Gemeinde sowie den Stockwerkeigentümern je einen ständigen Sitz im Therme-Verwaltungsrat an.
Neben Zumthor sind in der IG der Churer Hotelier und Unternehmer Hansueli Baier, der Churer Architekt Andrea Fanzun, der Valser Unternehmer Marcel Meier, die ehemalige Therme-Direktorin Annalisa Zumthor und Daniel Meili, Unternehmer und Psychiater aus Zürich. Meili hat sich mit seinen zwei Brüdern Marcel und Martin mit der Firma Datuma AG als Kultur-Projektförderer einen Namen geschaffen.
Gute Miene zur Zumthor-Offerte machte gestern Remo Stoffel: Wichtig sei, dass es in Vals zu einer substantiellen Investition komme. Dies bringe das Dorf einen Schritt weiter und sorge dafür, dass es seine bisherige Eigenständigkeit in der romanischsprechenden Surselva beibehalten könne. Dafür habe er sich eingesetzt, sagte er auf Anfrage. «Wenn nun aufgrund meiner Initiative ein Stein für eine noch bessere Lösung für Vals, als die von mir vorgeschlagene ins Rollen kommt, bin ich als Valser stolz darauf und freue mich für unser Dorf.»
Architekt Zumthor legt Millionen-Angebot für Therme Vals vor Der Architekt Peter Zumthor will mit seiner Interessengemeinschaft über fünf Millionen Franken in den Kauf der von ihm entworfenen Therme Vals AG in Vals GR investieren. Interesse an der Therme bekundet auch der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel.
Mit seinem konkreten Kaufangebot hat Zumthor das Rennen um die Therme richtig lanciert. Seine sechsköpfige Interessengemeinschaft präsentierte ihre Offerte am Dienstag dem Gemeinderat und den Gemeindevertretern der Hotel und Thermalbad Vals AG.
Laut Angaben Zumthors bietet die Interessengemeinschaft der Gemeinde Vals für den Kauf aller Aktien der Gesellschaft 3 Mio. Franken. Ausserdem will sie einen Kredit von 2,1 Mio. Fr. an die Hotel und Thermalbad AG der Gemeinde zurückzahlen.
Längerfristig wollen Zumthor und seine Interessengemeinschaft eigenen Angaben zufolge 45 Mio. Fr. investieren und das sanierungsbedürftige Haupthaus der Hotelanlage durch einen "architektonisch hochwertigen Neubau" ersetzen.
Dem Architekten aus Haldenstein GR ist es gelungen, Unternehmer vor allem aus Graubünden ins Boot zu holen. Geplant ist, dass die Interessengemeinschaft ihr Angebot am Freitagabend in Vals in der Turnhalle der Öffentlichkeit vorstellt.
Gemeinde fehlen Mittel für Investitionen
Zumthor wurde aktiv, nachdem das Kaufangebot des Churer Immobilienunternehmers und gebürtigen Valsers Remo Stoffel publik war. Stoffel will mit seiner Partizipationen AG alle Aktien der Hotel und Thermalbad AG für 7 Millionen Franken übernehmen. Zudem plant er einen Hotelneubau für 50 Mio. Franken.
Zur Deckung einer Finanzierungslücke soll die Gemeinde Investitionsbeiträge von 6 Mio. Fr. leisten, womit unter dem Strich 1 Mio. Fr. in die Gemeindekasse fliessen würde.
Die Therme in Vals und das Hotel dazu sind im Besitz der Gemeinde. Sie kann aber die notwendigen millionenschweren Investitionen in die Infrastruktur nicht aufbringen. Deshalb soll das Thermalbad verkauft werden mit der Auflage, dass in beträchtlichem Umfang investiert wird.
Die für die Therme eingegangenen Offerten werden von einem externen Fachberater der Gemeinde unter die Lupe genommen. Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten. Die Gemeindeversammlung dürfte spätestens Anfang März stattfinden, weil Stoffels Angebot nur bis zu diesem Zeitpunkt gilt.
Der Architekt Peter Zumthor will mit seiner Interessengemeinschaft über fünf Millionen Franken in den Kauf der von ihm entworfenen Therme Vals AG in Vals investieren. Interesse an der Therme bekundet auch der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel.
Vals. – Nun dringen auch die ersten Informationen über das Projekt von Stoffel-Kontrahent Peter Zumthor an die Öffentlichkeit. Unter der Führung des bekannten Haldensteiner Architekten will eine sechsköpfige Investorengruppe für insgesamt 45 Millionen Franken das sanierungsbedürftige Haupthaus der Therme Vals «durch einen architektonisch hochwertigen Neubau ersetzen». Dies schreibt die Interessengemeinschaft (IG) Therme Vals in einer Medienmitteilung vom Dienstag.
Die Gruppe bietet der Gemeinde Vals drei Millionen Franken für die Aktien der Hotel und Thermalbad Vals AG. Im Weiteren bezahlt die IG 2,1 Millionen Franken für ein Guthaben, das die Gemeinde Vals bei der Therme hat. Zudem bietet sie der Gemeinde sowie den Stockwerkeigentümern je einen ständigen Sitz im Therme-Verwaltungsrat an.
Gute Miene zur Zumthor-Offerte
Neben Zumthor sind in der IG der Churer Hotelier und Unternehmer Hansueli Baier, der Churer Architekt Andrea Fanzun, der Valser Unternehmer Marcel Meier, die ehemalige Therme-Direktorin Annalisa Zumthor und Daniel Meili, Unternehmer und Psychiater aus Zürich. Meili hat sich mit seinen zwei Brüdern Marcel und Martin mit der Firma Datuma AG als Kultur-Projektförderer einen Namen geschaffen.
Gute Miene zur Zumthor-Offerte machte am Dienstag Remo Stoffel: Wichtig sei, dass es in Vals zu einer substantiellen Investition komme. Dies bringe das Dorf einen Schritt weiter und sorge dafür, dass es seine bisherige Eigenständigkeit in der romanischsprechenden Surselva beibehalten könne. Dafür habe er sich eingesetzt, sagte er auf Anfrage. «Wenn nun aufgrund meiner Initiative ein Stein für eine noch bessere Lösung für Vals, als die von mir vorgeschlagene ins Rollen kommt, bin ich als Valser stolz darauf und freue mich für unser Dorf.» (be)
Quelle: suedostschweiz.ch Datum: 25.01.2012
Therme Vals: Am 27. Januar 2012 präsentiert Zumthor sein Kaufangebot
Eine Investorengruppe um den Architekten der Therme Vals, Peter Zumthor, hat der Gemeinde ein Kaufangebot unterbreitet.
Von Andreas Flütsch
Vor Weihnachten kündigte der Architekt Peter Zumthor aus Haldenstein bei Chur an, er wolle mit einer Interessengemeinschaft die von ihm entworfene weltbekannte Therme in Vals kaufen und weiterentwickeln. Drei Wochen später ist die Investorengruppe um Zumthor formiert, ihr Kaufangebot an die Gemeinde Vals als Eigentümerin der Therme ist bereits eingereicht worden.
Schon am 27. Januar soll die Gruppe Zumthor ihr Projekt an einer Orientierungsversammlung in Vals der Bevölkerung des Tals vorstellen. Die Therme und der dazugehörige Hotelkomplex sind heute im Besitz der Gemeinde. Sie sucht seit Jahren Investoren, um die Infrastruktur zu erneuern und das Hotelangebot zu erweitern.
Die Gemeinde lässt das Angebot der Gruppe Zumthor derzeit von einem externen Fachmann durchleuchten. Am 24. Januar soll die Gruppe Zumthor ihr Projekt und dessen touristisches Entwicklungspotenzial dem Gemeinderat von Vals präsentieren und erklären. Eingeladen zu diesem Anlass sind auch die13 von der Gemeindeversammlung gewählten Mitglieder der Kommission, welche die Interessen der Aktionäre der Therme wahrnimmt.
Konkurrenz für Remo Stoffel Zumthor tritt damit in Konkurrenz zum umstrittenen Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel, der im September ein Angebot eingereicht hat. Dass Stoffel die Therme mitsamt Hotelgebäuden und Nebenbetrieben für 1 Million Franken in bar übernehmen will, wie der TA Anfang November bekannt machte, sorgte für Unmut im Tal.
Auf dem Papier will Stoffel 7 Millionen Franken zahlen. In die Hand nehmen müsste der gebürtige Valser aber nur 1 Million. Denn die Gemeinde müsste 6 Millionen Franken à fonds perdu als Investitionsbeihilfe in den von Stoffel versprochenen Hotelneubau einschliessen. Zudem hat Stoffel sich ausbedungen, dass die gemeinde ihm zwei grosse Grundstücke und einen Bungalow überlässt. Weiter soll Vals ihm alle Anschlussgebühren erlassen und auch in Zukunft das Wasser für die Therme gratis zur Verfügung stellen. Dafür verspricht Stoffel, mit Investoren gegen 60 Millionen Franken einzubringen. Stoffel, gegen den mehrere Strafverfahren laufen, will davon selbst nur rund 10 Millionen Franken investieren.
Einzelne Valser Gewerbetreibende macht der Symbolische Kaufpreis stutzig. Allein der Bestand an flüssigen Mitteln der Therme habe Ende April 2011 bei über 6 Milliarden Franken gelegen – also dem Sechsfachen von Stoffels gebotener Million. Zudem mache die Anlage keine Verluste. Sie sei mit Hypotheken von 4,5 Millionen Franken nur mässig belastet. Sie hat im letzten Geschäftsjahr 2.7 Millionen Franken betrieblichen Cashflow erwirtschaftet und 700 000 Franken Gewinn ausgewiesen. In Vals ist man nun gespannt , welche Konditionen die Gruppe Zumthor bieten wird.
Harte Fragen an Verwaltungsrat Unter Druck kommt nun womöglich der Verwaltungsrat der Therme. Heute Abend wollen Aktionärsvertreter der Therme wissen, ob es stimme, dass der Verwaltungsrat ohne Wissen der Gemeinde exklusive Verhandlungen mit Stoffel vereinbart habe. Und ob es zutreffe, dass Stoffel beim Scheitern eines Verkaufs noch Geld fordern könnte. Sie wollen auch Aufschluss über ein Gutachten der Gemeinde haben, das dem Vernehmen nach zum Schluss kam, dass Vals nach einem Verkauf an Stoffel finanziell schlechter dastünde.
Chur. – Die Kraftwerke Zervreila wollen Wasser in der Val Lumnezia fassen und verstromen. 80 Gigawattstunden mehr Energie will die Gesellschaft so produzieren.
Die zusätzliche Energie würde ausreichen, um 18 000 Haushaltungen mit Strom zu versorgen. Das Projekt löst ein Investitionsvolumen von 120 Millionen Franken aus, wie die Kraftwerke Zervreila gestern in Chur bekannt gaben.
Therme-Architekt Peter Zumthor hat eine Interessengemeinschaft für die Therme Vals gegründet. Bei der Gemeinde hat er ein Kaufangebot deponiert. Die Höhe des Angebots ist aber nicht bekannt.
Gemäss einer Mitteilung soll es im Januar weitere Informationen geben. Wer Mitglied in der Interessengemeinschaft ist, ist ebenfalls unbekannt. Zur Therme Vals gehört auch das Hotel. Die Gemeinde entscheidet, wer den Zuschlag bekommt.
Um die Therme bewirbt sich auch der Churer Unternehmer Remo Stoffel. Sein Angebot liegt bei 50 Millionen Franken. (gemp)
Remo Stoffels Offerte für die Therme Vals bekommt Konkurrenz. Eine «Interessengemeinschaft Therme Vals» um Peter Zumthor hat ihr Angebot fristgerecht bei der Gemeinde Vals eingereicht. Doch ihre Karten hält sie noch verdeckt.
Von Jano Felice Pajarola
Vals. – Eine Gruppierung um Therme-Architekt Peter Zumthor wagt wie angekündigt ein Konkurrenzangebot für die Hotel und Thermalbad Vals AG. Gestern Abend, rechtzeitig vor Ende der Meldefrist bei der Gemeinde, hat das Atelier Zumthor den Angriff auf die Offerte von Remo Stoffel bekannt gegeben: Es sei ihm gelungen, so Zumthor, «eine sehr gut zusammengesetzte, kompetente und stimmige Interessengemeinschaft Therme Vals zu gründen.» Diese Gemeinschaft habe fristgerecht «ihr Angebot zum Kauf der Therme eingereicht».
Allerdings: Details zur Offerte gibt Zumthor vorderhand keine bekannt. Ähnliches gilt für einen im Unterland tätigen Unternehmer mit Valser Wurzeln, der ebenfalls im Gespräch für eine Stoffel-Konkurrenzofferte ist. Von ihm war gestern kein Kommentar zu einem eventuellen Angebot zu erhalten. Er versuche, sein «Bestes für Vals zu machen», er wolle aber gegenwärtig nicht mehr dazu sagen.
