Berichte aus der Tagespresse


Am Montag erfolgte in Vals der Spatenstich zur neuen Mehrzweckhalle. Im neuen Gebäude sollen neben der Turnhalle eine Arztpraxis, Physiotherapie- und Fitnessräume sowie Sitzungsräume Platz finden.

Südostschweiz, Dienstag, 21. August 2018, 08:00 Uhr

Was lange währt wird endlich gut: 30 Jahre dauerten die Diskussionen rund um eine neue Mehrzweckhalle in Vals, am Montag schliesslich erfolgte der Startschuss in die Zukunft. Im Beisein der Lehrerschaft, des Gemeindevorstandes, des Investors Remo Stoffel und Dorfarztes Ingo Kaczmarek erfolgte der Spatenstich des lange ersehnten Baus.

Gemeindepräsident Stefan Schmid sei überzeugt, dass die neue multifunktionale Infrastruktur zur Attraktivität von Vals als Wohnort beitragen werde. Dabei sei die Planung des neuen Gebäudes anspruchsvoll gewesen: Einerseits erfordere der Standort am Hang südlich des Schulhauses Hangsicherungsmassnahmen, anderseits mussten verschiedene Bedürfnisse auf begrenztem Raum untergebracht werden. «Die Architekten und Ingenieure haben die Aufgabe sehr gut gelöst», fand Schmid. Der Bau füge sich ins Dorfbild ein und werde dennoch einen markanten Akzent beim bestehenden Schulhaus setzen.

Kosten im Plan
Das neue Gebäude, das eine Mehrzweckhalle mit einem Normspielfeld für den Sport, eine Arztpraxis, Physiotherapie- und Fitnessräume sowie Sitzungsräume umfasst, soll im Frühling 2020 fertiggestellt werden. Aufgrund der bisherigen Bauvergaben soll der Kostenrahmen von 14,5 Millionen Franken eingehalten werden können, heisst es in einer Mitteilung. 4,561 Millionen davon steuert Investor Remo Stoffel bei. Dieser Beitrag wurde im Zusammenhang mit dem Verkauf des Hotels Therme an Stoffel im Jahr 2012 zugesichert.

Quelle: Südostschweiz
Datum: Dienstag, 21. August 2018, 08:00 Uhr



Modell 1 «all included» und Modell 2 «Gondelbahn bis Gadastatt included» bleiben im Rennen.

Umfrageergebnisse zu den Tourismus-Finanzierungsmodellen in Vals liegen vor

Im Sommer 2017 wurden erste Ideen zur Rettung der Sportbahnen Vals AG bei der Bevölkerung zur Diskussion gestellt. In einer ersten Online-Umfrage sprach sich eine grosse Mehrheit der Einheimischen und Zweitwohner für den Erhalt der Gondelbahn und des Skigebietes aus.

Basierend auf diesem Feedback und diversen Gesprächen mit Vertretern von Zweitwohnern und Beherbergern wurden vier konkrete Modelle zur zukünftigen Finanzierung der Sportbahnen Vals AG ausgearbeitet und der Öffentlichkeit am 25. Mai 2018 an einer sehr gut besuchten Informationsveranstaltung vorgestellt.

Im Anschluss an die Veranstaltung konnten sich wiederum alle interessierten Kreise an einer Online-Umfrage zu den präsentieren Modellen äussern. Bereits im Vorfeld der Umfrage hat die «Interessengemeinschaft der Zweitwohnungsbesitzer in Vals» ihre Unterstützung für Modell 2 «Gondelbahn bis Gadastatt included» bekundet.

Die Online-Umfrage wurde sehr rege genutzt. Insgesamt gingen 729 Antworten ein. Davon stammten 245 von Einwohnern, 457 von Zweitwohnern und 27 von Beherbergern. 92 % der Antwortenden gaben an, die Gondelbahn zu benutzen und 75 % der Antwortenden fahren im Winter auch Ski in Vals.

Die Präferenzen zu den verschiedenen Finanzierungsmodellen sind eindeutig:
  • Bei allen drei Interessengruppen (Einwohner, Zweitwohner, Beherberger) findet das Modell 2 «Gondelbahn bis Gadastatt included» die höchste Akzeptanz. Bei allen Interessengruppen findet eine Mehrheit, es sei eine gute oder diskutierbare Lösung. Bei der Wahl zwischen den verschiedenen Modellen wird es bei allen Interessengruppen von mindestens 70 % der Antwortenden auf Platz 1 oder 2 gesetzt.
  • Das Modell 1 «all included» polarisiert über alle Interessensgruppen hinweg stark. Bei den Einwohnern stösst es aber nach wie vor auf die grösste Zustimmung. Auch bei diesen ist aber die Zahl jener, die das Modell nicht unterstützen können fast ebenso hoch, wie die Zahl jener, die es eine gute Lösung finden. Bei den Beherbergern und Zweitwohnern finden jeweils zwei Drittel der Antwortenden, es sei eine schlechte Lösung, die sie nicht unterstützen können.
  • Die Modelle 3 «Defizitgarantie» und 4 «1&2 Mixed» polarisieren zwar etwas weniger stark als Modell 1. Sie werden aber beide von der klaren Mehrheit der jeweiligen Interessengruppen als schlechte Lösungen abgelehnt.
Der Gemeinderat hat von den Umfrageergebnissen Kenntnis genommen und mit dem Verwaltungsrat der Sportbahnen Vals AG und dem Vorstand von Visit Vals Rücksprache genommen. Modell 2 «Gadastatt included» geniesst über alle Interessensgruppen betrachtet die breiteste Akzeptanz. Bei den Einwohnern stösst aber auch Modell 1 «all included» auf grosse Unterstützung. Weil bei beiden Modellen noch einzelne Fragen offen sind hat der Gemeinderat entschieden, vorerst beide Varianten weiter zu vertiefen.

In den nächsten Wochen werden die erforderlichen juristischen Abklärungen vorgenommen und Vorlagenentwürfe zu Handen der Gemeindeversammlung erarbeitet. Sobald entsprechende Vorschläge vorliegen, werden die Vertreter der Beherberger und der Zweitwohner informiert.

Die Umfrageergebnisse können hier eingesehen werden. Das Finanzierungskonzept, wie es anlässlich der Informationsveranstaltung vom 25. Mai 2018 vorgestellt worden ist, ist hier abrufbar.

Quelle: Gemeinde Vals
Datum: 05.07.2018


So wollen die Valser ihre Sportbahnen retten

Nach einer weiteren Online-Umfrage bei der Bevölkerung liegen nun die Ergebnisse zu den Tourismus-Finanzierungsmodellen in Vals vor. Dabei bleiben Modell 1 «All included» und Modell 2 «Günstig Skifahren» im Rennen.

Südostschweiz, Donnerstag, 05. Juli 2018, 10:21 Uhr
Eine Umfrage sollte Klarheit bringen.

ARCHIV/YANIK BÜRKLI

Die Online-Umfrage wurde rege genutzt, wie die Gemeinde am Donnerstag mitteilt. Insgesamt gingen 729 Antworten ein, davon stammten 245 von Einwohnern, 457 von Zweitwohnern und 27 von Beherbergern. Die Präferenzen zu den verschiedenen Finanzierungsmodellen seien eindeutig.
Bei allen drei Interessengruppen findet das Modell 2 die höchste Akzeptanz. Es sei eine gute oder diskutierbare Lösung. Bei der Wahl zwischen den verschiedenen Modellen wird es bei allen Interessengruppen von mindestens 70 Prozent der Antwortenden auf Platz 1 oder 2 gesetzt.

Das Modell 1 polarisiert über alle Interessensgruppen hinweg stark. Bei den Einwohnern stösst es aber nach wie vor auf die grösste Zustimmung. Auch bei diesen ist aber die Zahl jener, die das Modell nicht unterstützen können, fast ebenso hoch, wie die Zahl jener, die es eine gute Lösung finden. Bei den Beherbergern und Zweitwohnern finden jeweils zwei Drittel der Antwortenden, es sei eine schlechte Lösung, die sie nicht unterstützen können.
Die beiden weiteren vorgeschlagenen Finanzierungskonzepte werden von einer klaren Mehrheit abgelehnt.
Der Gemeinderat hat von den Umfrageergebnissen Kenntnis genommen und mit dem Verwaltungsrat der Sportbahnen Vals AG und dem Vorstand von Visit Vals Rücksprache genommen. Weil bei beiden Modellen noch einzelne Fragen offen sind, hat der Gemeinderat entschieden, vorerst beide Varianten weiter zu vertiefen.
In den nächsten Wochen werden die erforderlichen juristischen Abklärungen vorgenommen und Vorlagenentwürfe zu Handen der Gemeindeversammlung erarbeitet. Sobald entsprechende Vorschläge vorliegen, werden die Vertreter der Beherberger und der Zweitwohner informiert, heisst es von Seiten Gemeinde weiter.

Modell 1 «All included»
Skifahren, Ski/Wanderbus, teilweise Therme
+ Gut für Werbung
- Hohe Belastung Gemeinde, Zweitwohner kaum Spielraum für Investitionsalternativen

Modell 2 «Günstig Skifahren»
Gondelbahn, Ski/Wanderbus inkl., Kinder Gratis, Skiabo ~ CHF 333 / 29
+ Gut für Werbung, hohe Fairness
- Etwas Spielraum für Investitionsalternativen

Die ausführliche Beschreibung der Tourismus-Finanzierungsmodelle in Vals findet ihr hier.

(hac)
Südostschweiz
Donnerstag, 05. Juli 2018, 10:21 Uhr




Sven Wassmer lanciert im Grand Hotel «Quellenhof» ein neues Gastronomie-Konzept. Gemeinsam mit seiner Frau wird der Sternekoch bereits ab Januar zur Planung und Aufgleisung der Prozesse und Strukturen vor Ort im Grand Resort Bad Ragaz sein.

Südostschweiz, Freitag, 22. Juni 2018, 10:59 Uhr

Das Grand Hotel «Quellenhof» hat anlässlich seines 150-Jahr-Jubiläums im nächsten Jahr eine Rundumerneuerung angekündigt - so auch die Realisierung eines Lifestyle-Restaurant-Konzeptes, wie das Resort am Freitag in einer Mitteilung schreibt. Mit an Bord ist auch der Schweizer Koch Sven Wassmer, der mit seinen 31 Jahren heute bereits 2 Michelin-Sterne und 18 Gault-Millau-Punkte vorweisen kann. Er wird ab Juli 2019 die Leitung übernehmen.
«Immer mehr und mehr Menschen reisen für aussergewöhnliche Gourmet-Erlebnisse. Mit Sven Wassmer haben wir einen äusserst talentierten jungen Chef gefunden, der vom Stil her perfekt zu unserem Produkt passt – und Ambitionen hat, dieses gemeinsam mit uns weiter an die Spitze Europas voranzutreiben», freut sich Hoteldirektor Marco R. Zanolari über den Neuzugang. Auch Wassmers Frau, Amanda Wassmer Bulgin, wird in den «Quellenhof» wechseln. Sie wird künftig das Weinangebot als Wine Director betreuen.

Quelle: Südostschweiz
Datum: Freitag, 22. Juni 2018, 10:59 Uhr




Die Gemeinde Vals will ihren Tourismus und die Sportbahnen neu finanzieren. Zur Diskussion stehen vier Finanzierungsmodelle. Gegen die favorisierte Option machen allerdings einige Zweitheimische mobil.

Samstag, 09. Juni 2018, 16:00 Uhr

«In den nächsten Jahren geht es dem Ferienwohnungstourismus in Vals an den Kragen», schreibt Christian Ruef in einem Anfang Woche in dieser Zeitung erschienenen Leserbrief. Der Präsident der Interessengemeinschaft (IG) Zweitwohnungsbesitzer in Vals übt Kritik am geplanten «All included»-Finanzierungsmodell zur Rettung der angeschlagenen Sportbahnen Vals (SBV).

Die Bahnen und allenfalls weitere touristische Infrastrukturen sollen künftig von den Einheimischen und den Übernachtungsgästen kostenfrei genutzt werden können, im Gegenzug kommen Gemeinde, Zweitwohnungseigentümer und Hotellerie über Pauschalabgaben für die Finanzierung des Sportbahn-Angebots auf. Die Gemeindebehörden, die Tourismusorganisation Visit Vals und eine Mehrheit der Hoteliers favorisieren dieses Modell.

Für die Zweitheimischen bedeutet dies laut Ruef: eine Verdoppelung der Liegenschaftssteuer, eine Vervierfachung der Pauschalkurtaxe. Bezahlen Ferienwohnungsbesitzer in Vals heute jährlich 120 Franken pro Bett, sollen es bei Modell 1 künftig 500 Franken sein. «Das ist nicht verhältnismässig», moniert Ruef im Namen zahlreicher Valser Zweitwohnungseigentümer. Insgesamt sind der IG etwa 100 Mitglieder angeschlossen, bei geschätzten 400 Zweitwohnungen.

«Vertreibt Zweitheimische»
Beim «All included»-Modell handelt es sich um eines von insgesamt vier Finanzierungskonzepten, über welche die Gemeinde kürzlich an einer Informationsveranstaltung orientierte. Das zweite Modell sieht vor, dass nur die Gondelbahn inkludiert wäre und das Skifahren deutlich günstiger angeboten werden könnte als heute.

Bei der dritten Option wären lediglich die jährlichen Defizite der SBV über solidarische Beiträge gedeckt, bei der vierten gäbe es eine Mischform der Modelle 1 und 2.

Der IG-Vorstand spricht sich gemäss dem Präsidenten für Modell 2 aus. Die Zweitheimischen würden mit 250 Franken Pauschalkurtaxe pro Bett zur Kasse gebeten. Ein angemessener Betrag, findet Ruef. «Wir sind bereit, Hand zu bieten, damit die Bergbahn kurzfristig saniert werden kann.

Sie ist zentral für das Dorf.» Doch bei Modell 1 sei der Preis dafür zu hoch. Im Leserbrief schreibt der Andelfinger von einer «Anleitung zur Vertreibung der Zweitwohnungsbesitzer». Und das scheinen keine Worthülsen zu sein: Ruef weiss von einem Eigentümer, der seine Wohnung nicht zuletzt aufgrund der laufenden Diskussionen unlängst verkauft haben soll.

Andere meinen: Nulltarif für alle
Es gibt aber auch andere Stimmen von der Zweitwohnungsfront. In einem Leserbrief (Ausgabe vom 1. Juni) äussert sich Beat Schnider jr. positiv zur Option 1. Der Zweitheimische aus Zürich bezeichnet das «All included»-Modell als eine «echte Alternative für Vals».

Jeder einzelne Haushalt partizipiere damit direkt oder indirekt an der Rettung der Sportbahnen. «Bezüglich der Zweitwohnungsbesitzer sollte man ehrlich zugestehen, dass mittlerweile in den allermeisten Wintersportdestinationen ein Tourismusbeitrag eingefordert wird», schreibt Schnider jr. Er geht sogar noch weiter: Der Nulltarif fürs Skifahren sollte nicht nur für Übernachtungsgäste und Einheimische, sondern für alle gelten.

Noch bis morgen können die Einwohner, Zweitwohner und Hoteliers in Vals über eine Online-Umfrage ihre Meinung und Präferenzen zu den Modellen abgeben. Die IG hat seine Mitglieder via Newsletter mobilisiert. Trotzdem geht Ruef davon aus, dass das Modell 1 das Rennen machen wird.

Im Herbst könnte es dann zur Abstimmung kommen. «Ich hoffe, dass die Gemeindebevölkerung trotzdem zwei Vorschläge zur Auswahl erhält. Denn ein Nein kommt sowieso nicht infrage, sonst wird den Bergbahnen der Hahn zugedreht.»

Nur Symptombekämpfung?
Ruef regt schliesslich an, dass Vals ein touristisches Gesamtkonzept fehle. Die an der Orientierungsveranstaltung präsentierten Visionen – etwa eine «Kunstzone» am Berg – sind seiner Ansicht nach «weit weg vom Realisierbaren».

Er vermisst eine Analyse über die Entwicklung des Valser Tourismus, und basierend auf dieser die Ausgestaltung eines Gesamtkonzeptes für die Zukunft. «Das Dorf sollte besser vermarktet werden. Ich würde ein Tourismusgremium begrüssen. Wir bieten Hand für Kooperationen.»

Gemeindepräsident Stefan Schmid war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Quelle: suedostschweiz.ch
Samstag, 09. Juni 2018, 16:00 Uhr



Leserbrief

Tourismusfinanzierung in Vals

Christian Ruef, 30. Mai 2018, 08:32:40

Anleitung zur Vertreibung der Zweitwohnungsbesitzer aus Vals

Vor wenigen Jahren proklamierte ein Stein-reicher Valser den Tod des Tourismus in Vals. Der Tourismus sei an die Wand gefahren. Danach wurde der Hoteltourismus richtig an die Wand gefahren, sodass die Logiernächte in den Hotels sich auf knapp über 40‘000 pro Jahr halbierten. In den nächsten Jahren geht es dem Ferienwohnungstourismus in Vals an den Kragen, sollte die Finanzierung des Bergbahnbetriebs und des Tourismusbüros über eine neue Pauschalkurtaxe und die Verdoppelung der Liegenschaftssteuer realisiert werden. Das von den Gemeindebehörden favorisierte Modell 1 führt zu einem 5-fachen Anstieg der Tourismusabgaben pro Zweitwohnung, sodass der Besitzer einer Wohnung mit vier Betten und einem Wert von 400‘000 pro Jahr 2‘400 Franken an Taxen und zusätzlichen Steuern bezahlen müsste. Um diesen Betrag durch Vermietung zu erwirtschaften, müsste die Wohnung bei einer in diesem Modell vorgesehenen Logiernachtgebühr von 12 Franken 50 Mal pro Jahr vermietet werden können. Dies ist nicht realisierbar. Aktuell werden die meisten Wohnungen maximal während zwei bis vier Wochen pro Jahr vermietet.
Im Unterschied zu den Hotels, die ihre Betten viel häufiger ‚verkaufen‘ können, führt das Modell 1 zu einer hohen Zusatzbelastung für die Zweitwohnungsbesitzer. Diese Zusatzbelastung wird insbesondere von denjenigen als unfair betrachtet, die keinen Wintersport betreiben und somit vom in diesem Modell frei zugänglichen Skigebiet nicht profitieren können.
Aus vielen Reaktionen von Zweitwohnern wird klar, dass die Umsetzung des Modells 1 nichts anderes ist als eine Anleitung zur Vertreibung der Zweitwohnungsbesitzer in Vals. Statt an den Zweitwohnungstourismus in Vals zu glauben und deshalb in die Renovation der Wohnung durch das lokale Gewerbe zu investieren, damit diese in einem guten Zustand der nächsten Generation übergeben werden kann, tragen sich viele Zweitwohnungsbesitzer mit dem Gedanken, Vals den Rücken zu kehren, bevor die oben erwähnten Finanzierungspläne umgesetzt werden. Ob sich Käufer für die Wohnungen finden werden, ist eine berechtigte Frage. Wer will in einem Ort eine Wohnung kaufen, in dem die Grundkosten derart angehoben werden und allenfalls noch weiter angehoben werden, falls es dann doch nicht aufgeht mit dem neuen Finanzierungskonzept?
Leider treibt das Modell 1 auch einen Keil zwischen die Valser Bevölkerung und die treuesten Gäste von Vals. Die Zweitwohner realisieren die Notwendigkeit, die touristische Infrastruktur zu erhalten und sind auch bereit, einen fairen Beitrag zu leisten. Sie verstehen aber nicht, dass einzelne Hoteliers, die jährlich dank den Zweitwohnern tausende von Franken Umsatz in ihren Restaurants und Hotels praktisch garantiert haben, das Eigeninteresse über das Gesamtwohl stellen und sich trotz den bekannten Nachteilen für die Zweitwohner für das Modell 1 stark machen.
Die Interessengruppe der Zweitwohner in Vals hat das Gespräch mit den Behörden, der Bergbahn, Visit Vals und der Beratungsfirma aufgenommen und zur Entwicklung weiterer Modelle beigetragen. Es gibt Alternativen zum Modell 1, die besser und fairer sind, die sowohl für die Sicherstellung des Betriebs der Bergbahn als auch für die Zukunft des Zweitwohnungstourismus in Vals geeignet sind. Zusätzlich stellen die Modelle 2 (Gondelbahn inbegriffen) und 3 (Defizitgarantie) für den Haushalt der Gemeinde eine deutlich geringere Belastung als Modell 1 – jährlich 415‘000 Franken aus der Gemeindekasse zu entnehmen – dar. Modell 1 ist keine gute Lösung für Vals, denn dadurch werden die Stammgäste von heute die Ex-Gäste von morgen. Die Beteiligten sollten deshalb im Interesse des Tourismus in Vals das Modell 1 fallen lassen und sich auf die Weiterentwicklung der Modelle 2 oder 3 fokussieren. Wir bieten nach wie vor Hand zur Zusammenarbeit in diese Richtung.

Christian Ruef
Präsident der Interessengemeinschaft der Zweitwohnungsbesitzer in Vals
30.5.18

Zum Artikel: Die Zukunft der Sportbahnen in Vals, Südostschweiz GR 28.5.18





Gestern, 17:10 Uhr

Bereits im letzten Sommer sorgten die Sportbahnen Vals AG für Aufsehen, als das Modell für eine Gesundung der Finanzen vorgestellt wurde. Die Idee sah vor, die Bergbahnen über den allgemeinen Gemeindehaushalt, sowie durch pauschale Kurtaxen der Hoteliers und Zweitwohnungsbesitzern zu finanzieren.
So soll es möglich werden, dass für die Gäste diverse touristische Infrastrukturen, allen voran die Bergbahnen, unentgeltlich zur Verfügung stünden. Diese als «Golfclub-Modell» bekannt gewordenen Idee, ist nun doch noch andere Varianten gegenübergestellt.
Die Varianten:
  • «Golfclub-Modell: All included» - Skifahren wäre inklusive für Gäste, teilweise auch die Therme.
  • Günstig Skifahren: Gondelbahn inklusive, günstigere Skitickets.
  • Defizitgarantie: Defizite der Bahnen würden von der Gemeinde und Zweitwohnungsbesitzern getragen.
  • Von allem etwas: Eine Mischung aus den ersten drei Varianten.
Welche der vier Varianten detailliert ausgearbeitet wird, ist noch offen. Eine Online-Umfrage, bei der sich Einheimische, Hoteliers und Ferienwohnungsbesitzer beteiligen können, soll Klärung bringen. Später soll die Gemeindeversammlung entscheiden.
Quelle:  SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr; lies


Die Zukunft der Sportbahnen Vals hängt an Onlineabstimmung

Wie weiter in Vals? Bis zum 10. Juni 2018 können Einwohner und Hoteliers online über die Zukunft der Sportbahnen Vals AG (SBV) abstimmen.

(ARCHIV MARCO HARTMANN)

Im Rahmen einer Generalversammlung im vergangenen Herbst, stand die Zukunft der in finanzielle Schieflage geratenen Sportbahnen Vals AG im Fokus. Damals wurde rege über ein Golfclub-Modell diskutiert, das vorsieht, die Valser Bergbahnen in einen Service-Public-Betrieb umzuwandeln.
Die Betriebskosten würden damit nicht mehr über den Tageskarten-Verkauf finanziert, sondern aus Beiträgen von Einheimischen, Zweitwohnungsbesitzern, Gästen und des Gewerbes. Dafür wäre das Ski-Ticket für die Valser und die übernachtenden Gäste gratis.

Optimales Modell noch nicht gefunden

In den letzten Monaten wurde dieses Modell mit den verschiedenen betroffenen Gruppierungen intensiv diskutiert, heisst es in einer Medienmitteilung der Gemeinde Vals vom Montag.
Es habe sich gezeigt, dass die Meinungen über das optimale Modell für Vals noch unterschiedlich seien. Deshalb habe die Arbeitsgruppe aufgrund der Diskussionsergebnisse und der ausgetauschten Argumente vier Modellvarianten ausgearbeitet.
Die Modellvarianten würden vom «all included»-Modell wie es im Herbst 2017 präsentiert wurde, über ein Modell, wo nur die Gondelbahn inkludiert wäre und das Skifahren jedoch deutlich günstiger angeboten werden könnte als heute, bis zu einem Modell, welches lediglich die Deckung der jährlichen Defizite der SBV über solidarische Beiträge vorsähe, reichen. In einem vierten Modell sei eine Mischform dieser Modelle aufgezeigt worden.

Online-Umfrage soll Klarheit schaffen

Die Einwohner, Zweitwohner und Hoteliers in Vals seien nun an der letzten Informationsveranstaltung der Gemeinde Vals vom 25. Mai 2018 dazu aufgerufen worden, bis zum 10. Juni 2018 über eine speziell eingerichtete Online-Umfrage ihre Meinung und Präferenzen zu den Modellen abzugeben.
Die Arbeitsgruppe werde dann basierend auf der Meinungsumfrage und den weiteren noch zu führenden Gesprächen mit den beteiligten Gruppierungen entscheiden, welches Modell im Detail ausgearbeitet und im Herbst der Gemeinde zur Umsetzung beantragt werden soll, heisst es in der Mitteilung weiter. (gej)

Quelle: www.Südostschweiz.ch
Datum: Montag, 28. Mai 2018, 16:10 Uhr





Nachdem Starkoch Sven Wassmer und seine Frau Amanda Wassmer Bulgin vergangene Woche ihren Abgang vom Restaurant Silver des 7132 Hotels in Vals bekannt gegeben haben, verkündet das 5-Sterne-Superior-Haus nun deren Nachfolger. Es ist Mitja Birlo, der bisherige Sous-Chef.

Mitja Birlo wirkte im «7132 Silver» seit der Eröffnung im Dezember 2014. Neben Sven Wassmer zeichnete er als Sous-Chef verantwortlich. Der gebürtige Deutsche habe das kulinarische Konzept des Restaurants aktiv mitgeprägt und sei massgeblich am Erringen der 18 Punkte und der beiden Michelin-Sterne beteiligt gewesen, wie es in einer Mitteilung des 5-Sterne-Superior-Hotels vom Dienstag heisst.

Begonnen hat die Karriere von Mitja Birlo im Torschreiberhaus in Stadthagen (17 Punkte im Gault-Millau Deutschland). In seinem Lebenslauf finden sich prägende Stationen, wie «Traube Tonbach» in Baiersbronn-Tonbach und «Viajante» in London. Mit Christian Geisler wirkte er dann zusammen im «Heimberg» in Zermatt. «Ich liebe die Berge und wollte immer in der Alpenregion arbeiten», gesteht Birlo.

Regionalität, Saisonalität und Nachhaltigkeit sind dem aus Bielefeld stammenden neuen «Silver»-Head Chef besonders wichtig sowie eine freundschaftliche Beziehung zu den einheimischen Lieferanten und Produzenten.
«Mitja Birlo ist unser erfolgreicher Captain in einer eingespielten Mannschaft. Er ist ein ausgezeichneter Koch mit vielen Ideen. Die Zeit ist reif, dass er seine eigene Handschrift präsentiert», betonen Carmen Gutknecht und Roman Frauchiger, die Direktion des 7132 Hotels. «Freuen Sie sich mit uns auf ein Feuerwerk der Inspiration im 7132 Silver».

(htr/npa)




Gault Millaus «Aufsteiger des Jahres 2018» Sven Wassmer und seine Frau Amanda Wassmer Bulgin verlassen das Restaurant Silver im 5-Sterne-Superior-Hotel 7132 in Vals. Die beiden wollen sich ab Spätsommer eine Auszeit gönnen und beruflich neu orientieren.
mehr in «leute»:

2014 übernahm Sven Wassmer zusammen mit seiner Frau Amanda Bulgin das Restaurant «Silver» im 7132 Hotel in Vals. Der heute 31-Jährige führte es mit einer sehr persönlichen und eigenständigen Küche in kürzester Zeit an die Spitze der Schweizer Gourmetwelt: 2016 zeichnete ihn der Restaurantführer Gault Millau als «Entdeckung des Jahres» aus und bezeichnete ihn als «grösstes Talent der Schweizer Kochszene».

Köche auf Alpwiesen
Der Fricktaler kochte sich in der Folge an die Spitze. Im vergangenen Jahr vergab ihm Gault Millau 18 Punkte, den Titel «Aufsteiger des Jahres». Hinzu kamen 2 Michelin-Sterne. «Ich habe als Koch in Vals für mich persönlich, aber auch für das Haus viel erreicht, konnte mich entwickeln, reifen und eine Handschrift entwickeln», sagt Wassmer heute. Er habe nie eine dogmatische Regionalküche machen wollen: «Mein Ziel waren Gerichte, die eine persönliche Sicht auf die Welt vor der Haustüre, aber auch darüber hinaus darstellen sollen», so der Spitzenkoch.
Wassmer war es ein Anliegen, eine Verbindung zwischen seinen Gästen und der Natur, die sie durch die grosse Fensterfront im Restaurant im Blick hatten, zu schaffen. Der hochtalentierten Koch und sein Küchenteam verbrachten manche Morgen im Wald oder auf Alpwiesen, um Kräuter, Beeren, Tannensprossen und Ameisen zu sammeln, die schliesslich Teil des «Silver»-Erlebnisses wurden.

Neuanfang 2019
Weil er seine Mission in Vals erfüllt sehe, und vor allem weil er und seine Frau, Head Sommelier im «Silver» und ‹Sommelière des Jahres 2017› der Zeitung Bilanz, Amanda Bulgin, zwischenzeitlich Nachwuchs bekommen haben, sei die Zeit gekommen, als Familie den nächsten Schritt zu machen und sich auch beruflich neu zu orientieren, heisst es in einer Mitteilung des Spitzenkochs.
Noch bis Ende August 2018 wird Wassmer im «Silver» für seine Gäste kochen, danach folgt eine Auszeit, ein Umzug und für 2019 plant Sven Wassmer einen beruflichen Neuanfang. «Natürlich habe ich schon Gespräche über meine Zukunft geführt, aber spruchreif ist bisher noch nichts», so der ausgezeichnete Head-Chef im «Silver».  

Kurzbiografie Sven Wassmer
Sven Wassmer wurde 1986 in Laufenburg AG geboren, die Küche war schon als Bub sein liebster Ort im Haus. Der kleine Sven bekam von seiner Mutter deshalb bald den «Salat-Posten» zugeteilt. Nach der Schulzeit absolvierte er seine Lehre zum Koch im Basler «Swissôtel». In Basel lernte er auch seine heutige Frau Amanda Bulgin kennen, das Paar hat berufliche Stationen immer wieder zusammen absolviert. Nach dem Lehrabschluss arbeitete der Aargauer bei Marcus G. Lindner («Mesa», Zürich), Andreas Caminada («Schloss Schauenstein», Fürstenau) und schliesslich bei Nuno Mendes («Viajante», London. Nachdem er dann mit Nenad Mlinarevic das «Focus» im «Park Hotel Vitznau» lanciert hatte, das von Guide Michelin auf Anhieb 2 Sterne erhielt, wurde Wassmer 2014 Küchenchef im «Silver» in Vals, das er noch bis Ende August 2018 führen wird.
(htr)



Ende August verlässt Küchenchef Sven Wassmer das «Silver» in Vals. Als erstes folgt eine Auszeit für den 31-jährigen Starkoch.

Südostschweiz
Dienstag, 15. Mai 2018, 13:00 Uhr

In den Valser Bergen durfte Sven Wassmer viele Erfolge feiern, doch nun ist Zeit für einen Wechsel.
YANIK BÜRKLI
2014 war es, als Sven Wassmer zusammen mit seiner Frau Amanda Bulgin das Restaurant «Silver» im 7132 Hotel in Vals übernahm. Unter seiner Führung erreichte es bald die oberste Liga der Schweizer Gourmetwelt: 2016 zeichnete ihn der Restaurantführer GaultMillau als «Entdeckung des Jahres» aus, bis zuletzt wurde er mit zwei Michelin-Sternen und 18 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet.
Von der Wiese auf den Teller
Nicht nur in der offiziellen Restaurantwelt feierte Wassmer Erfolge, auch persönlich sei er gereift, lässt der Spitzenkoch in einer Mitteilung verlauten: «Ich habe als Koch in Vals für mich persönlich, aber auch für das Haus viel erreicht, konnte mich entwickeln, reifen und eine Handschrift entwickeln.» Seine Leistung lag darin, eine Verbindung zwischen seinen Gästen und der Natur, die durch die grosse Fensterfront ganz nah war, zu schaffen. Mit seinem Küchenteam verbrachte Wassmer manche Morgen im Wald oder auf Alpwiesen, um Kräuter, Beeren, Tannensprossen und Ameisen zu sammeln. Diese wurden schliesslich Teil des «Silver»-Erlebnisses.
Erst einmal Pause
Nach den beruflichen Erfolgen in Vals und dem Zuwachs in der Familie – Wassmer und Bulgin sind zwischenzeitlich Eltern geworden – sei die Zeit gekommen, als Familie den nächsten Schritt zu machen und sich beruflich neu zu orientieren. Bis Ende August wird Wassmer im «Silver» für seine Gäste kochen, danach folgt eine Auszeit und ein Umzug. Für 2019 plant Wassmer einen beruflichen Neuanfang. Gespräche seien bereits geführt worden, sagt Wassmer. «Aber spruchreif ist noch nichts». (sz)

Quelle: Südostschweiz.ch



Therme Vals

Seit gut fünf Jahren ist die berühmte Zumthor-Therme samt Hotelanlage im Besitz von Unternehmer Remo Stoffel. Er hat Millionen investiert, und aus dem sanierungsbedürftigen Bau in Vals, ein luxuriöses Fünf-Sterne-Hotel gemacht.

Während der Saison waren die Therme und das Hotel bis jetzt an sieben Tagen pro Woche offen. Ab Anfangs Mai bleibt die Anlage aber versuchsweise, immer am Montag und am Dienstag geschlossen. Auf Anfrage des Regionaljournals Graubünden nimmt der zuständige Hotelmanager Roman Frauchiger schriftlich Stellung.

«Unsere Erfahrung in den diversen Betrieben hat gezeigt, dass Vals ein klassischer short-stay Aufenthaltsort unserer Gäste ist. Die Fünf-Tagewoche stellt aus unserer Sicht im Jahr 2018 ein zeitgemässes Instrument dar, wie wir unserem Gast immer das «A-Team» mit den besten Playern im Team zur Verfügung stellen können.»

Es sei kein Nachteil, wenn das Hotel nur an fünf Tagen offen sei, erklärt Frauchiger weiter. Man brauche weniger Personal, könne aber sicherstellen, dass die Gäste nur noch von den allerbesten Mitarbeitenden bedient würden in Zukunft.

Frauchiger betont weiter, dass das Hotel bis jetzt immer geschlossen gewesen sei im Frühling. Mit der zukünftigen Lösung weite man die Öffnungszeiten, auf das ganze Jahr gesehen, aus.

Klar ist, durch die Schliessung an zwei Tagen braucht das Hotel weniger Mitarbeitende. Wie viele Stellen konkret eingespart werden, sagt Frauchiger nicht. Nur soviel, es habe Entlassungen gegeben, sagt er auf eine entsprechende Frage. Ende Saison sei dies im Hotelbereich aber ganz normal.

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SRF1 Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr; haus



Remo Stoffel investiert in den USA

Remo Stoffel hält neu über seine Beteiligungsgesellschaft VV Value Vals neu 10 Prozent der Aktien am Molkereikonzern Dean Foods mit Sitz in Dallas.

Südostschweiz
Mittwoch, 07. März 2018, 15:33 Uhr

Investor Remo Stoffel hält Aktien an einem US-Molkereikonzern.

MARCO HARTMANN

Dean Foods ist der grösste Milchverarbeiter der USA mit 16'000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 7,8 Milliarden Dollar. Seit letztem November hat Remo Stoffel seinen Anteil an Dean sukzessive aufgebaut und hält inzwischen 9,1 Millionen Aktien zu einem Kaufpreis von 90,5 Millionen Dollar, wie die «Handelszeitung» in ihrer neusten Ausgabe schreibt.
Man stehe mit dem Management im Gespräch zur Entwicklung von Dean Foods, schreibt VV-Value-Vals-Verwaltungsrat und Priora-Chef Hans-Peter Domanig.  Man nehme gerne zu einem späteren Zeitpunkt Stellung. Auch Dean Foods selbst äussert sich nicht zum neuen Grossaktionär.
Remo Stoffel selbst hält sich zu seinem Grossinvestment in der US-Milchwirtschaft ebenfalls bedeckt. Er entwickle seine unternehmerischen Aktivitäten mit Bedacht Schritt um Schritt. Aus Stoffels Umfeld sei indes zu hören, dass er den Dean-Einstieg als «strategisches Investment» betrachte, das «Teil eines grossen Ganzen» sei.

(sda/so)





Das Bundesgericht hat die Rügen des Immobilienunternehmers Remo Stoffel gegen die Ausstrahlung der SRF-Sendung «Rundschau» mit dem Titel «Eskalation in Vals» abgewiesen. Stoffel kritisierte, dass sich die Zuschauer wegen irreführender Hinweise kein eigenes Bild hätten machen können.

Donnerstag, 14. Dezember 2017, 13:56 Uhr

Die von Stoffel bemängelte «Rundschau»-Sendung vom 9. März 2016 setzte sich mit der Frage auseinander, ob das Hotel- und Thermalbad Vals für einen zu tiefen Preis an die Stoffel Partizipationen AG verkauft worden war.
Gegner des Verkaufs, die «Gruppe besorgter Bürgerinnen und Bürger von Vals», hatten ein Gutachten erstellen lassen, das zu diesem Schluss gelangt war.

Das Bundesgericht hält in seinem am Donnerstag publizierten Urteil fest, dass sich die Redaktoren kritisch mit dem Ersteller des Gutachtens und den Schlussfolgerungen darin auseinandergesetzt hätten.
Für die Zuschauer sei erkennbar gewesen, dass sich die Frage nach dem richtigen Marktwert nicht abschliessend beurteilen lasse. Remo Stoffel habe im an den Filmbeitrag anschliessenden Interview zudem die Möglichkeit gehabt, «allfällige Unvollkommenheiten» zu korrigieren, wie das Bundesgericht schreibt.
Als problematisch bezeichnen die Lausanner Richter hingegen, dass vor dem Interview eine inhaltliche Abmachung getroffen worden sei, an die sich der Interviewer nicht gehalten habe. So wurde eine frühere Untersuchungen gegen Stoffel wegen Verdachts auf Steuerbetrug trotz gegenteiliger Verabredung thematisiert.

(Urteil 2C_406/2017 vom 27.11.2017)
Quelle: Südostschweiz.ch




Christian Ruef,
31. Januar 2018, 18:25:59

Leser des Artikels ‚Valser wollen den Pauschaltourismus‘ von Gian Andrea Accola in der Südostschweiz vom 30. Januar 2018 erhalten den Eindruck, dass am Finanzierungsmodell zum Erhalt der Bergbahnen in Vals nur noch kleinere Retuschen (‚Schwächen überprüfen) angebracht werden müssen, bevor das Konzept des ‚Pauschaltourismus‘ umgesetzt werden kann.

Dem ist nicht so. Seit der Durchführung der Umfrage hat sich die Meinungsbildung unter den Einheimischen und sogenannten Zweitheimischen weiter entwickelt. Viele Zweitwohnungsbesitzer lehnen das Modell ab und formieren ihren Widerstand in einer Interessengemeinschaft. Gleichzeitig lehnt die überwiegende Mehrzahl der Hotelbesitzer und Beherberger das Modell, dessen finanzielle Auswirkungen für kleinere Hotels teilweise Existenz bedrohend wären, ebenfalls ab.

Für die Zweitwohnungsbesitzer würde das vorgeschlagene Modell die Kurtaxen mehr als vervierfachen, beispielsweise für eine Wohnung mit sechs Betten von 720 Franken auf 3‘000 Franken im Jahr. Die ebenfalls im Finanzierungsmodell enthaltene Verdoppelung der Liegenschaftssteuer würde das Budget der Zweitwohnungsbesitzer zusätzlich um mehrere hundert Franken belasten.

Diese zusätzlichen Kosten von mehreren tausend Franken lassen sich durch Vermietung der Zweitwohnungen nicht kompensieren. Eine Erhöhung der Mietpreise kommt im kompetitiven Umfeld, in dem der Gast online das ihm passende Angebot im gesamten Alpenraum auswählt, nicht in Frage. Hinzu kommt, dass die Mehrzahl der Zweitwohnungsbesitzer in Vals ihre Wohnungen entweder gar nicht (gegen 200 der 388 antwortenden Zweitwohnungsbesitzer) oder höchstens während 14 Tagen vermieten. Der Mietpreis müsste somit massiv erhöht werden, wollte man die vorgeschlagene neue Pauschale ohne erhebliche finanzielle Zusatzbelastung der Wohnungsbesitzer durch Vermietung der Zweitwohnungen kompensieren – eine illusorische Option!

Das Finanzierungsmodell resultiert deshalb in einer substantiellen Wertverminderung der Immobilien von Zweitwohnungsbesitzern. Potentielle Käufer werden sich hüten, in Vals eine Ferienwohnung zu kaufen, nachdem sie erfahren, wie hoch die Zusatzbelastung durch die Kurtaxenpauschale ist. Die Wohnungen werden schwieriger zu verkaufen sein.

Das Finanzierungsmodell verschlechtert somit die Bedingungen für ein weiteres wichtiges Segment des Tourismus in Vals. Bereits im Laufe der letzten Jahre gingen viele Gästebetten durch den Verkauf von Appartements verloren. Die Appartements werden nun für das Hotelpersonal genutzt. In Vals fehlen stattdessen viele dieser Zweitwohnungsbesitzer, welche Ski fuhren, badeten, die Restaurants besuchten, weitere Gäste in Hotels unterbrachten, Kurse organisierten, Lebensmittel einkauften und den Handwerkern Arbeit gaben. Das Finanzierungsmodell schreckt verbleibende Zweitwohnungsbesitzer auf. Ein weiterer Exodus ist absehbar.

Nachdem der Hoteltourismus in Vals deutlich rückläufige Uebernachtungszahlen aufweist – gähnende Leere auf dem Parkplatz des grössten Hotels in Vals an einem strahlenden Dienstag im Januar – dürfte es somit mit dem neuen Finanzierungsmodell ‚Pauschaltourismus‘ den Zweitwohnungsbesitzern und den kleineren Hotels an den Kragen gehen.

Gegen dieses für Vals desaströse Szenario wehren sich sowohl die Zweitwohnungsbesitzer als auch die Hoteliers. Dabei geht es nicht um alternativlose Ablehnung sondern um konstruktive Mitwirkung, damit ein für den Tourismus gesamtheitlich förderliches Konzept entsteht, welches die Bedürfnisse der Hoteliers und der Zweitwohnungsbesitzer derart berücksichtigt, dass diese wichtigen Segmente des Tourismus in Vals weiterhin eine Zukunft haben. Dazu gehört auch die Regelung eines fairen Zutritts zur Therme. Entsprechende Gespräche haben mit den Verantwortlichen des Finanzierungsmodells stattgefunden – zuletzt am 27. Januar. Hoteliers und Vertreter der Interessengemeinschaft der Zweitwohnungsbesitzer haben wiederholt den Antrag gestellt, in der Arbeitsgruppe mitwirken zu können, welche das Finanzierungsmodell weiter entwickeln soll. Dieser Antrag wurde abgelehnt.

Dies sind die alternativen Fakten als Ergänzung zum Artikel über den Pauschaltourismus in Vals.

Christian Ruef
Präsident
Interessengemeinschaft der Zweitwohnungsbesitzer in Vals 
8450 Andelfingen

Zum Artikel: www.suedostschweiz.ch/tourismus/2018-01-30/valser-wollen-den-pauschaltourismus




Übernachtende Gäste könnten die Valser Bergbahnen schon bald kostenlos nutzen. Das vorgeschlagene Modell mit Pauschalabgaben kommt gemäss einer repräsentativen Umfrage an. Aber nicht überall gleich gut.

Gian Andrea Accola,      Dienstag, 30. Januar 2018, 14:08 Uhr

Einen Preis bezahlen – und alles nutzen können, was die Feriendestination an Infrastrukturen bietet. Das ist die Idee, die den Valser Touristikern im Kopf herumgeistert. Und offenbar könnte sie bald zum kommunalen Tourismuskonzept erwachsen. Denn wie die Gemeinde Vals mitteilt, haben sich Einheimische wie Zweitwohnungsbesitzer in einer Umfrage dieser Idee gegenüber positiv geäussert. Besonders bei Einheimischen kommt die Idee gut an.

Abgaben von Gemeinde, Eigentümern und Hoteliers
Stein des Anstosses war, dass die Sportbahnen Vals AG vor dem finanziellen Ruin steht. Anstatt die Bergbahnen Konkurs gehen zu lassen, die Anlagen abzubauen und so touristische Infrastruktur zu verlieren, hatten Gemeinde, Tourismusorganisation und die Sportbahnen ein neuartiges Finanzierungsmodell zur Diskussion gestellt. Ein Modell, bei dem übernachtende Gäste die Bergbahnen und allenfalls weitere touristische Infrastrukturen unentgeltlich nutzen dürfen.
Getragen würden die Infrastrukturen finanziell durch eine Pauschalabgabe der Gemeinde, Zweitwohnungsbesitzer sowie der Hotellerie. Davon erhofft sich die Destination unter anderem den langfristigen Erhalt und eine bessere Auslastung der Sportbahnen.

Mehr Zustimmung, keine Mehrheit
Wie aber äussern sich die beteiligten Parteien zur Idee? Einig sind sich Einheimische und Zweitwohnungsbesitzer laut der Mitteilung darin, dass es keine Option ist, die Bergbahnen abzubauen. Die Preise zu erhöhen, um das Defizit zu decken, habe ebenfalls wenig Zustimmung gefunden. Etwas positiver nahmen die Befragten den Vorschlag auf, die Bahnen Konkurs anmelden zu lassen und an einen privaten Investor zu verkaufen. Aber auch diese Idee habe schliesslich keine Mehrheit gefunden.
Eine Mehrheit der Befragten unterstützt laut der Gemeinde jedoch das vorgeschlagene Finanzierungsmodell mit Pauschalabgaben. Gerade Einheimische haben sich stark für das Modell ausgesprochen, bei den Zweitwohnungsbeistzern halten sich Befürworter und Gegner in etwa die Waage, wie es weiter heisst.

Schwächen noch überprüfen
An der Umfrage haben sich laut der Gemeinde bei 800 Haushalten insgesamt 558 Personen beteiligt, wovon 170 Einheimische und 388 Zweitwohnungsbeistzer seien. Damit weise die Umfrage repräsentative Resultate aus.
Die Verantwortlichen der Sportbahnen, der Tourismusorganisation sowie der Gemeinde wollen das Konzept nun weiterentwickeln und auf Schwächen überprüfen. Bis im Frühling soll das Modell spruchreif werden.

Quelle: www.südostschweiz.ch



Die Gemeinde Vals hat nun die Umfrageresultate veröffentlicht!


Sicherung des Skigebietes: Resultate der Umfrage


Einwohner und Zweitwohner von Vals mehrheitlich offen für Modelldiskussion.

Die Sportbahnen Vals 3000, Visit Vals und die Gemeinde Vals haben im August 2017 – angelehnt an das vom Wirtschaftsforum Graubünden präsentierte «Golfclub-Modell» – ein neuartiges Finanzierungskonzept entwickelt und zur Diskussion gestellt. Das Modell basiert auf zwei Komponenten: Die Bergbahnen und allenfalls weitere touristische Infrastrukturen sollen von den in Vals übernachtenden Gästen und den Einheimischen unentgeltlich genutzt werden können. Die Finanzierung wird über Pauschalabgaben der Gemeinde, der Zweitwohnungseigentümer und der Hotellerie sichergestellt.


Um sowohl Einwohner, Hotellerie und Zweitwohner bei der Meinungsbildung einzubeziehen, wurde eine breite Umfrage zum vorgeschlagenen Konzept und zu alternativen Lösungen durchgeführt. An der Online-Umfrage haben sich bei rund 800 Haushalten insgesamt 558 Personen beteiligt, wovon 170 Einheimische und 388 Zweitheimische sind. Damit weisen die Resultate eine hohe Repräsentativität der Meinungen auf.


Die wichtigsten Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Sowohl Einheimische wie Zweitheimische sprechen sich deutlich gegen einen Rückbau der Bergbahnen aus. Auch eine wesentliche Preiserhöhung zur Deckung der Defizite findet nur wenig Zustimmung.
  • Der Vorschlag, die Bahnen Konkurs anmelden und danach von einem privaten Investor übernehmen zu lassen, findet ebenfalls keine Mehrheit, auch wenn dieser Vorschlag weniger stark abgelehnt wird als der Rückbau.
  • Das vorgeschlagene Finanzierungsmodell sowie die Deckung der Defizite durch die Gemeinde als Alternative zum Finanzierungsmodell werden von einer Mehrheit der Befragten unterstützt. Dies ist bemerkenswert, da die Zweitwohner 70 % der Befragten stellen und unterstreicht die Verbundenheit auch der Zweitheimischen mit Vals.
  • Das neue Finanzierungsmodell wird von den Einheimischen stark unterstützt. Bei den Zweitheimischen halten sich Befürworter und Gegner in etwa die Waage.

Mit der Umfrage und den dazugehörenden Kommentaren sowie den flankierend stattgefundenen Diskussionen konnten die Projektverantwortlichen zudem die Vor- und Nachteile der verschiedenen Lösungen qualitativ diskutieren und die Vorbehalte bei Bevölkerung, Zweitwohnern und Hotellerie differenziert erfassen.


Die Verantwortlichen der Sportbahnen Vals 3000, Visit Vals und der Gemeinde Vals sind nun daran, das vorgeschlagene Modell hinsichtlich der erkannten Schwächen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Es bestehen dazu einige interessante Ideen, welche derzeit geprüft werden. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass bis im Frühling das Modell so weiterentwickelt werden kann, dass die derzeit bestehenden und berechtigten Einwände weitgehend behoben werden können.


Die Umfrageergebnisse können hier eingesehen werden.
Datum: 30.01.2018
Quelle: Gemeinde Vals



Leserbrief 
Südostschweiz | Freitag, 13. Oktober 2017

Ein Zwang ohne Mitspracherecht

Ausgabe vom 9. Oktober Zum Artikel «Vals setzt auf Golfclub Modell»

Sehr geehrte Frau Alig

Das sogenannte Golfclub-Modell ist kein Golfclub-Modell, sondern eine Steuer ohne Gegenleistung. Im Gegensatz zum Golfclub, in dem die Mitgliedschaft freiwillig ist und nur von Golfspielern beansprucht wird, übt das Valser Modell einen Zwang ohne Mitspracherecht aus, wie es ihn in diesem Ausmass im Tourismus nirgends gibt. Das wirkt abschreckend auf potenzielle Käufer von Zweitwohnungen und somit wertvermindernd und -schädigend für aktuelle Eigentümer von Zweitwohnungen. Insgesamt ist dieses Konzept schädlich für den Valser Tourismus.

Christian Ruef, Zweitwohnungsbesitzer in Vals



MONTAG, 9. OKTOBER 2017
Vals setzt auf Golf­club-Mo­dell
von Denise Alig

Wie stehen die Aktionäre zu dem vom Wirtschaftsforum Graubünden für die Sportbahnen Vals AG entwickelten Golfclub-Modell? Diese Frage stand laut Verwaltungsratspräsident Robert Berni im Zentrum der Generalversammlung vom Samstag.
Mit dem Golfclub-Modell würden die in finanzielle Schieflage geratenen Valser Bahnen zu einem Service-public-Betrieb (Ausgabe vom 28. August). Die Betriebskosten würden nicht mehr über den Tageskarten-Verkauf finanziert, sondern aus Beiträgen von Einheimischen, Zweitwohnungsbesitzern, Gästen und des Gewerbes. Dafür wäre das Ski-Ticket für die Valser und die übernachtenden Gäste gratis.

Mehr positive Reaktionen
«Die Umfrage, die wir in den letzten Wochen bei 500 Personen zum Golfclub-Modell gemacht haben, zeigt, dass das Modell bei den Einheimischen und den Zweitwohnungsbesitzern mit familiärem Bezug zu Vals gut bis sehr gut ankommt», sagt Berni. Weniger positiv sähen das neue System die Zweitwohnungsbesitzer ohne familiären Bezug zu Vals. Fazit: Das Golfclub-Modell wird mehrheitlich positiv aufgenommen.
Sportbahnen Vals AG Angaben in Millionen Franken (gerundet)





2016/17
2015/16

Aufwand Bahnbetrieb
0,98
1,04
-5,2%
Betriebsergebnis Ebitda
-0,1
-0,01
-
Jahresgewinn
-0,79
-0,13
-
Quelle: Sportbahnen Vals AG, Grafik: Südostschweiz
Fazit der Umfrage: Das Golfclub-Modell wird mehrheitlich positiv aufgenommen.
«An der Generalversammlung kam es zu einer regen, aber fair geführten Debatte», so Berni. Namentlich Zweitwohnungsbesitzer mit grossen Liegenschaften hätten wenig Freude am Modell, weil ihre Abgaben hoch wären. Mit diesen Kritikern werde bald das Gespräch gesucht. Die Gegner hätten argumentiert, das neue Modell sichere zwar das Überleben, erlaube aber keine Investitionen in die Zukunft. Diesem Argument begegnet Berni mit der Tatsache, dass bei einem grösseren Investitionsbedarf auch eine Aktienkapitalerhöhung infrage käme. Überdies seien der englische Ferienanbieter Powder Byrne und das Churer Architekturbüro Domenig immer noch interessiert, in Vals zu investieren.
Berni rechnet damit, dass die Golfclub-Vorlage durch die Gemeinde bis im Sommer 2018 ausgearbeitet wird. Bei einem Ja des Stimmvolks träte das neue Modell dann schon in der Saison 2018/19 in Kraft. Die Saison 2017/18 kann nur dank eines 2016 gesprochenen Gemeindebeitrags von 800 000 Franken (der bis jetzt noch nicht bezogen wurde) bestritten werden.

Wie immer Anfang Oktober hat «Gault Millau Schweiz» eingeladen um die besten Köche des Landes auszuzeichnen. Einer der geehrten ist Sven Wassmer vom Restaurant «Silver» in Vals. Er erhält neu 18 Punkte und die Auszeichnung «Aufsteiger des Jahres».


Montag, 02. Oktober 2017, 12:00 Uhr

Der «Gault Millau 2018» ist erschienen.OLIVIA ITEM

Seit nunmehr 35 Jahren gehört sie zur Schweizer Gourmetszene, wie das bunte Laub zum Herbst: die Gastrobibel «Gault Millau». Am Montagvormittag wurde das druckfrische Standardwerk für alle Feinschmecker der Presse vorgestellt. Und auch in der neuesten Ausgabe meinen es die Restaurantkritiker gut mit den Bündner Gaststuben. So sind insgesamt 75 Restaurants aus dem ganzen Kantonsgebiet mit 13 und mehr Punkten geehrt. Darunter auch ganze sieben Neueinsteiger.
Elf Restaurants schafften es sich zu verbessern und um einen Punkt aufzusteigen. Dem gegenüber stehen gerade mal vier Restaurants die die Tester nicht mehr überzeugen konnten und so Haare, respektive Punkte lassen mussten.

Wassmer weiss die Ehrung zu schätzen
Zu denen, die sich verbessern konnten gehört auch Sven Wassmer vom Restaurant «Silver» im «7132 Hotel» vom Remo Stoffel in Vals. Der 31-Jährige kocht seit Anfang 2015 in der Val Lumnezia und hat in diesen knapp drei Jahren einen fulminanten Aufstieg hingelegt. Bereits vor zwei Jahren stieg er mit 17 Punkten bei «Gault Millau» ein und wurde «Entdeckung des Jahres». Es gab vom anderen Restaurantführer, «Guide Michelin», den ersten Stern. Es folgte Ende letzten Jahres der zweite Stern und heute der 18. Punkt von «Gault Millau». Gleichzeitig vergab die Jury rund um Chefredaktor von «Gault Millau Schweiz», Urs Heller, Wassmer die Auszeichnung «Aufsteiger des Jahres».
Ein sichtlich stolzer Wassmer nimmt diese Ehrung mit Freude entgegen und weiss sie zu schätzen: «Es ist eine wunderschöne Anerkennung meiner Leistung und auch der meines Teams.» Trotz seines kometenhaften Aufstiegs ist der gebürtige Fricktaler mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben, denn der Erfolg komme nicht von ungefähr, «um dieses Niveau zu erreichen braucht es auch viele persönliche Opfer, gerade auch bei Familie und Freundschaften», erzählt Wassmer. «Aber nichtsdestotrotz ist es der allerschönste Beruf, den ich mir vorstellen kann, ich komme jeden Tag mit Freude zur Arbeit.»
Caminada weiter mit 19 Punkten.
Ganz oben bleibt auch in der aktuellsten Ausgabe von «Gault Millau» Andreas Caminada vom Schlosshotel «Schauenstein» in Fürstenau. Er trägt auch weiterhin sagenhafte 19 «Gault Millau»-Punkte. Der in diesem Frühling 40 Jahre alt gewordene Spitzenkoch hat für nächstes Jahr ganz andere Pläne, so will er sich vom 1. Januar bis zum 31. Mai eine Auszeit nehmen und ganz viel Zeit seiner Frau und den gemeinsamen zwei Kindern widmen. Voraussichtlich geht Caminada auf eine Backpacker-Tour durch Australien, Neuseeland und Kalifornien.

Quelle: Südostschweiz





26.09.2017

In der Bündner Gemeinde Vals kann die geplante Mehrzweckhalle gebaut werden. Die Gemeindeversammlung segnete am Wochenende den Kredit in Höhe von 14,5 Millionen Franken ab. Damit wird auch Unternehmer Remo Stoffel zur Kasse gebeten: Er muss 4,5 Millionen beisteuern, um damit ein Versprechen einzulösen.
Als Erweiterung der bestehenden Schulanlage in Vals entsteht ein steinerner Massivbau mit Natursteindach. Das Projekt „Follow-Me“ von der SAM Architekten und Partner AG aus Zürich beinhaltet nebst einer Turnhalle auch Unterrichtsräume, Sitzungszimmer, ein Fitnessbereich, ein Raum für Physiotherapie sowie eine Arztpraxis. „Das wird ein eigentliches Dorfzentrum“, so Gemeindepräsident Stefan Schmid gegenüber der Südostschweiz. Der Baubeginn ist für den nächsten Frühsommer geplant, der Bezug soll Ende 2019 erfolgen. Die Kosten für die Mehrzweckhalle belaufen sich auf 14,5 Millionen Franken, die die Gemeindeversammlung am Freitag genehmigt hat.
4,5 Millionen Franken wird Unternehmer Remo Stoffel beisteuern. Dies hatte er den Valsern versprochen, als er 2012 die berühmte Therme aus der Feder von Stararchitekt Peter Zumthor samt dazugehörigem Hotel gekauft hatte. Doch der Geldfluss blieb aus, weshalb es zu Diskussionen und Streitigkeiten kam. Die Sache gipfelte schliesslich in einer Initiative, die den Valser Unternehmer zur sofortigen Zahlung verdonnern sollte. Allerdings wurde das Anliegen sowohl von der Gemeinde als auch vom Bündner Verwaltungsgericht verworfen. Nun aber wird Stoffel sein Portemonnaie öffnen. Sein Mediensprecher Peter Hartmeier sagte gegenüber der Südostschweiz: „Gemäss Vertrag wird der Beitrag an die Halle bezahlt, wenn gebaut wird.“ 

(mt/pd)




Die Gemeindeversammlung von Vals hat am Freitagabend dem Bau einer Mehrzweckhalle deutlich zugestimmt. Der Bau kostet 14,5 Millionen Franken.


Samstag, 23. September 2017, 14:53 Uhr

Durch den Bau der Mehrzweckhalle soll in Vals nicht nur die veraltete Turnhalle ersetzt werden. Integriert in das Projekt des Zürcher Büros SAM Architekten sind auch Sitzungsräume, eine Arztpraxis und Räume für die Physiotherapie. Mit dem Bau soll laut Gemeindepräsident Stefan Schmid im Frühsommer 2018 begonnen werden. Bezogen werden soll das Gebäude im Spätherbst 2019.
4,5 Millionen Franken von Stoffel
Von den Baukosten trägt die Gemeinde zehn Millionen Franken. 4,5 Millionen Franken steuert der Unternehmer Remo Stoffel bei. Stoffel hatte diesen Beitrag beim Kauf der Therme Vals versprochen.

Quelle: Südostschweiz




Peter Zumthor lädt seine Herzallerliebsten ins Kunsthaus Bregenz ein. Es ist Zeit für eine Begegnung mit dem Architekten.
Antje Stahl15.9.2017, 05:30 Uhr

Tiefenentspannung mit Hilfe des Stararchitekten: Badegäste in der von Peter Zumthor entworfenen Therme Vals. 

Das Imperium des grossen Architekten Peter Zumthor in Haldenstein, auch Zumthor-Gehöft genannt, erschliesst sich über einen Garten hinter einem Atelierhaus aus den achtziger Jahren. Die Schatten der Pflanzen tanzen auf dem Boden, eine Schaukel baumelt hin und her, die Luft ist unverbraucht. Der Pritzkerpreisträger wird kommen und mich besänftigen, ich ahne es leider schon.

Die Liste seiner wichtigsten Bauten ist lang, sehr lang. Schutzbauten für eine Ausgrabung mit römischen Funden, die Caplutta Sogn Benedetg, Wohnungen für Betagte und das Kunstmuseum Kolumba sind einige. Für die Zukunft plant er einen gigantischen Neubau für das Los Angeles County Museum of Art (Lacma). So einen Mann muss man ehren und rühmen, er ist ja auch schon 74 Jahre alt. Zudem sehen seine Gebäude auf Fotos alle toll aus. Dann sind da noch Freunde, die in der Therme Vals baden waren und tiefenentspannt in die Stadt zurückkehrten – von Stille und Schönheit war dann immer die Rede.
Peter Zumthor

Peter Zumthor erscheint. In blauem Leinenhemd und schwarzer Flatterhose, ein bisschen Japan, ein bisschen Italien: ein grosser Mann, kurze graue Haare, Dreitagebart. Wir nehmen Platz an einem Holztisch. Eine schwarze Katze springt auf die Bank und schiebt das Köpfchen auf den Schoss, Zuneigung von Tieren empfindet man hier definitiv als Kompliment. Die schöne Natur wartet in Sichtweite oben auf den Bergen Graubündens. Eine Ausstellung im Kunsthaus Bregenz wird eröffnet. Reden wir, um in Schwung zu kommen, doch kurz ein wenig darüber.
Bibliothek von Walter Lietha in der Ausstellung «Dear to Me» im Kunsthaus Bregenz. (Bild: Keystone / Gian Ehrenzeller)

Peter Zumthor hat das Kunsthaus vor genau zwanzig Jahren gebaut. Er ist der Architekt des Geburtstagskindes und zugleich Gast des Geburtstagsfestes. «Dear to me» lautet der Titel seiner Ausstellung, mit dem die Besänftigung beginnt. Er hat seine Liebsten eingeladen. Seinen Sohn Peter Conradin Zumthor etwa, der ein Musikprogramm kuratiert, das auch seinem Vater gefällt. Es wird ein wenig nach Weltmusik und Schweizer Zeitgenossen klingen. Ein Zaubergarten wird gepflanzt, eine Bibliothek eingerichtet. Und Schauspieler lesen Peter Handkes «Versuch über den geglückten Tag» und Wolfgang Herrndorfs «Bilder deiner grossen Liebe». Ausserdem werden an einer Bar grüne, rote und blaue Drinks angeboten.

Geheimnis und Geist

Die Grundfarben sollen eine synästhetische Erfahrung bringen?, möchte ich gerne fragen. Aber seine Hände schnellen über die Vorfreude auf die bunten Getränke in die Höhe und fangen an zu wedeln. Später frage ich mich, ob Zumthor die Gebärdensprache beherrscht. Laut Youtube bedeuten solche Gesten für Menschen, die nicht hören können, ja, richtig: Applaus.

Peter Zumthor – mit leiser Wucht


Seine Schriftsprache ist mehr als eigenwillig. Bei der Lektüre seiner Bücher gewinnt man den Eindruck, hier schreibe jemand bei Kerzenschein auratische Almanache und Poesiealben. Sie sind verziert mit Vokabeln wie Geheimnis, Geist, Leidenschaft, Empfindung, Wesen, Wahrheit, Magie. Auch die Kindheit taucht immer wieder auf. «Meine Kindheit war schön, meine Adoleszenz schwierig», sagt er, weil man sich brennend dafür interessiert. «Aber das ist nicht so wichtig. Im Herbst erscheint das Büchlein ‹A Feeling of History›, in dem es um die gespeicherte Geschichte geht. Ich möchte Häuser bauen, die helfen, die Geschichte zu spüren. Und das ist nicht die Geschichte auf dem Papier, die von Papier zu Papier zu Papier überliefert wird.»
Die Welt ist voll von Zeichen, die für Dinge stehen, die niemand versteht. Trotzdem, ich bin davon überzeugt, dass noch wahre Dinge existieren.
Auf das mysteriöse, grosse Etwas jenseits der Zeichen besann sich Zumthor bereits in den achtziger Jahren. In der Endphase der Postmoderne, die den Autor- und damit auch den Genie- und erst recht den Wahrheitsbegriff begraben hatte, stellte er sich in Los Angeles, wo Filmstudios die Realität ohnehin verschlucken, an ein Rednerpult und widersprach einfach dem Zeitgeist: «Die Welt ist voll von Zeichen, die für Dinge stehen, die niemand versteht. Trotzdem, ich bin davon überzeugt, dass noch wahre Dinge existieren. Es gibt Erde und das Licht der Sonne; und es gibt Werkzeuge, die sind, was sie sind, die keine künstlichen Botschaften tragen. Unsere Wahrnehmung wird still, unvoreingenommen. Im Betrachter kann eine Erinnerung auftauchen.» Zumthors Hände schnellen wieder in die Höhe, weil er sich über die Reaktion des Publikums damals in den USA heute noch freut: «Die fanden das total schräg. Aber ich habe nur die Wahrheit gesagt.»

Das Licht führt ein sakrales Eigenleben

Erstaunlich: Dieser spezielle Zumthor-Sound, den er vor dreissig Jahren ausbildete, wirkt heute aktuell. Sowohl im ästhetischen Diskurs als auch in Frauenmagazinen wird der Rückzug der Sinne gefordert, es geht um Körper und Performance, um das Hier und Jetzt und ein geschärftes Bewusstsein. Meistens führen die Befürworter einen Feldzug gegen den angeblich digital verseuchten Alltag und möchten den getriebenen, entwurzelten Menschen im White Cube oder auf einer Yogamatte erden – Spiritualität inklusive. Dass dieser Ansatz Ästhetik nicht ausschliesst, sondern sogar braucht, beweist im Fall von Zumthor die Architekturfotografie. Gerade für Zumthor sind fotografische Aufnahmen wichtig. Sie werden von Modellen angefertigt, und so manch eines der Bilder könnte ebenso den fertiggestellten Bau zeigen. Hélène Binet fotografiert viele davon: menschenleer und meistens in Grautönen, so dass Licht auf Steinwänden aussieht, als führe es ein sakrales Eigenleben.
Gerne wird Zumthor als Baumeister aus den Bergen stilisiert, der eine Liebe zum Handwerk hege. Verblüffend: Zumthor langweilt die Romantisierung seiner Schreinerausbildung ebenfalls. «Ich weiss nicht, ob ich heute noch eine Säge in der Hand halten könnte.» Schluss damit!
Ich war ein Bub, ich war elf Jahre alt
und habe geträumt. Aber es waren zwei Dekonstruktivistinnen da.
Er musste das Architekturstudium in Amerika abbrechen, weil sein Vater nicht bezahlen wollte. Das hat ihm den autodidaktischen Ton bewahrt, der wohl so manche Frau als esoterische Maus ins Abseits gestellt hätte. Im Cabaret Voltaire sprach er auf einer Veranstaltung zum Thema «Präsenz» über einen Frühlingsmorgen aus seiner Kindheit: «Ich war ein Bub, ich war elf Jahre alt und habe geträumt und so weiter. Aber es waren zwei Dekonstruktivistinnen aus Amerika da. Die haben alles, was mit Empathie und Wert zu tun hat, abgelehnt.» Er sagt das nicht boshaft, er setzt lieber eine rhetorische Pause: «Dekonstruktivis t Innen». Lustig.
Was bedeutet das alles für das Bauen? Wir gehen in sein neues Atelierhaus. Es wurde Anfang 2016 dem Zumthor-Ensemble hinzugefügt. Es liegt am Hang und verfügt auf jeder der vier Etagen über grosse Fenster. Es ist leise (wir ziehen unsere Schuhe aus), und es riecht nach Kokosfett und Erde, beides wird für den Bau von Modellen verwendet. Dann stehen wir vor dem zukünftigen Los Angeles County Museum of Art. Dass er, der sich als berühmter Architekt um den Bau von Altersheimen kümmert, in denen Senioren einen würdevollen Ausblick geniessen, um Bergstationen, Restaurants und Kapellen, dass dieser Held dieses megalomanische Projekt plant, werfen ihm seine Fans vor. Aus Amerika hört man, es fehle noch an Geld (600 Millionen Dollar ist der gegenwärtige Schätzpreis), und ein Kritiker beschwerte sich bereits über den konservativen Mies-Style, «den Komfort-Modernismus auf Anabolikum». Aber ganz so schlimm ist der Entwurf nicht.

Heimatmuseum

Ja, die bestehenden Gebäude aus den sechziger und achtziger Jahren müssen abgerissen werden, und man darf, muss sich fragen, ob solitäre Ikonen überhaupt noch in unsere Zeit passen. Aber der neue Bau schlängelt sich so über den Boulevard, dass er das Grundstück öffnet und über keine frontale Fassade und nur ein Stockwerk verfügt. Damit wird, zumindest architektonisch, eine hierarchische Präsentation der Sammlung verhindert. Und das ist interessant. Das Lacma besitzt Sarkophage aus dem alten Ägypten, aber eben auch ein Mondrian-Kleid von Yves Saint Laurent.
«Fast neunzig Prozent der Gegenstände sind nicht für das Museum gemacht. Ich bezeichne sie als heimatlos, weil sie ihren Kontext verloren haben. Ich möchte ihnen eine Heimat schenken und sie in den Zusammenhang mit dem modernen Leben bringen. Man soll sie direkt erleben, nicht didaktisch.» Natürliches Licht und Blickachsen zu den Hollywood-Bergen ermöglichen das.
«Sie halten nicht viel von textlastigem Diskurs? Mobilität? Wanderausstellungen?», frage ich ihn noch schnell vor dem Abschied. «Ich muss die Gegenstände zum Sprechen bringen, das können sie nicht, wenn sie in der Welt herumfahren.» «Warum nicht?», frage ich nach. Menschen sind, gezwungen oder nicht, auch die ganze Zeit unterwegs. «Menschen, die eine Heimat haben, können besser in die Fremde gehen. Sie sind verständnisvoller, sie haben eine gewisse Sicherheit. Aber das ist natürlich schon wieder Ideologie. Ich meine Heimat in einem guten Sinne.» Keine Sorge, Herr Zumthor, das versteht man schon.
Trotzdem bleibt die grosse Frage, welche Architektur in die Welt gesetzt wird. Soll sie Heimat sein? Sogar quasireligiös heilen? Muss alles sesshaft werden? Hoffentlich nicht. Das würde den Intellekt langfristig einschläfern.

Kunsthaus Bregenz, bis 7. Januar, 2018.




  • Dienstag, 12. September 2017, 18:21 Uhr, aktualisiert um 18:32 Uhr
  • Stefanie Hablützel und Sara Hauschild
Rund um die Hochhaus-Pläne von Remo Stoffel in Vals ist es still geworden. Fast genau vor einem Jahr verabschiedete der Kanton den Vorprüfungsbericht zum Projekt. Bis heute sind Fragen zum Untergrund offen. 

Peter Hartmeier: «Wieso stellen Sie diese Frage?» (12.9.2017)
Der letzte grosse Schritt passierte vor einem Jahr. Das kantonale Amt für Raumentwicklung prüfte damals ein erstes Konzept des Valser Hochhausprojektes und schickte es Mitte September, zusammen mit offenen Fragen, zurück an die Gemeinde.
Dieser Vorprüfungsbericht habe ergeben, dass der Wolkenkratzer grundsätzlich realisierbar sei, verschiedene Fragen jedoch noch zu klären seien, sagt der Valser Gemeindepräsident Stefan Schmid. Diese Fragen habe man der 7132 AG weitergeleitet: «Der Ball liegt jetzt bei der 7132 AG. Wir warten auf Informationen, wie es weitergehen soll.»

Kein Gesuch für Probebohrungen eingereicht

Problem Untergrund
Wie das «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF bereits vor über zwei Jahren berichtete, befindet sich unterhalb des aktuellen Turmstandorts ein komplexes hydrologisches System. Sondierbohrungen, die für das Fundament notwendig sind, könnten dieses und damit auch die Valser Mineralquelle beeinträchtigen.
Das grösste Fragezeichen lauert im Untergrund des aktuellen Turmstandorts. Am Samstag hatte Immobilienunternehmer Remo Stoffel gegenüber dem «Bündner Tagblatt» gesagt: «Weil wir bis heute keine Probebohrungen machen durften, sind viele Fragen einfach noch offen».
Um Erlaubnis hatte die 7132 AG bisher aber nicht gefragt. Wie das zuständige kantonale Amt für Natur und Umwelt auf Anfrage sagt, sei bis heute kein Gesuch für eine solche Probebohrung eingegangen.
Für Peter Hartmeier, Sprecher von Stoffel, muss man bei diesem Projekt langfristig denken. «Die Hamburger Philharmonie hat sechs Jahre länger gebraucht als geplant», sagt der PR-Berater, und: «Wir müssen jetzt einfach Geduld haben».

Das Hotel als Teil des Kaufvertrag
Die 7132 AG hatte ursprünglich für Anfang Jahr Informationen zum weiteren Vorgehen in Aussicht gestellt, dann wurde es März, April, Anfang Sommer, nach den Sommerferien. Einen neuen Termin gibt es nicht.
Bauherr Stoffel nimmt sich also Zeit für das neue Hotel, das er den Valser und Valserinnen 2012 mit dem Kauf der Therme vertraglich zugesichert hatte. Für den Valser Gemeindepräsident Schmid gibt es aber keinen Grund Druck zu machen. Man sei zufrieden damit, wie Stoffel in den vergangenen Jahren den Betrieb für Millionen saniert habe – auch dies eine Bedingung des Kaufvertrags – und warte jetzt auf die nächsten Schritte.

SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr



Das Hotel «7132» in Vals, das dem Investor Remo Stoffel gehört, ist in die 5-Sterne-Superior-Kategorie aufgestiegen. Insgesamt wurden Investitionen in der Höhe von rund 60 Millionen Franken getätigt.

Julian Gemperli         Dienstag, 08. August 2017, 05:00 Uhr

Laut Stoffels Pressesprecher Peter Hartmeier wurde aus dem ehemals heruntergekommenen Hotel ein neuer Stern am Hotelhimmel geschaffen. Das architektonisch auffallende Hotel «7132» spricht zusammen mit der weltberühmten Therme in Vals ein besonders kunst- und kulturaffines Publikum an. Insgesamt wurden rund 60 Millionen Franken in die Hotelanlage investiert, davon alleine 20 Millionen in diesem Frühling.
Zum Aufstieg beigetragen hat auch die eigene Hotelküche unter Spitzenkoch Sven Wassmer. Wassmer selbst hat eine steile Karriere hingelegt und gehört zu den besten Köchen der Schweiz.
Durch die hohen Investitionen kann sich das Hotel «7132» nun zu einer kleinen Gruppe von 5-Sterne-Superior-Hotels zählen. Laut «hotelsuisse», die sich für die Schweizer Hotelklassifikation verantwortlich zeigt, gibt es im gesamten Kanton Graubünden nur 62 Hotelbetriebe, welche dieser gehobenen Kategorie angehören. Schweizweit sind es rund 343 solcher Betriebe. Im Vergleich zur Gesamtanzahl an Hotels (Schweiz: 3938 / Graubünden: 622) machen diese Luxushotels daher nur einen kleinen Teil aus.
Die grösstenteils relativ jungen Gäste des Hotels «7132» stammen zu rund 60 Prozent aus dem Inland.

Quelle: Südostschweiz




Bei Bauarbeiten in Vals ist es am Montagmorgen zu einem Arbeitsunfall gekommen. Ein Raupenbagger kippte um und der Maschinist wurde dabei verletzt.

Montag, 31. Juli 2017, 14:57 Uhr

Oberhalb von Vals im Gebiet Gadastatt waren Bauarbeiter mit der Verlegung mehrerer Leitungen beschäftigt. Der 47-jährige Maschinist fuhr mit einem Hydraulik-Raupenbagger auf der steil abfallenden Raupenpiste talwärts. Auf einer Steinplatte geriet der Bagger ins Rutschen und kippte auf die rechte Seite, wie es in einem Schreiben der Kantonspolizei Graubünden heisst.
Durch den heftigen Aufprall verletzte sich der Maschinist mittelschwer. Arbeitskollegen konnten ihn aus der Kabine bergen und die ausgerückte Rega-Crew versorgte den Mann notfallmedizinisch, barg ihn mit einer Winde und brachte ihn ins Kantonsspital Graubünden nach Chur.

Quelle: Südostschweiz



Seit April ist klar, dass in Vals die Poststelle aufgehoben wird und sie mit einer Postagentur im Tourismusbüro ersetzt wird. Nun steht fest, dass dies ab dem 20. November so sein wird.

Samstag, 22. Juli 2017, 14:45 Uhr

Die heutige Postfiliale in Vals ist nur noch bis zum 7. Oktober in Betrieb. Trotzdem wird die Postagentur, die sie ersetzen sollte, nicht vor dem 20. November ins Tourismusbüro an der Poststrasse einziehen. Wie es in einer Mitteilung der Post heisst, wird während der Übergangsphase von Oktober bis November ein Hausservice angeboten. Das heisst, Kunden können in dieser Zeit Postgeschäfte von Montag bis Freitag während dem Zustellgang beim Postboten erledigen.
Informationen zu diesem Angebot und zum neuen Angebot der Postagentur im Tourismusbüro können die Valser am 31. August erhalten. Dann veranstaltet die Post einen Dialoganlass, zu dem sie die Bevölkerung noch einladen werde.

Quelle: Südostschweiz


Der Bündner Unternehmer Remo Stoffel spricht über das jüngste Steuerurteil, seinen jahrelangen Kampf mit den Behörden und darüber, wieso er oft als der «Bad Guy» dasteht.

Olivier Berger             Mittwoch, 28. Juni 2017, 19:59 Uhr

Mit Remo Stoffel sprach Olivier Berger.

Seit zwei Tagen ist bekannt: Der Bündner Unternehmer Remo Stoffel ist vor Verwaltungsgericht unterlegen und soll Steuern in Millionenhöhe nachzahlen. Stoffel hat das Urteil bereits ans Bundesgericht weitergezogen. Im Gespräch betont er, dabei gehe es ihm weniger um seine Person und die finanziellen Auswirkungen. Sondern um den Umgang der Behörden mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Herr Stoffel, schlafen Sie noch gut?
Natürlich. Wieso sollte ich nicht?

Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts drohen Ihnen Steuernachzahlungen in Millionenhöhe.
Das bereitet mir kein Kopfzerbrechen. Wenn ich vor Bundesgericht verliere, werde ich diese Steuerbeträge bezahlen. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich vor Bundesgericht reale Chancen habe, recht zu bekommen.

Sie haben also bei Ihrer Steuererklärung für das Jahr 2003 nicht getrickst?
Es ging beim vorliegenden Fall nie um die Höhe meiner Einkommen. Mein damaliger Geschäftspartner und ich wollten eine Firma kaufen. Zu diesem Zweck habe ich als Aktionär bei einer meiner Firmen ein Darlehen aufgenommen – so, wie das viele Besitzer auch von KMU regelmässig tun. Später habe ich dieses Darlehen zurückbezahlt.