Angst vor Einflussnahme Dritter Dass die tatsächlichen und möglichen Konkurrenten von Remo Stoffel sich bedeckt halten, erstaunt in Vals nicht. Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz will auch nicht bekannt geben, wer die eingereichten neuen Offerten prüfen wird – man hat Angst vor Versuchen Dritter, Einfluss zu nehmen. Geprüft werden die Angebote auf jeden Fall, und zwar von einem Hotel-Experten, den Walker-Tönz für neutral und unabhängig hält. «Er hat einen sehr guten Ruf.» Sie rechnet auch fest damit, dass der Experte mehr als das Zumthor-Angebot zu prüfen haben wird. «Wir könnten letztlich drei Angebote zur Auswahl haben, falls sie sich alle als brauchbar erweisen.»
Mehr Informationen erst im Januar Vermutlich Mitte Januar wird der Gemeinderat die Unterlagen vom Experten zurückbekommen. «Sind gute Angebote dabei, werden wir die Bevölkerung erneut informieren und dann die Gemeindeversammlung einberufen, um zu entscheiden. Andernfalls gibt es nur eine Versammlung mit Beschluss über das Stoffel-Angebot», so Walker-Tönz. Zumthor gibt ebenfalls an, im Januar zusammen mit der Gemeinde informieren zu wollen. Die Mitglieder seiner Interessengemeinschaft würden sich und ihre Visionen dann persönlich vorstellen.
Auf eine Zukunft mit Zumthor und ohne Stoffel hofft Peter Schmid, Präsident der kommunalen Marketingkommission. «Als Vals die Therme damals gekauft hat, hatte sie noch einen negativen Cashflow von gut 500 000 Franken. Seither hat Vals über 30 Millionen Franken in die Therme investiert, und heute hat sie einen positiven Cashflow von drei Millionen Franken», betonte Schmid gestern. «Jetzt soll man das alles Remo Stoffel quasi schenken?» Denn die Rechnung aus dessen Angebot sei schnell gemacht – unter dem Strich «kann er das Unternehmen kaufen, ohne dafür vorläufig Geld in die Hand nehmen zu müssen». Im Gegenteil: «Er erhält Millionen.» Denn in der Kasse der Hoteba befinden sich sechs Millionen Franken flüssige Mittel. «Wer die Therme bekommt, kriegt dieses Geld.»
Natürlich gelte für Stoffel nach wie vor die Unschuldsvermutung. Gingen aber die laufenden Verfahren zu dessen Ungunsten aus, lande die Therme zuletzt vielleicht wieder bei der Gemeinde – und das möglicherweise ohne flüssige Mittel, befürchtet Schmid. «Ein enormes Risiko.» Seine Forderung: Stoffel soll der Gemeinde freiwillig Einblick geben in die Verfahren und Prozesse gegen ihn.
«Bonität und Reputation prüfen» Ähnlich sieht es der in Vals wohnhafte Marcel Meyer-Berni; er hat bereits an der jüngsten Gemeindeversammlung den Antrag gestellt, das Stoffel- Geschäft müsse von einem unabhängigen Gutachter ebenso geprüft werden wie Bonität und Reputation des Investors. Zur Abstimmung kam der Antrag nicht, weil er nicht ordentlich traktandiert war. Die Zeit wird laut Walker-Tönz nicht reichen, um ihn an einer späteren Versammlung noch zur Abstimmung zu bringen. «Vieles daraus hat der Gemeinderat aber bereits berücksichtigt», meinte sie gestern.
Millionenschwere Investitionen in Infrastruktur nötig
Eine Interessengemeinschaft um Stararchitekt Peter Zumthor will die von ihm entworfene Therme Vals im Bündner Oberland kaufen. Der Architekt tritt damit in Konkurrenz zum Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel.
(sda) Die Details des Angebots will die Interessengemeinschaft (IG) im Januar präsentieren, wie Zumthor mitteilte. Dann sollen auch die Mitglieder der IG vorgestellt werden und ihre Ideen zur Zukunft des international bekannten Thermalbades.
Die Therme und das Hotel dazu sind im Besitz der Gemeinde. Nun stehen millionenschwere Investitionen in die Infrastruktur an, die Vals aus eigener Kraft nicht aufbringen kann. Die Gemeinde will das Thermalbad deshalb verkaufen - mit der Auflage, in beträchtlichem Umfang zu investieren.
Der 35-jährige gebürtige Valser Remo Stoffel will nach eigenen Angaben rund 50 Millionen Franken aufwenden. Unter anderem ist die Rede von einem Hotelneubau. Ein Engagement Stoffels ist in Vals umstritten. Kritiker befürchten, dass es dem Unternehmer nur um ein Investitionsgeschäft gehe.
Alle vorliegenden Offerten werden zur Zeit von einem externen Fachberater der Gemeinde beurteilt. Das letzte Wort zur Zukunft der Therme haben die Stimmbürger. Die Gemeindeabstimmung dürfte spätestens Anfang März stattfinden, denn nur bis dann gilt Stoffels Angebot.
Die Frist für Investoren, um Angebote für die Therme Vals einzureichen, ist gestern abgelaufen. Die Gemeinde konnte gestern aber noch nicht über die Anzahl der eingegangenen Angebote informieren.
Klar ist, dass sowohl Remo Stoffel als auch Architekt Peter Zumthor jeweils ein Angebot gemacht haben. Zumthor hat dazu gar eine Interessensgemeinschaft auf die Beine gestellt, die laut einem Schreiben «sehr gut zusammengesetzt und kompetent» sei. Remo Stoffel gibt sich aber ebenso zuversichtlich. (mm)
Der Kampf um die Zukunft der Therme Vals (GR) geht in die nächste Runde. Der Architekt des Bades, Peter Zumthor, könnte doch noch zum Zug kommen. Zusammen mit einer Interessengemeinschaft hat er eine Kaufofferte eingereicht.
Es sei gelungen, eine «stimmige» Interessengemeinschaft zu gründen, schreibt Zumthor in einer Mitteilung. Nun habe man fristgerecht eine Kaufofferte eingereicht, die im Auftrag der Gemeinde Vals von einer unabhängigen Fachstelle geprüft werden soll.
In Absprache mit der Gemeinde soll sehr wahrscheinlich im Laufe des Januars eine Orientierung über das Angebot stattfinden. Dann sollen die genaueren Visionen der Interessengemeinschaft Zumthors vorgestellt werden.
Gemeinde hat zu wenig Geld Hintergrund des Zwistes ist die Absicht, das im Besitz der Gemeinde stehende Thermalbad zu verkaufen. Der Käufer soll verpflichtet werden, millionenschwere Investitionen in die Infrastruktur zu tätigen. Die Gemeinde Vals sieht sich dazu aus eigener Kraft nicht imstande.
Zumthor kündigte bereits im November der in der Sendung «10vor10» an, um die Therme mitbieten zu wollen. Er werde versuchen, kulturell interessierte Liebhaber als Investoren zu finden, sagte er damals. Das scheint nun gelungen zu sein.
Wunschkäufer ist umstritten Der Verwaltungsrat des Bades hatte sich bisher gegen ein stärkeres finanzielles Engagement Zumthors gewehrt. Die «öffentliche Darstellung», Zumthor sei der Garant für Qualität und Kultur der Anlage, sei nicht nachvollziehbar, schrieb der Verwaltungsrat im November.
Wunschkäufer des Verwaltungsrates ist der Churer Unternehmer Remo Stoffel. Der 35-jährige, gebürtige Valser will nach eigenem Bekunden rund 50 Millionen Franken investieren. Unter anderem ist die Rede von einem Hotelneubau.
Volk hat das letzte Wort Das mögliche Engagement Stoffels ist in Vals umstritten. Unter dem Strich soll die Kommune eine Million Franken von Stoffel für die berühmte Therme erhalten – zu wenig, finden die Kritiker. Sie befürchten zudem, dass es Stoffel nur um ein Investitionsgeschäft gehe und nicht um ein langfristiges Engagement.
Das letzte Wort im Ringen um die Zukunft von Vals grossem Gästemagneten werden die Stimmbürger haben. Die Gemeindeversammlung soll entscheiden, ob und an wen das Bad verkauft wird.
Remo Stoffels Offerte für die Therme Vals bekommt Konkurrenz. Eine «Interessengemeinschaft Therme Vals» um Peter Zumthor hat ihr Angebot fristgerecht bei der Gemeinde Vals eingereicht. Doch ihre Karten hält sie noch verdeckt.
Vals/Haldenstein. – Am Dienstagabend hat Therme-Architekt Peter Zumthor die Katze aus dem Sack gelassen: Es sei ihm gelungen, eine Interessengemeinschaft Therme Vals zu bilden, so Zumthor in einer Medienmitteilung.
Diese Gemeinschaft habe fristgerecht bei der Gemeinde Vals ihr Angebot zum Kauf der Hotel und Thermalbad Vals AG eingereicht. Damit bekommt Remo Stoffel Konkurrenz.
Der Bündner Immobilienunternehmer Remo Stoffel will in seiner Heimatgemeinde Vals das Hotel Therme kaufen. Sein Plan wird von neuen Strafuntersuchungen überschattet.
Von: Leo Müller
Auf der engen, kurvenreichen Bergstrasse die Surselva hinauf nach Vals war kaum noch ein Wagen unterwegs. Über dem 880-Seelen-Dorf breitete sich die Dunkelheit aus. Die Valser waren an diesem Abend auf dem Weg zur Turnhalle. Zur Gemeindeversammlung. Es sollte spannend werden an diesem Freitagabend Ende November.
Es ging um Remo Stoffel, den ziemlich berühmten Sohn des Dorfes. Denn der Immobilienunternehmer, der seit vielen Jahren für Schlagzeilen sorgt, hatte der Gemeindeversammlung das Angebot unterbreitet, das Hotel Therme Vals zu übernehmen. Stoffel versprach Investitionen in einen Neubau, der rund 60 Millionen Franken kosten sollte. Es wäre ein Denkmal für den wundersamen Aufstieg des 35-Jährigen, der es in wenigen Jahren vom hoch verschuldeten Start-up-Unternehmer Ende 2005 zum Immobilientycoon schaffte und heute ein Liegenschaftenimperium im Wert von 500 Millionen Franken beherrscht.
Seither ist auch das Dorf Vals in den Schlagzeilen. Denn Remo Stoffel kämpft schon länger mit Reputationsproblemen. Er muss mit weiteren Verfahrensschritten bei schon länger laufenden Strafuntersuchungen gegen ihn rechnen. Etliche Valser Bürger fürchten daher um ihr Wahrzeichen, das Thermalbad, und dessen Erfolgsgeschichte. «Mich macht es traurig», erklärte Peter Schmid, Präsident der Valser Marketingkommission und als Kulturmensch eine gute Seele des Dorfes. Er sieht «den ganzen Stolz des Dorfes», ein fulminantes Bauwerk des Bündner Stararchitekten Peter Zumthor, in Gefahr.
Vorwürfe bestritten. Stoffel hat bis anhin alle strafrechtlichen Vorwürfe gegen ihn bestritten (siehe auch BILANZ 4/11: «Der junge Mann und das Geld»). Seine PR-Berater vom Zürcher Büro Peter Bütikofer & Company bemühen sich eifrig um ein schöneres Bild, sie werfen der BILANZ «krampfhaft tendenziöse Umtriebigkeit» vor und stehen daher «für Auskünfte nicht zur Verfügung». Ungelegen kommt deshalb ein neues Ermittlungsverfahren gegen Mitarbeiter von Stoffels Unternehmensgruppe Priora. Bis zum rechtskräftigen Gerichtsentscheid gilt für alle Vorwürfe die Unschuldsvermutung (siehe «Verfahren» unter 'Nebenartikel').
Der Deal um das Hotel Therme Vals wurde diskret eingefädelt. Aus der Bündner Kantonshauptstadt Chur kamen die ersten Signale, das Amt für Gemeinden machte sich für den jungen Investor stark. Der Verwaltungsrat des Hotels war begeistert und versuchte dann im September, die Medien zu überzeugen. «Wir betrachten Remo Stoffel als seriösen Geschäftsmann», lobte Stephan Schmid, der VR-Präsident der Hotel und Thermalbad Vals AG, den Investor. «Er will ein Zeichen setzen.» Der Verwaltungsrat drängte den zunächst ahnungslosen Gemeinderat zu einem schnellen Privatisierungsentscheid, damit die teilweise veraltete Hotelanlage rasch modernisiert werden könnte. Es eile, denn Stoffels Angebot sei bis März 2012 befristet.
Es klang nach einer grossartigen Offerte. Doch je mehr die Bürger an der Gemeindeversammlung darüber erfuhren, desto grösser wurden die Zweifel. Am Ende verstanden viele nicht mehr so recht, was den Verwaltungsrat dazu bewogen haben mag, der Gemeinde diesen Deal zu empfehlen: Das Unternehmen Stoffel Partizipationen würde von der Gemeinde 100 Prozent der Aktien für fünf Millionen Franken übernehmen, im Gegenzug sollte sich die Gemeinde mit sechs Millionen an den Investitionen beteiligen. Vier Millionen erwarte Stoffel von der kantonalen Wirtschaftsförderung. Einen Drei-Millionen-Kredit würde die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit (SGH), eine Förderorganisation des Bundes, beisteuern, und mit 37,5 Millionen sollte die Graubündner Kantonalbank das Projekt finanzieren. Zudem würde Stoffels Firma günstig drei Parzellen mit insgesamt 8000 Quadratmetern für zwei Millionen von der Gemeinde erwerben und freien Zugang zu den kommunalen Wasserressourcen erhalten. Dafür würde Stoffel Partizipationen rund elf Millionen investieren. «Ein faires Angebot», meinte der Verwaltungsrat des Hotels.
Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz, eine wackere Verwalterin des Dorfvermögens, referierte sachlich die Zahlen. Stoffel würde nach Abzug der Gegenpositionen unter dem Strich für eine Million Franken in bar ein durchaus passables Unternehmen übernehmen: Das Hotel hat eine gesunde Gästestruktur, es verfügt über 9,6 Millionen Franken Eigenkapital, erwirtschaftete im letzten Rechnungsjahr 1,3 Millionen bei einer Eigenkapitalrendite von 13,6 Prozent. Und noch besser: Es verfügt über mehr als sechs Millionen Franken flüssige Mittel.
Investition mit Schenkung. Die Bürger verstanden nun: Das Investitionsversprechen wäre mit einer Multimillionen-Schenkung verknüpft. «Ich verstehe das nicht», protestierte ein Unternehmer und forderte unabhängige Gutachter. Dem VR des Hotels vertraut er nicht mehr. Hotelpräsident Stephan Schmid verweigerte der BILANZ die Auskunft.
Zunächst war man im Dorf von verlässlichen Finanzierungszusagen ausgegangen. Doch es stellte sich heraus, dass die Kantonalbank keine Kreditzusage, sondern nur eine Absichtserklärung gegenüber dem Hotelverwaltungsrat gegeben hat. Auch die SGH korrigierte laut Dokumenten, die der BILANZ vorliegen, dass sie «weder eine detaillierte Kreditprüfung noch einen Kreditentscheid gefällt hat». SGH-Direktoren stellen klar: «Einen allfälligen formellen Kreditantrag würden wir im Rahmen der gesetzlichen Erfordernisse prüfen.»
Auch in Chur läuft die Sache nicht so glatt. «Es ist sehr wichtig», schrieb Alt-Regierungsrat Martin Schmid der Gemeindepräsidentin, «auch noch allfällige andere Offerten seriös zu prüfen und sich dann für die für Vals beste Lösung zu entscheiden.» Das überraschte viele, wurde doch dem freisinnigen Politiker eine besondere Nähe zu Stoffel nachgesagt. Martin Schmid, nun als Stände-rat in der Verantwortung, erklärt der BILANZ: «Ich hatte als Regierungsrat und Vorsteher des Departements für Finanzen und Gemeinden mit diesem Geschäft inhaltlich nichts zu tun.» Und: «Ich kenne Herrn Stoffel, unterhalte jedoch keine geschäftlichen Beziehungen zu ihm. Wie auch? Ich war ja bis am 5. Dezember 2011 vollamtlicher Regierungsrat und durfte weder als Rechtsanwalt noch als Berater neben meinem Regierungsamt beruflich tätig sein. Ich unterhalte auch heute keine geschäftlichen Beziehungen zu Herrn Stoffel, und solche sind bis heute auch nicht geplant.»
In Vals erinnern sich noch viele Stockwerkeigentümer der Ferienwohnungsanlage in den Thermehäusern an turbulente Zeiten mit Stoffel, da dieser im Amt des Verwalters der Eigentümergemeinschaft etliche Spuren hinterlassen hat. Für den Verbleib von rund einer Million Franken, die man eigentlich in der Gemeinschaftskasse des Erneuerungsfonds vermutete, legte Stoffel einen Beleg mit dem Signet der Bündner Kantonalbank vom April 2003 vor, der keine korrekten Unterschriften trug. Das Dokument entpuppte sich als Fälschung. In der Eigentümerversammlung kam es zu erbosten Debatten, die misstrauisch gewordenen Revisoren machten sich auf die Suche nach dem Vermögen. 2004 und 2005 legte Stoffel weitere, diesmal echte Saldobestätigungen der Bank Julius Bär vor. Der Haken war nur, dass es sich um den Vermögensstatus für die Konti eines Stoffel-Geschäftspartners handelte, der mit den Thermehäusern nichts zu tun hatte.
Geduldsspiel. «Es bedurfte unendlicher Geduld, um wenigstens schriftliche Antworten zu erhalten», notierten die Prüfer. «Die Mehrheit der Eigentümer beschloss 2006, Herrn Stoffel durch eine erfahrene Person, deren Seriosität und Zuverlässigkeit ausgewiesen war, auszuwechseln», berichtet der Wohnungseigentümer Paul Kopp, ein Obergerichtspräsident im Ruhestand.
Zur Untersuchung der Fälschungsvorwürfe übergab der neue Treuhänder 25 Bundesordner Dokumente aus der Stoffel-Ära an die Kantonspolizei. «Dieses gerichtspolizeiliche Ermittlungsverfahren steht nun kurz vor dem Abschluss», erklärt Staatsanwalt Maurus Eckert in Chur. Er rechnet im ersten Quartal 2012 mit dem Schlussbericht.
«Die Reputation des Investors muss geklärt werden», forderte ein Antragsteller an der Gemeindeversammlung. Darauf mag Architekt Peter Zumthor nicht warten, er sieht sein Werk bedroht. Er hat eine Gruppe «respektabler Investoren» für das Hotel begeistert, die seine Sorge teilen. «Man wird Freude haben», sagt Zumthor, «wir werden einreichen.»
Die Staatsanwaltschaft Bern hat eine Strafuntersuchung gegen Mitarbeiter der Priora eröffnet, einer Unternehmensgruppe des Bündner Immobilienunternehmers Remo Stoffel. Dies bestätigte die Untersuchungsbehörde und ein Priora-Sprecher der BILANZ.
Die Staatsanwaltschaft Bern ermittelt gegen zwei Priora-Mitarbeiter und einen weiteren Beschuldigten wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung und der Veruntreuung.
In einer weiteren Strafuntersuchung gegen den Priora-Eigentümer Remo Stoffel rechnet die Staatsanwaltschaft Chur für Anfang 2012 mit dem Abschluss der gerichtspolizeilichen Ermittlungen wegen Urkundendelikten, wie Staatsanwalt Maurus Eckert gegenüber BILANZ erklärte.
Der Immobilienunternehmer Remo Stoffel ist derzeit mit dem Angebot in den Schlagzeilen, in seiner Heimatgemeinde Vals das Hotel Therme zu übernehmen. Dort wird eine Gegenofferte einer Gruppe «respektabler Investoren» erwartet, die der Bündner Stararchitekt Peter Zumthor für eine Investition in die Modernisierung der Hotelanlagen begeistert hat.
Zumthor hatte das weit über Vals hinaus bekannte Thermalbad entworfen und bemüht sich seit einiger Zeit um Investoren. «Wir werden einreichen», erklärte der Architekt gegenüber BILANZ.
Lesen Sie mehr zum Thema in der neuen Ausgabe der BILANZ, ab Freitag am Kiosk.
Wie im Märchenbuch: Ein junger Bänkler zog aus Vals in die Fremde und brachte es dort mit Immobilienhandel zu Vermögen. Nun kehrt Remo Stoffel heim, wie einst die Zuckerbäcker aus Venedig ins Engadin, um sein Können und sein Geld den Seinen zu zeigen und deren Therme zu kaufen.
Sie müsse, hören wir, privatisiert werden. Doch kann privater Wagemut diese Badgeschichte fortschreiben? Ein Blick zurück: Als der Sozialismus 1989 unterging, entstand nach Sitte und Brauch der Walser mit Gemeinbesitz auf einer zusammengebrochenen Spekulation die Therme. Langer Atem und kontinuierliches Wirken haben ihre Güte hergestellt. Das volkseigene Kapital, versorgt hinter der Staumauer des Zervreilasees, hat sie ruhig wachsen lassen. Nie hätten private Kapitalisten ein solches Vorhaben gestemmt.
Mit der ökonomischen Grundlage der Therme hängt deren architektonische Eigenart zusammen. Sie ist mehr als ein Wurf eines guten Architekten. Peter Zumthor realisierte ja nicht nur den als Denkmal gelobten Bau. Er arbeitete über Jahre mit den Machern der Therme an einem Massstab, wie das Ganze und seine Teile zusammenspielen. Mal in Konflikten, mal in Harmonie, wie im richtigen Leben halt. So schön wie der Bronzeguss des Geländers ins Badebecken ist, so gut sind die Kellnerinnen im roten Saal und der Musikant im blauen. Güte aus einem Guss, gegründet auf Architektur aus Steinen, Licht und Wasser; aus Hölzern, Tüchern und Farben. Angeregt von einem Architekten, geprägt von zahlreichen Menschen in Hotel, Bad und Gemeinde – und getragen von uns Kurbadern. Wegen solcher Güte, querdurch und verlässlich, reisen wir nach Vals. Ihr verdankt die Therme ihren Ort auf der Landkarte der Architektur und des Fremdenverkehrs. Solche Güte möge den Weiterbau tragen. Sie braucht schlafendes, träges Kapital, am besten volkseigenes Vermögen, mit dem die Valser ja die Therme gebaut haben, oder eine Stiftung von Steinreichen, die da und dort ihre Millionen in Hotels stilllegen.
Doch wir können wohl miterleben, was das schnelle Kapital – ob vom Zuckerbäcker oder von anonymen Investoren – anstellt. Es muss Renditen nähren, es setzt auf Investitionen in allerhand Grösse, Trends und Schabernack, damit Umschlag ist – grösser, schneller, maximal. Architektur, durchgängige Güte, von der kleinen Uhr auf der Stele im Badesaal bis zum Duvet aus Seide, wird da wenig Platz haben. Reisen wir also nach Vals und baden, solange es noch ist, wie es ist.
Köbi Gantenbein ist Chefredaktor von «Hochparterre». Er war als Bub begeistert vom Wellenbad im alten Hotel und ist es als erwachsener Kurbader seit 15 Jahren von der Therme.
Die Gemeindeversammlung von Vals hat sich am Freitag gleich mehrfach mit der Hotel- und Thermalbad AG beschäftigt. Deren Geschäftszahlen sind rückläufig, das Stoffel- Angebot ist umstritten.
Von Jano Felice Pajarola
Vals. – Die Valser Hotel- und Thermalbad AG hat in den eineinhalb Jahren vom Winter 2009/10 bis Ende April des laufenden Jahres einen Umsatz von 27,8 Millionen und einen Gewinn von 1,3 Millionen Franken erwirtschaftet. Obwohl wegen Umstellung des Rechnungsabschlusses zwei Wintersaisons zum Ergebnis gehören, liegt der Umsatz nur gut 47 Prozent über den von 2007 bis 2009 in einem einzigen Jahr erreichten Zahlen. In der Tat waren im Sommer 2010 und im Winter 2010/11 Rückgänge zu verzeichnen, wie es in einer Mitteilung heisst.
Überdenkt Stoffel den Vorschlag? Die Valser Gemeindeversammlung wurde am Freitagabend über die Zahlen orientiert. Unbestätigten Gerüchten zufolge haben die rückläufigen Finanzzahlen der Therme Investor Remo Stoffel inzwischen dazu bewogen, sein Übernahmeangebot für die Therme auf eine neue Berechnungsgrundlage zu stellen. Aber auch das bereits vorliegende Angebot und das weitere Vorgehen wurden an der Versammlung «heftig und kontrovers» diskutiert, wie die Gemeinde schreibt. Der Gemeinderat werde nun die Angebote und Handlungsoptionen prüfen und Entscheide vorschlagen müssen. Wer ein ernsthaftes Angebot für die Therme machen will, hat laut Mitteilung bis am 20. Dezember Zeit dafür.
Von der Versammlung genehmigt wurde am Freitag das kommunale Budget 2012. Es rechnet bei Ausgaben von rund zehn Millionen mit einem Defizit von fast 440 000 Franken. Als Gründe für den Rückschlag werden sinkende Steuereinnahmen von juristischen Personen sowie die markant gestiegenen Kosten für die Alters- und Pflegeheime und den Strassenunterhalt ins Feld geführt. Netto investiert werden sollen nächstes Jahr 3,4 Millionen Franken. Gemäss Finanzplan bis 2016 seien die Aussichten getrübt, so die Gemeinde. Der Steuerfuss wird dennoch bei 100 Prozent belassen.
Dass Zahlen aus einem internen Papier zu seinen offenen Forderungen bei der Therme Vals in die Medien gelangt sind, stösst Architekt Peter Zumthor sauer auf.
Vals. – Therme-Architekt Peter Zumthor lässt seinen Anwalt rechtliche Schritte gegen die Veröffentlichung eines internen Arbeitspapiers prüfen. Das Papier mit einer Auslegeordnung noch offener Forderungen an die Therme Vals – total 3,9 Millionen Franken – wurde vor zwei Wochen an die Medien weitergegeben, obwohl es nur an Therme-Verwaltungsratspräsident Stephan Schmid persönlich adressiert war. Schmid sagt jedoch, das Gremium habe nie interne Dokumente weitergereicht.