Das allein würde die Steuerbehörden wohl kaum auf den Plan locken.
Im Kern geht es um die Frage, ob diese 22,5 Millionen Franken, um die es geht, als Darlehen mit anschliessender Rückzahlung zu betrachten sind, oder ob man sie als Gewinnausschüttung mit späterer Kapitaleinlage betrachtet. In diesem Punkt gehen meine Meinung und jene der Bündner Steuerbehörden auseinander. Das ist aber an sich kein besonders spektakulärer Vorfall.

Finden Sie nicht?
Vom Betrag her, vielleicht. Ich mache Ihnen ein Beispiel. Sie reichen Ihre Steuererklärung ein und machen Abzüge für Berufskleidung geltend. Im Steueramt ist man aber der Meinung: «Wofür braucht der jetzt Berufskleidung?» Sie erhalten deshalb eine Veranlagungsverfügung, in der Ihre Abzüge gestrichen worden sind. Dagegen würden Sie sich wohl wehren – genau das habe ich auch getan.

In Ihrem Fall zieht sich das ganze Prozedere aber schon seit Jahren hin.
Das ist richtig. Und das ist auch der eigentliche Skandal an der Sache – nicht, dass ich bezüglich eines Darlehens eine andere Auffassung habe als die Behörden. Der Skandal ist, dass ich mich seit zehn Jahren einer grösseren Kampagne an verschiedenen Fronten ausgesetzt sehe. Dagegen wehre ich mich.

Übertreiben Sie da nicht etwas?
Von wegen! Erinnern Sie sich bloss an die Schlagzeilen: «Der Millionenbetrug», «Der grosse Steuerskandal», «Millionenwerte im Ausland versteckt» – die Liste liesse sich fast beliebig fortsetzen. Nach mittlerweile zehn Jahren hat sich herausgestellt: Das war alles Schall und Rauch. Bis heute hat sich keinerlei Hinweis auf im Ausland versteckte Vermögenswerte ergeben, und bis heute hat kein Verfahren wegen Steuerbetrugs oder Steuerhinterziehung stattgefunden. Das Einzige, was aus zehn Jahren Untersuchung übrig bleibt, ist die Behauptung, ich hätte eine Gewinnausschüttung als Darlehen deklariert – und in diesem Fall gehen die Meinungen wie gesagt auseinander. Der Berg hat letztlich bestenfalls eine Maus geboren.

Es gibt aber andere Verfahren: einen Zahlungsbefehl aus Liechtenstein, eine Busse aus dem Engadin, Untersuchungen in Zürich.
Der Zahlungsbefehl aus Liechtenstein ist ein Witz. Was die Medien nie geschrieben haben: In genau diesem Fall gibt es ein rechtskräftiges Urteil aus der Schweiz, das besagt, dass ich keinen Franken bezahlen muss. Mein ehemaliger Geschäftspartner führt in Liechtenstein einen Pseudoprozess ohne Aussicht auf Erfolg. In Zürich hat man zwar grosse Enthüllungen angekündigt, ein Verfahren wurde aber bis heute nicht eingeleitet. Und was die Busse aus dem Engadin angeht: Diese habe ich ohne Widerspruch bezahlt. Auch wenn ich dort weder Geld verdient habe noch der Meinung bin, dass ich etwas falsch gemacht habe.

Trotzdem bleibt der Eindruck, Sie hätten sich um Ihre Steuerpflicht drücken wollen. Sonst gäbe es keinen Grund, zwei Anstalten in Liechtenstein zu gründen.
Das ist totaler Blödsinn. Die beiden Anstalten haben wir auf Wunsch meines damaligen Geschäftspartners verwendet – weil er nicht direkt mit Schweizer Firmen in Verbindung gebracht werden wollte. Notabene: er, nicht ich. Seit sich unsere Wege getrennt haben, habe ich keine Verbindung mehr zu Gesellschaften im Ausland. Wenn ich Steuern sparen wollte, hätte ich ganz andere Möglichkeiten.

Welche denn?
Ich könnte einen Teil meiner Unternehmenssitze ins steuergünstige Ausland verlagern. Das habe ich nicht getan. Im Gegenteil, ich habe die Sitze sogar von Zürich nach Chur geholt, weil ich an diesen Standort glaube. Und privat könnte ich meinen Wohnsitz auch ins Ausland verlegen. Ich bin schon heute viel unterwegs; wenn ich noch zwei Wochen pro Jahr mehr Ferien mache, kann ich offiziell nach Dubai ziehen.

Und weniger Steuern bezahlen?
Was heisst hier weniger? Dubai kennt weder Einkommens- noch Vermögenssteuern. Und dank eines Doppelbesteuerungsabkommens mit der Schweiz könnte ich mir sogar meine Dividenden dorthin auszahlen lassen.

Wieso machen Sie das nicht?
Es gibt ja Beispiele von Unternehmern aus dem Churer Rheintal, die offiziell im Ausland wohnen oder gewohnt haben – und zum Teil in Graubünden sogar Wirtschaftsförderungsgelder bezogen haben. Das muss jeder selber wissen. Ich persönlich finde es schäbig. Ich geschäfte hier, darum bezahle ich hier auch meine Steuern. Darum werde ich auch so fuchsteufelswild.

Weil man Geld von Ihnen will?
Schwachsinn. Darum geht es doch gar nicht. Mir geht es ums Prinzip. Die Höhe der Beträge spielt dabei keine Rolle. Ich bin auch schon wegen 1054 Franken in einer Steuersache vor Bundesgericht gegangen – und habe übrigens recht bekommen. Mir geht es um eine viel grundsätzlichere Frage.

Wie lautet diese denn?
Die, wie die Behörden und die Politik die Bürgerinnen und Bürger behandeln sollten und wie nicht. Ich werde seit zehn Jahren grundlos an den Pranger gestellt. Der Entscheid der Steuerverwaltung ist dafür ein gutes Beispiel. Man kann die Kernfrage so oder so auslegen, wie ich das erklärt habe. Müsste da eine Behörde nicht im Zweifel für den Bürger entscheiden?

Sie wollen Sonderregelungen?
Nein, das nicht. Das muss alles im Rahmen der Gesetze verlaufen. Aber dort, wo Spielraum vorhanden ist, sollte man das Wohl von Bürgerinnen und Bürgern, Investorinnen und Investoren im Auge haben. Wir entwickeln uns immer mehr zu einem Verwaltungsmoloch. Das kann nicht im Sinn der Bündner Wirtschaft und unseres Kantons sein. Deshalb braucht es bei der Politik eine neue Grundhaltung, und die Politik muss die Verwaltung entsprechend instruieren.

Das Problem liegt also bei der Bündner Politik?
Das ist ja wohl offensichtlich. Nehmen Sie den Verkauf der Therme Vals. Was da nicht alles unternommen worden ist von der Politik: Die Palette reicht von der Stimmrechtsbeschwerde über eine Strafanzeige gegen den früheren Verwaltungsrat der Therme, eine Untersuchung durch die parlamentarische Geschäftsprüfungskommission bis zur Regierungsbeschwerde und der Einsetzung eines Sonderermittlers. Da kann mir keiner mehr erzählen, dass es um die Sache geht.

Worum sollte es sonst gehen?
Es wird wieder einmal auf die Person Remo Stoffel geschossen. Es kann doch nicht sein, dass ein Regierungsmitglied, das sich mit meinen Fällen befasst, daneben Follower in einer Stoffel-Bashing-Gruppe auf Twitter ist.  Offenbar soll ich um jeden Preis als der «Bad Guy» dastehen.

Wer sollte daran ein Interesse haben, Sie schlecht dastehen zu lassen?
Das ist ein ganz explosiver, toxischer Cocktail, bestehend aus einem früheren Geschäftspartner, der frustriert ist, dass seine Zeit in der Geschäftswelt abläuft; Journalisten, die sich von ihm gerne mit vermeintlichen Skandalen füttern lassen; dann gibt es den Verkauf der Therme Vals, der einer Gruppe von Personen eine willkommene Plattform geboten hat, um sich zu präsentieren; und schliesslich werde ich auch zum Opfer von parteipolitischen Querelen zwischen BDP und FDP.

Wieso sollten Sie ein Spielball der Parteipolitik sein?
Es gibt klare Hinweise. Im Zusammenhang mit Vals wurde immer wieder FDP-Ständerat Martin Schmid ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt. Dabei hatte Herr Schmid mit dem ganzen Geschäft gar nichts zu tun. Er war in keiner Art und Weise involviert. Offenbar mache ich mich gut als Feindbild, das wollen einige Leute nutzen.

Stört Sie das nicht?
Nein, überhaupt nicht. Das ist auch der Denkfehler, wenn die Behörden mich laufend ungerechtfertigterweise öffentlich diffamieren. Sie erwarten, dass ich wegen des drohenden Imageverlusts irgendwann klein beigebe. Bloss, das werde ich nicht. Ich kämpfe ja nicht nur für mich.

Für wen dann?
Für Graubünden, für uns alle, auch für Sie. Ich kann es mir zum Glück finanziell und zeitlich leisten, mich zur Wehr zu setzen. Viele andere können das nicht. Noch einmal: Mir geht es um die Frage, wie die Behörden mit dem Bürger umgehen.

Sie als eine Art Robin Hood?
Es geht um diesen Kanton, mir geht es fast immer um Graubünden. Wir haben eine ganze Menge an Standortnachteilen. Wir haben aber einen grossen Vorteil: Wir sind kleinräumig. Das würde es uns ermöglichen, auf Entwicklungen rasch zu reagieren. Wenn wir in allem schneller werden, ist das ein grosser Vorteil.

Was hat das mit Ihrem Fall zu tun?
Man kann sich fragen, ob es zielführend ist, wenn eine Behörde zehn Jahre lang ermittelt, um letztlich nichts Verwertbares in der Hand zu haben. Wenn Verdachtsmomente bestehen, sollte man diese abklären. Wenn offensichtlich geschummelt worden ist, muss man die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, da bin ich absolut dafür. Wenn sich aber nicht rasch ein klarer Tatbestand herausstellt, sollte man nicht Jahre, viel Geld und Manpower dafür verschleudern, vielleicht doch noch ein Haar in der Suppe zu finden.

Wegschauen als Standortförderung?
Die Behörden sollen nicht wegschauen. Aber sie sollten das Verhältnis wahren und effizient bleiben. Ich jedenfalls habe ein gutes Gewissen.

Quelle: Südostschweiz



Ein externer Staatsanwalt wird das Verfahren über den Verkauf der Therme Vals an den Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel durchführen. Mit der Aufgabe betraute die Bündner Regierung Beat Fehr, Gruppenleiter beim Untersuchungsamt St. Gallen.

Donnerstag, 15. Juni 2017, 15:59 Uhr

Wie die Staatsanwaltschaft Graubünden am Donnerstag mitteilte, wurde am 22. März in Sachen «Verkauf der Therme Vals» eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht und gemäss Strafprozessordnung könne bei Bedarf ein ausserordentlicher Staatsanwalt bestellt werden.
Wegen eines herrschenden Kapazitätsengpasses beantragte die Staatsanwaltschaft bei der Regierung die Einsetzung eines solchen ausserordentlichen Staatsanwaltes. Dem Antrag wurde stattgegeben und der 57-jährige Beat Fehr mit der Durchführung des Verfahrens betraut.
Fehr wurde in Bern geboren. 1991 wurde er zum Fürsprecher patentiert. Mittlerweile ist er langjähriger Untersuchungsrichter und Staatsanwalt im Kanton St. Gallen. Im Umgang mit komplexen, ausserkantonalen Straffällen sei er routiniert, hiess es. Das Mandat von Beat Fehr endet mit dem rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens.

Kantonsregierung reichte Strafanzeige ein
Die Strafanzeige hatte die Kantonsregierung im vergangenen März eingereicht. Der Grund: Es lag ein Verdacht auf strafrechtlich relevante Handlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Therme an den Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel vor.
Den Fall beurteilt hat im Auftrag der Bündner Kantonsregierung der renommierte Basler Strafrechtsprofessor und Korruptionsexperte Mark Pieth. Er sprach im März in Chur vor den Medien von einem «Komplex von sehr problematischen Geschäftsentscheidungen», der ein «ganz ungutes Gefühl» zurücklasse. Es seien genügend Verdachtsmomente vorhanden, um genauer hinzuschauen. Zu klären sei, ob sich jemand einen illegalen Vorteil verschafft habe.
Den Ausschlag für die Strafanzeige gab eine Absichtserklärung zwischen Investor Remo Stoffel und dem damaligen Verwaltungsrat der Therme. Der Verwaltungsrat hatte Stoffel ein exklusives Verhandlungsrecht zugesichert und eine Entschädigungspflicht akzeptiert, sollte der Verkauf nicht zu Stande kommen.
Die Gemeindeversammlung von Vals hatte am 9. März 2012 entschieden, die sanierungsbedürftige Therme für 7,8 Millionen Franken dem Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel zu verkaufen. Stoffel hatte damit den Architekten Peter Zumthor ausgestochen, den Schöpfer der Therme, der die Baute ebenfalls erwerben wollte.

Quelle: Südostschweiz




23.05.2017

Seit einiger Zeit werden alternative Standorte für den geplanten Hotelturm von Remo Stoffel in Vals GR gesucht. Nun ist man offenbar fündig geworden: Einer liegt am Eingang des Dorfs, wo sich zurzeit noch eine Deponie befindet, ein anderer im Dorf, nahe der Therme.

Weil der angepeilte Standort des einst höchsten Wolkenkratzers von Europa aufgrund der dortigen Valser Mineralquellen heikel ist, hat man sich nach Alternativen umgeschaut (baublatt.ch berichtete) und ist laut „Schweiz aktuell“ fündig geworden. Mehrere voneinander unabhängige Quellen haben gegenüber der Sendung bestätigt, dass ein Standort am Dorfeingang oberhalb einer Lawinen-Galerie evaluiert wird. Dort liegt zurzeit eine Deponie. Eine weitere Alternative für das Luxushotel aus der Feder von Stararchitekt Thom Mayne respektive dessen Büro Morphosis liegt innerhalb des Dorfs, in der Nähe der Therme. Ein Grossteil dieses Gebiet sei im Besitz der 7132 AG rund um Remo Stoffel.
Aber auch hier weht dem Valser Unternehmer ein rauer Wind um die Nase. Der Verein „Besorgte Bürgerinnen und Bürger von Vals“ bemängeln die neuen Standorte. So liege einer zum grossen Teil in der Gefahrenzone, der andere teilweise in der Überflutungszone. (mt/pd)

www.baublatt.ch/aktuelles/news/die-femme-de-vals-auf-einer-deponie



  • Freitag, 19. Mai 2017, 17:09 Uhr
  • Christof Schneider
Die Investoren um Remo Stoffel suchen einen neuen Standort für den Bau des 381 Meter hohen Hotel-Turms in Vals.
Der ursprüngliche Standort für den Turm gleich neben der Therme Vals ist offenbar problematisch. Das Regionaljournal Graubünden berichtete bereits im März, dass neue Standorte gesucht würden. Die Gefahr, dass der Bau des Hotelturms die Mineralquelle am einst vorgesehenen Ort beschädigen könnte, ist gross.
Deshalb mussten die Investoren um Remo Stoffel neue mögliche Standorte suchen. Wie mehrere voneinander unabhängige Quellen gegenüber «Schweiz aktuell» bestätigen, wird ein Standort am Eingang des Dorfes, oberhalb einer Lawinen-Galerie evaluiert. Momentan befindet sich an dieser Stelle noch eine Deponie. Ein zweiter Standort liegt im Dorf, in der Nähe der Therme. Ein Grossteil dieses Gebiets ist im Besitz der 7132 AG rund um Remo Stoffel.

Kritik an Standorten
Die Valser Einwohner Peter Schmid und Philipp Vieli sind Mitglieder des Vereins «Besorgte Bürgerinnen und Bürger Vals» und kritisieren Remo Stoffel seit Jahren – auch für sein Turmprojekt. Sie bemängeln die neuen Standorte, die evaluiert werden: «Der Standort am Eingang des Dorfes liegt zu einem grossen Teil in der Gefahrenzone», erklärt Philipp Vieli.
Ein weiterer Standort liegt zum Teil in einer Überflutungszone, das bestätigt der Gemeindepräsident von Vals, Stefan Schmid: «In der roten Zone kann nicht gebaut werden, in der blauen ist es theoretisch möglich, es müssten allerdings Massnahmen getroffen werden».
Die 7132 AG rund um Investor Remo Stoffel wollte gegenüber «Schweiz aktuell» keine Stellung nehmen.

Quelle: www.srf.ch/news/regional/graubuenden/turm-zu-vals-doch-nicht-neben-der-therme



Vals «Das gleicht einem Kabarett», sagt Peter Zumthor mit Blick auf die Vorgänge rund um den geplanten Turmbau in Vals.

Stefan Bisculm

Freitag, 12. Mai 2017, 11:20 Uhr

Peter Zumthor kritisiert den geplanten Turm in Vals.
In einem Interview mit dem internationalen Architektur- und Designmagazin sagt der Architekt der Valser Therme, ihm sei von Anfang an klar gewesen, dass der vorgesehene Standort für den Turm in einer Schutzzone der Valserquelle liege.
«Ich hätte Thom Mayne schon früh sagen können, nimm dein Geld und arbeite nicht hier, denn ich kenne diese Leute.» Der US-Architekt Thom Mayne plant im Auftrag von Therme-Besitzer Remo Stoffel in Vals einen 381 Meter hohen Turm. Das Projekt befindet sich jedoch in einer Sackgasse. Wegen besagte Quellschutzzone ist bisher noch nicht einmal der Standort für das kühne Projekt bestimmt.
Seine Therme in Vals bezeichnet Zumthor im Interview weiter noch als ein soziales Projekt, das er zusammen mit seiner Frau und der Gemeinde erfolgreich betrieben habe. Dieses soziale Projekt sei seit dem Verkauf an den einheimischen Immobilienunternehmer Remo Stoffel aber gestorben, sagt der Haldensteiner Architekt.

Quelle: Südostschweiz




Das Valser Wasser aus den Bündner Bergen will auf dem chinesischen Markt Fuss fassen, dem weltgrössten Markt für abgefülltes Wasser. Und dies als teures Luxusprodukt.

Südostschweiz
Donnerstag, 11. Mai 2017, 05:00 Uhr

In China kostet die Flasche Valser Wasser 9.20 Franken.
Wie die «Handelszeitung» berichtet, wird im Land des Lächelns die 750-ml-Flasche für 64 Yuan angeboten, das sind 9.20 Franken. Valser Wasser ist somit wesentlich teurer als die Konkurrenz Perrier oder Evian.
Erhältlich ist das Valser Classic in der Volksrepublik auf dem Online-Marktplatz Tmall. Nachdem in den ersten zwei Wochen bloss zwei Flaschen Käufer gefunden haben, wurde der Preis gesenkt. Auf 7.05 Franken, was im Vergleich zur Hochpreisinsel Schweiz immer noch recht teuer ist.

Quelle: Südostschweiz



Beitrag vom 04.05.2017


Die geplante Massenbefischung am Zervreilasee oberhalb von Vals lief bisher nicht wie geplant. Zwei Tonnen Fisch sollten aus dem See gefischt werden. Rund 100 Kilogramm lautet die Ausbeute bis jetzt.
Der Stausee Zervreila bei Vals muss nämlich saniert werden. Das bringt grossen Aufwand mit sich - wegen der Bauarbeiten muss der See im Jahr 2018 abgesenkt werden. Die Fische im See würden die zwei Monate andauernden Arbeiten wohl nicht überleben und einen qualvollen Tod erleiden. Letzte Nacht wollte man möglichst viele Fische deshalb schon abfischen: mit wenig Erfolg!

Das Sterben der Poststellen ist seit Jahren aktuell. Die neusten Schalter trifft es in Vals. Aus der Poststelle wird eine Agentur. Und: In Churwalden ist heute klar, wo die Agentur einzieht.
Wie die Post am Mittwoch mitteilt, ist die Filiale in Vals seit Längerem nicht mehr rentabel. Die Nutzung liege seit mehreren Jahren auf einem tiefen Niveau und die Räumlichkeiten seien überdimensioniert und würden grösstenteils leer stehen.

Die Post habe bereits im Dezember 2015 erstmals mit der Gemeinde gesprochen und nach einer Lösung gesucht. Bisher konnte jedoch keine Einigung erzielt werden, da die Gemeinde auf eine Weiterführung der Poststelle beharrte, wie das Unternehmen weiter schreibt.

Nun habe die Post entschieden, dass aus der Poststelle eine Agentur werden soll. In der Schweiz existieren bereits mehr als 850 solcher Agenturen. So zum Beispiel auch in Falera, Felsberg, Vrin und Vignogn. In Vals soll die Agentur voraussichtlich in das Tourismusbüro Visit Vals einziehen. Jedoch müssten noch einige Punkte geklärt und der genaue Zeitplan festgelegt werden. Bis dahin bleibt in Vals noch alles beim Alten. Zu gegebener Zeit will die Post an einer Informationsveranstaltung über die weiteren Schritte informieren.

Entscheidung gefallen
In Churwalden weiss man bereits seit vergangenem Dezember, dass die Poststelle einer Agentur weichen muss. Nun ist klar, die Agentur zieht in die Coop-Verkaufsstelle ein, wie die Post erklärt.
Am 21. April um 19.30 Uhr findet im Gemeindesaal in Churwalden eine entsprechende Informationsveranstaltung statt. Die Schliessung ist per Ende August 2017 geplant.

Poststellenabbau
Schon Mitte Januar hatte «suedostschweiz.ch» über den Poststellenabbau in Graubünden berichtet. Damals lag uns eine Karte der gefährdeten Schalter exklusiv vor. Auch Vals und Churwalden waren damals vermerkt. Insgesamt soll es bis 2020 38 Poststellen an den Kragen gehen.

Quelle: suedostschweiz.ch 12.04.2017 - 11:23 Uhr



Wie weiter mit dem Valser Turmbauprojekt? Die Suche nach einem geeigneten Standort befindet sich in der Sackgasse. Die Gemeinde hätte bis Ende März über den Stand der Planung informiert werden sollen.

von Stefan Bisculm

Zu behaupten, das Hotelprojekt «Femme de Vals» sei zwei Jahre nach seiner Präsentation bereits gescheitert, wäre voreilig. Sicher ist aber: Das tollkühne Hotelprojekt des Bündner Immobilienunternehmers Remo Stoffel hat einen Fehlstart hingelegt. Die Gemeinde hätte ursprünglich bis Ende des vergangenen Jahres von den Bauherren über den Stand der Planung, mögliche Lösungsvarianten und das weitere Vorgehen informiert werden sollen.

Später wurde dieser Termin auf Ende März verschoben. Am Montag sagte der Valser Gemeindepräsident Stefan Schmid: «Bis jetzt haben wir nichts von Remo Stoffel und der 7132 AG gehört.» Wie es aussieht, werden sich die Valser noch mindestens bis Ende April gedulden müssen. Auf diesen Zeitpunkt wolle man die Gemeinde informieren, sagte Remo Stoffels Pressesprecher Peter Hartmeier.

Bis jetzt haben wir nichts von Remo Stoffel und der 7132 AG gehört.
Stefan Schmid, Gemeindepräsident Vals

Auch verfahrenstechnisch liegt der Ball bei der 7132 AG. Nach der Vorprüfung der erforderlichen Zonenplanrevision durch den Kanton wäre die Bauherrschaft aufgefordert gewesen, die noch offenen Fragen zu klären. Diese Antworten blieb sie bis heute schuldig.

Die drängendste Frage beim Turmprojekt ist, ob der geplante Bau die Schutzzone der St. Petersquelle beeinträchtigen könnte. Coca Cola Schweiz als Besitzerin der Quelle hat mehrfach betont, dass sie in dieser Frage kein Risiko eingehen werde. Bis heute ist es den Geologen von 7132 AG nicht gelungen, diesbezüglich alle Zweifel auszuräumen, weshalb noch nicht einmal eine Probebohrung an besagtem Standort durchgeführt wurde.

Die 7132 AG hat bereits mögliche alternative Standorte für das geplante 381 Meter hohe Hochhaus gesucht. Zu diesem Zweck hat sie auch schon Gespräche mit Vertretern des Kantons geführt.

Schmid erklärte, der Valser Gemeindevorstand würde bei einer Anfrage «seinen Möglichkeiten entsprechend Hand bieten bei einer Standortsuche».Selber würde die Gemeinde aber über kein geeignetes Bauland verfügen. Wie Schmid gegenüber dem «Regionaljournal» ausführte, konzentrierte sich die 7132 AG bei ihrer Standortsuche zuletzt auf «unterhalb des Dorfes».

Ein Blick auf den Valser Zonenplan, so heisst es im Bericht weiter, genüge aber, um festzustellen, dass es alles andere als einfach werde, zwischen Gefahrenzonen und Nicht-Bauzonen einen geeigneten Bauplatz zu finden.

Quelle: suedostschweiz.ch 04.04.2017 - 08:50 Uhr



    Gemeindeversammlung Vals

    Therme Vals geht in Besitz einer Stiftung

      Samstag, 25. März 2017, 17:57 Uhr

    Die Therme Vals wird in eine Stiftung überführt. Das hat die Gemeindeversammlung von Vals
    am Freitagabend entschieden. Die Nutzung der Therme bleibt aber beim derzeitigen Besitzer der
    Therme, dem Investor Remo Stoffel.
  • Der heutige Besitzer, Remo Stoffel, soll das Thermalbad künftig mittels Dienstbarkeitsvertrag nutzen können.
  • Die Bedingungen dafür sind noch auszuhandeln.
  • Die Therme war an der Gemeindeversammlung im März 2012 für 7,8 Millionen Franken an den Investor Remo Stoffel verkauft worden.
  • Remo Stoffel hatte sich gegen den Erbauer der Therme, den Architekten Peter Zumthor, durchgesetzt.
  • Remo Stoffel hatte vertraglich zugesichert, die Therme aus seinem Besitz an eine Stiftung der Gemeinde zu überführen und nur das Nutzungsrecht zu beanspruchen.
  • Der Preis dafür ist symbolisch: 1 Schweizer Franken.
  • Das Motiv für die Überführung in eine Stiftung ist eine Absicherung in der Zukunft, falls die Betreiberin der Therme konkurs gehen würde.

    SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz und Graubünden, 17:30 Uhr; schüp



Die berühmte Therme Vals in Graubünden wird in eine Stiftung überführt. Diesen Entschluss fasste die Valser Gemeindeversammlung am Freitagabend mit klarer Mehrheit.

Das Hotel Therme soll das Thermalbad künftig mittels Dienstbarkeitsvertrags nutzen können, die Bedingungen dafür seien noch auszuhandeln, teilte die Bündner Gemeinde mit. Die Idee, die Therme in eine Stiftung zu überführen, ist nicht neu.

Die Therme war an der Gemeindeversammlung im März 2012 für 7,8 Millionen Franken an den Investor Remo Stoffel verkauft worden. Er hatte sich gegen den Erbauer der Therme, Stararchitekt Peter Zumthor, durchgesetzt. Stoffel hatte vertraglich zugesichert, die Therme aus seinem Besitz an eine Stiftung der Gemeinde zu überführen und nur das Nutzungsrecht zu beanspruchen, sollten die Valser das wünschen. Sie würden die Therme für einen symbolischen Preis erhalten.

Bereits Ende 2014 teilte die Gemeinde mit, sie wolle von dieser Möglichkeit Gebrauch machen und bereite eine entsprechende Abstimmungsvorlage vor. Laut damaligen Aussagen Stoffels war diese Option ursprünglich bis 31. Dezember 2014 befristet. Weil die Gemeinde noch nicht bereit gewesen sei, wurde die Option verlängert.

«Versicherung für später»
Der Valser Gemeindepräsident Stefan Schmid hatte Anfang März gegenüber Radio SRF das Vorgehen mit einer «Versicherung für später» verglichen. Falls die Besitzer-Firma oder Gesellschaft der Therme Konkurs ginge, «dann würde die Therme ja einfach zu gehen und das wäre ja ein grosser Schaden für das Dorf».

Die Valser Therme hatte zuletzt vergangene Woche für Schlagzeilen gesorgt. Die Kantonsregierung reichte Strafanzeige gegen unbekannt ein wegen Verdachtes auf strafrechtlich relevante Handlungen beim Verkauf. Dabei geht es insbesondere um die Vorgänge bei der Vorbereitung des Verkaufs. Die Strafanzeige war die Folge einer Aufsichtsbeschwerde eines Valser Stimmbürgers.

Quelle: sda 25.03.2017 - 02:14 Uhr




Der Verkauf der berühmten Bündner Therme an den Investor Remo Stoffel wird zum Fall für die
Justiz. Im Zentrum steht eine fragwürdige Abmachung.

Die Regierung des Kantons Graubünden hat wegen des Verkaufs der Therme Vals
eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Grund ist der Verdacht auf
strafrechtlich relevante Handlungen beim Verkauf ein.

Unter die Lupe genommen werden sollen insbesondere die Vorgänge bei der
Vorbereitung des Verkaufs, wie Regierungspräsidentin Barbara Janom Steiner am
Donnerstag in Chur vor den Medien erklärte.

Die Strafanzeige ist die Folge einer Aufsichtsbeschwerde eines Valser Stimmbürgers.
Der Mann gehört zur Gruppe «Besorgte Bürgerinnen und Bürger Vals», welche seit
Jahren dafür kämpft, den Verkauf rückgängig zu machen.

Fragwürdige Absichtserklärung
Hauptgrund für die Strafanzeige der Bündner Kantonsregierung zum Verkauf der
Therme Vals ist eine Absichtserklärung zwischen Investor Remo Stoffel und dem
damaligen Verwaltungsrat der Therme. Der Verwaltungsrat sicherte Stoffel ein
exklusives Verhandlungsrecht zu und unterschrieb eine Entschädigungspflicht, sollte
der Verkauf nicht zustande kommen.

Der Verwaltungsrat verpflichtete sich, dem Unternehmen Stoffelpart eine halbe
Million Franken zu bezahlen, sollte er die Verhandlungen abbrechen oder das
Kaufangebot nicht annehmen.

«Der Verwaltungsrat war bereit, sich an die Stoffelpart zu binden, noch bevor er
deren Angebot kannte», erklärte Strafrechtsprofessor Mark Pieth am Donnerstag vor
den Medien in Chur den Sachverhalt. Das werfe zumindest Fragen auf. Der
international renommierte Korruptionsexperte war von der Regierung mit der
Einschätzung des Falles beauftragt worden.

Problematisch war offenbar auch die Informationspolitik des Verwaltungsrates: Als
mit der Interessengemeinschaft Therme, einer Gruppierung rund um
Thermeschöpfer Peter Zumthor, eine zweite Kaufinteressentin auftauchte, erhielt
diese nicht den umfassenden Einblick in die Geschäftsunterlagen, wie zuvor die
Stoffelpart. (sda)

Erstellt: 23.03.2017, 13:24 Uhr
www.tagesanzeiger.ch



Der Verkauf der berühmten Therme Vals in Graubünden an den Churer Investor Remo Stoffel im März 2012 wird ein Fall für die Justiz. Die Kantonsregierung reichte Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verdachtes auf strafrechtlich relevante Handlungen beim Verkauf ein.
Unter die Lupe genommen werden sollen insbesondere die Vorgänge bei der Vorbereitung des Verkaufs, wie Regierungspräsidentin Barbara Janom Steiner am Donnerstag in Chur vor den Medien erklärte.
Die Strafanzeige ist die Folge einer Aufsichtsbeschwerde eines Valser Stimmbürgers. Der Mann gehört zur Gruppe «Besorgte Bürgerinnen und Bürger Vals», welche seit Jahren dafür kämpft, den Verkauf rückgängig zu machen.

Quelle: Südostschweiz, sda 23.03.2017 - 12:13 Uhr



CHUR - Der Verkauf der Therme Vals an den Investor Remo Stoffel hat ein juristisches Nachspiel. Der Kanton Graubünden reicht Strafanzeige gegen unbekannt ein. Die Staatsanwaltschaft soll klären, ob Korruption im Spiel war.

  Guido Schätti

Die Bündner Regierung folgt mit ihrem Entscheid einer Empfehlung des Anti-Korruptionsexperten Mark Pieth. Der Strafrechtsprofessor erhielt alle Unterlagen zur Verfügung gestellt und klopfte diese auf allfällige strafrechtlich relevante Punkte ab.
Pieth sei zum Schluss gekommen, dass Klärungsbedarf bestehe, teilt die Regierung mit. Sie erhofft sich vom Strafverfahren eine abschliessende Klärung der Vorwürfe. 


Vorwürfe von Rainer Schweizer sind Auslöser

Hintergrund sind die vom Staatsrechtler Rainer J. Schweizer im «Tages-Anzeiger» im April 2015 erhobenen Vorwürfe gegen den Kanton und die Gemeinde Vals. Dieser antwortete auf die Frage, ob die Behörden gegen Gesetze verstossen hätten: «Meiner Auffassung nach gehört der Verkauf der Therme Vals zu den grossen Korruptionsfällen in Schweizer Gemeinden, vergleichbar dem Fall Leukerbad.»
Und die Anschlussfrage, was genau in diesem Fall korrupt sei, beantwortete er wie folgt: «Korrupt war meines Erachtens, dass verschiedene massgebliche Beteiligte, mit persönlichen Interessen und unter Missachtung von Amtspflichten, den 'Deal' mit den Herren Stoffel und Truffer eingefädelt und, ohne alle Zahlen offenzulegen, durchgesetzt haben.»

Regierung sorgt sich um Ruf des Kantons

Die Aussagen von Schweizer würden allein schon aufgrund seines Status als Professor im Ruhestand für Öffentliches Recht von einer breiten Öffentlichkeit als seriös und glaubwürdig wahrgenommen, schreibt die Regierung.
Den in den Raum gestellten Vorwürfen komme eine entsprechend hohe Aussenwirkung zu, die geeignet sei, sie als Tatsache anzusehen und den angesprochenen Institutionen einen entsprechend erheblichen Reputationsschaden zuzufügen. Aus diesen Gründen dränge sich eine vertiefte Abklärung durch einen Experten auf.
Einer von Valser Bürgern eingereichte Aufsichtsbeschwerde kommt die Regierung hingegen nicht nach. Sie gelangte zum Schluss, dass aufsichtsrechtlich keine Notwendigkeit bestehe, gegen die Gemeinde Vals zu intervenieren.

Publiziert am 23.03.2017 | Aktualisiert um 11:40 Uhr
www.blick.ch


  Donnerstag, 23. März 2017, 11:19 Uhr, aktualisiert um 20:12 Uhr

Wegen einer Aufsichtsbeschwerde nimmt die Bündner Regierung den Thermenverkauf unter die Lupe – und reicht eine Strafanzeige gegen Unbekannt ein. Die Regierung folgt damit Empfehlungen von Korruptionsexperte Mark Pieth.


Der Verkauf der berühmten Therme Vals in Graubünden im 2012 wird ein Fall für die Justiz. Die Kantonsregierung reichte Strafanzeige gegen Unbekannt ein wegen Verdachtes auf strafrechtlich relevante Handlungen beim Verkauf an Investor Remo Stoffel.
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Unter die Lupe genommen werden sollen insbesondere die Vorgänge bei der Vorbereitung des Verkaufs, wie Regierungspräsidentin Barbara Janom Steiner in Chur vor den Medien erklärte.
Die Strafanzeige ist die Folge einer Aufsichtsbeschwerde eines Valser Stimmbürgers. Der Mann gehört zur Gruppe «Besorgte Bürgerinnen und Bürger Vals», welche seit Jahren dafür kämpft, den Verkauf an den Churer Investor Remo Stoffel rückgängig zu machen.
Während die Exekutive zum Schluss kam, dass «aufsichtsrechtlich keine Notwendigkeit besteht, gegen die Gemeinde Vals zu intervenieren», will sie nun strafrechtlich relevante Vorwürfe von der Staatsanwaltschaft klären lassen.
Der emeritierte Rechtsprofessors Rainer J. Schweizer, Rechtsgutachter der «Besorgten Valser», hatte den Verkauf der Therme gegenüber dem «Tages-Anzeiger» als «einen der grossen Korruptionsfälle in Schweizer Gemeinden» bezeichnet.
  1. Fragwürdige Absichtserklärung
Den Ausschlag für die Strafanzeige gab eine Absichtserklärung zwischen Investor Remo Stoffel und dem damaligen Verwaltungsrat der Therme. Der Verwaltungsrat hatte Stoffel ein exklusives Verhandlungsrecht zugesichert und eine Entschädigungspflicht akzeptiert, sollte der Verkauf nicht zu Stande kommen.
Der Verwaltungsrat verpflichtete sich, Stoffels Unternehmen Stoffelpart eine halbe Million Franken zu zahlen, sollte er die Verhandlungen abbrechen oder ein Kaufangebot nicht annehmen.
«Der Verwaltungsrat war bereit, sich an die Stoffelpart zu binden, noch bevor er deren Angebot kannte», kommentierte Strafrechtsprofessor Mark Pieth das Vorgehen. Man habe die Katze im Sack kaufen wollen.
Dieses Vorgehen werfe zumindest Fragen auf, sagte Pieth. Der international renommierte Korruptionsexperte war von der Regierung mit der Einschätzung des Falles beauftragt worden.
  1. Verdachtsmomente vorhanden
Problematisch war zudem offenbar auch die Informationspolitik des Verwaltungsrates: Als mit der «Interessengemeinschaft Therme» um Thermen-Architekt Peter Zumthor eine zweite Kaufinteressentin auftauchte, erhielt diese nicht den gleichen Einblick in die Geschäftszahlen wie zuvor die Firma Stoffelpart. Den wahren Wert der bekannten Therme einzuschätzen, war für die Intessensgemeinschaft daher schwieriger als für Stoffelpart.
Strafrechtsprofessor Pieth spricht von einem «Komplex von sehr problematischen Geschäftsentscheiden», der ein «ganz ungutes Gefühl» zurücklasse. «Es sind genügend Verdachtsmomente vorhanden, um genauer hinzuschauen», betonte er. Zu klären sei, ob sich jemand einen illegalen Vorteil verschafft habe.
Auf Pieths Empfehlung hin reichte die Regierung die Strafanzeige ein. «Wir hoffen, den Fall Vals mit der Strafuntersuchung endlich abschliessen zu können», sagte Regierungspräsidentin Janom Steiner. Welche Folgen ein allfälliger Korruptionsbefund auf die Legitimität des Kaufvertrages mit Stoffel hätte, mochten weder Pieth noch Janom Steiner einschätzen.
  1. Zumthor zog den Kürzeren
Die Gemeindeversammlung von Vals hatte am 9. März 2012 entschieden, die sanierungsbedürftige Therme für 7,8 Millionen Franken dem Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel zu verkaufen. Die Stimmberechtigten waren nicht dem Antrag des Gemeinderates gefolgt, der einen Verkauf an die IG Therme Vals empfohlen hatte.
Der Beschluss der Gemeindeversammlung wird seither von den «Besorgten Bürgerinnen und Bürgern Vals» erbittert bekämpft. Nach einer Reihe von Gerichtsniederlagen auf kantonaler und nationaler Ebene haben die vierzehn Valser Stimmbürger mit der Strafanzeige nun einen ersten Erfolg erzielt.
  1. Anti-Korruptionsexperte Mark Pieth
Die Bündner Regierung folgt mit ihrem Entscheid zu einer Strafanzeige einer Empfehlung des Anti-Korruptionsexperten Mark Pieth. Der Strafrechtsprofessor erhielt alle Unterlagen zur Ansicht und sei zum Schluss gekommen, dass Klärungsbedarf bestehe, teilt die Regierung mit. Sie erhofft sich durch das Strafverfahren eine abschliessende Klärung.

SRF 1, Regionaljournal Graubünden, 12.03 Uhr; dütr/sda





15.03.2017

Für seinen Wolkenkratzer prüft Unternehmer Remo Stoffel offenbar weitere Standorte in der Bündner Gemeinde Vals. Der Platz direkt neben der Therme ist wegen der dortigen Quellen bekanntlich heikel.
Der 381 Meter hohe Turm namens „Femme de Vals“, den Unternehmer Remo Stoffel in Vals GR errichten will, könnte womöglich an einem anderen Ort im Dorf zu stehen kommen. Geplant ist er direkt neben der Therme, die Stoffel 2012 von der Gemeinde gekauft hat. Doch Getränkehersteller Coca-Cola hat Bedenken. Der Firma gehören die Valser Mineralquellen, aus denen das berühmte Valser Wasser gewonnen wird. Und diese befinden sich direkt beim geplanten Standort, rund 100 Meter unter dem Grundstück.
Deshalb sucht Remo Stoffel laut Recherchen des Regionaljournals Graubünden auch nach anderen Orten für den dereinst höchsten Wolkenkratzer Europas. Demnach soll Ende November ein Treffen zwischen Stoffels Team und den Verantwortlichen des Kantons stattgefunden haben. Dabei sollte geklärt werden, worauf geachtet werden muss, wenn der Turm woanders zu stehen käme. Auch mit der Gemeinde Vals haben entsprechende Gespräche stattgefunden.
Genaue Standorte sind aus den Treffen aber nicht hervorgegangen, nur, dass offenbar unterhalb des Dorfs talabwärts gesucht wird. Stoffel selbst wollte gegenüber dem Regionaljournal keine Stellung nehmen, sondern liess lediglich ausrichten, dass verhandelt werde und Gespräche stattfinden. Danach werde man ausführlich informieren.
Aber auch unterhalb von Vals ist die Situation kritisch, wie es heisst. Denn die Hänge sind steil und liegen teilweise in der roten Gefahrenzone, wo ein absolutes Bauverbot gilt.
Besitzerwechsel bei der Therme?
Derweil gibt es erneute Diskussionen um die Besitzverhältnisse der von Stararchitekt Peter Zumthor entworfenen Felsentherme. Als Remo Stoffel respektive seine 7132 AG das Bad gekauft hatte, liess die Gemeinde sich die Option offen, es zurückzukaufen und in eine Stiftung zu überführen. Dies hat die Gemeinde jetzt vor und bringt das Geschäft an die Gemeindeversammlung vom 24. März. Laut Regionaljournal Graubünden ist letzte Woche die Botschaft publiziert worden. Demnach will sie die Therme für einen symbolischen Franken zurückkaufen und der heutigen Betreiberin das Recht einräumen, sie unentgeltlich zu nutzen. Die 7132 AG soll auch für den Betrieb und den Unterhalt zuständig sein. Ein weiteres Kriterium in diesem Dienstbarkeitsvertrag ist die Zugänglichkeit des Bads für die Öffentlichkeit zu einem angemessenen Preis.
Die Sache hat allerdings einen Haken: Alle Bodenbesitzer müssen nämlich mit dem Besitzerwechsel einverstanden sein – und das ist in Vals nicht der Fall. Eine Privatperson, die Stockwerkeigentum besitzt, ist offenbar nicht bereit, ihren Anteil an die Gemeinde abzutreten. Gemeindepräsident Stefan Schmid erhofft sich bis zur Gemeindeversammlung eine Einigung. (mt/pd)





Die Valser Therme soll in die Stiftung «Felsentherme Vals» überführt werden.

Mit der Stiftung kann die Therme für einen symbolischen Franken zurückgekauft werden.

Sinn und Zweck der Stiftung ist, dass die Gemeinde die Therme zum symbolischen Preis von einem Franken von der 7132 AG zurückkaufen kann. Das berichtete Radiotelevisiun Svizra Rumantscha gestern.

Über die Umwandlung der Therme in die Stiftung «Felsentherme Vals» entscheidet die Gemeindeversammlung am 24. März. Das ist gerade noch rechtzeitig genug. Im 2012 zwischen der Gemeinde und Remo Stoffels 7132 AG ab- geschlossenen Kaufvertrag heisst es nämlich, die Stiftung müsse spätestens Ende März 2017 errichtet sein.

Gemeindepräsident Stefan Schmid erklärte gegenüber Radio Rumantsch, die Errichtung einer Stiftung stelle für die Gemeinde eine Sicherheit dar. Wenn das «7132 Hotel» in Konkurs ginge, käme nicht automatisch auch das Thermalbad unter den Hammer. (dea)

Quelle: suedostschweiz.ch 09.03.2017 - 18:09 Uhr


Turm zu Vals

  • Montag, 13. März 2017, 18:42 Uhr, aktualisiert um 18:46 Uhr
  • Stefanie Hablützel

    Die 7132 AG evaluiert weitere mögliche Standorte für das geplante Hochhaus in Vals. Das zeigen Recherchen des Regionaljournals. Ende November fand diesbezüglich eine Sitzung mit Vertretern des Kantons statt. Das Projekt wurde erstmals vor zwei Jahren präsentiert und stockt seither.

    Das Gerücht machte schon länger die Runde. Im September 2016 berichtete die Zeitung Südostschweiz darüber. «Bauherr Remo Stoffel suche einen neuen Standort für seinen Turm», so höre man aus der Gerüchteküche. Fakten hatte die Zeitung damals keine.

    Recherchen des Regionaljournals Graubünden von Radio SRF zeigen jetzt, dass weitere Standorte für das 381 Meter hohe Gebäude abgeklärt werden.

  • Am 24. November 2016 trafen sich Vertreter der 7132 AG mit den Verantwortlichen des Kantons. Ausgangspunkt sei die Evaluation anderer Standort gewesen, so Richard Atzmüller, Leiter Amt für Raumentwicklung.

  • Die beiden Ämter für Raumplanung und Natur und Umwelt hätten verschiedene Information für die Standortevaluation zur Verfügung gestellt wie Bauzonen, Gefahrenplan oder Grundwasserinformationen.

  • Kontaktiert wurde auch der Valser Gemeindepräsident Stefan Schmid. Bezüglich Standort sei ihm bekannt, dass es um das Gebiet ausserhalb und unterhalb des Dorfs gehe.

    «  Wenn Klarheit besteht.  »

    Peter Hartmeier, Sprecher Remo Stoffel

    Diese Informationen nicht kommentieren wollte Peter Hartmeier, Sprecher von Immobilienunternehmer und Thermebesitzer Remo Stoffel. Man arbeite am Projekt und informiere, «wenn Klarheit besteht». Laut Radio Rumantsch hatte Remo Stoffel zu einem früheren Zeitpunkt neue Informationen zum Turmprojekt Ende März angekündigt.

    Alter Standort problematisch – neuer Standort fraglich

    Der bisherige Standort gleich neben dem international bekannten Bad ist problematisch. Wie das Regionaljournal Graubünden bereits im Mai 2015 berichtete, befindet sich unterhalb der Therme ein komplexes hydrologisches System. Bereits Sondierbohrungen für das Fundament könnten das Valser Mineralwasser gefährden.

    Wo sich die möglichen Standorte unterhalb des Dorfs befinden, ist unklar. Doch auch dort dürfte es sehr schwierig werden, einen Wolkenkratzer zu errichten. Es hat keine Bauzonen bis zum nächsten Dorf St. Martin. Hinzu kommt, dass sich weite Gebiete in einer roten Gefahrenzone befinden. Bauen ist dort verboten.

    SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr; habs




Für den 381 Meter hohen und rund 300 Millionen teuren Turm, des Immobilienunternehmers Remo Stoffel, in Vals, werden weitere mögliche Standorte eruiert.

Wie Recherchen des Regionaljournals Graubünden zeigen, wird in Vals offenbar auch nach anderen Orten für den Bau des höchsten Wolkenkratzers Europas gesucht. Bisher wurde der Standort direkt neben der weltberühmten Therme Vals angepeilt. Der Standort neben der Therme wäre perfekt. Allerdings gibt es diesbezüglich Bedenken. Unter anderem von Seiten des Getränkeherstellers Coca-Cola. Das Unternehmen besitzt die «Valser Mineralquellen AG» und befürchtet eine Gefährung der Wasservorkomnisse, die rund 100 Meter unter dem vorgesehenen Grundstück durchfliessen und unter hohem Druck stehen.

Vor rund zwei Jahren stellte Remo Stoffel das Projekt vor. Seither ist es um das Projekt ruhig geworden. Bereits Anfang September hat die «Südostschweiz» über Gerüchte berichtet, die eine Umplatzierung des Turmes nahelegten. Damals wollte sich Remo Stoffel den Fragen nicht stellen.

Ende November fand dann ein Treffen zwischen dem Team rund um den Immobilienunternehmer und Verantwortlichen des Kantones statt. Bei dem Gespräch sollte geklärt werden, auf was geachtet werden müsste, wenn der Turm nun doch an einem anderen Standort platziert werden würde. Auch mit der Gemeinde Vals selbst fanden Gespräche diesbezüglich statt.

Aus beiden Gesprächen gingen keine genauen Standorte hervor. Lediglich, dass ein Standort unterhalb des Dorfes, talabwärts, gesucht wird. Dennoch wollte Remo Stoffel auch heute keine Stellung beziehen. Über seinen Sprecher, Peter Hartmeier, liess er verlauten, dass verhandelt werde und Gespräche stattfinden, wie es beim Regionaljournal heisst. Sobald diese Gespräche beendet sind, werde man ausführlich informieren. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte Remo Stoffel gegenüber Radio Rumantsch erklärt, eine solche Information werde es wohl Ende März geben.

Recherchen des Regionaljournals zeigen, dass allerdings auch die Situation unterhalb des Dorfes kritisch sei. Die Hänge sind steil und liegen teilweise sogar in der roten Gefahrenzone. Deshalb gilt dort ein absolutes Bauverbot. (gej)

 Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden 13.03.2017 - 19:13 Uhr




Valserwasser und Restriktionen als Bremser

von Jörg Krummenacher  22.1.2017, 18:31 Uhr

Der geplante Hotelturm des Investors Remo Stoffel bei der Therme Vals steht auf heiklem Grund. Das Verfahren ist in der Schwebe, ebenso wie das Projekt eines Heliports.

Die Bilder sind verlockend: Per Helikopter wird der Hotelgast an seinem Wohnort oder einem Flughafen in der Schweiz abgeholt und über die Berge in das Val Lumnezia geflogen. Das Hotel «7132», benannt nach der Valser Postleitzahl, bietet diesen Service seit 2015 als wohl einziges De-luxe-Haus des Landes an. Ein Video zeigt, wie der Transport vonstattengeht. Um in dessen Genuss zu kommen, braucht der Gast gemäss offiziellem Angebot die Penthouse-Suite zu buchen, Hin- und Rückflug sind im Preis inbegriffen. Derzeitiger Kostenpunkt für eine Übernachtung: 2980 Franken.

«Femme» oder «Fantaisie»?
Das als Valser Thermehotel bekannt gewordene Haus orientiert sich am Luxussegment, seit die Gemeinde es an Remo Stoffel verkauft hat. Das günstigste Zimmer – ohne Helikopterflug – ist für 390 Franken zu haben. Bereits habe Remo Stoffel 80 Millionen Franken ins Hotel investiert, sagt dessen Mediensprecher Peter Hartmeier. In Zukunft soll alles noch viel exklusiver werden: Geplant ist ein Hotelturm von 381 Metern Höhe, schlank wie eine Nadel, bei veranschlagten Kosten von rund 300 Millionen Franken.

Ob die Hotelnadel mit dem schönen Titel «Femme de Vals» allerdings je gebaut oder ob sie eine «Fantaisie de Vals» bleiben wird, ist bald zwei Jahre nach deren Präsentation offen. Das mit der Planung beauftragte kalifornische Architekturbüro Morphosis sieht sich mit einer komplexen hydrologischen Situation im Untergrund konfrontiert: Dort, wo die Nadel im Boden verankert werden müsste, sprudelt das Valser Wasser. Seit 2002 gehört die Valser Mineralquellen AG dem Coca-Cola-Konzern, und dieser lässt sich selbstredend nicht auf das Risiko ein, das Fliessen der Quelle und die Qualität des Wassers zu gefährden. Hydrologische Abklärungen sollen darüber Aufschluss geben.
Stoffel selbst will das laufende Verfahren nicht kommentieren. Die Verzögerungen sind offensichtlich: Noch hat die Gemeinde die notwendige öffentliche Mitwirkungsauflage nicht starten können, entsprechend verschiebt sich die ebenfalls anstehende Volksabstimmung. Die geänderte Ortsplanung liesse sich sodann bis vor Bundesgericht anfechten. Ein aufwendiges Verfahren steht auch in Bezug auf die Helikopterflüge bevor. Die Hotelgäste, welche die An- und Abreise per Helikopter geniessen, müssen heute einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Touristische Flüge sind gemäss Aussenlandeverordnung des Bundes nämlich oberhalb von 1100 Metern über Meer nicht erlaubt. Vals mit seinen 1250 Metern liegt somit 150 Meter zu hoch. Der hoteleigene Helikopter muss einige Kilometer weiter unten auf einer Wiese beim Weiler Lunschania landen.
Eine Limousine transportiert die Gäste sodann durch die Galerien das enge Tal hinauf zum Hotel. Das Hol-und-bring-Angebot per Helikopter sei anfangs «nur zaghaft» gebucht worden, lässt sich Remo Stoffel zitieren. Inzwischen herrsche aber «eine rege Nachfrage». Konkrete Zahlen mag er nicht nennen. Die Entwicklung zeige aber, sagt Stoffel, «dass wir auf die richtige Strategie gesetzt haben».

Heliport vor dem Dorf
Die Strategie sieht vor, die bequemen Flüge künftig direkt nach Vals zu führen. Dazu müsste beim Dorf entweder ein Gebirgslandeplatz oder ein Heliport eingerichtet werden. Dass Vals die Bewilligung für einen Gebirgslandeplatz erhält, hält Urs Holderegger, der Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt, für «absolut chancenlos». 2014 hat der Bundesrat das Netz solcher Landeplätze auf vierzig reduziert; weitere Landeplätze sind nicht vorgesehen. Remo Stoffel plant deshalb am Valser Dorfeingang den Bau eines Heliports. Dazu muss aber ein komplexes Bewilligungsverfahren im Rahmen des Sachplans Infrastruktur Luftfahrt durchlaufen werden.
Dabei ist unerheblich, ob schon heute Flüge in das Val Lumnezia als Zubringer zum Hotel «7132» erfolgen. Nötig sind etwa ein Umweltbericht und die Berücksichtigung regionaler Interessen. Absehbar ist, dass es Einsprachen gegen einen Valser Heliport geben wird. Der Weg in den Himmel über Vals ist für Remo Stoffel voller Hürden.

Gebirgslandeplätze als steter Zankapfel
P. S. ⋅ Die Regelung, wonach Helikopter auf über 1100 Metern über Meer zu touristischen und Ausbildungszwecken nur Landeplätze benützen dürfen, die vom Bund als solche bezeichnet sind, reicht zurück ins Jahr 1964. Die Beschränkung zum Schutz des Gebirges war ein Kompromiss zwischen touristischen Kreisen, die über 100 explizit erlaubte Landeorte anbegehrt hatten, und Bergsteiger- sowie Umweltschutzorganisationen, die für eine restriktive Lösung plädiert hatten. Die Zahl der Landeplätze lag stets bei um die 40; 2014 hat der Bundesrat beschlossen, diese Zahl nicht mehr zu überschreiten. Gemäss der aktuellen Liste sieht der Sachplan Infrastruktur Luftverkehr noch 42 solche Plätze vor. Lediglich einer liegt nicht im Gebirge im engeren Sinne, sondern in einer über der relevanten Grenze gelegenen Gemeinde, nämlich in Arosa. Er wurde 1980 definiert und ist damit der jüngste der bestehenden Gebirgslandeplätze.

Quelle: NZZ,  22.1.2017, 18:31 Uhr



Vier Jahre nachdem der Bau einer neuen Mehrzweckhalle vereinbart worden ist, hat Vals ein Siegerprojekt. Der markante Längsbau hat sich gegen 27 andere Objekte durchgesetzt.

Als vor vier Jahren die Therme Vals von der Gemeinde an Investor Remo Stoffel verkauft wurde, ist eine Kostenbeteiligung an den Neubau einer Mehrzweckhalle vereinbart worden. Diesen Frühling wurde dafür ein Projektwettbewerb ausgeschrieben. Ziel war es, die nicht mehr zeitgemässe Schulanlage aus den Sechzigerjahren zu erweitern und mit einer Infrastruktur für die Gesundheitsbetreuung zu ergänzen.

Aus 28 Bewerbungen wählte die Jury nun acht Projekte aus. Auf Rang 1 landete das Projekt namens «Follow-me» des Architekturbüros SAM Architekten und Partner AG aus Zürich. Der Projektvorschlag basiert auf der städtebaulichen Idee, parallel zur Poststrasse und zum Valser Rhein einen markanten Längsbau so zu situieren, dass er sich mit den rückwärtig terrassierten Hallen und der bestehenden Schulanlage zu einem Ensemble vereint, heisst es in einer Mitteilung.

Geplant ist ein schlanker, steinerner Massivbau mit einem Dach aus Naturstein. Im Innern ist eine Galerie, in der Mitte ein Foyer und im hinteren Bereich ein Büro geplant. Die Garderobe wird gegen den Hang unter der Zuschauergalerie angeordnet. Südseitig gibt es ein Bühne und im Erdgeschoss eine Arztpraxis. Darüber kommt ein Bereich Fitness und Physiotherapie sowie ein Sitzungszimmer. Schliesslich gibt es im Dachgeschoss eine Wohnung für den Abwart. Im Süden wird laut der Mitteilung der südliche Klassentrakt mit den geforderten Unterrichtsräumen durch Übernahme des bestehenden Querschnitts erweitert.

Nach Ansicht des Preisgerichtes gelingt es den Projektverfassern auf unprätentiöse Art, einen neuen ausgewogenen Ortsteil für Vals zu erschaffen. Als nächstes wird der Gemeinderat das Projekt mit den Verfassern überarbeiten und zu einem bewilligungsfähigen Bauprojekt ausarbeiten. Dieses soll dann unter Vorbehalt der Kreditgenehmigung durch die Stimmberechtigten in Vals realisiert werden. (so)

Quelle: suedostschweiz.ch 20.12.2016 - 17:02 Uhr



Unternehmer Remo Stoffel baut gerne viel und gross. Manchmal geht es aber nur um eine Türe. Aber auch dann wird kritisiert.

von Pierina Hassler

Grossbaustellen-Alarm in Vals. Ein Mann meldet sich auf der Redaktion der «Südostschweiz». «Am Dorfeingang steht eine riesige Bautafel», sagt er. Sie sei unglaubliche 40  Meter lang und zwölf Meter hoch. «Ob Sie es glauben oder nicht, das Ungetüm verbarrikadiert die ganze Strasse, für den Verkehr ist eine Türe ausgespart», sagt der Mann. Die Autos müssten quasi durch die Bautafel fahren. «Bauherr muss Remo Stoffel sein, es steht 7132 auf der Tafel.» Die dazugehörigen Pläne seien im Appartementhaus «Tomül» öffentlich aufgelegt. Die Eingabefrist laufe heute ab.

Es hagelt Einsprachen
Wo der Anrufer recht hat, hat er recht: Die Zahl 7132 gehört zu Remo Stoffel. So heisst sein Hotel in Vals. Hingegen gibt es weder eine Bautafel noch liegen Pläne im Apart-Haus «Tomül» auf. Also alles frei erfunden? Ist der Zeitung «Südostschweiz» etwa ein Bär aufgebunden worden?
Fast, aber nicht ganz. Stoffel baut, aber nur ein Eintrittstor zu seinem Hotel «7132», den Appartementhäusern und der Therme. Und durch dieses Tor können selbstverständlich Autos fahren. Immerhin müssen sie hinter dem Tor parkieren. Der erboste Anrufer hat aus Wut auf «Stoffels Gigantismus» einfach ein paar Sachen durcheinandergebracht. Keine Bautafel also, nur ein Tor. Auf der Gemeinde schmunzelt ein Angestellter. Er sagt: «Eine solche riesige Bautafel hätten wir auch nicht bewilligt. Es gibt Regeln für die maximale Grösse.»

Tor passt in die Landschaft
Die Pläne zum Eintrittstor konnten bis gestern auf der Gemeinde eingesehen werden. Der Mann auf der Gemeinde sagt: «Es hagelt Einsprachen.» Kein Wunder. Denn, wie gesagt, Stoffel baut gerne viel und gross. Und seine Eintrittstüre wird 40 Meter breit und 14 Meter hoch werden. Zum Vergleich: Das legendäre Hollywood-Signet in Los Angeles ist genauso hoch, aber noch etwas breiter.
Die Profile für das Vorhaben sind ausgesteckt. Eine Frau läuft vorbei und schüttelt den Kopf. Sie habe die Pläne gesehen, sagt sie. «Stoffel kann machen, was er will, aber dieses Tor ist zu gross.» Sie verstehe, dass sich die Bewohner des Hauses «Tomül» aufregen würden. «Das hohe Tor versperrt die ganze Aussicht.» Ein Spaziergänger mischt sich in die Diskussion ein. «Habt ihr gesehen, das Tor wird sehr schön. Wenn es fertig gebaut ist, passt es hervorragend in die Landschaft.»

Wo bleibt der Turm?
Stoffel wird die Kritik kaum zu Herzen nehmen. Es stehen grössere Sachen an. Zum Beispiel der Turm. Wann werden die Profile gesteckt? Stoffel rechnete anfänglich mit einem Abstimmungstermin für das Jahr 2015. Dann hoffte er auf dieses Jahr. Jetzt wird es 2017. Der Unternehmer muss den Zeitplan des Gesamtprojektes dem Getränkemulti Coca-Cola anpassen. Denn dieser hält sich mit den Bewilligungen für Probebohrungen zurück.
Und wenn die Valser nächstes Jahr Nein sagen zum Hotelturm? Man würde mit der Gemeinde zusammensitzen, um nach Alternativen zu suchen, so Stoffel. Allerdings hätte man aber keine ausgereiften Ideen mehr. «Vom Projektstatus her gesehen müssten wir wieder bei Punkt null anfangen.»

Quelle: suedostschweiz.ch Uhr




Auch der Sportbahnen Vals AG hat der fehlende Schnee in der Wintersaison 2015/2016 arg zugesetzt. Die Bahn konnte sich nur dank namhafter Unterstützung der Gemeinde über Wasser halten.
Nicht nur in diesem Frühling, als die Gemeinde Vals der Sportbahnen Vals AG einen Betriebskredit von 800 000 Franken gewährte, sondern schon ein Jahr zuvor, im Frühling 2015, hatte die Gemeinde dem Unternehmen mit einem Betriebskredit von 500 000 Franken unter die Arme gegriffen.
Überlebensnotwendig
Die beiden Betriebskredite, vor allem zweiterer, waren laut dem Geschäftsbericht 2015/2016 denn auch entscheidend für das Überleben der Bahn. «Ohne die Unterstützung der Gemeinde mittels Darlehen wäre uns über kurz oder lang die Liquidität und damit die Luft zum Atmen ausgegangen», heisst es denn auch im entsprechenden Bericht. (dea)

Quelle: suedostschweiz.ch 28.09.2016 - 05:30 Uhr


Das neuste Gerücht um den Turmbau zu Vals: Bauherr Remo Stoffel sucht einen neuen Standort, weil 
Coca-Cola keine Probebohrungen zulässt. Richtig so – oder eher doch nicht?
von Pierina Hassler

Unternehmer Remo Stoffel sei auf der Suche nach einem neuen Grundstück, heisst es aus der Gerüchteküche. Denn irgendwo unter dem geplanten Valser Hotelturm liege die Mineralquelle St. Peter. Und Lizenznehmer Coca-Cola wolle nicht, dass die Bauarbeiten die Quellzone tangieren würden.
«Stimmt das so, Herr Stoffel, suchen Sie tatsächlich einen anderen, neuen Standort für das höchste Hotelgebäude der Welt?» – Er warte jetzt mal alle Bewilligungen respektive die Abstimmung ab, die es zwingend noch brauche, sagt Stoffel. «Deshalb will ich mich im Moment nicht zum Projekt äussern.»

Abstimmung im nächsten Jahr
Warten muss Stoffel schon eine ganze Weile. Im März 2015 präsentierte er seinen Turm in New York den Medien. Das Bauwerk des US-Architekten Thom Mayne soll 82 Stockwerke oder 381 Meter hoch werden. Kostenpunkt: 300 Millionen Franken.
Schon damals in New York war aber klar: Die Valserinnen und Valser entscheiden, ob der Turm von Pritzker-Preis-Gewinner Mayne je gebaut werden kann. Denn sie müssen einer Zonenplanänderung zustimmen. Und diese wichtige Abstimmung ist gerade auf nächstes Jahr vertagt worden.
Stoffel rechnete anfänglich mit einem Abstimmungstermin für das Jahr 2015. Als dies nicht klappte, erhoffte er sich eine Entscheidung für dieses Jahr. Und jetzt also 2017 – der Unternehmer muss den Zeitplan des Gesamtprojektes schon wieder anpassen. Denn auch Getränkemulti Coca-Cola hält sich mit den Bewilligungen für Probebohrungen zurück.
Und wenn die Valser nächstes Jahr Nein sagen zum Hotelturm? Schon vor gut zwei Jahren nahm Stoffel Stellung: Nach einem Nein würde man mit der Gemeinde zusammensitzen, um nach Alternativen zu suchen.Allerdings hätte man aber keine ausgereiften Ideen mehr. «Vom Projektstatus her gesehen, müssten wir wieder bei Punkt null anfangen.»
Übrigens: Gerüchtewiese hört man, dass Kanton und Gemeinde dem Projekt viel positiver gegenüberstehen als auch schon. Wenn aus einer Vision tatsächlich ein Turm wird, hat sich für Stoffel das Warten gelohnt.

Quelle: suedostschweiz.ch 28.09.2016 - 09:00 Uhr



Die «Initiative betreffend Zahlungsverpflichtung der Priora Projekt AG» in Vals wird definitiv ein Fall für das Bündner Verwaltungsgericht. Das hat der Valser Gemeindepräsident Stefan Schmid an der Gemeindeversammlung in Vals bestätigt.
Die Initianten hätten den Entscheid des Gemeinderates, dass die Initiative ungültig sei, weitergezogen, wie die Gemeinde mitteilte. Die Initiative will Therme-Besitzer Remo Stoffel dazu verpflichten, der Gemeinde die ausstehende Teilzahlung von sechs Millionen Franken zuzüglich Verzugszins von fünf Prozent innert Kürze zu bezahlen.
Inzwischen hat jedoch die Gemeindeversammlung vom 19. März beschlossen, von Stoffel nur 4,5 Millionen Franken für den Bau der neuen Mehrzweckhalle einzufordern. – Ebenfalls an der Gemeindeversammlung wurde die Jahresrechnung 2015 mit einem Ertragsüberschuss von knapp
500 000 Franken gutgeheissen. (so)

Quelle: suedostschweiz.ch 20.06.2016 - 08:24 Uhr


Wenn alles gut geht, werden in Vals drei neue Überbauungen realisiert. «Kleinprojekte» nennt es Robert Berni von den Sportbahnen Vals AG. «Aber edel und für Touristen, die die Nähe zur Natur lieben.»
Trotz aktueller Touristen-Misere ist Robert Berni, Verwaltungsratspräsident der Sportbahnen Vals AG überzeugt: «Vals kann die Wende schaffen.» Heute habe man 70 000 Übernachtungen. «Wir glauben, dass wir im Jahr 2020 wieder auf 120 000 Übernachtungen kommen.» Aber wie will Vals diese Wende schaffen? 

Häuser wie Ställe
Berni stellte letzten Freitag an der Gemeindeversammlung drei sogenannte Kleinprojekte vor. Das erste Projekt betrifft den auf 1500 Metren über Meer gelegenen Weiler Leis. Dort sollen drei kleine Häuser gebaut werden. «Als Ergänzung zum Leiser Ortsbild», so Berni. Projekt Nummer zwei betrifft Gadastatt auf 1817 Metern über Meer. Berni redet von einem einzigartigen Projekt.
Beim Bergrestaurant «Gadastatt» sollen bis zu 20 neue Häuser entstehen. «Keine riesigen Gebäude», so Bernie. «Aber sicher nicht 08/15.» Eher wie Ställe würden sie aussehen. Und das dritte Projekt soll bei der Talstation der Bergbahnen entstehen. «Im Stil des Rockresssort in Films», erklärte Berni. (hap)
Weitere Details zu den Projekten und wer sie bauen will gibt es hier im Zeitungsartikel.

Quelle: suedostschweiz.ch 25.04.2016 - 06:00 Uhr



Ein "Rocksresort" für Vals

Wenn alles gut geht, werden in Vals drei neue Überbauungen realisiert. «Kleinprojekte» nennt es Robert Berni von den Sportbahnen Vals AG. «Aber edel und für Touristen, die die Nähe zur Natur lieben.»

von Pierina Hassler

Es ging letzten Freitagabend an der Gemeindeversammlung in Vals um ein Betriebsdarlehen von
800 000 Franken. Die Sportbahnen Vals hatten die Gemeinde darum gebeten. «Nach einem katastrophalen Jahr stehen wir knapp vor der Zahlungsunfähigkeit», sagte Robert Berni, Verwaltungsratspräsident der Sportbahnen Vals AG. Man brauche das Geld dringend, um den Sommer zu überstehen und die Wintersaison zu starten.
Trotz aktueller Misere ist Berni aber überzeugt: «Vals kann die Wende schaffen.» Demzufolge würden dann auch die Sportbahnen wieder erfolgreich wirtschaften. Heute habe man 70 000 Übernachtungen. «Wir glauben, dass wir im Jahr 2020 wieder auf 120 000 Übernachtungen kommen.» Jetzt gelte es, die Durststrecke von fünf Jahren zu überwinden.

Häuser in Leis
Berni überzeugte letzten Freitagabend das Valser Stimmvolk. Die Gemeindeversammlung genehmigte einstimmig die 800 000 Franken für die Sportbahnen (Ausgabe vom Samstag). Damit ist der Betrieb für das nächste Jahr gesichert. Es wird allerdings erwartet, dass Berni und seine Mitstreiter nicht nur positiv denken und an das Gute glauben. Der Verwaltungsrat muss Wege für eine mittelfristige Sicherung des Betriebs aufzeigen. Und das tut er auch. Berni stellte drei sogenannte Kleinprojekte vor.
Das erste Projekt betrifft den auf 1500 Metern gelegenen Weiler Leis. Dort sollen drei kleine Häuser gebaut werden. «Als Ergänzung zum Leiser Ortsbild», erklärte Berni. In Leis leben heute rund 20 Personen, und es gibt ein Restaurant. Zwei Bauernfamilien bewirtschaften die Bergwiesen. Leis ist ganzjährig mit einer Strasse erschlossen. Die drei neuen Häuser würden Platz für etwa 28 Betten bieten. «Sie sind auf gutem Weg, die Profile stehen», so Berni. Gebaut wird das Projekt vom Churer Architekturbüro Domenig Architekten AG. In Leis hat auch schon der Haldensteiner Architekt Peter Zumthor zwei Ferienhäuser gebaut.

Häuser wie Ställe
Projekt Nummer zwei betrifft Gadastatt auf 1817 Metern über Meer. Berni redet von einem einzigartigen Projekt. Beim Bergrestaurant «Gadastatt» sollen bis zu 20 neue Häuser entstehen. «Keine riesigen Gebäude», so Berni. Eher wie Ställe würden sie aussehen. «Sicher nicht 08/15, sondern edel und fein.» Das Ganze werde landschaftsschonend umgesetzt. Auch bei diesem Projekt ist das Churer Architekturbüro Domenig AG am Werk.
Das dritte Projekt soll bei der Talstation der Bergbahnen Vals AG entstehen. Rund um das Hotel «Steinbock» will der englische Ferienanbieter Powder Byrne bewirtschaftete Appartementhäuser erstellen. «Im Stil des Rockresorts in Flims», erklärte Berni. Auf der Homepage des Rockressort Flims steht: «Im Rocksresort wird alpiner Lebensstil neu interpretiert und mit Leidenschaft zelebriert. Die modernen Appartements bieten Wohnqualität auf höchstem Niveau.» In Vals sollen drei Appartementhäuser entstehen. «Mit bis zu 150 Betten», sagt Berni.
Neben den drei neuen Ferienanlagen hofft Vals auch auf das Hotel 7173. Aber auch der Park des japanischen Stararchitekten Tadao Ando, mit 40 000 Quadratmetern so gross wie vier Fussballfelder, soll Touristen aus aller Welt nach Vals locken. Und ein neuer Architekturweg. Eventuell, wenn man dann Geld hat, käme auch eine Beschneiungsmaschine dazu. Und dann wünscht man sich natürlich sehnlichst, dass das ganze Umfeld wieder touristenfreundlicher wird. Sprich: der Franken schwächer wird und die Angst vor Terror vergeht.

Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden 24.04.2016 - 22:30 Uhr



Rund 250 Valser Stimmbürgerinnen und Stimmbürger fanden sich am Freitagabend zur Gemeindeversammlung in der Turnhalle Vals ein. Es ging um die Zukunft der Sportbahnen Vals AG. Diese ist vorläufig gesichert.
Die Sportbahnen Vals AG hatte die Gemeinde um ein Betriebsdarlehen von 800 000 Franken gebeten. Ohne dieses Geld würden die Sportbahnen vor dem finanziellen Aus stehen, betonte Sportbahnen-Vewaltungsratspräsident Robert Berni.
Nach kurzer Diskussion stimmten die Valser über das Darlehen ab. Ohne Gegenstimme wurden die 800 000 Franken gutgeheissen. Berni freute sich und bedankte sich bei den Valser Stimmbürgern. «Jetzt kommt es gut».
Die Ausgangslage zur Rettung der Sportbahnen Vals AG war klar: Fliesst nicht bald genug Geld, muss die Bahn geschlossen werden. «Ohne Geld stehen wir vor der Zahlungsunfähigkeit», so Berni.
Ende März schlug er Alarm. Bereits zehn Tage später war klar: Der Gemeinderat wollte 800 000 Franken aus der Gemeindekasse zur Verfügung stellen. (hap)

Quelle: suedostschweiz.ch 22.04.2016 - 21:46 Uhr



Selektionsdatum: 8. April 2016 bis 28. April 2016
Die Unterlagen können im Internet unter www.simap.ch oder www.stw.ch bezogen werden.

Weitere Auskünfte erhalten Sie bei der STW AG für Raumplanung, Chur, Tel. 081 254 38 20.
Datum: 13.04.2016


Gemeindeversammlung
Freitag, 22. April 2016, 20.30 Uhr in der Turnhalle

Traktanden
  1. Protokoll der Gemeindeversammlung vom 18. März 2016, Genehmigung
  2. Betriebsdarlehen an die Sportbahnen Vals AG, Kredit CHF 800'000.–, Genehmigung
  3. Lawinenverbauungen «Horn» und «Gufer»; Instandsetzung
    Kredit CHF 400'000.–, Genehmigung
  4. Verschiedenes

Das Protokoll der letzten Gemeindeversammlung (Traktandum 1) liegt bei der Gemeindekanzlei zur Einsichtnahme auf bzw. ist hier abrufbar.
Datum: 08.04.2016

Quelle: Gemeinde Vals




Bless Brigitte , Vals

Teilrevision: Ortsplanung Abbauzone Garlag
Aufgrund des Abstimmungsresultates vom 30.November 2014 und der Empfehlung der Gemeindebehörde an die Stimmbürger, dem Abbau aus nicht zu unterschätzender wirtschaftlichen Wertschöpfung anzunehmen ( drei Arbeitsplätze!) wird das Wohnquartier Mura/Garlag bald wieder den Gefahren eines Steinbruchbetriebes ausgesetzt!
Die erste Grossmaschine ist im Garlag bereits in Stellung gebracht worden.

Am 26. Juli 2010 hat das Bundesgericht verfügt, dass der illegale Gesteinsabbau der Valser Naturstein AG Steinbruch Josef Berni per Ende Oktober 2010 eingestellt werden muss,
und hält in diesem Entscheid fest, dass seit Jahrzehnten ohne eine rechtskräftige Nutzungsplanung und die erforderliche baurechtliche Bewilligung abgebaut wurde. Die Valser Naturstein AG habe aus dieser Situation wirtschaftliche Vorteile gezogen, ohne die rechtlichen Vorgaben einzuhalten!

Infolgedessen stand am 30.November 2014 die Teilrevision der „Ortsplanung (Nutzungsplanung) Abbauzone Garlag“ zur Abstimmung mit folgendem Ergebnis:

Der Ortsplanung „Abbauzone Garlag“ wird mit 275 Ja (156 Nein) zugestimmt.
Nur ein Jahr nach der Abstimmung zur „Erweiterung der Abbauzone Garlag“ haben sich damit 236
Stimmbürger plus weitere 39 für den Abbau im Steinbruch Garlag ausgesprochen, unseres Erachtens ist das sehr fragwürdig und sollte noch nachträglich wenigstens etwas kritisch hinterfragt werden.
Immerhin haben sich die Stimmbürger am 22. September 2013 bei der Abstimmung Ortsplanung „Erweiterung der Abbauzone Garlag“ mit 236 Nein (76 Ja) klar gegen die Erweiterung des Steinbruchs Garlag ausgesprochen. Dieses Abstimmungsresultat von 2013 war auch als deutliches NEIN zum Steinbruch Garlag zu verstehen! Beim erwähnten Ausgang der Abstimmung vom 30. November 2014 folgte dann prompt auch das BAB-Verfahren; Einsprachen wurden, trotz jahrelanger gerichtlicher Auseinandersetzungen, erneut abgelehnt. Eine solche Verantwortungswahrnehmung der Gemeindebehörde löst bei mir Unverständnis aus.
Angesichts des Gesuchs und der unglaublichen Empfehlung des Gemeinderates, „zur Weiterführung des bestehenden Steinbruchs“, musste unter anderem das Amt für Raumentwicklung darüber entscheiden. Dem Antrag des Valser Gemeinderates wurde schlussendlich zugestimmt, jedoch mit einem strengen vierseitigen Auflagekonzept, mit Lärmschutzauflagen, Gewässerschutzauflagen, Lufteinhalteauflagen, Auflagen zur Materialausbeutung, Auflagen zur Deponie und Wiederherstellung der Steingrube, Umweltschutzauflagen etc.! Zudem wird angeordnet, dass mit dem Gesteinsabbau erst nach erfolgter Abnahme der erwähnten Schutzmassnahmen durch die Baubehörde begonnen werden darf“!!!
Solche Auflagen sind nötig, nützen jedoch den Anwohnern und Gästen nur, wenn der Betreiber sich nicht verhält wie in der Vergangenheit, als er - trotz Bundesgerichtsurteil - im Steinbruch weiter arbeiten liess, notabene bis zur polizeilichen Versiegelung des Steinbruchs im Jahr 2012. Deshalb fordern wir den Valser Bauchef (Vizepräsident und Neffe des Steinbruchbetreibers), Daniel Berni auf, seine Verantwortung nun wahrzunehmen, das heisst, die Bestimmungen und Auflagen des BAB-Gesamtentscheides respektive des EKUD Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartements auch entsprechend durchzusetzen.

Die Gemeindebehörde ist heute mehr den je gefordert, dem Valser Tourismus gerecht zu werden, denn nun wird das Segment des Luxustourismus angestrebt. So wird ein Steinbruch in einem Wohnquartier mitten im Dorf das Dorfbild bestimmt nicht vorteilhaft prägen. Ganz abgesehen von den Gefahren, die vom Steinbruch im Mura/Garlag-Quartier für Anwohner und Gäste ausgehen.

Wahrscheinlich ist aber das Tourismusverständnis des Steinbruchbetreibers Josef Berni beschränkt auf das in einem anderen Quartier gelegene Hotel „Rovanada“, bei dem er als Mitglied des Verwaltungsrats wirkt, denn da könnte das Hotel dereinst auch vom geplanten Ando Tadao Park profitieren.
Wir erinnern daran: Nach wie vor ist die volkswirtschaftliche Haupteinnahmequelle von Vals der Tourismus, das erfordert - Pflege des Dorfesbildes - bedachten Aufbau, nicht Abbau!

IG Garlag

Quelle:  www.suedostschweiz.ch
Datum: 09.04.2016 - 17:51 Uhr


Gemeinde soll Valser Bahnen mit 800 000 Franken aushelfen

800 000 Franken sind es, welche die Sportbahnen Vals AG für ihr Überleben benötigt. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten Traktandenliste zur Gemeindeversammlung vom 22. April hervor. Damit steht ein Engagement von Investor Remo Stoffel vorerst nicht zur Diskussion.
Dass die Sportbahnen Vals AG finanzielle Unterstützung von der Gemeinde benötigen würden, war  schon seit einigen Wochen klar («Südostschweiz» vom 31. März). Nicht klar war bis am Freitag, wie hoch der Gemeindebeitrag sein würde und ob auch private Investoren, wie allenfalls Therme-Besitzer Remo Stoffel («Südostschweiz» vom 1. April), bei den Valser Bahnen einsteigen würden.

Darlehen beantragt
Nun steht laut der gestern publizierten Traktandenliste zur Gemeindeversammlung vom 22. April fest, dass die Bevölkerung über ein Betriebsdarlehen von 800 000 Franken zu befinden hat.
Was die involvierten Akteure dazu sagen, lesen Sie in der «Südostschweiz» vom Samstag.

Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden 09.04.2016 - 07:00 Uh






Vals – Aus für viele Existenzen?

Loretz Markus, Buttwil

Gemäss Aussagen der Sportbahnen Vals AG wird ein wichtiger Zweig des Wintertourismus zu einem Problemfall in Vals. Wie steht es um den „Patienten“?

Schneesicherheit ist eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg des Skitourismus. Schneemangel infolge Trockenheit oder hoher Temperaturen stellen die Wintertourismusdestinationen und vor allem die Bergbahnunternehmen vor grosse Herausforderungen. Nicht zu vergessen ist auch der starke Franken, der ebenfalls dazu beiträgt, dass die Wintertouristen aus dem EU-Raum ihre Präferenz bei der Wahl ihrer Feriendestination nicht auf die Schweiz setzen. Obwohl sich die Rahmenbedingungen für den Schweizer Tourismus seit den 80er Jahren verschlechtert haben, hat sich der Tourismus in Vals, wenn auch mit Schwankungen, halten können. Die Valser konnten sich mit Tourismus, Gastronomie, Bauwesen, Handwerk, Gewerbe, den Valser Quellen und der Landwirtschaft ihre Existenzen zu einem grossen Teil im Dorfe sichern.

Bis zur Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative hat der Bau von Ferienimmobilien das Tourismusgeschäft in Vals positiv beeinflusst. Dies zeigt, dass Familien oder auch Sport- und Naturliebhaber sehr gerne ihre Ferien in Vals verbracht haben.

Natürliche Ressourcen, wie Wasser und Stein haben in der Vergangenheit Erträge in Form von Zinsen und Steuern an die Gemeinde Vals abgeworfen. Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation in Europa hat die Stromnachfrage aber abgenommen. Gleichzeitig setzen immer mehr Private auf eigene Stromgewinnung mit Solarpanel auf ihren Hausdächern. Die Produktionskosten der Schweizer Wasser- und Kernkraftwerke können da nicht mithalten. Wenn an der internationalen Strombörse die Preise in den Keller fallen, kann dies in Vals Folgen haben. Es wird bereits davon gesprochen, dass die Wasserzinsen aufgrund der wirtschaftlichen Lage der Stromindustrie auch im Kanton Graubünden gestrichen werden müssen.

Nicht nur die Tourismuswirtschaft in Vals ist gefordert, sondern die Gemeinde als gesamtes muss bestrebt sein, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass eine Existenz für möglichst viele Bewohner des Dorfes nachhaltig aufgebaut und erhalten werden kann. Die Entwicklung in Vals in konkrete und schnell umsetzbare tourismusfördernde Massnahmen hat in den vergangenen 3-4 Jahren ein etwas düsteres, umstrittenes und von aussen betrachtet ein nicht sehr transparentes Bild hinterlassen.

Innovation und Vision sind grundlegend wichtige Voraussetzungen um Neues und Unkonventionelles zu schaffen. In diesem Sinne haben sich vielleicht viele Valser bei der Abstimmung 2012 motivieren lassen dem Protagonisten und Investor der 7132 Hotel und Therme und dessen Verbündetem den Vorzug für den Kauf der Therme zu geben. Die Befürworter müssen sich die Worte des Investors verinnerlicht haben „Wir müssen etwas machen, wo wir vor den Anderen sind. Dann ist es spannend und man kann vielleicht einen grossen, interessierten Gästestrom für die nächsten 10-20 Jahre abfangen, wenn dies im Trend ist“. Viele Einwohner in Vals wollten nun endlich jemanden, der etwas bewegt die „Revolution von Oben“ wie es die deutsche Zeitung „Zeit“ betitelt. Das Power-Couple hat verkündet, dass ein Stein-Park des Stararchitekten Ando der erste Schritt dazu ist, wohlweislich, dass der Steinbruchbesitzer dabei selber die Steine dafür liefern darf und damit wieder Steuersubstrat in die Gemeine fliesst, da kann man doch nicht nein sagen. In den geistigen Visionsspielen erschien dann auch noch der 381m hohe Hotelturm. Unermüdlich erklärt der 7132 Hotel Besitzer hierzu, dass die Massentourismus-Strategien in den Schweizer Alpen letztlich in den wirtschaftlichen Abgrund führten und das Turm-Projekt als qualitativ hochstehendes Nischenprodukt neue Wege aufzeige.

Das „Luftschloss“ wird wohl eine schöne Vision bleiben. Nur alleine wegen der geologischen Sensibilität des Standortes wird der Multi Coca-Cola kaum ein Risiko durch einen solchen Bau zulassen, da sonst die Valserwasser Quellen gefährdet werden könnten. Weiter bedürfen Vorhaben mit „gewichtigen Auswirkungen auf Raum und Umwelt“ gemäss eidgenössischem Raumplanungsgesetz (RPG) auch einer Grundlage im kantonalen Richtplan. So wird die Zeit vergehen und nichts wird geschehen. Ist das ganze allenfalls ein publicityträchtiger taktischer Zug, um den Valsern glaubhaft zu machen, dass man Ihnen damit DIE Chance für ihre Zukunft eröffnet? Wird nichts von all dem Versprochenen realisiert hat, man plausible und gute Gründe zur Hand.

Zusammenfassend kann man über diese letzten 4 Jahre behaupten, ausser Luftschlössern ist für die meisten Einwohner von Vals bis jetzt nicht viel im „Honigtopf“ hängen geblieben. Die Übernachtungen im 7132 Hotel sind sogar überdurchschnittlich zurückgegangen. Ist der Gast heute wirklich bereit, für ein Design Hotelzimmer, welches die Handschrift eines weltbekannten Architekten trägt, in einem aus den 60er Jahren erbauten, sanierungsbedürften Komplex, für eine Nacht bis zu CHF 2'500 zu bezahlen? Die Zahlen beweisen das Gegenteil. Da kann auch ein Sternekoch und ein Turnaround Manager als Hotel Direktor nur einen bescheidenen Beitrag zu einem Aufschwung beitragen. Es ist zu bezweifeln, dass die Ausdauer gross genug ist für den Investor der 7132 Hotel eine Nische im globalisierten Tourismus Marktplatz zu finden um damit seinen gesuchten „Return on Investment“ innert vernünftiger Frist realisieren zu können.

Paradoxerweise hat die Gemeinde erst vor kurzer Zeit beschlossen mit dem Geld aus dem Therme Verkauf eine Mehrzweckhalle zu bauen. Parallel dazu krankt aber der Tourismus an allen Ecken und Enden und das Geld fehlt, um künftige Defizite der Sportbahnen zu decken. Die Gemeinde ist nun gefordert, unabhängig von einzelnen Individuen, selber eine Entwicklung in Gang zu setzen, die schnell und pragmatisch für die Einwohner Perspektiven für die Zukunft aufzeigt, vor allem realistische Szenarien.
Es darf nicht geschehen, dass die Jugend von Vals abwandern muss und feststellt „der Winterbetrieb ist tot - vom Tourismus kann niemand mehr leben - unsere Existenzen sind hier nicht mehr gesichert - hochfliegende Träume und Visionen haben uns blind gemacht“.

M. F. Loretz

Quelle:  Südostschweiz.ch
Datum: 06.04.2016 - 22:37 Uhr



Das lange Warten auf den Schnee und die damit verbundenen krassen Einbussen bescheren der Sportbahnen Vals AG die zweite miserable Wintersaison in Folge. Das gibt Anlass zu grundsätzlichen Überlegungen.
Am Sonntag schliesst die Sportbahnen Vals AG die Wintersaison 2015/2016 ab. Möglicherweise ist dann aber nicht nur Saisonschluss, sondern es kommt zum  endgültigen Aus für das Familien-Skigebiet, das bis auf 3000 Meter über Meer hinaufreicht. Das berichtete die romanische Nachrichtenagentur ANR. Bahndirektor Maurus Tomaschett bestätigte den Bericht am Mittwoch gegenüber der «Südostschweiz».  

Massive Umsatzeinbussen
«Der mit fünf Wochen Verspätung erfolgte Start der Wintersaison hat ein grosses Loch in unsere Kasse gerissen», erklärte Tomaschett  mit dem Hinweis, dass das so lebenswichtige Weihnachts- und Neujahrsgeschäft dem Schneemangel zum Opfer gefallen sei.  Das hat zu Umsatzeinbussen von 25 Prozent gegenüber dem – ebenfalls sehr schlechten – Vorjahr geführt. Vor dem Hintergrund der grossen Liquiditätsprobleme des Unternehmens, deren Hauptaktionärin die Gemeinde Vals ist, haben sich Tomaschett und sein Team grundsätzliche Überlegungen zur Zukunft der Bahnen gemacht. (dea)
Wie es mit den Sportbahnen Vals weitergehen könnte, lesen Sie in der «Südostschweiz» vom Donnerstag.

Quelle: suedostschweiz.ch 30.03.2016 - 18:03 Uhr




Der Bündner Unternehmer Remo Stoffel hat seine offenen Rechnungen bei der Gemeinde Vals beglichen. Dies berichtete Radiotelevisione Svizzera am Mittwoch.
Wie Radiotelevisione Svizzera berichtet und die 7132 AG gegenüber dem «Bündner Tagblatt» bestätigt, hat der Bündner Unternehmer Remo Stoffel seine Schulden bei der Gemeinde Vals beglichen. Seit dem Kauf des Thermehotels schuldete Stoffel der Gemeinde rund sechs Millionen Franken. «Wir zahlen immer in time», so Stoffels Rückmeldung aus Dubai, wie das Tagblatt schreibt. Der Geldbetrag war laut Abmachung zwischen Stoffel und der Gemeinde Vals fällig, sobald der Planungskredit für die Mehrzweckhalle beschlossen ist; dieser Beschluss fiel am 18. März. (so)

Quelle: Bündner Tagblatt 31.03.2016 - 08:02 Uhr




Seit Jahren streiten die Valser um die Baupläne des Unternehmers Remo Stoffel. Jetzt lädt sein Mitarbeiter Pius Truffer die Gegner zum runden Tisch.

Jean-Martin Büttner, Reporter

Pius Truffer, der Steinebrecher von Vals, ist ein Meister der Inszenierung und der Strategie. Es passiert am Freitagabend kurz nach zehn an der Gemeindeversammlung in der überfüllten Turnhalle von Vals. Kaum haben die Stimmberechtigten in einer Kaskade von Abstimmungen überdeutlich entschieden, dass sie eine Mehrzweckhalle wollen und Bauherr Remo Stoffel dabei 1,5 Millionen der ursprünglich geplanten 12 Millionen Franken erlassen werden, kaum haben sich der Applaus und das Reden und Murmeln gelegt, schnellt Truffer von seinem Stuhl und schreitet in seiner behänden Art nach vorne. Truffer baut den Quarzit ab, mit dem die Valser Therme, der Bundesplatz und der Sechseläutenplatz belegt wurden, und er ist der Partner von Remo Stoffel, mit dem er ein Luxushotel in Turmhöhe hochziehen will.

Und Truffer ist ein Beschwörer. Man müsse die kritischen Stimmen im Dorf ernst nehmen, sagte er, sie in die künftige Entwicklung einbeziehen. Mit den kritischen Stimmen meint er die Gruppe Dorfbewohner um den Schriftsteller Peter Schmid, die vor vier Jahren aufseiten des Architekten Peter Zumthor stand, mit ihm zusammen aber die entscheidende Abstimmung verloren hatte. Nicht Zumthor sollte das Hotel der von ihm erdachten, weltberühmt gewordenen Therme renovieren, sondern Stoffel, der umstrittene Milliardär.

Pius Truffers Zorn
Schon vorher war die Stimmung angespannt im Dorf, seither schwelt ein Dauerkonflikt. Diesen möchte Pius Truffer beenden, indem er die Gegner an einen runden Tisch bittet. Die Einladung dazu werde er demnächst verschicken, präzisierte er in der «Schweiz am Sonntag», auch an Remo Stoffel selber.

Was hält die Gegenseite davon? Peter Schmid hat nichts gegen solche Gespräche. Aber damit man miteinander reden könne, sagt er auf Anfrage, müssten beide Seiten über alle Fakten verfügen. «Bis heute wissen wir nicht, was der einstige VR-Präsident Truffer beim Kauf der Therme für eine Rolle spielte, ob es geheime Abmachungen gab, welche die Gemeinde Millionen kosteten.» Pius Truffer wollte sich nicht zu den Bedingungen äussern und schrieb stattdessen: «Ich bin und bleibe sprachlos über diese zum Teil persönlichkeitsverletzende Hetzkampagne.» Aus seiner Reaktion wird nicht klar, ob er damit die Kritik seiner Gegner meint oder Artikel von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Aber Versöhnlichkeit klingt anders.

Investor Stoffel will mit seinem Hotel eine vermögende Klientel ansprechen.
Dennoch: Pius Truffer hat mit seiner Einschätzung recht: Die Valserinnen und Valser haben genug vom Streit, der ihr Dorf auseinanderreisst. Die Debatte vom Freitagabend beeindruckt weniger als Beweis für gelebte Demokratie, die jeweils so gerne bemüht wird, wenn raue Bürger in wüsten Räumen heftig reden. Sondern sie gerät zum Protokoll einer kollektiven Verzweiflung.

Der erste von rund einem Dutzend Rednerinnen und Rednern sagte es am besten, Markus Rieder, ein Bauer mit weissem Bart und müdem Gesicht. Statt Freude herrsche Krieg im Dorf, bekennt er ins hingereichte Mikrofon. Wer an der Gemeindeversammlung das Wort ergreife, bekomme anonyme Post, erhalte ungebetenen Besuch, dem würde an der Versammlung das Wort entzogen. Dass der Remo anderthalb Millionen weniger zahlen müsse, das sei Vertragsbruch und koste die Gemeinde viel Geld.

Sie wollen Frieden mit sich
Dem widersprechen einige, darunter Treuhänder, die für Remo Stoffel arbeiten. Sie sagen, auch sie hätten den Streit satt, die schlechten Medienberichte. Worauf die von der Gegenseite auf den Versprechungen beharren. So geht das eine Stunde lang hin und her, der Applaus für Stoffels Gegner ist schütter und deutet an, wie deutlich ihr Zurückweisungsantrag ausfallen wird. Das Einzige, was aus allen Voten klingt, ist die kollektive Erschöpfung über diesen Dorfkrieg.

Das sagten die Valser zu den Hotelturm-Plänen, als diese im letzten März erstmals publik wurden.
Wer das Leben im Dorf schön findet, herzig, idyllisch, wer also in der Stadt lebt und vom Dorfleben keine Ahnung hat, sollte den Zug und dann den Bus nach Vals nehmen, sollte mit den Leuten reden und ihren Clans, sollte sich informieren über anonyme Hetze und drohende Anrufe, über das gedrückte Schweigen, das Einander-Ausweichen, über Intrigen und zerbrochene Freundschaften, und er wird benommen zurückfahren und denken, das Dorfleben ist die Hölle: Alle kennen einander, keiner kann entkommen.

Die in Vals möchten den Frieden haben mit sich selber.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
(Erstellt: 21.03.2016, 09:59 Uhr)



Der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel will in seinem Heimatdorf Vals sein Versprechen einlösen und eine Mehrzweckhalle mitfinanzieren. Die Gemeindeversammlung des Bergdorfes hiess die Vereinbarung darüber gut, sowie den Planungskredit für die Halle.
Die Mehrzweckhalle für Vals war vor vier Jahren Teil des Verkaufs der bekannten Felsentherme an den Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel. Stoffel stach damals den Architekten Peter Zumthor aus, der die von ihm entworfene Therme ebenfalls kaufen wollte.
Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Therme hatte Stoffel, der in Vals zudem einen 381 Meter hohen Turm bauen will, der Gemeinde eine Mehrzweckhalle versprochen. Am Freitagabend genehmigte die Gemeindeversammlung nach kontroverser Diskussion und mit 260 zu 71 Stimmen eine Ergänzung zum damaligen Verkaufsgeschäft in Form einer neuen Vereinbarung.
Demnach zahlt Stoffel 4,5 Millionen Franken an den Bau der Mehrzweckhalle, welche von der Gemeinde realisiert wird. Ursprünglich hätten von Stoffel sechs Millionen Franken fliessen sollen. Die Reduktion um 1,5 Millionen Franken erklärt sich im Wesentlichen mit der kleineren Dimension der Halle.

Zehn Millionen Franken insgesamt
Weiter sprach die Gemeindeversammlung einen Planungskredit von 300'000 Franken für den Neubau der Mehrzweckhalle. Die Zustimmung zum Kredit löst zudem die Zahlung des Restbetrages in der Höhe von sechs Millionen Franken für die Therme aus, wie aus der Vereinbarung weiter hervorgeht. Stoffel erwarb die Therme im März 2012 für rund 7,8 Millionen Franken.
Laut Angaben der Gemeinde stehen für die Realisierung der Mehrzweckhalle insgesamt 10,561 Millionen Franken zur Verfügung. Das sei zwar weniger als vorgesehen. Dafür baue die Gemeinde die Halle in eigener Verantwortung und könne uneingeschränkt darüber verfügen.

Quelle: www.suedostschweiz.ch  19.03.2016 - 09:53 Uhr


Valser sagen Ja zu Kredit für Mehrzweckhalle

Die Valser Stimmberechtigten haben an der Gemeindeversammlung vom Freitagabend den vom Gemeinderat beantragten Planungskredit von 300'000 Franken zur Realisierung einer Mehrzweckhalle (MZH) am neuen Standort Schule genehmigt.
Ebenso sagte die Versammlung deutlich Ja zur «Vereinbarung zur Ergänzung des Aktienkaufvertrags beziehungsweise zur Abänderung des des Gemeindeversammlungsbeschlusses vom 9. März 2012 betreffend die Hotel und Thermalbad Vals AG». Oder anders gesagt: Der Souverän folgte dem vom Gemeinderat im Einvernehmen mit Investor Remo Stoffel formulierten Begehren, wonach Stoffel auf die Nutzungsrechte der Halle verzichtet und im Gegenzug statt der versprochenen sechs Millionen Franken noch  4,5 Millionen Franken für die MZH zu bezahlen hat (Ausgabe vom 3. März).
Die stoffelkritische Gruppierung «Besorgte Bürgerinnen und Bürger von Vals» warnte vergeblich vor der Annahme der «formell grob fahrlässigen Botschaft». (dea)

Quelle: suedostschweiz.ch 18.03.2016 - 22:21 Uhr




Remo Stoffel zog arm aus und kehrt als Milliardär zurück. Jetzt will er im Bergdorf einen Wolkenkratzer bauen. Seine ehemaligen Mitschüler reiben sich die Augen.

Mit 30 hatten sie die letzte Klassenzusammenkunft. Remo fiel dabei erstmals durch seine Spendierfreude auf. In der Bar ging die letzte Runde auf seine Rechnung. Nächstes Jahr werden sie 40, Remo ist inzwischen Milliardär. Die Klassenkameraden vermuten Geld aus Russland, weil Remo mit grossem Pomp in Moskau geheiratet hat. Keine aus dem Dorf, sondern eine Snowboard-Weltmeisterin von der Lenzerheide. Die Hochzeitsbilder sahen sie in der «Schweizer Illustrierten»: Remo, der einst Mittellose, jetzt mit Glanz und Gloria in einer ehemaligen Residenz von Katharina der Grossen im Petroff-Palast. Er denkt jetzt selber gross, will bei der Therme für 300 Millionen den höchsten Turm Europas mit 82 Etagen bauen – in diesem Ort, wo die Häuser im Kern drei- und viergeschossig sind, wenn es hochkommt. Inzwischen gehört ihm gefühlt das halbe Dorf: drei Hotels, ein Café, das Kurbad, über 200 Apartments und 40'000 Quadratmeter am Rheinufer, wo ein Park des japanischen Stararchitekten Tadao Ando entstehen soll.

«Die nächste Klassenzusammenkunft sollte in Dubai stattfinden», sagt ein ehemaliger Schulkollege, denn Remo Stoffel lebt heute während eines Drittels des Jahres in Dubai. Er beschäftigt dort 4000 Wanderarbeiter aus über 20 Ländern, die Hochhäuser unterhalten, Facility Management. Kommt die Rede auf seinen geplanten 381 Meter ­hohen Turm in Vals, senken die Gesprächspartner ihre Stimme. Von verdeckten Schmierzahlungen wollen sie wissen, vom Gemeinderat als Marionette des Dorfkönigs Pius Truffer. Das sind unbewiesene Dorflegenden, die Verdächtigten widersprechen vehement. Auch Gemeindepräsident Stefan Schmid betont seine Unabhängigkeit: «Wenn ich mich von anderen gängeln liesse, würde ich etwas falsch machen.» Er sieht seinen Auftrag darin, umzusetzen, was die Gemeinde im März 2012 beschlossen hat. Im Verhältnis von 60 zu 40 Stimmen hatte sie Hotel und Therme an das Duo Stoffel/Truffer verkauft.

Eine neue Form des Tourismus
Seither gehen sich Befürworter und Gegner aus dem Weg. Im Edelweiss am Dorfplatz bleiben die Jasstische leer. Gegner und Befürworter hocken nicht mehr zusammen. In der grossen Wirtsstube sitzen an einem Freitagabend einzig ein paar süddeutsche Touristen beim Fondue. Sie gehören zu den treuen Gästen im Badeort Vals, seit der ehemalige deutsche Kellner Kurt Vorlop vor 50 Jahren in den Getränkehandel einstieg. Auf der Suche nach Mineralquellen kam er mehr zufällig als geplant in die idyllische Bündner Berggemeinde, eine deutschsprachige Enklave im romanischen Sprach-umfeld. Das Bad und die warme Quelle gefielen ihm, und er erfand mit dem Apartmenthotel eine neue Form des Tourismus. Drei Blöcke stellte er neben Bad und Quelle auf, keine Bijous, aber zweckmässige Anlagevehikel in «Bad Vals», wie er den Ort marketinggerecht umbenannte.

Das sagten die Valser zu den Hotelturm-Plänen, als diese im letzten März erstmals publik wurden.
Die Apartments eröffneten deutschen und belgischen Käufern mit kleinem Vermögen ein steuergünstiges Bausparmodell. Die Mineralquelle florierte bald und ging an die Berner Brauereifamilie Hess, die das Mineralwasser in Zeiten des florierenden Bierkartells gut vermarkten konnte. Bad- und Hotelgeschäft blieben schwierig und mussten 1983 von der Gemeinde nach dem Konkurs gerettet ­werden. Sie konnte sich das inzwischen leisten, denn mit Stausee, Mineralquelle und Tourismus gab es drei tragfähige wirtschaftliche Säulen.

Mit dem wachsenden Wohlstand waren die ­Familien kleiner geworden. Lehrer Alfred Rieder betreute Ende der 80er-Jahre die dritte und vierte Klasse zusammen. Im Herbst jeweils kam ein ­Berufsfotograf aus Chur, und die beiden Klassen formierten sich im Hang oberhalb des Schulhauses zum Gruppenbild. Rieder war über 40 Jahre als Lehrer im Dorf tätig. Er war der Allrounder in der Gemeinde: Wenn seine einstigen Schüler heirateten, traute er sie als Zivilstandsbeamter, wenn ihre Grosseltern starben, spielte er auf der Orgel in der Kirche, wenn man etwas über die Dorfgeschichte wissen wollte, fragte man ihn. Während zweier Amtszeiten war er auch Gemeindepräsident. Zuvor war er als Bauvorsteher tätig gewesen und hatte dem Investor Vorlop geholfen, die Apartments an die Deutschen zu verkaufen. Er trifft ihre Nachkommen noch heute auf der Piste, wenn er als 83-Jähriger auf Ski vom Dreitausender Dachberg hinunterkurvt. Remo war sein Schüler in besagter vierter Klasse, er gab ihm im Krippenspiel vor Weihnachten die Rolle des Josef. «Man hätte ihm besser die Rolle des Ochsen oder Esels gegeben», sagte ihm kürzlich ein deutscher Tourist auf der Piste.

Das hat den Lehrer erheitert, aber mehr lässt er auf seinen ehemaligen Schüler nicht kommen: «Es stimmt nicht, dass der Remo von den Mitschülern gemobbt wurde, wie jetzt behauptet wird», sagt Rieder, «das hätte ich nicht zugelassen. Ausserdem war er ein guter Schüler.» Remo sitzt auf dem Klassenfoto gleich rechts vor ihm. Er meidet den Blickkontakt mit dem Fotografen. Die andern schauen selbstbewusst in die Kamera, die Mädchen in ihren neumodischen Sweaters munter, die Knaben deuten mit den aufgestützten Ellbogen erste Coolness an. Fast alle freuten sich auf jene Nachmittage, wenn die «Meigge» im Hauswirtschaftskurs waren und Rieder mit ihnen in die Berge ging. Remo nicht. «Sport ist nicht mein Ding», sagt er heute. Die andern konnten es jeweils kaum erwarten: «Ihr, Lehrer, wann gehen wir wieder auf einen Dreitausender?» Das «Sie» gibt es im Valser Dialekt bis heute nicht, und die Anrede «Herr» ist dem Herrn vorbehalten. Die Valser sind im Gegensatz zu den angrenzenden Walser Gemeinden Katholiken geblieben. Der Legende nach war in der entscheidenden Gemeindeversammlung im 16. Jahrhundert die Zahl der Anhänger und Gegner der Reformation exakt gleich gross, als der Hirt von der Alp herunterkam. Man gab ihm den Stichentscheid, und er entschied sich gegen die Reformation: «Beim Katholizismus wissen wir wenigstens, was wir haben.»

Ende der 80er-Jahre war das Dorf wohlhabend, aber nicht reich. Remos Mutter führte einen Kleiderladen, später die Pizzeria im neu gebauten Restaurant Balma. Die Familie gehörte zu den wenigen, die kein Haus hatten, sondern in einer Wohnung lebten. Im selben Haus wohnten auch die Grosseltern mit sieben Kindern, das Jüngste nur acht Jahre älter als Remo, mehr grosser Bruder als Onkel. Die Grosseltern betrieben den Konsum im Dorf, Remo sass schon als Knirps mit an der Kasse und lernte, was gutes Leben kostete. Er war der Einzige in der Klasse ohne Taschengeld.

Remos frühe Geschäftsideen
So entwickelte er schon in der Sekundarschule Geschäftsideen, als er zurückkam vom Gymnasium am Kloster Disentis. Dort hatte er es nur zwei Monate ausgehalten – zu gross war sein Heimweh.Nach der Rückkehr hatte er es auch im Dorf nicht einfach, denn jetzt waren bei den Jugendlichen Sport und Mädchen angesagt. Da konnte er sich nicht in Szene setzen: zu mollig, zu wenig beweglich. Die Kameraden stellten ihn beim Fussball ins Tor und machten ihm Vorwürfe, wenn er nicht zu Boden ging gegen den anstürmenden Gegner und dieser den Ball neben ihm ins Tor einschieben konnte.

Remos frühe Geschäftsideen brachten den Durchbruch nicht: die Gänse, die er züchten wollte – vom Fuchs totgebissen. Die Hennenfarm: nicht realisiert, da zu teuer. Die Bienenstöcke, die er zusammen mit dem Onkel aus Italien holte: weder Gewinn, noch Verlust. Die Geschichten um diese Bienen sind unter den Kameraden bis heute legendär: Auf der Rückfahrt soll ein Kasten nicht richtig verschlossen gewesen sein und sich während der Fahrt geöffnet haben. So sollen die beiden mit aufgesetzten Hüten und Imkerschleiern in eine Polizeikontrolle geraten und gebüsst worden sein. Dass sie im ersten Winter vergessen hätten, die Bienen mit Zuckerwasser zu füttern und ein Bienenstock einging. Dass sich Remo, der inzwischen eine Bank­lehre bei der UBS in Chur angetreten hatte, in der Direktion bekannt machte, indem er Honig aus ­eigener Produktion anbot. Dieser Abnehmerkreis war freilich zu klein, und so soll er auch versucht haben, den Honig im deutschen Grenzgebiet zu verkaufen. Bei seiner Rückkehr in die Schweiz habe er die unverkauften Gläser verzollen müssen. Wenns nicht wahr ist, dann gut erfunden.

Remo gab nicht auf. Den Postautofahrern, die ihn während der Banklehre täglich nach Chur und zurück fuhren, sagte er: Irgendwann werde ich reich zurückkommen, und dann wird man sehen, wer im Dorf das Sagen hat. Die Chance bot sich, als die Swissair im Herbst 2001 groundete und der Nachlassverwalter die Immobilien und ihre Verwaltungsfirma Avireal per Notverkauf loswerden musste. Remo, inzwischen Finanzprofi, kaufte die Firma mit zwei Partnern für 200 Millionen. Später bekämpfte man sich mit harten Bandagen: «Ich musste mich verteidigen, gestandene Gegner glaubten, mich als Jungunternehmer beiseiteschieben zu können.» Das gelang nicht. Remo trennte sich von den beiden Partnern: vom einen unfreundlich, vom andern freundlich, und kam in den Besitz eines Imperiums, dessen Wert mit Immobilien, ihrer Bewirtschaftung und Beteiligungen auf 1,7 Milliarden geschätzt wird. Zum Wunder hat die Entwicklung der Bodenpreise rund um den Flughafen Zürich beigetragen, der Aktienwert des Flughafens etwa verdreissigfachte sich.

2010 bot sich Remo die Chance, bei der Therme in Vals einzusteigen. Die Hotelführung hatte sich zerstritten. Dorfkönig Truffer war neben seinem Plattenbruch zeitweilig auch Geschäftsführer und Präsident von Hotel und Therme. Unter seiner Führung war das Thermalbad des Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor zu einem Monument mit ­internationaler Ausstrahlung geworden. Zumthors Gattin hatte zusammen mit einer Co-Direktorin um die Jahrtausendwende einen sinnlichen Erholungsraum geschaffen, der dem Hotel zeitweilig grossen Erfolg brachte. Auch Truffer war daran beteiligt, er hatte für den Bau grosse Investitionen getätigt, und der fein geschliffene Quarzit aus seinem Steinbruch prägte den sinnlichen Eindruck des Thermalbades. Der Erfolg muss ihn leichtfertig gemacht haben – die Gemeinde bestätigte ihn nach Differenzen nicht mehr als Verwaltungsratspräsident.

Valser Stein vor dem Bundeshaus
Das lässt sich ein Dorfkönig nicht bieten. Umso weniger, als die Therme Showroom für seinen Steinbruch ist. Rund um die Therme wurde der fein geschliffene Quarzit in einem eigenen Laden in allen Formen angeboten, als Schalen und Flaschenkühler, in der Therme beeindruckte die Erhabenheit dieses Natursteins Interessenten aus aller Welt. Die beiden symbolträchtigsten Plätze der Deutschschweiz, jener vor dem Parlamentssitz in Bern (2004) und jener vor dem Opernhaus in Zürich (2013), wurden mit dem Valser Stein neu gebaut.

Truffer suchte für seine Rückkehr an die Hotelspitze einen Investor mit Bezug zum Dorf – wer war dafür besser geeignet als Remo? Der war zuvor schon für die Eigentümergemeinschaft der Apartments tätig gewesen, hatte sich aber mit einem Teil der Eigentümer überworfen. Er hatte eine Million aus dem Erneuerungsfonds so kreativ via Liechtenstein angelegt, dass sie keine Verrechnungssteuer aus den Erträgen zahlen mussten. «Ich würde keine solch anonymen Geldgeschäfte mehr tätigen», meint er heute, «aber sachlich war das richtig, niemand kam zu Schaden.» In einem anderen Fall wurde er verurteilt, weil er einer befreundeten Geschäftsfrau in der Scheidung riet, Vermögensansprüche gegen ihren Ehemann aus einer Konkursmasse in Pontresina zu sichern – das legte ihm das Gericht als Anstiftung zur Benachteiligung der anderen Gläubiger aus. An Stoffel blieb unter den ehemaligen Klassenkameraden das Image des Tricksers hängen. «Mach nicht den Remo!», sagt einer zum andern, wenn der beim Dartspiel auf der Maiensäss seine Punktzahl mit kreativen Angaben aufbessert.

Das Duo Truffer/Stoffel setzte sich schliesslich gegen ein Projekt des Therme-Architekten Zumthor durch. Wie einst der Alphirt im 16. Jahrhundert bei der Frage zwischen Katholizismus und Protestantismus spielte diesmal die Dorfjugend das Zünglein an der Waage. Truffer und Stoffel versprachen ihr für den Fall ihrer Unterstützung den Bau einer Mehrzweckhalle, die seit 30 Jahren auf der Wunschliste aller Dorfvereine steht und für den Verbleib der jungen Generation in einer entlegenen Gegend ausschlaggebend sein kann. Mit seinem Engagement für die Dorfvereine stieg Stoffels Renommee in der Gemeinde. Als die Musikgesellschaft nach der erfolgreichen Abstimmung im Mai 2012 ihr ­Jubiläum feierte, liess man ein Festzelt aufstellen. Den ehemaligen Klassenkameraden fiel auf, mit welch grossem Respekt Remo im Festzelt plötzlich begegnet wurde. Das war in jenen frühen Jahren noch anders gewesen, als er an der Ventilposaune bloss in einer hinteren Reihe mittuten durfte.


Remo Stoffel über den geplanten Turmbau.
Die Klasse ist heute gespalten über das Wolkenkratzerprojekt. Viele sind inzwischen von ihm abhängig oder wollen sich als Kleingewerbler nicht exponieren: Der eine hat ein Maler-, der andere ein Maurergeschäft. Beide sind darauf angewiesen, bei den geplanten Bauprojekten einen Auftrag zu bekommen, auch wenn das Turmprojekt für sie «eine Nummer zu gross ist», wie Daniel Berni vom Baugeschäft der «Bernimänner» sagt. Aber Kleineres können sie schon übernehmen. Eine andere Schulkameradin stammt aus einer Familie, die Pachtland von Remo bewirtschaftet und ein paar seiner Kühe mitversorgt. Eine weitere ist als Lehrerin vom ­Gemeinderat angestellt. Gemeindepräsident Stefan Schmid betont zwar, dass niemand in der Gemeinde wegen seiner Meinung Schwierigkeiten bekommen dürfe. Doch Tatsache ist, dass viele über ihre Familien informell vom Stoffel/Truffer-Lager abhängig sind, eine ehemalige Mitschülerin ist die Nichte eines früheren Therme-Verantwortlichen, der mit Truffer zusammen im Verwaltungsrat sass.

Zwei Unbeeindruckte äussern sich
Wer gegenüber dem Projekt dem Vernehmen nach kritisch eingestellt ist, will sich nicht mehr äussern. Der Wirt in einem Bergrestaurant oberhalb von Vals will Fragen erst nur beantworten, wenn er das «Gut zum Druck» geben darf, später sagt er ganz ab. Auch die Kindergärtnerin im Dorf sagt ab, nachdem sie von Truffers Frau zur Rede gestellt wurde. Sie hatte Anfang März an einer Lesung im Dorf eine kritische Kurzgeschichte des Autors Melchior Werdenberg im Valser Dialekt vorgetragen. Darin wird von einer Leiter zum Himmel erzählt, die die Valser im 16. Jahrhundert aus aufgeschichteten Steinen bauen, die schliesslich zusammenkracht und ­Romulus und Remus unter sich begräbt.

Es bleiben zwei unbeeindruckte Mitschüler, die die Meinungsfreiheit im Dorf hochhalten: Marcel und Roman, nebeneinander sitzen sie beim Klassenfoto in der Mitte der vorderen Reihe. Beide sind sie von Investor Stoffel unabhängig und mit vielen Erinnerungen mit Remo verbunden. Marcel war einst Nachbar und guter Freund, hat sich aber mit Remo auseinandergelebt, als er merkte, dass man dessen Aussagen nicht immer zum Nennwert nehmen kann. Er lebt heute als Bauer mit fünfköpfiger Familie im Dorf, betreibt eine Schafzucht am Hang gegenüber, versorgt das Dorf mit Biofleisch, sein ­Alpensalsiz ist legendär. Roman hat an der ETH Umweltwissenschaft studiert. Er arbeitet in einem Musterbetrieb für ökologisch erzeugte Pflanzen- und Saatzucht neben der Rheinau-Insel und lässt sich die Option offen, dereinst zu bauern.

Beide diskutieren nicht nur hinter vorgehaltener Hand über die Risiken des Projekts ihres ehemaligen Mitschülers. Dass hier am Dorfeingang eine Bauruine entstünde, die dem Dorf auf Jahre hinaus schaden könnte. Dass Vals mit dem Zumthor-Thermalbad im touristischen Angebot eine attraktive ­Nische für den ökologisch orientierten Mittelstand gefunden hatte, die man nun aufs Spiel setze. Dass Stoffel einen Plan B haben müsse, wenn die Zonenplanänderung, die für Hochhaus, Park und Helikopterlandeplatz nötig sei, im kommenden Jahr an der Urne nicht angenommen werde. Vielleicht die Überbauung der Ebene am Rheinufer, wo die 40 000 Quadratmeter zu Bauland umgezont werden müssten? Remo Stoffel winkt ab: «Ich will keine Caramelwürfel in die Ebene stellen.»

In der Konstellation Truffer/Stoffel sind die Pläne in allen Dimensionen unbegrenzt. Nach oben sind es die 381 Meter, die der renommierte US-Architekt Thom Mayne für sein Nadelhochhaus «Femme de Vals» errechnet hat, ein schlanker, skulptural überzeugender Turm. Als sich die Jury darauf nicht einigen konnte, erklärte Stoffel den Wettbewerb für beendet und entschied selber: «Ich trage das Risiko für dieses Projekt.» Er will den Tourismus in den Alpen neu erfinden: Eine Übernachtung wird durchschnittlich 1600 Franken kosten, man will die Topklasse im Luxussegment ansprechen. Er rechnet vor, dass er schon mit 10 Prozent Auslastung der Luxuszimmer die Gewinnschwelle erreichen werde. Wie bei den Bienenstöcken.

Quelle: Tages-Anzeiger
Erstellt: 18.03.2016, 23:22 Uhr



Die Therme Vals sei dem Bündner Investor Remo Stoffel zu günstig verkauft worden - dies besagt ein neues Gutachten, welche die Gegner des Verkaufs nun vorgelegt haben. Wer die Gutachter sind, ist aber geheim.
Das gestrige «Rundschau»-Interview mit Remo Stoffel hat für einige Schlagzeilen gesorgt. Die SRF-Sendung hat happige Vorwürfe an den Bündner Investor gerichtet. Stoffel soll sich nämlich an geheimen Reserven bereichert haben. Beim Verkauf der Therme Vals habe die Besitzerin, die Gemeinde Vals, nichts von den «stillen Reserven» in Millionenhöhe gewusst.
Stoffel winkte ab und stellte sich im Interview mit dem Schweizer Fernsehen unwissend. Das Gutachten, welches zu den Vorwürfen geführt hat, kommt von den Stoffel-Kritikern «Gruppe besorgter Valser». Sie waren es, die das Gutachten von einem «renommierten» Treuhandunternehmen erstellen liessen. Bei den Reserven soll es sich um 15 Millionen Franken handeln, welche die Stoffel-Kritiker nun zurückfordern. Das Geld gehöre schliesslich den Valsern.
RSO-Reporterin Melanie Salis hat mit beiden Seiten gesprochen und vor allem den Namen des besagten Treuhandunternehmens gesucht:
     
 Gutachten wird verlangt
Die zuständige Regierungsrätin Barbara Janom Steiner will das Gutachten in die Behandlung der noch hängigen Aufsichtsbeschwerde einbeziehen. (koa)
Quelle: suedostschweiz.ch 10.03.2016 - 18:49 Uhr



Regierungsrätin Barbara Janom Steiner will das Gutachten zu den stillen Reserven zum Zeitpunkt des Valser Therme-Verkaufs in die Behandlung der noch hängigen Aufsichtsbeschwerde einbeziehen.  
Die stillen Reserven genau zu beziffern, sei jetzt Aufgabe von Politik und Justiz. Man erwarte, dass die verantwortlichen Stellen Graubündens unverzüglich handelten.  «Sie haben zu veranlassen, dass das Vermögen, das allen Valserinnen und Valsern gehört, gesichert und zurückerstattet wird.» Das hatte die Gruppe «Besorgte Bürgerinnen und Bürger von Vals» unmittelbar nach der Bekanntmachung des neuen Gutachtens über die stillen Reserven der Therme in einer Mitteilung festgehalten («Südostschweiz» vom Mittwoch).
Was der Kanton tut
Was sagt die Bündner Regierung zu dieser Forderung? Zuständig für den Fall ist Regierungsrätin Barbara Janom Steiner als Vorsteherin des Departementes für Finanzen und Gemeinden. Das ist auch das Departement, das die im vergangenen Sommer vom Valser Einwohner Marcel Meyer-Berni im Zusammenhang mit dem Therme-Verkauf eingereichte Aufsichtsbeschwerde zuhanden der Regierung zu bearbeiten hat. Janom Steiner kündigte an, einen weiteren Schriftwechsel zu eröffnen, sodass die Beschwerdeführer das Gutachten noch nachreichen können. (dea)
Wie Regierungsrätin Barbara Janom Steiner Ihr Vorgehen begründet - in der «Südostschweiz» vom Freitag.

Quelle: suedostschweiz.ch 10.03.2016 - 17:50 Uhr



Als der Bündner Investor Remo Stoffel die Therme in Vals übernommen hatte, soll es stille Reserven gegeben haben. In der SRF-Sendung «Rundschau» vom Mittwochabend nahm Stoffel Stellung und erntet in den sozialen Medien Kritik dafür.
Schwere Vorwürfe am Mittwochabend in der Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens. Zum Zeitpunkt der Übernahme der Therme sollen stille Reserven in Millionenhöhe vorhanden gewesen sein - die nun Remo Stoffel gehören sollen. Die vormalige Besitzerin der Therme, die Gemeinde Vals, soll beim Verkauf nichts von diesen Rückstellungen, welche in der Bilanz nicht ersichtlich sind, gewusst haben.
Stoffel will von den Reserven nichts wissen, wie er im Interview mit «Rundschau»-Moderatorin Susanne Wille erklärte.

Das Interview in Kürze
Als Erstes will Susanne Wille von Stoffel wissen, ob er von den stillen Reserven gewusst habe. Ihm gehe es gleich wie seinen Kritikern, antwortete Stoffel. «Auch ich bin auf der Suche nach diesen Reserven und wüsste sehr gerne, wo diese sind.» Fakt sei, dass er in den letzten drei Jahren einen stattlichen zweistelligen Millionenbetrag in den Investitionsstau habe investieren müssen und er denke, das sei das Einzige, was relevant sei. Wille wirft Stoffel dann vor, er habe ganz genau gewusst, was für ein wertvolles Bijou die Therme sei und was er da kaufe. «Es gibt immer einen Marktwert», antwortete Stoffel. «Das Objekt wird zum Verkauf ausgeschrieben, und jemand kauft es.» Man könne das mit dem Verkauf eines Occasionsautos vergleichen. Der Wagen stehe jahrelang auf einem Parkplatz, keiner wolle ihn. «Der Garagist verkauft ihn schliesslich mir und dann springt mir vier Jahre später Frau Wille nach und sagt, es gebe da noch ein Reserverad im Kofferraum, stille Reserve.» Wille entgegnet, nicht sie springe Stoffel hinterher, sondern die Gegner. Experten würden die stille Reserve auf 15 Millionen Franken schätzen. Die Valser würden dieses Geld zurückfordern. Wille will wissen, ob Stoffel bereit sei, das Geld den Valsern zurückzuzahlen? Stoffel: «Wenn diese Experten so gescheit sind und alles so genau wissen, dann hätten sie ja ein Angebot gemacht.» Man habe ja jahrelang Zeit gehabt, die Therme zu kaufen. «Entscheidend ist doch, dass jemand investiert, dass es weitergeht und wir eine Zukunft haben.»
Für sein Auftreten und seine Antworten im Interview erhält Stoffel einige Kritik im Netz, wie die folgenden Tweets zeigen.
Es gibt aber auch jene, welche kein Mitleid mit den angeblich geprellten Valsern haben.

Quelle: suedostschweiz.ch 10.03.2016 - 11:09 Uhr




  • Mittwoch, 9. März 2016, 19:27 Uhr, aktualisiert um 22:15 Uhr
  • Gianluca Galgani

Ein Gutachten bringt neuen Zündstoff in den Streit um die Hotel-Therme in Vals. Der Immobilienunternehmer Remo Stoffel soll die Hotel-Therme im März 2012 laut Experten deutlich unter dem Marktwert gekauft haben. Stoffel nimmt zum ersten Mal Stellung in einem TV-Interview

1.1   Der Turm von Vals

Ein renommiertes Treuhandunternehmen hat im Auftrag der «Gruppe besorgter Valser» ein Gutachten zu stillen Reserven der Hotel-Therme zum Zeitpunkt des Verkaufs an Remo Stoffel verfasst. Das Gutachten hält fest, «dass bei verschiedenen Positionen der Bilanz Indizien vorliegen, die auf nicht unerhebliche vorhandene stille Reserven hindeuten».

1.2   Der Verkauf der Therme Vals

Eine Zahl nennt das Gutachten nicht. Marcel Meyer von der Stoffel-kritischen «Gruppe besorgter Valser» beziffert die angeblichen stillen Reserven der Hotel-Therme gegenüber der Rundschau auf bis zu 15 Millionen Franken. Das Gutachten stützt seine Überzeugung: «Stille Reserven waren vorhanden. Sie wurden vor der Gemeinde verheimlicht und es wurde nicht der wahre Wert bezahlt.» Stille Reserven sind Rückstellungen, die in der Bilanz nicht ersichtlich sind, sogenanntes verstecktes Eigenkapital.

1.3   Experten: solides Gutachten

Die «Rundschau» hat das Gutachten Ökonomie-Professoren vorgelegt. Es wird allgemein als seriös und solide bezeichnet. Professor Hato Schmeiser, Direktor des Instituts für Versicherungswirtschaft an der Universität St.Gallen geht aufgrund des Gutachtens davon aus, dass stille Reserven bei der Hoteltherme vorhanden waren:
«Es gibt, wenn man die Gesamtindikatoren zusammennimmt, sehr gute Gründe, dass wir von erheblichen stillen Reserven sprechen, und damit also einen Verkaufspreis hätten erzielen müssen, der deutlich über dem liegt, den wir beobachtet haben.» Es müsse vermutet werden, dass der Verkaufspreis mehrere Millionen höher hätte sein müssen, so Schmeiser.

1.4   Gemeindepräsident: Preis stimmte

Der Gemeindepräsident von Vals, Stefan Schmid, glaubt nicht, dass die Hotel-Therme unter dem Wert verkauft wurde. «Ich habe nicht das Gefühl, dass da Sachen sind, die wir aufdecken müssen», sagt Schmid, der zum Zeitpunkt des Verkaufs noch nicht im Amt war. Wichtig sei es jetzt, den Verkaufsentscheid der Gemeinde gut umzusetzen. Er verweist darauf, dass das Bundesgericht bereits zwei Beschwerden von Stoffel-Gegnern zum Verkauf der Therme abgelehnt habe.
Die «Gruppe besorgter Bürger» will trotzdem nicht aufgeben. Marcel Meyer: «Das Dorf hat durch die ganze Geschichte immensen Schaden genommen. Fakten müssen auf den Tisch. Die Wahrheit ans Licht. Das Dorf kann nur zur Ruhe kommen, wenn klar wird, was passiert ist. Dann kann man wieder zum Erfolg zurückkommen.»
Die «besorgten Bürger» verlangen: stille Reserven sollen jetzt beziffert und den Valsern zurückerstattet werden. Ansonsten werde Strafanzeige eingereicht.

1.5   Eskalation in Vals – jetzt redet Investor Stoffel

Der umstrittene Investor Remo Stoffel kontert die neuen Vorwürfe an seinem Engagement in Vals. Zum ersten Mal nimmt er in einem längeren TV-Interview ausführlich Stellung zu seinem Luxus-Projekt. Er habe die Therme Vals nicht unter dem Marktwert gekauft, wie seine Kritiker ihm jetzt vorwerfen, sagt er in der «Rundschau». Von einer Rückerstattung distanziert sich Stoffel klar: «Mindestens zehn Jahre, bevor ich aufgetaucht bin, hat man breit nach Investoren gesucht und niemanden gefunden.»

1.6   Wie reich ist Stoffel tatsächlich?

Stoffel möchte in Vals mehrere Hundert Millionen Franken investieren. Nachdem kürzlich in den Medien zu lesen war, dass er nach eigenen Angaben über ein Milliardenvermögen verfüge, wollte er diese Zahlen heute nicht mehr bestätigen. Auf wiederholtes Fragen der «Rundschau» sagt Stoffel: «Wir sind hier nicht in einem Buchhaltungsseminar.»
Stoffel setzt mit seinem Projekt auf Luxustourismus, ganz zum Missfallen vieler Valser. Dass er deshalb in der Gemeinde gar als «Spaltpilz» bezeichnet wird, schmerzt ihn. «Vielleicht bin ich zu erfolgreich. Es gibt immer Kritiker, die versuchen mit unlauteren Methoden, jemanden zu diskreditieren. Ich halte an meiner Idee, an meiner Mission fest.» Wenn die Schweiz am jetzigen Lohnsystem festhalten wolle , sehe er keine andere Möglichkeit, als zum bestehenden Angebot auch eine teurere Variante anzubieten.

Quelle: SRF.ch



9. März 2016 von Patrick J. Schnieper | Kommentar hinzufügen

Nun ist es vier Jahre her, seit die Stimmbürger der Gemeinde Vals über «ihre Therme» abgestimmt haben. Es wurde über eine Vorlage abgestimmt, ohne genau zu wissen, welchen Wert das ganze Geschäft hat. Zum Verkauf stand die weltberühmte Therme von Peter Zumthor, inklusive Hotel, Wasser und Grundstücke – die Hotel- und Thermalbad Vals AG. Leider wurde nie offiziell eine externe Geschäftsprüfung durchgeführt, um den möglichen Marktwert des Hotel Therme zu bestimmen. Auch wurde kein offenes und transparentes Bieterverfahren durchgeführt. Unter solchen Umständen ist die Rolle der Entscheidungsträger höchst fragwürdig, es hätte so nie eine Abstimmung geben dürfen.
Die Therme wurde 1996 eröffnet und entwickelte sich sofort zu einem Ort mit Weltruf. Ab 1999 wurde der Hotelbetrieb den Bedürfnissen von kulturinteressierten Gästen nach und nach angepasst. Das Unternehmen florierte, investierte laufend und zahlte Schulden zurück. Trotz dieser Erfolge versuchte die Gemeinde als Eigentümerin der Hotel Therme, ab 2006 einen Co-Investor zu finden; einerseits suchte man zusätzliches Kapital für einen Hotelneubau, andererseits sollte dieser über Know-how in der Betriebsführung verfügen. Die Gemeinde sollte als Hauptaktionär Miteigentümerin bleiben. Beauftragt mit dieser Suche war der damalige Verwaltungsratspräsident Pius Truffer. Seine Bemühungen blieben ohne Erfolg. Im Januar 2010 wurde Truffer von der Gemeindekommission, die für das gemeindeeigene Unternehmen zuständig war, nicht wiederbestätigt. Er verliess im Groll das Unternehmen. Dem Ganzen war auch ein Disput mit Zumthors vorausgegangen. Die Begründungen für die Absetzung waren indes sachlicher Natur: Ein jahrelanges, nicht den Reglementen entsprechendes Doppelmandat als Co-Direktor und Verwaltungsratspräsident, Kompetenzüberschreitungen und Missmanagement. Ein neuer Verwaltungsrat wurde eingesetzt und sollte die Geschicke des Unternehmens im Sinne der Gemeinde Vals führen.
Im Sommer 2010 kontaktierte das kantonale Amt für Wirtschaft die damalige Gemeindepräsidentin und teilte ihr mit, dass man einen Investor zur Hand hätte. Der Name sollte vorerst geheim gehalten werden. Auf Insistieren der Präsidentin – ohne Namensnennung sei keine Verhandlung denkbar – wurde der Name genannt: Remo Stoffel. Die Gemeindepräsidentin sagte dem Amtsleiter und dem bereits vorinformierten neuen Verwaltungsratspräsidenten Stephan Schmid ab. Die Begründung war, dass wenn der Name Remo Stoffel bekannt würde, die Gemeinde gespalten werden könnte. Dies, aufgrund des Rufes von Remo Stoffel in der Gemeinde und darüber hinaus.
Im Herbst 2011 wurde ein neuer Anlauf genommen. Die Regierung des Kantons Graubünden unter Martin Schmid, seine Amtstellenleiter und der Verwaltungsrat teilten dem überrumpelten Gemeinderat mit, man habe ein super Angebot für das Hotel Therme: 1 Million Franken in bar und die Zusage zu einem Hotelneubau für 50 Millionen. Der Investor: Remo Stoffel. Anlässlich einer Präsentation vom Verwaltungsrat im September 2011 wurde den Einwohnern dieses komplexe Geschäft als einmaliges und sehr gutes Angebot für Vals verkauft. Bereits Anfang Oktober sollte im Beisein von Regierungsrat Martin Schmid darüber abgestimmt werden. Das Angebot war nicht durchschaubar und es war schnell klar, dass es sich um ein «unfriendly take-over» handelte. Die unter Druck gesetzte Gemeindepräsidentin konnte den fahrenden Zug jedoch nicht stoppen. In Windeseile suchte sie weitere Mitbieter, in der Hoffnung, so Stoffel hindern zu können. Auch wurde schnell klar, dass der Verwaltungsrat und weitere Amtsträger die Seite gewechselt hatten.

Die Sieben auch die Glückszahl von Stoffel? Mit 7 Prozent Stimmenunterschied, hat er die Gemeindeabstimmung über den Verkauf der Hotel Therme für sich entschieden. Die drei Hauptprotagonisten haben alle 7 Buchstaben in ihrem Namen. Und der symbolische Verkaufspreis der Hotel Therme berträgt 7’777’777 Millionen Schweizer Franken…
Somit gab es in der Folge zwei, die sich um das Hotel Therme stritten: Die eine Offerte kam von der «Stoffelpart»-Gruppe, mit Remo Stoffel als Kopf und ab Januar 2012 mit dem plötzlich wieder auf der Bildfläche auftauchenden Pius Truffer als Wahlkampfhelfer. Stoffel ist ein im Immobilienbereich tätiger Unternehmer, Geldgeber und gebürtiger Valser. Truffer ist Mitbesitzer des Steinbruches und zweitgrösster Arbeitgeber in Vals und hat somit viel Einfluss auf das Dorf. Und er hatte jahrelang eine wichtige Rolle im Hotel Therme gespielt. Der zweite Bieter war eine Gruppe um Peter Zumthor mit dem Namen «IG Therme Vals». Alle vier Mitstreiter wie auch Zumthor sind keine Valser…
Die Valser entschieden sich am 9. März 2012 – nach einem intensiv, zum Teil diffamierenden Wahlkampf und vielen Versprechungen – mit 7 Prozent mehr Stimmen für die Offerte von Stoffel. «Stoffelpart» versprach den Valsern ein Mehrzweckzentrum im Boda. Speziell die jungen Valser fühlten sich so angesprochen. Wo es Gewinner gibt, gibt es auch immer Verlierer: Die 43 Prozent der Valser, die sich für die Offerte der «IG Therme Vals» entschieden haben. Sie müssen nun zuschauen, wie aus einem gut laufenden Betrieb ein lächerliches Marketing-Architektur-Projekt gemacht wird. Die zwei Verantwortlichen Stoffel und Truffer, die sich als Visionäre der alpinen Tourismus-Industrie geben, haben leider keine Ahnung – genau wie viele Valser übrigens auch – warum die Therme so erfolgreich war.
Die Architektur von Peter Zumthor ist nur der eine Teil, warum das Hotel und Bad zu einem Erfolg wurden. Der andere Teil ist der Inhalt – die Software – wie Peter Zumthor sein Konzept des Autorenhotels umschreibt. Was passiert in den Räumen, welcher Inhalt wird geboten. Und genau dieser Teil verstand seine Frau Annalisa Zumthor als Hoteldirektorin und Gastgeberin von 1999 bis 2009  vorbildlich zu kultivieren. Sie bespielte das Haus mit lebendiger Kultur wie Lesungen und Konzerten.
Peter Zumthor erhielt 1999 den Nobelpreis für Architektur – den Pritzker-Preis – von welchem das Hotel Therme profitierte und womit ein Hauch von Noblesse nach Vals kam. Es verkehrten Persönlichkeiten aus Kultur und Prominenz im Hotel Therme. Die Popularität von Peter Zumthor und die umsichtige Führung des Hotels durch Annalisa Zumthor war eine einmalige Mischung, die weder planbar noch einfach wiederholbar ist.
Die Idee von Peter Zumhor und seinen Mitstreitern der «IG Therme Vals» war es, den Betrieb mit einem Hotelneubau zu ergänzen und so behutsam in die Zukunft zu führen. Vals hatte sich bis dato einen Namen geschaffen, als kleine aber feine Kultur-Destination in den Schweizer Alpen.
Dieser Name scheint nun verspielt, die Kulturtouristen wendeten sich von Vals ab. Vals verzeichnete in den Erfolgsjahren 2001 bis 2010 einen Durchschnitt von 135’000 Logiernächten pro Jahr. Seit 2011 bis heute ging die durchschnittliche Besucherzahl um mehr als 30 Prozent zurück. Mit den beiden grössenwahnsinnigen Projekten, mit denen sich Stoffel und Truffer mit dem etwas fragwürdigen Namen «7132» (Postleitzahl von Vals) einen Namen schaffen wollen, kann sich der Gast, der sich von der Idee von Annalisa & Peter Zumthor abgeholt fühlte, nicht mehr identifizieren. Die beiden dümmlichen Projekte, ein 381 Meter hoher Wolkenkratzer vom amerikanischen Architekt Thom Mayne und der Park «im Boda» mit einer Grösse von 40’000 Quadratmeter vom japanischen Architekten Tadao Ando, sind eine falsch verstandene Art, einen Ort mit grossen Namen aus der Architekturszene zu entwickeln. Von einem Park wie auch einem Wolkenkratzer war vor der Abstimmung seitens Stoffel & Truffer noch keine Rede… Die Valser haben die Katze im Sack gekauft!
Ein «falscher» Volksentscheid kann aus einer kleinen Kultur-Perle ein durchschnittliches Bündner Bergdorf machen – mit all seinen wirtschaftlichen Folgen für alle Valser…

Tipp:
SRF Rundschau vom 9. März 2016: Eskalation um Valser Luxusresort | Theke: Remo Stoffel




Zum Zeitpunkt der Übernahme der Therme Vals durch Remo Stoffel gab es stille Reserven von mehreren Millionen Franken. Ohne dass die Valser Stimmberechtigten als Besitzer des Objekts davon gewusst hätten. Das berichtete die «Rundschau» von SRF gestern. Die Gegner Stoffels fordern die Rückerstattung des Geldes.
Mit schwerem Geschütz ist gestern Abend die Sendung «Rundschau» des Schweizer Fern-
sehens gegen Investor Remo Stoffel und den ehemaligen Verwaltungsrat der Valser Therme aufgefahren. So sollen zum Zeitpunkt der Übernahme der Therme durch Stoffel stille Reserven in Millionenhöhe vorhanden gewesen sein. Stille Reserven sind Rückstellungen, die in der Bilanz nicht ersichtlich sind.
Dass und wie viele stille Reserven vorhanden waren, hatte der von Stephan Schmid präsidierte Therme-Verwaltungsrat gegenüber der früheren alleinigen Besitzerin der Therme, der Gemeinde, verschwiegen, wie Margrit Walker-Tönz, die damalige Valser Gemeindepräsidentin, im «Rundschau»-Bericht sagt. Die Unkenntnis über den tatsächlichen Wert des Objekts wirkte sich entsprechend negativ auf die 
Bewertung des Unternehmens beziehungsweise den Verkaufspreis insgesamt aus.
Stephan Schmid wies die Vorwürfe gegenüber der «Rundschau» zurück. Der Verkaufsentscheid sei auf der Grundlage eines öffentlichen, umfassenden und offenen Innovationsprozesses gefällt worden, so Schmid.

Neues Gutachten liegt vor
Der Fernsehbericht basiert auf einem gestern erstmals publizierten Gutachten einer international renommierten Treuhandgesellschaft, das von den Stoffel-Gegnern in Auftrag gegeben wurde. Darin heisst es unter anderem:  «Aufgrund diverser Indizien kann 
davon ausgegangen werden, dass 
zum Kaufzeitpunkt in verschiedenen 
Bilanzpositionen (Anlagevermögen, Vorräte, Verbindlichkeiten aus ausgegebenen Gutscheinen, Rückstellungen) stille Reserven vorhanden waren.» Zur Höhe der stillen Reserven nennt das Gutachten keine Zahl. Der von der «Rundschau» kontaktierte Ökonom, Professor Hato Schmeiser von der Universität St. Gallen,  spricht im Bericht aber von einem Betrag von mehreren Millionen Franken.
Und wo steckt das angeblich verborgene Eigenkapital? Das Gutach-ten nennt Indizien und Beispiele. 
Eines davon: In der Jahresrechnung 2011/2012 wird der Buchwert der Hoteltherme mit 17,8 Millionen Franken angegeben. Der Versicherungswert der Hotelimmobilien, des Bades und des Mobiliars ist jedoch etwa  viermal höher – insgesamt 73 Millionen Franken.
Deutlich wird die Gutachterin auch in einem weiteren Punkt: «Beim Verkaufsprozess der Hoteba AG kann wohl eher nicht von einem offenen und fairen Bieterverfahren gesprochen werden, bei welchem ein unabhängiges und faires Kaufpreisangebot zustande kam.»

Aktien faktisch gratis abgegeben
Wie aus dem «Rundschau»-Bericht deutlich wird, konnte die Gemeinde nie eine genaue Vorstellung davon haben, wie viel das Unternehmen Therme damals wert war, trotz Aufforderung zur Einsichtnahme der massgeblichen Unternehmenszahlen. Entsprechend heisst es im Gutachten auch: «Berücksichtigt man (...) diese von der Gemeinde unentgeltlich zu erbringenden Leistungen respektive Gratisleistungen, hat die Gemeinde die Aktien der Hoteba AG faktisch nicht nur gratis abgegeben, sondern hat darüber hinaus auch auf weitere zukünftige Einnahmen verzichtet.»
Für die Gruppe «Besorgte Bürgerinnen und Bürger von Vals» halten Peter Schmid und Adrian Vieli in einer noch gestern Abend versandten Mitteilung fest, der frühere Therme-Verwaltungsrat habe den Gemeindeverantwortlichen und Stimmberechtigten damals jegliche Auskunft über den tatsächlichen Wert der Therme verweigert – sogar dann noch, als die Gemeindepräsidentin dies schriftlich verlangt habe. Der von der «Rundschau» dargestellte Sachverhalt 
sei «deshalb absolut untragbar, weil es sich bei der feindlichen Übernahme der Therme um ein öffentlich-rechtliches Unternehmen handelte, das zu 100 Prozent der Gemeinde gehörte».
Die stillen Reserven genau zu beziffern sei jetzt Aufgabe von Politik und Justiz. Man erwarte, dass die verantwortlichen Stellen Graubündens unverzüglich handelten: «Sie haben zu veranlassen, dass das Vermögen, das allen Valserinnen und Valsern gehört, gesichert und zurückerstattet wird. Der Tatbestand ist ein Offizialdelikt, die kantonalen Institutionen haben zwingend einzuschreiten.» Wenn das nicht erfolge, äufne man schweizweit  einen Solidaritätsfonds und reiche über diesen Klage ein.

Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden 09.03.2016 - 22:00 Uhr




Gemäss der am Mittwoch veröffentlichten Botschaft für die Gemeindeversammlung von Vals vom 18. März verzichtet Investor Remo Stoffel auf die Nutzungsrechte der geplanten Mehrzweckhalle. Im Gegenzug soll er statt der versprochenen sechs Millionen Franken nur noch 4,5 Millionen an die Halle beisteuern müssen.
Nun ist es offiziell: Die im Besitz von Investor Remo Stoffel stehende 7132 AG, Betreiberin des Hotels und der Therme Vals, soll  nur noch 4,561 Millionen Franken an an die in Vals geplante Mehrzweckhalle beisteuern. 

1,5 Millionen Franken weniger
Ursprünglich war ein finanzielles Engagement Stoffels von sechs Millionen Franken vereinbart gewesen. Das geht aus der gestern veröffentlichten Botschaft des Gemeinderates zuhanden der Gemeindeversammlung vom 18. März hervor. (dea)
Was die Gemeinde Vals und Stoffel weiter vereinbaren wollen, lesen Sie in der «Südostschweiz» vom Donnerstag.

Quelle: südostschweiz.ch
Datum: 02.03.2016 - 17:00 Uhr




Seit Immobilienunternehmer Remo Stoffel bekanntgegeben hat, dass er in Vals für mehrere hundert Millionen Franken einen Hotelturm samt Park bauen will, fragt man sich, ob er das nötige Kapital denn auch aufbringen kann. Sollte er, denn sein Vermögen beläuft sich auf 1,7 Milliarden Franken, wie der Valser sagt.
Remo Stoffels hochfliegende Pläne für das beschauliche Dörfchen Vals im Bündnerland polarisieren. Einerseits wegen seiner Person – er soll windig geschäften und es mit den Steuern nicht so genau nehmen –, andererseits aber auch wegen seines Projekts. Bekanntlich plant er für 360 Millionen Franken einen rund 380 Meter hohen Hotelturm namens „Femme de Vals“ aus der Feder des amerikanischen Top-Architekten Thom Mayne sowie einen von Stararchitekt Tadao Ando entworfenen Park. Wie er in einem Gespräch mit der „Nordwestschweiz“ sagte, habe er bereits 60 Millionen Franken in das bestehende Hotel investiert. Weitere 40 sollen dieses und nächstes Jahr folgen.
Aber kann er den Turm dereinst auch tatsächlich bezahlen – vorausgesetzt, die Valser stimmen dem Projekt in rund einem Jahr überhaupt zu? Offenbar schon, denn sein Vermögen beläuft sich laut eigenen Angaben auf 1,7 Milliarden Franken. Sein Geld stecke in einem Unternehmen namens Priora. „Es gehört mir. Es gibt keine weiteren Investoren. Die Priora steht auf drei Säulen“, so der ehemalige Bankstift gegenüber der Zeitung.
Im Dienstleistungsbereich baut die Firma als Generalunternehmerin Wohn- und Geschäftsimmobilien und unterhält Immobilien für Dritte. Der Umsatz betrug 2014 rund 600 Millionen Franken, wie aus dem aktuellsten Geschäftsbericht zu entnehmen ist. „Die Priora-Töchter im Dienstleistungsbereich sind schuldenfrei.“
Den Immobilienbereich führt Remo Stoffel selbst. Ende 2014 hielt er 22 Wohn- und 33 Geschäftsliegenschaften, darunter den ehemaligen Swissair-Hauptsitz am Flughafen Zürich. Wie der Unternehmer im Gespräch verlauten lässt, wird der Sitz derzeit um drei Stockwerke erhöht. Der Marktwert von Stoffels Liegenschaften belief sich laut Geschäftsbericht 2014 auf 800 Millionen Franken. Es gebe keine Belehnung der Immobilien. Man sei solide und konservativ finanziert, so Stoffel. Mieteinnahmen von 52 Millionen Franken sind eingenommen worden, der Gewinn 2014 wird auf 60 Millionen Franken geschätzt.
Die Priora verfügt auch über ein Wertschriftenportfolio. Hier wird ein Teil der Mieteinnahmen investiert. Laut Stoffel haben seine Aktien einen Wert von 750 Millionen Franken.
Der Unternehmer schätzt den Wert seiner Firma so ein: „Für eine Milliarden Franken würde ich dieses Unternehmen nicht hergeben. Es ist ein gesund genährtes Säuli.“ (pd/mt)

Hier finden Sie den kompletten Artikel
Quelle:  www.baublatt.ch
Datum: 16.02.2016




von Roman Seiler — Nordwestschweiz, Zuletzt aktualisiert am 15.2.2016 um 09:11 Uhr

Sein Vermögen belaufe sich auf mehr als 1,7 Milliarden, sagt der einstige Bankstift Remo Stoffel, dessen Turmbau-Pläne in Vals die Geister scheiden. So setzt es sich zusammen.
Der Valser Remo Stoffel (39) hat hochfliegende Pläne: Seit der gelernte Bankkaufmann bekannt gegeben hat, die vom Star-Architekten Peter Zumthor erbaute Therme samt Hotel zu übernehmen, bleibt im engen Tal kein Stein auf dem anderen. Ins bestehende Hotel habe er bereits 60 Millionen investiert, sagt Stoffel; weitere 40 sollen in diesem und im kommenden Jahr folgen. Stimmen die Valser dem Projekt in rund einem Jahr zu, will Stoffel für 360 Millionen Franken einen Park und den 381 Meter hohen Turm «Femme de Vals» mit 100 Hotelsuiten für eine betuchte, internationale Klientel bauen.

Nun fragen sich nicht nur Valser, ob Stoffel das dafür nötige Kapital aufbringen kann. Im Gespräch mit der «Nordwestschweiz» beziffert der einstige Bankstift sein Vermögen auf mehr als 1,7 Milliarden Franken. Sein Geld stecke in seinem Unternehmen namens Priora, sagt er: «Sie gehört mir. Es gibt keine weiteren Investoren. Die Priora steht auf drei Säulen.» Das sind sie:

Dienstleistungsbereich
Die Priora baut als Generalunternehmerin Wohn- und Geschäftsimmobilien und ist im «Facility Management» tätig, verwaltet und unterhält also in der Schweiz sowie in Dubai für Dritte Immobilien. Gemäss dem aktuellsten Geschäftsbericht aus dem Jahr 2014 betrug der Umsatz rund 600 Millionen Franken. Stoffel sagt: «Die Priora-Töchter im Dienstleistungsbereich sind schuldenfrei.»

Immobilien
Ende 2014 hielt der von Remo Stoffel selbst geführte Bereich 22 Wohn- und 33 Geschäftsliegenschaften, darunter den ehemaligen Swissair-Hauptsitz am Zürcher Flughafen. Er wird laut Stoffel zurzeit um drei Stockwerke erhöht. Gemäss Geschäftsbericht 2014 belief sich der Marktwert der Wohn- und Geschäftsliegenschaften auf 800 Millionen Franken. Stoffel sagt: «Es gibt keine Belehnung der Immobilien. Wir sind solide und konservativ finanziert.» Generiert wurden 2014 Mieteinnahmen von 52 Millionen Franken. Im Immobilien- und Dienstleistungsbereich dürfte 2014 ein Gewinn von 60 Millionen Franken erwirtschaftet worden sein, schätzt die «Nordwestschweiz».
So schätzt Stoffel den Wert der Priora ein: «Für eine Milliarde Franken würde ich dieses Unternehmen nicht hergeben. Es ist ein gesund genährtes Säuli.» Das erklärt er auch im direkten Interview.

Wertschriftenportfolio
Einen Teil der Mieteinnahmen investiere das Unternehmen in Aktien, sagt Stoffel. Sie hätten einen Wert von 750 Millionen: «Das Wertschriftenportfolio haben wir seit 10 Jahren. Immobilieninvestoren haben nämlich ein Problem. Geraten sie in eine Krise, sind sie illiquid, weil ihr Geld in ihren Häusern steckt.» Der Wert des Aktien-Portfolios dürfte seit Anfang Jahr um über 10 Prozent geschrumpft sein. Remo Stoffel lässt dies kalt: «Wer über Jahre hinweg in Aktien investiert, muss Wertschwankungen akzeptieren.»
Übersteigt eine Beteiligung drei Prozent einer Firma, muss der Investor dies offenlegen. Daher sind die folgenden Aktienkäufe von Stoffel bekannt:
Galenica AG, Bern: Seit dem 11. September 2014 hält die Priora 3,08 Prozent des Unternehmens, das in der Schweiz im Pharmagrosshandel tätig ist, eine Apothekenkette hält und Medikamente herstellt. Stoffel dürfte die Beteiligung, die er mit Optionen und Aktien aufgebaut hat, 180 Millionen Franken gekostet haben, schätzt die «Nordwestschweiz». Beim aktuellen Kurs von 1285 Franken beläuft sich der Buchwert der Beteiligung auf 257 Millionen, der Buchgewinn auf rund 80 Millionen Franken. Dazu sagt Stoffel: «Diese Schätzung ist zu konservativ. Ich habe bereits 2010 begonnen, Aktien der Galenica zu kaufen.» Er glaube an das Management: «Diese Pharmafirma ist bestens aufgestellt, hat kaum Schulden und wächst seit 20 Jahren ununterbrochen.»
Myriad Group AG, Zürich: Am 7. August 2015 kam aus, dass Stoffel eine Beteiligung von 5,04 Prozent aufbaute. Damals lag der Kurs bei Fr. 4.95, am letzten Freitag bei Fr. 2.70. Der Buchwert beträgt 13,2 Millionen, der Buchverlust rund 14 Millionen Franken, schätzt die «Nordwestschweiz». Dazu sagt Stoffel: «Engagements in Firmen, die neue Technologien entwickeln, sind mit grossen Risiken behaftet. Das kann aufgehen. Oder halt nicht. Ich glaube an die Zukunft der mobilen Kommunikation. Für diesen Markt produziert Myriad Software. Ich zähle darauf, dass die Firma den Durchbruch schaffen wird.»
Software AG, Darmstadt: Am 8. Mai 2015 hielt Stoffel 3,66 Prozent des Unternehmens. Der Buchwert beläuft sich auf 86,2 Millionen, den Buchgewinn schätzt die «Nordwestschweiz», auf mehr als acht Millionen Euro. Stoffel sagt: «Die Software AG hat ein kompetentes Management, ist strategisch gut aufgestellt und hat eine attraktive Bewertung. Auch in diesem Fall baute ich eine Beteiligung auf, als der Kurs schwächelte. Die Schätzung ist zu tief.»


Datum: 15.2.2016 um 09:11 Uhr



Zum zehnten Mal hat eine internationale Jury der Zeitschrift «Geo Saison» die 100 schönsten Hotels Europas zusammengestellt. Das «7132 Hotel» in Vals räumte in der Kategorie «Wellness» ab.

Das «7132 Hotel» in Vals gehört zu den Besten der Besten. Zumindest, wenn es nach dem neusten «Geo Saison»-Ranking geht. Dort schaffte es das Hotel des Bündner Immobilienunternehmers Remo Stoffel in die Top 10 im Bereich «Wellness».
Subjekt, aber bewährt
Welches ist Ihr Lieblingshotel? Welches würden Sie Freunden empfehlen? So lauteten die Kriterien der 33 Juroren aus der Tourismus- und Medienbranche. Eine ziemlich subjektive Sache, aber dennoch bewährt.
Das Ranking gibt es nun bereits zum zehnten Mal. Dabei können die Hotels in zehn unterschiedlichen Kategorien abräumen. Das Online-Portal «stern.de» hat einige aus dieser Liste am Montag vorgestellt – darunter auch das Valser «7132 Hotel».

Sieger aus Deutschland
Zum Sieg hat es dem Hotel von Remo Stoffel jedoch nicht gereicht. Die Nummer 1 im Bereich «Wellness» ist der «Lanserhof» im deutschen Waakirchen. (koa)


Quelle: Südostschweiz.ch          Datum: 15.02.2016 - 18:14 Uhr



Investor Remo Stoffel

von Roman Seiler — Nordwestschweiz
Zuletzt aktualisiert am 15.2.2016 um 15:31 Uhr

Er ist genauso umstritten wie seine Ideen - etwa der fast 400 Meter hohe Turm im beschaulichen Vals. Im Interview erklärt er, wie reich er ist.
Herr Stoffel, Sie haben sehr hohe Beteiligungen in bis zu dreistelliger Millionenhöhe an Unternehmen aufgebaut. Warum lassen Sie sich auf derartige Klumpen-
risiken ein?
Remo Stoffel: Warum soll ich Klumpenrisiken eingegangen sein? Meinem Unternehmen, der Priora, geht es nicht besser, wenn ich mir mit dem Geld einfach Dividenden ausschütte. Ich investiere in Aktien, um ein gutes Gegengewicht zu meinem Engagement in Immobilien zu haben.
Normalerweise investieren Anleger etwa 40 Prozent Ihres Gelds in Aktien und den Rest weitgehend in risikolosere Obligationen. Warum legen Sie den gesamten, freien Cash Ihrer Holding in Aktien an?

Immobilien erachte ich als Obligationen. Daher sind Kapitalmarkt-Investitionen ein Ausgleich zum Risiko, das ich auf dem Immobilienmarkt eingehe. Das gesamte Wertschriftenportfolio beläuft sich auf rund 750 Millionen Franken. Aufgeteilt ist es in Titel von 10 bis 15 verschiedenen Firmen.
Ist das alles Ihr Geld, das Sie in der Holding thesauriert haben, oder haben Sie auch Kredite aufgenommen, um in Aktien zu investieren?
Das sind meine Reserven.
Ende 2015 war absehbar, dass der Aktien-Hype sein Ende finden dürfte. Warum stiegen Sie nicht aus, zumindest bei Galenica, deren Kurs enorm hoch war?
Was hätte ich mit dem Geld machen sollen? Ich will ja nicht alles Geld aus der Firma nehmen, auf einer Jacht liegen und Partys feiern. Ich gehe auch nicht ins Casino und setze alles auf drei Zahlen. Ich beteilige mich langfristig an gut positionierten Firmen, wie ich das seit 20 Jahren mit meinen Immobilien mache. Da war der Trend mein Freund. Geduld bringt Rosen.
März 2015: Investor Stoffel zur Kritik am Valser Hochhaus-Hotel
Seit Bekanntgabe hat das geplante Hochhaus-Hotel in Vals für grosse Diskussionen gesorgt. Heute wurde das Projekt den Medien vorgestellt. Investor Remo Stoffel nimmt Stellung zu den Kritikpunkten
Es heisst, Sie hätten Steuerschulden in der Höhe von 150 Millionen Franken. Sind sie bezahlt?
Diese Behauptungen sind heisse Luft.
Sie haben also keine unbezahlten Steuer-Nachforderungen?
Genau.
Hotels in den Bergen rentieren meist nicht. Warum investieren Sie in diese Branche?
Früher bauten wir Ferienwohnungen in Kurorten. Das Geschäftsmodell funktioniert nach der Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative nicht mehr. Wer heute in den Bergen kommerzielle Angebote schaffen will, muss also in Hotels investieren. Bei unseren Salären und den vorgeschriebenen Mindestlöhnen müssen wir teurer sein, um die Kosten finanzieren zu können. Deshalb schaffen wir in Vals ein Hotelangebot, das diese Kosten wieder einspielt.

Quelle: www.aargauerzeitung.ch
Datum: 15.2.2016 um 15:31 Uhr




Der Gemeinderat von Vals äussert sich in einer Stellungnahme kritisch zum Projekt Parc Adula. Die Rahmenbedingungen in der Umgebungszone dürften die wirtschaftliche Entwicklung nicht gefährden.