Das Bündner Verwaltungsgericht schützt einen Entscheid der Gemeinde Vals: Das Baugesuch der Valser Naturstein AG für den Abbau im Steinbruch Carlag ist zu Recht abgelehnt worden.
Von Ueli Handschin
Vals. – Im Herbst letzten Jahres hätte eigentlich Schluss sein sollen. Das Bundesgericht ordnete im Juli an, alle Arbeiten im Steinbruch Carlag seien spätestens am 31. Oktober einzustellen. Die Lausanner Richter hatten die Schliessung mit der Begründung verfügt, die Valser Naturstein AG habe den Steinbruch in unmittelbarer Nähe der Wohnquartier Mura und Carlag seit Jahrzehnten ohne genügende baurechtliche Genehmigung betrieben. Das Unternehmen machte geltend, dieser Schliessungsbefehl betreffe lediglich den Abbau der Steine, nicht aber deren Abtransport und die Nutzung der Steinfräse. Doch auch diese Arbeiten seien unzulässig, präzisierte das Bundesgericht später klipp und klar.
53 Einsprachen liegen vor Ende Jahr reichte die Valser Naturstein AG ein Baugesuch ein, um den Abbau des Quarzits wieder aufnehmen zu können. Gegen dieses Gesuch gingen 53 Einsprachen ein. Die Nähe zu den Häusern ist der Hauptgrund, weshalb die Gemeinde im Juni dieses Jahres das Baugesuch ablehnte. Der Abbau mit Sprengungen sei schädlich und lästig für die Quartiere und beeinträchtige den Tourismus, hiess es unter anderem in der Begründung. Peter Philipp, der Anwalt des Besitzers und Betreibers Josef Berni, sprach von einem «willkürlichen und äusserst stossenden» Entscheid. Nicht weiter definierte touristische Interessen seien höher gewertet worden als der Erhalt von sechs bis acht Arbeitsplätzen.
Korrekte Abwägung Der Unternehmer rekurrierte in der Folge ans Verwaltungsgericht. Doch erfolglos, wie dem Urteil vom 1. November, das der «Südostschweiz» vorliegt, zu entnehmen ist. Laut den Bündner Richtern sind die rechtlichen Grundlagen für eine Bewilligung ungenügend. Zwar ist der Steinbruch einer Abbauzone zugewiesen worden. Doch fehlen in den Zonen- und Gestaltungsplänen Vorschriften über den Abbau und die Rekultivierung, die es laut Bundesgericht zwingend braucht. Die Verwaltungsrichter hielten aber auch fest, die Gemeinde Vals habe die Interessenabwägung korrekt vorgenommen und die Baugenehmigung zu Recht verweigert.
Weder Besitzer Berni noch der Anwalt Philipp wollten das jüngste Urteil vor einer eingehenden Prüfung kommentieren. Ob der Entscheid des Verwaltungsgerichts ans Bundesgericht weitergezogen werde, sei offen, erklärte Philipp gegenüber der «Südostschweiz».
Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz freute sich gestern über das Urteil. Sie habe erwartet, dass das Verwaltungsgericht das Vorgehen der Gemeinde stützen würde.
Die Verfügung wird missachtet Ausgestanden ist die Geschichte allerdings noch nicht: Berni hat bisher auf die Anordnung des Bundesgerichts, alle Arbeiten seien einzustellen, offensichtlich gepfiffen: Auch nach Ende Oktober sind im Steinbruch, der eigentlich geschlossen sein müsste, immer wieder Steinblöcke auf Lastwagen verladen und abtransportiert worden, wie die Gemeindepräsidentin bestätigte. Deswegen laufe nun ein Bussenverfahren, sagte Walker-Tönz.
Auch der Verfügung der Gemeinde, der Steinbruch sei sofort zu schliessen und abzusperren, ist der streitbare Unternehmer nicht nachgekommen. Weil die Valser Naturstein AG jede Einsprachemöglichkeit ergriffen hat, konnte die Anweisung bisher nicht mit Polizeigewalt durchgesetzt werden. Dazu sei die Polizei erst bereit, wenn ein rechtskräftiger Entscheid vorliege, erläuterte der Anwalt der Gemeinde, Gieri Caviezel.
Bei einer Gruppe von Valsern scheint das Urteilsvermögen aus dem Lot geraten zu sein. Einer, der es besser wissen müsste, meint, Architekt Zumthor wolle nochmals „ganz grosse Kasse machen". Was wissen wir vom Architekten? Bei seinen Auftraggebern ist er nicht bekannt als einer, der ungerechtfertigt Forderungen erhebt. Es laufen keine Strafverfahren gegen ihn und die Steuerbehörden sind nicht hinter ihm her. Peter Zumthor ist Träger des Architektur-Nobelpreises (Pritzker-Preis 2009) und erhält laufend Auszeichnungen. Zumthor ist der Giacometti der Architektur - und Vals zugetan. Das war und ist ein Glücksfall für das Dorf. Die von der Gemeinde in die Therme investierten Millionen haben bis heute für die Einwohner direkt oder indirekt rentiert. Und wie steht es nun um die Honorarforderungen von 3,9 Millionen Franken, die Moritz Schmid ins Feld führt? Mein Nachfragen hat ergeben, dass die Summe sich aus der Auflösung verschiedener Verträge und bis zum Frühjahr 2009 erbrachten Planungsleistungen ergebe. Die Zahlen seien für den Verwaltungsrat als Diskus- sionsgrundlage zusammen gestellt worden. Nun wurde das Papier nicht für Gespräche genutzt, sondern der Presse zugespielt. Die Nebelpetarde gegen den Architekten soll ein Geschäft ermöglichen, bei dem ohne Ausschreibungsverfahren die Therme unter ihrem Preis an einen umstrittenen Alleininvestor verkauft werden soll. Ich hoffe, dass die Valser sich auf ihre erwiesene Fähigkeit besinnen, weitsichtige Entscheide zu fällen.
Stararchitekt Zumthor in Therme Vals unerwünscht
Isabelle Jaeger, «Schweiz aktuell»
Donnerstag, 10. November 2011, 18:31 Uhr
In den Diskussionen rund um die Zukunft der Valser Felsentherme ist der alte Streit zwischen dem Verwaltungsrat und dem Stararchitekten Peter Zumthor neu entbrannt: Eine weitere Beteiligung Zumthors an der Entwicklung des Hotels und Thermalbads Vals AG erachtet der Verwaltungsrat «für nicht wünschenswert».
Der Verwaltungsrat distanziert sich damit entschieden von dem Architekten Zumthor, wie «Schweiz aktuell» berichtet. Die Zusammenarbeit mit Zumthor, so der Verwaltungsrat weiter, sei über Jahre von «erheblichen Unstimmigkeiten» gezeichnet gewesen.
Zusammenarbeit hapert So hätten eine Reihe von verschiedenen Gesprächen und sogar ein Mediationsgespräch zu keinem einvernehmlichen Ausgang geführt. «Der Grund sind unterschiedliche Auffassungen bezüglich Art und Weise der Zusammenarbeit» sagte Verwaltungsratspräsident Stephan Schmid gegenüber «Schweiz aktuell».
Zumthor will dazu derzeit keine Stellung nehmen, wie er gegenüber «Schweiz aktuell» erklärte.
Auf der Suche nach Investor Hintergrund dieses neu aufgebrochenen Zerwürfnisses sind die aktuellen Verhandlungen rund um eine Sanierung der Therme und des Hotels Therme. Seit Jahren sucht die Gemeinde als Eigentümerin des Thermenkomplexes einen Investor, um in die Erneuerung zu investieren.
Zumthor hat sein Interesse an einer Übernahme der Hotelanlage Therme angemeldet.
Mitte September wurde das Angebot des Bündner Financiers Remo Stoffel bekannt, der die ganze im Besitz der Gemeinde befindliche Anlage kaufen und dort 50 Millionen investieren will. Diese Ankündigung rief Stararchitekt Peter Zumthor auf den Plan. Letzte Woche gab er in der Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens bekannt, ebenfalls nach möglichen Investoren suchen zu wollen.
Mehrere Interessenten Nun liegt der Ball bei der Gemeinde. An ihr ist es, eine Gemeindeversammlung anzusetzen, um über die Zukunft der Therme und des Hotels ab zu stimmen. Dann haben die Valserinnen und Valser zu entscheiden, ob und an wen sie den Thermenkomplex verkaufen wollen.
Wann die Gemeindeversammlung stattfinden wird, ist noch nicht klar. Denn die Gemeinde hat neben den bekannt gewordenen Interessenten Remo Stoffel und Peter Zumthor noch mindestens zwei weitere Interessenten, wie Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz sagte. Diese gelte es nun zu prüfen, um für die Gemeindes das Beste zu machen. Klar ist: das Angebot des Financiers Remo Stoffel gilt bis zum 11. März nächsten Jahres.
Die berühmte Therme Vals kann beim Ausbau ihres Hotels auf Gelder des Kantons hoffen. Laut Regierungsrat Hansjörg Trachsel ist das Haus förderungswürdig und äusserst wichtig für den Ort.
Bericht über die Therme Vals, 8.11.2011 Autor: Wolf Jean-Pierre Ort: Adliswil Datum/Zeit: 09.11.2011 23:08
Was zurzeit in Vals vorgeht, weckt beim Leser und häufigen Besucher der Gemeinde den Eindruck wenig klarer Verhältnisse. Nimmt der Hoteba-Verwaltungsrat die Interessen der Eigentümerin, die Gemeinde Vals, so wahr, wie es selbstverständlich seine Rolle ist? Dann müsste er sehr zufrieden auf die Liste interessierter Investoren blicken und ein transparentes Verfahren zur Bewertung der Angebote in die Wege leiten. Das braucht Zeit. Es geht schliesslich um namhafte Beträge und um demokratische Prozesse der Meinungsbildung. In diesem Lichte erscheint auch der Zeitraum bis zum 20.12. als viel zu kurz für das bedeutende Geschäft. Dass der Verwaltungsrat in dieser heiklen Situation sich erlaubt, selbständig Mediencommuniqués zu verschicken, ist ungeschickt. Die Öffentlichkeit muss durch die Gemeinde orientiert werden. Die Rollenkonfusion schadet dem Vorhaben in einer Zeit, in der die Bündner ‚Hotellerie weiter im Tief‘ liegt.
Die Therme Vals im Bündner Oberland kann beim Ausbau ihres Hotels auf Gelder vom Kanton hoffen. Das Haus ist laut Volkswirtschaftsdirektor Hansjörg Trachsel grundsätzlich förderungswürdig, da es zentral für die Therme und für Vals sei.
Der Kanton sei mit der finanziellen Förderung von Hotels generell sehr zurückhaltend, da Graubünden sehr viele Beherbergungsbetriebe aufweise, sagte Trachsel am Dienstag am monatlichen Mediengespräch. Die Valser Herberge gehöre aber zu den Ausnahmen. «Dieses Hotel ist der Tourismusmotor des ganzen Tals», sagte der Volkswirtschaftsdirektor.
Konkret habe der Kanton ein Gesuch des Churer Unternehmers Remo Stoffel geprüft - aber noch nichts entschieden. Zuerst müsse die Gemeinde Vals beschliessen, ob sie mit dem gebürtigen Valser Stoffel überhaupt ins Geschäft kommen wolle. «Wir sind die letzten, die eine Entscheidung fällen werden», sagte Trachsel.
Die Gemeinde Vals will die vom Stararchitekten Peter Zumthor erbaute Therme samt Hotel verkaufen, mit der Auflage an den Käufer, die Anlage zu sanieren und zu erweitern. Der 35-jährige Stoffel hat als Erster ein Angebot gemacht. Er will rund 50 Millionen Franken investieren und ein neues Hotel bauen. Stoffels Person und sein Angebot werden in Vals und im Kanton kontrovers diskutiert. (rom/sda)
Kritik an Peter Zumthor soll Remo Stoffel den Weg ebnen
Der Verwaltungsrat der «Therme» Vals schiesst scharf gegen Peter Zumthor. Der Grund: Der Stararchitekt hat sein Interesse an einer Übernahme der Hotelanlage angemeldet. Doch das Gremium will Remo Stoffel als «Retter» sehen.
Von Hansruedi Berger
Vals. – Der Churer Unternehmer Remo Stoffel will die Hotel und Thermalbad Vals AG (Hoteba) übernehmen und rund 58 Millionen Franken in einen Neubau und die Sanierung des Objekts investieren. Für die Anlagen mit dem bekannten Felsenbad, die der Gemeinde Vals gehören, bietet Stoffel eine Million Franken.
Doch jetzt erhält Stoffel Konkurrenz: Bis gestern sind mehrere Anfragen im Zusammenhang mit einer allfälligen Übernahme bei der Gemeinde Vals eingegangen. Darunter auch vom Haldensteiner Architekten Peter Zumthor, dem Erbauer des Bades. Dies bestätigt Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz auf Anfrage.