In einer Mitteilung zum Auflageprojekt zweifelt der Valser Gemeinderat an den Rahmenbedingungen für den Parc Adula. Das Gremium befürchtet, dass diese die touristische Entwicklung im Dorf behindern könnten.
Vals liegt zum überwiegenden Teil in der so genannten Umgebungszone des Parkperimeters. Im Managementplan des Parc Adula werden vorhandene und geplante Bauten wie beispielsweise Wasserkraftwerke, Skilifte, Steinbrüche oder Hochspannungsleitungen als schwerwiegende Beeinträchtigungen umschrieben. Und die für das Parkgebiet verbindliche Pärkeverordnung legt gemäss dem Schreiben nahe, solche Beeinträchtigungen seien bei sich bietender Gelegenheit zu verhindern oder zu beheben.

Die Valser Exekutive befürchtet darob weitreichende Folgen für die volkswirtschaftliche Entwicklung, indem beispielweise touristische Projekte behindert oder verunmöglicht werden könnten. So könnte konkret auch die Neukonzessionierung der Kraftwerke Zervreila infrage gestellt werden.
Der Gemeinderat unterstützt den geplanten sanften Tourismus. Er äussert sich aber klar gegen die Rahmenbedingungen des Parks und die seiner Ansicht nach damit verbundene drohende Verhinderung gewünschter Projekte.
Der Parc Adula ist das Projekt eines schweizerischen Nationalparks auf 1230 Quadratkilometern in 17 Gemeinden zwischen dem Rheinwaldhorn und dem Tessin. Das Ziel des Parc Adula ist der Erhalt und die Aufwertung des Naturerbes insbesondere der Hochebene Greina, der Rheinquelle und des Naturschutzgebiets Trescolmen zwischen dem Misox und dem Calancatal. (phw)

Quelle: Südostschweiz.ch   05.02.2016 - 16:04 Uhr


Nationalpark   05.02.2016


Der Gemeinderat von Vals (GR) will mehr Freiheiten für die wirtschaftliche Entwicklung in der Umgebungszone des geplanten zweiten Nationalparks Parc Adula. Die Gemeindeexekutive hat «erhebliche Bedenken», die Rahmenbedingungen des Parks könnten die touristische Entwicklung und damit auch das Tourismusprojekt von Remo Stoffel behindern.

Vals ist eine der 17 potenziellen Standortgemeinden des geplanten, 1230 Quadratkilometer grossen Nationalparks mit einer 145 Quadratkilometer grossen, streng geschützten Kernzone. Vals liegt zum überwiegenden Teil in der sogenannten Umgebungszone, die ökologisch und ökonomisch nachhaltig entwickelt werden soll.
Für den Gemeinderat ist unklar, welche Regeln es in der Umgebungszone tatsächlich geben wird, wie er am Freitag mitteilte. Einerseits sagten die Parkpromotoren, in dieser Zone werde es keine Einschränkungen der volkswirtschaftlichen Entwicklung geben.
Andererseits lege die Pärkeverordnung des Bundes nahe, dass «vorhandene und geplante schwerwiegende Beeinträchtigungen» bei Gelegenheit beseitigt oder verhindert würden. Im Fall von Vals handle es sich um Steinbrüche, Skilifte, Hochspannungsleitungen und die Wasserkraft.
Dies könne weitreichende Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung haben und touristische Projekte massiv behindern oder verunmöglichen, schreibt der Gemeinderat. Er will es nicht hinnehmen, dass durch den Parc Adula wichtige und von der Bevölkerung gewünschte Projekte allenfalls verhindert würden.
Gigantisches Tourismusprojekt geplant
In der Tat wird im 2000-Seelen-Bergdorf dieses Jahr über das gigantische, 300 Millionen Franken schwere Tourismusprojekt des einheimischen Investors Remo Stoffel abgestimmt. Stoffel will neben der bekannten Therme einen 381 Meter hohen Hotel-Turm bauen und eine mehrere Fussballfelder grosse, parkähnliche Piazza aus der Feder des japanischen Pritzkerpreisträgers Tadao Ando.
Der Gemeinderat erwartet von den Park-Verantwortlichen, dass die Rahmenbedingungen in der Umgebungszone im Sinne einer freien wirtschaftlichen Entwicklung geklärt und wo nötig verändert werden. Andernfalls hege er grosse Zweifel am Erfolg des Parkprojektes.
Die Stimmberechtigten der 17 Standortgemeinden werden dieses Jahr über die Gründung des Nationalparks abstimmen. Unklar ist, ob der Park nach langjährigen Vorarbeiten gegründet werden kann, wenn auch nur eine einzige Gemeinde «Nein» sagt. (sda/npa)

Quelle: HTR.ch

 

Die Bündner Regierung wird mit den besorgten Valser Bürgerinnen und Bürgern erst sprechen, wenn die im Fall Therme/Stoffel hängige Aufsichtsbeschwerde behandelt ist.

von Denise Alig

Am Wochenende war bekannt geworden, dass besorgte Bürgerinnen und Bürger von Vals Regierungspräsident Christian Rathgeb schriftlich um ein Gespräch gebeten haben (Ausgabe vom Montag). Dies mit dem Ziel, «der Regierung die Situation in Vals darzulegen, ihre Meinung zur Entwicklung in Vals zu hören und gemeinsam zu beraten, wie dem fortschreitenden Niedergang der einst rundum erfolgreichen Gemeinde begegnet werden könnte». Unterzeichnerinnen des Schreibens, das der «Südostschweiz» vorliegt, sind Initiantin Laura Berni Meyer und Rita Schmid, Präsidentin des Forum Vals.

Den Hintergrund der Anfrage bilden die Vorkommnisse um den Verkauf der Hotel- und Thermalbad Vals AG, heute 7132 AG, durch die Gemeinde an Investor und Turm-Planer Remo Stoffel im März 2012. Seit dem Verkauf, so heisst es im Brief, gehe es mit der Gemeinde nur noch bergab.
Gespräche mit Gemeinde stocken
Am anberaumten Gespräch soll nach dem Willen der Verfasserinnen des Briefs – neben Rathgeb und einer Delegation aus Vals – auch Gemeindepräsident Stefan Schmid teilnehmen, «da verschiedene Anstösse, mit unseren Gemeindebehörden in ein kon-struktives Gespräch zu kommen, leider gescheitert sind». Weiter wird im Schreiben auf die im Dezember von über 100 Einheimischen beim Gemeinderat eingereichte Initiative verwiesen. Sie fordert, von Stoffel respektive seiner Priora Projekt AG sei der noch ausstehende Anteil am vereinbarten Kaufpreis einzufordern.
Von Ende August datiert demgegenüber die Aufsichtsbeschwerde eines Valser Einwohners beim kantonalen Departement für Finanzen und Gemeinden. Mit der Beschwerde wurde der Kanton offiziell aufgefordert, die Umstände um den Therme-Verkauf zu klären. Die Aufsichtsbeschwerde war auch Thema am gestrigen Treffen der Regierung mit den Medien. Wie Regierungsrätin Barbara Janom Steiner dazu sagte, läuft das Verfahren noch. Dass das Verfahren nicht abgeschlossen ist, ist auch der Grund, weshalb Regierungsratspräsident Rathgeb die Gespräche mit den besorgten Valser Bürgerinnen und Bürgern noch nicht führen will. «Wir haben in der Regierung den Brief besprochen und werden entsprechend antworten», sagte er gestern auf Anfrage. «Bevor die hängige Aufsichtsbeschwerde nicht beurteilt und entschieden ist, können wir kein Gespräch führen.» Sodann werde das zuständige Departement soweit noch gewünscht und erforderlich allfällige Gespräche führen, so Rathgeb.

Peter Schmid, ehemaliger Präsident der Baukommission Therme Vals und Sprecher der besorgten Bürgerinnen und Bürger von Vals, sagte gestern, es sei nachvollziehbar, dass die Regierung mit den Gesprächen zuwarten wolle, bis die Aufsichtsbeschwerde gegen die Gemeinde behandelt sei. Er fügte aber an: «Es darf doch nicht sein, dass beim Kanton eine Steuerforderung aus einer Strafuntersuchung in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrags offen ist und die Gemeinde Vals gleichzeitig auf ihrer 6-Millionen-Forderung sitzen bleibt. Hier ist Verantwortung in der Gemeinde und beim Kanton gefragt!»
Zur Frage, ob die Regierung Stoffels Bonität prüfe, sagte Barbara Janom Steiner gestern: «Die Aufsichtsbeschwerde befasst sich nicht mit der Bonität von Remo Stoffel. Falls Sie wissen wollen, ob er kreditwürdig ist, dann müssen Sie Remo Stoffel selbst fragen.»
Stoffel widerspricht
Stoffel konterte Schmids Darstellung gestern umgehend. «Im Rahmen einer regulären Baubewilligung für grössere Bauten ist nachzuweisen, dass die Finanzierung des Bauwerks gegeben ist.» Die Behauptungen Peter Schmids entbehrten jeder Grundlage, sagte er. «Sie sind so falsch, dass sie nicht einmal dementiert werden können.» Es gelte seine Kritiker zu fragen, «ob sie konkret einen Unternehmer oder eine Behörde nennen können, welche von der Priora als Auftraggeber nicht bezahlt wurde», hielt Stoffel fest. Schmid versuche systematisch, die Öffentlichkeit an der Nase herumzuführen.

MITTWOCH, 3. FEBRUAR 2016



Seit Herbst ist beim Kanton Graubünden eine Aufsichtsbeschwerde gegen den Gemeinderat von Vals hängig. Eine Gruppe Valser will, dass der Kanton die Umstände des Therme-Verkaufs an Investor Remo Stoffel prüft. Ein Entscheid ist in Sicht.

Der Verkauf der Therme Vals ist ein lang- und vieldiskutiertes Thema. Anfang Oktober schaltete sich dazu eine Gruppe Valser ein. Sie gelangten mit einer Beschwerde an die Bündner Regierung. Diese soll die Umstände des Verkaufs an den jetzigen Therme-Inhaber Remo Stoffel klären.
Die Beschwerde richtet sich unter anderem gegen den Umstand, dass Stoffel im Gegensatz zu Valserwasser-Hersteller «Coca Cola» keine Wasserzinsen zahlen muss. Weiter möchte die Gruppe wissen, weshalb die Gemeinde stille Reserven angeblich nicht in den Handel einbezogen hat.
Die zuständige Regierungsrätin, Barbara Janom Steiner, bestätigte damals den Eingang der Beschwerde. Wegen des laufenden Verfahrens konnte sie sich nicht weiter dazu äussern.

Regierung hält sich bedeckt
Am Medientreffen vom Dienstagmittag war der Stand der Beschwerde das Thema. Einblicke gaben Janom Steiner und ihre Regierungskollegen nicht – sie stellten allerdings einen baldigen Abschluss des Verfahrens und damit einen Entscheid über das weitere Vorgehen in Aussicht.

Stoffels Bonität
Kann Remo Stoffel seine geplanten Projekte überhaupt bezahlen? Die Zeitung «NZZ am Sonntag» schrieb in ihrer aktuellsten Ausgabe, dass der Gemeinderat von Vals derzeit die Bonität des Investors überprüft. Ein Resultat ist noch hängig.
Angesprochen auf dieses Verfahren erklärte Regierungsrätin Janom Steiner: «Die Aufsichtsbeschwerde befasst sich nicht mit der Bonität von Remo Stoffel. Falls Sie wissen wollen, ob er Kreditwürdig ist, dann müssen Sie ihn selbst fragen.» (koa)

QUELLE: SUEDOSTSCHWEIZ.CH 02.02.2016 - 14:41 UHR



Besorgte Anwohner wandten sich laut einem Bericht der NZZ am Sonntag an den Regierungsrat. Zudem soll Stoffels Bonität  im Zusammenhang mit seinen Projekten in Vals überprüft werden.

Ein 380 Meter hoher Hotelturm aus der Feder des US-Architekten Thom Mayne samt einem Landschaftspark nach Entwürfen des Japaners  Tadao Ando - Remo Stoffels Pläne für Vals sind ambitioniert. Und sie sorgen in der Gemeinde schon länger für Diskussionen. Wie aus einem Bericht der NZZ am Sonntag hervorgeht, setzten sich diese Ende letzter Woche fort.
So wandten sich „besorgte Bürger“ in einem Brief an den Bündner Regierungspräsidenten Christian Rathgeb. Im Schreiben bitten sie ihn um ein Gespräch. Unter anderem um laut der Zeitung „gemeinsam zu beraten, wie dem fortschreitenden Niedergang der einst rundum erfolgreichen Gemeinde“ begegnet werden kann. Des Weiteren geht es in dem Brief auch um die im Dezember eingereichte Volksinitiative, welche verlangt, dass Remo Stoffel die vereinbarten sechs Millionen Franken an den  Bau einer Mehrzweckhalle zahlt.  Letzteres hatte er der Gemeinde versprochen als er vor bald vier Jahren die Therme und das dazugehörige Hotel übernommen hatte.
Wie Gemeindepräsident Stefan Schmid auf Anfrage der NZZ am Sonntag erklärte, soll das Projekt einer solchen Halle der Gemeindeversammlung schon im März unterbreitet werden. Zudem trifft der Gemeinderat gegenwärtig vertiefte Abklärungen zu Stoffels Projekten. Dazu wird auch Stoffels Bonität im Zusammenhang mit den konkreten Projekten in Vals überprüft.  (mai)

Quelle: Baublatt.ch  01.02.2016


Vals prüft Stoffels Bonität

Ein 380 Meter hoher Turm der Superlative soll reiche Gäste nach Vals locken. Die Gemeinde will nun aber genau wissen, wie es um die Finanzen von Investor Remo Stoffel steht.

Er ist der umtriebigste und umstrittenste Immobilien-Investor der Schweiz: Der Bündner Remo Stoff el (38). Spätestens, seit er für 300 Millionen Franken in Vals GR einen 380 Meter hohen Hotelturm der Extraklasse bauen will. Mit dem «Femme des Vals» genannten Haus möchte Stoffel Superreiche ins Thermen-Dorf locken, dessen Logiernächte in den letzten Jahren zurückgingen.
Damit hat er sich im Dorf nicht nur Freunde geschafft. Der Gemeinderat überprüft nun gar die Bonität von Investor Stoffel und seiner Firma 7132 AG, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. «Wir haben grobe Aussagen zur Finanzierung vorliegen, detaillierte Informationen werden im Laufe der nächsten Planungsschritte eingeholt», sagt Gemeindepräsident Stefan Schmid.

Nicht die einzige Baustelle

Die Bonitätsabklärungen seien an die konkreten Projekte von Remo Stoffels 7132 AG gebunden. «Für diese Analyse werden wir einen externen Sachverständigen beiziehen», sagt Schmid der «NZZ am Sonntag» weiter.
Das ist bei weitem nicht Stoffels einzige Baustelle. Der Investor hatte der Gemeinde 2012 die berühmte Therme und das dazugehörige Hotel abgekauft. Und damals versprochen, sechs Millionen Franken für den Bau einer Mehrzweckhalle springen zu lassen. Von diesem Geld hat die Gemeinde aber immer noch nichts gesehen. Über 100 Einwohner fordern mit einer Initiative, dass Remo Stoffel dieses Versprechen endlich einlöst. (pbe)

Aktualisiert am 31.01.2016


Unternehmer Remo Stoffel hat am Donnerstag an der Versteigerung von zwölf Parzellen aus der Konkursmasse des Flimser Hotels «Waldhaus» drei Grundstücke gekauft.

Konkursamtliche Grundstücksteigerung am Donnerstagnachmittag in Flims: Nach der Ersteigerung des «Waldhaus Flims Mountain Resort und Spa» im vergangenen Dezember durch die amerikantische Private-Equity-Gesellschaft «Z Capital Partners» mit CEO James Zenni wurden zwölf weitere Parzellen aus der Konkursmasse versteigert. Gemäss Schätzwert haben die Parzellen insgesamt einen Wert von 516 500 Franken. Versteigert wurden sie für 246 500 Franken.

Überraschungsgast Stoffel
Interessant war die Versteigerung besonders für die Bauern der Region. So unterstehen sechs Parzellen, darunter die Flimser Skiwiese, dem Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB). Landwirte haben demnach beim Kauf den Vorzug. Entsprechend waren gestern an der von Beat Caluori, dem Leiter des Betreibungs- und Konkursamtes Imboden, geführten Versteigerung viele Bauern vertreten. Zur Überraschung der rund 40 Anwesenden war jedoch auch der Churer Unternehmer Remo Stoffel vor Ort. Dies, obwohl praktisch ausschliesslich Landwirtschaftsboden und Wald versteigert wurde. Und tatsächlich: Stoffel bot mit.

QUELLE: SUEDOSTSCHWEIZ.CH 28.01.2016 - 18:31 UHR


26.01.2016 - 08:23 Uhr

Ohne Subventionen tut es sich nicht mehr lohnen                           
Vieli Adrian , Vals

Ohne Subventionen tut es sich nicht mehr lohnen
Für zahlreiche Schweizer Bergbahnen kam es wie befürchtet. Und für die Sportbahnen Vals AG kam es, wie es kommen musste.
Das Wintergeschäft mit dem Skifahren wird immer schwieriger. Die Abhängigkeit vieler Destinationen bzw. Orte vom Skitourismus entpuppt sich als immer problematischer. Doch ungeachtet dessen geht das kontinuierliche Aufrüsten weiter. Die wettrüstenden Anbieter hoffen, dass dem einen oder andern Konkurrenten der Schnauf früher als ihnen selber ausgehen wird!
Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Die Saisonbilanz der Seilbahnen Schweiz zeigt für den Winter 2013/2014, dass 41% aller Pisten in der Schweiz beschneit wurden. Die Pisten-Beschneiung ist mittlerweile für viele Bergbahnunternehmen zu einem beträchtlichen Kostenfaktor geworden. Vom immensen Strom- und Wasserverbrauch, den oftmals grossflächigen Erdarbeiten und den Zusätzen im Wasser einmal abgesehen, muss die Frage erlaubt sein, ob die Produktion von Kunstschnee in dermassen vielen Skigebieten tatsächlich Sinn macht. Gebetsmühlenartig kolportieren sogenannte Experten, dass es ohne Beschneiung der Skipisten gar nicht mehr gehe.
Ist die Schneemenge tatsächlich das entscheidende Kriterium? Womöglich sind die gestiegenen Erwartungen der Gäste für das Wettrüsten in den Alpen hauptursächlich. Braucht es bezüglich Erwartungen ein Umdenken? Die totale Verfügbarkeit von Angeboten und eine gleichzeitige intakte Naturlandschaft stehen sich jedenfalls diametral gegenüber. Darauf sollten Experten, insbesondere selbsternannte, vermehrt hinweisen. Und dass eine Verbesserung und Ausweitung des Angebots immer eine Steigerung der Nachfrage mit sich bringt, ist schlichtweg falsch.
Dass das Wettrüsten bei den Sportbahnen vermehrt Opfer fordern wird, kommt in der öffentlichen Diskussion noch immer viel zu wenig zum Ausdruck. Der steigende Betriebsaufwand wird manch schwach positioniertem Unternehmen in naher Zukunft das ökonomische Rückgrat brechen. Ein Hinweis darauf gibt unter anderem die vermehrt gestellte Frage, ob man die Kosten für die künstliche Beschneiung sozialisieren darf. Weshalb eigentlich, wenn der freie Markt angeblich so gut funktioniert? Verluste sozialisieren, das kennen wir sattsam. Das Motto lautet im
konkreten Fall: Es braucht auch für die Bahnen reichlich Subventionen, denn ohne diese tut sich das Schaffen am Berg nicht mehr lohnen.
Eindeutig ist: Die Fixkosten, welche die Schweizer Bergbahnunternehmen haben, sind sehr hoch – für die Sportbahnen Vals sind die Ausgaben selbst ohne umfassendes Beschneiungskonzept zu hoch! Für Vals3000 kam es nach dem Verkauf des Hotels Therme, wie es kommen musste. Die Frequenzen am Berg erweisen sich mittlerweile als viel zu niedrig, um aus eigener Kraft überleben zu können.
Hinzu kommt, dass der Pachtvertrag zwischen Bergbahnen und dem Hotel zur Führung der Gastronomiebetriebe nach dem erwähnten Verkauf gekündigt wurde. Somit fehlen der Sportbahnen Vals AG nun auch jährlich zwischen 120’000 bis
150’000 Franken Deckungsbeitrag, die vorher durch das gemeindeeigene Unternehmen Hotel Therme berappt wurden. Die unzureichenden Gastfrequenzen plus der fehlende Pachtertrag führen seit 2012 in der Erfolgsrechnung zu einem geschätzten Fehlbetrag von 300’000 bis 500’000 Franken, und zwar jährlich.
Wenig Anlass zu Hoffnung bereitet die Tatsache, dass das Skigebiet Vals von den städtischen Ballungszentren zu weit entfernt ist. Nahe den Agglomerationen gibt es bekanntlich beliebte Skigebiete. Folglich ist es äusserst schwierig, Tages-Skitouristen nach Vals zu bekommen. Einzig über Preisdumping wäre dies denkbar. Doch dann würde die Marge noch mehr schrumpfen. Und andere Wintersport-Angebote in Städten gibt es zuhauf. Wer derzeit Lust hat, kann zum Beispiel auf der Kunsteisbahn des Sechseläutenplatzes Schlittschuh laufen oder Eisstockschiessen.
In Graubünden ist der Umsatz der Bergbahnen gegenüber dem bereits schlechten Vorjahr um satte 14 % eingebrochen. Die Strukturbereinigung wird sich folglich verschärfen. Könnten die Sportbahnen Vals schon bald davon betroffen sein? Diese
Frage hört man in Vals höchstens hinter vorgehaltener Hand. Ohne schlüssiges Sanierungskonzept müsste es aber heissen: Wäre es nicht sinnvoll, die Bilanz der Valser Sportbahnen AG zu deponieren? Diese Frage wiederum würde vielen Einheimischen wie Hochverrat vorkommen. Weshalb eigentlich? Weil die Sportbahnen Vals AG für viele ValserInnen eine heilige Kuh ist.
Doch selbst in Indien, dem zweitgrössten Fleischexporteur der Welt, werden Kühe (vor allem Büffel) geschlachtet. Wie ist das möglich? Büffel gelten in Indien nicht als heilig. Ergo auch nicht jede Kuh. Womit wir wieder bei der (noch) heiligen Valser Kuh, der Sportbahnen AG, sind: Über ihre Schlachtung darf zumindest nachgedacht werden. Welche Strategien wären hierbei denkbar? Geordnetes oder ungeordnetes «Lichterlöschen», andernfalls die Gründung einer Auffanggesellschaft? Vielleicht wäre auch ein Kapitalschnitt, womöglich mit nachfolgender Kapitalerhöhung, eine Option?
Die Verantwortlichen könnten sich alternativ dazu für die «Strategie Infrastruktur» entscheiden. Die Sportbahnen Vals AG würde dann ein zu 100 Prozent gemeindeeigenes Unternehmen, das mit Steuergeldern am Leben zu erhalten wäre. Aber selbstverständlich nur, wenn der Überflieger Remo Stoffel seine Millionen nicht plötzlich und gar unverhofft über dem Valsertal abwirft.
Die Verantwortlichen der Sportbahnen Vals hoffen bekanntlich auf den Unternehmer Rory Byrne, und wie kürzlich ruchbar geworden ist, wird dessen finanzielles Engagement nun mit Stoffels Turm- und Parkvorhaben verknüpft. Das Argument der Promotoren ist vergleichbar. Es gelte nun, in Vals einen einzigartigen Luxustourismus zu etablieren! Doch der Volksmund sagt es treffend: Äpfel und Birnen sollten nicht verglichen werden. Und man ist versucht darauf hinzuweisen, dass für Stoffels und Byrnes Valser Grossprojekte das Gleiche gilt. Weil sonst nämlich ein unsägliches Durcheinander entstünde.

Quelle: Südostschweiz.ch
26.01.2016 - 08:23 Uhr


von C. Landolt - Unzufriedene Dorfbewohner haben eine Volksinitiative eingereicht. Sie wollen, dass der von Investorenseite angekündigte Bau der Mehrzweckhalle endlich beginnt.

07. Dezember 2015 19:34; Akt: 07.12.2015 22:07

Das Bündner Dorf Vals kommt nicht zur Ruhe. Als der Bündner Bauunternehmer Remo Stoffel 2012 die dortige Therme und das dazugehörige Hotel für zehn Millionen Franken kaufte, schloss er mit der Gemeinde einen Handel ab. Er versprach, der Valser Jugend eine Mehrzweckhalle zu bauen und diese zur Hälfte zu finanzieren. Dieses Versprechen wird von vielen gar als entscheidender Coup gewertet, der ihm dazu verhalf, damals den Zuschlag zu erhalten, schreibt die Bauwelt. Es sei das schlagende Argument gewesen, weshalb er die Therme bekam und nicht sein Kontrahent Peter Zumthor.
Sechs Millionen Franken müsste Stoffel hierfür zahlen. Dieser Betrag wird erst fällig, wenn die Mehrzweckhalle gebaut wird, ursprünglich spätestens Ende März 2015. Stoffel hatte sich im Kaufvertrag ausbedungen, dass er nicht den ganzen Betrag bar bezahlen muss, sondern sich stattdessen an der geplanten Mehrzweckhalle beteiligen kann.

Wenig Geduld
Doch die Gemeinde hat noch gar nicht mit der Planung begonnen, schreibt der «Tages-Anzeiger». Laut Gemeindepräsident sei der ursprüngliche Zeitplan nicht mehr realistisch, obwohl der Gemeinderat die Frist von März auf Ende September erstreckt habe. Mittlerweile ist der Kaufvertrag laut Gemeindepräsident bis 2016 gestundet, so der «Tages-Anzeiger». Die Valserinnen und Valser hätten nun eine entsprechende Volksinitiative an der Gemeindeversammlung deponiert. Sie verlangen, dass Stoffel innert eines Monats die sechs Millionen Franken inklusive Zinsen bezahlt.
Pius Truffer, Verwaltungsrat der 7132 AG, wie die Hotel und Thermalbald Vals AG neu heisst, bestätigt auf Anfrage, dass die Initiative deponiert wurde. Er betont aber, dass «nicht absichtlich eine Verzögerung herbeigeführt worden war». Dass es im Dorf eine Mehrzweckhalle brauche, sei «unumstritten». Er verstehe deshalb auch den «gewissen Unwillen» diesbezüglich. Man habe aber den Planungs- und Organisationsaufwand unterschätzt, den ein gemeinsames Projekt zwischen Gemeinde und Investoren mit sich bringe. An der nächsten Gemeindeversammlung im Januar werde darüber genau informiert, wie die künftige Zusammenarbeit und die Finanzierung aussehe.

Stoffel plant Ando-Park
Die Mehrzweckhalle solle auf dem ursprünglich geplanten Areal beim Schulhaus stehen. Stoffel plant auf dem ursprünglichen Land jedoch den Ando-Park, der vom japanischen Star-Architekten Tadao Ando konzipiert wird.
Hinter den Kulissen in Vals herrscht bei einigen noch immer Unmut über das geplante Mammut-Projekt. Pius Truffer wählt in einer Leserbrief-Replik scharfe Worte: Kolumne «Kultur entsteht aus zivilisatorischem Schaffen. Aber das Einzige, was ich als Echo hier oben höre, ist der Bier-Rülps vom Stammtisch. Wir brauchen etwas Neues. Wir brauchen diesen Turm.»

Quelle: www,20Min.ch


Neue Unruhe in Vals     Thermen-Besitzer Stoffel soll zahlen

Der Churer Investor Remo Stoffel soll 6 Millionen Franken, die er der Gemeinde Vals für den Kauf der Therme noch schuldet, bald auszahlen. Dies fordert eine Initiative von 114 Valser Stimmbürgern.
  • von Peter Jankovsky, Chur
  • 8.12.2015, 18:49 Uhr
  • Das Seilziehen um den geplanten Hotelturm in Vals und dessen Investor Remo Stoffel geht in eine weitere Runde. Laut dem «Regionaljournal Graubünden» und der «Südostschweiz» haben Valser Stimmbürger dem Gemeindevorstand eine Initiative mit 114 Unterschriften übergeben. Sie fordern, Stoffel solle der Gemeinde die sechs Millionen Franken, die er ihr für die Übernahme der denkmalgeschützten Valser Therme noch schulde, innert Monatsfrist zahlen; dies inklusive des entsprechenden Verzugszinses von fünf Prozent, der seit dem 1. April 2015 anfalle. Die Frist würde ab dem Zeitpunkt Geltung erlangen, an welchem die Gemeindeversammlung die Initiative guthiesse. Nun hat die Exekutive ein halbes Jahr Zeit, die Vorlage juristisch zu prüfen und gegebenenfalls der Gemeindeversammlung vorzulegen.

    Exekutive steht in der Kritik
  • Der aus Vals stammende und in Chur ansässige Stoffel ist seit 2012 Besitzer des Thermen-Bades und will auf dessen Gelände einen 380 Meter hohen Hotelturm errichten – den höchsten Europas. Gegen das Vorhaben sowie das Geschäftsgebaren Stoffels hegt ein Teil der Valser Bevölkerung Bedenken. Der Kaufpreis für die Therme und die dazugehörige Hotelstruktur betrug 7,77 Millionen Franken, wovon Stoffel über seine Firma Priora AG erst 1,77 Millionen beglichen hat. Die Gemeindeexekutive gewährte ihm eine Stundung: Für die gemäss Vertrag auf Ende März 2015 zu bezahlende Tranche von sechs Millionen darf sich Stoffel bis Ende September 2016 Zeit lassen. Damit soll sich die Exekutive laut den Initianten über den Beschluss der Gemeindeversammlung vom 9. März 2012 – damals wurde der Verkauf der Therme beschlossen – und über Bestimmungen in der Gemeindeverfassung hinweggesetzt haben. Die Fristverlängerung sei widerrechtlich.

  • Der Grund für die Stundung hängt mit dem geplanten Bau einer 12 Millionen Franken teuren Mehrzweckhalle zusammen. Stoffel hatte 2012 als Option in seiner Kaufofferte angeführt, die Halle zur Hälfte zu finanzieren. Wie Gemeindepräsident Stefan Schmid auf Anfrage erklärt, wird der Churer Investor seinen Teil nur beisteuern, wenn die Gemeinde für die andere Hälfte aufkommt. Und die sechs Millionen seitens der Gemeinde zugunsten der Halle sollen just jene sein, die Stoffel Vals noch schuldet.

    Wenn Auszahlung, keine Halle
  • Der springende Punkt ist folgender: Laut Schmid wurde im Kaufvertrag festgelegt, dass Stoffel die Halle nicht mitfinanzieren muss, falls die Gemeinde sich die gestundeten sechs Millionen unabhängig vom Projekt auszahlen lassen will. Wenn also die Gemeindeversammlung die Initiative annähme, würde wohl keine Halle gebaut, weil sechs Millionen fehlten. Dabei sei es eines der Ziele gewesen, durch den Thermen-Verkauf die von der Bevölkerung seit 30 Jahren ersehnte Mehrzweckhalle zu finanzieren. – Gemäss den Aussagen, die Remo Stoffel früher gegenüber der NZZ machte, hatte sich die Gemeinde mehr Zeit ausbedungen, um eine definitive Entscheidung zu treffen. Dies bestätigt Schmid und präzisiert, die Möglichkeit der Stundung sei bereits in der Botschaft für die Gemeindeversammlung vom März 2012 enthalten gewesen und Bestandteil des Kaufvertrags geworden. Laut Schmid wurde im Anschluss an jene Gemeindeversammlung, an welcher Stoffel als Käufer das Rennen machte, ein Gerichtsverfahren gegen den Thermen-Verkauf in Gang gesetzt. Daher habe sich die eigentliche Planung der Halle um anderthalb Jahre hinausgezögert.
  • Stoffel selber bezeichnete gegenüber der «Südostschweiz» die Initiative als neue Aktion seiner Gegner, um Tatsachen zu verdrehen und Misstrauen zu säen. Aber er bleibt optimistisch, was den Bau der Halle betrifft. Über diesen soll die Gemeindeversammlung gemäss Schmid nächsten Frühling befinden.


  • Über das Budget 2016, den Steuerfuss, einen Konsolidierungsbericht, eine neue Postautohaltestelle, einen Nachtragskredit für die Gesamtmelioration sowie einen Konzessionsvertrag für den Abbau im Steinbruch «Schmitteli» mussten die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung Vals befinden. Und sie stimmten sämtlichen Vorlagen zu.
  • Die Gemeindeversammlung Vals hat am Freitagabend das Budget 2016 genehmigt. Es weist bei Abschreibungen von 768'000 Franken einen Ertragsüberschuss von 685'000 Franken aus. Der Steuerfuss für 2016 bleibt unverändert bei 100 Prozent der einfachen Kantonssteuer. Die Versammlung genehmigte auch den so genannten Konsolidierungsbericht HRM2. Gleichzeitig mit der Integration der Rechnung der ehemaligen Gemeinde St. Martin wird die Rechnungslegung per 1. Januar 2015 auf das harmonisierte Rechnungsmodell 2 (HRM2) umgestellt.
  • Für eine neue Postautohaltestelle aufgrund der Sanierung der Kantonsstrasse in St. Martin genehmigte die Versammlung einen Kredit von 110'000 Franken. Der Kanton bezahlt 30 Prozent an die Kosten. Und für die Gesamtmelioration Vals genehmigte die Versammlung einen Nachtragskredit von 800'000 Franken. Das Projekt wird nach heutigen Berechnungen mit 21,7 Millionen Franken abgerechnet, das bedeutet Mehrkosten infolge Teuerung und Erweiterung von 5,7 Millionen Franken. Bund und Kanton haben ihren Anteil an den Mehrkosten bereits bewilligt.
  • Schliesslich genehmigte die Versammlung einen Konzessionsvertrag mit der Truffer AG, Steinwerk, für den Gesteinsabbau im Steinbruch «Schmitteli». Die raumplanerischen Voraussetzungen für die Nutzung dieses Steinbruchs hat die Gemeinde bereits mit Urnenentscheid vom 8. März 2015 geschaffen. (so)
Quelle: suedostschweiz.ch
Datum: 05.12.2015 - 13:48 Uhr


Kein Erfolg vor Gericht für 7132 AG

Remo Stoffels 7132 AG ist vor dem Bündner Verwaltungsgericht mit einer Beschwerde gegen das Bauprojekt eines Nachbarhotels unterlegen. Seit Donnerstag ist das Urteil publik.

Das benachbarte Valser Hotel hatte vor gut anderthalb Jahren ein Baugesuch für eine Sanierung und Aufstockung eingereicht. Die 7132 AG erhob dagegen Einsprache, diese aber wurde von der Gemeinde abgelehnt. Gegen die erteilte Baubewilligung zog Stoffels Hotelgesellschaft dann mit einer Beschwerde vor Verwaltungsgericht. Doch auch dort blieb die 7132 AG erfolglos – und das auf ganzer Linie, wie dem am Donnerstag vom Gericht anonymisiert veröffentlichten Urteil zu entnehmen ist. (jfp)

QUELLE: SUEDOSTSCHWEIZ.CH 16.10.2015 - 08:00 UHR


         (Link nur für Abonennten!)
  • Tadao Ando will mit seinem Park in Vals bleibende Werte schaffen. Ein Gespräch über Natur, Beton, Vals, das Boxen – und darüber, wie all das zusammenhängt.
         Mit Tadao Ando sprach Olivier Berger

  • Tadao Ando zählt zu den bedeutendsten lebenden Architekten. Als einziger überhaupt hat er die fünf wichtigsten Architekturpreise gewonnen. Aufgewachsen ist der heute 74-Jährige im Japan der Nachkriegszeit. Architektur hat er nie studiert. In Vals will er einen Park bauen, der den Menschen gefallen soll.

  • Herr Ando, haben Sie schon Pläne für eine neue Kirche in Vals?
         Tadao Ando: Wenn sich eine Gelegenheit dazu bietet – warum nicht? Aber im Moment ist das
         kein Thema.
  • Sie haben verschiedene Kirchenbauten realisiert. Eine Kirche des Lichts, eine des Wassers, eine des Windes. Wie wäre es mit einer Kirche des Steins?
    Architektur ist für mich ein Weg, damit die Menschen die Natur verstehen. Wenn es also eine Kirche gibt, die Steine, Wasser, Wind und Licht vermitteln kann, wäre das eine schöne Sache.

  • In Vals planen Sie einen Park...
    Ando: ...lassen Sie mich etwas zu dem Projekt in Vals sagen. Es geht bei dem Projekt nicht ums Geldverdienen. Sondern es geht darum, etwas für das Dorf und die Menschen hier zu schaffen. Darum auch meine Forderung, dass alle, die hier wohnen, einmal gratis im Hotel übernachten dürfen sollen. Schliesslich ist das hier ihr Dorf, wo das Hotel steht. Und ohne sie geht gar nichts.

  • So eine Gratisnacht für alle Valserinnen und Valser wäre auch gute Werbung.
    Natürlich. Das wäre weltweit einmalig. Und es wäre ein Plausch für alle. Dazu kommt noch, dass die Valserinnen und Valser eine ganz andere Beziehung zum Hotel bekommen würden. Es wäre dann wirklich „ihr“ Hotel.

  • Vals scheint Ihnen ans Herz gewachsen zu sein. Sind Sie das erste Mal hier?
    Ando: Nein, ich war schon zweimal da.

  • Und wie empfinden Sie Vals?
    Ando: Vals, das ist zu 99 Prozent Natur.

  • Wenn es schon 99 Prozent Natur hat, wozu braucht es dann einen Park?
    Ando: Meiner Meinung nach braucht es einen Park, um bei den Menschen das Bewusstsein für die Natur zu entwickeln. Durch den Park wird ihre Aufmerksamkeit auf die Natur geleitet und gelenkt. Der Park soll ein Museum ohne Kunst werden – sieht man einmal davon ab, wie das Licht in den Park gelenkt wird.

  • Peter Zumthor, Architekt der Felsentherme, hat Sie in Interviews wiederholt gelobt. Wie stehen Sie zu seinem Werk?
    Ando:
    In seiner Richtung der Architektur ist Peter Zumthor Spitzenklasse. Es gibt ja nicht nur die Felsentherme, sondern auch andere fantastische Werke aus seiner Hand. Das ist Architektur auf einem sehr, sehr hohen Level. Mit Peter Zumthors Bauten ist es wie bei Mozart und Beethoven, er bringt die Architektur zum Klingen – das geht ganz selten. Man kann es mit den Dramen von Shakespeare vergleichen: es gibt Handlung, Humor, Liebe, Dramatik.

  • Neben Ihnen und Peter Zumthor soll mit Thom Mayne ein weiterer Grosser der Weltarchitektur in Vals bauen. Besteht da nicht die Gefahr, dass das Dorf ein Themenpark wird, eine Art Disneyland für Architekturliebhaber?
    Ando:
    Ach, es spielt nicht so eine grosse Rolle von wem welcher Bau ist. Darum wird das nicht passieren. Ich glaube daran, dass wenn Architektur als Teil des Ganzen akzeptiert wird, die Leute nicht sagen „Ich haben diesen und jenen Bau von Ando und Zumthor gesehen“. Sondern, dass sie sagen: „Ich bin in Vals gewesen, und es war toll.“ Ob das passiert, wird aber auch von den Menschen im Ort abhängen.

  • Thom Mayne, der mit am Tisch sitzt, schaltet sich ins Gespräch ein. Der 71-jährige US-Amerikaner ist seinerseits hochdekorierter Stararchitekt. Für Vals hat er den geplanten Hotelturm entworfen.
    Thom Mayne:
    Eine Art Disneyland wird hier nie entstehen. Disneyland zielt auf den Massengeschmack ab, das tut gute Architektur nicht. Ich mache mir da daher keine Sorgen.

  • Herr Ando, ein Zimmermann hat sie einst inspiriert. Sehen Sie sich als heutigen Vertreter der Arts & Crafts-Bewegung, die im 19. Jahrhundert das Handwerk quasi neu entdeckt und zur Kunst erhoben hat?
    Ando:
    Das kann man so nicht wirklich sagen. Wir haben heute ja ganz andere Technologien. Ohne diese Technologien wäre es gar nicht möglich, all die hohen Gebäude zu bauen, die heute überall entstehen. Allerdings gehen diese Technologien Hand in Hand mit Kreativität und Imagination. Ich denke, die beiden Dinge verbinden sich.

  • Sie haben betont, dass all Ihre Bauten mit den jeweiligen Ort verbunden sind. Heisst das, Sie werden auch mit einheimischen Materialien arbeiten? Berühmt sind Sie ja für Ihren Einsatz von Beton.
    Ando: Ich werde die DNA des Tals verwenden. Beton ist im Prinzip immer auch ein lokales Material, er entsteht ja aus Gestein aus den jeweiligen Regionen. Zudem ist Beton sehr dauerhaft und dadurch nachhaltig.
    Thom Mayne: Le Corbusier, einer der bedeutendsten Architekten überhaupt – und noch dazu Schweizer –, hat gesagt, Beton sei der Stein für jedermann, der Stein des 20. Jahrhunderts.

  • Herr Ando, Sie haben einmal gesagt: „Die Architektur gleicht dem Architekten.“ Wie haben Sie sich und wie hat sich dadurch Ihre Architektur über die Jahrzehnte verändert?Ando: Ich denke, meine Architektur hat sich langsam verändert und verändert sich weiter. Ich werde natürlich auch beeinflusst von guten anderen Architekten. Der Kern meiner Überlegungen ist aber immer unverändert gelieben, seit langer Zeit.

  • Bevor Sie Architekt wurden, waren Sie Profiboxer. Was ist härter? Boxen oder Architektur?
    Ando
    : (lacht). Boxen. Wenn da etwas nicht läuft, gehst Du KO.

  • Was haben Sie vom Boxen für das Leben gelernt?
    Ando:
    Dass man immer alles in eine Sache geben muss, was man hat. Und dass Dir, wenn Du einmal im Ring stehst, keiner hilft.

  • Ando wendet sich an Thom Mayne. „Wie viele Türme baust Du eigentlich gerade?“, will er wissen. „Vier“, antwortet Mayne.
    Ando:
    Er ist ein echter Meister. Sehen Sie, etwas wie seinen Turm, wie die Vision für Vals entstehen zu sehen, das gibt es wohl nur einmal in der Geschichte, und das weltweit. Es braucht Mut, als Initiant über ein solches Projekt zu reden. Das brauchte es damals auch für die Therme. Unsere Bauten sollen etwas werden, wofür die Menschen hier dankbar sind, dass sie es haben.
    Mayne: Man darf nicht vergessen, die grosse Idee für Vals kam von den Initianten. Wir als Architekten bringen sie nur in eine Form. Das ist alles.
    Ando: Für die Initianten bedeutet das aber eine harte Zeit. Immerhin habe ich heute gerade knapp 1000 Leute zu einer Gratisübernachtung eingeladen (lacht).

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 05.10.2015 - 20:36 Uhr

  • Der Valser Einwohner Marcel Meyer hat Ende August beim kantonalen Departement für Finanzen und Gemeinden eine Aufsichtsbeschwerde gegen den Gemeinderat von Vals eingereicht.
  • Dieses Vorgehen bedeutet, dass die Bündner Regierung die Umstände des Therme-Verlaufs durch die Gemeinde an Investor Remo Stoffel klären soll, wie die «NZZ am Sonntag» in ihrer jüngsten Ausgabe schreibt.

  • Die Beschwerde richtet sich unter anderem gegen den Umstand, dass Stoffel im Gegensatz zu Valserwasser-Hersteller Coca Cola keine Wasserzinsen zahlen muss. In diesem Zusammenhang kritisiert Meyer auch, dass die Gemeindeversammlung zu dieser Vereinbarung nicht befragt wurde. Weiter möchte der Beschwerdeführer wissen, weshalb die Gemeinde stille Reserven angeblich nicht in den Handel einbezogen hat.

  • Das Verfahren läuft
    Gemeindepräsident Stephan Schmid betont mit Verweis auf schon gefällte Urteile des Verwalungsgerichts Graubünden und des Bundesgerichts, dass alles rechtens abgewickelt worden sei. Mayer widerspricht: Inhaltlich habe sich noch keine Gericht mit obigen Fragen befasst, die früheren Beschwerden seien lediglich aus formalen Gründen abgelehnt worden. Regierungsrätin Barbara Janom Steiner bestätigte der «Südostschweiz» den Eingang der Aufsichtsbeschwerde. «Das Verfahren läuft.» Entsprechend könne sie inhaltlich dazu nicht Stellung nehmen, so Janom Steiner. (dea)
         Quelle: suedostschweiz.ch
         Datum: 04.10.2015 - 17:01 Uhr


  • Sven Wassmer ist Koch im «7132 Hotel» in Vals. Vom Gault Millau ist er zur «Entdeckung des Jahres» gekürt worden. Sein Patron ist Unternehmer Remo Stoffel.

    Am Montag erscheint der Restaurantführer Gault Millau. Die «Schweizer Illustrierte» stellt in ihrer Ausgabe vom Freitag die «Entdeckung des Jahres» bereits vor: Es ist der 29-jährige Sven Wassmer.
  • Der Fricktaler ist Koch im Restaurant «Silver» im «7132 Hotel». Der Gault Millau ehrt ihn am Montag mit dem Titel und 17 von 20 möglichen Punkten. So hoch ist noch nie ein «Neuer» ins Punktegeschäft eingestiegen, heisst es im Bericht. Darin wird Wassmer mit Andreas Caminada vom Schloss «Schauenstein» verglichen. Caminada war im Jahr 2004 die «Entdeckung des Jahres» und erhielt 15 Punkte. 2006 war er Aufsteiger des Jahres und 2007 bis 2009 «Koch des Jahres».

  • Wassmer gilt als grösstes Talent der Schweizer Kochszene. Seine Karriere plante er und lehrte bei den Besten: Neben Caminada bei Nenad Mlinarevic (aktuell im «Park Hotel» in Vitznau im Kanton Luzern), Marcus G. Lindner (aktuell im «Kunsthof» in Uznach) oder Nuno Mendes (aktuell im «Chiltern Firehouse» in London). Inzwischen arbeitet und lebt er seit neun Monaten in Vals. Er sucht Zutaten mit seinen Köchen bei ausgiebigen Wanderungen im Valsertal. «Wir suchen das Beste aus der Gegend und das Beste aus der Welt», sagt Wassmer über sich und sein Team. Sein Patron ist Unternehmer Remo Stoffel.

  • Wassmer plant längerfristig in Vals. Seine Freundin Amanda Bulgin aus London ist Sommelière. Im Frühling wollen die beiden heiraten. (phw)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 02.10.2015 - 14:23 Uhr


  • Halb leere Parkplätze beunruhigen Stoffel nicht

    Plötzlich bekommt das Valser «7132 Hotel» einen General Manager und einen neuen Verwaltungsratspräsidenten. Was steckt hinter Remo Stoffels Personalentscheiden?

    Braucht die 7132 AG die Hilfe von Branchenprofis («suedostschweiz.ch» berichtete), weil das «7132»-Thermehotel zu wenig Gäste hat? Im Interview mit der «Südostschweiz» dementiert Eigentümer Remo Stoffel: Die oft halb leeren Parkplätze vor dem Thermehotel in Vals ist aus seiner Sicht nicht ein Zeichen dafür, dass es dem Betrieb schlecht geht. Man habe die Betriebsgrösse zugunsten der Qualität von 146 auf 90 Betten reduziert, hält er fest. Und man habe sich in neue Preiskategorien vorgewagt. Die drei neuen 90-Quadratmeter-Suiten beispielsweise seien zwar noch nicht jeden Tag belegt, «aber sie werden gebucht». (jfp)

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubunden
    Datum: 30.09.2015


  • Hans-Peter Domanig wird VR-Präsident der Vals Therme

    Die Führung des Hotels 7132 in Vals und der Therme wird neu organisiert.

    Wie die Unternehmensleitung des Hotels 7132 in Vals in einer Medienmitteilung schreibt, übernimmt ab 1. Oktober Hans-Peter Domanig das Präsidium im Verwaltungsrat, Hans-Rudolf Rütti wird verantwortlich für die operative Geschäftsführung. Zudem hat der Verwaltungsrat die Verantwortung, das Projekt des Hotel-Turms «Femme de Vals» weiter voranzutreiben.

    Domanig baute 2010 die Priora Gruppe auf, zuerst als CEO, später als Verwaltungsratspräsident. Von 1994 bis 2010 war er zudem CEO der Implenia Real Estate und Mitglied der Konzernleitung. Rütti verfügt über ein MBA der State University of New York at Albany. Er leitete unteranderem Häuser wie Victoria-Jungfrau (Interlagen), InterContinental (Bukarest), Radisson SAS Royal (Brüssel) oder The Dolder Grand in Zürich. (so)

    Quelle: WWW.SUEDOSTSCHWEIZ.CH
    Datum: 28.09.2015 - 17:54 UHR

  • Remo Stoffel kauft in Vals weitere Hotels

    Der Investor erhöht die Eintrittspreise zur Felsentherme deutlich. Darunter leiden die Betreiber kleinerer Häuser. Bereits hat deshalb einer sein Hotel verkauft – an Remo Stoffel.

    Als die Valser Felsentherme im August 2014 nach einem Umbau wieder öffnete, hatten sich die Eintrittspreise verdoppelt. Erwachsene bezahlen 80 statt wie bis anhin
    40 Franken, Kinder 52 Franken. Eine vierköpfige Familie muss demnach seither
    264 Franken zahlen, wenn sie in den Thermen des Architekten Peter Zumthor baden will. «Eine Frechheit», machten sich darauf Besucher in Leserbriefen Luft. Und: «Es war definitiv mein letzter Besuch.»

    Als der Valser Hotelier Koni Schnider von der Preiserhöhung hörte, war ihm klar: So geht es nicht mehr. Er gelangte an Remo Stoffel, den neuen Besitzer der Therme und des
    dazugehörigen Hotels, und bot ihm sein kleines Garni zum Kauf an. Stoffel griff zu. «Ich habe mich schon länger mit dem Gedanken getragen, das Hotel zu verkaufen. Ich wollte es aber tun, solange die Zahlen noch gut sind», sagt Schnider. «Wenn einmal passiert, was ich befürchtete, hätte ich es später für ein Trinkgeld verkaufen müssen.»

    Dadurch, dass Remo Stoffel die Eintrittspreise erhöhte, verschaffte er sich gegenüber anderen Hotels einen Preisvorteil: Während die Gäste seines Thermehotels weiterhin das Bad gratis nutzen können, zahlen jene der anderen Hotels mehr, nämlich 45 statt wie bis anhin 29 Franken. «Das spüren die kleinen Hotels», sagt Bruno Berni, Besitzer des Hotels Rovanada, und rechnet vor: Wenn ein Paar einmal in Vals übernachtet und zweimal die Therme besucht, dann zahlt es bei ihm allein für das Bad 180 Franken – plus die Übernachtungskosten. Diese Rechnung würden wohl auch viele Gäste machen und stiegen deswegen gleich im Thermehotel ab.

    Bald schon 60 Franken?
    Dabei können kleinere Hotels neben diesem nur bestehen, wenn sie ein sehr vorteilhaftes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, denn ihre Gäste können nicht im Bademantel in die
    Therme gelangen. «Ein direkter Zugang zum Bad ist Millionen wert», sagt Berni. Die Kleinen geraten aber immer mehr ins Hintertreffen; Stoffel will die Preise für Hotelgäste
    in einem zweiten Schritt von 45 auf 60 Franken erhöhen.

    Bis heute hat Remo Stoffel schon zwei Hotels gekauft, neben dem Schnider das Hotel Glenner. Beim zweiten Kauf ist man im Dorf erschrocken. Niemand hat damit gerechnet, dass er neben dem grossen Thermehotel auch kleine Hotels kaufen will und so seine Macht weiter ausdehnt. «Man sieht es mit Unbehagen, wenn jemand immer grösser und einflussreicher wird», sagt Berni. «Viele Hoteliers haben Angst vor der Zukunft.» Das sei eine gute Zeit für Investoren. 

    Familien bleiben weg
    Stoffel selber wollte sich nicht äussern. Er lässt sich lediglich mit zwei Sätzen zitieren. Darin nimmt er Bezug auf einen Bericht von Tagesanzeiger.ch/Newsnet Ende März, in dem Staatsrechtsprofessor Rainer J. Schweizer Korruptionsvorwürfe zum Thema machte: «Rainer Schweizer ist von Remo Stoffel nach seinen Vorwürfen im ‹Tages-Anzeiger› eingeklagt worden. Nach Beendigung des Verfahrens gibt Remo Stoffel gerne wieder Auskunft auf alle Fragen des Tagesanzeiger.ch/Newsnet», lässt er ausrichten. Die Direktorin des Thermehotels erklärte die höheren Eintritte gegenüber Bündner Medien im Februar 2014 damit, dass man die Qualität erhöhen wolle. Man setze auf gestresste
    Städter, die ihre Ruhe geniessen wollten. Das vertrage sich nicht mit hohen Besucherzahlen.

    Diese Neuausrichtung bekommen auch die Besitzer von Ferienwohnungen zu spüren. Der Bauer Marcel Rieder hat vor zehn Jahren ein Haus mit zwei Ferienwohnungen gebaut. Er
    musste sie nie ausschreiben, die Gäste haben ihn immer angefragt. Diesen Frühling aber standen beide zum ersten Mal leer, eine noch heute. Familien, die über Generationen Ferien in Vals gemacht hätten, kämen nicht mehr, sagt Rieder. Nach seiner Einschätzung ist der Ruf von Vals daran schuld, der durch die Querelen bei der Übernahme der Therme durch Stoffel gelitten hat, aber auch die hohen Eintrittspreise. «Damit hat man viele Feriengäste verärgert.» Was ihn besonders stört: «Die Valserinnen und Valser haben mit ihren Steuergeldern die Therme finanziert. Aber heute haben sie nichts mehr zu sagen und profitieren immer weniger.»

    Tatsächlich baute die Gemeinde Vals die Therme einst, um die Wirtschaft im abgelegenen Bergdorf anzuschieben; die ganze Bevölkerung sollte profitieren. Über die Jahre investierte sie über 30 Millionen Franken in das Projekt. Bund und Kanton leisteten eine Investitionshilfe im Wert von 3,75 Millionen Franken. Einen so hohen Beitrag sprachen sie aber nur unter der Bedingung, dass die Therme als «Projekt von regionaler Bedeutung» konzipiert werde. Diese Vorgabe wurde erfüllt: Gäste mit kleinem Budget, Familien etwa oder Architekturstudenten, übernachteten in günstigeren Hotels in den Dörfern um Vals oder mieteten Ferienwohnungen.

    «Dass die Eintrittspreise nun derart erhöht werden, ist ein Affront gegenüber der ganzen Talschaft, gerade auch wegen der Investitionshilfe von Bund und Kanton», kritisiert Peter
    Schmid, früherer Präsident der Therme-Baukommission, heute Vertreter der Gruppe «Besorgter Valser Stimmbürger». «So macht man alles kaputt, was die Gemeinde aufgebaut hat.» Beim kantonalen Amt für Wirtschaft und Tourismus wollte man erst keine Stellung nehmen. Einen Tag später meldete sich der Amtsleiter dennoch und sagte, die Auflagen aus dem Jahr 1993 seien nach Ansicht des Kantons erfüllt und hätten sich mittlerweile erledigt. «Der Betrieb muss sich heute dem Markt stellen.»

    Es tönte auch schon anders
    Als Stoffel 2011 der Gemeinde ein Investitionsangebot unterbreitete, tönte es noch ganz anders: «Der Investor garantiert der Gemeinde, dass die Zugangsmöglichkeiten der
    Bevölkerung und der Gäste von Vals zur Therme im heutigen Rahmen aufrechterhalten werden.» So stand es in der «Zusammenfassung für die Öffentlichkeit», die den
    Valserinnen und Valsern im September 2011 an der Präsentation von Stoffels Plänen verteilt wurde. Jene Gäste, die heute das Doppelte bezahlen, waren also ausdrücklich
    auch gemeint. Stoffel hat diese Zusicherung nie widerrufen, auch nicht an jener Gemeindeversammlung im März 2012, als die Valser in aufgeheizter Stimmung diskutierten, ob sie die Therme Remo Stoffel oder einer Gruppe um Peter Zumthor
    verkaufen. In der Botschaft, die ihnen vorgelegt wurde stand:
    «. . . das Bad bleibt offen für das Publikum.»

    Vertrag unter Verschluss
    Im späteren Kaufvertrag, den der neue Gemeinderat mit Stoffel abschloss, musste sich dieser nur noch dazu verpflichten, der Öffentlichkeit «unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Hotelbetriebs» Zutritt zu gewähren. Von dieser Änderung wusste die Bevölkerung allerdings lang gar nichts; der Vertrag wurde unter Verschluss gehalten. Nur weil die Gruppe besorgter Stimmbürger Beschwerde gegen den Verkauf einreichte, bekam sie als Beschwerdeführerin das Recht, ihn einzusehen. Nach Ansicht Schmids verstösst Stoffel mit seiner Preispolitik klar gegen den Geist der Abmachung;
    faktisch könnten es sich heute viele Leute nicht mehr leisten, die Therme zu besuchen.
    Schon seit einigen Jahren sinkt in Vals die Zahl der Übernachtungen. Verkauften die Hoteliers 2011 noch 85'000 Logiernächte, waren es 2014 noch 61'000. Zwar sank die Zahl im ganzen Kanton, in Vals aber stärker. Diese Schere begann sich 2009 zu öffnen, just zu jenem Zeitpunkt, als die Differenzen zwischen den damaligen Co-Hoteldirektoren
    Annalisa Zumthor und Pius Truffer an die Öffentlichkeit drangen. Heute ist Truffer Partner von Remo Stoffel. Vor allem 2014 sind die Übernachtungszahlen nochmals deutlicher gesunken als im Kanton. 

    Quelle:   Tages-Anzeiger
    Datum:  06.07.2015, 19:30 Uhr


  • Remo Stoffel gewinnt Rechtsstreit

    Der Bündner Investor Remo Stoffel darf die Ferienwohnungen in den Häusern Tomül und Zervreila in Vals weiterhin als Wohnungen für das Personal der Therme nutzen. Das hat das Bezirksgericht Surselva entschieden.

    Vals. – Wie Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR) berichtet, hatte der Streitfall im Jahr 2012 begonnen. Damals untersagten die Stockwerkeigentümer der Häuser Tomül und Zervreila Remo Stoffel und seiner 7132 Vals AG, Ferienwohnungen in den beiden Häusern als Personalwohnungen zu vermieten. Stoffel war damit nicht einverstanden und rief das Bezirksgericht an.

    Laut RTR entschied das vor einiger Zeit, dass Stoffel die Wohnungen für das Personal nutzen darf. Als Grund nannte das Gericht, dass es in den beiden Häusern schon immer Personalwohnungen gegeben habe. Zudem verursache das Personal nicht mehr Emissionen als Feriengäste.

    Urteil wird nicht weitergezogen

    Inzwischen ist der Rechtsstreit definitiv vom Tisch. An den Stockwerkeigentümerversammlungen der beiden Häuser wurde kürzlich mit jeweils grossen Mehrheiten beschlossen, das Urteil des Bezirksgerichts nicht an die nächste Instanz weiterzuziehen. Die Chancen, den Rechtsstreit in zweiter Instanz zu gewinnen seien als zu klein eingestuft worden, berichtet RTR. (so)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 11.05.2015, 10:48 Uhr


  • Führung von Vals bestätigt

    (Link nur für Abonennten)

    Stefan Schmid bleibt bis 2018 Präsident der Gemeinde Vals.

    von Jano Felice Pajarola

    Für die nächsten drei Jahre besteht die Exekutive der Gemeinde Vals fast unverändert weiter. Bei den anstehenden Erneuerungswahlen vom Freitag wurden Stefan Schmid als Präsident sowie Daniel Berni-Niederhauser, Hedwig Capaul-Peng und Ralf Brot im Amt bestätigt. Neu gewählt wurde Erika Furger Tavares, sie ersetzt den zurückgetretenen Gerold Casaulta. Damit belässt das Stimmvolk mehrheitlich jene Amtsträger in der Verantwortung, die im Mai 2012 erstmals in den damals komplett neu besetzten Gemeindevorstand gewählt worden waren.

    Schmid erzielte gemäss Versammlungsbesuchern 111 Stimmen, 21 gingen an den nicht offiziell vorgeschlagenen Fritz Tönz, 28 an Verschiedene. Die übrigen Bisherigen kamen auf ähnliche Werte wie Schmid. Ist der Gemeindepräsident mit seiner auf den ersten Blick eher tiefen Stimmenzahl trotzdem zufrieden? «Es waren schon etwas weniger Stimmberechtigte anwesend als bei den Wahlen vor drei Jahren», erklärt Schmid. «Damit haben immerhin knapp 70 Prozent für mich gestimmt.» Laut Versammlungsbesuchern waren rund 170 Stimmberechtigte an der Versammlung. In anderen Jahren seien es schon 250 bis 400 gewesen.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 11.05.2015


  • Drei Pritzker-Preisträger im Thermehaus Selva

    (Zugang zum Originalartikel nur für Abonennten)

    Die 7132 AG verfolgt in Vals das Konzept eines «House of architects». Damit es den Turm nicht braucht? Remo Stoffel dementiert.

    von Jano Felice Pajarola

    Im Aussenhaus Selva der Therme Vals verfügt das «7132 Hotel» bereits über 20 sogenannte «Stucco»-Zimmer aus der Feder von Pritzker-Preisträger Peter Zumthor. Jetzt gestalten zwei weitere Inhaber der renommierten Architekturauszeichnung Räume im Gebäude: Dieses Jahr wird das Angebot um 18 sanierte Zimmer ergänzt, die Tadao Ando entworfen hat, wie Remo Stoffel eine Meldung von Radiotelevisiun Svizra Rumantscha bestätigt. Ebenfalls neu sind drei Suiten von Kengo Kuma, nach dessen Plänen schon letztes Jahr 13 Hotelzimmer umgebaut wurden. Als dritter Pritzker-Preisträger soll 2016 schliesslich Thom Mayne zum Zug kommen – gemäss Stoffel ist der Umbau von rund 18 weiteren Räumen nach den Entwürfen von Maynes Büro Morphosis vorgesehen. Mayne verantwortet auch die Pläne des Valser Hotelturms.

    Nahrung für Spekulationen

    Die neuerlichen Investitionen ins Haus Selva nähren die von Appartementbesitzern geäusserte Theorie, Stoffel wolle den 381-Meter-Turm nicht wirklich bauen, er plane in Tat und Wahrheit nur die Therme-Aussenhäuser zu sanieren (Ausgabe vom 23. März). Doch dieses Szenario bestreitet der Besitzer der 7132 AG nach wie vor. «Neben dem Haupthaus ist das Selva für den laufenden Betrieb von grosser Bedeutung», sagt Stoffel. Deshalb verfolge man im Selva das Konzept eines «House of architects»: Alte Appartements, die man nicht sanierungswilligen Eigentümern abgekauft habe, würden nach den Vorgaben bekannter Ar­chitekten erneuert, auch als Ergänzung im Gästesegment architekturinteressierter Besucher.

    Trotzdem benötige das «7132 Hotel» aber den Turm-Neubau mit mehr attraktiven Zimmern in weiteren Segmenten. «Das heute vorhandene Zimmerangebot ist keine ausreichende Basis für einen kommerziell nachhaltig ausgerichteten Hotelbetrieb», ist Stoffel überzeugt.

    Die Käufe gehen weiter

    Den Kauf weiterer Appartements in den drei Aussenhäusern hat er dabei gemäss verschiedenen Medienberichten und gemäss Handelsamtsblatt bereits in die Wege geleitet: Seit Mitte April existieren 15 neue, von Stoffel kon­trollierte Firmen mit einem Aktienkapital von je 100 000 Franken. Die Gesellschaften sind durchnummeriert von 1 bis 15, und alle bezwecken sie den Kauf bestimmter Appartements auf dem Therme-Areal zu einem Preis von jeweils 50 000 Franken.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 06.05.2015


  • Zumthor, Ando, Mayne: Alles unter einem Dach

    Das Haus Selva der Therme Vals soll zum «House of architects» werden. Räume von nicht weniger als drei Pritzker-Preisträgern wird man dort ab 2016 finden. Dass die 7132 AG dafür auf den Turmbau verzichten könnte, dementiert Remo Stoffel.

    Vals. – Von Peter Zumthor gestaltete Hotelzimmer gibt es im Aussenhaus Selva der Valser Therme bereits. Dieses Jahr werden nun weitere Zimmer nach den Plänen von Architekturstar Tadao Ando saniert, wie Remo Stoffel einen Bericht von Radiotelevisiun Svizra Rumantscha bestätigt. Und 2016 sollen Räume dazukommen, die Thom Mayne respektive sein Büro Morphosis gestaltet haben.

    Damit wird das «7132 Hotel» unter dem Selva-Dach Zimmer von drei Pritzker-Preisträgern anbieten können – «House of architects» nennt Stoffel das Konzept. Die neuerlichen Investitionen ins Selva nähren allerdings auch die Spekulationen, er wolle gar nicht den Turm realisieren, sondern nur die Aussenhäuser der Therme übernehmen und zum Hotel umbauen. Doch das streitet Stoffel weiterhin ab. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 06.05.2015, 06:50 Uhr


  • «Keine Vertragsverletzung»

    Die Gemeinde Vals sieht sich im Recht: Dass Remo Stoffel das Thermalwasser gratis nutzen könne, ergebe sich klar aus den Abstimmungsunterlagen.

    von Jano Felice Pajarola

    Die Valser Gemeindeverwaltung hat die vom Vorstand angeordnete Abklärung zum Thema Thermalwassernutzung (Ausgabe vom Freitag) vorgenommen. Das Ergebnis ist aus der Sicht von Gemeindepräsident Stefan Schmid eindeutig: Von einer Verletzung des Konzessionsvertrags, wie es die «Gruppe Besorgte Valser Stimmbürger» behaupte, könne keine Rede sein, meint er.

    In beiden Kaufangeboten, über die Vals am 9. März 2012 entschieden habe, sei die Übernahme der bestehenden Verpflichtungen aus dem Konzessionsvertrag vorgesehen gewesen. Darunter habe man die «Unentgeltlichkeit der Thermalwassernutzung» verstanden, so Schmid. In den Verhandlungen zwischen den Parteien sei dies klar gewesen. In der Botschaft zur später in den März verschobenen Gemeindeversammlung vom 17. Februar 2012 sei es ebenfalls ausdrücklich so dargelegt worden.

    Für die Stimmbürger, so Schmid, sei damit völlig klar gewesen, dass bei Annahme eines der beiden Angebote die Nutzung des Wassers für den neuen Besitzer gebührenfrei sein würde, wie zuvor schon für die Hoteba AG. Deshalb habe man später auch den Verkaufsvertrag an Remo Stoffel entsprechend abgefasst.

    Seitens der «Gruppe Besorgte Val­ser Stimmbürger» bleibt man trotz der Nachforschungen der Gemeindeverwaltung auf dem Standpunkt, die 7132 AG müsse Wasserzinsen zahlen. «Der Konzessionsvertrag ist un­serer Ansicht nach höher zu gewichten als der Kaufvertrag, der den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern nicht einmal vorgelegt wurde», konstatiert Adrian Vieli, einer der Mitglieder der Gruppe.

    Im Konzessionsvertrag heisst es, die unentgeltliche Thermalwassernutzung zugunsten der Hoteba AG gelte nur so lange, wie die Gemeinde über mehr als 66 Prozent der Anteile an der Gesellschaft verfüge. Sei diese Voraussetzung nicht mehr gegeben, werde eine «periodische Nutzungsgebühr» fällig. Deren Höhe lege die Gemeinde nach Anhörung des neuen Beliehenen gemäss dessen Betriebszielen und -konzepten nach marktüblichen Bedingungen fest.

    suedostschweiz.ch/unterwegs

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 02.05.2015
  • Was passiert, wenn Vals den Turm nicht will?

    Remo Stoffel stellt die Valser in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» vor die Wahl: entweder den Turm von Architekt Thom Mayne oder ein Ende der Investitionen. Doch so einfach ist das nicht.

    Vals. – In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» meinte Remo Stoffel auf die Frage, was passieren würde, wenn die Gemeinde nein zu der Zonenplanänderung sagen würde, die für den Bau des von ihm geplanten 381 Meter hohen Hotelturms nötig wäre: «Dann entzieht man mir als Investor das Vertrauen. Dann werde ich nicht weiter investieren» («suedostschweiz.ch» berichtete).

    Doch so einfach kommt er aus der Sache nicht raus. Wenn Stoffel nicht vertragsbrüchig werden will, kann er nicht einfach den Geldhahn zudrehen. «Wenn die Valser das Turmprojekt ablehnen, ist die Sache damit nicht erledigt. Remo Stoffel müsste dann das Projekt abändern», sagt der Valser Gemeindepräsident Stefan Schmid.

    Stoffel, der derzeit in Dubai weilt, versichert gegenüber der «Südostschweiz», dass er nicht vorhabe, vertragsbrüchig zu werden. «Wir werden die Verträge, die wir geschlossen haben, nach deren Massgabe erfüllen.» Das bedeute auch, dass man nach einem Nein mit der Gemeinde zusammensitzen würde, um nach Alternativen zu suchen. «Dann hätten wir aber keine ausgereifte Idee mehr. Vom Projektstatus her gesehen müssten wir wieder beim Punkt null anfangen.»

    Mehrzweckhalle: Ball liegt bei Stoffel

    In der Frage der Mehrzweckhalle, die Stoffel und die Gemeinde gemeinsam finanzieren möchten, liegt der Ball derzeit bei Investor Stoffel. «Wir haben ihm einen Vorschlag für eine Vereinbarung vorgelegt», sagt Gemeindepräsident Stefan Schmid. Der Entwurf der Vereinbarung wurde Stoffel am 20. Februar übergeben. Die Gemeindeversammlung muss gemäss verlängerter Frist bis am 30. September 2016 einen Beschluss zur Mehrzweckhalle fassen. (bcm)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 29.04.2015, 07:00 Uhr


  • Was passiert, wenn Vals den Turm nicht will?

    Remo Stoffel stellt die Valser in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» vor die Wahl: entweder den Turm von Architekt Thom Mayne oder ein Ende der Investitionen. Doch so einfach ist das nicht.

    von Stefan Bisculm

    Der Kauf des Hotels Therme Vals war an Bedingungen geknüpft. Am Ende eines gehässigen Bieterstreits obsiegte vor drei Jahren das Angebot von Remo Stoffel. Im Gegenzug müssen 50 Millionen Franken investiert, das Hotel renoviert und ein architektonisch hochstehendes Haus mit 70 Zimmern gebaut werden. Ausserdem willigte Stoffel ein, sechs Millionen Franken für den Bau einer Mehrzweckhalle bereitzustellen, sofern die Gemeinde Vals einen gleich hohen Beitrag dafür spricht.

    In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» meinte Stoffel auf die Frage, was passieren würde, wenn die Gemeinde Nein zu der Zonenplanänderung sagen würde, die für den Bau des von ihm geplanten 381 Meter hohen Hotelturms nötig wäre: «Dann entzieht man mir als Investor das Vertrauen. Dann werde ich nicht weiter investieren» (Ausgabe von gestern). Doch so einfach kommt er aus der Sache nicht raus. Wenn Stoffel nicht vertragsbrüchig werden will, kann er nicht einfach den Geldhahn zudrehen. «Wenn die Valser das Turmprojekt ablehnen, ist die Sache damit nicht erledigt. Remo Stoffel müsste dann das Projekt abändern», sagt der Valser Gemeindepräsident Stefan Schmid.

    Stoffel, der derzeit in Dubai weilt, versichert gegenüber der «Südostschweiz», dass er nicht vorhabe, vertragsbrüchig zu werden. «Wir werden die Verträge, die wir geschlossen haben, nach deren Massgabe erfüllen.» Das bedeute auch, dass man nach einem Nein mit der Gemeinde zusammensitzen würde, um nach Alternativen zu suchen. «Dann hätten wir aber keine ausgereifte Idee mehr. Vom Projektstatus her gesehen müssten wir wieder beim Punkt null anfangen.»

    Negative Reaktionen

    In den Internetforen fielen die Reaktionen auf Stoffels jüngste Aussagen fast durchwegs negativ aus. Von Erpressung und billiger Drohgebärde war die Rede. Stoffel wehrt sich: «Das ist keine ‘Nötigung’, sondern unternehmerisches Vorgehen: Man kann doch von einem Unternehmer, der das finanzielle Risiko auf sich nimmt, nicht verlangen mehrere Projekte anzubieten, über die dann abgestimmt wird. Aus dieser Haltung heraus kann man die Ernsthaftigkeit des Projekts ablesen.»

    Im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» formulierte Stoffel trotzdem eine Alternative zum Turm: «Im Areal Boda in Vals sind heute rund 40 000 Quadratmeter Bauland eingezont. Soll ich dort lieber ein Jumbo-Chalet neben dem anderen hinbauen?» Auf Nachfrage, ob es sich dabei um einen ernsthaften Alternativvorschlag handelt, wiegelt Stoffel ab: «Wir haben keine Ahnung, was nach einem Nein passieren würde.» Gemäss Stoffel gehören ihm heute «mehr als 90 Prozent» des eingezonten Baulands im Areal Boda. Gemeindepräsident Schmid geht davon aus, dass es für Jumbo-Chalets im Areal Boda ebenfalls einer Zonenplanänderung bedürfte. «Für eine abschliessende Antwort müsste aber erst ein konkretes Projekt vorliegen.»

    Valser lassen sich Zeit

    Stoffel mag es nicht, sich vor der fraglichen Abstimmung mit «Was-wäre-wenn»-Fragen herumzuschlagen, weil diese von der eigentlichen Debatte ablenken würden, wie er sagt. Die wichtigste Frage für ihn bleibt: Welche Art von Investition führt aus der Krise des Tourismus heraus? «Wir geben mit unserem Projekt auf diese Frage eine Antwort», findet Stoffel.

    Gemeindepräsident Schmid will sich aber nicht drängen lassen. «Remo Stoffel sollte der Bevölkerung genug Zeit lassen für eine saubere Abklärung. Wenn er Druck ausübt, ist das der Sache sicher nicht förderlich. Als Valser sollte er das wissen.»

    «Das ist keine ‘Nötigung’, sondern unternehmerisches Vorgehen.»

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 29.04.2015


  • «Wir lassen uns nicht drängen»

    Thermen-Inhaber Remo Stoffel findet im «Tages-Anzeiger» von gestern klare Worte: Sagt die Gemeindeversammlung von Vals Nein zur Zonenplanänderung, die für den Hotelturm benötigt wird, «dann werde ich nicht weiter investieren».

    Stefan Schmid, Gemeindepräsident von Vals, reagiert überrascht über diese Aussage: «Er sollte eigentlich wissen, dass er nicht weiterkommt, indem er Druck auf die Bevölkerung ausübt.» Sowieso wünsche er sich, dass Stoffel dem Projekt mehr Zeit lässt. «Die Zonenplanrevision ist bis Ende Jahr nicht möglich. Wir lassen uns auch nicht drängen.» Die Zeit solle genutzt werden, um eine «fundierte Diskussion» im Dorf zu ermöglichen. Mit dem jetzigen Zeitplan sei eine «saubere Information» kaum möglich, so Schmid.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 28.04.2015


  • Stoffel stellt Valser vor die Wahl

    Unternehmer Remo Stoffel wird in Vals nicht weiter investieren, falls die Gemeinde dem Bau seines 381 Meter hohen Turms eine Absage erteilt. Für das 300-Millionen-Franken-Projekt ist eine Zonenplanänderung nötig.

    Lehne die Gemeindeversammlung diese ab, entziehe sie ihm als Investor das Vertrauen, sagte Remo Stoffel in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» und «Bund» von gestern. «Dann werde ich nicht weiter investieren».

    Stoffel zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Bevölkerung dem Bau zustimmen wird. «Und auch aus der kantonalen Verwaltung haben wir positive Signale: Die Zusammenarbeit mit den Behörden ist konstruktiv.» Für eine Revision der Ortsplanung ist auch das Ja der Bündner Regierung nötig. Wann die Stimmberechtigten von Vals Stellung zum Turm-Projekt beziehen können, ist unklar.

    Ein konkreter Termin für die Gemeindeversammlung steht nicht fest. Gemäss Gemeindepräsident Stefan Schmid ist eine Abstimmung über das Projekt noch in diesem Jahr eher unrealistisch.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 28.04.2015


  • Unternehmer Stoffel stoppt bei Nein zum Turm Investitionen in Vals

    Unternehmer Remo Stoffel wird in Vals nicht weiter investieren, falls die Gemeinde dem Bau seines 381 Meter hohen Turms eine Absage erteilt. Für das 300-Millionen-Franken-Projekt ist eine Zonenplanänderung nötig.

    Vals. – Lehne die Gemeindeversammlung diese ab, entziehe sie ihm als Investor das Vertrauen, sagte Stoffel in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» vom Montag. «Dann werde ich nicht weiter investieren». Die Valser stünden vor einem «Grundsatzentscheid» zwischen hochwertiger Architektur und«nackter Bauspekulation».

    Stoffel zeigte sich zuversichtlich, dass die Bevölkerung dem Bau zustimmen wird. «Und auch aus der kantonalen Verwaltung haben wir positive Signale: Die Zusammenarbeit mit den Behörden ist konstruktiv.» Für eine Revision der Ortsplanung ist auch das Ja der Bündner Regierung nötig.

    107 Zimmer im Turm

    Die Valser Bevölkerung hatte Stoffel schon einmal das Vertrauen geschenkt, als es um den Verkauf der Therme ging. Die Gemeindeversammlung zog ihn 2012 als Käufer dem Therme-Schöpfer und Stararchitekten Peter Zumthor vor.

    Der Kaufpreis für Therme und Hotel belief sich auf 7,8 Millionen Franken. Dazu verpflichtete sich der Käufer, 50 Millionen Franken zu investieren, das Hotel zu renovieren und ein weiteres, architektonisch hochstehendes Haus mit 70 Zimmern zu bauen.

    Im nun geplanten Hotelturm sollen 107 Zimmer entstehen, sagte Stoffel. Je nach Zimmer oder Suite koste eine Übernachtung im Durchschnitt 1600 Franken. (sda)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 27.04.2015, 07:25 Uhr


  • Stoffel stellt Valser vor Grundsatzentscheid

    Unternehmer Remo Stoffel wird in Vals nicht weiter investieren, falls die Gemeinde dem Bau seines 381 Meter hohen Turms eine Absage erteilt. Für das 300-Millionen-Franken-Projekt ist eine Zonenplanänderung nötig.

    Zürich. – Lehne die Gemeindeversammlung diese ab, entziehe sie ihm als Investor das Vertrauen, sagte Remo Stoffel in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» und «Bund» vom Montag. «Dann werde ich nicht weiter investieren». Die Valser stünden vor einem «Grundsatzentscheid» zwischen hochwertiger Architektur und «nackter Bauspekulation».

    Stoffel zeigte sich zuversichtlich, dass die Bevölkerung dem Bau zustimmen wird. «Und auch aus der kantonalen Verwaltung haben wir positive Signale: Die Zusammenarbeit mit den Behörden ist konstruktiv.» Für eine Revision der Ortsplanung ist auch das Ja der Bündner Regierung nötig.

    107 Zimmer

    Die Valser Bevölkerung hatte Stoffel schon einmal das Vertrauen geschenkt, als es um den Verkauf der Therme ging. Die Gemeindeversammlung zog ihn 2012 als Käufer dem Therme-Schöpfer und Stararchitekten Peter Zumthor vor.

    Der Kaufpreis für Therme und Hotel belief sich auf 7,8 Millionen Franken. Dazu verpflichtete sich der Käufer, rund 50 Millionen Franken zu investieren, das Hotel zu renovieren und ein weiteres, architektonisch hochstehendes Haus mit 70 Zimmern zu bauen.

    Im nun geplanten Hotelturm sollen 107 Zimmer entstehen, sagte Stoffel. Je nach Zimmer oder Suite koste eine Übernachtung im Durchschnitt 1600 Franken.

    Urnenabstimmung entscheidet

    Wann die Stimmberechtigten von Vals Stellung zum Turm-Projekt beziehen können, ist unklar. Ein Termin für die Gemeindeversammlung steht nicht fest. Gemeindepräsident Stefan Schmid sagte am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, eine Abstimmung über das Projekt noch in diesem Jahr halte er für unrealistisch.

    Für den Turm muss der Zonenplan angepasst werden. Gemäss Angaben des Gemeindepräsidenten wird die Gemeindeversammlung dereinst nicht abschliessend über Stoffels Projekt entscheiden. Der Würfel über den Bau fallen letztlich an der Urnenabstimmung. (sda)

    Quelle: sda
    Datum: 27.04.2015, 15:06 Uhr
  • «Die Therme war eine todgeweihte Braut»

    InterviewRemo Stoffel, der Besitzer der Valser Therme, äussert sich zu seinen Turmbau-Plänen. Und er weist den Vorwurf zurück, beim Kauf sei nicht alles rechtens gewesen.

    Mit Remo Stoffel sprachen Daniel Foppa und Res Strehle

    Ihr Projekt eines Nadelhochhauses für Vals ist nicht auf ungeteilte Begeisterung gestossen, die Skepsis überwiegt. Enttäuscht?
    Natürlich ist das nicht sehr ermutigend, wenn man sich lange mit einem Projekt auseinandersetzt und danach in erster Linie über die Höhe des Hauses diskutiert wird. Es geht hier jedoch um eine Grundsatzfrage, wie sich der Tourismus in der Schweiz weiterentwickeln soll. Er steht vor einer technologischen Erneuerung wie das Büro vor 30 Jahren, als noch auf einer Kugelkopfschreibmaschine geschrieben wurde: Der Tourismus ist auf dem Weg von einer arbeitslastigen zu ­einer kapitallastigen Branche.

    Vals ist nicht St. Moritz. Schon ein Ort wie Andermatt ist schwierig zu gewinnen für reiche Klientel, auf die Sie setzen – obwohl dort total 2 Mil­liarden Franken in die Aufwertung der Region investiert werden sollen.
    Das lässt sich nicht vergleichen. Andermatt ist in erster Linie ein Immobilienprojekt. Man schafft die Basis, um Wohnungen und Häuser zu verkaufen. Wir wollen in Vals ein Hotel realisieren, das wirtschaftlich überlebensfähig ist und das wir nicht verkaufen werden.

    Ihre reiche Klientel erwartet eine entsprechende Umgebung.
    Wir haben mit Laax ein fantastisches Skigebiet in der Nähe, in Sagogn einen Golfplatz. Aber wir wollen nicht den klassischen Feriengast ansprechen, die Familie, die Freizeitaktivitäten sucht. Das geplante Hotel entspricht einem Bedürfnis international tätiger Geschäftsleute, die auf ihren Reisen geschäftliche und private Aktivitäten kombinieren. Ich verbringe zweimal sechs Wochen jährlich mit meiner Familie in Dubai, je zwei Wochen bin ich alleine dort. Ob Sie diese Klientel anziehen können, darüber entscheidet nicht der traditionelle Luxus: Auch andernorts ist das Bett weich, das Filet zart.

    Was entscheidet denn?
    Neu kommt der Raum als Luxuskriterium dazu: Die Raumgrösse, die Raumhöhe und der Level über dem Boden bilden die Kriterien des Architektur- und Raumerlebnisses. Sie lösen im Menschen ein gutes Gefühl aus. In der Fläche, dem Volumen und dem gewachsenen Raum über dem Terrain: Je höher ein Objekt und je mehr Raumvolumen, desto freier fühlen sich die Gäste in luftiger Höhe. Es gibt in Europa nicht viele Hotels mit grossen Raumeinheiten in der Höhe.

    Da besteht eine Marktnische?
    Absolut.

    Gibt es für Ihr Projekt einen Businessplan?
    Dafür ist es zu früh. Das Hotel wird funktionieren, denn wir haben zwei weitere Standortvorteile: hohe Sicherheit und eine intakte Landschaft. Für eine exponierte Persönlichkeit, die mit ihrer Familie reist, ist Sicherheit ein zentrales An­liegen: Vals liegt in einem Hochtal mit nur einer Zufahrtsstrasse – ein Attentäter hat null Chancen, zu entkommen, null! Dazu kommen die Kühle im Sommer und die Quellen, die heiligen Wasser: eine Kombination von Thermal- und Mineralwasser. Mit dem Helikopter ist man sehr schnell an verschiedenen Orten: den Seen im Tessin, dem Wallis, der Innerschweiz.

    Ohne Businessplan ist der Erfolg dieses Projekts Glaubenssache.
    Einen Businessplan erstellen kann jeder, das ist keine Kunst. Er spuckt Ihnen die Zahlen aus, die Sie eingeben. Wichtiger ist die Sachlogik: Ich muss kein Guru sein, um herauszufinden, dass der Schweizer Tourismus deshalb in der Krise ist, weil die Löhne im Verhältnis zu den Preisen zu hoch sind. Der Monatslohn der Angestellten entspricht im Ausland etwa dem Erlös von einer bis drei Hotelnächten. In der Schweiz brauchen Sie zu dessen Finanzierung rund zehn bis zwanzig Hotelnächte. Das kann auf Dauer nicht rentieren. Ein Ausweg wäre, die Löhne zu senken – und das können wir nicht. Also müssen wir die Übernachtungspreise erhöhen. So haben wir auch wieder die Chance, Schweizer Angestellte zu finden.

    Wie teuer wird denn eine Übernachtung im Turmhotel sein?
    Das hängt vom Zimmer oder von der Suite ab. Im Schnitt werden es etwa 1600 Franken pro Übernachtung sein.

    Das Bieterverfahren der Gemeinde beim Verkauf der Therme und des dazugehörigen Hotels an Sie war sehr undurchsichtig.
    Die Gemeinde hat 20 Jahre lang einen ­Investor gesucht: Peter Zumthor, der Erbauer der Therme, wurde bekniet, die Gemeinde hat Hunderttausende von Franken ausgegeben, um einen Investor zu suchen. Die Therme war eine ausgelutschte, todgeweihte Braut, die niemand berühren wollte, ausser mit einem Steckchen. Nach 2009 brachen die Umsätze ein, danach war eine Notsituation. Wir fanden es traurig, dass nichts passiert, und fragten das Amt für Tourismus an, ob es für Vals einen Plan gebe. Ich habe dann der Gemeinde ein Projekt vorgeschlagen, sie war erst skeptisch. Wir mussten die Daten aufbereiten, das kostete rund eine halbe Million. Deshalb haben wir die Zusage erhalten, dass unser Projekt der Gemeindeversammlung vorgelegt wird. Erst nach dem Bekanntwerden unseres Angebots gab es plötzlich weitere Interessenten. Zuletzt blieb die Gruppe um Zum­thor.

    Ein Memorandum of Understanding zwischen Ihnen und der Gemeinde sicherte Ihnen Exklusivität bei den Kaufverhandlungen zu. Für die Mitbieter galten nicht die gleichen Bedingungen wie für Sie.
    Das mag sein, aber das ist nicht unser Problem. Ausserdem kannte die Gruppe um Zumthor das Hotel bestens, sie haben es schliesslich jahrelang betrieben.

    Ein Valser hat wegen der Umstände des Verkaufs der Therme mithilfe des früheren Tessiner Staatsanwalts Paolo Bernasconi Strafanzeige eingereicht. Er wirft Verwaltungsräten der Therme Nötigung und Amtsmissbrauch vor. Was sagen Sie dazu?
    Diese Anzeige betrifft mich nicht. Es handelt sich offensichtlich um einen weiteren hilflosen Versuch der unterlegenen Mitbewerber, den Verkauf der Therme mit haltlosen Beschuldigungen und mit Vorwürfen an die Gemeinde Vals zu diskreditieren.

    Wie war die Differenz im Angebot?
    Wir boten 11,777 777 Millionen Franken, die anderen 11 Millionen.

    Und wie viel haben Sie bisher bezahlt?
    Der Kanton hat einem künftigen Investor 4 Millionen Wirtschaftsförderung in Aussicht gestellt, also blieb für uns ein Kaufpreis von 7,777 777 Millionen: siebenmal die Sieben.

    Eine magische Zahl.
    Genau.

    Haben Sie eine esoterische Seite?
    Ich glaube an Glückszahlen, deshalb wird das Hotel 107 Zimmer haben. 107 gibt in der Quersumme 8.

    Und?
    Das ist eine Glückszahl.

    Die 7,777 777 Millionen haben Sie bezahlt?
    Wir haben bis jetzt 1,777 Millionen bezahlt. Für die verbleibenden 6 Millionen haben wir mit der Gemeinde vereinbart, dass wir gemeinsam in die Infrastruktur der Gemeinde finanzieren, für Tagungs- und Seminarräume, ein Sportzentrum und anderes. Die Gemeinde wird denselben Betrag aufbringen. Sie finanziert ihn aus dem Kaufpreis für die Therme.

    Die übrigen 6 Millionen wären Ende März fällig gewesen.
    Die Gemeinde konnte das Projekt bisher nicht verbindlich planen, weil eine Gruppe von 20 Leuten die Entscheide der Gemeindeversammlung angefochten hat. Damit war nicht klar, ob der Verkauf rechtskräftig würde. Dabei hat die Gemeinde dem Projekt in einem zweistufigen Verfahren zugestimmt, das zweite Mal mit gegen 75 Prozent. Ich habe mich bereit erklärt, die Frist bis zum September 2016 zu verlängern.

    Dann haben Sie bisher nur 1,7 Millionen für die Therme bezahlt. Und der zugesagte Neubau ist in weiter Ferne.
    Der Neubau wird der Turm sein, über den die Gemeinde nochmals abstimmen muss. Wir sind seit November 2013 Eigentümer der Therme und des dazugehörigen Hotelbetriebs. Zaubern können auch wir nicht. Aber wir haben inzwischen die Zimmer renoviert, die Küche. Wir haben 20 Millionen im vergangenen Jahr investiert, 15 Millionen dieses Jahr und dazu 10 Millionen in Arrondierungen.

    Gab es stille Reserven?
    Wo? Der Bau war in einem desolaten Zustand. Die Küchenlüftung stammte aus den 60er-Jahren, teilweise war das Haus mit Asbest isoliert, die Stromeinrichtung inakzeptabel. Wo sind da stille Reserven?

    Wer an der Gemeindeversammlung dem Verkauf der Therme zustimmte, wusste nicht, dass er später wird Ja sagen müssen zu einem 380 Meter hohen Turm, damit die zugesagten Investitionen fliessen.
    Ich hatte den Auftrag, hochwertige Architektur nach Vals zu holen, und das habe ich getan. Alle Projekte, die zur Diskussion standen, waren Türme. Als die Valser Ja sagten zu meinem Projekt, sagten sie Ja zu Veränderungen und zu einer progressiven Zukunft für ihr Dorf.

    Muss Vals auf die Investitionen verzichten, wenn der Turm nicht realisiert wird?
    Ich bin zuversichtlich, dass die Bevölkerung dem Bau zustimmen wird. Und auch aus der kantonalen Verwaltung haben wir positive Signale: Die Zusammenarbeit mit den Behörden ist konstruktiv. Der Turm ist das Ergebnis eines Architekturwettbewerbs, an dem sich zwei Pritzkerpreisträger beteiligt haben. Das wird kein Plattenbau aus Ostdeutschland. Schaffen Sie es erst einmal, zwei Pritzkerpreisträger an Bord zu holen!

    Gemäss Mitteilung der Architekturjury fand die Mehrzahl ihrer Mitglieder, der Turm passe nicht nach Vals. Trotzdem entschieden Sie, dass der Turm der Gewinner ist.
    Nur eine Minderheit der Jury hat sich geäussert. Die Jury war sich in der Beurteilung des Projekts uneins, weshalb sie keine Empfehlung abgab. Damit sie das Gesicht wahren konnte, habe ich den Wettbewerb in diesem Stadium ohne Nennung eines Gewinners beendet. Ich trage das Risiko für den Bau und habe zum Schluss als freier Mensch entschieden.

    Nochmals: Was würde passieren, wenn die Gemeindeversammlung Nein sagt zur Zonenplanänderung, die für den Turmbau nötig ist?
    Dann entzieht man mir als Investor das Vertrauen. Dann werde ich nicht weiter­investieren. Die Valser müssen sich überlegen, ob sie den Turm wollen – oder was die Alternative ist. Im Areal Boda in Vals sind heute rund 40 000 Quadratmeter Bauland eingezont. Soll ich dort lieber ein Jumbo-Chalet neben dem anderen hinbauen? Die Valser müssen einen Grundsatzentscheid fällen: Wollen sie die hochwertige Architektur des Turms von Thom Mayne in die bestehende Hotelanlage einfügen – oder will man nackte Bauspekulation in der Fläche ausbreiten?

    Bauen Sie den Turm an einem anderen Ort, wenn Vals Nein sagt?
    Das sind Optionen, die ich dann prüfe, wenn es dazu kommen sollte. Das Projekt hat ein internationales Echo ausgelöst, aber ich möchte den Turm in Vals bauen. Er gibt dem Dorf ein positives Image und ist eine alternative Antwort auf die gegenwärtigen touristischen Bedürfnisse.

    Laut Urteil des Bundesstrafgerichts von 2010 ging die Eidgenössische Steuerverwaltung in Ihrem Fall von Nachsteuerforderungen von 151,35 Millionen Franken aus.
    Die angeblichen Steuervorwürfe sind die Folge eines früheren Konflikts mit einem ehemaligen Geschäftspartner. Diese Angelegenheit ist abgeschlossen. Ich habe keine Steuerschulden.

    Wollen Sie eigentlich aus Verbundenheit mit Ihrer Herkunftsregion in Vals investieren – obwohl das Risiko gross ist?
    Nein, ich lanciere dieses Projekt, weil ich daran glaube, dass es kommerziell rentiert. Sonst würde ich es nicht machen. Sonst könnte ich ja auch ein Museum bauen.

    Kommentare finden Sie hier

    Quelle: Tages-Anzeiger)
    Datum: 27.04.2015, 07:37 Uhr


  • Stoffel gründet 15 neue Firmen

    Der Valser Thermebesitzer Remo Stoffel ist daran, die in die Jahre gekommene Hotelanlage schrittweise zu erneuern. Von Stockwerkeigentümern kritisch hinterfragt wurde der in den letzten Monaten erfolgte Verkauf einzelner Appartements an Stoffel nahestehende Personen und Unternehmen.Formularende

    Die Wohnungsbesitzer befürchteten, Stoffel «kaufe» sich damit Stimmen in der Stockwerkeigentümergemeinschaft und schaffe damit neue Mehrheitsverhältnisse.

    Nun hat Remo Stoffel einen neuen Weg gewählt. Wie dem Schweizerischen Handelsamtsblatt vom Donnerstag zu entnehmen ist, hat Stoffel 15 neue Aktiengesellschaften gegründet. Die von 1 bis 15 durchnummerierten Firmen 7132-1(bis 15)App AG haben alle ein Aktienkapital von 100 000 Franken, gezeichnet mit 100 Inhaberaktien zu 1000 Franken. Die Firmen haben ihren Sitz alle in Chur, Remo Stoffel ist einziges Mitglied mit Einzelunterschrift. Die Gesellschaften beabsichtigen, klar bezeichnete Grundstücke resp. Appartements zum Preis von 50 000 Franken zu übernehmen. «Die aktuell gegründeten Aktiengesellschaften sind für die Übernahme und Sanierung weiterer Appartements bestimmt», begründete Remo Stoffel, der sich aktuell mit seiner Familie noch in Dubai befindet, gegenüber dem BT diese Firmengründungen. Es gebe in der bejahrten Hotelanlage noch sehr viele Appartements im Originalzustand. Diese sollen nun laufend umgebaut und erneuert werden. Auch die in jüngerer Zeit erfolgten Verkäufe hätten diesen Zweck.

    Zu Wort gemeldet hat sich gestern auch die Gemeinde Vals, und zwar zu den in einem im «Tages-Anzeiger» erschienenen Interview mit Professor Rainer J. Schweizer. Dieser hatte im Zusammenhang mit dem Verkauf der Therme schwere Korruptionsvorwürfe erhoben. Diese entbehrten jeder Grundlage, heisst es in der Mitteilung. Der Gemeinderat Vals verwahre sich mit aller Deutlichkeit gegen diese haltlosen Unterstellungen. Damit betrachtet der Gemeinderat die Angelegenheit als abgeschlossen, auf rechtliche Schritte werde «aus heuriger Sicht» verzichtet.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 18.04.2015


  • Gemeinde Vals verzichtet auf rechtliche Schritte

    Wie zuvor der Kanton Graubünden hat nun auch die Gemeinde Vals bekannt gegeben, dass sie auf rechtliche Schritte wegen der im «Tages-Anzeiger» veröffentlichten Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit dem Verkauf des Thermehotels verzichtet.

    Vals. – Die «massiven Vorwürfe» von Staatsrechtler Rainer J. Schweizer, publiziert im «Tages-Anzeiger» vom 4. April, würden «jeglicher Grundlage entbehren», schreibt der Gemeindevorstand von Vals in einer am Freitag veröffentlichten Medienmitteilung. Die «erneut aufgewärmten und mit rufschädigenden Vorwürfen ergänzten Unterstellungen» zum Verkauf der Therme Vals im März 2012 seien «nicht nachvollziehbar».

    Angelegenheit abgeschlossen

    Den damaligen Gemeindeversammlungsbeschluss hätten einige Stimmberechtigte bis vor Bundesgericht angefochten, sie seien aber in allen Instanzen unterlegen. Für den Vorstand sei die Angelegenheit deshalb abgeschlossen. «Aus heutiger Sicht wird auf rechtliche Schritte verzichtet.»

    Dies hatte Anfang Woche auch der Kanton Graubünden so bekannt gegeben. Anders Remo Stoffel, der heutige Besitzer der Therme. Er will wegen der im «Tages-Anzeiger» veröffentlichten Vorwürfe Klage erheben.

    «Amtspflichten missachtet»

    Schweizer hatte im «Tages-Anzeiger» erklärt, die Gemeinde Vals habe beim Verkauf des Thermehotels an Remo Stoffel grobe Fehler begangen und ihre Amtspflichten missachtet. Zudem habe der Kanton seine Aufsichtspflichten verletzt. Zusammen trügen sie die Verantwortung für diesen Verkauf, der «zu den grossen Korruptionsfällen in Schweizer Gemeinden» gehöre. (so)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 17.04.2015, 14:02 Uhr 


  • Stoffel klagt – Kanton nicht

    Der Kanton Graubünden will anders als Remo Stoffel wegen der im «Tages-Anzeiger» veröffentlichten Korruptionsvorwürfe keine Klage erheben. In besagtem Artikel kritisierte der Staatsrechtsprofessor Rainer J. Schweizer, das Verhalten von Stoffel, der Gemeinde Vals und der Bündner Regierung beim Verkauf der Therme.

    Chur. - Laut Regierungspräsident Martin Jäger sehe die Regierung keinen Anlass, auf den Artikel zu reagieren: «Sämtliche im Text aufgeführten Vorwürfe wurden bereits abgehandelt. Solange keine neuen Fragen vorliegen, sieht die Regierung keine Ursache, die Sache neu aufzurollen.»

    Vonseiten der Gemeinde Vals heisst es, man werde im Verlauf der Woche darüber tagen, ob eine Klage infrage käme.

    Klage gegen Tamedia noch offen

    Stoffel wird gegen Schweizer einen Strafantrag wegen Ehrverletzung einreichen. Ob er eine zivilrechtliche Klage gegen das Verlagshaus Tamedia und die Redaktion anstrebt, ist indes noch unklar. Stoffels Medienbeauftragter, Peter Hartmeier, sagt: «Remo Stoffel will, dass jeder Vorwurf der Korruption vom Tisch ist.»

    Bei einem Gespräch, das am Montagnachmittag stattfand, habe sich der «Tages-Anzeiger» bereit erklärt, ein Interview mit Stoffel zu publizieren, in dem er seine Stellungnahme erläutern könne.

    Dies reiche jedoch nicht, so Hartmeier weiter. «Zurzeit könnte Stoffel schliesslich auch der «New York Times» ein Interview geben. Die Klage wird nur dann nicht angestrebt, wenn der «Tages-Anzeiger» sich klar vom Artikel distanziert.»

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 14.04.2015, 17:30 Uhr


  • Hotelier Kurt Baumgartner: «Auf qualitative Gäste setzen»

    Kurt Baumgartner gilt mit seinen «Belvédère»-Hotels in Scuol als erfolgreichster Hotelier im Unterengadin. Im Interview spricht er über neue touristische Ansätze, über den Turm von Vals und darüber, was die Schweizer von den Amerikanern lernen können.

    Mit Kurt Baumgartner sprach Fadrina Hofmann

    Zeitung, online, Radio, Fernsehen – alle Medien, die unter dem Namen «Südostschweiz zusammenarbeiten, verlassen das frisch bezogene Medienhaus und besuchen die Menschen vor Ort. Diese Woche ist das Engadin an der Reihe. Zum Auftakt äussert sich Hotelier Kurt Baumgartner zur Situation der Engadiner Hotellerie.

    Herr Baumgartner, willkommen zurück in der Heimat. Sie sind erst vor wenigen Tagen von einer acht Monate langen Weltreise mit der Familie zurückgekehrt. Was konnten Sie als Hotelier von dieser Reise mitnehmen?

    Kurt Baumgartner: Auf der strategischen Ebene konnte ich einige wichtige Erkenntnisse mitnehmen. Ein Punkt ist: Wir werden in Zukunft sicher nicht mehr um die Asiaten herumkommen. Die chinesischen Individualgäste sieht man jetzt in Neuseeland, in Australien, in Amerika und in Asien. Warum sollen diese Touristen nicht auch in die Schweiz kommen? Ein weiterer Trend sind flexible Preise. Wir haben in ungefähr 120 Hotels übernachtet und fixe Preislisten haben wir praktisch nicht mehr gesehen. Es wird alles ab Tablets oder Handy gebucht. Wochenpreise, Pauschalbuchungen etc. – die Zeiten sind vorbei. Und drittens habe ich gemerkt, dass es immer mehr hybride Formen gibt, zum Beispiel bewirtschaftete Appartments. Da wo die Labour-Kosten hoch sind, werden hybride Formen kommen. Es sind zwar alle Serviceleistungen vorhanden, aber nicht mehr im Rahmen eines klassischen Hotels, wie wir es kennen.

    Was halten Sie eigentlich von der Dienstleistungsqualität in Graubünden?

    Auf der Weltreise habe ich festgestellt, dass die Amerikaner zwar sehr geschäftstüchtig beim Geld-Abknöpfen, aber wahnsinnig freundlich sind. «No problem», ist die Standardantwort auf alle Gästefragen. Sie sind sehr kundenorientiert. In diesem Bereich könnten wir von den Amerikanern noch etwas lernen.

    Gibt es Ansätze, welche Sie nach den Erfahrungen in verschiedenen unterschiedlichen Hotels auf der ganzen Welt konkret in Ihrem Beåtrieb im Engadin in Zukunft übernehmen werden?

    Meine Frau hat Details gesehen, die sie übernehmen möchte, wie eine attraktivere Kinderkarte. Ich hingegen möchte auf der strategischen Ebene noch mehr die elektronischen Buchungsplattformen pushen und das Augenmerk noch mehr auf die Preisflexibilität legen.

    Ihnen wird vorgeworfen, Sie machen den Preismarkt in der Region kaputt...

    Gegenwärtig ist der Preis einer der wichtigsten Buchungsgründe. Wir können uns wegen der Grundauslastung teilweise flexiblere Preise erlauben. Nur damit können wir unseren Dienstleistungsgrad erhalten. Leistungen streichen zu müssen, würde uns schmerzen. Deswegen plädiere ich für neue warme Betten. Skifahren ist ein Frequenzengeschäft. Um das Bestehende erhalten zu können, brauchen wir eine gewisse Menge im Tal: für das Bad, für die Bergbahnen, für die gesamte Infrastruktur.

    Auch andere Täler suchen nach mehr Frequenzen. Was halten Sie von Remo Stoffels Idee, einen gigantischen Turm über – 380 Meter hoch über dem beschaulichen Dorf Vals – für die Superreichen in zu bauen?

    Vom Turm halte ich nichts. Die reichen Araber brauchen auch das entsprechende Umfeld, und ob Vals dieses bieten kann, bezweifle ich. Gegenwärtig setzen alle auf die reichen Chinesen und Araber, aber davon gibts ja nicht unbeschränkt viele. Warum ist Gstaad nicht voll, warum St. Moritz nicht?

    Auf welchen Gast sollte Graubünden denn Ihrer Meinung nach setzen?

    Sicher auf den qualitativen Gast. Wir können nicht über den billigen Gruppengast überleben. Da hat der Tourismus im Kanton wegen der zu hohen Produktionskosten keine Chance.

    Die Frankenstärke macht die Situation nicht einfacher. Was halten Sie von Aussagen wie: Der Tourismus ist tot?

    Ich glaube nicht, dass wir tot sind. Ich glaube, wir stehen vor einer brutalen Zeit. Die Gemeinden und Einwohner sind sich dieser Tatsache noch nicht bewusst. Die nächsten fünf, zehn Jahre werden hart.

    Und wie kann ein Hotelbetrieb in so harten Zeiten überleben?

    Längerfristig machen sich Qualität , Konstanz und Einzigartigkeit bezahlbar. Als ich bei schönem Wetter von der Weltreise ins Engadin zurückgekommen bin, habe ich zu meiner Frau gesagt: Eigentlich wäre das hier der schönste Fleck auf der ganzen Weltreise gewesen. Wenn wir diese Schönheit nicht mehr verkaufen können, müssen wir zusammenpacken.

    Heisst das, wir verkaufen uns zu wenig gut?

    Ja, und wir produzieren zu teuer. Österreich hat ein ähnliches Produkt, hat aber den Trumpf Bauer und wir haben die Sechs in der Hand. Sie produzieren günstiger und sind in einem anderen Währungsumfeld. Wir sind gegenwärtig zu teuer.

    Wogegen die Hoteliers bekanntlich nichts machen können.

    Das ist ja das Frustrierende. Längerfristig ist eine Strukturbereinigung unausweichlich. Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen zudem dringend verbessert werden. Wenn wir jetzt nicht die Bedingungen verbessern, wann dann?

    Welche konkreten Vorschläge hätten Sie?

    Es müsste zum Beispiel doch möglich sein, die Arbeitszeit von 42 Stunden auf 44 Stunden zu erhöhen. Keinen jungen Mitarbeiter würde das schmerzen.

    Sie wollen beim Personal sparen?

    Die Mitarbeiterkosten sind 50 Prozent vom Kostenblock. An anderen Orten können wir nicht mehr sparen. Wir haben rund 150 Mitarbeiter. Lohnsenkungen sind demotivierend. Deswegen hoffen wir, dass die Gewerkschaften temporär zustimmen, die Arbeitsstunden zu erhöhen. Auch Einsteigerlöhne könnten leicht reduziert werden.

    Im Oberengadin geht jedes Jahr ein Hotel zu, im ganzen Engadin kämpfen Familienhotels ums Überleben. Sie hingegen haben immer noch Erfolg. Was machen Sie anders als die andern Engadiner Hoteliers?

    Wir haben sicher eine gute Grösse mit unseren drei Häusern. Wir haben eine gute Lage und ein gutes Produkt. Das individuelle Produkt ist immer das beste Marketing.

    Wie sieht dieses Produkt aus?

    Die Vernetzung der drei Häuser mit dem Bogn Engiadina überzeugt. Wir sind das Ressort mitten im Zentrum mit der Kombination Wellness und Skifahren. Wir haben eine klare Linie in der Architektur. Ausserdem haben wir das Unternehmen während 15 Jahren hart aufgebaut und haben eine enorme Gästekartei. Soeben starten wir eine Postkartenaktion, bei der 47 000 Kunden angeschrieben werden. Das kostet uns 50 000 Franken, aber wir müssen im Euroumfeld mit attraktiven Angeboten kommen.

    Das heisst, man müsste trotz der harten Zeiten investieren?

    Ja, denn viele Hotels entsprechen nicht mehr dem Zeitgeist. Die Gäste sind anspruchsvoller geworden. Der Markt ist knallhart. Es ist eine Herausforderung für kleine Hotels, die nötige Investitionskraft zu erreichen. Wir investieren zwei Millionen Franken diesen Frühling. Zwei Stockwerke des Hotels «Belvair» werden komplett erneuert, der Turmbereich des Hotels «Belvédère» wird renoviert und die Terrasse wird aufgewertet. Wir investieren aber auch in weitere Marketingmassnahmen.

    Schlussfrage: Was erwarten Sie von der kommenden Sommersaison?

    Ich glaube, es wird ein heftiger Start in die Krisenzeit. Wenn es nebst der Währungsproblematik zum dritten Mal in Folge ein verregneter Sommer wird, haben wir einen schweren Stand.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 07.04.2015


  • Dem neuen Valser Turm stehen «Zwerge» im Weg

    Der grosse Wurf ist da, jetzt wartet die Detailarbeit: Remo Stoffels 7132 AG muss ihrer «Femme de Vals» den Boden ebnen. Nur schon die Besitzverhältnisse auf dem Bauareal werfen aber Fragen auf.

    von Jano Felice Pajarola

    Es sind nur Garagen. Bauliche Zwerge, verglichen mit dem Hotelturm. Doch sie stehen genau dort, wo sich – geht es nach den Plänen der 7132 AG – die 381 Meter hohe Nadel von Vals erheben soll: zwischen den beiden Therme-Appartementgebäuden Tomül und Selva. Von ursprünglich zwölf sind noch acht übrig geblieben, von ihnen gehören allerdings nur drei der Gesellschaft von Remo Stoffel. Fünf Garagen sind im Besitz von anderen Wohnungseigentümern auf dem Areal. Die 7132 AG kann nicht über sie verfügen.

    «Die acht Garagen bilden eine eigene Stockwerkeigentümer-Gemeinschaft», erläutert Martin Stuber, Delegierter der Eigentümer im Haus Selva, in dem vier der fünf Garagenbesitzer ein Appartement haben. «Der Boden, auf dem die Garagen stehen, gehört dieser Gemeinschaft. Und um sie aufzulösen, braucht es einen einstimmigen Beschluss.» Ein einziger nicht verkaufswilliger Besitzer kann also alles blockieren. Roland Imboden, Delegierter im Haus Tomül, fügt an: «Bezüglich Eigentumsrecht kann man an den Garagen nicht rütteln.» Stoffel werde wohl versuchen, sie den Besitzern teuer abzukaufen.

    Die Garageneigentümer selbst können sich derzeit noch nicht äussern, wie einer von ihnen, der Deutsche Gunter Lenk, betont. Obwohl Betroffene, hätten sie von der 7132 AG noch keine Informationen zum Projekt bekommen. Garagen gibt es notabene nicht nur auf dem Therme-Areal, sondern auch im Gebiet des geplanten Parks von Tadao Ando. Und dort sind sie ebenfalls ein Stolperstein: Bei den Garagen im Boda handelt es sich um eine Parzelle im Miteigentum, und nicht alle Besitzer wollen verkaufen.

    Zeichen stehen auf Ablehnung

    Ein Anteil zum Beispiel gehört Liselotte Hopp. Die gebürtige Deutsche lebt seit 40 Jahren in Vals – und sie ist eine erklärte Gegnerin von Pius Truffer und Remo Stoffel. «Wir geben die Garage nicht her», sagt sie, «keinesfalls.» Auf den aktuellen Plänen des Ando-Parks seien sie denn auch ausgeklammert, meint Hopp. «Sie haben wohl gewusst, dass sie bei uns keine Chance haben.»

    Zurück aufs Therme-Areal. Widerstand könnte Stoffels «Femme de Vals» auch aus dem Haus Tomül erwachsen. «Der obere Teil des Turms mag ja ar­chitektonisch noch interessant aussehen», stellt Peter Vetsch fest, einer der Eigentümer-Delegierten des Gebäudes. «Aber er hat auch einen Sockel, und der ist eine Katastrophe für die bestehende Anlage.» Nicht nur zerstöre er das bauliche Ensemble, auch das Haus Tomül sei dahinter «bis zum siebten Stock begraben. Aus den Wohnungen wird man nur gegen eine Wand sehen.»

    «Das ist völlig respektlos den Eigentümern gegenüber», erklärt Vetsch. Für ihn steht deshalb ausser Frage: «So, wie es sich jetzt präsentiert, müssen wir das Projekt entschieden ablehnen. Wir sind gewappnet.»

    AG zeigt sich optimistisch

    Widerstand aus dem Haus Tomül also scheint vorprogrammiert. Wie aber will die 7132 AG das Problem mit den Garagen lösen, die ihr nicht gehören? Stoffel setzt auf das Planungsverfahren. Dabei würden innerhalb des Arealperimeters die Interessen aller involvierten Parteien vom Gemeindeplaner geprüft und so weit wie möglich berücksichtigt, erklärt er. Man organisiere Flächen und Verkehr neu, erarbeite optimale Lösungen – und nehme auch Neuzuteilungen vor. Die 7132 AG als «massgebende Landeigentümerin des Areals» sei überzeugt, mit dem angestrebten Verfahren «für alle involvierten Parteien zufriedenstellende Lösungen» erreichen zu können – ja «teilweise gar Verbesserungen.»

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 07.04.2015
  • Höchste Zeit für ein «Denk mal»

    Mit der Therme von Peter Zumthor hat Vals ein Denkmal. Jetzt soll mit dem 380-Meter-Hotelturm «Femme de Vals» ein zweites dazukommen.

    Ein Kommentar von Pieder Caminada, stv. Chefredaktor

    Am 10. Dezember 1998 geschah in Vals Ungeheuerliches. In den frühen Morgenstunden, als die guten Valser Katholiken andächtig in der Kirche beteten, ­deponierten Unbekannte auf dem schmucken Dorfplatz einen riesigen Betonklotz. Da stand er nun – und niemand wusste, woher er kam und was die Valser damit anfangen sollten. Ratlosigkeit machte sich breit – und auch Wut. Aber Wut auf wen?

    Erst einige Tage später gaben die Urheber des Betonklotzes sich zu ­erkennen. Darunter waren auch die heute schwer verfeindeten Pius Truffer und Peter Schmid, die damals aber noch beste Freunde waren und bei der neuen Therme von Architekt ­Peter Zumthor die Fäden zogen. Die selbst ernannten Vordenker erklärten der mittlerweile sehr verärgerten ­Bevölkerung, dass der Betonklotz ein «Denk mal» sei. Die Valser sollten nach dem Hype um die Zumthor-Therme darüber nachdenken, in ­welche Richtung sich ihr Tourismus entwickeln solle. Ob man noch mehr Touristen wolle oder doch nicht ­lieber einen sanften Tourismus, der auf die gewachsenen Strukturen Rücksicht ­nehme und nicht alles verschandele. Einige Wochen später kam es in der brechend vollen Turnhalle zur Chropfleerete. Und dann begannen die Valser nachzudenken.

    Jetzt, wo man weiss, was Gross­investor Remo Stoffel und der heim­liche Dorfkönig Pius Truffer in Vals neuerdings vorhaben, wäre es wieder Zeit, um in Ruhe nachzudenken. Stattdessen wird in Vals gestritten. Der Therme-Verkauf an Remo Stoffel hat die Bevölkerung entzweit. Und der ­geplante 380 Meter hohe Hotelturm «Femme de Vals» droht zu einer «Femme fatale» zu werden.

    Aber wer streitet, kann nicht ­richtig denken. Und darum ist es höchste Zeit, dass auf dem Valser Dorfplatz wieder ein Betonklotz ­deponiert wird. Wie damals im Jahr 1998: drei Meter lang, drei Meter breit, drei Meter hoch – und 17 Tonnen schwer. Diesmal aber finanziert von der Valser Bevölkerung. Sie soll zumindest in diesem Fall vom millionenschweren Geldgeber Stoffel un­abhängig bleiben. Und die Valser können sich das auch locker leisten. Denn erstens kommt so ein Klotz nicht allzu teuer zu stehen. Und zweitens kostet Denken wohl Anstrengung – aber kein Geld. Also, Vals: «Denk mal!»

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Glarus
    Datum: 07.04.2015


  • Die Millionenwette

    Analyse  Der Turmbau zu Vals mag bizarr sein. Die Idee dahinter ist es nicht. 
     
    Von Edgar Schuler 

    Die Meinungen sind gemacht: Ein gläserner Hotelturm, hoch und schlank wie kaum ein Wolkenkratzer in Manhattan und das im verwunschenen Vals – eher gefriert die Hölle, als dass so etwas Tatsache wird. Gemacht sind auch die Meinungen über Reto Stoffel, den Immobilientycoon aus Vals, der hinter der Idee steckt. Zu viel Unklares scheint in dessen Vergangenheit mitzuschillern.

    Mag sein. Schade aber, dass in den zahlreichen Verrissen zu den Valser Investitionsplänen ein wichtiger Anstoss untergeht, der von dem Projekt hätte ausgehen können. Und der betrifft den miserablen Zustand unseres Fremdenverkehrs.

    Die Berggebiete verzeichnen Jahr für Jahr weniger Übernachtungen. Jeder dritte Tourismusbetrieb in den Bergen schreibt rote Zahlen. Lange hatte man mit dem schwunghaften Verkauf von Feriendomizilen den Anschein einer touristischen Entwicklung vorgespiegelt. Das hatte die bekannten Folgen für die Berglandschaften: kalte Betten, geschlossene Rollläden, Siedlungsbrei. Aber mit dem Ja zur Zweitwohnungs­initiative ist damit Schluss. Jetzt kommt der Frankenschock dazu. Wer vorher von den Verkäufen lebte, wird es nicht mehr lange tun.

    Hotels statt Häuser

    Der Glasturm in Vals wäre, wenn denn die Bagger einmal auffahren würden, eine 300-Millionen-Franken-Wette auf eine andere Zukunft des Tourismus in den Schweizer Bergen. Eine Zukunft, in der die Aussicht nicht von Hüsli und Ferienwohnblöcken weiter zugestellt wird, die Exklusivität der Hotellerie der Einmaligkeit der Schweizer Berge entspricht und als einzigartiges Erlebnis zu entsprechenden Preisen an eine globale Geldelite verkauft wird.

    Ob Vals dafür der richtige Ort ist, der Turm die richtige Idee und Reto Stoffel der richtige Investor, das ist so ungewiss wie der Ausgang jeder anderen Wette. Aber das war schon so in der Frühzeit des Schweizer Tourismus. Ein gewisser Johannes Badrutt wettete Ende des 19. Jahrhunderts mit seinen englischen Sommergästen, dass es ihnen auch im Winter in seinem verwunschenen Hochtal gefallen werde. Er gewann die Wette und machte St. Moritz zum Treffpunkt einer globalen Geldelite.

    (Tages-Anzeiger)
    Datum: 06.04.2015, 21:09 Uhr)


  • Hotelturm in Vals
    Macht Stoffels Turm das Valser Wasser kaputt?

    Coca-Cola fürchtet, der Hotelturm in Vals könnte das Mineralwasser verschmutzen. Auch die Gemeinde ist besorgt.

    Publiziert: 05.04.2015, Aktualisiert: 06.04.2015
    Von Guido Schätti

    Die Therme machte Vals zum Pilgerort für Architekturfans. Doch die 1000-Seelen-Gemeinde im hintersten Val Lumnezia war schon zuvor in aller Munde. Dank des Valser Wassers und des Alpöhi, der es in den TV-Spots seit den 70er-Jahren trinkt.

    Doch das Valser Wasser könnte schon bald nicht mehr «guat» sein. Dies zumindest fürchtet der US-Konzern Coca-Cola. 190 Millionen Franken blätterten die Amerikaner 2012 für die Valser Mineralquellen AG auf den Tisch. Die Investition lohnt sich nur, wenn die St. Petersquelle noch lange sprudelt.

    Der geplante 381 Meter hohe Hotelturm von Investor Remo Stoffel (37) stellt dies nun aber in Frage. «Der vorgestellte Bau wäre in der Quellschutzzone», sagt Coca-Cola-Sprecher Patrick Bossart zu SonntagsBlick. «Deshalb werden wir keinerlei Risiken eingehen, welche die hohe Qualität des Valser Wassers gefährden könnten.»

    Auch die Gemeinde ist alarmiert. «Wasser hat einen enorm hohen Stellenwert für uns», sagt Gemeindepräsident Stefan Schmid (44). «Das Projekt darf die Quelle nicht gefährden. Sonst ist es nicht bewilligungsfähig.»

    Investor Stoffel hält dagegen. «Die Quellschutzzone ist höchstens am Rande tangiert», sagt er. Die wesentlichen Teile des Hotelturmes befänden sich ausserhalb. Damit hat er recht: Gemäss Zonenplan umfasst die Quellschutzzone zwar die Therme und das heutige Hotel. Der Neubau käme aber unterhalb zu liegen.

    Davon lässt sich Coca-Cola nicht beruhigen. «Wir werden die Planungsarbeiten im Quellgebiet genau beobachten», sagt Bossart.

    Stoffel will in den nächsten Wochen Sondierungsbohrungen durchführen. «Die Mineralquellen und die Gemeinde werden einbezogen.» Noch 2015 sollen die Valser über das Projekt abstimmen.

    Dies hält Gemeindepräsident Schmid für unrealistisch: «Das Projekt hat eine ganz andere Dimen­sion als eine normale Zonenplan­änderung.» Das erfordere vertiefte Abklärungen. «Ich setze ein grosses Fragezeichen hinter den Zeitplan der Bauherrschaft.»

    Quelle: www.Blick.ch
    Datum: 05.04.2015


  • Sorge um Wasserqualität

    Coca-Cola wehrt sich gegen Luxusturm von Vals

    Im bündnerischen Vals soll das grösste Hochhaus Europas entstehen. Nicht nur Coca-Cola könnte das Mega-Projekt verhindern, sondern auch fünf Auto-Garagen.

    Den Kurort Vals GR soll schon bald ein 381 Meter grosser Hotelturm dominieren. Es soll das grösste Hochhaus Europas werden. Nicht alle sind jedoch von dem Projekt begeistert.

    Coca-Cola fürchtet, der Luxusturm könnte das Mineralwasser verschmutzen. 190 Millionen Franken blätterten die Amerikaner 2002 für die Valser Mineralquellen AG auf den Tisch. Der vom Churer Investor Remo Stoffel geplante Bau stellt die Investition nun aber in Frage.

    «Projekt darf die Quelle nicht gefährden»

    «Der vorgestellte Bau wäre in der Quellschutzzone», sagt Coca-Cola-Sprecher Patrick Bossart zu «SonntagsBlick». «Deshalb werden wir keinerlei Risiken eingehen, welche die hohe Qualität des Valser Wasser gefährden könnten.»

    Auch die Gemeinde ist in Alarmbereitschaft. «Wasser hat einen enorm hohen Stellenwert für uns», sagt Gemeindepräsident Stefan Schmid. Das Projekt dürfe die Quelle nicht gefährden. «Sonst ist es nicht bewilligungsfähig», so Schmid. Stoffel sieht das anders: «Die Quellschutzzone ist höchstens am Rande tangiert», sagt er.
    Garagen stehen auf dem Grundstück

    Nicht nur die Quellschutzzone bedroht den gigantischen Bau, sondern auch ein kleiner Garagenkomplex. Denn ausgerechnet dort, wo der Hotelturm von Vals entstehen soll, befinden sich acht Garagen – fünf davon gehören nicht der Bauherrin, sondern anderen Wohnungseigentümern auf dem Areal. Um diese Garagen aufzulösen, ist unter den Besitzern offenbar Einstimmigkeit nötig, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Eine einzige Gegenstimme könnte das Aufheben der Garagen somit verunmöglichen.

    Noch 2015 sollen die Valser über das Projekt abstimmen. Dies hält Gemeindepräsident Schmid für unrealistisch: «Das Projekt hat eine ganz andere Dimension als eine normale Zonenplanänderung.» Dafür seien vertiefte Abklärungen notwendig.

    Quelle:  www.20min.ch
    Datum: 05. April 2015


  • Genügt ein einziges Nein für eine Turm-Blockade?

    Ausgerechnet dort, wo der Hotelturm von Vals entstehen soll, befinden sich fünf Garagen, die nicht der 7132 AG gehören. Und ihre Besitzer verfügen über eine Sperrminorität, wenn es um die Auflösung des Eigentums geht.

    Vals. – Kann ein kleiner Garagenkomplex die Realisierung von Remo Stoffels «Femme de Vals» verhindern? Auf dem geplanten Bauareal zwischen den Therme-Aussenhäusern Selva und Tomül stehen acht Garagen, von denen fünf nicht der 7132 AG, sondern anderen Wohnungseigentümern auf dem Areal gehören. Die Garagen bilden eine eigene Stockwerkeigentümer-Gemeinschaft – und um diese aufzulösen, ist unter den Besitzern offenbar Einstimmigkeit nötig. Das würde bedeuten: Eine einzige Gegenstimme könnte das Aufheben der Garagen verunmöglichen. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 05.04.2015, 08:00 Uhr


  • Coca-Cola fürchtet Stoffels Hotelturm

    Verschmutzung

    Der Hotelturm des umstrittenen Baulöwen Remo Stoffel sorgt für Unmut bei Coca-Cola: Der Konzern fürchtet als Folge des Baus eine Wasserverschmutzung. Auch Garagenbesitzer könnten Ärger machen.

    Coca-Cola fürchtet, der Hotelturm in Vals GR könnte das Mineralwasser verschmutzen. 190 Millionen Franken blätterten die Amerikaner 2012 für die Valser Mineralquellen AG auf den Tisch. Der vom umstrittenen Investor Remo Stoffel geplante 381 Meter hohe Hotelturm stellt die Investition nun aber in Frage. «Der vorgestellte Bau wäre in der Quellschutzzone», sagt Coca-Cola-Sprecher Patrick Bossart zu Sonntagsblick. «Deshalb werden wir keinerlei Risiken eingehen, welche die hohe Qualität des Valser Wasser gefährden könnten.»

    «Enorm hoher Stellenwert»

    Auch die Gemeinde ist alarmiert. «Wasser hat einen enorm hohen Stellenwert für uns», sagt Gemeindepräsident Stefan Schmid (44). «Das Projekt darf die Quelle nicht gefährden. Sonst ist es nicht bewilligungsfähig.» Investor Stoffel hält dagegen. «Die Quellschutzzone ist höchstens am Rande tangiert», sagt er. Die wesentlichen Teile des Hotelturmes befänden sich ausserhalb. Stoffel will in den nächsten Wochen Sondierungsbohrungen durchführen. «Die Mineralquellen und die Gemeinde werden einbezogen.» Noch 2015 sollen die Valser über das Projekt abstimmen. Dies hält Gemeindepräsident Schmid für unrealistisch: «Das Projekt hat eine ganz andere Dimension als eine normale Zonenplanänderung.» Das erfordere vertiefte Abklärungen. «Ich setze ein grosses Fragezeichen hinter den Zeitplan der Bauherrschaft.»

    Garagen könnten Mega-Projekt blockieren

    Ärger droht Remo Stoffel auch von anderer Seite: Ausgerechnet dort, wo der Hotelturm von Vals entstehen soll, befinden sich fünf Garagen, die nicht der Bauherrin 7132 AG gehören. Und ihre Besitzer verfügen über eine Sperrminorität, wenn es um die Auflösung des Eigentums geht, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Kann ein kleiner Garagenkomplex die Realisierung von Remo Stoffels «Femme de Vals» verhindern? Auf dem geplanten Bauareal zwischen den Therme-Aussenhäusern Selva und Tomül stehen acht Garagen, von denen fünf nicht der 7132 AG, sondern anderen Wohnungseigentümern auf dem Areal gehören. Die Garagen bilden eine eigene Stockwerkeigentümer-Gemeinschaft – und um diese aufzulösen, ist unter den Besitzern offenbar Einstimmigkeit nötig. Das würde bedeuten: Eine einzige Gegenstimme könnte das Aufheben der Garagen verunmöglichen.

    Quelle:  www.Handelzeitung.ch
    Datum: 05.04.2015
  • Für wie viele Stockwerke reicht eine Viertelmillion?

    300 Millionen Franken will Unternehmer Remo Stoffel in Vals investieren. Sein 381-Meter-Turm soll auf gut 200 Millionen Franken zu stehen kommen – laut Fachleuten eine sportliche Vorgabe.

    von Olivier Berger

    Wie viel sein 381 Meter hoher Hotelturm in Vals kosten wird, wollte Remo Stoffel bei der Präsentation des Projekts in Zürich nicht verraten. Insgesamt, liess Stoffel die nationale und internationale Presse vor Ort wissen, plane er Investitionen von rund 300 Millionen Franken. Ein Teil davon fliesst in den geplanten Park des japanischen Stararchitekten Tadao Ando; Geld will Stoffel auch dafür aufwenden, weitere Zimmer des bestehenden Hotels von bekannten Grössen der Szene neu gestalten zu lassen. Allein bisher, so Stoffel, habe er 50 Millionen Franken für die Realisierung seiner «Vision Vals» eingesetzt.

    Mit der Höhe wirds immer teurer

    Für den Hotelturm als solchen dürfte Stoffel daher mit Kosten von gut 200 Millionen bis zu einer Viertelmilliarde Franken rechnen. Bei einem Volumen von etwas über 212 000 Kubikmetern ergäbe das einen Kubikmeterpreis von knapp 1000 Franken. «Wir rechnen normalerweise mit einem Preis pro Kubikmeter von etwa 1200 Franken», sagt Jon Domenig, Mitinhaber von ­Domenig Architekten in Chur. «Das waren etwa die Baukosten für das ­‘Rocksresort’ in Laax im 4-Sterne-plus-Standard.»

    Zum Vergleich: Domenig hat in Chur das Wohn- und Gewerbezentrum City West gebaut. Insgesamt kam der Bau auf 120 bis 130 Millionen Franken zu stehen. «Bei diesen Kosten war aber der Sockelbau mit dem Einkaufszentrum mitgerechnet», erklärt Domenig. «Die beiden Türme allein kosteten etwa 60 Millionen Franken.» Dazu komme noch, dass sich bei der Berechnung der Baukosten für den Valser Turm nicht einfach die Baukosten für ein Geschoss mit 80 multiplizieren lasse. «Je höher man baut, desto teurer wird es im Verhältnis.»

    «Mutige Kostenschätzung»

    Ein anderer Churer Architekt, der sich mit grossen Volumina auskennt, ist Michael Schumacher. Der Mitinhaber des Büros Ritter Schumacher Architekten kann Stoffels Turmprojekt zwar einiges abgewinnen, wie er gegenüber der «Südostschweiz» sagt. «Um die Baukosten realistisch einzuschätzen, weiss ich aber zu wenig über das Vorhaben.» Auch Schumacher betont, dass die Baukosten bei steigender Anzahl Geschosse nicht linear wachsen, sondern im Verhältnis immer höher werden. Bei Stoffels Projekt bedeute das, dass die obersten Geschosse doppelt so teuer werden dürften wie das Erdgeschoss. «Ein wichtiger Grund ist die immer schwieriger werdende Logistik», erklärt Schumacher. Ausschliessen, dass zwischen 200 und knapp 300 Millionen Franken für den Bau ausreichen, mögen Schumacher und Domenig nicht. «Rein gefühlsmässig finde ich die Budgetvorgabe aber eher sportlich», sagt Schumacher. Auch Domenig spricht von einer «ziemlich mutigen Kostenschätzung».

    Günstiger als der Prime Tower?

    Ähnlich beurteilt auch Peter Lehmann die bisherigen Schätzungen der Baukosten für den Valser Turm. Der Chief Investment Officer der Swiss ­Prime Site Group, die in Zürich den ­Prime Tower realisiert hat, kennt sich mit Hochhausbauten aus. Der Prime Tower habe eine dreimal so grosse Grundfläche wie Stoffels Projekt, sei aber nur einen Drittel so hoch. Vom Prime Tower liessen sich die Kosten des Valser Turms trotzdem nicht herleiten, so Lehmann, zu verschieden seien die Vorhaben. «Eine Aussage würde ich aber wagen: Kubik- und Quadratmeterpreise liegen im Valser höher und nicht tiefer als beim Prime Tower», erklärt Lehmann. Der Prime Tower kostete 355 Millionen Franken bei einer leicht höheren Nutzfläche als das Valser Hotel.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 04.04.2015


  • Neue Vorwürfe zum Verkauf der Valser Therme

    Die Gemeinde habe beim Verkauf von Therme und Hotel an Remo Stoffel grobe Fehler begangen, kritisiert Staatsrechtsprofessor Rainer J. Schweizer. Er spricht von Korruption.

    Die Therme war lange ein lukratives Unternehmen; Erholungssuchende aus ganz Europa kamen.

    Von Janine Hosp
    Redaktorin Inland
    @tagesanzeiger 03.04.2015

    Was die Valserinnen und Valser an jenem Abend des 9. März 2012 in der brechend vollen Turnhalle beschlossen, war folgenschwer: Sie haben ihre weltberühmte Therme mitsamt Hotel dem Churer Investor Remo Stoffel verkauft. «Damit hat die Gemeinde ihr Vermögen verschleudert», sagt der emeritierte St. Galler Staatsrechtsprofessor Rainer J. Schweizer. Therme und Hotel, welche die Gemeinde zu einem Wert von 56 Millionen Franken versichert hatte, überliessen die Valser Remo Stoffel bisher für 1,7 Millionen – und die Zusicherung, dass er 50 Millionen in die Sanierung des Hotels und in einen Hotelneubau investiere und sich zudem an einer Mehrzweckhalle beteilige.

    Rainer J. Schweizer erstellte mehrere Gutachten für eine Gruppe besorgter Stimmbürger, die sich bis vor Bundesgericht gegen diesen Verkauf wehrte. «Das versteht kein Mensch», sagt er. «Meiner Auffassung nach gehört der Verkauf der Therme zu den grossen Korruptionsfällen in Schweizer Gemeinden, vergleichbar mit jenem in Leukerbad.»

    Das begann nach Meinung Schweizers bereits damit, dass die Stimmbürger in der Turnhalle falsch informiert wurden. Die Verkaufsbedingungen, denen sie an jenem Abend zustimmten, waren dann auch zum Teil nicht mehr dieselben wie im Aktienkaufvertrag. Den hatte der neu gewählte Gemeinderat mit Remo Stoffel abgeschlossen. Mit diesem Vertrag überschritt das Gremium nach Schweizers Einschätzung nicht nur seine Kompetenzen, es ver­stiess auch gegen kantonales und eid­genössisches Recht – und begünstigte Stoffel. Der Vertrag könne deshalb gar nicht gültig sein.

    Vertrag unter Verschluss

    Stand in der Botschaft zur Gemeindeabstimmung noch, dass Stoffel für den Hotelneubau einen Architekturwettbewerb durchführen müsse, war es im Kaufvertrag nur noch ein «Ideenwettbewerb». Am Ende entschieden Stoffel und sein Partner Pius Truffer aber selber, welches Projekt realisiert werden soll – die Jury hatte sich geweigert, eines der eingereichten Projekte zu empfehlen.

    Rainer J. Schweizer zweifelt zudem, ob es rechtens sei, dass die Gemeinde Vals Remo Stoffel die Thermalquelle gratis nutzen lässt. Von der Coca-Cola AG, welche heute das Valser-Wasser abfüllt und vermarktet, verlangt sie eine Gebühr. Damit werden die beiden Privatunternehmen ungleich behandelt.

    Von den Änderungen im Kaufvertrag wussten die Bürgerinnen und Bürger allerdings lange nichts, denn dieser wurde unter Verschluss gehalten. Nur weil die Gruppe besorgter Stimmbürger nach der Gemeindeversammlung Beschwerde gegen den Verkauf einreichte, bekam sie als Beschwerdeführerin das Recht, ihn einzusehen.

    «Dieser Verkaufsvertrag ist skandalös», sagt Peter Schmid, früherer Präsident der Baukommission der Therme und Sprecher der Gruppe. Obwohl das Bundesgericht ihre Beschwerde 2013 abgelehnt hatte, habe er aber wieder Hoffnung geschöpft. Es sei ihm sofort klar geworden, dass dieser Vertrag nicht gültig sein könne und dass die Gemeinde darauf zurückkommen müsse. Das Bundesgericht lehnte die Beschwerde mit der Begründung ab, die Stimmbürger seien gar nicht dazu legitimiert. Zudem hat die Gruppe nach dessen Interpretation die Beschwerde zu spät eingereicht.

    Die Gemeinde ist ärmer

    Am Ende hat Stoffel mit der Übernahme der Therme womöglich mehr bekommen, als er dafür ausgegeben hat – die Gemeinde hingegen musste nach dem Verkauf eine Buchungsberichtigung in der Höhe von etwa minus 4  Millionen Franken vornehmen. Der Kaufpreis der Aktien beläuft sich auf 9,7 Millionen Franken. Stoffel muss gemäss Kaufvertrag aber ein Darlehen der Gemeinde von 2  Millionen nicht zurückbezahlen und kann weitere 6  Millionen begleichen, indem er sich am Bau einer Mehrzweckhalle beteiligt. Bleiben 1,7 Millionen, die er der Gemeinde bisher überweisen musste. Der Kaufvertrag sah aber Vorzüge vor, die diesen Betrag neutralisieren könnten. Die Gruppe Valser Stimmbürger beanstanden unter anderem, dass Stoffel keine Handänderungssteuer auf die Grundstücke bezahlen musste, die ihm die Gemeinde schenkte.

    Die Therme rentierte

    Im Gegenzug verpflichtete sich Remo Stoffel, die 50 Millionen Franken in die Sanierung des Hotels und in den Hotelneubau zu investieren. Wie er auf Anfrage sagt, hat er dies bereits als Anfangsinvestition getan: Er hat nach eigenen Angaben 5 Millionen Franken in die Infrastruktur der Betriebe gesteckt, 10 Millionen in Arrondierungskäufe sowie 35 Millionen in die Renovation von Häusern, die zum Hotelkomplex gehören. Dafür habe die 7132 AG, welche Therme und Hotel heute betreibt, ein Darlehen von deren Mutter, der Priora Projekt AG, aufgenommen.

    Aber wie kam damals der Kaufpreis von Therme und Hotel zustande? Wie Remo Stoffel sagt, habe nicht nur seine Firma, sondern auch die Gemeinde die Unternehmung bewertet. Das sei die Basis für die Festsetzung des Erstangebots gewesen. Der Übernahmepreis resultierte im März 2012 aus einem mehrstufigen Bieterverfahren. Seither habe die 7132 AG weder Honorare noch eine Dividende an Stoffel oder an eine seiner Firmen ausbezahlt.

    Die Bevölkerung weiss aber bis heute nicht, wie viel Geld in den Kassen der Therme lag, als Remo Stoffel sie übernahm. Die Therme war lange ein äusserst lukratives Unternehmen. Sie hatte eine so grosse Anziehungskraft, dass Erholungssuchende aus ganz Europa nach Vals kamen, Architekturinteressierte aus der ganzen Welt zu Zumthors Felsentherme anreisten. Bis zu 20 Millionen Franken setzten Therme und Hotel schliesslich jährlich um und erwirtschafteten einen Cashflow in der Grössenordnung von gegen 3 Millionen.

    Als die Gemeinde die Therme an Stoffel verkaufte, wiesen sie aber «nur» ein Eigenkapital von 9,6 Millionen und flüssige Mittel von 6 Millionen aus. Der Unternehmer Marcel Meyer war Mitglied der früheren Hoteba-Kommission – jener Kommission, welche die Therme vor dem Verkauf für die Valser Bürgerinnen und Bürger beaufsichtigte. Meyer geht davon aus, dass die Therme nach den vielen guten Jahren deutlich mehr Geld in der Kasse gehabt haben müsse. «Wahrscheinlich hat der damalige Verwaltungsrat Reserven angelegt, von denen die Bevölkerung gar nichts wusste.»

    Meyer verlangte darauf vom Verwaltungsrat, dass er die stillen Reserven offenlege – und die Honorare, die er sich für seine Dienste ausbezahlt hatte. Weder der Verwaltungsrat noch der damalige Gemeinderat wollten Auskunft geben. Meyer versuchte darauf, sich auf dem Gerichtsweg Einsicht zu erkämpfen. Seine Beschwerde liegt nun beim Bundesgericht, das Bündner Verwaltungsgericht hatte sie abgelehnt. Präsident und Vizepräsident des früheren Verwaltungsrats wollten keine Stellung nehmen; sie sagen, das Thema sei für sie mit dem Urteil des Bundesgerichts abgeschlossen, das im Sinne der Gemeinde entschieden habe. Mit derselben Begründung wollte man auch vonseiten des heutigen Gemeinderats nicht Stellung nehmen.

    Rätsel um stille Reserven

    Nach Ansicht von Rainer J. Schweizer ist der Fall klar: Der Verwaltungsrat der Therme hätte den Valserinnen und Valsern in die gesamte Abrechnung des Gemeindeunternehmens Einblick gewähren müssen, nicht nur in die externe Abrechnung, wie sie private Aktiengesellschaften kennen; diese verheimlicht die «inneren» Werte. «Remo Stoffel und Pius Truffer haben die stillen Reserven einfach in den eigenen Sack gesteckt», sagt er. Wie hoch sie waren, wissen bis heute nur der frühere und der heutige Verwaltungsrat der Therme. Schweizer vermutet aufgrund der früheren ausgewiesenen Investitionen der Gemeinde in die Therme, dass es sich bei den stillen Reserven um einige Millionen handelt.

    Nach Aussage von Remo Stoffel wurden im Gemeindeunternehmen Therme Vals jedoch nie stille Reserven gebildet. «So konnten auch keine in den eigenen Sack gesteckt werden.» Für die Bilanzierung und Festsetzung der Bilanzposten hätte die Therme ausschliesslich die Bewertungsgrundsätze der Revisionsstelle verwendet. Diese Daten beruhten auf betriebswirtschaftlichen Fakten. Es seien weder Ausschüttung noch Entnahmen erfolgt.

    Dass die Valserinnen und Valser damals in der Turnhalle dem Verkauf zustimmten, daran war der Kanton nicht unbeteiligt. Vertreter des kantonalen Amts für Wirtschaft und Tourismus halfen mit, Stoffels Vertreter und den damaligen Verwaltungsrat der Therme an einen Tisch zu bringen. Später empfahl der Kanton den Stimmbürgern, Remo Stoffels Angebot anzunehmen. Stoffel war bereits damals umstritten im Dorf. Hätten an jenem Abend nur 35 der 506 versammelten Bürger für Zumthor statt für Stoffel gestimmt, wäre die Therme heute in anderen Händen.

    Stoffels Kritiker sind überzeugt: Das Engagement des Kantons hat dafür den Ausschlag gegeben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

    Quelle: www.tagesanzeiger.ch
    Datum: 03.04.2015, 23:52 Uhr)


  • Landschaftsschutz sagt Nein zu Valser Hotelturm

    Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) lehnt das von Remo Stoffel geplante 380 Meter hohe Luxushotel in Vals ab. Die SL droht mit rechtlichen Schritten gegen eine allfällige Bewilligung.

    Das Hotelprojekt in Vals stösst beim Landschaftsschutz auf keine Begeisterung. 

    Bern/Vals. - Der Brief an die Gemeinde Vals von SL-Geschäftsleiter Raimund Rodewald hat es in sich. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz stehe diesem Projekt ablehnend gegenüber, heisst es im Schreiben. Die SL erachte dieses Projekt als nicht bewilligbar und sollte es trotzdem bewilligt werden, so werde die Stiftung rechtliche Schritte dagegen prüfen.

    Die SL sei klar der Ansicht, dass der Alpentourismus und im Speziellen der Tourismus in Vals alles andere brauche als Hochhäuser und unnütze Türme, schreibt Rodewald. Man erachte es auch als stossend, dass mit diesem Projekt auch die gute Zusammenarbeit in der Vergangenheit zur Unterstützung von Projekte in Frage gestellt werde.

    Die SL würde es deshalb begrüssen, wenn die Gemeinde den Mut aufbringen würde, zu einem solchen Bauexzess frühzeitig klar Nein zu sagen. (so)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 02.04.2015 11:57 Uhr


  • Ohne Fernsicht ist selbst das höchste Hochhaus klein

    Gery Nievergelt.

    Ein Kommentar von Chefredaktor Gery Nievergelt zu Remo Stoffels ambitioniertem Hotelturm-Projekt in Vals.

    Gery NievergeltFormularbeginn

    Eines vorweg: Mir gefällt der von dem amerikanischen Architekten Thom Mayne entworfene Hotelturm von Vals recht gut. Die 381 Meter hohe Glasnadel, «Femme de Vals» genannt, hat ihre Reize.

    Aber nun, da der Medienhype um das Mega-Projekt des Investors Remo Stoffel fürs Erste abgeflaut ist und sich die Valser verwundert die Augen reiben, erlaube ich mir eine nüchterne Frage: Wieso sollten Superreiche, die im Gebirge Urlaub machen, ausgerechnet in ein Hochhaus ziehen wollen? Urbanität lässt sich anderswo spektakulärer erleben. Und was sähen sie, wenn sie in ihrer 25 000-Franken-Suite im 70. oder 80. Stock sässen und es nicht gerade regnete? Auch nicht mehr als dieselbe schöne Berglandschaft, wie man sie vom Talboden aus geniessen kann. Ohne Fernsicht ist selbst das höchste Hochhaus klein.

    So droht in Vals, touristisch betrachtet, die Wiederholung eines alten Denkfehlers. Man vertraut in abgelegenen Gebieten zu wenig auf die ureigenen Stärken und versucht, auch etwas «modern» zu sein oder das, was man unter modern versteht. Dabei wird übersehen, dass Touristen, die es dorthin zieht, gerade nicht das «Neumodische» suchen, sondern zuallererst das Authentische oder das, was sie unter authentisch verstehen.

    Das gilt auch für Superreiche. Wohl erwarten sie jeden erdenklichen Luxus – nur bitteschön im Ambiente eines Chalets. Dass hierfür eine reelle Nachfrage besteht, beweist das Chedi in Andermatt.

    www.bote.ch


  • Valser Turm sorgt für rote Köpfe

    30.03.2015

    An Remo Stoffels Mega-Projekt für das beschauliche Vals scheiden sich die Geister: Während einige (wenige) den 380-Meter-Turm eigentlich ganz schön finden, regen sich andere (viele) auf. „Irrsinn“ oder „Vergewaltigung der Landschaft“ nennen sie das geplante Hotel.

    Die meisten Hotel-Projekte geistern höchstens einen Tag in den Medien umher und generieren – wenn überhaupt – auch nur wenige Kommentare auf Online-Plattformen. Nicht so der geplante Hotelturm im bündnerischen Vals. Er sorgt für rote Köpfe und generiert für blick.ch, bilanz.ch, baunetz.de und Co. haufenweise Klicks. Eigentlich auch kein Wunder, haben erste Visualisierungen des amerikanischen Stararchitekten Thom Mayne doch eingeschlagen wie eine Bombe. Immerhin hat er ja auch einen Turm entworfen, der sage und schreibe rund 380 Meter in die Höhe ragen soll; und das bei einer Grundfläche von gerade mal 18 Mal 31 Metern. Bauen will ihn der Valser Immobilienunternehmer Remo Stoffel. 300 Millionen Franken möchte er dafür ausgeben – aus eigenen Mitteln respektive denen der von ihm kontrollierten Priora AG. Würde der gigantische Turm tatsächlich gebaut werden, wäre er der höchste in Europa.

    „Spinnerei“

    Stoffel rührt mit der ganz grossen Kelle an und wirft mit Superlativen um sich. Und das tun auch viele, die die zahlreichen Berichterstattungen zur Projektvorstellung letzte Woche gelesen haben. „Irrsinn“, „Verbrechen“ und „moderne Vergewaltigung einer bezaubernden Landschaft“ steht in den Kommentaren. Ob denn schon der 1. April sei, fragen sich einige. Andere wollen wissen, was Stoffel und sein Geschäftspartner Pius Truffer denn geraucht haben. „Ich denke, das war starker Stoff, würde ich auch gerne mal probieren! Halluzinationen?“ Oder: „Komplette Spinnerei! Weiss nicht, was solche Menschen täglich konsumieren, aber es tut ihnen augenscheinlich nicht gut.“ Die Ideen, was aus der Schweiz werden soll, würden immer absurder. Den Schreiber würde es „nicht wundern, wenn bald der nächste Spinner meint, in Bern das Kapitol oder am Zürichhorn die Freiheitsstatue aufzustellen!“ Er betet zu Gott, dass er uns vor solchen „Rettern“ bewahren soll. Ein anderer fühlt sich durch die Geschichte an eine „moderne Version des Rattenfängers von Hameln“ erinnert. Nur habe er hier einen Gehilfen aus dem Ort. Zwar versuchten sich die beiden nicht an Kinder heranzumachen, aber ihnen die Zukunft zu zerstören. Ein weiterer Schreiberling vergleicht Stoffel mit einem Hai: „Irgendwie wäre es ja schon fast witzig, wenn dieser undurchsichtige Immobilienhai Stoffel bei der (sehr tiefen) Gründung dieses Wolkenkratzers seiner eigenen Therme das Wasser abgraben würde. Dann sässe dieser Hai ohne Wasser im Becken, und Herr Zumthor stünde am Beckenrand grinsend daneben!“

    „Wahrzeichen“

    Aber es gibt auch positive Stimmen, die in dem Prestigeprojekt eine Chance für den Bergtourismus sehen. „Seid nicht immer gegen alles Neue. Wenn es Gäste hat…“ Der Turm sei ein Aushängeschild und eine Attraktion, wie die Therme. „Bravo den Investoren“, schreibt einer. Ein anderer findet, dass es heute „eindeutig zu viele Bünzlis hat“. Sie seien gegen alles Neue, schon bevor sie die Projekte jeweils im Detail kennen würden. „Der Hammer finde ich, wenn Gruftis gegen Projekte sind, deren Gegenwart sie niemals erleben werden.“ Der Schreiber sieht „überhaupt nicht, wo dieser Turm die Landschaft verschandelt“. Ein anderer fragt: „Weshalb soll in den Alpen nicht in die Höhe gebaut werden? Die Berge ragen ja auch in den Himmel.“ Und der Tourismus sei nun mal dazu verdammt, Besucher und Umsatz zu generieren. Und so ein Turm zwischen den hohen Bergen könne durchaus ein Touristenmagnet und ein Wahrzeichen für einen innovativen Schweizer Tourismus sein. „Mehr oder weniger hässliche Häuser gibt es hingegen an den Alpenhängen mehr als genug.“ Es sei höchste Zeit, ein übersättigtes „Bünzli-Konzept“ aufzugeben und Mut hin zu Neuem zu haben. Ein weiterer Leser meint, dass der Turm durchaus ins Landschaftsbild passen würde, nicht zuletzt, weil er sehr leicht erscheine, „weil durch die Fassadenverspeigelung sich Himmel und Landschaft fast nahtlos in die optische Wirkung einfügt“.

    „Luftschloss“

    Aber nicht nur Laien, auch Experten lassen sich über Stoffels Projekt aus. Pietro Beritelli, Vizedirektor des Instituts für Systemisches Management/Public Governance der Uni St. Gallen, meint gegenüber dem St. Galler Tagblatt etwa, dass der Turm nicht fertig gedacht sei. „Vals hat nur eine Therme, hat kein riesiges Wellness-Zentrum, und es ist keine Stadt.“ Diesem Projekt fehle das Angebotskonzept. Man wisse nicht, was in diesem Hotel alles stattfinden solle, damit jemand aus dem weiten Ausland ein oder zwei Nächte bleibt und einige tausend Franken für eine Nacht ausgebe.

    Raimund Rodewald geht es eher um Sicherheit und vor allem um die Landschaft. Der Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz spricht in der „Hotelrevue“ von einem „reinen Luftschloss“, das aus verschiedenen Gründen nicht realisierbar sei, unter anderem aus Sicherheitsgründen im Fall eines Brandes oder wegen der Gefahr von Erdbeben. Mit seinem „Dubai-Turm“ gehe Stoffel zurück in die 60er-Jahre, als Hochhäuser in den Alpen geplant waren. Auch in Bezug auf die Raumgesetzgebung sieht Rodewald Probleme. Denn Bauten müssten sich gemäss Gesetz ins Ortsbild der Landschaft einfügen, was in Berggebieten wichtig sei. „Das Valser Hochhaus würde diese Vorlagen in keiner Art und Weise erfüllen.“

    Auch Architekturkritiker Bernhard Loderer hält vom Projekt „wenig“, wie er kürzlich in einem Interview mit „Der Bund“ sagte. Er habe den Eindruck, dass „Herr Stoffel ein windiger Investor ist und der Bau nicht kommen wird“.

    „Wahnsinn“

    Aber was sagen eigentlich jene Menschen, die ganz direkt vom Turm zu Vals betroffen sind – die Valser selbst? Sie sind es ja schliesslich, die das Megaprojekt an der Urne bewilligen oder bachab schicken können. Offenbar herrscht Unbehagen in der 1000-Seelen-Gemeinde. Während die einen überhaupt nicht darüber reden mögen, ist der Turm für andere sehr wohl ein Thema. Blick.ch hat sich am Stammtisch im Dorf umgehört. „Wir wollen diesen Wahnsinn nicht“ und „Das Dorf wird zur Sau gemacht“, werden Einheimische zitiert. Nur einer freut sich auf den Turm. „Die sollen nur kommen. Der Rubel muss rollen“, sagt er.

    Und der Gemeindepräsident? Man müsse nun in Ruhe alle Fragen diskutieren, sagt Stefan Schmid. Den Schutz der Petersquelle, den Schattenwurf, den Lärm. Zeit dafür sei genug. „Das da unten“, meint er zu blick.ch und zeigt in Richtung Therme, „war immer eine eigene Geschichte.“ Wie wahr – und Fortsetzung folgt… (mt/pd)

    Quelle: www.baublatt.ch/aktuelles/news/valser


  • Vals, das Dorf der Mächtigen?

    Zum Artikel «Braucht es so ein Projekt?»

    Gerda Scheu aus Vals

    Leserbriefe

    Es ist keine Überraschung, dass sich Remo Stoffel und Pius Truffer wie gewohnt überall in Szene setzen: sich in den Medien in den Mittelpunkt drängen, Verwirrung stiften, sich mit Ankündigungen und hemmungslosen Versprechungen brüsten.

    Der Kern des Lebens eines Dorfes sind seine Einwohner. Vals ist nicht der Besitz nur der Valser, die in Vals leben, Vals ist Heimat aller Valser! Auch denen muss mit Respekt begegnet werden. Die Zukunft eines Bergdorfes darf doch nicht in den Händen einzelner Personen liegen, auch nicht von Finanzmagnaten.

    Noch ist es nicht zu spät, noch läuten die Glocken vom Kirchturm, noch dürfen Bauern Bauern sein.Doch wir wehren uns gegen eine Fremdbestimmung durch einen überdimensionierten Turm, der von Reichen und Betuchten bevölkert werden soll. Vals soll «enges Tal – weite Welt» bleiben.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 31.03.2015
  • Turm Vals

    Autor: Jäger Peter
    Ort: Pagig
    Datum/Zeit: 30.03.2015 18:26

    Nach oben grenzenlos (26.3.2015)

    Dem Leserbrief in der Ausgabe vom 28.3.2015 (Marcel Meyer aus Vals) entnimmt man die Masse des „Turms“. Ebenfalls vernimmt man im Interview mit Herrn Stoffel, dass den besten Ingenieuren vertraut wird damit höchste und schlankste Gebäude Europas in Vals sicher zu stehen kommt.
    Neben den Kosten, welche in Zweifel gezogen wurden mögen auch statische und dynamische Ansprüche der geplanten Struktur nicht genügen.
    Einerseits sind grosse Auslenkungen der oberen Stockwerke zu erwarten, welche die internationalen Empfehlungen nicht berücksichtigen, andererseits sind Sicherheitsaspekte nicht ausser Acht zu lassen.
    Einfache Überschlagsrechnungen ergeben, dass auch bei Einbau von Schwingungsdämpfern die Turmspitze bei Wind sich mehr als 1.20m seitlich bewegt, was für die Bewohner der oberen Stockwerke an die unzumutbare Grenze stösst (Empfohlen wird kleiner als 1/500 der Höhe).
    Neben diesen Unannehmlichkeiten sind auch Sicherheitsaspekte entscheidend, so dass vorgehängte Fassaden bei grossen Bewegungen nicht mehr sicher befestigt werden können, Türen schliessen nicht mehr und so weiter. Diese Faktoren zu beseitigen sind teuer, so dass die Kosten nochmals in die Höhe schnellen.
    Es bleibt der Gemeinde zu wünschen, dass sie die Tradition der soliden Bauweise in Vals weiterlebt, Hotel hin oder her.

    Peter Jäger Pagig/GR und Basel
    Bauingenieur ETH


  • Turm-Investor Stoffel weist Steuer-Vorwürfe zurück

    Schulden

    Remo Stoffel, der in Vals einen Mega-Turm plant, soll im Visier der Steuerbehörde sein. Es soll um offene Rechnungen in Millionenhöhe gehen. Nun nimmt der Investor zu den Vorwürfen Stellung.

    Vals-Investor Remo Stoffel droht gemäss einem Urteil des Bundestrafgerichts aus dem Jahr 2010 eine Steuernachforderung von 151 Millionen Franken durch die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV). Von der Forderung seien höchstens einige Millionen übrig geblieben, sagt Stoffel.

    «Ich habe keine Steuerschulden», so Stoffel gegenüber der Zeitung «Sonntagsblick». Die ESTV habe die Untersuchung Ende 2013 abgeschlossen und die Priora, eine der grössten Bau- und Immobilienfirmen des Landes, aus einer Garantie von 80 Millionen entlassen.Rückstellung von 15 Millionen

    Die Bündner Steuerverwaltung hat laut Stoffel bisher weder ein Straf- noch ein Nachsteuerverfahren eröffnet. Für mögliche Nachforderungen habe die Priora Rückstellungen von rund 15 Millionen gebildet. Der Betrag werde von der Priora-Revisionsstelle PwC jedes Jahr geprüft.

    (dbe)

    Quelle: Handelszeitung
    Datum: 29.03.2015


  • Turmbau zu Vals

    82 Stockwerke mit riesigen Zimmern29.3.2015, 01:00 Uhr

    Heissen die Stimmberechtigten von Vals Ende Jahr die nötige Zonenplanänderung für den Turm gut, soll die 381 Meter hohe Nadel mit lediglich 18 Metern Breite und 31 Metern Länge bis 2019 gebaut werden. Im weltweit höchsten Hotel sind nur 107 Zimmer geplant, verteilt auf 82 Etagen.

    Investor Remo Stoffel und Mitinitiant Pius Truffer wollen zahlungskräftige Gäste ansprechen, die Vals als Basis für längere Aufenthalte in Europa wählen und mit dem Helikopter herumreisen. In den Plänen ist deshalb auch ein Heliport in einer Schlucht nahe dem Ort enthalten. Auch dieser Teil werde der Bevölkerung zur Meinungsbildung vorgelegt, sagt Gemeindepräsident Stefan Schmid. Bewilligen muss einen neuen Heliport der Bund.

    Einen Businessplan für sein Hotel hat Stoffel nicht präsentiert. «Unternehmer müssen sich auf ihren Bauch verlassen», sagte er am Mittwoch vor den Medien. Der Investor rechnet mit Gesamtkosten von 300 Millionen Franken für den Turm, einen Park und den Ausbau der bestehenden Bäder-Infrastruktur. Vor drei Jahren hatte Stoffel das Bad und das Hotel Therme in Vals für 7,8 Millionen Franken gekauft. (asc.)

    Quelle:   Neue Zürcher Zeitung   www.nzz.ch
    Datum:  29.03.2015


  • Vals gibt Bahnen eine Finanzspritze

    Die Valser Gemeindeversammlung sagt Ja zu einem Betriebsbeitrag für die lokalen Sportbahnen – nach kontroverser Diskussion.

    Vals. – Die Liquidität der Sportbahnen Vals AG sicherstellen: Das ist das Ziel der am Freitagabend von der Gemeindeversammlung genehmigten Finanzspritze zu Gunsten des kriselnden Unternehmens. Die AG bekommt von der Gemeinde eine halbe Million Franken, um den Betrieb weiterführen zu können.