«Nicht nachvollziehbar» Und dies stösst offensichtlich dem Hoteba-Verwaltungsrat sauer auf. In einer Medienmitteilung von gestern richtet er schwere Vorwürfe gegen Zumthor. Unter anderem heisst es in dem Schreiben: «Die öffentliche Darstellung, Peter Zumthor sei ein Garant für die Qualität und die Kultur in der Hotel und Thermalbad Vals AG, ist nicht nachvollziehbar.» Der Verwaltungsrat erachte eine weitere Beteiligung Zumthors an der Entwicklung des Unternehmens nicht für wünschenswert. Weiter wird in dem Schreiben hervorgestrichen, dass eine Zusammenarbeit mit Zumthor immer mit grossen Schwierigkeiten verbunden gewesen sei.
Im selben Boot mit Stoffel Weshalb der Rundumschlag gegen Zumthor erfolgt, zeigt sich am Schluss der Mitteilung. Der Verwaltungsrat hat offensichtlich Angst, dass mit einem allfälligen Angebot von Zumthor ihr Wunschkandidat Stoffel in Bedrängnis geraten könnte. Er schreibt denn auch: Das vorliegende Angebot sei eine einzigartige Chance für die zukunftsorientierte Entwicklung der «Therme» Vals. Der Entscheid über Stoffels Angebot durch die Gemeindeversammlung solle deshalb nicht unnötig hinausgezögert werden. Und dass der Verwaltungsrat und Stoffel offenbar im gleichen Boot sitzen, zeigt sich nicht zuletzt darin, dass Stoffels Mediensprecher gestern bei «Südostschweiz» nachfragte, ob die Mitteilung des Hoteba-Verwaltungsrats auch wirklich eingetroffen sei …
Die Valser Gemeindepräsidentin Walker-Tönz lässt sich allerdings durch den Hoteba-Verwaltungsrat nicht unter Druck setzen. Sie werde in den nächsten Tagen mit den Interessenten Kontakt aufnehmen. Konkrete Angebote müssten jedoch bis am 20. Dezember bei der Gemeinde vorliegen, betonte sie.
Vals. – Der Verwaltungsrat der Hotel und Thermalbad Vals AG ist dezidiert gegen eine mögliche Übernahme der Valser «Therme» durch den Stararchitekten Peter Zumthor.
Dies schreibt er in einer Mitteilung von gestern und hält damit an seinem «Wunschkandidaten» Remo Stoffel fest.
Dicke Luft in der Therme Vals Vor wenigen Tagen sorgte das Angebot, das der Bündner Immobilienunternehmers Remo Stoffel der Gemeinde Vals für die Therme machte, für heftige Diskussionen. Jetzt hat es zwischen ihrem Architekten Peter Zumthor und dem Verwaltungsrat einmal mehr gekracht. Eine weitere Beteiligung des Erbauers an den Geschicken des Bades sei unterwünscht, teilte der Verwaltungsrat heute mit.
Eine Mediation habe schon im August gezeigt, dass eine weitere Zusammenarbeit mit Zumthor nicht mehr möglich sei, schreibt der Verwaltungsrat in seinem Communiqué. Konkret geht es dabei um die Renovation und den Ausbau von Bad und Hotel. Die „öffentliche Darstellung“, Zumthor sei der Garant für Qualität und Kultur der Anlage, sei nicht nachvollziehbar. Damit bricht nun schon die zweite Führungsmannschaft mit dem Thermenvater. Vor rund zwei Jahren hatte der damalige Verwaltungsrat bereits wegen „schwieriger Zusammenarbeit“ alle Verträge mit Zumthor gekündigt. Der aktuelle Verwaltungsrat hatte die Gespräche mit dem Stararchitekten wieder aufgenommen – aber offenbar erfolglos.
„Wenn ich einmal etwas gemacht habe, dann kümmere ich mich darum“ Ursache für das Zerwürfnis zwischen dem Verwaltungsrat und Zumthor waren die aktuellen Finanzprobleme des Bades oder vielmehr der Gemeinde: Seit ihrer Eröffnung 2006 frönen nicht nur Wellnessbegeisterte sondern vor allem Architekturinteressierte in der Valser Therme dem Badevergnügen und ihrer archaisch anmutenden Architektur. Doch mittlerweile herrscht Sanierungsbedarf, vor allem was das Hotel betrifft. Und die Gemeinde, der das Bad gehört, kann die nötigen Millionen dafür nicht aufbringen. Sie sucht darum schon länger einen Investoren. Im September unterbreitete ihr der Churer Unternehmer Remo Stoffel ein Angebot für die Therme. Er will sie samt Hotel und dazugehörigen Appartementhäusern übernehmen und rund 50 Millionen in die Anlage investieren. Dieses Unterfangen ist in Vals allerdings umstritten. Denn die Gemeinde soll gerade mal eine Million Franken von Stoffel für das Architekturjuwel erhalten - zu wenig, finden die Kritiker. Sie befürchten überdies, dass es Stoffel nur um ein Investitionsgeschäft geht und nicht um ein langfristiges Engagement.
In der Folge kündigte Zumthor vergangene Woche in der Nachrichtensendung „10 vor 10“ an, um die Therme mitbieten zu wollen. Er werde versuchen, kulturell interessierte Liebhaber als Investoren zu finden. Im passt unter anderem nicht, dass dort nun gebaut werden soll. „Wenn ich einmal etwas gemacht habe, dann kümmere ich mich darum“, erklärte er gegenüber „10 vor 10“ sein Engagement. Das letzte Wort im Ringen um die Zukunft von Vals grossem Gästemagneten werden aber die Stimmbürger haben. Die Gemeindeversammlung soll entscheiden, ob und an wen das Bad verkauft wird. (mai/sda)
Erneut Zerwürfnis mit Stararchitekt Zumthor Der Verwaltungsrat der «Therme» Vals schiesst scharf gegen Peter Zumthor. Der Grund: Der Stararchitekt hat sein Interesse an einer Übernahme der Hotelanlage angemeldet. Doch das Gremium will Remo Stoffel als «Retter» sehen.
Vals. – In einer Medienmitteilung von gestern richtet der Hoteba-Verwaltungsrat schwere Vorwürfe gegen Zumthor. Unter anderem heisst es in dem Schreiben: «Die öffentliche Darstellung, Peter Zumthor sei ein Garant für die Qualität und die Kultur in der Hotel und Thermalbad Vals AG, ist nicht nachvollziehbar.
Im selben Boot mit Stoffel Weshalb der Rundumschlag gegen Zumthor erfolgt, zeigt sich am Schluss der Mitteilung. Der Verwaltungsrat hat offensichtlich Angst, dass mit einem allfälligen Angebot von Zumthor ihr Wunschkandidat Remo Stoffel in Bedrängnis geraten könnte. Der gebürtige Valser will nach eigenem Bekunden rund 50 Millionen Franken investieren. Unter anderem ist die Rede von einem Hotelneubau.
Das letzte Wort im Ringen um die Zukunft von Vals grossem Gästemagneten werden die Stimmbürger haben. Die Gemeindeversammlung soll entscheiden, ob und an wen das Bad verkauft wird.
Remo Stoffel will Vals die Therme für eine Million abkaufen Das Angebot des umstrittenen Bündner Immobilienunternehmers spaltet die Gemeinde. Sie will weitere Angebote prüfen. Aus Sorge um die Therme sucht deren Architekt Peter Zumthor andere Investoren.
Von Andreas Flütsch
Das Angebot des Bündner Immobilienunternehmers Remo Stoffel hat es in sich. Die Gemeinde Vals soll die von Peter Zumthor gebaute Therme mitsamt dem Hotel und anderen Nebenbetrieben zu einem symbolischen Preis verkaufen. Stoffels verbindliches Kaufangebot, das bis Mitte März nächsten Jahres gilt, sieht vor, dass Vals ihm 100 Prozent der Aktien für 7 Millionen Franken verkauft. Den Löwenanteil des Verkaufspreises würde die Gemeinde indes nie erhalten.
Um Alleineigentümer der Therme zu werden, will Stoffel Vals nämlich nur eine Million Franken in bar bezahlen. Die übrigen 6 Millionen Franken müsste die Gemeinde nämlich à fonds perdu als Investitionsbeihilfe in den von Stoffel versprochenen Hotelneubau der Therme einschiessen. Das ist aber noch nicht alles. Für die eine Million Franken soll Stoffel - neben der Kontrolle über Therme und Hotelbetrieb - von der Gemeinde zusätzlich zwei Grundstücke erhalten plus einen Bungalow auf einem der Grundstücke. Im weiteren soll Vals ihm alle Anschlussgebühren erlassen und auch in Zukunft das Wasser für die Therme gratis zur Verfügung stellen.
Stoffel investiert 11 Millionen Als Gegenleistung will Stoffel sich verpflichten, mit anderen Investoren gegen 60 Millionen Franken in die Erneuerung der Anlage zu investieren. Die Gemeinde hat einige Bedingungen gestellt. Die Therme soll den Einheimischen zu den bisherigen Konditionen zur Verfügung stehen. Und Stoffel müsste bis 2014 eine Baubewilligung einholen, um mit dem Bau zu starten. Bei Verzug könnte die Gemeinde die Rückübertragung der
Therme verlangen. So lange müsse Stoffel das Eigenkapital der Therme erhalten, lautet eine weitere Auflage. Remo Stoffel will, neben der einen Million für Vals, nach eigenem Bekunden nur rund 10 Millionen Franken eigenes Geld in die Erneuerung des Thermekomplexes investieren. Den Löwenanteil der Mittel müssten laut Stoffel weitere Investoren aufbringen. Der Kanton Graubünden müsste 2 Millionen Franken à fonds perdu und nochmals 2 Millionen als Darlehen einbringen. Die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit, die das Projekt geprüft hat, soll 3 Millionen Franken einschiessen.
Bevölkerung ist gespalten Weitere 37 Millionen Franken sollen von Banken aufgebracht werden, vorab von der Bündner Kantonalbank. Diese Zahlen haben Arnold Huber, Vizepräsident der Hotel und Thermalbad Vals AG, und Stoffel auf Anfrage bestätigt. Die 6 Millionen Franken der Gemeinde würden indes nicht bar fliessen. Da es sich faktisch um einen Forderungserlass handelt, stehen Stoffel für die Erneuerung nur rund 54 Millionen zur Verfügung. Die Valser Gemeindepräsidentin Margrit Walker wollte gestern nicht Stellung nehmen: Sie wolle der Diskussion der Offerte von Stoffel im Valser Gemeinderat nicht vorgreifen, die heute stattfindet. Die Valser Bevölkerung ist beim Thema Stoffel gespalten. Die einen begrüssen, dass der gebürtige Valser den ertragsschwachen Betrieb modernisieren will. Andere argwöhnen, Stoffel wolle ein Juwel zum Schnäppchenpreis übernehmen und aushöhlen.
«Überrumpelung verhindert» Stoffel ist für die Justiz kein Unbekannter, gegen ihn laufen mehrere Strafverfahren. Die Eidgenössische Steuerverwaltung führt eine Untersuchung gegen ihn wegen Verdachts auf Hinterziehung grosser Beträge. Demnächst muss er sich vor Bündner Richtern wegen des Verdachts der Gläubigerschädigung verantworten. Und die Bündner Staatsanwaltschaft ermittelt seit Jahren wegen Vermögensdelikten und Urkundenfälschung. Wie immer in solchen Fällen gilt die Unschuldsvermutung.
«Ich bin wie viele in Graubünden in Sorge um die Zukunft der Therme in Vals», begründet deren Architekt Zumthor seine Absicht, andere Investoren als Käufer der Anlage aufzutreiben: «Es ist ja bekannt, dass Stoffel nicht den besten Ruf geniesst.» Er sei froh, dass die Gemeinde Vals Stoffels Angebot genauer unter die Lupe nehme und sich Zeit lasse, um auch weitere Angebote zu prüfen, sagt Zumthor: «Das Überrumpelungsmanöver ist verhindert, darum bin ich halbwegs beruhigt.» Ob die von Zumthor angefragten «Leute aus dem kulturellen Bereich» gross investieren wollen, ist indes offen. Zumthor selber will nicht einsteigen: «Ich habe kein Geld.».
Tauchen nicht weitere Bieter auf, dürfte Vals also noch diesen Winter darüber abstimmen, ob die Therme für eine Million an Stoffel verkauft wird.
Quelle: Tages-Anzeiger - Donnerstag, 3. November 2011
Knatsch in Vals: Wie weiter mit der Therme?
Isabelle Jäger
Dienstag, 1. November 2011, 21:41 Uhr, Aktualisiert 23:31 Uhr
Im Bündner Bergdorf Vals will ein Investor 50 Millionen in den Thermen-Komplex investieren. Herzstück der Anlage ist die Felsentherme von Star-Architekt Peter Zumthor. Dass dort nun gebaut werden soll, missfällt ihm, wie er «10vor10» sagt. Er will die Zügel nun wieder selbst in die Hand nehmen.