    Rückweisungsantrag verworfen

    Der Beschluss sei nach kontroverser Diskussion gefällt worden, schreibt die Gemeinde in einer Medienmitteilung. Ein Rückweisungsantrag der kommunalen Geschäftsprüfungskommission sei deutlich abgelehnt worden. Parallel zum Betriebsbeitrag werde nun ein «nachhaltiges Sanierungskonzept» erarbeitet. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 28.03.2015, 08:43 Uhr


  • Vals architektonisch vergessen

    Daniel A. Walser, Architekturprofessor an der HTW Chur, sieht im Valser Hotelturm ein Projekt ohne Bezug zum Ort und der Landschaft von Vals. Nur Grösse allein reiche nicht.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 28.03.2015


  • Valser Turm erntet Kritik

    Das Projekt für einen Hotelturm in Vals stösst sowohl in der Bevölkerung als auch in einer breiten Öffentlichkeit auf einige Kritik. Besonders skeptisch geben sich die Umweltverbände und der Heimatschutz.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 27.03.2015, 00:00 Uhr
  • «Braucht es so ein Projekt?»

    Braucht Vals das Mega-Projekt von Remo Stoffel? Schweizer Medien können seinem Vorhaben nicht viel Gutes abgewinnen.

    von Tatjana Jaun

    Einen Tag nach der Vorstellung des gigantischen Hotelturmprojektes «Femme de Vals» in Kloten (Ausgabe von gestern) sind Schweizer Medien gegenüber dem Projekt und dessen Realisierbarkeit vor allem eines: skeptisch. Das Vorhaben wirke wie ein «überambitionierter Versuch, die Seele von Vals zu erhalten», schreibt der «Tages-Anzeiger» in der Ausgabe von gestern. Der Talboden von Vals sei Überflutungsgebiet, die globale Helikopterklasse eine unsichere Klientel. Remo Stoffel und Pius Truffers Projekte für Vals seien gut gemeint – aber ob sie auch gut seien, fragen die Zürcher. 300 Millionen Franken investiert Remo Stoffel aus eigener Tasche. Die Zeitung bezweifelt, ob der Unternehmer auch künftig noch entspannt investieren könne. Auf dem Weg vom Bündner Nachwuchsbanker zum Investor habe sich Stoffel nicht nur Freunde geschaffen. Hängig seien Ermittlungen der Eidgenössischen Steuerverwaltung um allfällige happige Nachsteuerforderungen.

    Die «NZZ» vermutet hinter Stoffels Vorgehen Taktik, um mit einem gigantischen ersten Plan besonders gute Konditionen für einen kleineren Kompromiss-Bau erreichen zu können. Die Gemeinde müsse sich bei ihrem Entscheid auf geschäftliche Fragen fokussieren und sich gut beraten lassen, so die Zeitung. Denn: «Aus einer Pleite würde eine Bauruine resultieren, für die kaum ein Ersatzinvestor verfügbar wäre» – für den Tourismus in Vals «ein Albtraum». Grossbauten müssten möglich sein, doch in Vals sei vieles unsicher.

    Gigantomanie nimmt überhand

    Die «Aargauer Zeitung» schreibt, dass «Femme de Vals» auf den ersten Blick zwar «ein faszinierendes Projekt» sei. Aber ob es ein solches in Vals wirklich brauche? «Der Wintertourismus, der nach der Frankenstärke leidet, kann mit solchen Projekten nicht gerettet werden», ist die Zeitung überzeugt. Die Gigantomanie nehme überhand in den Bergen: nach dem «Chedi» in Andermatt und dem «Ei» in Davos nun auch noch das Turm-Hotel von Stoffel.

    «Gewitzte Visionäre»

    Das Onlineportal «Watson» mokiert sich nach der «schrägen» Pressekonferenz in Kloten darüber, dass die Medien vor Ort statt Fakten von Stoffel und Truffer vor allem «überbordende und schwer verständliche» Reden erhalten hätten (zitiertes Beispiel: «Wir sind bereit für eine Epoche nach der Zweitwohnung»). Viele Fragen blieben offen. Etwa, wie das 381 Meter hohe Gebäude gestützt werden solle. Eine Tiefenverankerung würde das Quellenschutzgebiet tangieren, eine Breitenverankerung den Denkmalschutz. Es dürfe spannend werden, welchen Schritt die beiden «gewitzten Visionäre» als Nächstes einleiten würden. Eins sei sicher, so «Watson», die beiden hätten zwar schon viel Geld verloren, aber auch viel Publicity erhalten.

    Der «Blick» – der Vals in der Val Lumnezia ortet – kennt fünf Gründe, weshalb Stoffels «Luftschloss» nicht realisiert werden kann. Einer davon sind die geplanten Helikopter-Flüge für Gäste, die – «wenn es pressiert» –schnell nach Zürich, Frankfurt oder Mailand gelangen müssten. Helikopter-Flüge seien aber das Ende der ruhigen Alpenidylle, mit der Stoffel eigentlich punkten wolle.

    «Aus einer Pleite würde eine Bauruine resultieren, für die kaum ein Ersatzinvestor verfügbar wäre – für den Tourismus in Vals ein Albtraum.»

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 27.03.2015


  • New Yorker Party für den Turmbau zu Vals

    Der Architekt Thom Mayne hat in New York mit Remo Stoffel, Pius Truffer und ausgewählten Gästen sein Hotelprojekt für Vals zelebriert. Eine Party zwischen Himmel und Erde.

    Es gibt Momente, da überschneiden sich Bilder aus der Wirklichkeit mit denjenigen unseres Filmgedächtnisses. Der 21. Stock im Chelsea Art Tower ist ein Ort, wo einem das passieren kann. Vor allem um sieben Uhr abends, wenn zu sanften House-Klängen die Sonne hinter dem Hudson River untergeht und die Skyline von Jersey schwarz und glitzernd vor dem abendroten Himmel steht. Der Anlass, zu dem sich ungefähr 100 schicke Menschen aus der New Yorker Kulturszene, das Schweizer Fernsehen, eine grosse Schweizer Tageszeitung, die Bündner Presse und eine Dame von «Vanity Fair» eingefunden haben, hat auch mit Himmel und Hochhäusern zu tun. Thom Mayne und seine Mitarbeiter aus Los Angeles zelebrieren hier ihr neustes Projekt mit Namen «The sky’s the limit», der Himmel ist die Grenze. An den wenigen Wänden in diesem Glashaus sind Visualisierungen desjenigen Turms zu sehen, der es bereits vor dieser Präsentation auf die Titelseiten der Schweizer Sonntagspresse geschafft hat.

    Nur, was hier zu sehen ist, hat mit dem vor zehn Tagen in der Zürcher «Sonntags-Zeitung» gezeigten mäch- tigen, städtischen Wolkenkratzer gar nichts zu tun. Maynes Turm ist von filigraner Gestalt. Zwar 380 Meter hoch, aber nur 16 Meter breit und 30 lang. Wie eine Nadel ragt er aus dem zwei mal zwei Meter grossen Landschaftsmodell heraus, auf das Videoanimationen projiziert sind, welche die vier Jahreszeiten abstrahiert darstellen sollen.

    Die Landschaft als Ereignis

    Nachdem die Gesellschaft sich am Buffet und an der üppig ausgestatteten Drink-Bar – mit Eiswürfeln in Form von Hochhäusern – gestärkt hat, ist der Sonnenuntergang vorbei, und Mayne versammelt die Anwesenden um das Modell. Der 71-jährige Architekt aus Kalifornien erinnert ein wenig an Apple-Gründer Steve Jobs, wie er so locker und im Plauderton seine Idee präsentiert. Für einen Moment steht jetzt das kleine Dorf Vals im Zentrum. Mayne erklärt, wie abgelegen und wie alt Vals ist – und beschreibt kurz die Idee seines Glasturms, dessen Fassade die Landschaft spiegeln wird, sich mit der Landschaft verschmelzen soll. Das eigentliche Ereignis finde nicht bei der Aussensicht auf das Gebäude statt, sondern dann, wenn man aus einer der 80 Lofts, eine pro Stockwerk, über das Tal und in die Wolken blickt. Ein, so Mayne, bisher noch nirgends ermöglichtes Landschaftserlebnis, ein neu gedachter Tourismus komme hier ins Spiel. Genau diesen brauche das Dorf, betont der Valser Projekt-Promotor Pius Truffer, ansonsten werde die Jugend weiter abwandern, das Tal aussterben. Investor Remo Stoffel liest seine Dankesworte an die Architekten aus einem Notizbuch ab, das ihm Truffer hinhält.

    Fortschreibung der Tradition

    Neben den Grundrissplänen, dem Modell des Hauses, den animierten Ansichten und dem erwähnten Landschaftsmodell ist das nicht sehr viel Information zu einem Projekt, das noch viel zu reden geben wird. Aber an diesem Abend in New York sind Feier und Small Talk angesagt. Die angereisten Valser Touristikerinnen sind auf jeden Fall angetan; der Bündner Architekt, der bei der Realisierung vor Ort helfen wird, ebenfalls. Die japanische Videoschaffende, welche die Vier-Jahreszeiten-Animation realisiert hat, erklärt, sie kenne Vals nur aus Google-View. «Amazing» ist das Wort der Stunde. Maynes nadeldünnes Hochhaus könnte in der Tat eine Fortschreibung der traditionellerweise spektakulären und städtisch geprägten alpinen Hotelarchitektur sein. Er, der Vals sehr wohl besucht hat, sieht das Spektakuläre in der Ruhe des Tals und in der Erhabenheit der Landschaft, zu welcher sein Turm einen neuen Zugang eröffne.

    Das Dorf unweit von Mailand

    Beharrt man auf Fragen, wer denn die Klientel der Luxusherberge sein werde und ob die Dimension des Projekts nicht eine Nummer zu gross für das kleine Dorf sei, kommt Promotor Truffer richtig in Fahrt: Man solle endlich mal aufhören, den Bergbewohnern zu verbieten, was anderswo normal sei. Sie, die Bergler, bräuchten mehr, als Trockensteinmauern zu schichten und lange Bärte zu tragen, so Truffer. «Wir wollen dort oben leben und zwar nicht wie in einem Museum, sondern als Menschen von heute», sagt der Valser Steinhändler mit Nachdruck. Investor Stoffel gibt sich wortkarg und lächelt zufrieden. Erst beim letzten Drink lässt auch er die Katze aus dem Sack: «Natürlich wird es Helikopterflüge geben, was denken Sie! Die landen weiter unten im Tal, da stören sie niemanden. Deshalb brauchen wir auch keine Shopping-Mall in Vals. Wer will, ist in eineinhalb Stunden im Zentrum von Mailand.»

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 26.03.2015, 01:00 Uhr


  • Stefan Schmid
    Gemeindepräsident Vals


    1 Auch Sie haben die Projektvorstellung der 7132 AG vom Mittwochabend in Vals besucht. Ihr Eindruck?Es ist positiv, dass das Vorhaben jetzt präsentiert worden ist. Nun weiss man, wovon man redet. Im Grundsatz bin ich froh, dass ein Geldgeber in die Hotelanlage investieren will. Natürlich: Wenn es um einen Turm von 380 Metern geht, muss man schon diskutieren, ob man das im Dorf haben will und ob es ins Tal passt.

    Auch Sie haben die Projektvorstellung der 7132 AG vom Mittwochabend in Vals besucht. Ihr Eindruck?

    2 Halten Sie das Vorhaben für realisierbar?Es sind zuerst einmal sicher noch Abklärungen technischer Natur nötig, zum Beispiel hinsichtlich der Mineralquelle. Die Quellschutzzone wird wohl mit dem Turmbau zumindest am Rand tangiert. Der Bauwillige muss mit geologischen Gutachten aufzeigen können, dass für die Quelle kein Risiko besteht. Das ist eine Grundvoraussetzung. Wenn er es nicht sauber aufzeigen kann, wird es schwierig. Die Quelle gehört ja der Gemeinde, und auch das Bad lebt von ihr. Sie ist für das Dorf entscheidend.

    Halten Sie das Vorhaben für realisierbar?

    3 Wie läuft die Ortsplanungsprozedur jetzt ab? Ist eine Abstimmung wie angekündigt im Herbst möglich?Im Grunde handelt es sich um eine ganz normale Zonenplanrevision. Die Unterlagen kommen zur Vorprüfung zum Kanton, es gibt eine Mitwirkungs- auflage, die Ergebnisse nimmt der Valser Gemeindevorstand auf, um allenfalls Verbesserungen an der Vorlage anzubringen. Dann kommt das Geschäft vor die Gemeindeversammlung und letztlich an die Urne, mit anschliessender Beschwerde- auflage. Schliesslich muss die Regierung die Revision genehmigen. Beim schnellstmöglichen Ablauf einer normalen Zonenplanrevision wäre ein Abstimmungstermin im Oktober oder November denkbar. Im vorliegenden Fall ist das vermutlich ein sportlicher Zeitplan.

    Wie läuft die Ortsplanungsprozedur jetzt ab? Ist eine Abstimmung wie angekündigt im Herbst möglich?

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 27.03.2015


  • «Chli a längi Sach» oder Ein Turm, viele Fragen

    Am Mittwochabend hat nun auch die Dorfbevölkerung Remo Stoffels «Femme de Vals» aus erster Hand präsentiert bekommen. Es gab zahlreiche Detailkritik, aber wenig lautstarke Fundamentalopposition.

    Nieselregen im St. Peterstal. Schon eine halbe Stunde vor Beginn nimmt die beschirmte Besucherprozession in Richtung Turnhalle ihren Anfang. Die 7132 AG hat gerufen, nach New York und Zürich ist nun auch Vals an der Reihe, aufgeklärt zu werden über den Turm, die Nadel, die «Femme de Vals». Die Halle füllt sich, die Empore auch, bis auf den allerletzten Stehplatz, um die 400 Augenpaare richten sich auf die Hauptdarsteller, als da sind: Remo Stoffel, der Investor, Pius Truffer, der Spiritus Rector, und natürlich «la Femme», die Stoffel wenig später als «Traum» bezeichnen wird, als «wunderbare Sache, die einfach schön ist». Die Medien, die sind offiziell nicht zugelassen, die Saaltüren aber werden nicht geschlossen, die Journalisten hören draussen im Foyer mit, was drinnen unter Valserinnen und Valsern besprochen wird.

    Truffer hat zuerst einmal «e huere ­Fröid»: am Aufmarsch – und am Projekt. Stoffel zeigt Visualisierungen des Turmes, «chli a längi Sach», meint er lakonisch, Belustigung im Publikum. Klar würden die 381 Meter nach etwas Grossem tönen, aber neben den Valser Bergen sehe das doch aus wie ein kleines «Gufi», eine Stecknadel.

    Dann referiert Truffer. Über einen kriselnden bis toten Bergtourismus, der als Existenzgrundlage erodiere; es brauche neue Ideen, denn «wir, die da sind, sind auch Könige, wir wollen etwas haben vom Tourismus. Ja, Ruhe sanft, Ruhe haben wir genug hier, man muss aber auch leben können», deshalb der Turm, aber, Remo, fragt Truffer, müssen wir dann alle Arabisch lernen und mit Schleier oder Burka herumlaufen? Stoffel: «Putzlumpen brauchen wir glaubs lieber zum Putzen.» Auch die Helikopter für die Gäste, beruhigt Stoffel, würden sicher nicht im Dorf oder auf dem Hoteldach landen, sondern «in der Schlucht oder weiter draussen».

    Nach gut einer halben Stunde kommt Truffer bereits zum Fazit: Dass das Gebäude sich unterordne, nein, das könne man sicher nicht sagen, aber baue man etwas Durchschnittliches, «dann kräht kein Hahn danach.» Verharmlosen wolle man nichts, «so ein Turm ist etwas Extremes, da muss man sich gut überlegen, ob das nach Vals passt.» ­Je­denfalls: «Wir sind bereit», einerseits aus finanzieller Sicht, andererseits für die Diskussion: Man habe jetzt bis im Herbst Zeit, über diese Investition zu reden. Dann nämlich, im Oktober, November, soll abgestimmt werden, über die nötige Ortsplanungsrevision – und damit über das Ja oder Nein zur «Fem­me de Vals». Kurzer Applaus, dann die Fragerunde.

    Lifte, Schattenwurf und Garagen

    Wie viele Lifte sind geplant? (Sechs im Turm.) Wozu ein Hochhaus in Vals, wo es von der Aussicht her gar nichts bringt? (Kein voriges Bauland.) Gibt es öffentliche Bereiche? (Aussichtsplattform vorgesehen.) Wie wird der Schattenwurf sein? Der nächtliche Lichtkegel? (Noch unbekannt.) Wie lange wäre die Bauzeit? (Drei Jahre.) Wie steht es um den Schutz der Valserwasser-Quelle, ist die Turmfundation machbar? (Erste Expertenberichte positiv, weitere Abklärungen diesen Sommer.) Gehört die Bauparzelle der 7132 AG? (Ja.) Wirklich? Und die Garagen dort, gehören die nicht auch anderen, die sie nicht verkaufen wollen? (Wird im Bewilligungsverfahren geregelt.) Wie viel Vermögen hat Stoffel? «Remo, verzell Dini Kontoständ!» (Keine Zahl genannt. Truffer: «Es ischt en huufe. Ich staune, dass ein so junger Mann so viel Geld hat.»)

    «Cool» oder «Aprilscherz»?

    Kurz nach 22 Uhr ist die letzte Frage gestellt. Truffer bedankt sich, der Saal leert sich. Die Medienleute warten auf Statements, die Voten oszillieren zwischen «cooles Projekt» und «verfrühter Aprilscherz». Vals, so viel ist klar, hat einen heissen Sommer vor sich – und vielleicht einen entscheidenden Herbst, wortwörtlich.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 27.03.2015,


  • «Hätte noch mehr kritische Fragen erwartet»

    Am Mittwochabend haben Remo Stoffel und Pius Truffer auch den Valserinnen und Valsern das Projekt «Femme de Vals» vorgestellt. Nach der Präsentation waren die Meinungen über den 380-Meter-Turm geteilt. Drei Beispiele: Martin Loretz, Adrian Vieli und Alfons Jörger.

    Vals. – Martin Loretz ist Präsident der Tourismusorganisation Visit Vals. Auch er hat das Vorhaben am Mittwoch zum ersten Mal gesehen. «Ich stehe dem Ganzen nicht unkritisch gegenüber, aber positiv. Die Schweiz ist touristisch zu dem geworden, was sie heute ist, weil es immer wieder Pionierprojekte gab und Pioniergeist gezeigt wurde. Hier in Vals war das schon bei der Therme so.»

    Auch innerhalb des Visit-Vals-Vorstands, so Loretz, gebe es kritische Stimmen zum Projekt, «und es soll auch kontrovers diskutiert werden. Heute Abend hätte ich noch mehr kritische Fragen erwartet. Sicher sind noch sehr viele Fragen offen. Das wird aber ein Teil des ganzen Prozesses sein: Es gibt Fragen der Bevölkerung, es gibt technische Fragen, und denen muss die 7132 AG nachgehen. Im Dorf werden wir zudem sicher die Diskussion suchen.»

    «Zeigt die Abhängigkeiten im Dorf»

    Adrian Vieli hat bis Ende 2012 als Geschäftsführer von Visit Vals gearbeitet. Er gehört zu den Kritikern von Stoffel und Truffer – und er stellt fest: «Es blieb alles völlig im Vagen, keine Frage wurde präzis beantwortet, auch bei der Finanzierung nicht. Dass es nicht mehr kritische Voten gab, zeigt einmal mehr die Abhängigkeiten im Dorf – und dass man sich nicht zu äussern traut, denn viele Leute haben diesbezüglich schlechte Erfahrungen gemacht.»

    «Es war eine gute Orientierung»

    Eher wohlwollend steht Alfons Jörger dem Projekt gegenüber. Der ehemalige Valser Gemeindepräsident findet: «Es war eine gute Orientierung. Man hat jetzt gesehen, was die 7132 AG im Sinn hat.» Für Vals, so Jörger, gebe es nur noch die Option, etwas Extremes zu realisieren, «das war schon beim Badbau so. Nur dann hat man eine Chance auf Erfolg. Ob es gelingt oder nicht, das ist heute noch offen, klar. Und es ist auch noch offen, ob aus dem Turm je etwas wird. Aber zu diesem Zweck wird ja jetzt diskutiert.»

    Und Jörger gibt zu bedenken: «Wir haben da hinten in Zervreila eine Staumauer gebaut, einen riesigen Betonklotz, damals hat der die Leute auch gestört. Aber wen stört die Mauer heute noch? Wenn der Turm dereinst zehn Jahre steht, wird man sich auch an ihn gewöhnt haben.» (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 26.03.2015, 18:56 Uhr


  • Valser über den 381-m-Turm

    «Wir wollen diesen Wahnsinn nicht»

    Der Stammtisch in Vals ist sich nicht einig. Doch die meisten sind gegen das Hotel, das in Form eines riesigen Turmes errichtet werden soll. Abgestimmt wird frühestens im Spätherbst.Von Guido Schätti (Text)

    Ludwig Jörger (72) hebt sein Glas, die Karaffe Rotwein vor ihm ist halb leer: «Wir feiern den Turm!», prostet er in die Runde. Der 381 Meter hohe Hotelbau auf dem Valser Talboden – Jörger begrüsst ihn begeistert. Helikopterlärm und verhüllte Araberinnen schrecken ihn nicht ab: «Die sollen nur kommen. Der Rubel muss rollen.»

    Damit ist Jörger am Stammtisch des Hotels Glenner morgens um 10.30 Uhr allerdings krass in der Minderheit. Von seinen acht Kollegen sind sieben gegen das Hotel. Einer ist noch unentschieden.

    «Die Touristen, die sich ein solches Hotel leisten können, kommen sicher nicht in die Beiz», sagt Lorenz Vieli (72). «Das Dorf hat nichts davon.»

    «Wir wollen diesen Wahnsinn nicht», doppelt der frühere Kantonsangestellte Fridolin Schmid (73) nach. «Das Dorf wird zur Sau gemacht.» Seiner Meinung nach wäre es besser, zwei Türme statt nur einen zu bauen. «Dafür nicht so hohe.»

    Am Abend zuvor hatten der Investor Remo Stoffel (37) und der Steinbruchbesitzer Pius Truffer (59) der Bevölkerung ihr Projekt vorgestellt. Die Turnhalle platzte aus allen Nähten, fast die Hälfte der 1000 Einwohner von Vals wollte dabei sein.

    Die Stimmung war mindestens so aufgeladen wie vor drei Jahren. Damals triumphierten Stoffel und Truffer an einer denkwürdigen Gemeindeversammlung. Mit knapper Mehrheit entschieden sich die Valser damals, die Therme und das dazugehörende Hotel Stoffel und Truffer zu verkaufen. Peter Zumthor, den Erbauer der Therme, liessen sie im Regen stehen.

    Nun ist die Stimmung gekippt. Die Mehrheit des Dorfes ist gegen das Hotel.

    Schon damals führte der Schriftsteller Peter Schmid (65), auch er ein Einheimischer, das Zumthor-Lager an. Noch immer kämpft er gegen Stoffel und Truffer.

    In der Turnhalle hat er sich in die hinterste Reihe gestellt. «Haben Sie denn überhaupt genügend Geld, um ein solches Hotel zu bauen, Herr Stoffel?», brüllt er nach vorn. Ob er das Geld habe, will auch Truffer von seinem Verbündeten wissen. Stoffel zückt sein Mobiltelefon, drückt auf den Tasten herum und lässt Truffer einen Blick darauf werfen. «Momoll, der Remo hat viel Geld», sagt Truffer. Damit ist die Sache erledigt, einen Betrag nennt er nicht.

    Man müsse nun in Ruhe alle Fragen diskutieren, sagt Gemeindepräsident Stefan Schmid (44) am Morgen danach. Den Schutz der Petersquelle, den Schattenwurf, den Lärm. Zeit dafür sei genug. Abgestimmt wird frühestens im Spätherbst.

    Bei den Thermen habe sich das Dorf am Anfang auch gefragt: «Passt das zu uns?» Zum Glück hätten die Valser damals Ja gesagt. Obwohl, ganz sei die Distanz zum Dorf nie geschlossen worden: «Das da unten», sagt Schmid und zeigt talauswärts Richtung Therme, «war immer eine eigene Geschichte.»

    Quelle:  www.Blick.ch
    Datum  27.03.2015
  • «Wir investieren unser Geld»

    Remo Stoffel finanziert den Valser Turm aus dem eigenen Sack. Ihm geht es aber nicht nur um den Bau, sondern um eine Vision.

    Von Olivier Berger

    Bei der dritten Nachfrage aus der versammelten Presserunde wurde Remo Stoffel etwas ungeduldig. Ja, er bezahle den Bau des 381-Meter-Turms in Vals über seine Firmen aus der eigenen Tasche, erklärte er zum wiederholten Male. Nein, Banken seien nicht involviert – auch, weil die Geldinstitute zu viele Auflagen machen würden. «Wir investieren selber unser eigenes Geld», fasste Stoffel das Finanzierungskonzept trocken zusammen.

    300 Millionen Franken aus Stoffels Firmenschatullen wird bis am Ende nach Vals geflossen sein. 50 Millionen Franken habe er schon bisher investiert, erklärte der Investor gestern in Zürich vor den Medien. Die Mittel sind offenbar vorhanden, auch dank dem Bau von Zweitwohnungen in der Vergangenheit. Auch, was eine mögliche Durststrecke nach der Eröffnung angeht, gab sich Stoffel vor der kopfstarken Medienabordnung gelassen: Um eine solche zu bewältigen, sei genug Geld da.

    Kein Bau, sondern eine Vision
    Der Hotelturm, die «Femme de Vals», weckte gestern natürlich das grösste Medieninteresse. Stoffel und Pius Truffer, Delegierter des Verwaltungsrats der Bauherrin, der Firma 7132, geht es nicht nur um den Bau des höchsten Gebäudes Europas. Dieses ist nur ein Baustein ihrer Vision, die sie für Vals, nein, den Tourismus im ganzen Alpenraum haben. «Wir haben ein Problem», lautete Truffers Kurzanalyse zum Wirtschaften im Berggebiet vor den Medien. Die Aufbruchstimmung, welche der aufkommende Tourismus in den Siebzigerjahren ausgelöst habe, sei längst verflogen. «Der Tourismus hat seine Versprechen nicht halten können», sagte Truffer.

    Auch naturnaher Tourismus, wie er jetzt propagiert werde, könne nicht die Lösung sein, erklärte der Valser Unternehmer. Der Schutzgedanke überwiege, Graubünden werde zum Naherholungsgebiet für Städter, die Wertschöpfung tendiere gegen Null. Die sanften Touristen nähmen alles mit in ihre Heimatregionen, «manche sogar den Kehricht». In diese verfahrene Situation, so Truffer, sei «Gottseidank» die Zweitwohnungsinitiative geplatzt. Damit sei eine neue Zeit eingeläutet worden, und zum Glück sei da einer wie Stoffel, der gesagt habe: «Ich habe noch Geld.»

    In Vals schlafen, in London tagen
    Klar ist: Anders als derzeit die meisten Touristiker schielen Stoffel und Truffer nicht auf mehr Gäste aus dem Inland, sondern auf die globalen Märkte. Vals, so Stoffel, solle Ausgangspunkt werden für jene, die Europa bereisten, auch geschäftlich. Den Wirtschaftsleuten widerstrebe es nämlich, ihre Familien zu Hause zu lassen. Und so sollen die Ehemänner von Vals aus aufbrechen zu Sitzungen in Zürich, Mailand und London, während die Familie die Ruhe in Vals geniesst. Ein Heliport in der Schlucht mache es möglich, so Stoffel.

    Angst, dass es die internationale vermögende Klientel in Vals langweilig finden könnte, hat Stoffel nicht. «Was ist wichtig, damit Sie sich in Ihrem Schlafzimmer wohl fühlen?», antwortete er auf eine Frage nach dem fehlenden touristischen Angebot. Und gab die Antwort gleich selber: «Ruhe, frische Luft, kühle Sommer – all das hat Vals zu bieten.» Zudem sollen nicht nur Superreiche in den Ort kommen. «Wir werden auch in Zukunft Betten ab 100 Franken anbieten», betonte Truffer. Nach oben allerdings sei die Skala offen.

    Gegen oben wirds gross und teuer
    Die Räumlichkeiten oben auf der offenen Skala sollen sich dereinst im Turmhotel finden. Gerade einmal 107 Zimmer sind auf den 82 Stockwerken geplant. Die Faustregel lautet: Je weiter oben, umso feudaler sind die Zimmer. In den unteren Etagen teilen sich noch vier Familien oder Paare den kleinen Grundriss von 18 mal 31 Metern. Es folgen die mittleren Geschosse, wo pro Stock zwei Zimmer mit je 120 Quadratmetern Fläche geplant sind. In den oberen Regionen des Turms gibts pro Stockwerk noch ein Zimmer: 240 Quadratmeter Fläche dürften wohl selbst die anvisierte anspruchsvolle Kundschaft beeindrucken.

    Gefertigt wird der Turm aus Beton, stabilisiert wird das Gebäude über den Erschliessungsteil auf der Bergseite. Talwärts soll der Blick schweifen können, wie Stoffel verriet: Dort besteht die Fassade aus Glas. Die Zimmer seien stützenfrei. Sorgen um Statik und Geologie macht sich Stoffel auch nicht, wie er vor den Medien erklärte. Verschiedene Fachleute hätten die Machbarkeit abgeklärt; von einem instabilen Hang oder beeinträchtigen Quellenrechten können keine Rede sein. In kernigen Valser Dialekt betonte Stoffel, der Turm komme «tätsch uf dr Boda».

    Abstimmung noch 2015
    Derzeit arbeitet das Projektteam laut Stoffel und Truffer an den raumplanerischen und baurechtlichen Voraussetzungen für das Projekt. Ohne die Zustimmung einer Mehrheit der Valserinnen und Valser wolle er seine Vision – zu welcher neben dem Turm auch ein Park und weitere Erneuerungen im bestehenden Hotel zählen – nicht umsetzen. Deshalb werde die Bauherrschaft einen generellen Gestaltungsplan vorlegen, über welchen noch im laufenden Jahr abgestimmt werden soll.

    Die Aufregung um das Projekt verstehen weder Stoffel noch Truffer so richtig. «Wer sagt, dass wir Bergler keine Hochhäuser bauen dürfen?», fragte Truffer gestern rhetorisch. Und Stoffel räumte ein, nach seinem Besuch in New York wolle er selber auch in einem Turm wohnen, «nicht nur in der Stadt, sondern gerade in den Bergen.»

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 26.03.2015


  • Ein Turm, sie zu blenden

    Der höchste Turm Europas für die reichsten Menschen der Welt: Er wird der reinste Irrsinn, so er je wird.

    Es ist ein Duo, so gegensätzlich wie einst Stan Laurel und Oliver Hardy. Pius Truffer ist gross und kernig wie ein Berg. Remo Stoffel ist klein und glatt wie die Bachforellen im Valser Rhein. Stoffel ist ein guter Jäger. Er kam zu Millionen, als er nach dem Konkurs der Swissair mit 28 Jahren und ohne Geld all die Liegenschaften kaufte, die in der Konkursmasse waren – Hunderte Büros in Flughafennähe, beschafft mit geliehenen Batzen, und genial finanziert mit den Millionen, die in den Liegenschaften schlummerten. Pius Truffer wiederum besitzt den Steinbruch, der den berühmten Valser Quarzit hergibt, daraus ist der Stein auf dem Bundesplatz, daraus sind die Platten vor dem Zürcher Opernhaus, der Stein der Therme Vals. Truffer und Stoffel fanden sich, als die Gemeinde Vals die weltbekannte Therme verkaufte. Investor Stoffel wollte kaufen. Und Truffer verkaufte den Investor aus Vals dem Volk, das von Mitbieter und Therme-Architekt Peter Zumthors mangelnder Leutseligkeit enttäuscht war. Stoffel kaufte.

    Grössenwahn und Gaukelei

    Seither herrscht Streit in Vals, ein Graben geht durchs Dorf. Es gibt jene, die den beiden glauben, dass sie den abgelegenen 1000-Seelen-Ort in eine neue Tourismusära hieven können, darunter viele Gewerbler, die auf Aufträge hoffen. Und dann gibt es jene, die glauben, dass Truffer und Stoffel Grössenwahn und Gaukelei verfallen sind, dass sie bisher noch nie geliefert haben, was sie versprachen, eine Mehrzweckhalle für die Dorfjugend etwa. Stattdessen haben sie den Eintritt in die Therme Vals auf 80 Franken verdoppelt. Die Gästezahlen sind eingebrochen, das Skigebiet rentiert so schlecht, dass die Valser nun 500000 Steuerfranken hergeben müssen, damit die Bergbahnen überleben können. Die Zahl der Gegner von Truffer und Stoffel im Dorf ist seit dem Thermenverkauf 2013 gewachsen.

    381 Meter Luftschloss

    Gestern traten Stoffel und Truffer in Zürich vor die Presse und in Vals wieder mal vors Volk, nun um zu behaupten, dass sie für 300 Millionen Franken in Vals den höchsten Turm in Europa bauen werden. 381 Meter hoch soll er werden, behausen soll ihn eine superexklusive Klientel: Scheichs, Oligarchen und westliche Weltenlenker, die in Vals ihre Familien parkieren und vom Talkessel aus – Nebel hin oder her – mit dem Heli zu Terminen fliegen werden. Der Turm, gezeichnet vom US-Stararchitekten Thom Mayne, ging aus einem Architekturwettbewerb hervor. Die Jury hatte vom Projekt abgeraten und ist dann als solche geschlossen zurückgetreten. Das Projekt bedarf der Zustimmung des Valser Volks. Viele in Vals glauben nun, dass die beiden dem Dorf mit Absicht ein Luftschloss auftischen, damit das grandiose Scheitern am Ende nicht ihnen, sondern dem Kleingeist des Dorfes überantwortet werden kann.

    Balz Rigendinger

    www.Landbote.ch

     

    Immobilienunternehmer will in Vals 381 Meter hohen Turm bauen

    Im Bündner Bergdorf Vals will der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel 300 Millionen Franken investieren und mit 381 Metern das höchste Gebäude Europas bauen.

    In Zürich und unter grossem Medieninteresse liess Remo Stoffel am Mittwoch die Katze aus dem Sack. Er präsentierte den geplanten Turm, der mit 381 Metern den Eiffelturm um über 50 Meter überragt.

    "Femme de Vals" soll das Gebäude mit 107 Zimmer auf 82 Stockwerken auf der rechten Seite des Valsertales heissen, in Anlehnung an die filigranen Figur "Femme de Venise" des Künstlers Alberto Giaccometti.

    Der Turm, der auf Bildern wie eine überdimensionierte Nadel in die Höhe ragt, soll zudem das höchste Hotel der Welt werden und das schlankeste. Bezahlt wird die Baute mit Eigenkapital, wie Remo Stoffel vor den Medien betonte. Wieviel von den insgesamt 300 Millionen Franken an Investitionen in den Turm fliessen, wollte Stoffel nicht verraten.

    "Möchte in einem Turm leben"

    "Ich muss sagen, ich möchte auch in einem Turm wohnen", sagte Stoffel. Er sei überzeugt, viele Gäste würden das auch so sehen. Stoffel und sein Partner, der Valser Steinbruch-Unternehmer Pius Truffer, betonten, sie wollten einen neuen Tourismus, einen Tourismus nach der Ära der Zweitwohnungen.

    Stoffel sagte weiter, Vals solle zum zentralen Ausgangspunkt für Leute werden, die Europa besuchten und in der Regel im Helikopter unterwegs seien. Eine neue, reiche Klientel soll angesprochen werden anstelle der Masse. Entworfen wurde der Turm vom amerikanischen Architekten Thom Mayne.

    Turm, Park und Hotel

    Zusätzlich plant Stoffel in seinem Heimatdorf Vals einen Park in der Grösse von fünf Fussballfeldern. Entworfen wird die Anlage vom japanischen Architekten Tadao Ando. Ausserdem soll das bestehende Hotel schrittweise in den Fünf-Sterne-Bereich geführt werden. Die Bevölkerung von Vals soll am Mittwochabend über die Pläne Stoffels informiert werden, ohne Medien.

    Truffer unterstrich, die Projekte würden nicht erzwungen. Ohne Bevölkerung gehe es nicht. Die Bevölkerung hatte Stoffel schon einmal das Vertrauen geschenkt, als es um den Verkauf der Therme ging. Die Gemeindeversammlung zog ihn, der in Vals aufwuchs, als Käufer dem Therme-Schöpfer und Stararchitekten Peter Zumthor vor.

    "Dubai-Turm"

    Kritik schlägt dem Vorhaben bereits jetzt von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL entgegen. Geschäftsführer Raimund Rodewald sprach auf Anfrage von einem "reinen Luftschloss", das aus verschiedenen Grünen nicht realisierbar sei, unter anderem aus Sicherheitsgründen im Falle eines Brandes oder wegen der Gefahr von Erdbeben. Mit seinem "Dubai-Turm" gehe Stoffel zurück in die 1960-er Jahre, als Hochhäuser in den Alpen geplant waren.

    Würde die Realisierung scheitern, wäre es nicht der erste Turm, der in Graubünden nicht gebaut wird. In Davos wurde zwar eine Sonderzone für einen 105 Meter hohen Turm an der Urne gutgeheissen. Gebaut ist er jedoch bis heute nicht. 2008 scheiterte das Projekt eines 77 Meter hohen Turms von Stararchitekt Mario Botta in Celerina am Veto der Stimmberechtigten.

    In Sachen Realisierbarkeit des Valser Turm gibt man sich im Bündner Amt Raumentwicklung zurückhaltend. Amtsvorsteher Richard Atzmüller sagte auf Anfrage, für den Bau des Turms müsste die Ortsplanung revidiert werden. Für eine solche Revision sei das Ja der Stimmberechtigten nötig, ebenso danach dasjenige der Bündner Regierung.

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  • Den Turmbauer von Vals plagen finanzielle Altlasten

    Investor Remo Stoffel war immer wieder in Strafverfahren verwickelt und schuf sich viele Feinde. Hängig sind Ermittlungen der Eidgenössischen Steuerverwaltung um allfällige happige Nachsteuerforderungen.

    Freunde wurden zu Feinden

    Ob er auch künftig noch entspannt investieren kann, ist fraglich, denn Stoffel und sein Konzern müssen damit rechnen, Millionen-Nachsteuern zu bezahlen. Auf dem steilen Weg vom Bündner Nachwuchsbanker zum Investor wurden Geschäftspartner zu Feinden, und Stoffel verwickelte sich in mehrere Strafverfahren. Das schwerste ist eines wegen Verdachts auf schwere Steuerwiderhandlungen, das bereits im Jahr 2010 angelaufen war. Stoffel hatte zusammen mit Partnern die Immobilien- und Wartungs-Gesellschaft Avireal aus der Swiss­air-Konkursmasse gekauft, aus der er später die Priora formte.

    Dabei half ihm Hannjörg Hereth, Investor und Ex-Manager der deutschen Metro-Gruppe, der in Lenzerheide seine Winterferien verbrachte. Stoffel umwarb ihn, reiste ihm nach Frankreich an ein Klassikkonzert nach und besuchte ihn im Spital in Deutschland. Erst mit Hereths Finanzkraft im Rücken konnte sich Stoffel den Zuschlag für Avireal sichern. Später trennte sich Hereth im Zorn von ihm – und wurde zu einem erbitterten Gegner, der rechtlich gegen ihn vorging.

    Der Avireal-Deal war Stoffels Durchbruch als Investor – und gleichzeitig Anlass für ein Spezialteam der Eidgenössischen Steuerverwaltung, gegen ihn zu ermitteln. Im Juni 2010 fuhren die Fahnder vor den Avireal-Gebäuden vor und nahmen «Lastwagenladungen von Akten» mit, wie die «Bilanz» damals schrieb. Stoffel reichte Beschwerde ein – was dazu führte, dass die Öffentlichkeit aus dem schriftlichen Entscheid des Bundesstrafgerichts eine Vorstellung davon bekam, wie hoch die Eidgenössische Steuerverwaltung allfällige Nachsteuerforderungen an Stoffel und dessen Umfeld ein­schätzte: 151,35 Millionen Franken.

    Stoffel sagte gestern gegenüber dem TA: «Wir kennen dieses Verfahren.» Die Priora habe deshalb Rückstellungen in ihren Büchern gebildet, und sowohl Verwaltungsrat wie auch Revisionsstelle gingen davon aus, dass damit eine angemessene Vorsorge getroffen worden sei. Wie hoch die getätigten Rückstellungen sind, wollte er nicht sagen.

    Die Eidgenössische Steuerverwaltung gibt mit Hinweis auf das Steuergeheimnis keine Auskunft zum Stand des Verfahrens. Die Sache ist aber noch nicht erledigt: Bei der Zürcher Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis liegt ein Stoffel-Dossier, es geht um Verdacht auf Veruntreuung und ungetreue Geschäftsbesorgung. Die Ermittlungen wurden eingefroren, bis Bern seine Untersuchung abgeschlossen hat. Man warte noch auf den Bericht, heisst es. Dann entscheide man, wie es weitergehe.

    Es ist nicht die einzige Untersuchung gegen Stoffel. In der Vergangenheit war er in zwei weitere Verfahren verwickelt, in einem Fall wurde er rechtskräftig verurteilt: Er war in den Konkurs einer Backwarenfirma mit Café in Pontresina involviert, wodurch den Gläubigern 2 Millionen Franken entgingen. Das Bündner Kantonsgericht verurteilte ihn im letzten Sommer wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung zu einer bedingten Geldstrafe von 540'000 Franken und einer Busse von 10'000 Franken. Auch in Vals selber sieht sich Stoffel wegen seines Vorgehens in Finanzangelegenheiten mit Kritik konfrontiert. Bis heute hat er erst 1,77 der 9,77 Millionen Franken beglichen, die er der Gemeinde für den Kauf der Therme bezahlen muss: Vals führt in der Jahresrechnung 2013 ein Darlehen von 8 Millionen Franken an die Priora auf. Stoffel hat sich im Kaufvertrag ausbedungen, dass er nicht den ganzen Betrag bar bezahlen muss, sondern sich stattdessen an der geplanten Mehrzweckhalle beteiligt kann; diese Beteiligung war das schlagende Argument, weshalb er die Therme bekam und nicht sein Kontrahent Peter Zumthor.
    Nach einer Anfrage aus der Gemeindeversammlung erkundigte sich der Gemeinderat letztes Jahr bei der Priora, ob diese Sicherheiten bieten könne. Die Antwort konnte sie nicht beruhigen: Wohl habe sie nach Auskunft der Revisionsstelle dafür Geld zurückgestellt, es ist aber nicht wie üblich durch ein Grundpfand oder ein Zahlungsversprechen einer Bank abgesichert. Stoffel sagt dazu, dass die Aktien der Therme zu 100 Prozent im Besitz der Gemeinde bleiben, bis er den Preis vollständig bezahlt hat. Marcel Meyer, früher Mitglied der Hoteba, der Kommission der Therme Vals, meint aber: «Die Aktien sind ein schwaches Pfand.» Denn wer wisse, was sie in einigen Jahren noch wert seien. Seiner Meinung nach sei es hochriskant, wenn die Gemeinde unter diesen Umständen Darlehen gewähre.

    Die Gemeinde selber hat bisher nie überprüft, ob Stoffel genug Geld hat, um einen Hotelneubau zu realisieren, wie Gemeindepräsident Stefan Schmid sagt. Zwar hat dies Meyer 2011 vom damaligen Gemeinderat verlangt, der kam der Forderung aber nicht nach. Der heutige Gemeinderat ging bis gestern davon aus, dass Stoffel auf Banken angewiesen ist, will er den Turm bauen. Dann hätten die Banken Stoffels Bonität abgeklärt, und wenn diese ihm vertraut hätten, hätte es auch die Gemeinde getan. «Bisher ist Stoffel seinen Verpflichtungen jedenfalls immer nachgekommen. Ich habe nie gehört, dass er Rechnungen nicht bezahlt hätte», sagt Schmid.

    Rauschende Hochzeit in Moskau

    Remo Stoffel und sein Geschäftspartner Pius Truffer spannen erst seit wenigen Jahren zusammen. 2012 brachten sie die Valserinnen und Valser dazu, ihnen die vom Architekten Peter Zumthor gebaute Therme Vals und das sanierungsbedürftige Hotel zu verkaufen. Heute führen sie diese über die Firma 7132 AG, deren Verwaltungsräte sie sind. Truffer, 59, war über Jahre Verwaltungsratspräsident der Therme, wurde aber 2010 nicht wieder gewählt. Er ist mit seiner Frau und seinem Bruder Gründer der Truffer AG, welche Stein abbaut und damit nicht nur die Therme, sondern auch den Zürcher Sechseläutenplatz verkleidete. Stoffel, 38, machte nicht nur mit umstrittenen Finanzgeschäften von sich reden, sondern auch mit seinem Lebensstil. Er liebt den grossen Auftritt, fährt Porsche und liess sich in Chur eine Villa bauen. Die Heirat mit seiner Frau, der früheren Profi-Snowboarderin Manuela Pesko, feierte er mit ausschweifenden Partys in Moskau.

    (Tages-Anzeiger)

    (Erstellt: 25.03.2015, 23:18 Uhr)


  • Stoffels Luftschloss

    5 Gründe warum der Turm von Vals nie gebaut wird

    Investor Remo Stoffel will in Vals GR das höchste Gebäude Europas bauen. Doch das Projekt wird wohl nie realisiert. Hier die Gründe dafür.

    1. Das kleine Angebot

    In Vals gibts wunderbare Natur, schöne Architektur und freundliche Menschen. Reicht das, um Gäste zu befriedigen, die mehrere Tausend Franken pro Nacht für ein Hotelzimmer ausgeben? «Ausser mit dem Lift den ganzen Tag rauf und runter zu fahren, kann man nicht sehr viel machen», sagt Peter Schmid, Ex-Präsident der Baukommission Felsentherme zu «Schweiz Aktuell». Es soll Restaurants, Bar, Spa und Bibliotheken im Haus haben, stellt Bauherr Remo Stoffel in Aussicht. Zudem ist da ja noch die Therme mit Weltruf. Doch vermögende Menschen wollen shoppen. Die Autofahrt durch die schmalen Strassen dauert nach Chur eine und nach St. Moritz zwei Stunden. Der Helikopter schaffts in lediglich 15 Minuten, meint Stoffel. Womit wir beim nächsten Problem wären.

    2. Das grosse Helikopter-Problem

    «Wenn es pressiert, haben wir einen Helikopter», sagt Stoffels Geschäftspartner Pius Truffer. Da ist der Lärm und somit der Konflikt vorprogrammiert. Es wäre das Ende der ruhigen Alpenidylle, mit der Stoffel eigentlich punkten will. Gegenüber der «NZZ» zeigte sich Tourismus-Experte Christian Laesser äusserst überzeugt, dass Geschäftsleute nicht so zum Spass Helikopterflüge in Kauf nehmen würden.

    3. Die gefährliche Statik

    Wie bleibt ein 380 Meter hoher Wolkenkratzer im rauhen Bergklima stehen? Mit einer soliden Verankerung. Diese müsse laut «Sonntagszeitung» entweder in die Breite oder in die Tiefe gehen. Aber: «Beide Ausdehnungen bergen ihre Tücken. Entweder ragt dann das Fundament ins Umfeld der unter kantonalem Denkmalschutz stehenden Felsentherme hinein oder aber, bei der Tiefenvariante, kollidiert es mit der Valserwasser-Quellschutzzone.» Das könnte die St. Petersquelle beeinträchtigen, was wiederum Coca-Cola als Besitzerin des Valser-Wassers kaum zulassen würde.

    4. Die kritischen Menschen

    Als Stoffel sein wahnwitziges Projekt gestern Abend der Valser Bevölkerung vorstellte, schwankte deren Reaktion zwischen Ironie und Wut. «Ein kleines Dubai in Vals – das wollen wir nicht», sagte einer dem SRF-Regionaljournal. Ein anderer meinte belustigt, das sei gut für Jäger. Diese müssten dann nicht mehr in die Höhe fahren, sondern könnten vom obersten Stockwerk aus schiessen. Fakt ist: Nicht nur die Bevölkerung im 1000-Seelen-Dorf, sondern auch die Bündner Regierung muss dem Projekt zustimmen.

    5. Der falsche Bauherr

    300 Millionen Franken soll das Projekt kosten. Das Geld soll aus Remo Stoffels eigener Tasche kommen. Doch der Investor steht finanziell unter einem gewissen Druck. Laut «Bilanz» laufen mehrere Strafuntersuchungen gegen ihn. Sogar der Bund soll gegen ihn ermittelt haben. Von hohen Steuerschulden ist die Rede. Diese seien inzwischen bezahlt oder durch Rückstellungen abgesichert, beteuerte Stoffels Sprecher Peter Hartmeier an der Pressekonferenz. Doch über die Höhe der Rückstellungen will Stoffel nicht sprechen. Genauso zweifelhaft sind seine Motive für das Projekt. «Ich muss sagen, ich möchte auch in einem Turm wohnen», zitiert ihn die «NZZ». Und bei der Frage, ob das Ganze wirtschaftlich Sinn mache, verweist Stoffel auf sein «Bauchgefühl». (alp)

    www.NZZ.CH


  • Turmbau zu Vals erzeugt Schwindelgefühle
       
    Peter Jankovsky, Chur 25.3.2015, 21:36 Uhr 

    Der geplante Valser Hotel-Turm soll der höchste Europas werden. Das macht die Köpfe schwindlig: Die Reaktionen reichen von Begeisterung über die Innovation bis hin zum Vorwurf des Nonsenses.

    Gigantismus? Dieser Ausdruck ist im Hinblick auf das Projekt des 380 Meter hohen Hotel-Turms in Vals sicherlich angebracht. Dahinter steht folgende Gretchenfrage: Ist das Bedürfnis nach Naturnähe oder nach urbanem Hotelkomfort stärker zu gewichten? Die Reaktionen darauf fallen unterschiedlich aus – gleich bleibt allerdings das imaginäre Schwindelgefühl ob der Turmhöhe.

    Diese weckt in Marcel Friberg, dem Präsidenten von Graubünden Ferien, den Zweifel, ob 100 Hotel-Stockwerke im Luxussegment mit 300 Millionen Franken finanzierbar sind. Doch generell gefällt Friberg der Mut der Valser Investoren Pius Truffer und Remo Stoffel: In Graubünden müsse man touristisch hochinnovativ sein können. Denn neben der Naturnähe ist für Friberg der «Welttourismus» ein ebenso wichtiger Faktor. Wenn viele Europäer nach Dubai wegen des besonderen Einkaufserlebnisses und der hochmodernen Hotels flögen, warum sollte man nicht Ähnliches zu Hause wagen?1.1.1.2   Stoffels «Dubai-Prinzip»

    «Dubai» kann ein negatives Reizwort sein. So für den Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz: Stoffel wende das «Dubai-Prinzip» an und trage somit zur Verstädterung des Alpenraums bei, sagt Raimund Rodewald. Laut seinen Worten ist Stoffels Turm-Projekt eine «Vergewaltigung» des Bergdorfes und ein Rückfall in das gescheiterte Tourismuskonzept der Retorten-Hochhaussiedlungen. Mit Alpentourismus und Nachhaltigkeit habe dies nichts zu tun, und gerade das Beispiel des « Goldenen Eies» in Davos zeige anhand der schlechten Auslastungszahlen, dass urbane Hotelstrukturen die Gäste eher abschreckten. Weniger kritisch gibt sich Rolf Marugg, der Koordinator der Bündner Grünen: Falls die Visualisierung des Turmes der Wirklichkeit entspreche, scheine das Landschaftsbild nicht allzu sehr beeinträchtigt. Grundsätzlich begrüsst Marugg Hochhäuser, weil sie die Ressource Land schonten. Jedoch bezweifelt auch der Grünen-Koordinator, dass ein relevantes Bedürfnis nach Luxus-Beherbergung vorhanden und damit die Wirtschaftlichkeit gegeben sei.

    Letztere beurteilt der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Jon Domenic Parolin i unterschiedlich. Er ist an sich erfreut, dass mit dem «spannenden» Valser Turm-Projekt ein Zeichen zugunsten der touristischen Innovation und des verdichteten Bauens gesetzt werde. Allerdings könne die von Pius Truffer geäusserte Formel «Nicht auf die Masse der Gäste, sondern auf hohe Qualität setzen» nicht für ganz Graubünden gelten. Die einzelnen Destinationen müssten für ihre Produkte unterschiedliche Nischen finden. Ob Vals nun mit diesem Projekt seine Nische gefunden habe, hätten die Investoren in Einklang mit der Bevölkerung zu entscheiden. – Genau darum geht es auch dem Valser Gemeindepräsidenten Stefan Schmid. In seinen Augen hat sich die Bevölkerung in letzter Zeit sehr ruhig gezeigt: Sie habe mehr Informationen über das Projekt abwarten wollen, um besser diskutieren zu können. Schliesslich werde sie darüber abstimmen, ob der Turm ins Dorf passe. Dass dieser so hoch werden solle, sei auch für die Dorfbewohner relativ neu, sagt Schmid, der an sich froh um innovative Tourismuskonzepte ist. Die erforderliche Zonenplanrevision erfordere zudem Abklärungen im Hinblick auf die nahen Mineralwasserquellen und die Stabilität des Hanges, auf dem der Turm stehen soll.1.1.1.3   Keine Treue zum Ort

    Mindestens einer im Dorf fällt jetzt schon ein ablehnendes Urteil: Peter Schmid, ehemaliger Präsident der Baukommission der Valser Felsentherme, welche der Stararchitekt Peter Zumthor realisierte. Laut Schmid hat Zumthor einen essenziellen Leitgedanken formuliert: Treue zum Ort – und die Therme sei hierfür das beste Beispiel. Der geplante Wolkenkratzer «verstelle» das Valser V-Tal, und man habe nicht wirklich eine Aussicht. Schmid gibt dem Projekt generell schlechte Chancen, weil die für eine noble Kundschaft nötige Infrastruktur im abgelegenen Tal zu teuer würde. Ihm schwindelt ob den möglichen Zukunftsaussichten – so bezeichnet er den Turm als «Nonsens».

    WWW.NZZ.CH


  • New Yorker Party für den Turmbau zu Vals

    Der Architekt Thom Mayne hat in New York mit Remo Stoffel, Pius Truffer und ausgewählten Gästen sein Hotelprojekt für Vals zelebriert. Eine Party zwischen Himmel und Erde.

    Es gibt Momente, da überschneiden sich Bilder aus der Wirklichkeit mit denjenigen unseres Filmgedächtnisses. Der 21. Stock im Chelsea Art Tower ist ein Ort, wo einem das passieren kann. Vor allem um sieben Uhr abends, wenn zu sanften House-Klängen die Sonne hinter dem Hudson River untergeht und die Skyline von Jersey schwarz und glitzernd vor dem abendroten Himmel steht. Der Anlass, zu dem sich ungefähr 100 schicke Menschen aus der New Yorker Kulturszene, das Schweizer Fernsehen, eine grosse Schweizer Tageszeitung, die Bündner Presse und eine Dame von «Vanity Fair» eingefunden haben, hat auch mit Himmel und Hochhäusern zu tun. Thom Mayne und seine Mitarbeiter aus Los Angeles zelebrieren hier ihr neustes Projekt mit Namen «The sky’s the limit», der Himmel ist die Grenze. An den wenigen Wänden in diesem Glashaus sind Visualisierungen desjenigen Turms zu sehen, der es bereits vor dieser Präsentation auf die Titelseiten der Schweizer Sonntagspresse geschafft hat.

    Nur, was hier zu sehen ist, hat mit dem vor zehn Tagen in der Zürcher «Sonntags-Zeitung» gezeigten mäch- tigen, städtischen Wolkenkratzer gar nichts zu tun. Maynes Turm ist von filigraner Gestalt. Zwar 380 Meter hoch, aber nur 16 Meter breit und 30 lang. Wie eine Nadel ragt er aus dem zwei mal zwei Meter grossen Landschaftsmodell heraus, auf das Videoanimationen projiziert sind, welche die vier Jahreszeiten abstrahiert darstellen sollen.

    Die Landschaft als Ereignis
    Nachdem die Gesellschaft sich am Buffet und an der üppig ausgestatteten Drink-Bar – mit Eiswürfeln in Form von Hochhäusern – gestärkt hat, ist der Sonnenuntergang vorbei, und Mayne versammelt die Anwesenden um das Modell. Der 71-jährige Architekt aus Kalifornien erinnert ein wenig an Apple-Gründer Steve Jobs, wie er so locker und im Plauderton seine Idee präsentiert. Für einen Moment steht jetzt das kleine Dorf Vals im Zentrum. Mayne erklärt, wie abgelegen und wie alt Vals ist – und beschreibt kurz die Idee seines Glasturms, dessen Fassade die Landschaft spiegeln wird, sich mit der Landschaft verschmelzen soll. Das eigentliche Ereignis finde nicht bei der Aussensicht auf das Gebäude statt, sondern dann, wenn man aus einer der 80 Lofts, eine pro Stockwerk, über das Tal und in die Wolken blickt. Ein, so Mayne, bisher noch nirgends ermöglichtes Landschaftserlebnis, ein neu gedachter Tourismus komme hier ins Spiel. Genau diesen brauche das Dorf, betont der Valser Projekt-Promotor Pius Truffer, ansonsten werde die Jugend weiter abwandern, das Tal aussterben. Investor Remo Stoffel liest seine Dankesworte an die Architekten aus einem Notizbuch ab, das ihm Truffer hinhält.

    Fortschreibung der Tradition
    Neben den Grundrissplänen, dem Modell des Hauses, den animierten Ansichten und dem erwähnten Landschaftsmodell ist das nicht sehr viel Information zu einem Projekt, das noch viel zu reden geben wird. Aber an diesem Abend in New York sind Feier und Small Talk angesagt. Die angereisten Valser Touristikerinnen sind auf jeden Fall angetan; der Bündner Architekt, der bei der Realisierung vor Ort helfen wird, ebenfalls. Die japanische Videoschaffende, welche die Vier-Jahreszeiten-Animation realisiert hat, erklärt, sie kenne Vals nur aus Google-View. «Amazing» ist das Wort der Stunde. Maynes nadeldünnes Hochhaus könnte in der Tat eine Fortschreibung der traditionellerweise spektakulären und städtisch geprägten alpinen Hotelarchitektur sein. Er, der Vals sehr wohl besucht hat, sieht das Spektakuläre in der Ruhe des Tals und in der Erhabenheit der Landschaft, zu welcher sein Turm einen neuen Zugang eröffne.

    Das Dorf unweit von Mailand
    Beharrt man auf Fragen, wer denn die Klientel der Luxusherberge sein werde und ob die Dimension des Projekts nicht eine Nummer zu gross für das kleine Dorf sei, kommt Promotor Truffer richtig in Fahrt: Man solle endlich mal aufhören, den Bergbewohnern zu verbieten, was anderswo normal sei. Sie, die Bergler, bräuchten mehr, als Trockensteinmauern zu schichten und lange Bärte zu tragen, so Truffer. «Wir wollen dort oben leben und zwar nicht wie in einem Museum, sondern als Menschen von heute», sagt der Valser Steinhändler mit Nachdruck. Investor Stoffel gibt sich wortkarg und lächelt zufrieden. Erst beim letzten Drink lässt auch er die Katze aus dem Sack: «Natürlich wird es Helikopterflüge geben, was denken Sie! Die landen weiter unten im Tal, da stören sie niemanden. Deshalb brauchen wir auch keine Shopping-Mall in Vals. Wer will, ist in eineinhalb Stunden im Zentrum von Mailand.»

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 26.03.2015
  • «Vals ist ein Ort, wie ihn sehr, sehr viele Leute suchen»

    Der amerikanische Architekt Thom Mayne wurde vom Investor Remo Stoffel ausersehen, in Vals ein Luxushotel zu bauen. Entstehen soll das höchste Gebäude Europas, denn «endlos viele Varianten» für ein Hotel gebe es nicht, so Mayne.

    Mit Thom Mayne sprach Mathias Balzer

    Morphosis, das Büro des Architekten Thom Mayne, beschäftigt rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die meisten von ihnen arbeiten in Los Angeles, einige auch im Office in New York. Mayne selbst hält sich «so oft, wie es geht» in New York auf. Die «Südostschweiz» traf den weltweit tätigen, 71-jährigen Architekten in seiner Loft im Stadtteil Soho. Thema war sein Valser Hotel-Projekt «The sky’s the limit», das selben- tags der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt wurde.

    Mister Mayne, wie kommen Sie darauf, in einem Schweizer Bergdorf das höchste Haus Europas bauen zu wollen?

    Thom Mayne: Unsere Arbeit ist immer sehr mit dem Ort verbunden. In Vals soll auf Wunsch der Bauherren ein recht grosses Hotel entstehen. Wir fanden das zu Beginn des Projekts sehr interessant. Der Auftrag, an diesem Ort ein Hotel zu bauen, ist im Grunde sehr delikat. Wir haben nach Einfachheit gesucht. Der Turm ist eine solch einfache Lösung. In einer Stadt würde er sehr gross wirken. In den Bergen jedoch wirkt er klein. Ich habe kein prinzipielles Interesse daran, hohe Häuser zu bauen. Dieser weltweite Wettbewerb ist total lächerlich. In Vals hat sich die Lösung jedoch aufgedrängt. Es geht letztendlich darum, kein Land zu verschwenden und trotzdem einen Weg zu finden, damit die Landschaft aus der Architektur heraus erlebbar wird.

    Thom Mayne:

    Was waren die Grundlagen für Ihre Arbeit am Projekt?

    Es gibt immer Voraussetzungen bei einem Wettbewerb, und Voraussetzungen des Ortes: die Kultur desselben, die Grösse des Projekts, die Wünsche der Auftraggeber, die das architektonische Programm bestimmen: die Anzahl der Zimmer, das Restaurant etcetera. Dann ist da der Ort. Vals ist ein sehr spezielles Dorf. Bereits die Anfahrt auf dieser kleinen Strasse ist fantastisch. Ich fühlte mich beim ersten Mal ins 15. oder 16. Jahrhundert zurückversetzt.

    Welchen Einfluss hatte die Therme von Peter Zumthor bei der Entwicklung? Auf den ersten Blick sind diese und Ihr Projekt zwei konträre Programme. Hier das bescheidene Gebäude aus Stein und Wasser, da der spektakuläre Turm.

    Natürlich stand die Therme im Zentrum unserer anfänglichen Überlegungen. Wir gehen in unserer Arbeit jedoch nicht primär vom Material aus. Zuerst ist da die grosse, generelle Idee. Wir entwickeln dafür eine Organisationsform, die Materialisierung folgt später. Der Sockel des Turmes korrespondiert in der Materialisierung mit der Therme. Präzisieren werden wir dies nun in weiteren Schritten. Zuerst galt es, die Idee des Turmes zu entwickeln, sein Verhältnis zum Ort.

    Sie und Ihre Mitarbeiter beschäftigen sich in Projekten und in Publikationen mit den sozialen Aspekten von Architektur, mit ihrem Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklungen. Was haben Sie sich dabei gedacht, ein solches Luxushotel in einem so kleinen Dorf zu bauen?

    Es ist erst mal so, dass wir nicht die Ersten sind, die in diesem Dorf bauen. Peter Zumthors Therme hat das Dorf bereits bekannt gemacht. Jeder meiner Kollegen, der in die Schweiz fährt oder gefahren ist, hat den Weg nach Vals auf sich genommen, um die Therme mit eigenen Augen zu sehen. Das gehört zum Faszinosum dieses Ortes: Dieses kleine Dorf ist bereits weltberühmt.

    Die Kritiker des Projekts sagen, Vals sei ein viel zu intaktes Dorf für ein so grosses Projekt.

    Die Menschen reisen dorthin, um genau diesen Ort zu erfahren. Sie wandern, fahren Ski, erleben die Therme, geniessen die Landschaft. Mit einem herkömmlichen Hotelbau würde man der speziellen Situation aber nicht gerecht. Es gibt nicht endlos viele Varianten für ein Hotel. Die meisten sind konventionelle Typologien. Wir versuchen mit diesem sehr schmalen Turm der ausserordentlichen Situation in Vals gerecht zu werden. Zudem hat das Gebäude das Potenzial, den Wunsch der Investoren zu erfüllen: ein Hotel, das so einzigartig ist, dass man es einmal im Leben besucht haben muss.

    Was ist für Sie das bestimmende Gefühl bei einem Bad in der Therme?

    Jeder Stock ist ein Raum, eine Loft für sich, umgeben von Glas. Der Gast wird darin der Landschaft, der Natur total ausgesetzt. Er schwebt sozusagen in dieser. Dieses Konzept – in diesem Massstab umgesetzt – ist meines Wissens einzigartig.

    Dieses Hotel wird für vermögende Gäste gebaut. Die brauchen doch ihre Luxusinfrastruktur, ihre Prada- und Armani-Boutiquen, eine Auswahl an exklusiven Restaurants, damit sie überhaupt kommen. Die wollen doch nicht in einem Bergdorf residieren. Muss Vals nun eine solche Infrastruktur bauen, damit diese Gäste kommen?

    Vals braucht das nicht. Es ist ein Ort, wie ihn sehr, sehr viele Leute suchen, mich eingeschlossen. Hier kann ich ausruhen, spazieren, lesen, baden. Ich bin weitab der Zivilisation. Und wenn ich mehr Aktivität wünsche, kann ich hier wandern und Ski fahren. Das Hotel ist aber auch so konzipiert, dass die Gäste ihren Raum gar nie verlassen müssen, wenn sie nicht wollen. Wenn sie einfach dort oben in den Wolken bleiben wollen, können sie das tun, alleine, wie ein Mönch.

    Haben Sie sich Gedanken darüber gemacht, wie die Gäste nach Vals kommen? Von Zürich aus dauert die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln drei Stunden. Die angestrebte Klientel ist doch mit dem Privatjet unterwegs.

    Ich denke, es ist nicht so ungewöhnlich, dass sich Leute für Ferien an einem speziellen Ort einer solchen Reise aussetzen. Wenn sie auf die einsame, stille Insel wollen, dann dauert es eben eine Weile.

    Was ist für Sie das Gefühl schlechthin bei einem Bad in der Therme?

    Zumthor war eine sehr, sehr gute Wahl für dieses Projekt. Dieser Bau hat eine tiefe spirituelle Essenz. Der Ort hat etwas beinahe Religiöses. Er ist fernab jeglichen Tagesgeschäfts. Die Therme ist die perfekte Interpretation dieses Ortes, ihre Materialität, ihre Natürlichkeit, ihr Massstab, die Art, wie der Bau Privates mit Öffentlichem verbindet, wie die Menschen dort interagieren, der Umgang mit dem Wasser: Die Therme ist eine Art Gold-Standard für diese Art von Projekt. Sie ist zeitlos. Ich habe schon viel über diesen Bau gehört und gelesen. Vor neun Monaten war ich das erste Mal dort – und ich muss sagen, das Gebäude ist so stark, wie erzählt wird.

    Die Valser werden über das Projekt abstimmen. Was raten Sie den Stimmbürgern, wieso sollen sie zu diesem Projekt Ja sagen?

    Da möchte ich etwas ausholen. Bei solchen Projekten gibt es meist zwei Haltungen: Die einen sagen, lass meinen Ort in Ruhe; er soll so bleiben, wie er war und ist. Die andere Stimme vertritt die Haltung, dass nichts für ewig bleibt, dass wir uns in Evolution befinden, dass wir an der Entwicklung teilhaben wollen. Und nochmals: Vals hat bereits die Therme und hat mit diesem Bau bereits einen Schritt in die Zukunft gemacht. Die Schweiz ist ein Land aus Dörfern. Es gibt davon unzählige. Aber nur Vals hat die Therme. Ich kenne die politischen Verhältnisse nicht genau, denke aber, dass diejenigen Leute, welche vor Jahren für die Therme gestimmt und damit ermöglicht haben, dass sich das Dorf der Welt öffnet, auch diesem Projekt zustimmen können.

    «Ein Hotel, das so einzigartig ist, dass man es einmal im Leben besucht haben muss.»

    «In einer Stadt würde der Turm gross wirken. In den Bergen jedoch wirkt er klein.»

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 26.03.2015


  • Stoffels Hoteltraum nennt sich «Femme de Vals»

    381 Meter hoch, eine Grundfläche von 18x31 Metern, 82 Stockwerke für 107 Suiten. Auf dem Dach der «Selvasee», ein Bad, mit Blick auf das 1000-Seelen-Dorf Vals.Formularende

    «Ich möchte auch in einem Turm wohnen», sagte Remo Stoffel gestern bei der Vorstellung des Hotelprojekts vor den Medien in Zürich. «Mein Wunsch – ein Turm.»

    Zwischen den beiden bestehenden Thermenhäusern Selva und Tamül in Vals soll das höchste Gebäude Europas zu stehen kommen. Ein Projekt, mit welchem die 7132 AG nicht nur einen Rekord brechen wird, sondern angeblich auch Denkanstösse geben will für eine neue Art von Alpentourismus. Die Kundschaft soll eine Klientel aus der Geschäftswelt sein mit hohen Ansprüchen an Komfort. Araber, Amerikaner, Japaner, Chinesen, heisst es als Beispiel. «Der heutige Tourismus ist an die Wand gefahren», sagte Pius Truffer, Delegierter des Verwaltungsrates der Bauherrin 7132 AG. «Wir verdienen nichts mehr.» Mit der «Femme de Vals», wie das ­Luxushotel heissen soll, wolle man dies ändern. Doch ein konkreter Businessplan fehlt. Auch auf das Investitionsvolumen von 300 Millionen Franken wird nicht weiter eingangen. Die detaillierte Aufschlüsselung wird unter Verschluss gehalten. «Darüber geben wir keine Informationen.»

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 26.03.2015


  • Geteilte Reaktionen in Vals – und weltweit

    Die Pläne des aus Vals stammenden Immobilienunternehmers Remo Stoffel, im Bergdorf ein 380 Meter hohes Luxushotel zu errichten hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Viele halten das Projekt für einen verfrühten Aprilscherz.

    Vals. - Nachdem Remo Stoffel und Pius Truffer, die Initianten des geplanten Luxushotels in Vals, am Montag zuerst in New York und am Mittwoch in Zürich über ihr Projekt informierten, war am Mittwochabend die Valser Bevölkerung zu einer Informationsveranstaltung geladen.

    Dass das Projekt interessiert zeigte sich auch am grossen Aufmarsch in Vals zum Informationsabend. Die Reaktionen während und nach der Präsentation für die Bevölkerung waren geteilt.

    Während ein Teil der Anwesenden das Vorhaben für unrealistisch hielt oder als verfrühten Aprilscherz titulierte, gab es vor allem von jüngeren Valsern auch anerkennende Worte zu hören.

    Im Oktober soll über die nötige Ortsplanungsrevision befunden werden können.

    Harsche Kritik auf Architektur-Website
    Auch international macht das Projekt Schlagzeilen. Kaum hatte das britische Architekturmagazin «Dezeen» die Pläne online publiziert, hagelte es kritische Kommentare.

    Diese reichen von «Lustig, aber 1. April ist erst am kommenden Mittwoch», bis zu «Schockierend schlecht. Schaut, dass das nie gebaut wird». Ein weiterer Kommentator schreibt auf der Website: «Das ist so falsch. Haben wir nichts aus den Fehlplanungen der Sechziger- und Siebzigerjahre gelernt?» (so)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 25.03.2015, 23:25 Uhr


  • Der Hotelturm in Vals heisst «Femme de Vals»

    Am Mittwoch hat Remo Stoffel seine detaillierten Pläne zum Hotelturm in Vals in Zürich vorgestellt. Am Montag informierten Stoffel und sein Architekt Thom Mayne in New York. Der Hotelturm heisst «Femme de Vals».

    Vals. – Der Hotelturm des Immobilienunternehmers Remo Stoffel in Vals soll das höchste Haus Europas werden. Insgesamt 380 Meter hoch soll er sein, ausgestattet mit 107 Luxussuiten zu schwindelerregend hohen Preisen. Manche Suiten werden ein ganzes Stockwerk einnehmen. Geplant sind zudem ein umfassendes Beauty-Angebot, Spabereich, Bibliotheken, Restaurants und Bars.

    Warum ausgerechnet soll in Vals ein solches Luxusobjekt entstehen? Vals sei ein Ort, wie in sehr, sehr viele Leute suchen würden, sagt Architekt Thom Mayne gegenüber der «Südostschweiz». Gerade deshalb habe er den schmalen Turm entworfen, so Mayne weiter. Mit einem herkömmlichen Hotelbau würde man der speziellen Situation nämlicht nicht gerecht werden.

    «Hervorragend ausgestattet»

    Maynes Turm soll 380 Meter hoch sein und 80 Stockwerke umfassen. Damit sei der Trum «das höchste Gebäude Europas, das höchste Hotelgebäude der Welt und das schlankste Gebäude der Welt». Als Hommage an Alberto Giacometti wird das Hotel «Femme de Vals» genannt.

    Wie Giacomettis berühmte Skulpturen sei das geplante Hotel sehr gross und schlank, erklärten Remo Stoffel und Pius Truffer am Mittwochnachmittag an einer Pressekonferenz in Kloten. Die Promotoren gehen davon aus, dass das Hotel «zu einem global wettbewerbsfähigen Standort für Europaaufenthalte internationaler Geschäftsleute und traditioneller Hotelklientel» wird. Vals sehen sie «als hervorragend ausgestattete und vor allem auch sichere Destination in den Bergen». Es handle sich um einen Hotelneubau «der Spitzenklasse». Das Projekt besteche durch seine Präsenz als Gebäude des 21. Jahrhunderts.

    «Reibungslose Mobilität»

    Zusätzlich sei die reibungslose Mobilität eine Grundvoraussetzung für die anvisierte
    Kundschaft. Hier würden moderne Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, seien es
    firmeneigene Fahrzeuge oder Helikopter. Dreimaliges Umsteigen vom Flughafen
    Zürich nach Vals sei keine Option. Die präsentierte Vision stütze sich nicht auf Massentourismus, «sondern auf neue Akzente in der Wertschöpfung touristischer Ressourcen».

    Der geplante Ando Park sei ein verbindendes Element zwischen der Bevölkerung und den hotelspezifischen Investitionen. Im Park finde man keine «Shopping-Street oder Boutiquen». Angefügt sei ein Museum des Lichts, sowie ein Auditorium.

    Tourismus habe öffentlichen Charakter und könne nicht für ein ganzes Tal durch einen Anbieter verordnet werden. Billigangebote würden weniger gefragt werden, sind Stoffel und Truffer überzeugt. «Qualitativ hochstehende Produkte bringen eine andere Wertschöpfung ins Tal.» (so)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 25.03.2015, 13:23 Uhr


  • Mit Pius Truffer in luftiger Höhe

    So also sehen Gebäude mit einer Höhe von 380 Metern aus. Das «Bündner Tagblatt» traf sich mit dem Valser Steinbruch-Besitzer auf dem Dach des in New York.

    So also sehen Gebäude mit einer Höhe von 380 Metern aus. Das «Bündner Tagblatt» traf sich mit dem Valser Steinbruch-Besitzer auf dem Dach des in New York. Von hier aus ist die Sicht auf das 380 Meter hohe perfekt. Er möge die Höhe, verrät Truffer auf dem Dach des «The Rock». Ersetzt man die Umgebung rund um das Empire State Building durch grüne Wiesen, Berge und Kühe, kann man sich in etwa vorstellen, wie ein Hotelturm mit dieser Höhe in Vals aussehen könnte. Über die berichtet das «Bündner Tagblatt» am Donnerstag.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 24.03.2015 


  • Der Kopf hinter dem Stoffel-Projekt

    Nach einer ersten Medienkonferenz in New York wird heute in Zürich definitiv über das Valser Hotelprojekt informiert. Das «Bündner Tagblatt» hat sich in New York mit Thom Mayne, dem Architekten des Projekts, unterhalten.Formularende

    Maynes Architekturbüro Morphosis Architects gehört zu den bekanntesten Architektur-Unternehmen der USA und geniesst auch international einen guten Ruf – man könne sich die Aufträge auswählen, verriet etwa eine Mitarbeiterin.

    Thom Mayne ist dennoch nicht unumstritten. Sein Gebäude Cooper Union, das in New York steht und eine Kunstschule beheimatet, stiess vor allem wegen seiner Grösse auf Kritik. Der Cooper Union wurde vor rund sechs Jahren eröffnet. Im vergangenen Jahr hat Mayne zudem für Aufruhr in der Fangemeinde des verstorbenen Schriftstellers Ray Bradbury gesorgt: Mayne kaufte dessen Grundstück und liess Bradburys einstiges Haus abreissen.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 25.03.2015
  • Der Kopf hinter dem Stoffel-Projekt

    Nach einer ersten Medienkonferenz in New York wird heute in Zürich definitiv über das Valser Hotelprojekt informiert. Das «Bündner Tagblatt» hat sich in New York mit Thom Mayne, dem Architekten des Projekts, unterhalten.Formularende

    Maynes Architekturbüro Morphosis Architects gehört zu den bekanntesten Architektur-Unternehmen der USA und geniesst auch international einen guten Ruf – man könne sich die Aufträge auswählen, verriet etwa eine Mitarbeiterin.

    Thom Mayne ist dennoch nicht unumstritten. Sein Gebäude Cooper Union, das in New York steht und eine Kunstschule beheimatet, stiess vor allem wegen seiner Grösse auf Kritik. Der Cooper Union wurde vor rund sechs Jahren eröffnet. Im vergangenen Jahr hat Mayne zudem für Aufruhr in der Fangemeinde des verstorbenen Schriftstellers Ray Bradbury gesorgt: Mayne kaufte dessen Grundstück und liess Bradburys einstiges Haus abreissen.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 25.03.2015


  • Mit Pius Truffer in luftiger Höhe

    So also sehen Gebäude mit einer Höhe von 380 Metern aus. Das «Bündner Tagblatt» traf sich mit dem Valser Steinbruch-Besitzer auf dem Dach des in New York.

    So also sehen Gebäude mit einer Höhe von 380 Metern aus. Das «Bündner Tagblatt» traf sich mit dem Valser Steinbruch-Besitzer auf dem Dach des in New York. Von hier aus ist die Sicht auf das 380 Meter hohe perfekt. Er möge die Höhe, verrät Truffer auf dem Dach des «The Rock». Ersetzt man die Umgebung rund um das Empire State Building durch grüne Wiesen, Berge und Kühe, kann man sich in etwa vorstellen, wie ein Hotelturm mit dieser Höhe in Vals aussehen könnte. Über die berichtet das «Bündner Tagblatt» am Donnerstag.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 24.03.2015


  • 7132 AG unterliegt in allen Therme-Aussenhäusern

    Remo Stoffels Agieren eint die nicht von ihm kontrollierten Appartement-Eigentümer auf dem Valser Thermeareal. Sie stimmen geschlossen gegen die Anträge der 7132 AG.

    von Jano Felice Pajarola

    Der Frühlingsbeginn 2015 könnte in die Geschichte von Vals eingehen. Im fernen New York wird erstmals der Schleier über dem Morphosis-Hotelprojekt der 7132 AG gelüftet, Aussergewöhnliches geht am Samstag aber auch im Dorf selbst über die Bühne. Die Stockwerkeigentümerschaften der drei Therme-Aussenhäuser Selva, Zerfreila und Tomül treffen sich zu ihrer Eigentümerversammlung. Im Vorfeld machen Szenarien die Runde: Plant Remo Stoffel bewusst einen Hotelturm, der sich als nicht bewilligbar entpuppt, um anschliessend sagen zu können, er müsse sein visionäres Projekt leider begraben? Wird er stattdessen die Aussenhäuser Selva und Zerfreila zum Ober- respektive Mittelklasse-Hotel umbauen, das Tomül zum Personalhaus? Will er jetzt die Macht über die Häuser?