Seit sie vor 15 Jahren eröffnet wurde, ist Peter Zumthors Felsentherme ein Publikumsmagnet. Architekturliebhaber pilgern seither Jahr für Jahr nach Vals. Baden lässt es sich dort wunderbar, wohnen weniger. Der Erneuerungsbedarf des Hotel Therme ist unbestritten.
Die Gemeinde sucht bereits seit langem nach Investoren. Genauer gesagt seit 1983, als die Gemeinde aus Angst vor drohender Spekulation die ganze Anlage selbst übernommen hatte. Bislang war die Suche ergebnislos.
Millionen-Investitionen angekündigt Am 12. September wendete sich das Blatt. Der Bündner Financier und Multimillionär Remo Stoffel (34), selbst in Vals aufgewachsen, hat der Gemeinde ein Angebot unterbreitet. Er will die Therme samt Appartementhäusern und Hotel vollständig übernehmen und dort 50 Millionen investieren. «Jetzt braucht's Innovation, neue Kraft. Wir müssen etwas Neues machen, sonst sind wir gar nicht mehr interessant», bekräftigt er gegenüber «10vor10» seinen Willen zu einer langfristigen Grossinvestition.
Für die Gemeinde, Besitzerin der Thermen-Anlage, hat Stoffel so eine neue Situation geschaffen. Erstmals erwägt die Behörde den vollständigen Verkauf der Anlage.
Zumthor will mitbieten Diese neue Sachlage ruft auch andere Interessenten auf den Plan. So hat der Star-Architekt Peter Zumthor gegenüber «10vor10» deutlich gemacht, selber aktiv werden zu wollen.
Nun liegt der Ball bei den Valser Stimmbürgern. Doch die Gemeinde ist gespalten: Will sie einem Investor alles in die Hand geben? Oder will sie riskieren, keinen Investor mehr an Land ziehen zu können? Tatsache ist: Zumthors Felsentherme ist das grosse Kapital der Valser. Rund 30 Millionen hat das kleine Dorf investiert. Doch wie es weiter gehen soll ist alles andere als klar.
Vals. – Die Valser Bevölkerung will, dass das Kaufangebot für die Hotel und Thermalbad Vals AG (Hoteba) des Churer Investors Remo Stoffel durch die Gemeindebehörde gründlich überprüft wird.
Mit deutlichem Mehr wurde an der Gemeindeversammlung vom Freitagabend ein Antrag abgelehnt, der von den Behörden verlangt hatte, dass der geplante Verkauf bis Ende November dem Volk vorgelegt wird. Die Stimmberechtigten folgten damit dem Willen von Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz. Diese hatte erklärt, dass ein Verkauf der Hoteba für die Gemeinde weitreichende Folgen haben werde. Es sei daher die Pflicht, nicht nur Stoffels Angebot, sondern auch andere Möglichkeiten sorgfältig zu prüfen.
Der Gemeinderat arbeitet zurzeit an der Prüfung des am 21. September 2011 der Öffentlichkeit vorgestellten Investitionsangebotes für die Hotel und Thermalbad Vals AG. Zudem haben sich weitere Interessenten für ein Engagement beim Hotel Therme gemeldet. Die Abklärungen nehmen Zeit in Anspruch.
Der ursprünglich vorgesehene Zeitplan mit Entscheid Ende Oktober 2011 kann deshalb nicht eingehalten werden. Wir bitten Einwohnerinnen und Einwohner deshalb um Geduld.
(v. Gemeinderat Vals)
Therme Vals: Plötzlich hat nicht nur Stoffel Interesse
Remo Stoffels Investitionsangebot für das Hotel «Therme» in Vals könnte zu einer unerwarteten Wende führen: Es haben sich weitere Interessenten für ein Engagement gemeldet. Doch die Zeit ist knapp.
Von Jano Felice Pajarola
Vals/Chur. – Die Valser Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz bestätigt es: Remo Stoffel ist nicht mehr der Einzige, der sich ein finanzielles Engagement bei der Hotel- und Thermalbad Vals AG (Hoteba) vorstellen könnte. Es gibt inzwischen weitere Interessenten. Zu deren Identität könne sie derzeit noch nichts sagen, so Walker-Tönz. Sie meint aber den Grund dafür zu kennen, dass nach längerer erfolgloser Suche plötzlich mehrere potenzielle Investoren für das der Gemeinde gehörende Thermenhotel auftauchen: «Bis anhin war nicht bekannt, dass die Gemeinde alle Aktien der Hoteba verkaufen soll. Eine politische Gemeinde als Hauptaktionärin ist für Investoren nicht vollumfänglich berechenbar. Diese Ausgangslage hat sich nun grundlegend geändert.» Zwar habe es zum Behalten der Aktienmehrheit ihres Wissens nie einen konkreten kommunalen Beschluss gegeben. Aber: «Ein Hotel zu führen gehört nicht zu den Aufgaben einer Gemeinde. »Dass Stoffel Nebenbuhler bekommen könnte, sorgt in der Bevölkerung zumindest teilweise für Aufatmen; alle sind nicht begeistert von der möglicher Übernahme der Hoteba-Aktien durch den umstrittenen Unternehmer mit Valser Wurzeln. «Und der Kanton hat uns empfohlen, auch weitere Angebote eingehend zu prüfen», betont Walker-Tönz.
Kanton von Projekt überzeugt Allerdings: Der Kanton steht klar hinter Stoffels Projekt. «Aus Sicht unseres Amts ist es ein zukunftsgerichtetes Vorhaben für Vals», sagt Eugen Arpagaus, Leiter des zuständigen Amts für Wirtschaft und Tourismus (AWT). In der Regierung sei auch bereits besprochen worden, dass der Kanton mitwirken werde, wenn Vals mit dem Projekt einverstanden sei. «Eine unserer Herausforderungen wird es sein, der Bevölkerung klarzumachen, dass die Ertragslage des Hotels grössere Investitionen nicht erlaubt.» Ohne das Investment werde die nötige Qualitäts und Ertragssteigerung mit einem Neubau nicht möglich sein, so Arpagaus. «Die Frage nach dem Investor ist in Vals eine sehr emotionale», weiss der AWT-Leiter. «Aber sie hat nicht mit dem Projekt zu tun, und entscheiden sollte man anhand des Projekts. Die Unterlagen dazu sind perfekt. Aus unserer Sicht ist der Investor nicht zwingend ein Thema.»
GKB: Froh um anderen Investor? Gerne hätte die «Südostschweiz» von der als Hauptgeldgeberin des Stoffel-Investments aufgeführten Graubündner Kantonalbank (GKB) gewusst, ob die Person des Investors für sie ein Thema ist: Steht die Bank hinter Stoffels Plänen, geniesst er ihr volles Vertrauen? «Wir nehmen zu Fragen dieser Art nicht öffentlich Stellung», so die Antwort der GKB-Medienabteilung. Damit bleibt auch ein in Vals kursierendes Gerücht unbestätigt: dass es der GKB mehr als willkommen wäre, wenn sich ein anderer Investor finden liesse. Immerhin soll Stoffel während seiner einstigen Tätigkeit als Vermögensverwalter in Vals (Ausgabe vom 28. September) ausgerechnet ein Dokument der GKB gefälscht haben. Die Untersuchung dazu läuft aber noch.
Und die Gemeinde? Sie will den Investor prüfen, wie Walker-Tönz sagt – und allfällige weitere Angebote. Nur: Jenes von Stoffel läuft am 11. März 2012 aus. «Das heisst auch: Für weitere Interessenten ist die Zeit äusserst knapp.»
Der mögliche Rückzug der Gemeinde Vals als Alleinaktionärin der Hotel- und Thermalbad Vals AG lockt weitere Investoren auf den Plan. Remo Stoffel ist nicht mehr der einzige, der Interesse hat.
Vals. – Ein Entscheid der Valser zu Remo Stoffels Investitionsangebot für das Hotel «Therme» wird nicht wie geplant bis Ende Oktober fallen: Die nötigen Abklärungen nehmen mehr Zeit als gedacht in Anspruch, wie Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz bestätigt.
Der Grund: Für ein finanzielles Engagement haben sich inzwischen weitere Interessenten gemeldet. Walker-Tönz vermutet, dass der mögliche Rückzug der Gemeinde als Alleinaktionärin der Grund für das Interesse sein könnte. Vor Stoffels Angebot war nicht bekannt, dass diese Möglichkeit besteht. Für Investoren habe sich die Ausgangslage nun völlig geändert, so Walker-Tönz. (jfp)
Eine Gruppe Valser wirft dem Verwaltungsrat der Sportbahnen Vals AG eine falsche Strategie vor. Die Wiederwahl des Gremiums fiel dennoch sehr klar aus.
Vals. – An der Generalversammlung der Sportbahnen Vals AG vom Freitagabend im Bergrestaurant «Gadastatt» wurde der amtierende Verwaltungsrat mit Präsident Werner Jörger, Vizepräsident Urs Hubert sowie den Mitglieder Riet Theus und Peter Schmid mit grossem Mehr für eine weitere dreijährige Amtsdauer bestätigt.
Der Wahl vorausgegangen waren jedoch lange Diskussionen. Eine Gruppe um den Valser Unternehmer Norbert Gartmann machte sich für einen anderen Verwaltungsrat stark, ohne jedoch zuhanden der Versammlung Wahlvorschläge zu unterbreiten. Der amtierende Verwaltungsrat agiere zu langsam und habe bei den Investitionen die falschen Prioritäten gesetzt, lauteten die Vorwürfe. So hätte beispielsweise die künstliche Beschneiung bis ins Tal hinuntergezogen werden sollen. Auch habe man die Gondelbahn realisiert, obwohl im Skigebiet dringendere Investitionen erforderlich gewesen wären, lauteten einige der Kritikpunkte.
Verwaltungsrat wehrt sich
Der Verwaltungsrat legte dar, dass die untere Bahn infolge ihres Alters und der auslaufenden Konzession ersetzt werden musste. Andere Vorhaben hätten infolge Geldmangels zurückgestellt werden müssen, und man wolle auch in Zukunft Schritt für Schritt vorgehen. Bei der Erweiterung der Beschneiungsanlagen habe derzeit jene im Bereich Ganni/Leis-Talstation erste Priorität, wie dies auch im Jahresbericht ausgeführt wurde. Insofern würden die Opponenten also offene Türen einrennen.
Im Gegensatz zu anderen Bergbahnunternehmen schloss die Jahresrechnung der Sportbahnen Vals AG positiv ab. Bei einem Betriebsertrag von rund 1,75 Millionen Franken wurde ein Ebitda von 733 000 Franken erreicht, was 42 Prozent des Gesamtertrages entspricht und das zweitbeste je erzielte Resultat darstellt. Der Cashflow betrug 628 000 Franken oder 35,9 Prozent des Gesamtertrages. Die Abschreibungen belaufen sich auf 596 000 Franken der Gewinn wird mit 31 600 Franken ausgewiesen.
Valser Stockwerkeigentümer wehren sich gegen Stoffel
Remo Stoffels Plan, rund 58 Millionen Franken in das Valser Hotel «Therme» zu investieren, kommt bei den benachbarten Zweitwohnungsbesitzern nicht gut an. Doch in Vals ist man über die Einmischung von aussen nicht begeistert.
Von Hansruedi Berger
Vals. – Seit Jahren sucht der Verwaltungsrat der Hotel und Thermalbad Vals AG einen Investor. Denn das in Besitz der Gemeinde befindliche Hotel «Therme» muss dringend saniert werden. Jetzt hat der Churer Unternehmer Remo Stoffel dem Verwaltungsrat die Offerte unterbreitet, die Anlage für insgesamt 58,5 Millionen zu erneuern. Bedingung: Er wird zu 100 Prozent Eigentümer der Hotel und Thermalbad Vals AG (Ausgabe vom 22. September).
Doch Stoffels Angebot stösst nicht überall auf Begeisterung. Vor allem nicht bei den Stockwerkeigentümern der benachbarten drei Häuser Selva, Tomül und Zerfreila. Nachdem sich letzte Woche schon Paul Kopp, ehemaliger Präsident des Obergerichts Luzern, kritisch gegenüber Stoffel geäussert hat wegen gewisser Ungereimtheiten in seiner ehemaligen Tätigkeit als Verwalter der Stockwerkeigentümer-Gemeinschaften, doppeln jetzt die Delegierten der drei Stockwerkeigentümer-Gemeinschaften nach.
Zweifel an Stoffels Glaubwürdigkeit
In einem Brief an Alois Vinzens, den CEO der Graubündner Kantonalbank (GKB), welche den grössten Teil der Investition finanzieren soll, fordern die neun Delegierten, dass Stoffels Angebot von der Bank genau unter die Lupe genommen wird. Dabei äussern die Initianten Bedenken, dass das Projekt scheitern und damit für die Gemeinde Vals ein schwerer Imageschaden entstehen könnte. Im Weiteren zweifeln sie auch «grundsätzlich an der Vertrauens- und Glaubwürdigkeit des Investors». Ausserdem verlangen die Delegierten Aufschluss über die Frage, weshalb nicht andere Investoren für eine Sanierung gefunden werden konnten.