    Vor einer Dominanz gewarnt
    Die Einzeleigentümer von Appartements in den drei Häusern jedenfalls sind gewarnt. In jedem Haus gibt es eine so genannte dreiköpfige Delegation, sie leitet mit einem Verwalter die Geschicke des Gebäudes. Und die drei Delegationen haben einen Brief an die Ei­gentümer gesandt: Zu mehreren Traktanden sind Anträge der 7132 AG eingegangen; die Delegierten empfehlen alle abzulehnen. Andernfalls drohe die Dominanz durch einen Mehrheitseigentümer.

    Der 7132 AG – und damit Stoffel – gehören bereits Dutzende von Appartements in den Häusern; sie werden vom Hotel als Zimmer oder Personalunterkünfte genutzt. Seit letztem November haben 65 davon die Hand gewechselt – sie gehören seither Firmen oder Personen, die unter Stoffels Einfluss stehen (Ausgaben vom 15. und 20. Dezember). Der Financier sagt dazu, man wolle auf diese Weise Freunde und Partner mit ins Boot holen. Die Delegierten der Häuser interpretieren es anders: Damit würden so genannte Kopfstimmen produziert, um mehr Stimmrechte an der Versammlung zu haben. Nun steht die Frage im Raum: Hat Stoffel so viele Stimmen, dass die anderen überstimmt werden?

    Nicht Millionen in die Fonds
    Die Bedenken wirken: Die Präsenz der Einzeleigentümer ist hoch an der Versammlung. Und sie stimmen geschlossen ab. Die 7132 AG verliert oder zieht ihre Anträge zurück. Letztlich obsiegt sie in keinem Fall. Unter anderem hätte sie gern den Erneuerungsfonds jedes Hauses durch die Eigentümer mit einer Million Franken speisen lassen. Die Gebäude aus den Sechzigerjahren seien sanierungsbedürftig, sagt Ernst Senteler, Stoffels Vertreter an der Versammlung. Aber in den Fonds befänden sich fast keine Mittel. «Wir müssten jetzt beginnen, Geld einzuzahlen, sonst fehlt es, wenn die Investitionen ausgelöst werden müssen.» Es sei bedauerlich, dass die nötigen Rückstellungen nun nicht gemacht würden.

    Ein anderer Punkt betrifft eine Reglementsänderung für den Fall, dass ein Eigentümer in einem Prozess über die Eigentümergemeinschaft obsiegt. «Ein anderer in Ihrem Haus strengt einen Prozess gegen Sie an, und dann müssen Sie sich noch an seinen Kosten beteiligen, obwohl sie gewinnen – das kann es doch nicht sein, das wollten wir ändern», so Senteler – erfolglos.

    Erstmals 100 Prozent anwesend
    Die Erleichterung aufseiten der Einzeleigentümer ist zu spüren, auch bei Martin Stuber, Delegierter im Haus Selva. «Bei uns waren erstmals 100 Prozent der Eigentümerschaft anwesend.» Die demonstrierte Geschlossenheit bei den Abstimmungen «wäre vor zehn Jahren noch undenkbar gewesen», so Stuber. «Remo Stoffels Konfrontationskurs hat die Einzeleigentümer mobilisiert. Die Stockwerkeigentümerschaft hat klar gezeigt: So kann die 7132 AG nicht mit uns umspringen.» Man habe die Kooperation mit der AG gesucht und tue dies weiterhin, sie müsse aber fair sein. «Es ist nicht unser Bestreben, den Rechtsweg zu beschreiten. Doch wenn Herr Stoffel nicht aufhört, mit seinen Firmen Kopfstimmen zu produzieren, werden wir das tun müssen.»

    Nachsatz: Das zu Beginn erwähnte Szenario vom bewusst nicht bewilligbaren Hotelneubau stellt Stoffel dezidiert in Abrede. Es entbehre jeglicher Grundlage, betont er. «Wir wollen bauen. Und wir werden bauen.»

    «Um et volor reicipsam dem. alis aut qui comnis eossinus reiuntus estinim et aut excerum ad quati.»

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 23.03.2015


  • Kratzt bald ein Turm an den Valser Wolken?

    Wie das neue Hotel in Vals aussehen soll, wird bis Mittwochnachmittag unter Verschluss gehalten. Daran ändern auch die Berichte in den Sonntagszeitungen vom 15. März nichts, die erste Informationen zum Luxushotel veröffentlicht hatten. Weder Thermen-Inhaber Remo Stoffel noch Valser Steinbruch-Besitzer Pius Truffer haben die Informationen gegenüber den Medien bestätigt. Glaubt man nämlich diesen Berichten, so soll das neue Hotel in Vals 380 Meter hoch werden und es sollen 100 Suiten darin Platz finden, die laut früheren Angaben der Thermen-Besitzerin und Bauherrin 7132 AG 1000 bis 25 000 Franken pro Nacht kosten. Mit 380 Metern wäre der «Turm zu Vals» das höchste Gebäude in Europa.

    Kein Geheimnis sind die Kosten. Stoffel will in den geplanten Park von Tadao Ando und das Hotel 200 Millionen Franken investieren. Bekannt ist auch, wer das Gebäude entwirft: Es ist der Pritzker-Preisträger Thom Mayne von im Los Angeles beheimateten Architekturbüro Morphosis Architects. Das Duo Stoffel und Truffer wird das Projekt heute Abend in New York (Ortszeit) zusammen mit Mayne vorstellen. Die Realisierbarkeit zweifeln Fachleute allerdings jetzt schon an. Der Hang, wo das neue Hotel stehen soll, sei stark rutschgefährdet, heisst es. Am Samstag berichtete der «Tages-Anzeiger» ausserdem, dass der geplante Hotelturm aufgrund der raumplanerischen Auswirkungen ein Fall für den Bundesrat werden dürfte. Denn das 380 Meter hohe Gebäude rührt die politische Frage an, welche Art von Bauten sich gelungen in eine Berglandschaft einfügt. Es gibt im Bundesrecht laut «Tages-Anzeiger» zwar keine gesetzlichen Vorgaben für Hochhauszonen. Vorhaben mit «gewichtigen Auswirkungen auf Raum und Umwelt» bedürfen gemäss eidgenössischem Raumplanungsgesetz aber einer Grundlage im kantonalen Richtplan. Fehlt diese, braucht es eine Anpassung, über welche die Landesregierung befinden müsste. Und dann ist da noch das Gesetz der Statik. Die Verankerung des Turmes muss entweder in die Breite oder Tiefe gehen. Bei der Breite besteht die Gefahr, dass das Fundament ins Umfeld der Felsentherme ragt, und in der Tiefe kollidiert das Fundament mit der Valserwasser-Quellschutzzone. Eine Gefährdung dieser Quelle dürfte wohl kaum im Sinne von Coca-Cola sein, die Eignerin des Valser Wassers.

    Nicht von ungefähr kommt also, dass sich ein Teil der Fachjury des Architekturwettbewerbs für das neue Hotel vom Entscheid der Bauherrin 7132 AG distanziert hat. In einer Mitteilung von Mitte Februar schrieben die Juroren, dass das Projekt von Morphosis Architects beziehungsweise Thom Mayne unter anderem «in Bezug auf die architektonische Ausformulierung, die Massstäblichkeit, die Einbindung in die ortsspezifischen Gegebenheiten sowie die Materialisierung erhebliche Fragenzeichen» aufweisen würde. Der geplante Hotelturm ist demnach nicht nur in der Bevölkerung umstritten, sondern auch unter Fachleuten. Die Bevölkerung von Vals befürchtet auch, dass das geplante Hotel in einer Bauruine enden wird, denn über die Finanzierbarkeit des Projekts herrscht Intransparenz. Bevor das Gebäude aber entsteht, wird die Valser Bevölkerung und die Bündner Regierung über eine Zonenplanänderung befinden müssen. Geht es nach der Bauherrin 7132 AG, sollen die Valserinnen und Valser im Herbst abstimmen.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 23.03.2015


  • «Sonst bleibt uns nur noch der Weg nach Lausanne»

    (Link nur für Abonnenten)

    Die drei Therme-Häuser (v.l.) sollen saniert werden, darüber sind sich die Stockwerkeigentümer und die 7132 AG einig. Über die Herangehensweise herrscht aber noch Uneinigkeit.

    Die Stockwerkeigentümer der drei Häuser neben der Therme in Vals haben sich am Samstag zur 47. Eigentümerverversammlung getroffen. Unter den Traktanden befanden sich auch vier Anträge der 7132 AG, der Besitzerin der Therme Vals und ebenfalls Eigentümerin vieler Appartements. Remo Stoffels Firma beantragte unter anderem eine Erhöhung der Erneuerungsfonds-Einlagen der Therme-Häuser. Anstatt der bisherigen 100 000 Franken hätte jedes Haus neu eine Million einzahlen sollen. Dies, weil dringende Investitionen in den nächsten Jahren getätigt werden müssen, wie Ernst Senteler, Vertreter der 7132 AG erklärte. «Wir haben im Haus Selva eine Strangsanierung in diesem Jahr geplant, der auch die Stockwerkeigentümergemeinschaft zugestimmt hat. Die Ausführung wollen die übrigen Stockwerkeigentümer aber erst im Jahr 2017 machen.» Die Erneuerungsfonds seien jedoch leer oder bei einzelnen Häuser sogar im Minus, und um die teils fast 50 Jahre alten Leitungen sanieren zu können, brauche es viel Geld. Pro Eigentümer wären für eine Strangsanierung 12 000 bis 15 000 Franken fällig. Zu viel? «Die Leute haben Appartements in einer alten Liegenschaft. Die Leitungen, Bauteile und Infrastrukturen sind in die Jahre gekommen und Investitionen müssen getätigt werden», betonte Senteler. Die 7132 AG investiere viel in neue Hotelzimmer, und dass diese an alte Leitungen angeschlossen werden, gehe nicht an. Ganz anders sieht die Sache für Martin Stuber aus, Delegierter des Hauses Selva. «Erneuerungen sind nötig, aber bei der Strangsanierung besteht nachweislich keine Dringlichkeit. Kostspielige Erneuerungen müssen mit einem Investitionsplan auf einige Jahre hinaus geplant werden. 10 000 Franken auf einen Schlag für ein kleines 20-Quadratmeter-Appartement sind kein Pappenstiel.» Für viele der Stockwerkeigentümer ist scheinbar klar, dieser Antrag war nur ein Versuch Remo Stoffels, sie dazu zu bringen, ihre Wohnungen zu verkaufen, damit aus den Therme-Häusern Hotels entstehen können.

    Hauptgrund für die Ablehnung der Anträge war jedoch ein anderer: Die Tatsache, dass Stoffel auch weiterhin seine Appartements an eigene Firmen überträgt und so Kopfstimmen für die Abstimmungen der Stockwerkeigentümer generiert. «Hinterhältig», betitelte einer der Anwesenden das Vorgehen Stoffels, und auch von den Delegierten wurden klare Worte gewählt. «Ende letztes Jahr haben wir gutgläubig und ohne weitere Bedingungen dem Antrag der 7132 AG für umfangreiche Umbauten zugestimmt. Fünf Tage später hat Herr Stoffel nochmals zehn Apartment-Übertragungen an Firmen, die ihm gehören, gemacht.», so Stuber vor den Anwesenden. Man suche die Zusammenarbeit, doch müsse diese fair und auf gleicher Augenhöhe stattfinden. Aus diesem Grund wurde ein erster Antrag zur Streichung von Prozesskosten aus dem Jahresbudget, von allen ausser der 7132 AG abgelehnt. Dies führte dazu, dass Senteler den Antrag zu den Erneuerungsfondseinlagen zurückzog. Ein weiterer Antrag wurde von der Versammlung bachabgeschickt. Den letzten, demgemäss eine Vertretung der 7132 AG in alle drei Haus-Delegationen hätte gewählt werden sollen, wurde ebenfalls zurückgezogen.

    Die Stockwerkeigentümer zeigten sich erleichtert, aber auch entschlossen. «Wir wollen mit der 7132 AG zusammenzuarbeiten, jedoch nur, wenn diese mit dieser Kopfstimmengenerierung aufhört.» Ansonsten werde man die rechtliche Gültigkeit dieser Stimmen prüfen. «Wenn mit der 7132 AG keine faire Zusammenarbeit zustande kommt, bleibt uns nur der rechtliche Weg, wenn es sein muss bis nach Lausanne.», so Stuber.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 23.03.2015


  • Einmütig gegen die 7132 AG

    Die Einzeleigentümer von Appartements in den Valser Therme-Häusern Selva, Zerfreila und Tomül machen gemeinsam Front gegen Remo Stoffel.

    Vals. – So etwas gab es noch nie: Bis zu 100 Prozent der drei Eigentümerschaften waren am Samstag an der ordentlichen Eigentümerversammlung der Appartementhäuser der Therme Vals anwesend.

    Und sie stimmten geschlossen für die Anträge ihrer Delegierten – keine Chance hatten die Gegenanträge der 7132 AG, die einen Teil der Appartements als Hotel- respektive Personalzimmer nutzt.

    Stimmen hinzugewonnen
    Remo Stoffels Hotelgesellschaft hatte in den letzten Monaten durch Verkäufe von Appartements an nahe stehende Firmen und Personen weitere Stimmen in der Versammlung hinzugewonnen, zuerst im November 2014 («suedostschweiz.ch» berichtete), dann nochmals in weiteren Wellen im Dezember 2014 und März 2015.

    Insgesamt wechselten 65 Appartements die Hand. Für eine Stimmenmehrheit zu Gunsten von Stoffel reichte es am Samstag trotzdem nicht. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 23.03.2015, 07:00 Uhr
  • Widmer Wandert Weiter

    Wer bist du, Vals?

    Vals war über Jahre der Lieblingsort erholungsbedürftiger Zürcherinnen und Zürcher; man fand dort oben gewaltige Berge, eine ziemlich intakte Natur und die vom Stararchitekten Peter Zumthor auf Alpin-Zen getrimmte Therme. Um in Vals baden zu gehen, warf man gern ein Wochenende auf und spies im Roten Saal des Therme-Hotels fein. Seit einiger Zeit sind die Valser allerdings daran, ihr Imagekapital zu vernichten, wenige Leute wollen inzwischen noch zu ihnen hinauf wellnessen und wandern gehen. Der Immobilien-Unternehmer Remo Stoffel hat übernommen und der Gemeinde die Therme abgeluchst; er versprach im Gegenzug den Bau eines Luxusluxushotels und - das gefiel den Leuten - einer Mehrzweckhalle. Die gibt es noch nicht. Hingegen hat Stoffel jetzt seine Hotelidee konkretisiert; ich las das in der "SonntagsZeitung". 380 Meter hoch soll - Europarekord! - sein Hotel werden bei einem Grundriss von nur 30 auf 16 Metern. Präsentieren will er das Projekt Mitte Monat zuerst in New York und dann in Zürich. Ob es je zustandekommt? Jedenfalls ist der tangierte Hang rutschgefährdet, auch dürfte es baurechtliche Probleme wegen einer Quellschutzzone geben. Unklar. Sicher ist aber eines: Niemand, den ich kenne, hat in diesen Tagen Lust auf Vals, ich zähle mich da auch mit. Wenn die ihr schönes Tal ruinieren wollen: ohne mich! Ich mag als Tourist Orte, die spüren, wer sie sind. Und wer sie nicht sind.

    Eingestellt von  Thomas Widmer am 17. März 2015 um  05:10


  •  Die Valser mögen nicht über den Hotelturm sprechen

    Augenschein am Sonntag in Vals: Die Turmpläne von Remo Stoffel und Pius Truffer machen die Einheimischen sprachlos. Dafür debattieren die Gäste eifrig darüber.

    Vals. – Nachdem die "Schweiz am Sonntag" berichtete hatte, der amerikanische Stararchitekt Thgom Mayne plane in Vals neben der Therme einen 380 Meter hohenHotelturm, hat sich die "Südostschweiz" bei Einheimischen und Gästen umgehört. Erstere halten sich bedeckt, Fotograf und Journalistin werden mit allen
    möglichen Absagen eingedeckt. Die Gäste sind auskunftsfreudiger. Sie sehen im Hotelturm entweder eine Chance für die Wirtschaft im Tal oder eine
    Gefahr für Natur und Bevölkerung. (dea)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 15.03.2015, 19:00 Uhr


  • 380 Meter in den Himmel

    In Vals soll das höchste Gebäude Europas entstehen

    In Vals soll ein 380 Meter hoher Hotelturm entstehen.

    Vals. – Das Hotelprojekt von Remo Stoffel und Pius Truffer in Vals schlägt alle Rekorde. Gemäss unbestätigten, aber aus mehreren Quellen stammenden Informationen, sollen die hundert geplanten Luxussuiten in einem 380 Meter hohen Turm untergebracht werden. Die Grundfläche ist demgegenüber bescheiden: 16 Meter Breite, 30 Meter Länge.

    Der spektakuläre Entwurf des amerikanischen Stararchitekten Thom Mayne wird am 25. März an einer Medienorientierung in Zürich der Öffentlichkeit vorgestellt. Bis dahin gibt es vonseiten der Bauherrschaft, der 7132 AG, keine weiteren Informationen. In einer kurzen Mitteilung heisst es: «Alle Berichte die vorher veröffentlicht werden, basieren auf Gerüchten, Mutmassungen und Unterstellungen.»

    Investor Stoffel ist bereit, in den Park des Japaners Tadao Ando und das Luxushotel bis zu 200 Millionen Franken zu investieren. Die Rendite sollen schwerreiche Geschäftsleute aus Asien und dem arabischen Raum garantieren, die ihre zeitlich befristete Europabasis mitsamt Entourage im Bündner Bergdorf einrichten sollen und dafür pro Suite 1000 bis 25 000 Franken pro Nacht hinblättern.

    Nicht nur die Dimensionen sind schwindelerregend, auch das Tempo, das Stoffel und Truffer anschlagen, ist es. Die nötige Zonenplanänderung soll den Valserinnen und Valsern bereits im Herbst dieses Jahres zur Abstimmung unterbreitet werden. (dsi)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 15.03.2015, 06:00 Uhr


  • «Ich habe den Eindruck, dass Herr Stoffel ein windiger Investor ist»

    Der Churer Investor Remo Stoffel will in Vals den höchsten Turm Europas bauen. Architekturkritiker Benedikt Loderer über Sinn und Unsinn dieses Bauvorhabens.

    Noch ist unklar, wie das Design aussieht, diese Variante hat es jedenfalls nicht geschafft: Eine der Visualisierungen des Hochhauses vom norwegischen Studio MIR.

    Von Robin Schwarz
    Redaktor Newsdesk

    Was halten Sie vom geplanten Bau in Vals?
    Wenig.

    Warum?
    Ich habe den Eindruck, dass Herr Stoffel ein windiger Investor ist und der Bau nicht kommen wird.

    Architekturprofessor Vittorio Lampugnani sagt, Hochhäuser in den Schweizer Alpen seien eine Absurdität. Menschen müssten in alpinem Gebiet nicht auf engstem Raum zusammenwohnen.
    Gut, diese Hochhäuser werden ja nicht wegen eines Dichteverlangens gebaut. Es ist eine Frage der Stellung des Hochhauses. Wenn Sie das ins Tal stellen, dann ist das relativ sinnlos.

    Herr Lampugnani meint, der Grund für den Bau sei nur «Sensation».
    Es ist Marketing. Die Schneegrenze steigt, die Übernachtungen sinken. Unterdessen ist vor allem in Graubünden – aber auch im ganzen Alpenraum – der Kannibalismus ausgebrochen. Jeder probiert mit irgendwelchen Sensationen, dem anderen das Wasser abzugraben. Es ist ein schrumpfender Markt, und alle bauen aus wie die Wilden. Warum sie das tun, weiss niemand. Das sind alles Angsttriebe.

    Die Frage ist, ob Aufwand und Ertrag stimmen. Benedikt Loderer, Architekturkritiker

    Ist der Bau überhaupt realisierbar? Kritiker sagen, der Ort sei ungünstig und der Grundriss zu schmal.
    Sie können einfach davon ausgehen: «Dem Ingenieur ist nichts zu schwör». Es ist ganz klar, dass das bautechnisch machbar ist. Die Frage ist, ob Aufwand und Ertrag überhaupt stimmen.

    Glauben Sie, dass das in Vals der Fall ist?
    Wissen Sie, wenn ich mir vorstelle, wer da dahintersteckt, dann glaube ich es nicht.

    Das Valser Stimmvolk wird sich an der Urne entscheiden müssen. Wenn es nach Ihnen ginge – wie soll das Volk abstimmen und warum?
    Wenn Sie den Valsern etwas versprechen, dann stimmen sie Ja, weil sie das Gefühl haben, sie seien arme Kerle: «Ja, wir müssen auch etwas haben, wir haben auch etwas zugute.» Ob diese Versprechen eingehalten werden, das wollen wir dann sehen. Wo ist denn jetzt eigentlich diese Sporthalle, die Remo Stoffel ihnen versprochen hat? Wenn ich in Vals stimmberechtigt wäre, würde ich sicher Nein stimmen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

    (Erstellt: 15.03.2015, 13:59 Uhr)


  • 380 Meter in den Himmel

    In Vals soll das höchste Gebäude Europas entstehen

    Vals. – Das Hotelprojekt von Remo Stoffel und Pius Truffer in Vals schlägt alle Rekorde. Gemäss unbestätigten, aber aus mehreren Quellen stammenden Informationen, sollen die hundert geplanten Luxussuiten in einem 380 Meter hohen Turm untergebracht werden. Die Grundfläche ist demgegenüber bescheiden: 16 Meter Breite, 30 Meter Länge.

    Der spektakuläre Entwurf des amerikanischen Stararchitekten Thom Mayne wird am 25. März an einer Medienorientierung in Zürich der Öffentlichkeit vorgestellt. Bis dahin gibt es vonseiten der Bauherrschaft, der 7132 AG, keine weiteren Informationen. In einer kurzen Mitteilung heisst es: «Alle Berichte die vorher veröffentlicht werden, basieren auf Gerüchten, Mutmassungen und Unterstellungen.»

    Investor Stoffel ist bereit, in den Park des Japaners Tadao Ando und das Luxushotel bis zu 200 Millionen Franken zu investieren. Die Rendite sollen schwerreiche Geschäftsleute aus Asien und dem arabischen Raum garantieren, die ihre zeitlich befristete Europabasis mitsamt Entourage im Bündner Bergdorf einrichten sollen und dafür pro Suite 1000 bis 25 000 Franken pro Nacht hinblättern.

    Nicht nur die Dimensionen sind schwindelerregend, auch das Tempo, das Stoffel und Truffer anschlagen, ist es. Die nötige Zonenplanänderung soll den Valserinnen und Valsern bereits im Herbst dieses Jahres zur Abstimmung unterbreitet werden. (dsi)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 15.03.2015, 06:00 Uhr


  • Vals3000 in Not - die Gründe

    Autor: Schnider jr. Beat
    Ort: Vals/Zürich
    Datum/Zeit: 14.03.2015 07:37Formularende

    Die Sportbahnen Vals befinden sich seit einigen Jahren in finanzieller Schieflage. Aus diesem Grunde bittet der VR die Gemeinde um einen Kredit von CHF 500'000 (siehe SO-Artikel vom 14. März 2015). Etwas enttäuscht hat mich dabei der Seitenhieb (Ausrede), welcher an den alten VR gerichtet war, die hohen Betriebskosten der Gondelbahn seien Schuld am Finanzloch und man hätte die damaligen Perspektiven falsch eingeschätzt. Fakt aber ist, dass die alte Nostalgiebahn nicht mehr zeitgemäss war und folglich durch eine neue Zubringerbahn ersetzt werden musste. Der damalige VR hat deshalb RICHTIG gehandelt. Auch eine kuppelbare Sesselbahn hätte ähnlich hohe Betriebskosten verursacht! Ebenfalls Fakt: In den letzten 10 Jahren, insbesondere den letzten zwei Jahren hat sich die Anzahl der Logiernächte massivst verschlechtert. Diese Gäste werden selbstverständlich auch am Berg vermisst. Seit 2009 verlor Vals über 1/3 an Logiernächten. Vor 10 Jahren konnte der VR deshalb nicht wissen, dass sich der Tourismus in Vals signifikant verschlechtert. Was m.E. letztendlich fehlt, ist eine klare Strategie mit Massnahmen. Zudem werden Prioritäten falsch gesetzt. Bevor ein Kredit ausgesprochen wird, sollte sich die Gemeinde aus den genannten Gründen zuerst die Frage stellen, ob der VR noch tragbar ist? Vals3000 ist im Moment ein Fass ohne Boden & wenn es so weiter geht, müsste man inskünftig jedes Jahr ein finanzielles Loch von CHF 500'000 stopfen. Nachhaltig wären diese Investitionen sicherlich nicht 
  • Beat Schnider jr.

    14.03.2015 08:04 Uhr

    Kleiner Nachtrag...

    Punkto Glaubwürdigkeit ist es um den VR auch nicht gerade gut bestellt. Vor drei Jahren, als der Verwaltungsrat komplett neu gewählt wurde, versicherte ein Mitglied, dass es einen unbekannten Investoren nach Vals holen würde, welcher mind. CHF 40 Mio. ins Skigebiet investiert. Einzige Bedingung: Da dieser kein Sympathisant von Zumthor sei, müsse die Therme zwingend an das Konsortium von Stoffel Part (Remo Stoffel) und Valser Gruppe (um Pius Truffer) verkauft werden. Interessant dabei: Das VR-Mitglied, welches diese Aussage tätigte, war auch Mitglied dieser Valser Gruppe. Wie dem auch sei, passiert ist in den letzten drei Jahren nichts. Kein einziger Franken wurde von diesem anonymen Investoren bis anhin ins Skigebiet investiert.
  • Valser Bahnen in finanzieller Schieflage

    Die Sportbahnen Vals AG muss die Gemeinde Vals um einen Betriebsbeitrag von 500 000 Franken bitten. Die Liquiditätsprobleme der Unternehmung sind «massiv».

    Vals. – Der Antrag ist an der Valser Gemeindeversammlung vom 27. März traktantiert: Eine halbe Million Franken möchten die Bahnen am Dachberg von ihrer Hauptaktionärin, der Gemeinde Vals. Wie Robert Berni, Verwaltungsratspräsident der Sportbahnen, bestätigt, hat die AG ein «massives Liquiditätsproblem».

    Nach Jahren der Defizite und des Abbaus von Reserven sind die Geldvorräte des Unternehmens mittlerweile offenbar aufgebraucht. Gemeindepräsident Stefan Schmid betont, die kommunale Finanzspritze müsse eine einmalige Angelegenheit bleiben. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 13.03.2015, 18:56 Uhr


  • Ja zu Ortsplanung für «neuen» Truffer-Steinbruch

    Der Souverän der Gemeinde Vals gibt ortsplanerisch grünes Licht für die Reaktivierung des Steinbruchs Schmitteli der Firma Truffer AG.

    Vals. – Die Stimmbürgerschaft der Gemeinde Vals hat am Sonntag mit 171:113 Stimmen Ja gesagt zu einer Ortsplanungsrevision im Bereich Steinbruch Schmitteli. Das 1960 eingerichtete Abbaugebiet ist seit 1986 an die Firma Truffer verpachtet, genutzt wurde es seither aber kaum.

    Sicherungsmassnahmen nötig

    Jetzt will die Truffer AG die Zone – leicht nach Süden verschoben – reaktivieren und dort grössere Investitionen tätigen, wie es in der Botschaft zur Abstimmung heisst. Unter anderem sind zur nahen Kantonsstrasse hin Sicherungsmassnahmen nötig.

    Das abbaubare Volumen wird auf 45 000 Kubikmeter geschätzt. Pro Jahr sollen rund 1400 Kubikmeter Gestein gewonnen und im Truffer-Steinwerk Jossagada verarbeitet werden. Dafür sind laut Botschaft jeweils von Mai bis November zwei bis drei Transportfahrten täglich nötig. Dabei wird auch Siedlungsgebiet tangiert. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 08.03.2015, 12:40 Uhr


  • Verwirrung um Vals-Wettbewerb

    Text: Urs Honegger / 11.02.2015 12:55

    In einer Pressemeldung des SIA distanzierten sich die Fachjuroren vor zwei Tagen vom Entscheid, das neue Thermehotel von Thom Mayne bauen zu lassen. Die Jury habe nie eine Empfehlung abgegeben. Investor Remo Stoffel widerspricht heute in der «Südostschweiz» dieser Darstellung. Im Bericht des Sekretärs des Preisgerichts sei lediglich die Rede davon, der Wettbewerb habe ohne Bestimmung eines Siegerprojekts geendet. Der Bericht liegt der «Südostschweiz» vor: «Tatsächlich geht daraus hervor, dass einstimmig kein Wettbewerbssieger gewählt wurde», schreibt die Zeitung. Nach dem die Jury ihre Beratungen ohne Siegerprojekt für beendet erklärt habe, habe sich die Bauherrschaft für eines der drei ihrer Meinung nach im Rennen verbliebenen Projekt entschieden, erklärt Stoffel. Das hingegen sei nicht die Idee gewesen, schreiben die Jurymitglieder in ihrer Pressemitteilung (LInk): «Eine Überarbeitung der vorgelegten Projekte in der engeren Wahl wurde durch das Beurteilungsgremium verworfen», da auch eine weitere Wettbewerbsrunde «kaum zu einer Klärung der aufgeworfenen Fragen geführt hätte».

    «Die Frage ist ohnehin, was der Nichtentscheid der Jury für die Investoren bedeutet», schreibt die «Südostschweiz». Verschiedene Fachleute seien der Meinung, dass die Resultate eines Studienauftrags für die Bauherrschaft in der Regel nicht bindend sei. «Demnach kann sich der Auftraggeber bei einem Studienwettbewerb – anders als beim Projektwettbewerb – in der Regel anders entscheiden als das Preisgericht. «Das war aber nicht Zweck der Sache» zitiert die «Südostschweiz» Remo Stoffel, «deshalb haben wir uns für eines der Projekte zur weiteren Bearbeitung entschieden». Peter Schmid, früherer Präsident der Baukommission der Valser Felsentherme, geht dagegen davon aus, dass der Wettbewerb nicht regulär durchgeführt wurde und prüft einen Rekurs.

    Quelle: www.hochparterre.ch
    Datum: 11.02.2015 12:55


  • Vals: Stoffel verwundert über Fachjury

    11.02.2015

    Remo Stoffel kann sich nicht erklären, weshalb sich die Jury von seiner Projektwahl für ein Luxushotel in Vals distanziert hat. Es sei ein einstimmiger Juryentscheid gewesen, auch dieses Projekt der Bauherrschaft zu empfehlen.

    Das beschauliche Dörfchen Vals scheint nicht zur Ruhe zu kommen. Nachdem es schon ein Hick-Hack gewesen war, bis die Aktien der ehemaligen Hoteba AG in die Hände seines jetzigen Besitzers Remo Stoffel respektive dessen 7132 AG gelangt waren, geht es nun offenbar mit einem Hick-Hack rund um die Baupläne des Valsers weiter. Remo Stoffel will bekanntlich in der Nähe der berühmten Therme ein Luxushotel mit 100 Suiten bauen. Vor wenigen Tagen gab seine AG via Pressemitteilung bekannt, dass man sich für ein Siegerprojekt aus dem internationalen Architekturwettbewerb entschieden habe: für das Konzept der Morphosis Architects in Los Angeles. Der Entwurf würde im März in New York vorgestellt werden, und bis dahin gebe es auch keine Visualisierungen.

    Kurz nach dieser Verlautbarung wendete sich ein Teil der Fachjury aus dem Wettbewerb an die Öffentlichkeit mit der Aussage, dass sie sich von Stoffels Entscheid für das Morphosis-Projekt distanzierten. Der Sachverhalt in der Pressemitteilung der 7132 AG sei „mehrfach unkorrekt dargestellt“ worden. Es habe weder eine Entscheidung noch eine Empfehlung an die Bauherrschaft gegeben. Denn das nun gewählte Projekt weise noch erhebliche Fragezeichen auf.

    Remo Stoffel kann sich nicht erklären, weshalb sich die Jurymitglieder distanzieren, wie er gegenüber dem Bündner Tagblatt sagte. Insbesondere auch darum nicht, weil es ein „einstimmiger Juryentscheid gewesen war, auch das Projekt von Morphosis Architects der Bauherrschaft zu empfehlen“. Für den Investor ist das Verfahren abgeschlossen. Die Jury habe ihre Arbeit getan.

    Für Stoffel zählt vor allem, dass Tadao Ando hinter seiner Wahl steht. Der japanische Stararchitekt soll im Gebiet rund um die Therme einen Park mit Elementen wie Museum des Lichts und Stelenweg realisieren. Er sollte eigentlich der Fachjury vorsitzen, war aber offenbar aus gesundheitlichen Gründen verhindert. Dass der Japaner nun „absolut hinter dem Projekt steht“, ist für Stoffel nicht ganz unerheblich. „Er freut sich über das Projekt, für das sich die Bauherrschaft entschieden hat und ist überzeugt, dass es eine optimale Ergänzung für Vals wird.“ (pd/mt)

    Quelle: www.baublatt.ch


  • Kein Sieger in Vals – aber gab es auch keine Empfehlungen?

    Nach dem Wettbewerb für den Hotel-Neubau in Vals herrscht Verwirrung. Fünf Mitglieder der Jury distanzieren sich von der offiziellen Mitteilung der Bauherrschaft. Ein Protokoll sagt etwas anderes.

    von Olivier Berger

    Vergangene Woche sind die Würfel gefallen. Der kalifornische Architekt und Pritzker-Preisträger Thom Mayne soll das neue Hotel in Vals bauen (Ausgabe vom Donnerstag). Die Jury habe sich für die Wahl von drei Projekten in eine finale Runde entschieden, aber kein Siegerprojekt gewählt, schrieb die 7132 AG als Bauherrin des 100-Suiten-Hotels in einer Mitteilung.

    Am Montag widersprachen fünf Mitglieder des Preisgerichts der Darstellung von vergangener Woche vehement (Ausgabe von gestern). Der Studienwettbewerb zum Neubau in Vals sei weder entschieden worden, noch habe sich das Beurteilungsgremium für drei der Projekte ausgesprochen, heisst es in der Mitteilung. Unterzeichnet wurde das Papier unter anderem von der Jurypräsidentin, der Berliner Architektin Louisa Hutton. Das Beurteilungsgremium habe «abschliessend und einstimmig beschlossen», den Wettbewerb «ohne Ergebnis und weitere Empfehlung zu beenden».

    Bericht: Kein Sieger bestimmt
    Investor Remo Stoffel widerspricht der Darstellung der fünf Jurymitglieder. Im Bericht des Sekretärs des Preisgerichts sei lediglich die Rede davon, der Wettbewerb, habe ohne Bestimmung eines Siegerprojekts geendet. Der Bericht liegt der «Südostschweiz» vor; tatsächlich geht daraus hervor, dass einstimmig kein Wettbewerbssieger gewählt wurde. Die fünf Jurymitglieder, die das Papier vom Montag unterzeichnet haben, waren gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

    Die Jury sieht es anders
    Nachdem die Jury ihre Beratungen ohne Siegerprojekt für beendet erklärt habe, habe sich die Bauherrschaft für eines der drei ihrer Meinung nach im Rennen verbliebenen Projekte entschieden, erklärte Stoffel. Das hingegen sei nicht die Idee gewesen, schreiben die Jurymitglieder in ihrem Papier. «Eine Überarbeitung der vorgelegten Projekte in der engeren Wahl wurde durch das Beurteilungsgremium verworfen», da auch eine weitere Wettbewerbsrunde «kaum zu einer Klärung der aufgeworfenen Fragen geführt hätte». Die Jury habe sich daher mitnichten «für drei finale Projekte ausgesprochen, bzw. diese als Empfehlung an die Bauherrschaft genannt», wie das von der 7132 AG vergangene Woche behauptet worden sei.

    Verwirrung herrscht auch über die Qualität von Maynes Projekt. In ihrem Schreiben halten die fünf Juroren fest, dieses weise «in Bezug auf die architektonische Ausformulierung, die Massstäblichkeit» und weitere Aufgabenstellungen «erhebliche Fragezeichen auf». Im Bericht der Jury dagegen wird die «durchgehend hohe Qualität» aller Projekte gelobt.

    Entscheid ist nicht bindend
    Die Frage ist ohnehin, was der Nichtentscheid der Jury für die Investoren bedeutet. Üblicherweise sind die Resultate eines Studienauftrags für die Bauherrschaft nicht bindend. Dieser Meinung sind jedenfalls verschiedene Fachleute.

    Demnach kann sich der Auftraggeber bei einem Studienwettbewerb – anders als beim Projektwettbewerb – in der Regel anders entscheiden als das Preisgericht. «Das war aber nicht Zweck der Sache, deshalb haben wir uns für eines der Projekte zur weiteren Bearbeitung entschieden», betonte Stoffel. Peter Schmid, früherer Präsident der Baukommission der Valser Felsentherme, ist dagegen der Meinung, Investor Stoffel verstosse mit seinem Verhalten gegen den Volkswillen von vergangenem Jahr. «Ein Rekurs gegen diesen Verstoss wird gegenwärtig diskutiert und geprüft», teilte Schmid gestern mit. Schmid geht davon aus, dass für den Bau des Hotels kein regulärer Wettbewerb durchgeführt wurde.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 11.02.2015


  • Remo Stoffel schlägt zurück: Die Mitteilung war korrekt

    Die Mitteilung der 7132 AG von vergangener Woche zum Wettbewerb für den Hotel-Neubau in Vals sei korrekt gewesen. Das sagt Investor Remo Stoffel und legt das Abschlussprotokoll der Jury offen.

    Vals/Chur. – Laut dem Papier hat die Jury tatsächlich auf ein Siegerprojekt verzichtet. Allerdings geht daraus nicht hervor, dass keines der drei in der Endrunde befindlichen Projekte ungeeignet ist. Dies hatten am Montag fünf Mitglieder der Jury erklärt. (so)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 10.02.2015, 17:52 Uhr


  • Gelassen über Kritik

    Und wieder einmal gibt es Wirren um Remo Stoffel. Letzte Woche gab Stoffel respektive die Bauherrschaft 7132 AG bekannt, das Morphosis Architects aus Los Angeles das Luxushotel mit 100 Suiten in Vals verwirklichen sollen.

    Eine Jury aus elf Mitgliedern sprach sich aus acht eingereichten Projekten von internationalen Architekturbüros «einstimmig» für drei finale Projekte aus, so Investor Stoffel – darunter auch Morphosis Architects. Am Montagabend distanzierten sich fünf Jurymitglieder von der Wahl der 7132 AG, ohne den Medien das Projekt zu zeigen oder zu beschreiben.

    Wie das Hotelprojekt des Amerikaners aussehen wird, wollte auch Stoffel noch nicht verraten. «Im März informieren wir in New York», sagte er. Das genaue Datum gab er noch nicht bekannt.

    Das Dorf steht durch Remo Stoffel immer mal wieder in den Schlagzeilen.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 11.02.2015


  • Valser Hotelprojekt unter Beschuss

    · Dienstag, 10. Februar 2015, 16:31 Uhr

    Therme-Besitzer und Investor Remo Stoffel will, dass Star-Architekt Thom Mayne in Vals ein Luxushotel baut. Der Architekturwettbewerb wurde von einer Fachjury begleitet. Mitglieder dieses Gremiums distanzieren sich nun vom Entscheid.

    Der japanische Architekt Tadao Ando soll in Vals einen spektakulären Park bauen. Dies hat Investor Remo Stoffel bereits früher bekant gegeben. Ebenfalls bekannt ist, dass noch ein Luxushotel folgen soll. Bauen soll es der US-Amerikaner Thom Mayne, dies hat die 7132 AG, die Besitzerin der Therme beschlossen.

    Letzte Woche hatte das Unternehmen mittgeteilt, dass die begleitende Fachjury der Bauherrschaft drei Projekte zur Auswahl empfohlen habe. Dies stimme so nicht, melden sich nun fünf Mitglieder dieser Jury zu Wort. Vielmehr habe man weder ein Siegerprojekt noch drei finale Projekte vorgeschlagen. Das Verfahren habe man ohne Ergebnis abgebrochen.

    Hinter das von der 7132 AG nun ausgewählte Projekt weise im Bezug auf die «Massstäblichkeit» oder auch die «Einbindung in die ortsspezifischen Gegebenheiten», erhebliche Fragezeichen auf.

    Auf Anfrage erklärte Stoffel, dass am Schluss des Verfahrens noch drei Projekte im Rennen gewesen seien, davon habe man eines ausgewählt. Die Vorsitzende der Fachjury, Louisa Hutton, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

    SRF 1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr, lies


  • Vals: Fachjury distanziert sich

    10.02.2015

    Ein Teil der Fachjury rund um das geplante Luxushotel bei der Thermenanlage in Vals distanziert sich von der Wahl des Projekts von Morphosis Architects durch die 7121 AG zur Weiterbearbeitung.

    Kürzlich verschickte die 7132 AG, die in Vals ein neues Luxushotel bauen will, eine Pressemitteilung mit dem Titel „Achitekturwettbewerb entschieden“. Im Studienauftrag habe man sich für das Konzept von Morphosis Architects entschieden. Die Jury habe sich für drei finale Projekte ausgesprochen; die Entwürfe von Stefen Holl Architects in New York, 6a Architects in London und eben Morphosis Architects in Los Angeles. Diese Projekte seien der Bauherrschaft als Empfehlung genannt worden. Auf die Wahl eines Siegesprojekts habe man verzichtet, „da der Investitionsentscheid in hohem Mass von der Unternehmensstrategie und vom Business Model bestimmt wird“.

    „Keine Empfehlung genannt“
    Nun distanziert sich ein Teil der Fachjury. Die Juroren Louisa Hutton, Stefan Cadosch, Vittorio Magnago Lampugnani, Sacha Menz und Daniel Niggli schreiben in einem Communiqué, dass der Sachverhalt in der Pressemitteilung der 7132 AG „mehrfach unkorrekt dargestellt“ wurde. Der Studienauftrag sei weder entschieden worden, noch habe sich das Beurteilungsgremium für drei finale Projekte ausgesprochen beziehungsweise diese als Empfehlung an die Bauherrschaft genannt. In der Mitteilung der Juroren heisst es ausserdem, dass das gewählte Projekt „in Bezug auf die architektonische Ausformulierung, die Massstäblichkeit, die Einbindung in die ortsspezifischen Gegebenheiten, die Ankunftssituation und Übergänge zum Bestand sowie Materialisierung erheblich Fragezeichen aufweist“. „Entsprechend distanzieren sich die unabhängigen Fachexperten des Beurteilungsgremiums von der Wahl des Projekts von Morphosis Architects zur Weiterbearbeitung durch die Ausloberin des Studienauftrags.“

    „Mustergültiges Verfahren“
    Dabei hatte anfangs offenbar alles seine Ordnung. Wie dem Schreiben der fünf Fachjuroren zu entnehmen ist, haben sie sich einverstanden erklärt, im Beurteilungsgremium mitzuwirken, wenn das Verfahren nach den Vorgaben der SIA 143 „Ordnung für Architektur- und Ingenieurstudienaufträge“ durchgeführt wird. Das Verfahren ist denn auch „mustergültig“ durchgeführt worden, inklusive Zwischenbesprechung mit den Projektverfassern. Nach einer „intensiven mehrtätigen Beurteilung“ seien Ende Dezember drei Projekte in der engeren Wahl verblieben. Die Projekte hätten im Grundsatz unterschiedliche Lösungsansätze dargestellt, die in Teilen „faszinierende Antworten“ zur gestellten Aufgabe gegeben hätten, in anderen Bereichen aber „wichtige Fragen“ offen gelassen hätten. Ein eindeutiger Sieger konnte offenbar auch nach einer zusätzlichen Beurteilungsrunde nicht bestimmt werden. Man habe keine Einigkeit für ein Siegerprojekt erzielen können. Eine Überarbeitung der vorgelegten Projekte in der engeren Wahl sei verworfen worden. Sie hätte kaum zu einer Klärung der aufgeworfenen Fragen geführt. In der Folge hat das Begleitgremium dann beschlossen – „abschliessend und einstimmig“ –, das Verfahren „ohne Ergebnis und ohne Empfehlung“ zu beenden. (mt/pd)

    Quelle: www.baublatt.ch
    Datum: 10.02.2015


  • Distanzierung von Valser Hotelprojekt
    (nur mit Abo)

    Obwohl das amerikanische Architekturbüro Morphosis Architects zusammen mit Steven Holl Architects (New York) und 6a Architects (Los Angeles) von der Fachjury zu den drei finalen Projekten auserkoren wurde, distanziert sich nun ein Teil der Fachexperten vom Entscheid der Bauherrin 7132 AG, Eigentümerin des Hotels «Therme» in Vals.Formularende

    «Eine Mehrzahl der Jury ist der Ansicht, dass das Projekt von Morphosis Architects nicht nach Vals passt», sagt Jurymitglied Stefan ­Cadosch auf Anfrage. In einer Mitteilung heisst es, dass das Projekt «in Bezug auf die architektonische Ausformulierung, die Massstäblichkeit, die Einbindung in die ortsspezifischen Gegebenheiten, die Ankunftssituation und Übergänge zum Bestand sowie die Materialisierung erhebliche Fragezeichen» aufweisen würden. Das Projekt sei zwar in der engen Auswahl gewesen, jedoch wollte sich diese die Jury erneut ansehen. «In den anderen Projekten haben wir mehr Potenzial gesehen», so Cadosch gegenüber dem BT.

    Die Fachjuroren kritisieren, dass dieser Sachverhalt in der Mitteilung der 7132 AG von vergangener Woche (das BT berichtete) nicht korrekt dargestellt wurde, weshalb nun eine Distanzierung nötig sei. Wie das Projekt von Morphosis Architects für das neue Luxushotel aussieht, ist noch nicht bekannt.

    Ein Teil der Fachjury distanziert sich vom Entscheid, dass das nach dem Konzept von Morphosis Architects gebaut wird.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 10.02.2015


  • Eklat um Valser Luxushotel

    Die Fachexperten, welche angeblich das Projekt von Thom Mayne für ein Luxushotel in Vals empfohlen haben, distanzieren sich von der Bauherrschaft der 7132 AG. Man habe keine Empfehlung abgegeben.

    Vals. – Das von der Bauherrschaft letztlich gewählte Projekt weise in Bezug auf die architektonische Ausformulierung, die Massstäblichkeit, die Einbindung in die ortsspezifischen Gegebenheiten, die Ankunftssituation und Übergänge zum Bestand sowie die Materialisierung «erhebliche Fragezeichen» auf. Das schreiben die Fachjuroren Louisa Hutton, Stefan Cadosch, Vittorio Magnago Lampugnani, Sascha Menz und Daniel Niggli in einer Mitteilung von Montagabend.

    Offenbar eigenmächtig entschieden
    Sie widersprechen damit dem Communique vom vergangenen Mittwoch, obwohl dieses Huttons Namen trägt. Offenbar hat sich die Bauherrschaft um Remo Stoffel und Pius Truffer eigenmächtig für das Projekt des amerikanischen Stararchitekten Thom Mayne entschieden – und diesen Entscheid als jenen der Jury ausgegeben. Stoffel war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (so)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 09.02.2015, 18:40 Uhr


  • Distanzierung von Valser Hotelprojekt

    Obwohl das amerikanische Architekturbüro Morphosis Architects zusammen mit Steven Holl Architects (New York) und 6a Architects (Los Angeles) von der Fachjury zu den drei finalen Projekten auserkoren wurde, distanziert sich nun ein Teil der Fachexperten vom Entscheid der Bauherrin 7132 AG, Eigentümerin des Hotels «Therme» in Vals.

    «Eine Mehrzahl der Jury ist der Ansicht, dass das Projekt von Morphosis Architects nicht nach Vals passt», sagt Jurymitglied Stefan ­Cadosch auf Anfrage. In einer Mitteilung heisst es, dass das Projekt «in Bezug auf die architektonische Ausformulierung, die Massstäblichkeit, die Einbindung in die ortsspezifischen Gegebenheiten, die Ankunftssituation und Übergänge zum Bestand sowie die Materialisierung erhebliche Fragezeichen» aufweisen würden. Das Projekt sei zwar in der engen Auswahl gewesen, jedoch wollte sich diese die Jury erneut ansehen. «In den anderen Projekten haben wir mehr Potenzial gesehen», so Cadosch gegenüber dem BT.

    Die Fachjuroren kritisieren, dass dieser Sachverhalt in der Mitteilung der 7132 AG von vergangener Woche (das BT berichtete) nicht korrekt dargestellt wurde, weshalb nun eine Distanzierung nötig sei. Wie das Projekt von Morphosis Architects für das neue Luxushotel aussieht, ist noch nicht bekannt.

    Ein Teil der Fachjury distanziert sich vom Entscheid, dass das nach dem Konzept von Morphosis Architects gebaut wird.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 10.02.2015


  • Der «Bad Boy» im Bergdorf

    Der US-Architekt Thom Mayne baut das neue Hotel in Vals. Die Besucher und Gäste dürfen sich auf Spektakel freuen – oder müssen sich damit abfinden.

    von Olivier Berger

    Er gilt als der «Bad Boy», der böse Bub der zeitgenössischen Architektur. Thom Mayne kultiviert sein Image als Querdenker gerne. Erst vor einem Monat liess er das Haus abreissen, in welchem der Literat Ray Bradbury, Autor von «Fahrenheit 451», über 50 Jahre lang gelebt hatte. Der Aufschrei in US-Künstlerkreisen war gross. Mayne kam die Kritik vielleicht gar nicht so unwillkommen, auch wenn er den Überraschten mimte und sich zerknirscht gab.

    Leise Töne sind auch beim Bauen nicht die Art des 71-jährigen Mayne. Klare Linien und symmetrische Formgebung sind nicht Maynes Sache. Er entstammt der kalifornischen Architekturszene der Sechzigerjahre um den 15 Jahre älteren Frank O. Gehry. Auf Deutsch: Mayne mags gern spektakulär, schräg und verwinkelt. Nicht nur deshalb wird er in Vals wohl einen Kontrapunkt zur Therme des Bündner Stararchitekten Peter Zumthor setzen. Während sich Zumthors Bauten in Formengebung und Materialisierung stark auf den Ort beziehen, stehen die Bauten seines US-Kollegen für sich.

    Kein direkter Vergleich
    Die Wahl, das neue Hotel in Vals zu bauen (Ausgabe von gestern), sei vielleicht gerade deshalb auf Mayne gefallen, glaubt Daniel A. Walser, Professor für Architekturgeschichte und -theorie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Chur. «Durch die sehr unterschiedlichen Zugänge entzieht sich Maynes Hotelbau dem direkten Vergleich mit Peter Zumthors Therme.»

    Eine Frage sei, ob Vals wirklich in einer globalisierten Welt Architektur brauche, die überall sonst auf der Welt stehen könnte, so Walser. «Das ist aber eine durchaus spannende Diskussion.» Debatten werde Mayne ohnehin auslösen. Vielleicht stecke auch dahinter Kalkül der Investoren. «Sie können sicher sein, dass das Hotel in den Medien erwähnt wird.»

    Die Investoren halten Wort
    Interessant ist, dass in der Endausmarchung für den Neubau des 100-Suiten-Luxushauses drei Architekturbüros standen, die in ihrem Ansatz unterschiedlicher kaum sein könnten. Mit Mayne hat sich der Spektakulärste unter ihnen durchgesetzt. Mit seiner Wahl haben die Investoren um Remo Stoffel zudem ihre Ankündigung wahr gemacht, Architektur der Spitzenliga zu ermöglichen: wie Peter Zumthor und Tadao Ando, der in Vals einen Park baut, hat er den Pritzker-Preis, den eigentlichen «Architektur-Nobelpreis», erhalten.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 06.02.2015


  • In Vals wirds architektonisch wild

    Schräg, spektakulär und international: So baut Thom Mayne. Der US-Amerikaner hat den Zuschlag für die Planung des neuen Luxushotels in Vals erhalten. In der Szene gilt er als böser Junge.

    Culver City/Vals. – Vals kann sich auf etwas gefasst machen. Thom Mayne, Architekt des 100-Suiten-Hotels im Bündner Ort, ist kein Mann architektonischer Zurückhaltung. Wenn Mayne baut, wirds wild. (so)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 06.02.2015, 06:52 Uhr


  • US-Architekt plant das neue Valser 100-Suiten-Hotel

    Der Architekturwettbewerb für ein neues Luxushotel in Vals ist entschieden. Die 7132 AG hat sich für das Konzept von Morphosis Architects entschieden.

    Der Gründer und Direktor des international tätigen Büros, mit Niederlassungen in Los Angeles, New York und Shanghai, Thom Mayne, wurde 2005 mit dem Pritzker Preis ausgezeichnet. Der gleichen Auszeichnung, die auch der Valser Therme-Architekt Peter Zumthor erhalten hat.

    Wie die 7132 gestern Abend mitteilte, hat sich die Jury unter dem Vorsitz von Louis Hutton (Berlin) unter acht eingereichten Entwürfen für drei finale Projekte ausgesprochen. Diese stammten von Steven Holl Architects (New York), 6a Architects (London) und Morphosis Architects (Los Angeles). Auf die Wahl eines Siegerprojektes sei verzichtet worden, weil der Investitionsentscheid in hohem Mass von der Unternehmensstrategie und vom Business Modell bestimmt werde. Das 5-Stern-Hotel sieht 100 Suiten vor. Das Projekt soll im März 2015 in New York der Öffentlichkeit vorgestellt werden. In einer Beurteilung der am Wettbewerb beteiligten Architekten hat der Bündner Architekturkritiker Köbi Gantenbein die Morphosis Architects als «wilde Kerle» bezeichnet. «Ich kann mir nicht vorstellen, was diese in Vals anstellen werden.» Im März werden wir es wissen.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 05.02.2015


  • Amerikaner baut neues Thermehotel Vals

    Vals hat entschieden: Der amerikanische Architekt Thom Mayne gewinnt den Architekturwettbewerb für das neue Thermehotel. Sein Konzept wird im März vorgestellt, sagt Investor Remo Stoffel.

    Vals. – Die Jury habe sich für drei finale Projekte ausgesprochen, teilte die Bauherrschaft 7132 AG am Mittwochabend mit. Obenaus schwangen Architekturbüros aus den USA und aus England. Gewinner ist Thom Mayne von Morphosis Architects in Los Angeles.

    Das Projekt für ein neues 5-Stern-Hotel werde rund 100 Suiten beinhalten, wie es weiter heisst. Noch keine Angaben machen wollte Investor Remo Stoffel zu den Kosten, wie er auf Anfrage sagte.

    Vorläufig keine Bilder

    Noch offen ist auch der Zeitplan. Man arbeite «mit voller Kraft», so Stoffel. Vorstellen wolle man das Projekt im März in New York. Bis dorthin gebe es auch keine Visualisierungen. (so)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 04.02.2015, 17:30 Uhr 


  • Heikler Baugrund am Valser Therme-Hang

    (Link nur für Abonnenten Südostschweiz)

    Fast frei von Vorgaben sollen sie das neue Luxushotel für die Valser 7132 AG planen können, die geladenen Architekturbüros aus aller Welt. In Tat und Wahrheit sind dem Bau enge Grenzen gesetzt – sogar in der Tiefe.

    Von Jano Felice Pajarola

    Vals. – 7132-Verwaltungsrat Pius Truffer hat es im Juni 2014 am Briefing der Wettbewerbsarchitekten vor Ort gesagt: Nur wenige Vorgaben zu Form, Grösse und Standort gebe es für Remo Stoffels Hotel-Neubau bei der Felsentherme in Vals. Die Grenze sei allein der Himmel. Allerdings: Wo das Hotel gebaut werden soll, ist ziemlich klar definiert, das bestätigt auch Truffer – im Hang oberhalb der Strasse nach Vals Platz. Dort stehen schon die Felsentherme, das Hotel-Haupthaus, die Appartementhäuser des Therme-Komplexes und die Zufahrten. Anders gesagt: Der Platz im Gebiet ist beschränkt, Grenzen sind einem Neubau sehr wohl gesetzt.

    Ein heikler Bau-Untergrund
    Truffer streitet das nicht ab. Im Architekturwettbewerb gebe es zwar auch Ideen in Richtung Streusiedlung, eher werde es aber ein Turm sein. Schon Tadao Andos Modell für den Park im Talboden, präsentiert im letzten August, zeigte am Thermehang eine turmartige zusätzliche Baute, die in Realität – noch – nicht existiert.

    Doch es ist nicht nur der Baugrund knapp am Rota Härd, wie das Gebiet heisst. Der Hang ist ausserdem rutschgefährdet. «Er ist durchnässt. Überall hat es Wasser», erinnert sich der Churer Geologe Tomaso Lardelli, in den Neunzigerjahren Gutachter beim Bau der Felsentherme von Peter Zumthor. «Für die Stabilität waren aufwendige Entwässerungen nötig.»

    Lardelli weiss auch, dass am Rota Härd noch eine weitere Problematik lauert – und zwar unter der Oberfläche. Dort fliesst in einer sogenannten Trias-Schicht jenes wertvolle Mineralwasser, das die St. Petersquelle speist. Deren Neubohrung, aus der die Valser Mineralquellen einen grossen Teil ihres Wassers beziehen, befindet sich hinter dem Hotel. Der ganze Hang steht in einer Quellschutzzone.

    Tiefe Pfählungen wären nötig
    Um einen Hotelturm am Rota Härd zu bauen, wären gemäss Lardelli aber tiefe Pfählungen nötig. Das habe er einst schon Zumthor gesagt – dieser hatte 2007 eine nie realisierte turmartige Erweiterung für das Hotel entworfen. Doch nur schon die verhältnismässig wenig tiefe Fundation für die Felsentherme hatte in den Neunzigerjahren die Mineralquellen-AG in Alarmbereitschaft versetzt. Daran erinnert sich auch Peter Schmid gut, der damalige Präsident der Baukommission: Man habe unglaubliche Angst davor gehabt, die Schicht mit dem Mineralwasser könne durch Bodeneingriffe irritiert werden. «Der Bau hätte sofort eingestellt werden müssen.»

    Truffer setzt auf Experten
    Heute gehören die Mineralquellen dem Konzern Coca-Cola. Und die Vorsicht ist nicht geringer geworden, das bestätigt Patrick Bossart von Coca-Cola HBC Schweiz: Das Unternehmen wird der 7132 AG bei der Realisierung ihres Hotelprojekts sehr genau auf die Finger schauen (siehe Interview fünfte Spalte).

    «Aufpassen muss man in jedem Fall», erklärt Geologe Lardelli. Auch Remo Stoffels 7132 AG werde «zeigen müssen, dass sie die Situation richtig beurteilt.» Truffer widerspricht nicht: Die Quellenproblematik müsse genau angeschaut werden, betont er. Er gehe zwar davon aus, dass ein Turm machbar sei – «aber das ist eine Frage, die die Experten beurteilen müssen.»

    Für Schmid hingegen ist die Sache klar: Mit direkter Anbindung an die Felsentherme könne Remo Stoffel seine «horrende Investition von 170 Millionen Franken» gar nicht realisieren, meint er. «Es sei denn, er überbaut Tadao Andos Park im Talboden mit dem Hotel und transportiert seine 5-Sterne-Plus-Gäste auf einem Förderband zum Bad.»

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 19.01.2015 


  • Coca-Cola wird Remo Stoffel genau auf die Finger schauen

    Remo Stoffels Valser Luxushotel-Neubau soll auf dem Areal des Therme-Gebäudekomplexes entstehen. Doch das Gebiet ist auch Quellschutzzone für das Valser Mineralwasser. Bei Inhaber Coca-Cola ist man auf der Hut.

    Vals. – «Selbstverständlich werden wir die Planungsarbeiten im Quellgebiet genau beobachten.» Das sagt Patrick Bossart, Geschäftsleitungsmitglied der Coca-Cola HBC Schweiz AG, zum Hotel-Bauprojekt der 7132 AG in Vals.

    Von Geologen überwacht

    «Zusätzlich wird der Prozess von unseren Geologen streng überwacht», so Bossart gegenüber der «Südostschweiz». «Allfällige Baubewilligungen hängen auch von den Expertisen der Geologen ab.»

    Die Valser Mineralquellen AG hatte schon beim Bau der Felsentherme von Peter Zumthor Mitte der Neunzigerjahre klare Bedingungen gestellt. Das Projekt durfte nur unter genauer Überwachung der St. Petersquelle realisiert werden. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 19.01.2015, 07:00 Uhr
  • Kein Rekurs gegen Garlag-Beschluss

    Vals. – Gegen die Genehmigung der Ortsplanungsrevision für die Reaktivierung des Valser Steinbruchs Garlag vom 30. November 2014 (Ausgabe vom 1. Dezember) sind keine Einsprachen eingegangen, wie Radiotelevisiun Svizra Rumantscha gestern berichtete.

    Brigitte Bless von der Interessengemeinschaft (IG) Garlag, die den Betrieb seit Jahren bekämpft, bestätigte gegenüber der «Südostschweiz» den Verzicht der IG auf eine Einsprache. Damit sei die Wiederinbetriebnahme des Steinbruchs aber noch nicht möglich. Auch gemäss der Gemeinde Vals muss zuerst die genehmigte Revision rechtskräftig werden; anschliessend kann die Valser Naturstein AG Steinbruch Berni erst ein Baugesuch für den Abbau in Garlag einreichen. Das könnte laut Gemeinde etwa im Frühling der Fall sein. (jfp)

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 17.01.2015 


  • Sie wollen Zumthors Erbe antreten

    Ende Dezember hätte der Entscheid auf dem Tisch liegen müssen, doch die Bekanntgabe, welches Architekturbüro sich dem Hotelprojekt in Vals annehmen wird, verzögert sich.

    Über die Namen der teilnehmenden Architekturbüros, die im Juni letzten Jahres in Vals einen Augenschein vom Areal genommen hatten, wurde geschwiegen. Dem «Bündner Tagblatt» liegen nun die Namen der acht Büros vor, drei von ihnen sind laut gut unterrichteten Quellen noch im Rennen, darunter der japanische Architekt Kengo Kuma.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 10.01.2015


  • Ein Filmstar und ein «Baustar» in Vals

    Vals. – Sie hat ihren alten Wunsch in die Tat umgesetzt: Schauspielerin Cate Blanchett hat sich in Vals aufgehalten – so jedenfalls sagt es eine gut unterrichtete Quelle.

    Und noch ein Star soll sich mit Vals beschäftigt haben, ein Architekturstar – jedenfalls laut einer inoffiziellen Liste der Büros, die beim Wettbewerb für das neue Hotel der 7132 AG mit dabei sind.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 10.01.2015


  • Cate Blanchett zu Besuch in Vals

    Vor etwas mehr als einem Jahr hat Cate Blanchett es in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen SRF gesagt: «Ich möchte einmal die Therme besuchen, die Architekt Peter Zumthor entworfen hat.

    Jetzt hat die australische Schauspielerin ihren Plan offenbar in die Tat umgesetzt: Laut gut informierten Quellen vor Ort hat sich Blanchett mit ihrer Familie Anfang Januar im «7132 Hotel» in Vals aufgehalten. Direkt bestätigen will Hotel-Verwaltungsratspräsident Remo Stoffel den Aufenthalt des Stars nicht, «ein Hotelier darf über so etwas nicht Auskunft geben», meint er gegenüber der «Südostschweiz» diplomatisch. «Aber Cate Blanchett hat gesagt, sie komme bei ihrem nächsten Schweiz-Besuch nach Vals. Und in der Schweiz ist sie jetzt gewesen.» (jfp)

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 10.01.2015


  • Architekten aus der ganzen Welt für Vals

    Wen hat die 7132 AG zum Architekturwettbewerb für das neue Luxushotel in Vals eingeladen? Offiziell sind kaum Namen bekannt. Eine unbestätigte Liste führt nun Büros von New York bis Tokio auf.

    Vals. – Vertreter von «hochkarätigen Architekturbüros aus unterschiedlichen Ecken der Welt» hätten den Weg nach Vals gefunden: So konnte man es im Juni 2104 auf der Pius Truffer nahe stehenden Internetseite valsonline.ch lesen. Die Angereisten wurden gebrieft für den Architekturwettbewerb der 7132 AG, der das beste Projekt für das geplante Luxushotel der AG hervorbringen soll – ein neues Wahrzeichen für Vals.

    Die Namen der teilnehmenden Büros bleiben bis heute offiziell ungenannt, einzig das Mittun des Japaners Kengo Kuma wird von 7132-Verwaltungsrat Truffer bestätigt. Die jetzt aufgetauchte Liste, offenbar erstellt mit den Angaben von Insidern, wird von der 7132 AG nicht kommentiert. Sie führt folgende Büros auf:

    - Max Dudler (Zürich/Berlin)

    - Kengo Kuma (Tokio, Paris)

    - Jensen und Skodvin (Oslo)

    - Morphosis Architects (Los Angeles/New York)

    - Aires Mateus (Lissabon)

    - 6a Architects (London)

    - Nieto Sobejano (Madrid/Berlin)

    - Steven Holl Architects (New York/San Francisco/Peking)

    Mit Morphosis Architects wäre – wenn die Liste korrekt ist – auch ein veritabler Architekturstar mit von der Partie: Mastermind von Morphosis ist Thom Mayne, Pritzker-Preisträger im Jahr 2005. Die Urheber der Liste geben an, die Aufzählung stimme «zu mindestens 80 Prozent». (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 09.01.2015, 22:00 Uhr


  • Auch im Haus Zerfreila sind die Eigentümer auf der Hut

    (Link nur für mit Abo Südostschweiz)

    Einigung im Therme-Appartementhaus Selva: Remo Stoffel führt nur ein redimensioniertes Sanierungsprojekt durch. Pläne hat er aber auch für das Haus Zerfreila. Die dortigen Eigen-tümer befürchten ein ähnliches Vorgehen wie im Selva.

    Von Jano Felice Pajarola

    Vals/Chur/Zürich. – Sie hat am Donnerstagabend am Hauptbahnhof Zürich stattgefunden: eine ausserordentliche Eigentümerversammlung des in die Schlagzeilen geratenen Selva-Appartementhauses der Valser Therme. Dabei wurde einem redimensionierten Umbauvorhaben der 7132 AG zugestimmt, notabene ohne Gegenstimme, wie deren Verwaltungsratspräsident Remo Stoffel betont: Statt der Ende November beantragten Strangsanierung (Ausgabe vom Montag) erneuert die 7132 AG lediglich 18 Zimmer, die ihr oder den ihr zugewandten Besitzern gehören. Die anderen Einzeleigentümer werden nicht tangiert. Die Arbeiten sind von April bis Juni 2015 geplant.

    Neue Besitzer «sind informiert»

    Zu den 18 Zimmern, die im Stil des japanischen Architekten Kengo Kuma umgebaut werden sollen, gehören sieben jener Appartements, die kurz vor der Novemberversammlung die Hand gewechselt haben. Wie Stoffel bestätigt, kostet ein solcher Zimmerumbau rund 250 000 Franken. Die neuen Besitzer seien informiert über die Umbaupläne. Es sei nicht etwa er selbst, der im Hintergrund investiere, es seien tatsächlich diese Geschäftspartner und Gesellschaften. Die Zimmer würden anschliessend ans «7132 Hotel» vermietet. «Was man dabei nicht unterschätzen darf, ist die Rendite. Natürlich braucht es eine gewisse Risikobereitschaft, aber es könnte finanziell nicht uninteressant sein.»

    Wissen die Käufer also, was auf sie zukommt? Auf eine entsprechende Nachfrage der «Südostschweiz» reagiert ein neues Eigentümerpaar, deren Appartements umgebaut werden sollen, abweisend: «Wir wollen uns dazu nicht äussern.»

    Weitere Handänderungen geplant

    Das Haus Selva ist nicht das einzige Appartementhaus der Therme Vals – mit gut 100 Zimmern ähnlich gross ist auch das Haus Zerfreila, das unter anderem den Therme-Shop und das Restaurant «Da Papà» beherbergt. Plant Stoffel auch dort Sanierungen wie im Selva? «Im Haus Zerfreila möchten wir den Laden erneuern und den Eigentümern vorschlagen, ein Fitnessstudio anzubauen», sagt Stoffel. «Es sind dort zudem fast alle Zimmer im Urzustand, da stellt sich in den nächsten fünf Jahren auch die Sanierungsfrage.» Vorgesehen sei das Auffrischen von 20 bis 30 hotelmässig bewirtschafteten Zimmern. Etwa 40 Appartements gehören im Zerfreila bereits der 7132 AG, gemäss Stoffel sind weitere Handänderungen vorgesehen.

    Aus Kreisen der dortigen Eigentümer dürfte den Plänen aber – wie im Haus Selva – Widerstand erwachsen. «Wir werden Herrn Stoffel die Stirn bieten», meint einer der 60 bis 70 Appartementbesitzer. Im Zerfreila wird vor allem befürchtet, dass aus zahlbaren Ferienwohnungen Personalunterkünfte werden. In dieser Sache läuft notabene eine juristische Auseinandersetzung: Gegen die zunehmende Umnutzung von Appartements in Personalzimmer wurde im Haus Zerfreila 2012 ein Verbot erhoben. In erster Instanz sind die Eigentümer damit allerdings vor Gericht unterlegen.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 20.12.2014
  • Remo Stoffels Gelder fliessen

    50 Millionen Franken hat Remo Stoffel ins Valser Thermehotel zu investieren versprochen. Ein Betrag, der schon bald erreicht ist – auch ohne Hotelneubau.Formularende

    Von Jano Felice Pajarola

    Vals. – Seit das Bundesgericht entschieden hat, dass der Verkauf der Valser Therme an Remo Stoffel rechtens war, investiert der Churer Unternehmer eifrig ins «7132 Hotel». «Die 50 Millionen Franken, die wir ursprünglich angekündigt hatten, wären inzwischen schon bald erreicht – allein mit dem Ausbügeln von Dellen und dem Auflösen des Investitionsstaus», stellt Stoffel fest. Zehn bis 15 Millionen will er beispielsweise nächstes Jahr wieder in Umbauten stecken – geplant sind drei Suiten im Haupthaus und 18 neue Kengo-Kuma-Zimmer im Haus Selva.

    Betreffend das Selva hat man sich am Donnerstag auf ein abgespecktes Sanierungsprojekt geeinigt, wie Stoffel bestätigt. Es wird die protestierenden Einzeleigentümer (Ausgabe vom Montag) im Gegensatz zum ursprünglich beantragten Vorhaben nicht tangieren. Im Fokus steht nun aber auch das Haus Zerfreila.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 20.12.2014


  • Remo Stoffel investiert weiter in Vals

    50 Millionen Franken hat Remo Stoffel ins Valser Thermehotel zu investieren versprochen. Ein Betrag, der schon bald erreicht ist – auch ohne Hotelneubau. Doch zumindest die Sanierungsinvestitionen sind nicht nur beliebt.

    Vals. – Seit das Bundesgericht entschieden hat, dass der Verkauf der Valser Therme an Remo Stoffel rechtens war, investiert der Churer Unternehmer eifrig ins «7132 Hotel». «Die 50 Millionen Franken, die wir ursprünglich angekündigt hatten, wären inzwischen schon bald erreicht – allein mit dem Ausbügeln von Dellen und dem Auflösen des Investitionsstaus», stellt Stoffel fest.

    Zehn bis 15 Millionen will er beispielsweise nächstes Jahr wieder in Umbauten stecken – geplant sind drei Suiten im Haupthaus und 18 neue Kengo-Kuma-Zimmer im Haus Selva.

    Auch Pläne für Haus Zerfreila

    Betreffend das Selva hat man sich am Donnerstag auf ein abgespecktes Sanierungsprojekt geeinigt, wie Stoffel bestätigt. Es wird die protestierenden Einzeleigentümer («suedostschweiz.ch» berichtete) im Gegensatz zum ursprünglich beantragten Vorhaben nicht tangieren. In der Diskussion steht nun aber auch das benachbarte Haus Zerfreila. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 20.12.2014, 06:30 Uhr 


  • exklusiv im bt

    Vals nimmt sich Zeit für Therme-Zukunft

    Im Kaufvertrag der Therme Vals an den Unternehmer Remo Stoffel war die Option enthalten, dass die Gemeinde Vals bis zum 31. Dezember 2014 entscheiden kann, ob sie die Felsentherme in eine Stiftung überführen möchte.Formularende

    Nun ist die Frist für diesen Entscheid in Absprache mit Besitzer Stoffel um eineinhalb Jahre, bis zum 30. September 2016, verlängert worden. Darüber hat Gemeindepräsident Stefan Schmid am Freitag die Gemeindeversammlung informiert. Es ist also nicht so, dass die Gemeinde die Therme plötzlich zurückhaben möchte, wie das aufgrund von Medienberichten verstanden werden konnte. «Durch die Fristverlängerung wird es uns möglich, die nach dem Verkauf durch Gerichtsverfahren entstandene Verzögerung von rund eineinhalb Jahren für die nötigen juristischen Detailabklärungen zu nutzen», sagte Stefan Schmid gegenüber dem BT. Diese Vorlage wird ebenso dem Volk vorgelegt wie jene der Mehrzweckhalle, für die der Standort beim Schulhaus favorisiert wird. Im Budget 2015 sei dafür bereits ein Planungskredit enthalten. (nw)

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 15.12.2014


  • Seltsame Vorgänge im Therme-Haus Selva

    Ende November haben unzählige Appartements im Haus Selva der Therme Vals die Hand gewechselt – kurz vor der Eigentümerversammlung wurde ihr Besitz an Personen und Firmen aus Remo Stoffels Umfeld gestreut. Was steckt dahinter?

    Von Jano Felice Pajarola

    Vals. – Die letzten vier Handänderungen wurden noch am Freitag, 28. November, um 17.30 Uhr im Grundbuch von Vals eingetragen. Dann waren die Transfers komplett: Insgesamt 16 Appartements im Haus Selva der Therme Vals hatten innert kürzester Zeit neue Besitzer gefunden. Ein Dutzend davon hatte Remo Stoffels 7132 AG veräussert, die vier letzten kamen von einer Privatperson. Die Käufer: Mehrere andere von Stoffels Firmen wie die Priora Projekt AG, die Immoport AG oder die AG Kurhaus Lenzerheide sowie Verwandte von Stoffel oder Personen, die mit ihm in geschäftlicher Beziehung stehen. Ersichtlich ist das aus der am 9. Dezember von der Gemeinde Vals im Internet publizierten Liste der jüngsten Eigentumsübertragungen von Grundstücken.

    «Sind Interessenverbundene»

    Remo Stoffel bestätigt die Handänderungen und damit auch einen Bericht des «Bündner Tagblatts» von vergangener Woche. Seine Begründung für die plötzliche Häufung von Besitzerwechseln: Nach dem Umbau von 13 als Hotelzimmer genutzten Appartements mit dem japanischen Architekten Kengo Kuma diesen Frühling wolle man kommenden Sommer weitere Appartements sanieren; «dazu haben wir Freunde und Partner motiviert, uns zu unterstützen. Es sind Interessenverbundene, die wir dazu bringen möchten, mitzuziehen. Alles müssen wir ja nicht selber machen.» Die neuen Eigentümer seien sozusagen in die Lücke jener Vorbesitzer gesprungen, die ihre Appartements nicht sanieren wollten und sie deshalb an die 7132 AG verkauft hätten.

    Der Hintergrund: Das «7132 Hotel» nutzt – wie früher das Therme-Hotel – Appartements im Haus Selva als Hotelzimmer. Von den 109 Appartements gehören 70 der 7132 AG oder den erwähnten neuen Eigentümern.

    Umstrittene Strangsanierung

    In den Kreisen der restlichen Stockwerkeigentümer ortet man allerdings hinter den Handänderungen eine andere Motivation: den Versuch Stoffels, die Stockwerkeigentümer-Versammlung vom 29. November auszuhebeln, also am Tag nach den letzten Mutationen im Grundbuch. Stoffel, an der Versammlung vertreten von Pius Truffer, wollte – so die Darstellung der Gegenseite – gleichzeitig mit den nächsten Zimmersanierungen auch eine komplette Strangsanierung im Haus Selva durchbringen. Dabei wären alle Versorgungsleitungen im Gebäude renoviert worden. Um diesem Antrag an der Versammlung zum Sieg zu verhelfen, soll Stoffel die Appartements an seine Entourage verkauft haben – so jedenfalls kam die 7132 AG über Vollmachten zu zusätzlichen Stimmrechten. Denn jeder Eigentümer, auch die 7132 AG, besitzt nur ein Stimmrecht, egal, wie viele Appartements ihm gehören. Der Coup misslang: Auf den Antrag der 7132 AG wurde mit 27:21 Stimmen gar nicht eingetreten. Die Gegenseite hatte Wind von Stoffels Plänen bekommen und auch Stimmen mobilisiert.

    Zu lange Nutzungsausfälle

    «Wir hatten diesen Frühling vier Monate Nutzungsausfall unserer Appartements wegen der Umbauarbeiten der 7132 AG», sagt einer der ablehnenden Eigentümer, der namentlich nicht genannt werden will. «Das wollten wir nicht nächsten Sommer schon wieder erleben. Die Strangsanierung macht Sinn, aber erst in zwei Jahren.» Stoffel selbst bestätigt den Antrag, einen Zusammenhang mit den Handänderungen stellt er aber in Abrede.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 15.12.2014


  • Vals: Hoteljury hat noch kein Ergebnis

    Vals. – Welches renommierte internationale Architekturbüro macht das Rennen um die Gestaltung des von Remo Stoffel geplanten neuen Valser Luxushotels?

    Noch ist kein Ergebnis bekannt. Die Jury des Architekturwettbewerbs habe zwar getagt, erklärt Stoffel, einen definitiven Entscheid habe sie aber noch nicht getroffen. Gleichzeitig muss Stoffel – glaubt man seinen Gegenspielern – eine Niederlage bei seinen Sanierungsplänen für das Therme-Appartementhaus Selva hinnehmen.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 15.12.2014


  • Vals nimmt sich Zeit für Therme-Zukunft

    Im Kaufvertrag der Therme Vals an den Unternehmer Remo Stoffel war die Option enthalten, dass die Gemeinde Vals bis zum 31. Dezember 2014 entscheiden kann, ob sie die Felsentherme in eine Stiftung überführen möchte.

    Nun ist die Frist für diesen Entscheid in Absprache mit Besitzer Stoffel um eineinhalb Jahre, bis zum 30. September 2016, verlängert worden. Darüber hat Gemeindepräsident Stefan Schmid am Freitag die Gemeindeversammlung informiert. Es ist also nicht so, dass die Gemeinde die Therme plötzlich zurückhaben möchte, wie das aufgrund von Medienberichten verstanden werden konnte. «Durch die Fristverlängerung wird es uns möglich, die nach dem Verkauf durch Gerichtsverfahren entstandene Verzögerung von rund eineinhalb Jahren für die nötigen juristischen Detailabklärungen zu nutzen», sagte Stefan Schmid gegenüber dem BT. Diese Vorlage wird ebenso dem Volk vorgelegt wie jene der Mehrzweckhalle, für die der Standort beim Schulhaus favorisiert wird. Im Budget 2015 sei dafür bereits ein Planungskredit enthalten. (nw)

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 15.12.2014


  • Vals: Hotelprojekt hat Verspätung

    Der erwartete Juryentscheid zum Architekturwettbewerb um Remo Stoffels Luxushotel in Vals verzögert sich. Die von Tadao Ando präsidierte Jury legt eine «Zusatzrunde» ein.

    Vals. – Die eingereichten Entwürfe wurden von der Jury – sie wird präsidiert vom japanischen Architekturstar Tadao Ando, der allerdings aus gesundheitlichen Gründen nach wie vor nicht nach Europa reisen kann – zwar schon begutachtet, wie Stoffel bestätigt. «Ein finaler Entscheid liegt aber noch nicht vor.»