«Sorge um einen Wertverlust»
Ganz uneigennützig ist die Intervention der Delegierten der drei Häuser mit weit über 200 Einheiten allerdings nicht. Sie sind, wie aus dem Brief hervorgeht, auch «in Sorge um einen potenziellen Wertverlust» ihres Eigentums. Seitens der Kantonalbank will man zum Schreiben keine Stellung nehmen. Auch der Verwaltungsratspräsident der Hotel und Thermalbad Vals AG, Stephan Schmid, will sich zum Brief der Stockwerkeigentümer nicht äussern. Der Verwaltungsrat sei nicht berechtigt, Auskünfte über Verhandlungen mit potenziellen Investoren publik zu machen.
Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz, die wie Schmid eine Kopie des Schreibens erhalten hat, hält sich ebenfalls bedeckt. Die Gemeinde werde das Projekt genau prüfen, verspricht sie. Man werde dabei auch einen externen Experten beiziehen. Sobald diese Abklärungen abgeschlossen sind, werde sich der Gemeinderat dazu äussern.
Und Stoffel selbst meint: «Meine Verhandlungspartner sind die Hotel und Thermalbad Vals AG und die Gemeinde.» Die Stockwerkeigentümer der drei benachbarten Häuser hätten mit der geplanten Transaktion nichts zu tun.
Eigentümer sind keine Valser
Bei der Valser Bevölkerung stösst die Intervention der Stockwerkeigentümer auf wenig Verständnis, denn die über 200 Eigentümer aus den drei Häusern stammen nicht aus dem Dorf. Zwar mag niemand offiziell Stellung nehmen. Doch dass Auswärtige versuchen, auf die Gemeinde- politik Einfluss zu nehmen, wird hier, wie in anderen Bündner Gemeinden, auch nicht gern gesehen.
Vals. – Dass der Unternehmer Remo Stoffel über 50 Millionen Franken in das Valser Hotel «Therme» investieren will, passt den Stockwerkeigentümern der benachbarten drei Häuser ganz und gar nicht.
Doch ihr Protest kommt in der Gemeinde nicht gut an. Während sich die Behörden bedeckt halten, hat die Bevölkerung wenig Verständnis für die Kritik der über 200 Auswärtigen.
Die Rückkehr eines umstrittenen Sohns spaltet Vals
Von Jürg Ackermann.
Der junge Unternehmer Remo Stoffel will 50 Millionen Franken in das Thermen-Hotel investieren. Doch woher hat der Einheimische, gegen den Strafverfahren laufen, dieses Geld?
Remo Stoffel ist eine schillernde Figur. Nicht erst seit dem Sommer 2009, als er sich Hals über Kopf in die Snowboarderin Manuela Pesko verliebte. Der 35-jährige Unternehmer stand zuletzt auch anderweitig im Rampenlicht: Er kaufte sich bei den Bergbahnen Lenzerheide ein, erwarb Werke von Alberto Giacometti und ersteigerte für Hunderttausende Franken seltene Autonummern. Daneben hat er etwa in Pontresina und auf der Lenzerheide millionenschwere Immobilienprojekte am Laufen.
Stoffel steht auch jetzt wieder im Fokus. Vergangene Woche wurde bekannt, dass der aus einfachen Verhältnissen stammende, ehemalige Banklehrling mit über 50 Millionen Franken die Therme Vals und den Hotelbetrieb von der Gemeinde übernehmen und modernisieren will. Es wäre eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln (Stoffel wuchs in Vals auf, seine Eltern wohnen noch heute dort) und eine fast glückliche Fügung: In Vals sucht man seit über zehn Jahren einen Investor. Denn ohne Neubau und Sanierung ist der Hotelbetrieb im hart umkämpften Tourismusmarkt mittelfristig kaum konkurrenzfähig.
Gerichtsverfahren am Hals
Dies sieht auch Paul Kopp so. Dennoch treiben den 82-jährigen ehemaligen Präsidenten des Obergerichts Luzern Zweifel um. Der Besitzer eines Appartments in einem der zur Therme gehörenden Häuser setzt in einem Brief an die Bündner Kantonalbank, die als Hauptgeldgeberin Stoffels Investitionen in Vals mitfinanzieren will, Fragezeichen. Er sei sehr besorgt über die geplante Übernahme, schreibt Kopp im Brief, der dem TA vorliegt. Man sei mit der Tätigkeit Stoffels als Verwalter der Stockwerkeigentümer der Therme nicht zufrieden gewesen. Darum habe man ihn 2006 gegen eine Person ausgewechselt, «deren Seriosität und Zuverlässigkeit ausgewiesen war».
Kopp ist nicht allein: Andere verweisen auf die Strafverfahren, die gegen den möglichen Investor laufen. Stoffel ist in den vergangenen Jahren verschiedentlich in die Mühlen der Justiz geraten. Gemäss «Bilanz» läuft eine Untersuchung der eidgenössischen Steuerverwaltung wegen Verdachts auf Hinterziehung grosser Steuerbeträge in einer seiner Firmen. In Graubünden hat Stoffel zudem Verfahren wegen Vermögens- und Konkursdelikten am Hals. Stoffel, dessen fast schon märchenhafter Aufstieg sich mit dem Kauf der Immobiliengesellschaft Avireal im Zuge der Liquidation der Swissair 2005 beschleunigte, wies die Vorwürfe stets als haltlos zurück. Auch am geschäftlichen Erfolg änderten sie anscheinend nichts: Experten schätzen den Wert des Firmenimperiums auf eine halbe Milliarde Franken.
«Nur Vermutungen, keine Verurteilungen»
Dennoch: Die Vorwürfe beschäftigen auch den Valser Gemeinderat. «Wir treffen Abklärungen», sagt Gemeindepräsidentin Margrit Walker. Es sei klar, dass ein Entscheid von solcher Tragweite gegenüber den Bürgern begründet werden müsse. Walker weiss um die Wichtigkeit der von Peter Zumthor gebauten Therme und des dazugehörenden Hotelbetriebs: «Ohne Therme wäre Vals nur ein normales Bündner Bergdorf.»
Möglicherweise wird bereits im Oktober über das Kaufangebot abgestimmt. Vals ist offenbar gespalten, wie Insider berichten. Weil die Gemeinde die notwendige Sanierung des Hotelbetriebs nicht selber schultern kann, sind viele froh, endlich einen privaten und erst noch einheimischen Investor gefunden zu haben. Andere fragen sich jedoch, woher Stoffel das viele Geld hat, und mutmassen, ihm gehe es auch darum, den Valsern zu zeigen, dass er es zu etwas gebracht habe.
Daran glaubt Stephan Schmid nicht. «Für uns ist es wichtig, dass jemand investiert, der mit dem Ort verbunden ist», sagt der Präsident der Hotel und Thermalbad Vals AG, der den Deal aufgegleist hat. Zweifel am Ruf des möglichen Investors hat Schmid keine. «Es sind nur Vermutungen und keine Verurteilungen. Herr Stoffel investiert nicht aus reinen Renditeüberlegungen. Er will ein Zeichen setzen. Die Gemeinde wäre nicht in der Lage, das zu finanzieren.»
Vals-Investor Stoffel wird von der Vergangenheit eingeholt
Remo Stoffel hat ein Kaufangebot für die Thermalbad Vals AG abgegeben, weil er Vals weiterbringen will. Ob er für diese Aufgabe der Richtige ist, wird von Valser Stockwerkeigentümern, die mit ihm zusammen- gearbeitet haben, angezweifelt.
Von Stefan Bisculm
Vals. – Es klingt wie ein Märchen: Ein ehemaliger Banklehrling aus Vals zieht aus und macht als Immobilienunternehmer eine raketenhafte Karriere. Als 34-Jähriger ist sein Vermögen so gross, dass er in der Lage ist, seiner Heimatgemeinde einen Rettungsring zuzuwerfen, als diese seine Hilfe braucht. Das touristische Flaggschiff der Gemeinde, das Hotel «Therme», muss nämlich dringend saniert und ausgebaut werden. Doch der Gemeinde fehlt das Geld, und der Val-ser Wunderknabe, Remo Stoffel, hat reichlich davon.
Mit Investitionen von 58,5 Millionen Franken will Stoffel das Hotel wieder flottmachen (Ausgabe vom 22. September). In dem Betrag eingeschlossen sind die fünf Millionen, die Stoffel der Gemeinde als Kaufpreis für die Übernahme der Aktien der Hotel und Thermalbad Vals AG anbietet.
Im Visier der Justiz
Die Gemeinde, in deren Besitz sich Hotel und Thermalbad befinden, wird in einer ihrer nächsten Versammlungen beschliessen, ob sie das Angebot annehmen will. Derweil melden sich erste Kritiker zu Wort, die vor einer Zusammenarbeit mit Stoffel warnen.
Paul Kopp, der in Nachbarschaft des Hotels «Therme» zwei Eigentumswohnungen besitzt, wendet sich in einem Brief, welcher der «Südostschweiz» vorliegt, an die Graubündner Kantonalbank (GKB), die das Projekt mit 37,5 Millionen Franken mitfinanziert. Er erinnert die Bank daran, «dass betreffend Herrn Stoffel schweizerisch und im Kanton Graubünden diverse grössere Fragen bestehen, die auch seine Eignung für die Übernahme der Therme betreffen».
Gegen Stoffel läuft derzeit eine Untersuchung der Eidgenössischen Steuerverwaltung, und vor dem Bezirksgericht Maloja muss er sich demnächst wegen des Verdachts auf Gläubigerschädigung verantworten. Bei der Bündner Staatsanwaltschaft läuft ausserdem seit über drei Jahren eine Untersuchung wegen Vermögensdelikten und Urkundenfälschung. Zu einer Anklage ist es bisher nicht gekommen. Die vermeintlichen Straftaten soll Stoffel vor 2006 als junger Vermögensverwalter einer Valser Stockwerkeigentümergemeinschaft begangen haben.
Stoffel wurde ausgewechselt
Als direkt betroffener Stockwerkeigentümer kann sich Kopp an die Arbeit Stoffels erinnern. In seinem Brief an die GKB schreibt er: «Seine Amtsführung vermochte insbesondere in finanzieller Hinsicht die Eigentümergemeinschaft nicht zu überzeugen. Revisoren und Eigentümer waren in grosser Sorge über die undurchsichtige Anlage der Herrn Stoffel anvertrauten Gelder. (...) Die Mehrheit der Eigentümer beschloss 2006, Herrn Stoffel durch eine erfahrene Person, deren Seriosität und Zuverlässigkeit ausgewiesen war, auszuwechseln.»
Die Revisoren der Eigentümergemeinschaft hielten damals in einem Bericht fest, dass Stoffel als Vermögensverwalter in Vals unter anderem ein Bankdokument der GKB gefälscht habe, um die Eigentümer über die Anlage eines gemeinsamen Erneuerungsfonds in Höhe von rund einer Million Franken zu täuschen. Die Stockwerkeigentümer erlitten dadurch zwar keinen finanziellen Schaden, von ihrem jungen Vermögensverwalter hatten sie danach aber genug.
Fachstellen unterstützen das Projekt
Mit Verweis auf diesbezügliche Untersuchungen verzichtet Stoffel auf Anfrage der «Südostschweiz» auf eine Stellungnahme zu den Vorgängen während seiner Zeit als Vermögensverwalter der Valser Stockwerkeigentümergemeinschaft. Den Vorwurf, dass er sich nicht für die Übernahme der Thermalbad Vals AG eigne, weist er jedoch zurück. «Fachstellen wie die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit, Banken und kantonale Amtsstellen beurteilen das Projekt nach eingehender Prüfung positiv», sagt Stoffel.
Die GKB unterhält denn auch weiterhin Geschäftsbeziehungen mit Stoffel. In einem Brief an seinen Anwalt teilt die Bank mit: «Herr Stoffel zählt seit Jahren zu unseren geschätzten Kunden und hat die bisher uns gegenüber eingegangenen Verpflichtungen stets termingerecht erfüllt.»
Vals. – Der Bündner Remo Stoffel will mit Investitionen von knapp 60 Millionen Franken das Hotel «Therme» in Vals retten. Gegen Stoffel läuft unter anderem eine Untersuchung der Eidgenössischen Steuerverwaltung.
Ein Stockwerkeigentümer, der mit Stoffel als Vermögensverwalter zu tun hatte, warnt nun die Graubündner Kantonalbank in einem Brief vor dem 34-jährigen Investor.
Remo Stoffel zählt auf die Hilfe von Gemeinde und Kanton Der Churer Unternehmer Remo Stoffel will im Bündner Ferienort Vals gross einsteigen. Mit seiner Stoffel Partizipationen AG plant er einen Hotelneubau für 50 Millionen Franken sowie die Übernahme aller Aktien der Hotel und Thermalbad Vals AG.
Vals. – Die Gemeinde Vals kaufte die alte Therme mit Hotel 1983 von der damaligen Schweizerischen Bankgesellschaft und baute sie mit der Therme von Architekt Peter Zumthor zur heutigen Anlage aus. Nun sind Investitionen in die Beherbergungsinfrastruktur nötig, wie der Verwaltungsrat der Hotel und Thermalbad Vals AG heute bekanntgab.
Der Verwaltungsrat der Gesellschaft nahm das Angebot der Stoffel Partizipationen AG an und hofft auf die Zustimmung der Gemeindeversammlung. Das Investitionsprogramm sieht den Bau eines neuen Hotels mit 70 Zimmern und Sanierungen in den bestehenden Anlagen vor.
Kein Unbekannter Geplant ist zudem, dass die Stoffel Partizipationen alle Aktien der Hotel und Thermalbad Vals und Landreserven zu einem Preis von sieben Millionen Franken übernimmt («suedostschweiz.ch» berichtete). Zur Deckung einer Finanzierungslücke soll die Gemeinde Investitionsbeiträge im Umfang von sechs Millionen Franken leisten, womit unter dem Strich eine Million Franken netto in die Gemeindekasse fliessen.
Im Sinne einer Investitionshilfe soll die Gemeinde ausserdem das Thermalwasser gratis abgeben und auf Baubewilligungs- und Anschlussgebühren verzichten. Auch vom Kanton Graubünden werden Beiträge erwartet.
Im Visier der Bündner Staatsanwaltschaft Der erst 35 Jahre alte Immobilienunternehmer Stoffel, ein gebürtiger Valser, ist kein Unbekannter. Schweizweit erregte er Aufsehen, als er im Frühling 2005 mit Partnern die Avireal aus dem Nachlass der SAir-Group kaufte. Avireal mit Sitz im ehemaligen Swissair-Hauptsitz in Balsberg plant, baut und betreibt komplexe Immobilien und Infrastrukturen (Facility Management). Das Unternehmen befindet sich seit Herbst 2008 mehrheitlich im Besitz von Stoffel.
Avireal ist von einer Untersuchung durch die Eidgenössische Steueraufsicht betroffen, was vom Unternehmen letztes Jahr bestätigt wurde. Stoffel geriet überdies im Zusammenhang mit dem Konkurs eines Cafés in Pontresina ins Visier der Bündner Staatsanwaltschaft. Verurteilt wurde er nicht, womit die Unschuldsvermutung gilt. (sda)
Stoffel verspricht sich zehn Millionen von Vals und Kanton
Rund 58 Millionen Franken sollen in den Neubau und die Sanierung des Hotels «Therme» Vals investiert werden. Einen Sechstel der Summe erhofft sich Remo Stoffel von der öffentlichen Hand.
Von Hansruedi Berger
Vals. – Mit Investitionen von 58,5 Millionen Franken will der Churer Unternehmer Remo Stoffel das Hotel «Therme» in Vals wieder flottmachen. Dabei soll im Wesentlichen hinter dem bestehenden Haus ein neues Hotel mit 70 attraktiven Zimmern sowie eine Sanierung der bestehenden Infrastruktur realisiert werden. (Ausgabe vom Freitag). Gestern orientierte der Verwaltungsrat der Hotel und Thermalbad Vals AG, die sich zu 100 Prozent in Gemeindebesitz befindet, die Öffentlichkeit über die Einzelheiten der Finanzierung.
Laut Stoffels Plänen soll die Gemeinde sechs Millionen Franken an die Investitionen beitragen. Vier Millionen erwartet der Investor von der kantonalen Wirtschaftsförderung, davon zwei Millionen à fonds perdu. Einen 3-Millionen-Kredit würde die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit beisteuern, und mit 37,5 Millionen soll die Graubündner Kantonalbank das Projekt finanzieren. Rund elf Millionen will Stoffel selbst mit seiner Firma Stoffel Partizipationen AG beisteuern.
Fünf Millionen für die Aktien In den 58,5 Millionen Franken eingeschlossen sind fünf Millionen, die Stoffel der Gemeinde für die Übernahme der Aktien der Hotel und Thermalbad Vals AG bezahlen will. Dies ist nach Meinung des Verwaltungsrats ein faires Angebot. Denn der Unternehmenswert sei nach den betriebsnotwendigen Investitionen negativ, so Vizeverwaltungsratspräsident Arnold Huber. Damit die Gesellschaft längerfristig Entwicklungsoptionen hat, will Stoffel mit der in sein Eigentum übergegangenen Hotel und Thermalbad Vals AG drei derzeit brachliegende Parzellen mit insgesamt 8000 Quadratmetern für zwei Millionen Franken von der Gemeinde erwerben.
Nach Ansicht des Verwaltungsrats hätte eine Annahme von Stoffels Angebot für die Gemeinde Vals positive Auswirkungen. Dann würde in Vals ein neues Hotel für rund 50 Millionen Franken gebaut. Gleichzeitig könne die Gemeinde die Risiken und Aufgaben für den Betrieb der Hotel und Thermalbad Vals AG abgeben und erhalte zusätzlich eine Million Franken in die Gemeindekasse.
Baubeginn 2013 vorgesehen Das letzte Wort zu Stoffels Angebot haben die Stimmberechtigten. Sollten diese zustimmen, hoffen Verwaltungsrat und Stoffel die ganzen finanziellen Transaktionen noch in diesem Jahr abschliessen zu können. Mit dem Bau könnte dann 2013 begonnen werden.
Vals. – Der Churer Unternehmer Remo Stoffel will 58,5 Millionen Franken in den Neubau des Hotels «Therme» in Vals investieren. Darin eingeschlossen sind ein Angebot über fünf Millionen Franken für die Aktien der Hotel und Thermalbad Vals AG, die vollständig im Besitz der Gemeinde sind.
Nach Meinung des HTV-Verwaltungsrats handelt es sich dabei um ein faires Angebot. Denn der Unternehmenswert der Gesellschaft sei nach den betriebsnotwendigen Investitionen negativ.
Remo Stoffel hat mit der Valser Therme Grosses vor
Remo Stoffel will die Hotel und Thermalbad Vals übernehmen und neben dem bestehenden Haus für 52 Millionen Franken ein neues Hotel realisieren.
Vals. – Nun soll der seit Jahren geplante Hotelneubau in Vals doch noch verwirklicht werden. Der Churer Unternehmer Remo Stoffel hat dem Gemeinderat Vals ein konkretes Angebot unterbreitet.
Dieses beinhaltet einerseits die Übernahme der Gesellschaft Hotel und Thermalbad Vals AG (HTV). Andererseits will der Churer Unternehmer neben dem heutigen Gebäude ein neues Hotel mit 70 attraktiven Zimmern für 52 Millionen Franken realisieren. Dies schreibt der HTV-Verwaltungsrat in einer Medienmitteilung von heute Abend.
Informationsveranstaltung am Mittwoch Wie viel Stoffel für die Therme Vals bezahlen will, wollte HTV-Verwaltungsratspräsident Stephan Schmid auf Anfrage nicht verraten. Details des Projektes würden am Mittwoch an einer Informationsveranstaltung bekanntgegeben.
Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz äusserte sich gegenüber der «Südostschweiz» nicht zum Projekt. Der Gemeinderat werde das Angebot prüfen, sagte sie. (be)
«Ich will, dass sich die Marke Vals weiterentwickeln kann»
Remo Stoffel hat ein Kaufangebot für die Thermalbad Vals AG abgegeben. Der Unternehmer plant, neben dem bisherigen Hoteltrakt ein neues Hotel für 52 Millionen Franken zu realisieren. Das Geschäft soll im Oktober vors Volk kommen.
Von Hansruedi Berger
Vals. – Es kommt wieder Bewegung in die Hotel und Thermalbad Vals AG (HTV AG). Die bestehende Hotelanlage soll saniert und mit einem Hotelneubau mit 70 attraktiven Zimmern ergänzt werden. Dies schreibt der HTV- Verwaltungsrat in einer Medienmitteilung von gestern.
Realisieren soll das Bauvorhaben der Churer Unternehmer und gebürtige Valser Remo Stoffel. Er hat dem Gemeinderat Vals ein konkretes Angebot unterbreitet, das einerseits einen Hotelneubau in Höhe von 52 Millionen Franken sowie die Übernahme der Gesellschaft vorsieht. Über den Preis und weitere Details des geplanten Deals wird anlässlich einer Informationsveranstaltung am kommenden Mittwoch orientiert, sagte HTV-Verwaltungsrat Stephan Schmid gestern auf Anfrage.
Mit oder ohne Zumthor? Ob allerdings Stararchitekt Peter Zumthor, der die Therme Vals Mitte der Neunzigerjahre gebaut hat, auch beim neuen Hotelprojekt zum Zug kommen wird, ist derzeit noch offen. Denn Stoffel besitzt mit der Priora-Gruppe eine Unternehmung, die auf Bauleitungen spezialisiert ist.
Wie die HTV in ihrer Mitteilung weiter schreibt, genügen die heutigen Zimmer den Bedürfnissen einer immer anspruchsvoller werdenden Kundschaft nicht mehr. Das habe zur Folge, dass «die bestehenden unternehmerischen und regionalwirtschaftlichen Potenziale nicht mehr ausgeschöpft werden». Deshalb, so der Verwaltungsrat, müsse das bestehende Bettenangebot erneuert und qualitativ verbessert werden. Denn nur so könne auch die Wirtschaftlichkeit der gesamten Anlage auf lange Sicht gesteigert werden. «Davon wird auch die Tourismusdestination Vals profitieren», so Schmid.
Seit Jahren auf der Suche Der HTV-Verwaltungsrat sucht schon seit Jahren nach einem Investor für eine Sanierung beziehungsweise einen Neubau der bisherigen Anlagen. Mit einem jährlichen Cashflow in Höhe von gegen drei Millionen Franken wäre jedoch ein solch grosses Projekt nicht zu finanzieren. Nachdem sich verschiedene Projekte in der Vergangenheit zerschlagen haben, glaubt die HTV nun mit Stoffel den geeigneten Investor gefunden zu haben.
Ihm als Valser geht es auch um unsere wirtschaftliche und politische Eigenständigkeit, so Stoffel. «Ich will, dass sich die Marke Vals weiterentwickeln kann und langfristig auch international wahrgenommen wird.» Deshalb habe er der Gemeinde ein konkretes Angebot für die Übernahme der HTV sowie einen Hotelneubau gemacht.
Keine konkrete Stellungnahme zum Projekt abgeben will gegenwärtig Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz. Der Gemeinderat werde das Angebot sorgfältig prüfen, sagte sie gestern gegenüber der «Südostschweiz».
Das letzte Wort werden am 21. Oktober die Valser Stimmberechtigten haben, denn die HTV ist zu 100 Prozent in Gemeindebesitz.
Graubünden musste im Mai schweizweit die grösste Abnahme der Logiernächte im Vorjahresvergleich hinnehmen. In Vals und Davos Klosters gingen die Übernachtungen sogar um mehr als die Hälfte zurück. Chur. – Die Bündner Hotellerie verzeichnete im Mai gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres einen Logiernächte-Rückgang von 23,6 Prozent. Im Zehn-Jahres-Vergleich liegt dieses Resultat klar unter dem Mittelwert, wie Graubünden Ferien heute mitteilt. Von den Alpinen Mitbewerbern hat das Berner Oberland im Mai um drei Prozent, das Wallis um 10,3 Prozent an Übernachtungen verloren.Vals und Scuol verlieren deutlichDie grössten prozentualen Einbussen weisen Vals (-67,3 Prozent) und Engadin Scuol Samnaun (56,7) auf. In Davos Klosters beträgt das Minus 30,7 Prozent, wie es weiter heisst. Die hohen Minuswerte in Engadin Scuol Samnaun entstanden aufgrund von Renovierungsarbeiten im Engadin Bad Scuol und in Hotels, die deshalb im Mai geschlossen Waren. In Davos Klosters fand im Mai 2010 das Musikantenstadtl statt, welches zusätzliche Logiernächte generiert hatte.Zunahmen in vier DestinationenAuf Destinations-Ebene nahmen die Logiernächte in Arosa (+20,9 Prozent), Disentis Sedrun (+8,8), das Prättigau (+2,7) und Bergün Filisur (+0,5) zu. Ebenfalls zurück gingen die Zahlen laut Mitteilung in Lenzerheide (-39,6 Prozent), Viamala (-31,6) Flims Laax (-24,1), Valposchiavo (-18,8) Chur (-15,3 Prozent), Savognin (-12,6), Surselva (-10) und Engadin St. Moritz (-4,5). (so)
Bündner Stauseen stürzen bei Erdbeben kaum ein (Südostschweiz 14.3.2011) Die Katastrophenbilder aus Japan schockieren. Doch was wäre, wenn es Graubünden träfe? Um die Staumauern hier zum Einstürzen zu bringen, sind sehr starke Erdbeben nötig. Unklar ist allerdings, wie häufig solche Erdbeben überhaupt auftreten.
Villa Vals: Ein Ferienhaus mit viel Stil ! Interessante Architektur und edles Design bieten sich jetzt auch für Ferien an: Die Villa Vals, die soeben den Wallpaper-Designpreis 2011 gewonnen hat, kann für einen Aufenthalt in den Bergen gemietet werden. (Tagesanzeiger v. 18.01.2011)