    «Weil wir so viele gute Entwürfe haben»

    Die Jury, so die Begründung, wolle sich für drei der Projekte nochmals Zeit nehmen, um sie zu überprüfen. «Eine nicht vorgesehene Zusatzrunde, weil wir so viele gute Entwürfe haben.» Wann das Siegerprojekt definitiv ausgewählt sei, könne im Moment noch nicht gesagt werden. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 15.12.2014


  • Erneutes Seilziehen um Therme Vals

    THERME VALS ⋅ Die Therme Vals soll wieder in den Besitz der Gemeinde zurückkehren. Der Gemeindevorstand will sie in eine Stiftung der Gemeinde überführen, wie Gemeindepräsident Stefan Schmid Freitagabend an der Gemeindeversammlung bekanntgab. Dem aktuellen Besitzer Remo Stoffel bliebe das Nutzungsrecht. Die Gemeinde hatte die Therme und das Hotel dazu im März 2013 an den einheimischen Immobilienunternehmer Stoffel für 7,8 Millionen Franken verkauft. Er hatte sich gegen den Erbauer der Therme, Stararchitekt Peter Zumthor, durchgesetzt.

    Stoffel hatte sich zudem verpflichtet, rund 50 Millionen Franken in die Therme zu investieren, das Hotel zu renovieren und ein weiteres, architektonisch hochstehendes Haus mit 70 Zimmern zu bauen. Zudem hatte er vertraglich zugesichert, die Therme aus seinem Besitz an eine Stiftung der Gemeinde zu überführen und nur das Nutzungsrecht zu beanspruchen, sollten die Valser das wünschen.

    Von dieser Möglichkeit sollen die Valser nun Gebrauch machen. Der Gemeindevorstand bereitet eine entsprechende Abstimmungsvorlage zu Handen der Gemeindeversammlung vor. Sollten die Valser zustimmen, bekommen sie die Therme zum Nulltarif zurück.Stoffel: Option verlängert

    Stoffel selbst teilte über seine Kommunikationsagentur dazu mit, dass er beim Kauf der Therme das Angebot gemacht habe, die Therme in eine Stiftung zu überführen, aber das Nutzungsrecht zu behalten. Diese Option sei aber bis zum 31. Dezember 2014 befristet gewesen.

    Da die Gemeinde Vals noch nicht bereit sei, eine konkrete Antwort auf das Angebot zu geben, habe der Besitzer die Option noch einmal verlängert, bis zum 30. September 2016. (sda)

    Quelle: Neue Luzerner Zeitung


  • Gemeinde Vals will ihre Therme zurück

    Aktualisiert am 13.12.2014

    Der Besitzer der Valser Therme soll die Badeanlage zum Nulltarif der Gemeinde zurückgeben. Das Angebot stammt vom Besitzer selber.

    Die Therme Vals soll wieder in den Besitz der Gemeinde zurückkehren. Der Gemeindevorstand will sie in eine Stiftung der Gemeinde überführen, wie Gemeindepräsident Stefan Schmid am Freitagabend an der Gemeindeversammlung bekanntgab. Dem aktuellen Besitzer Remo Stoffel bliebe das Nutzungsrecht.

    Die Gemeinde hatte die Therme und das Hotel dazu im März 2013 an den einheimischen Immobilienunternehmer Stoffel für 7,8 Millionen Franken verkauft. Er hatte sich gegen den Erbauer der Therme, Stararchitekt Peter Zumthor, durchgesetzt.

    50 Millionen investiert

    Stoffel hatte sich zudem verpflichtet, rund 50 Millionen Franken in die Therme zu investieren, das Hotel zu renovieren und ein weiteres, architektonisch hochstehendes Haus mit 70 Zimmern zu bauen. Zudem hatte er vertraglich zugesichert, die Therme aus seinem Besitz an eine Stiftung der Gemeinde zu überführen und nur das Nutzungsrecht zu beanspruchen, sollten die Valser das wünschen.

    Von dieser Möglichkeit sollen die Valser nun Gebrauch machen. Der Gemeindevorstand bereitet eine entsprechende Abstimmungsvorlage zu Handen der Gemeindeversammlung vor. Sollten die Valser zustimmen, bekommen sie die Therme zum Nulltarif zurück.

    Stoffel selbst teilte über seine Kommunikationsagentur dazu mit, dass er beim Kauf der Therme das Angebot gemacht habe, die Therme in eine Stiftung zu überführen, aber das Nutzungsrecht zu behalten. Diese Option sei aber bis zum 31. Dezember 2014 befristet gewesen. Da die Gemeinde Vals noch nicht bereit sei, eine konkrete Antwort auf das Angebot zu geben, habe der Besitzer die Option bis zum 30. September 2016 verlängert. (thu/sda)

    Erstellt: 13.12.2014, 20:24 Uhr


  • Was hat Remo Stoffel vor?

    Remo Stoffel wollte die Stockwerkeigentümer-Gemeinschaft des Thermenhauses «Selva»in Vals übers Ohr hauen. Das berichten Eigentümer. Doch sie konnten sich (vorerst) gegen das Vorhaben des Unternehmers wehren.

    Nadja Maurer

    Dass Immobilienunternehmer Remo Stoffel 17 Eigentumsübertragungen bei Wohnungen in einem der drei Thermenhäuser vorgenommen hat, ist kein Geheimnis. Die Einträge im Grundbuchamt Vals bestätigen, dass Stoffel mit seiner 7132 AG 17 Appartements im Haus «Selva» unter anderem auf die Mutter oder die Schwester übertragen hatte (das BT berichtete am Donnerstag).

    Diese Eigentumsübertragungen der Wohnungen im «Selva» (siehe Kasten) seien laut Eigentümer, die namentlich nicht genannt werden wollen, Ende November vorgenommen worden – einen Tag vor der Stockwerkeigentümer-Versammlung. Brisant: Das Haupttraktandum der ausserordentlichen Versammlung sei ein Projekt der 7132 AG gewesen. Dieses hätte laut Eigentümern diverse Investitionen im 2015 vorgesehen, unter anderem in neue Wasserleitungen. Doch bereits im 2014 hätten die Eigentümer einen viermonatigen Nutzungsausfall verkraften müssen, da die Zimmer im Haus «Selva» aufgrund des Umbaus im Parterre und im Hotel der Therme Vals nicht genutzt respektive nicht vermietet werden konnten. «Im 2015 schon wieder einen längeren Nutzungsausfall und all die Bauimmissionen wollten wir nicht tragen. Wir wollten eine Verschiebung des Projektes um zwei Jahre», erklärt ein Eigentümer.

    Doch kein Hotelneubau?

    Stoffel habe gewusst, dass sich die Eigentümer gegen das Projekt wehren werden, weshalb er die Eigentumsübertragungen vorgenommen habe, denn bei der Versammlung gilt die Kopfstimme. Stoffel erhöhte damit seinen Anteil um 17 Stimmen, denn gleichzeitig mit der Eigentumsübertragung liess er sich die Vollmachten für diese geben. Trotz dieses Tricks habe sich die Versammlung mit 27:21 Stimmen gegen die Realisierung des Projektes im 2015 entschieden. Die 7132 AG und Stoffel hätten sich nun bereit erklärt, nächste Woche eine abgespeckte Version des Projekts vorzulegen. Für viele Eigentümer bleibt aber wegen Stoffels «Trick» ein bitterer Nachgeschmack.

    Was können die Gründe Stoffels für das grosse Interesse am Umbau des Hauses «Selva» sein? Insider spekulieren, dass Stoffel womöglich gar keinen Hotelneubau in Vals anstrebe, stattdessen die bestehende Infrastruktur umbauen wolle. Nach wie vor baue er Zimmer für Zimmer im «Selva» zu neuen hochpreisigen Hotelzimmern um.

    Gegenüber dem «Bündner Tagblatt» stellt Stoffel klar, dass das Haus «Selva» bereits ein Hotel ist, denn es gehöre zur Hotelanlage der Therme. Die 7132 AG habe keine Ambitionen, das ganze Haus zu übernehmen, es solle eine Stockwerkeigentümergemeinschaft bleiben. Sie investieren lieber in einen Neubau, der ihnen alleine gehöre. Mit dem Vorwurf konfrontiert, die Eigentumsübertragungen gemacht zu haben, um mehr Stimmen zu erlangen, antwortet Stoffel: «Warum sollte ich das tun? Dann renovieren wir halt nur unsere Zimmer.»

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 13.12.2014


  • Therme Vals
    Gemeinde Vals will Therme zurück

    ·   Publiziert: 13.12.2014, 11.38 Uhr

    Die Therme Vals soll wieder in den Besitz der Gemeinde zurückkehren. Der Gemeindevorstand will sie in eine Stiftung der Gemeinde überführen, wie Gemeindepräsident Stefan Schmid Freitagabend an der Gemeindeversammlung bekanntgab.

    Dem aktuellen Besitzer Remo Stoffel bliebe das Nutzungsrecht. Die Gemeinde hatte die Therme und das Hotel dazu im März 2013 an den einheimischen Immobilienunternehmer Stoffel für 7,8 Millionen Franken verkauft. Er hatte sich gegen den Erbauer der Therme, Stararchitekt Peter Zumthor, durchgesetzt.

    Stoffel hatte sich zudem verpflichtet, rund 50 Millionen Franken in die Therme zu investieren, das Hotel zu renovieren und ein weiteres, architektonisch hochstehendes Haus mit 70 Zimmern zu bauen. Zudem hatte er vertraglich zugesichert, die Therme aus seinem Besitz an eine Stiftung der Gemeinde zu überführen und nur das Nutzungsrecht zu beanspruchen, sollten die Valser das wünschen.

    Von dieser Möglichkeit sollen die Valser nun Gebrauch machen. Der Gemeindevorstand bereitet eine entsprechende Abstimmungsvorlage zu Handen der Gemeindeversammlung vor. Sollten die Valser zustimmen, bekommen sie die Therme zum Nulltarif zurück. (SDA)

    www.blick.ch


  • exklusiv im bt

    Remo Stoffel hat in die Trickkiste gegriffen

    Hinter den Mauern des Hauses Selva, eines der drei Häuser der Therme Vals, brodelt es. Wie Wohnungseigentümer, die namentlich nicht genannt werden wollen, berichten, wollte Unternehmer Remo Stoffel mit seiner 7132 AG bei einer Stockwerkeigentümerversammlung Ende November ein Projekt mit diversen Investitionen in das Haus durchbringen.

    Erstaunt hätten sie am Abend vor der Versammlung erfahren, dass Remo Stoffel bei 17 seiner Objekte im Haus eine Eigentumsübertragung an nahestehende Personen vorgenommen hatte, darunter Schwester und Mutter. Stoffel hätte bereits gewusst, dass die Eigentümer mit dem Vorschlag der 7132 AG nicht einverstanden waren. «Es steckt eine taktische Überlegung dahinter: In der Stockwerkeigentümergemeinschaft gilt die Kopfstimme. Mit den Übertragungen erhöhte Remo Stoffel seinen Anteil um 17 Stimmen», erklärt ein Eigentümer. Durchgebracht hat Stoffel das Projekt trotzdem nicht. Stoffel bestreitet den Vorwurf: «Warum sollte ich das tun? Dann renovieren wir halt nur unsere Zimmer.» (NM)

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 11.12.2014


  • «7132» verpflichtet Nachwuchs-Spitzenkoch

    Jetzt ist bekannt, mit welchem Talent das Valser Thermehotel «7132» in den kulinarischen Olymp vorstossen will: Sven Wassmer ist der Mann am Herd im Hotel-Toprestaurant «Silver».

    Vals. – Das Hotel «7132» verfügt seit kurzem über einen neuen Internetauftritt – und verrät dort auch, wer in Zukunft die Küchenbrigade im neu ausgerichteten Restaurant «Silver» führt. Es ist Sven Wassmer, zuletzt tätig im Restaurant «Focus» im «Park Hotel Vitznau», dessen Küchenchef Nenad Mlinarevic im Herbst 2013, acht Monate nach der Eröffnung, bereits zwei Michelin-Sterne erhielt.

    Mit Sternen und Punkten gesegnet

    Auch die weiteren Stationen von Wassmer sind mit Sternen und Punkten gesegnet: Das «Mesa» in Zürich (zwei Sterne, 18 Punkte), das «Schauenstein» in Fürstenau (drei Sterne, 19 Punkte) und das «Oud Sluis» in den Niederlanden (3 Sterne, 20 Punkte). Wassmer selbst schreibt auf seiner Website: «Es ist Zeit, auf meinen eigenen Füssen zu stehen.» Ab Dezember werde er Küchenchef im «Silver» in Vals sein. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 04.12.2014, 10:56 Uhr


  • Neue Küchenleitung im Hotel 7132

    Sven Wassmer wird per 1. Dezember 2014 die Küchenleitung des im August eröffneten Silver Restaurants im Hotel 7132 in Vals übernehmen.

    Die Spitzengastronomie ist Sven Wassmer alles andere als fremd. Nach Stationen bei Andreas Caminada und Marcus G.Lindner, zog es den 28-Jährigen in die Weltmetropole London zum Spitzenkoch Nuno Mendes.

    Dort lebte und arbeitete der Hobby-Skateboarder knapp drei Jahre lang. In dieser Zeit lernte er viele neue Kulturen kennen. Heute erkennt man dies an seinen vielfältigen, weltoffenen und modernen Kreationen.

    Zuletzt war er im neu eröffneten Park Hotel Vitznau tätig, wo er als Sous-Chef massgebend zum Erfolg des Hauses beigetragen hat. (htr/ad)

    www.htr.ch/leute


  • Nächstes Kapitel im Valser Steinbruchstreit

    Die Ortsplanungsrevision für die Wiederinbetriebnahme des umstrittenen Steinbruchs Garlag in Vals ist genehmigt. Ob und wann der Abbau los-gehen kann, ist aber noch offen.

    Vals. – Zu einer Erweiterung der Abbauzone im Steinbruch Garlag hatte der Valser Souverän im September 2013 noch Nein gesagt. Auf der gültigen Abbauzone von 1990 hingegen soll der Betrieb wieder aktiviert werden können: Die entsprechende Ortsplanungsrevision wurde am Sonntag an der Urne mit 275:156 Stimmen angenommen. Die Betreiberin, die Valser Naturstein AG Steinbruch Berni, will im dorfnahen Garlag wieder Steine gewinnen können; dazu waren ein Genereller Gestaltungsplan und die Endgestaltung nach dem Abbau zu erlassen.

    Erwachsen diese Planungsmittel in Rechtskraft, kann die AG gemäss Gemeindeschreiber Reto Jörger ein Baugesuch für den Abbau einreichen. Das könnte im nächsten Frühling geschehen – falls keine Einsprachen gegen die Ortsplanungsrevision eingereicht werden. Danach muss auch das Baugesuch den üblichen Genehmigungsweg nehmen. Noch ist damit offen, ob und wann der von einer Interessengemeinschaft bekämpfte Steinbruch unter Auflagen auf seiner alten Fläche wieder in Betrieb gehen kann. (jfp)

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 01.12.2014


  • Steinbruch Garlag in Vals kann reaktiviert werden

    ·        Sonntag, 30. November 2014, 14:14 Uhr

    Der Steinbruch Garlag oberhalb von Vals soll reaktiviert werden. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben die entsprechende Teilrevision der Ortsplanung angenommen.

    Der Steinbruch Garlag in Vals beschäftigt das Dorf seit Jahren. Sogar das Bundesgericht musste sich bereits damit befassen. Vor einem Jahr lehnte Vals die Erweiterung der Abbauzone ab.

    Nun schlug der Gemeindevorstand vor, den Steinabbau in der ursprünglichen Abbauzone zu erlauben. Der Abbau sei von volkswirtschaftlicher Bedeutung und die Abbau-Emissionen würden im Rahmen bleiben, argumentierte der Gemeindevorstand.

    Doch es gab Widerstand. Anwohner hatten Bedenken, dass sich ein Steinbruch so nahe am Dorf, nicht mit dem Tourismus vereinbaren lasse. Die Mehrheit sah dies anders. Die Teilrevision der Ortsplanung wurde mit 275 zu 156 Stimmen angenommen.

    Für die definitive Wiederaufnahme des Betriebes in der vorgesehenen Zone ist nun aber noch eine Baubewilligung nötig. Im Baubewilligungsverfahren seien dann umfangreiche Auflagen zu erlassen, welche die Abbau-Emissionen auf ein erträgliches Mass reduzierten, schrieb der Gemeindevorstand in der Abstimmungsbotschaft.

    Quelle: www.srf.ch


  • Vals: Ortsplanung für Steinbruch Garlag genehmigt

    Aus zonenplanerischer Sicht kann der umstrittene Steinbruch Garlag in Vals auf seiner ursprünglichen Fläche reaktiviert werden.

    Vals. – Der Beschluss fiel am Sonntag an der Urne mit 275:156 Stimmen: Die Teilrevision der Valser Ortsplanung zum Steinbruch Garlag ist genehmigt. Wird sie rechtskräftig und heisst die Gemeinde das entsprechende Baugesuch gut, kann die Betreiberin, die Valser Naturstein AG Steinbruch Berni, den Abbau von Steinen auf der rechtskräftigen Materialabbauzone von 1990 wieder aufnehmen.

    Eine Erweiterung der Abbauzone im umstrittenen Steinbruch war am 22. September 2013 an der Urne deutlich abgelehnt worden. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 30.11.2014, 13:46 Uhr


  • Peter Zumthor: "Das meiste ist keine Architektur"

    "Ando enttäuscht mich außerordentlich"

    ZEIT: Was wurmt Sie am meisten?

    Peter Zumthor

    1943 geboren, wächst er in Oberwil bei Basel auf. Er lernt Möbelschreiner, bevor er Innenarchitektur, Design und Architektur studiert. Seit 1978 betreibt er sein eigenes Architekturbüro in Haldenstein. Weltweite Beachtung erlangt er mit der Therme Vals. Zumthor ist als Gastprofessor an diversen Universitäten tätig und wurde vielfach ausgezeichnet, so etwa mit dem wichtigsten Preis für Architektur, dem Pritzker-Preis.

    Zumthor: Meine Frau und ich hatten den Traum, dass man in Vals eine nachhaltige Form des Tourismus gestalten kann, die mit den sozialen und kulturhistorischen Gegebenheiten des Ortes arbeitet. Wir haben mehr als zehn Jahre dafür gearbeitet und waren damit auch gut unterwegs. Hotel und Thermalbad erwirtschafteten von Jahr zu Jahr bessere Erträge. Es gab mehr und mehr zufriedene Gäste, die Freude hatten an einer besonderen, nicht überkandidelten Hotelkultur. Dass es einem einzigen Einheimischen gelang, diesen erfolgreichen Betrieb dem Dorf wegzunehmen und diesen selbst zu führen, sprich, das Dorf dazu zu bringen, darauf zu verzichten, macht mich traurig. Und was von den neuen Plänen des neuen Eigentümers und Managers an die Öffentlichkeit dringt, kommt mir absurd vor.

    ZEIT: Jetzt baut in Vals ein anderer Großer Ihrer Zunft, Tadao Ando. Was halten Sie von dem Projekt?

    Zumthor: Der plant. Er baut nicht.

    ZEIT: Es heißt, Ando sei noch gar nie in Vals gewesen sei.

    Zumthor: Ja, so ist es.

    ZEIT: Macht das Ihren Ärger noch größer?

    Zumthor: Nein. Das ist eine typische Situation. Viele berühmte Architekten machen für Geld Projekte für irgendetwas, bei dem es nur darum geht, ein Bild zu produzieren. Es geht meines Erachtens in Vals nur um Namen, Inhalte kann ich keine erkennen.

    ZEIT: Hat man da nicht den Reflex, dem Kollegen in Japan eine Mail oder einen Brief zu schreiben?

    Zumthor: Das mache ich sicher nicht. Ich besitze Briefe von Ando, in denen er mir freundschaftlich schreibt und seine hohe Achtung für meine Arbeit zum Ausdruck bringt. Er hat mir auch einen Stempel geschickt, mit einem Porträt von mir. Seine frühen Arbeiten achte ich sehr. Dass er in Vals eine Arbeit abliefert, ohne je dort gewesen zu sein, enttäuscht mich ausserordentlich.

    ZEIT: Das ärgert Sie offensichtlich viel mehr, als wenn irgendwo ein anonymer Investor eine grüne Wiese mit anonymen Blocksiedlungen überbaut.

    Zumthor: Das ärgert mich vor dem Hintergrund der Valser Folie. Das war ja bis anhin ein superschönes, superschweizerisches Projekt. Man hat eine Klientel aufgebaut, man hat Erfolg, es ist nicht überkandidelt. Es war etwas Wunderbares, wie ein Traum. Wir wollten ihn schrittweise ausbauen und verbessern. Dass das nicht mehr möglich ist, ärgert mich.

    ZEIT: Zum Hotelwettbewerb wurden Sie aber noch einmal eingeladen.

    Zumthor: Ja, das stimmt. Mich zu einem Wettbewerb einzuladen, nach alldem, was ich für Vals getan habe, empfand ich als Spitze.

    ZEIT: Sie arbeiten nun seit über dreißig Jahren in Ihrem Beruf, in welche Richtungen hat sich die Architektur entwickelt?

    Zumthor: Wenn sich die Frage auf meinen persönlichen Weg bezieht und auf die Ausstrahlung meiner Arbeit, so gibt es positive Rückmeldungen: Qualität stirbt eben nicht so schnell aus. Was mich bedrückt, ist, dass diese Art von Qualität exklusiv wird, dass sie sich nur noch reiche Leute leisten können.

    ZEIT: Sie haben Ihre Bauten schon als "Nadelstiche des Akupunkteurs" beschrieben.

    Zumthor: Das ist eine Reaktion auf die Bedeutungslosigkeit des Architekten im Bauprozess. Der Architekt ist ähnlich bedeutend wie der Sanitärinstallateur. In den meisten Fällen braucht man Architektur, damit eine Immobilie etwas hermacht, wenn es um den Verkauf geht. Doch das hat nichts mit Architektur zu tun, sondern mit Geldverdienen. Wenn mich Architekturstudenten fragen: "Was können wir bewirken?" Dann sage ich: "Nichts." Das ist frustrierend, aber es ist der Preis unseres demokratisch-kapitalistischen Systems. Der Architekt sucht die Nähe zum Geld. Nur mit Geld kann man bauen. Und wenn man das nicht macht, kommt man nicht zu großen, bedeutenden Bauaufgaben. Aber ein einzelnes Haus, richtig gestellt, das bewirkt sehr viel. Deshalb das Bild vom Nadelstich.

    ZEIT: Ist somit die zersiedelte Landschaft, in der wir im Schweizer Mittelland leben, der Preis, den wir für unser demokratisches System bezahlen?

    Zumthor: Absolut. Jeder darf hier bauen, wie er will. Und darum sieht es hier so aus. Obwohl, ich stelle immer wieder fest, dass es in der Schweiz auch Landschaften gibt, die nicht überbaut wurden. Wunderbar, sage ich mir dann, wir sind also doch schon so weit, dass Demokratie manchmal auch zu qualitativ guten Resultaten führt. Gefragt ist Qualität, die auch Abstimmungen übersteht. Man kann den Bürgern ja nichts unterjubeln, man muss den Stammtisch überzeugen. Das ist hart, aber wahr.

    Quelle: www.zeit.de


  • Vals: Behebung Standortnachteile    
          
    Autor: Schnider jr. Beat
    Ort: Vals / Zürich
    Datum/Zeit: 24.11.2014, 10:05

    Die beiden Firmen Valser Mineralquellen und Truffer bilden zusammen mit dem Tourismus das Rückgrat der Valser Volkswirtschaft. Die beiden Firmen wirtschaften dabei äusserst erfolgreich und bezahlen attraktive Löhne. Diese Tatsache lockt seit einiger Zeit auch viele auswärtige Arbeitnehmer nach Vals, was als höchst erfreulich zu klassifizieren ist. Leider beobachte ich seit gut drei Jahren eine sehr beängstigende Tendenz. Die mehrheitlich kinderreichen Familien ziehen wieder von Vals weg, oftmals 'gen Ilanz oder gar ins Unterland und pendeln täglich nach Vals um ihrer Arbeit nachzugehen. Dadurch entgehen der Gemeinde wertvolle Steuereinnahmen. Wenn man die Gründe für die Wegzüge etwas genauer analysiert, resultieren zwei Hauptfaktoren: Zum Einen exisitert in Vals zu wenig freier, grossflächiger Wohnraum (4.5-6.5 Zimmer-Wohnungen), zum Anderen bietet man Familien, insbesondere Kindern/Jugendlichen zu wenig Freizeitmöglichkeiten. In den letzten zwanzig Jahren hat man es klar versäumt, Sportinfrastruktur etc. aufzubauen, um die Attraktivität zu steigern. Des Weiteren neigen sich die verfügbaren Baulandreserven dem Ende zu. Durch das Projekt "Andos Garten" beschleunigt sich dieses Manko. Es wäre an der Zeit, durch diverse Massnahmen, Gegensteuer zu geben. Attraktiver Wohnraum ist knapp, auch für Einheimische. Folglich sollte mehr gemacht werden, um auswärtige Arbeitnehmer und deren Familien stärker an Vals zu binden. Auch Einzonungen wären nötig. Die Gemeinde steht in der Pflicht!

    Quelle: www.suedostschweiz.ch


  • Zumthors Tipp gegen Dichtestress: Urlaub in New York

    25.11.2014

    Der Dichtestress, die Qualität von Architektur, die Bedeutungslosigkeit von Architekten – darüber hat Stararchitekt Peter Zumthor in einem Interview mit „Die Zeit“ online gesprochen. Ausserdem äussert er sich zu den Plänen für Vals, wo er vor Jahren die weltberühmte Therme entworfen hat.

    Peter Zumthor gehört zu den Meistern seiner Zunft. Dabei ist der Pritzker-Preisträger eigentlich der Meinung, dass Architekten bedeutungslos sind – zumindest im Bauprozess. „Der Architekt ist ähnlich bedeutend wie der Sanitärinstallateur“, meint er im Interview mit „Die Zeit“ online lapidar. „Wenn mich Architekturstudenten fragen: Was können wir bewirken? Dann sage ich: Nichts.“ Das sei frustrierend, aber der Preis „unseres demokratisch-kapitalistischen Systems“. Der Architekt suche die Nähe zum Geld, denn nur damit könne man bauen. Vor 40 Jahren habe er noch geglaubt, dass er alles beeinflussen könne. Aus der Rückschau sehe er, dass er wenig habe beeinflussen können.

    Und doch ist Zumthor der Meinung, dass die Qualität der Architektur in der Schweiz „besser und besser“ wird. Er sieht immer wieder ganz normale Einfamilienhäuser, bei denen er denkt: „Doch, das ist etwas. Da wurde wirklich überlegt.“ Es gebe in der Schweiz ein allgemeines Bewusstsein dafür, dass Häuser schön sein könnten. In einigen Städten beginne man zu realisieren, dass man nicht alles dem Geschmack eines einzigen Büros überlassen dürfe. Die Öffentlichkeit beginne, selber die Zügel in die Hand zu nehmen. „Das Gemeinwesen muss sich einbringen und fordern, dass öffentlicher Raum und Qualität entsteht.“

    Ab nach New York

    Zumthor selbst hat laut „Die Zeit“ kürzlich den Vorschlag gemacht, dass man alle unbebauten Flächen im Mittelland auszonen und zu einem grossen Park machen soll. Der Rest würde dann „eine richtige Stadt“. Eine solche müsse eine gewisse Dichte haben. Doch gerade das scheint Herr und Frau Schweizer derzeit zu stressen. Diesen Dichtestress könne man ihnen nehmen, indem man ihnen zwei, drei Wochen Urlaub in New York schenke, meint der Architekt lachend.

    Traurigkeit wegen Vals

    Ernst wird er, wenn man ihn auf Vals anspricht. Dort wurde er vor zwei Jahren ausgebootet, als es darum ging, die Anlage rund um die Therme zu erneuern. Das Bad hat den Architekten weltberühmt gemacht. Aber die Erneuerung liegt nun in den Händen des einheimischen Investors Remo Stoffel, der ein Luxushotel sowie einen Park bauen will, den Stararchitekt Tadao Ando entworfen hat. Der Ausgang dieser Geschichte wurmt Zumthor „sehr“. „Meine Frau und ich hatten den Traum, dass man in Vals eine nachhaltige Form des Tourismus gestalten kann, die mit den sozialen und kulturhistorischen Gegebenheiten des Ortes arbeitet.“ Hotel und Therme hätten von Jahr zu Jahr bessere Erträge bewirtschaftet. „Dass es einem einzigen Einheimischen gelang, diesen Erfolgreichen Betrieb dem Dorf wegzunehmen und diesen selbst zu führen, sprich, das Dorf dazu zu bringen, darauf zu verzichten, macht mich traurig.“ (pd/mt)

    www.baublatt.ch


  • Vals vor der Entscheidung im endlosen Steinbruch-Streit

    Am 30. November steht in Vals erneut ein Urnengang zum Garlag-Steinbruch an. Diesmal geht es um Steingewinnung auf der ursprünglich bewilligten Abbauzone. Kein Problem für das Dorf, sagt Betreiber Berni. Die Gegner protestieren.

    Von Jano Felice Pajarola

    Vals. – Der Streit um den Steinbruch-Betrieb Garlag der Valser Naturstein AG geht demnächst ins achte Jahr. Eine Erweiterung der Abbauzone wurde von den Gegnern mit Erfolg bis vors Bundesgericht gezogen; jetzt, bei der Abstimmung vom 30. November, ist es eine Reaktivierung der bereits bestehenden früheren Abbauzone, die in Vals an die Urne kommt.

    «Konflikt wird entschärft»
    Der Gemeindevorstand empfiehlt die entsprechende Teilrevision der Ortsplanung zur Annahme (Ausgabe vom 23. August), das hält er auch in der aktuellen Abstimmungsbotschaft wieder fest. Mit der Beschränkung auf die rechtskräftige Zone von 1990 werde der Konflikt mit den nahen Wohnzonen «entscheidend» entschärft, reduziere sich doch der geplante Steinabbau von 1000 auf 600 Kubikmeter im Jahr. Mit «umfangreichen Auflagen» in der Baubewilligung werde die Gemeinde zudem sicherstellen, dass die Abbau-Emissionen erträglich blieben. Ein Weiterbetrieb des Steinbruchs sei damit «zu verantworten».

    Uneins mit der Gemeinde
    Völlig anders sieht es die Interessengemeinschaft (IG) Garlag, die sich seit Jahren gegen den Steinbruch unmittelbar oberhalb des Dorfs wehrt. «Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass die Gemeinde der Stimmbürgerschaft eine Weiterführung des Steinbruchs als vertretbar auftischt», so IG-Vertreterin Brigitte Bless. Dafür gebe es «keinen vernünftigen Grund». Auch das Argument des Gemeindevorstandes, die künftige Produktion bruchroher Steinplatten aus Garlag sei volkswirtschaftlich von Bedeutung, verfange nicht. Mit den beiden nicht einsehbaren Steinbruchbetrieben Jossagada und Schmitteli könne der Bedarf an diesen Platten sicher auch in Zukunft abgedeckt werden – ohne Garlag.

    Bless: «Da nützt kein Ando-Park»
    Kritik übt die IG aber auch aus touristischer Sicht. «Ein Steinbruch mitten im Dorf», so Bless, «ist mit dem Tourismus nicht kompatibel.» So werde der Ort zu den Verlieren gehören, «da nützt auch kein Ando-Park, um Vals attraktiv zu machen.» Nachdem das Dorf laut Statistik von 2006 bis 2013 schon über 34 000 Logiernächte eingebüsst habe, könne es sich ein solches Steinbruchprojekt nicht auch noch leisten.

    Garlag-Betreiber Josef Berni, mittlerweile über 80, kann mit der Kritik der IG nichts anfangen, im Gegenteil: Er habe aus dem Dorf bis jetzt vor allem positive Reaktionen bekommen, stellt er fest. «Es ist teilweise schädigend, wie diese Gegner sich äussern», so Berni. Zumal auch die Gemeinde hinter der Vorlage stehe. «Der Betrieb von Garlag wird sicher keine Probleme verursachen», betont er. Berni verweist auf mehrere Lärmgutachten, die bereits erstellt worden seien – und auf die Projektvorgaben, wie sie auch aus der Botschaft ersichtlich sind. Der Abbau soll in die Tiefe erfolgen – in einer Grube, aus der sich der Lärm mit der Zeit nicht mehr nach aussen ausbreitet. Bis es so weit ist, soll die Bohrlafette zur Lärmreduktion abgeschirmt werden; eingesetzt werden darf sie maximal 400 Stunden im Jahr. Der eigentliche Abbau bleibt auf die Zeit von April bis November beschränkt.

    Berni: «Keine grosse Belastung»
    Was Berni auch betont: Im Gegensatz zu anderen Valser Steinbrüchen werde es aus Garlag keinen Abtransport von Aushubmaterial geben – alles werde vor Ort als Füllmaterial wiederverwendet. Für das Wegbringen der Steine wird mit jährlich 100 bis 120 Lastwagenfahrten gerechnet, «keine grosse Belastung», findet Berni. Ob es die Valserinnen und Valser so sehen oder doch eher wie die IG, das zeigt sich in zwei Wochen.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 14.11.2014


  •  Vals entscheidet über Steinbruch Garlag

    Über Jahre hinweg hat der Valser Steinbruch Garlag die Gerichte beschäftigt – bis nach Lausanne. Am 30. November geht es nun an der Urne um die Zukunft des umstrittenen Betriebs.

    Vals. – Die ursprünglich geplante Erweiterung der Abbauzone in Garlag hat Steinbruchbetreiber Josef Berni nach negativen Gerichtsurteilen und Urnenbeschlüssen abgeschrieben: «Wir haben eingesehen, dass das gegenüber dem Dorf nicht geht», so Berni. Jetzt will seine Valser Naturstein AG den Steinbruch Garlag unter Auflagen innerhalb der seit 1990 rechtskräftigen alten Abbauzone weiterbetreiben.

    Mit Tourismus «nicht kompatibel»
    Doch auch dagegen läuft die Gegnerschaft von der Interessengemeinschaft (IG) Garlag Sturm. Unter anderem hält die IG fest, ein solcher Betrieb im Dorf sei mit dem Tourismus «nicht kompatibel». Um Vals dann noch attraktiv zu machen, nütze auch ein Projekt wie der Ando-Park der 7132 AG nichts mehr.

    Am Abstimmungssonntag Ende November entscheidet das Valser Stimmvolk nun über die Teilrevision der Ortsplanung, die für einen Weiterbetrieb von Garlag nötig ist. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 13.11.2014, 16:54 Uhr



  • Hoch hinaus   Von Gastautor/in

    Freitag 31. Oktober 2014, 08:00

    Ruth Kramer und Thomas Schacht sind von Dänemark ins Bergdorf Vals gezogen und verbinden hier skandinavisches Stilgefühl mit alpenländischer Bodenhaftung.

    Das offene Wohngeschoss befindet sich ganz oben. An den zentralen Wohn- und Essbereich sind drei Nischen angegliedert, in denen sich die Küche, die Bibliothek sowie die TV-Lounge befinden.

    Sie hatten schon viel von dem Bergdörfchen Vals gehört, das spätestens mit Peter Zumthors Thermenbau in Architekten- und Designerkreisen Weltberühmtheit erlangt hatte. Doch als Ruth Kramer und Thomas Schacht aus Dänemark während eines Motorradtrips das erste Mal herkamen, erschraken sie. «Das Wetter war schlecht, und das Dorf präsentierte sich Grau in Grau», erinnert sich Ruth. «Als wir am nächsten Morgen ans Fenster unseres Hotelzimmer traten, trauten wir unseren Augen nicht.» Die Sonne schien, und das Alpental zeigte sich von seiner schönsten Seite. «Es war magisch», schwärmt die Schweizer Modedesignerin. Ein Besuch in der Therme und eine erste Wanderung durchs Valsertal später, und der Beschluss der beiden stand fest: Hier wollten sie künftig wohnen.

    «Wir waren zu dieser Zeit beide beruflich in Dänemark sehr engagiert und eigentlich glücklich», erzählt Thomas Schacht. «Der Umzug in die Schweiz war ein spontaner Bauchentscheid, und wir haben ihn nicht bereut.» Als Marketingexperte und Modedesignerin wussten sie, dass ihre Kreativität auch von der Ferne aus gefragt sein würde, und tatsächlich konnten die beiden bis heute einen Fuss in ihren alten Firmen behalten, arbeiten von der Schweiz aus an Projekten und fliegen für Sitzungen auch immer wieder mal nach Dänemark.

    Das war 2009. Bereits im Februar des folgenden Jahres eröffnete Ruth Kramer in Vals ihr eigenes Modegeschäft Moshi Moshi Mind. Und schon bald zeichnete sich das nächste Projekt der beiden ab. «Wir erhielten die Gelegenheit», sagt Thomas Schacht, «im Zentrum von Vals ein über 100-jähriges Haus zu kaufen, zu renovieren und unsere Vision einer zeitgemässen Herberge in den Alpen umzusetzen.» Das Wohnhaus war 1902 nach Pariser Plänen erbaut worden und steht vis-à-vis des Dorfplatzes, vom Dorf lediglich durch den Fluss getrennt und mit einer Brücke über den Valser Rhein verbunden. Im Dezember 2011 eröffneten Ruth und Thomas die «Brücke 49», einBed & Breakfast, das für die Kombination von Qualität, Ursprünglichkeit und hochwertigem Design steht.

    Als ob diese Projekte nicht genug wären, entschied das Paar auch noch selbst zu bauen. Einem Bekannten gehörten in Leis zwei Grundstücke, auf denen er ein Wohnhaus für sich selbst und ein zweites Gebäude erstellen wollte. Die perfekte Gelegenheit für Ruth und Thomas, die sich mit ihrem künftigen Nachbarn schnell einig wurden. Für die Bauten verantwortlich zeichnete die Architektin Simona Pribeagu Schmid. Der geschützte Weiler Leis liess keine Extravaganzen zu. Die vom bekannten Architekten Gion A. Caminada entwickelten Bauvorschriften erlauben nur Holzhäuser im traditionellen Strickbau, denen sich auch die Gebäude von Peter Zumthor und Simona Pribeagu Schmid fügen mussten, die den kompakten alten Dorfkern um ein zeitgenössisches Ensemble ergänzen. «Die Bauherren haben sich moderne Häuser gewünscht», erläutert die Architektin, «mit grossen Fenstern, hohen Räumen und etwas ‚urbanem Chic’. Der Ort aber verlangte nach einem sensiblen Umgang mit der lokalen Tradition, Feinfühligkeit und Integration. Es galt also, durch die Neuinterpretation traditioneller lokaler Bauweisen die Ansprüche der Bauherrschaft mit der Architektur des Dorfes in Einklang zu bringen.»

    Das fertige Haus steht auf einem massiven Sockel aus gestocktem Beton, in dem sich die kalten Räume sowie Eingang und ein Atelier befinden. «Darüber bildet ein umlaufendes Band mit Fenstern, eng rhythmisiert durch vertikale Holzstäbe, eine Art ornamentales Fries», erklärt Simona Pribeagu Schmid ihren Entwurf. «Dieses zeitgenössische Element soll dem Haus etwas Kleinteiliges, Verspieltes verleihen und erlaubt zugleich, die Zimmer und Bäder im mittleren Geschoss angemessen zu belichten.» Auf diesem Mittelteil lagert schliesslich das in traditioneller Strickbauweise konstruierte Obergeschoss. «Hier gibt es nur noch wenige, dafür grosse Öffnungen», so die Architektin. «Ich habe versucht, die beschränkten Möglichkeiten der Strickbauweise maximal auszureizen. Der Hauptwohnraum stösst dabei teleskopartig durchs Gebäude und holt so auf der einen Seite die Weite des Tals, auf der anderen die Steilheit des Berghangs hinter dem Haus ins Innere.»

    Seit dem Herbst 2012 leben Ruth und Thomas Kramer nun in ihren eigenen vier Wänden und sind mehr als glücklich. Von Anfang an war den beiden wichtig, dass sie sich ins Gemeindeleben integrieren und die Bewohner in ihre Projekte einbeziehen. So luden sie nicht nur das ganze Dorf zur Eröffnung der «Brücke 49» ein, sondern kaufen auch ihre Produkte wie Käse, Fleisch, Milch und Honig bei ausgewählten lokalen Herstellern. Dass örtliche Handwerker für die Renovation des alten und den Bau des neuen Hauses zugezogen wurden, ist selbstverständlich. «Die Qualität der Dinge, die in Vals gemacht werden, ist sehr hoch», sagt Ruth Kramer. «Das hat uns vor Augen geführt, dass wir als so genannte Kosmopoliten zwar von vielen Dingen etwas Weniges wissen, dass man hier aber über wenige Dinge viel weiss. Das ist sehr wertvoll.»

    Obschon durch die Strickbauweise ihres Hauses eine gewisse Struktur vorgegeben war, konnten die Bauherren ihre Wünsche einbringen. So musste etwa eine passende Wand für das Bücherregal geschaffen werden, und das Paar stellte sich einen offenen Wohnraum vor, der zugleich Rückzugsmöglichkeiten bietet. Die Architektin löste dies, indem sie das oberste Geschoss in der Mitte höher ausgestaltete und daneben mehrere geschützte Nischen schuf, in denen sie die Funktionen Küche, Bibliothek und TV-Lounge unterbrachte. Sie scheint es perfekt gemacht zu haben. «Ich fühle mich hier einfach sehr, sehr zuhause», sagt Ruth Kramer.

    Text: Mirko Beetschen

    Quelle: NZZ.ch


  • Fischsterben im Peilerbach in Vals

    Anlässlich der Dotierversuche im Peilerbach auf Gebiet der Gemeinde Vals wurde vor einigen Tagen ein Fischsterben gemeldet. Die Meldung erfolgte laut dem «Bündner Tagblatt» am 10. Oktober, die Fische waren zu diesem Zeitpunkt seit drei bis vier Tagen tot.

    Vals. – Auf einer Länge von 330 Metern wurden 66 tote Bachforellen festgestellt. Die grössten Fische erreichten eine Länge von 34 Zentimetern. Die genaue Ursache des Fischsterbens ist unbekannt, wie aus einem Schreiben des Amts für Jagd und Fischerei hervorgeht.

    Gemäss eines «bei den Dotierversuchen anwesenden Biologen» seien die Tiere aber erstickt. Das Amt stellte weiter fest, dass der betroffene Gewässerabschnitt sehr wenig Wasser führt und gleichzeitig ein starkes Algenwachstum aufweist. «Wenn dann noch ein, allenfalls nur in geringer Menge, Schadstoff hinzukommt, genügt dies, ein Fischsterben auszulösen. (so)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 23.10.2014, 10:43 Uhr


  • Leserbrief

    «Vals feiert Europa»: Eine Nachlese

    Ich füge den zahlreichen Komplimenten, welche die Gemeinde Vals und vor allem das Organisationskomitee im Anschluss an das Fest der Preisverleihung des Europäischen Dorferneuerungspreises empfangen durften, noch eines hinzu:

    Hut ab! Mit Interesse wohnte ich dem Festakt bei, der geprägt war von einer Leidenschaft für den ländlichen Raum, der Besinnung auf Stärken und Werte der Regionen sowie der Notwendigkeit, die Entwicklung von ländlichen Gegenden Zukunft trächtig zu gestalten.

    Vals wurde an den Feierlichkeiten für besondere Leistungen einer sehr erfolgreichen Inwertsetzung der natürlichen Ressourcen Wasser – Stein – Landschaft mehrfach gerühmt.

    Mit dem Verkauf des Hotels «Therme» steht die Gemeinde vor einem neuen Entwicklungsschritt. «Leuchttürme» – in Vals sind sogar deren zwei in Diskussion und Planung – versprechen auch im ländlichen Raum Zukunft. Der «Leuchtturm» Hotel «Therme» ist allein Sache des neuen Eigentümers und seines Teams. Bevölkerung und Gäste von Vals können nur hoffen – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – dass dieser «Leuchtturm» destinationsverträglich umgesetzt wird, denn Vals ist bereits eine feine, bekannte Destination!

    Ein zweiter «Leuchtturm» – ein «japanischer Park» – soll im «Boda» entstehen. Dazu kann die Gemeinde mitreden, denn sie hat schliesslich das letzte Wort bei einer Zonenänderung. Ein «japanischer Park» im «Boda» steht in krassem Gegensatz zur bisherigen erfolgreichen Dorfentwicklung in Vals, zu den Stärken und Werten des Tales. Er ist weder ressourcenorientiert noch kulturverträglich. Es braucht Alternativen!

    Wenn es ein parkähnlicher «Leuchtturm» sein muss, dann bietet sich doch die Valser Kultur- und Naturlandschaft in geradezu idealer Form selber an. Die grosse Herausforderung an den japanischen Stararchitekten ist nicht der Park im «Boda», sondern eine zweite (nach der Gesamtmelioration) feine «Veredlung» der Kulturlandschaft von Vals. Dies käme dann einer echten Wertschätzung der Arbeit unserer Vorfahren und der jetzigen Bauernsame gleich, die die Landschaft bebau(t)en, nutz(t)en und pfleg(t)en. Noch ein Detail: Als alt gedienter Heuer möchte ich auch im «Boda» eine Zeitlang noch heuen können.

    Ich bin überzeugt, dass die Dorfbevölkerung nach dem Fest «Vals feiert Europa» wieder offener ist, die Weiterentwicklung der Gemeinde selber stärker in die Hand zu nehmen und nach Alternativen zum «japanischen Park» im «Boda» zu suchen.

    Peter Loretz, Vals/Chur

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 16.10.2014


  • Bericht Therme Vals: Verfahren eingestellt

    Chur. – Wer dem «Bündner Tagblatt» den Bericht der kantonalen Finanzkontrolle zur Rolle des Kantons beim Verkauf der Therme in Vals zugespielt hat, bleibt ungeklärt.

    Die Staatsanwaltschaft hat die Strafuntersuchung wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses eingestellt. Der Aufwand zur Ortung des Lecks wäre zu gross gewesen, heisst es.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 16.10.2014


  • Bericht zur Therme Vals:

    Die Veröffentlichung des Berichts zum Verkauf der Therme Vals im «Bündner Tagblatt» hat keine strafrechtlichen Folgen. Das Verfahren wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses wurde eingestellt.Formularbeginn

    Von Ueli Handschin

    Chur. – Das «Bündner Tagblatt» hatte den Bericht der kantonalen Finanzkontrolle (Fiko) Ende September 2013 auf dem Latrinenweg erhalten und berichtete darüber. Was darin stand, war – obwohl ohne Brisanz – streng geheim.

    GPK und Finanzkontrolle könnten ihre Arbeit nur dann gut machen, wenn die Prüfberichte ausschliesslich den Geprüften und der Kommission zur Verfügung stünden, erklärte deren Präsident. Und zwar nur zum internen Gebrauch. Andernfalls nähme «die Offenheit der Geprüften» Schaden. Und so sah sich denn die GPK veranlasst, gegen unbekannt wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses zu klagen.

    Zugriff hatten viele

    Nach Untersuchungen von einem Jahr Dauer ist das Verfahren am Freitag vergangener Woche eingestellt worden. Tatverdächtige hätten nicht ermittelt werden können, begründete die Staatsanwaltschaft gestern den Abbruch der Übung. Der Bericht habe sowohl auf Papier als auch elektronisch vorgelegen. «Im Rahmen der verwaltungsinternen Bearbeitung» habe eine Vielzahl von Personen darauf Zugriff gehabt.

    Laut Staatsanwaltschaft wurden mehrere Personen befragt, jedoch ergebnislos. «Der Kreis der für die Weiterleitung des Berichts infrage kommenden Personen» habe sich nicht so weit einschränken lassen, «dass weitere Untersuchungshandlungen noch verhältnismässig gewesen wären», hiess es. Auch beim «Bündner Tagblatt» kamen die Ermittler nicht weiter. Denn Journalisten müssen nun mal nicht offenlegen, von wem sie ihre Informationen haben.

    Laut Maurus Eckert, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft, konnte geklärt werden, dass gut ein Dutzend Personen das Dokument dem «Bündner Tagblatt» zugespielt haben könnten. Doch neben diesen namentlich bekannten hatten noch sehr viel mehr Angestellte der Verwaltung elektronischen Zugriff zum Bericht. Weil dazu intern Stellung genommen werden musste, wie Eckert auf Anfrage erläuterte.

    Wäre nach den Ermittlungen nur das gute Dutzend möglicher Amtsgeheimnisverletzer übrig geblieben, «hätten wir weiter ermittelt», versicherte Eckert. «Doch mit mehreren Dutzend potenziell Verdächtiger wäre der Aufwand für die Klärung eines nicht sonderlich schweren Vergehens einfach unverhältnismässig gewesen», erklärte er.

    Gezinkte Kopien

    Eckert bestätigte im Übrigen, was im Grossen Rat seit Vorliegen des Berichtes wiederholt kolportiert worden ist. Die Kopien des Fifo-Berichts, welche die GPK versandte, waren im Text tatsächlich mit versteckten Merkmalen versehen, die unterschiedlich ausgestaltet waren, je nachdem, welchem Gremium die Empfängerin oder Empfänger angehörte. Sollte das Papier trotz Geheimhaltungspflicht öffentlich werden, wollte man auf diese Weise leichter klären können, wer für das Leck verantwortlich ist. Geklappt hat der Trick offenbar nicht.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 16.10.2014


  • Bündner Staatsanwaltschaft stellt Untersuchung wegen Amtsgeheimnisverletzung ein

    Die Staatsanwaltschaft Graubünden konnte im Zusammenhang mit der Veröffentlichung eines Berichts zur Therme Vals keine tatverdächtigen Personen ermitteln. Die Strafuntersuchung wurde nun eingestellt.Item

    Chur. – Die Mitglieder der Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates erteilten im Dezember 2012 der Finanzkontrolle des Kantons Graubünden einen Sonderauftrag, um die Rolle der kantonalen Instanzen in der Angelegenheit Therme Vals zu klären. Die Finanzkontrolle erstellte einen Bericht, der vertraulich war. Am 28. September 2013 sind Details aus dem Bericht im «Bündner Tagblatt» abgedruckt worden. Deswegen reichte die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates am 21. Oktober 2013 Strafanzeige wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses ein («suedostschweiz.ch» berichtete).

    Mehrere Personen befragt

    Die Ermittlungen ergaben, dass der Bericht in Papierform und in elektronischer Form vorlag und im Rahmen der verwaltungsinternen Bearbeitung eine Vielzahl von Personen auf diesen Zugriff hatte. Die Staatsanwaltschaft hat mehrere Personen befragt. Trotz dieser Abklärungen liess sich der Kreis der für die Weiterleitung des Berichts an das «Bündner Tagblatt» in Frage kommenden Personen nicht so weit einschränken, dass weitere Untersuchungshandlungen noch verhältnismässig gewesen wären. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Graubünden am Mittwoch mit.

    Auch Abklärungen beim «Bündner Tagblatt» führten aus Gründen des Quellenschutzes zu keinem Ergebnis. Weil ein konkreter Tatverdacht gegen eine bestimmte Person nicht ermittelt werden konnte, wurde das Strafverfahren am Freitag eingestellt. (so)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 15.10.2014, 09:35 Uhr


  • «Vals ist kein gespaltenes Dorf»

    Der Gemeindepräsident von Vals, Stefan Schmid, wehrt sich gegen den Eindruck, das ganze Dorf sei seit dem Verkauf der Therme zerstritten. Im BT-Interview sagt er, weshalb er auch die geplante Mehrzweckhalle auf gutem Weg sieht.Formularende

    Norbert Waser

    Seit Investor Remo Stoffel und Pius Truffer Ende August die Zukunftspläne der neu «7132 AG» genannten Besitzerin von Hotel und Therme in Vals präsentiert haben, sind die beim Verkauf der Therme entstan-denen Wunden neu aufgebrochen. Kritisiert werden die Pläne, in Vals 200 Millionen Franken in einen Park nach dem Projekt des japanischen Architekten Tadao Ando und ein neues Luxushotel zu investieren, vor allem aus jenen Kreisen, die die Therme lieber an die Gruppe um dessen Schöpfer, Architekt Peter Zumthor, verkauft hätten.

    Mehrzweckhalle nach Bedürfnis

    Im Raum steht der Vorwurf, man habe die Abstimmung mit dem Versprechen für eine Dreifachturnhalle gewonnen, die nun in dieser Form nicht realisiert werde. Dieser Darstellung widerspricht Gemeindepräsident Stefan Schmid im BT-Interview. Man habe zuerst die Bedürfnisse abgeklärt und suche nun nach jener Lösung, welche Vals am meisten bringe. Er zweifelt auch nicht daran, dass das von Remo Stoffel für die Halle versprochene Geld fliessen wird. Stefan Schmid sieht sich auch nicht als Präsident einer gespaltenen Gemeinde. «Wenn man von einem Graben spricht, so geht es da mittlerweile um fünf, höchstens zehn Prozent der Bevölkerung», sagte Schmid im Interview.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 14.10.2014


  • Interview

    «Genau diese Diskussionen bringen Vals weiter»

    Link nur für Abonennten Bündner Tagblatt

    Seit dem Verkauf der Therme und insbesondere seit der Präsentation der Pläne von Investor Remo Stoffel, für 200 Millionen Franken in Vals einen Park und ein Luxushotel zu bauen, steht Vals national in den Schlagzeilen. Im BT-Interview sagt Gemeindepräsident Stefan Schmid, wie er darüber denkt.

    norbert waser

    «Bündner Tagblatt»: Sie haben kurz nach dem Volksentscheid zum Verkauf der Therme das Gemeindepräsidium übernommen. Inwiefern hat diese Abstimmung Ihren Entscheid beeinflusst, für dieses Amt zu kandidieren?

    stefan schmid: Der Ausgang der Abstimmung selbst spielte da keine Rolle, aber die Zeit davor. Wir waren eine kleine Gruppe, die der Meinung war, dass im Dorf vieles nicht so lief, wie es sollte. Unser Ziel war, wieder Ruhe ins Dorf zu bringen und für Kontinuität zu sorgen.

    Sie hätten also auch kandidiert, wenn die Gruppe um Peter Zumthor die Abstimmung gewonnen hätte?

    Es ging nicht um pro Stoffel oder pro Zumthor. Ich wusste lange nicht, wie ich mich entscheiden sollte, ich hätte mit beiden leben können, die Offerten waren in etwa gleichwertig. Bei mir persönlich hat die Mehrzweckhalle den Ausschlag gegeben, weil ich diese für das Dorf als wichtiger erachtete als ein neues Bergrestaurant auf Gadastatt.

    Und jetzt, sind Sie Präsident einer gespaltenen Gemeinde?

    Das sehe ich überhaupt nicht so. Es war doch positiv, dass im Dorf über die Therme so intensiv und auch emotional diskutiert wurde. Das zeigt doch, dass sich die Bevölkerung bewusst war, wie wichtig diese Frage für das Dorf war. Schade ist, dass der damals gefallene, demokratische Entscheid nicht von allen akzeptiert wird. Die zweite Abstimmung, über den Verkauf Ja oder Nein, wurde mit über 70 Prozent der Stimmen angenommen. Wenn man nun von einem Graben im Dorf spricht, so geht es da mittlerweile um fünf, höchstens zehn Prozent der Bevölkerung. Die Wogen im Dorf haben sich rasch gelegt, und die Mehrheit hat den eingeschlagenen Weg auch mehrfach bestätigt.

    Sie haben die Mehrzweckhalle erwähnt. War die in Aussicht gestellte Dreifachhalle bloss ein Lockvogel?

    Es gibt sicher Leute im Dorf, die wegen dieser Mehrzweckhalle für Stoffel gestimmt haben. Es sieht auch gut aus, dass eine Halle kommt, auch wenn diese nicht so aussehen wird, wie sie damals auf den Folien präsentiert wurde. Wenn man die Valser damals gefragt hätte, wären allerdings schon damals nicht viele zu finden gewesen, die eine Dreifachhalle wollten. Wir haben in den Jahren 2012 und 2013 bei den Vereinen im Dorf eine umfassende Bedürfnisabklärung durchgeführt. Eine Dreifachhalle wurde da von niemandem gewünscht. Aufgrund dieser Abklärungen hat der Gemeinderat ein Vorprojekt erarbeitet, das den tatsächlichen Bedürfnissen im Dorf entspricht. Und diese Bedürfnisse haben sich in der Zwischenzeit gewandelt, sowohl jene des Dorfes als auch jene der 7132 AG. Das Bedürfnis nach einer gemeinsamen Nutzung ist seitens des Hotels nicht mehr gegeben. Das Vorprojekt haben wir mit Remo Stoffel besprochen und sind auf ein positives Echo gestossen. Bis zum vorgesehenen Termin am 31. März 2015 wollen wir so weit sein, dass wir damit vor die Gemeindeversammlung können. Ziel ist es, dieses Projekt dann auch so rasch als möglich umzusetzen. Wir suchen nach jener Lösung, die dem Dorf am meisten bringt und die tatsächlichen Bedürfnisse abdeckt und bei der die 7132 AG wie versprochen bei der Finanzierung mitmacht.

    Hintergrund der grossen Medienpräsenz von Vals ist sicherlich die schillernde Persönlichkeit Remo Stoffel. Welchen Bezug haben sie persönlich zu ihm?

    Wir sind beide in Vals aufgewachsen. Ich bin zwar etwas älter, aber als Schulbuben auf dem Maiensäss haben wir auch schon miteinander Versteckis gespielt. In einem Dorf mit 1000 Einwohnern kennt man sich.

    Und worauf basiert Ihr Vertrauen in die Person Remo Stoffel?

    Für die Gemeinde ist es zuerst einmal wichtig, dass wir einen Investor gefunden haben, der das Hotel und die Therme übernommen hat. Es kann nicht Aufgabe der Gemeinde sein, einen solchen Betrieb zu führen. Und wenn dieser Investor mit Remo Stoffel noch ein Einheimischer ist, ist das ein Vorteil. Die Zugänglichkeit ist da sicher viel einfacher, als wenn hier ein russischer Oligarch oder sonst ein anonymer Investor eingestiegen wäre. Das Beispiel des «Goldenen Ei» in Davos zeigt, dass der Erfolg auch dann nicht garantiert ist, wenn eine Grossbank dahintersteckt. Wenn ich ein Problem habe, kann ich Remo anrufen und mit ihm dieses Anliegen persönlich besprechen, das ist sicher ein Vorteil. Er hält sich auch viel in Vals auf. Es ist ja nicht so, dass Remo Stoffel nur sagt, er habe Geld. Mit der Priora-Gruppe repräsentiert er eine Firmengruppe, die imstande ist, solche Projekte auch umzusetzen. Das Vertrauen hat ihm letztlich aber die Gemeindeversammlung mit dem Verkaufsentscheid gegeben. Wir als Gemeinderat setzen nur das um, was die Gemeindeversammlung entschieden hat.

    Es sind wohl Stoffels grosse Pläne und Millionensummen, die in der Öffentlichkeit Misstrauen wecken. Es gibt bei der Gemeinde ein unverzinstes Darlehen über acht Millionen Franken. Geld hat die Gemeinde von Stoffel noch keines gesehen …

    Das sehe ich nicht so. Die im Vertrag vorgesehene Barauszahlung hat er geleistet. Die Modalitäten des Darlehens waren ebenfalls im Vertrag geregelt, und ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln, dass das Geld fliessen wird, sobald das Hallenprojekt konkret wird. Zudem hat die 7132 AG Millionen in die Sanierung der Hotelküche investiert, eine längst fällige Investition, für die der Gemeinde bisher das Geld fehlte. Die Strategie geht in Richtung Luxustourismus und hochstehende Architektur, das ist auch im Sinne des Dorfes. Zuerst hat man Stoffel vorgeworfen, er wolle Massentourismus und Zweitwohnungen, nun setzt er einen klaren Kontrapunkt, und auch das wird kritisiert. Mir scheint, er kann machen, was er will, kritisiert wird er immer. Letztlich ist es doch sein persönliches Risiko, in welches Segment er investieren möchte.

    Eine weitere schillernde Persönlichkeit ist Pius Truffer, Steinbruchunternehmer und Verwaltungsrat der 7132 AG. Ist er der heimliche Dorfkönig?

    Solche Persönlichkeiten mit Ideen sind wichtig, um das Dorf weiterzubringen. Klar, viele dieser Ideen sorgen für kontroverse Diskussionen. Aber genau diese Diskussionen bringen uns weiter. Mit Pius Truffer kann man gut streiten und Sachen ausdiskutieren. Er hat klar eine andere Rolle als wir von der Gemeinde – um weiterzukommen, braucht es aber auch Leute, die ab und zu etwas verrückte Ideen haben und auch persönlich Risiken eingehen.

    Eine gewisse Masse an Touristen braucht aber Vals auch in Zukunft. Einen Park für 30 Millionen Franken baut man sicher nicht nur für ein paar Luxusgäste. Werden dann die Tagesgäste mit dem Car nach Vals reisen?

    Ich sehe diesen Park durchaus auch als Chance für die anderen Betriebe in Vals. Wie man das konkret steuern kann, ist sicher eine der offenen Fragen. Ohne neue Attraktionen kommen aber auch keine neuen Touristen nach Vals.

    Auf eine gewisse Masse und Frequenzen sind vor allem auch die Bergbahnen angewiesen. Nur mit einigen wenigen Luxusgästen werden auch sie nicht überleben können …

    Heute generiert das Therme-Hotel rund 45 Prozent der Übernachtungen in Vals. Es wird auch in Zukunft einen Mix im Dorf brauchen. Auch bei den Ferienwohnungen hätten wir noch Kapazität. Wichtig für die Bergbahnen ist, dass sich die Aufenthaltsdauer verlängert. Die Zugänglichkeit zur Therme muss auch in Zukunft gewährleistet sein. Das gilt auch für den neuen Park. Alles zusammen wird auch die Anziehungskraft des ganzen Dorfes steigern.

    Im Leitbild der Gemeinde Vals sind die drei Eckwerte «1000 Einwohner, 1000 Gästebetten, 1000 Schafe» fixiert. Welcher dieser drei Bereiche braucht am meisten Pflege?

    Diese Durchmischung macht das Dorf aus, und darauf dürfen wir auch stolz sein. Da haben unsere Vorfahren wohl einiges richtig gemacht. Zum Beispiel mit den Kraftwerken Zervreila. Solche Einnahmen wurden nie für Steuersenkungen verwendet, sondern in den Tourismus investiert. So haben wir auch heute einen Steuerfuss von 100 Prozent. Dank der Standbeine Tourismus, Valserwasser, Steinabbau und Landwirtschaft haben wir ein lebendiges Dorf, in dem es auch noch eine Schule, Kleingewerbe, einen Lebensmittelladen und Restaurants gibt. Das Leitbild widerspiegelt diese Balance.

    Stichwort Steinabbau. Auch dies gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Sind diese Quellen bald ausgeschöpft?

    Wir leben in einem engen Tal, da gibt es zwangsläufig auch Reibungsflächen. Im Gemeinderat sind wir intensiv daran, die raumplanerischen Voraussetzungen zu schaffen, damit die Betriebe sich in Vals weiterentwickeln können. Es ist dann Sache der Gemeindeversammlung zu entscheiden, in welche Richtung es gehen soll. Mit den Steinbrüchen sind Emissionen verbunden. Ohne solche können wir aber beispielsweise auch nicht eine Steinplattenbedachung durchsetzen. Ein weiterer Punkt sind die vielen Arbeitsstellen im Dorf.

    Raumplanerische Herausforderungen stellt auch noch die Umsetzung des Ando-Parks. Wo sehen Sie da Hürden – es werden sogar Enteignungen befürchtet?

    Enteignungen kann es kaum geben, weil es sich nicht um ein öffentliches Projekt handelt. Ähnlich einem Quartierplan wird man möglicherweise Landumlegungen vornehmen können. Wir hoffen natürlich sehr, dass man da mit den Landbesitzern einvernehmliche Lösungen finden wird. Wir stehen da auch in engem Kontakt mit den kantonalen Amtsstellen, liegt doch ein Teil in der Gefahrenzone.

    Ängste schürte vor Jahren auch der Verkauf der Valser Mineralquellen an Coca-Cola. Können die inzwischen gemachten Erfahrungen auch Ängste bezüglich der Therme abbauen?

    Das hoffe ich sehr. Als 2002 Coca-Cola Valserwasser übernahm, war das auch sehr emotional. Valserwasser den Amerikanern verkaufen, das geht doch nicht, war eine der damaligen Aussagen. Mittlerweile steht wohl das ganze Dorf hinter dieser Lösung. Ich zweifle, dass so viele Investitionen getätigt und Arbeitsplätze geschaffen worden wären, wenn Valser selbstständig geblieben wäre. Ich hoffe, dass wir in fünf Jahren auch bezüglich der 7132 AG sagen können, dass dies auch für unser Dorf der richtige Weg war.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 14.10.2014


  • Sogar mit dem Tod wurde in Vals gedroht

    Vor der Abstimmung über den Verkauf Therme in Vals ist unter der Gürtellinie gekämpft worden: Die Gegner einer Übernahme durch die Investoren um Architekt Peter Zumthor wurden telefonisch oder schriftlich und selbst in der Öffentlichkeit schwer attackiert.

    Die Gegner einer Übernahme der Therme Vals durch die Investoren um Architekt Peter Zumthor wurden schwer attackiert. 

    Vals. – Selbst Morddrohungen wurden ausgestossen, wie Kritiker der Übernahme durch Investor Remo Stoffel der «Südostschweiz» schilderten. Um solchen Querelen zu entgehen, ist in den verganenen Wochen einer der Kritiker als Leserbriefschreiber unter Namen nicht existierender Personen aufgetreten.

    Er habe den Valserinnen und Valsern vor Augen führen wollen, dass auf einen Kuhhandel eingegangen worden sei. Und dies auf Kosten der Bevölkerung, betont der Leserbriefschreiber. Es sei «betrogen und gelogen» worden. «Ich wollte dazu beitragen, dass eine angeregte Diskussion zu diesem Thema entsteht», erklärte der Anonymus. Dass ihm dies gelungen sei, belegten die vielen Reaktionen auf seine Stellungnahmen unter falschen Namen. (so)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 10.10.2014 06:30 Uhr


  • Valser Kritiker fürchtet Befürworter

    Mitte September sind in der «Südostschweiz» kritische Leserbriefe unter falschen Namen zu der in Vals geplanten Mehrzweckhalle erschienen. Der Schreiber verschwieg, wie er heisst, um Repressalien zu vermeiden.

    Von Ueli Handschin

    Vals. – Ursulina Arpagaus, Vigeli Carigiet, Hämpa Joos, Benny Kellerhals, Nadelsy Prioska: So verschieden die Namen klingen, derjenige, der sie sich ausgedacht hat, achtete penibel darauf, dass niemand diese Namen trägt. Keiner der fünf ist in einem Telefonverzeichnis zu finden, und auch die Suche im Internet fördert nur die jüngst veröffentlichten Stellungnahmen im Leserforum der «Südostschweiz» zutage.

    Eine nachträgliche Kontrolle der Redaktion bestätigte den Verdacht: Es handelt sich bei allen Schreiberlingen um ein- und denselben Mann. In seinen Leserbriefen unter Namen nicht existierender Personen zum Projekt eines Mehrzweckzentrums in Vals hat er die Position der Kritiker von Pius Truffer vertreten. Truffer, der Geschäftspartner Stoffels, hat die Übernahme der Therme durch den Investor an vorderster Front propagiert. Der Tenor der Kritik: Nur dank des Versprechens an die Valser Jugend, ein Mehrzweckzentrum zu bauen, habe Stoffel den Verkauf der Therme für sich entschieden. Doch wann, und wie gross die Halle gebaut werden wird, stehe nach wie vor in den Sternen.

    An den Pranger gestellt
    Er habe den Valserinnen und Valsern vor Augen führen wollen, auf was für einen Kuhhandel eingegangen worden sei. Und dies auf Kosten der Bevölkerung, erläutert der Briefschreiber sein Engagement. Es sei «betrogen und gelogen» worden, und diese Missstände dürften nicht unter den Tisch gekehrt werden. «Ich wollte dazu beitragen, dass eine angeregte Diskussion zu diesem Thema entsteht», erklärte der Anonymus der «Südostschweiz». Dies sei ihm gelungen, wie die vielen Reaktionen zeigten.

    Doch weshalb will er seinen Namen nicht in der Zeitung sehen? Vor zweieinhalb Jahren, vor der Gemeindeversammlung, an der die Therme an Stoffel verkauft wurde, habe er mit seinen sachlichen Äusserungen äusserst schlechte Erfahrungen gemacht. Er sei öffentlich an den Pranger gestellt und mit Drohungen eingedeckt worden.

    Mit Aufhängen gedroht …
    So erhielt er auf Facebook von einem Valser den folgenden Erguss: «Ab jetzt würi mi ab und zua umdreha wen z Vals uma laufsch. you never know!» Einige seiner Freunde hätten sogar Morddrohungen erhalten oder man habe versucht, sie zu erpressen. Die Pseudonamen habe er verwendet, um solche Retourkutschen zu verunmöglichen.

    Dass es zu Morddrohungen gekommen ist, schildert auch ein anderer Valser. Sollte sich seine Familie weiterhin gegen den Verkauf der Therme aussprechen, werde man sie aufhängen, habe ihm ein Unbekannter am Telefon gesagt und aufgehängt, erklärte der Betroffene auf Anfrage. Eine andere unmissverständliche Warnung habe er bei einem Einkauf im Volg in Vals erhalten.

    Ein junger Einheimischer habe ihn im Laden am Kragen gepackt und ihm Schläge angedroht für den Fall, dass die Gemeindeversammlung die Therme an die Investorengruppe um Architekt Peter Zumthor verkaufen sollte.

    … und mit Steinigen
    Peter Schmid, der Sprecher derjenigen 14 Valser Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die sich wegen einer verpassten Frist bis vor Bundesgericht erfolglos gegen den Verkauf der Therme an Stoffel wehrten, ist in aller Öffentlichkeit mit dem Tod bedroht worden. An der Generalversammlung des Verkehrsvereins vor zwei Jahren wurde ihm erklärt, man werde ihn steinigen, sollte er nicht endlich seine Klappe halten. Schmid bestätigte den Vorfall auf Anfrage.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 10.10.2014


  • «Für Vals ist das die ideale Lösung»

    Link nur für SO (Abonnenten)

    Aus dem versprochenen Mehrzweckzentrum für Vals ist eine Turnhalle geworden, und statt das Projekt realisiert zu haben, hat Remo Stoffels Priora ein Millionen-Darlehen bei der Gemeinde. Alles mit Grund, sagt Gemeindepräsident Schmid.

    Mit Stefan Schmid sprach Jano Felice Pajarola

    Herr Schmid, in Sachen Valser Mehrzweckzentrum jagt derzeit ein kritischer Leserbrief den anderen. Die Versprechungen von Pius Truffers «Valser Gruppe» aus der Phase des Abstimmungskampfs um das Thermehotel hätten sich als «Sandburgen» entpuppt, als «Luftschlossdebakel», so liest man. Was ist denn nun konkret geplant?

    Stefan Schmid: Geplant ist einerseits eine grössere Einfachhalle mit Tribüne beim Schulhaus im Dorf. Die Halle wäre so auch für Anlässe mit bis zu 700 Personen nutzbar. Hinzu kämen Fitnessräume, Sitzungszimmer und Vereinslokalitäten. Der heutige Allwetterplatz verschwindet nicht, wie in Leserbriefen behauptet wurde; er kommt neu auf das Dach der Halle. So werden die Bedürfnisse des Dorfs erfüllt. Dieser Teil der Pläne befindet sich auf der Stufe eines Vorprojekts. Es basiert auf einem vor drei Jahren von der Gemeinde ausgearbeiteten Vorhaben für eine Mehrzweckhalle.

    Und das ist alles, was von den Plänen des grossen Mehrzweckzentrums im Gebiet «Im Boda» übrig geblieben ist?

    Nein, vorgesehen ist ein zweiter Teil mit Aussenanlagen im Gebiet zwischen Valserwasser-Abfüllhalle und Schiessplatz, zum Beispiel ein Eisfeld, das allenfalls sommers auch als Tennisplatz genutzt werden könnte. Dazu soll es einen Garderobenbau geben, der auch für den nahen Fussballplatz nutzbar wäre.

    «Umsetzen, was Bedürfnis ist»

    Und damit ist Vals zufrieden? Man erinnert sich an den Abstimmungskampf – eine Dreifachhalle wurde da in Aussicht gestellt, ein «grossartiges Zentrum» für Vals, ein Tor zum Dorf, ein Ort für Konzerte mit internationalen Top-Acts.

    Wir wollen nicht darauf bestehen, was damals gezeigt wurde. Wir wollen das umsetzen, was das Dorf als Bedürfnis geäussert hat.

    Aus dem Verkauf des Thermehotels an Remo Stoffel hat die Gemeinde sechs Millionen Franken für das Projekt auf sicher, und so viel, wie die Gemeinde in das Vorhaben investiert, wird auch Stoffel nochmals zusätzlich beisteuern. Nur ist dieses Angebot bis Ende März 2015 befristet. Und für die Aussenanlagen ist noch nicht mal die Zonenplanung da.

    Das fragliche Gebiet ist tatsächlich – wie jenes für den Ando-Park – Teil der gegenwärtigen Planungszone am Valserrhein. Die Nutzung wird im Rahmen einer jetzt laufenden Zonenplanrevision geregelt. Wir rechnen damit, dass diese Revision etwa Ende 2015 vor die Valser Gemeindeversammlung kommt. Dank der Aufteilung auf zwei Standorte kommen wir bei der Planung der Halle aber schneller voran. Die Frage ist trotzdem, ob bis Ende März eine sauber erarbeitete Vorlage möglich ist – ich denke, es geht. Der Entscheid würde dann einfach unter dem Vorbehalt fallen, dass später die Zonenplanrevision für die Aussenanlagen genehmigt wird.

    «Das Thermehotel müsste die Halle mieten»

    Mit diesem Vorgehen ist Remo Stoffel einverstanden?

    Der Gemeindevorstand hat die Variante der 7132 AG respektive Remo Stoffel bereits vorgestellt. Er hat uns das Okay gegeben für die Weiterbearbeitung. Eine schriftliche Vereinbarung dazu wird derzeit erstellt.

    Wie man hört, soll die neue Halle dann in Gemeindebesitz kommen?

    Das ist unser Vorschlag an Remo Stoffel. Der Deal ist so gedacht: Die Gemeinde kommt ihm beim Standort entgegen, dafür ist die Halle Eigentum der Gemeinde. Das ist gegenüber der anfänglich geplanten gemeinsamen Nutzung mit der 7132 AG ein Vorteil. Das Thermehotel müsste die Anlage von der Gemeinde mieten, wenn es die Halle nutzen möchte. Für das Dorf ist das unserer Meinung nach die ideale Lösung.

    Und wie sehen die Kosten aus?

    Da sind wir bei der Halle durchaus bei etwa zwölf Millionen Franken, gegenüber acht Millionen beim alten Projekt der Gemeinde. Mit den Aussenanlagen dürfte es dann sogar mehr werden.

    Allerdings: Bis jetzt hat die Gemeinde Vals für die Halle noch kein Geld von Remo Stoffel gesehen. Im Gegenteil, seine Firma Priora hat bei der Gemeinde sogar ein Darlehen von genau acht Millionen Franken.

    Dieses Darlehen besteht einerseits aus den sechs Millionen Franken aus dem Thermeverkauf, die für die Halle reserviert sind und die Remo Stoffel für den Bau verdoppeln würde. Die übrigen zwei Millionen Franken sind ein Betrag, der fällig wird, falls er seine weiteren Investitionen in Vals bis 2021 nicht umsetzt.

    «Eine Sicherheit für das Darlehen haben wir nicht»

    Die Gemeinde bekommt nicht einmal Zinsen für das Darlehen. Es ist unverzinst gestundet – bis 2015 die sechs Millionen, bis 2021 die weiteren zwei Millionen Franken. Und wie unter anderem auch die Valser Geschäftsprüfungskommission festgestellt hat, existiert für das Darlehen keine Sicherheit.

    Unverzinst ist das Darlehen, weil das damals von der Gemeinde Vals so beschlossen wurde. Der heute amtierende Gemeinderat setzt nur um, was 2012 in der Botschaft zum Thermeverkauf stand. Die von der Geschäftsprüfungskommission gewünschte Sicherheit für das Darlehen haben wir bislang in der Tat nicht. Die Priora hat uns aber gesagt, sie werde sie uns liefern. Wir werden dort nochmals nachfragen. Das hatte für mich nicht Priorität.

    Eine Frage noch: Die Gemeinde hat bis Ende Jahr die Möglichkeit, Peter Zumthors Felsentherme für einen symbolischen Franken aus der 7132 AG herauszulösen und in eine kommunal kontrollierte Stiftung zu überführen. Die Zeit läuft – was macht die Gemeinde?

    Da gibt es grundbuchtechnisch noch einige Knöpfe zu lösen, aber unsere Juristen sind dran. Wir fahren zweigleisig. Entweder kommt noch vor Ablauf der Frist eine Vorlage vors Volk, oder die Frist, wird verlängert, um ein Jahr oder anderthalb. Laut Vertrag ist das bei besonderen Umständen möglich, und die Beschwerde vor Bundesgericht, die alles um anderthalb Jahre verzögert hat, war wohl ein besonderer Umstand.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 03.10.2014


  • In Vals tickt die Uhr für Stoffels Geld

    Vals. – Wenn die Gemeinde Vals will, dass sich Remo Stoffel wie angekündigt an der Finanzierung eines Hallenprojekts beteiligt, muss bis Ende März ein Vorhaben genehmigt sein.Formularende

    Im Interview mit der «Südostschweiz» erklärt Gemeindepräsident Stefan Schmid unter anderem, weshalb er denkt, dass es klappen wird – und wieso Stoffels Priora ein Millionen-Darlehen bei der Gemeinde hat.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 03.10.2014


  • In Vals tickt die Uhr für Remo Stoffels Geld

    Wenn die Gemeinde Vals will, dass sich Remo Stoffel wie angekündigt an der Finanzierung eines Hallenprojekts beteiligt, muss bis Ende März ein Vorhaben genehmigt sein. Die Zeit drängt – doch Gemeindepräsident Stefan Schmid denkt, dass es klappen wird.

    Vals. – Zum 2012 gross angekündigten Valser Mehrzweckzentrum jagt derzeit ein kritischer Leserbrief den anderen. Die Versprechungen von Pius Truffers «Valser Gruppe» aus der Phase des Abstimmungskampfs um das Thermehotel hätten sich als «Sandburgen» entpuppt, als «Luftschlossdebakel», liest man in den Zusendungen.

    Ein Millionen-Darlehen bei der Gemeinde

    Im Interview mit der «Südostschweiz» erklärt Gemeindepräsident Stefan Schmid, was Vals genau wünscht, weshalb das Dorf damit zufrieden ist und wie man es trotz Zeitdruck schaffen will, ein Hallenprojekt rechtzeitig bereit zu haben.

    Denn möchte man Remo Stoffels zusätzliche Millionen für den Hallenbau, muss bis Ende März 2015 ein Beschluss gefasst sein. Schmid äussert sich ausserdem zum zinslosen Darlehen von acht Millionen Franken, das Stoffels Priora derzeit bei der Gemeinde hat. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 02.10.2014, 17:35 Uhr


  • Kein Spirit mehr bei der Valser Jugend

    Vor zweieinhalb Jahren noch verblüfften uns die jungen Valser mit ihrem Engagement für das Mehrzweckzentrum. Jungorganisationen wie «MyVals»' «Valsonline» und «FörÖnsch» schossen wie Pilze aus dem Boden.

    Nachdem die Gemeinde lange Zeit den Fokus ausschliesslich auf die Therme gelegt und die Jungen kategorisch vernachlässigt hatte, witterten die Jungen endlich Morgenluft.

    Jahre zogen übers Land und nichts geschah. Die Website «Valsonline» versuchte dies systematisch mit Ausreden wie zum Beispiel «Beschwerde sei Schuld» zu erklären, auch verbreitete man stets Zweckoptimismus und verpasste Kritikern auf der eigenen Website Maulkörbe. In der Zwischenzeit wurde die Katze aus dem Sack gelassen und siehe da, die Kritiker hatten recht.

    Die gemäss MyVals sechs gewichtigsten Anliegen an das Zentrum werden allesamt nicht umgesetzt. Doch wo bleiben nun die Jungen, welche sich vor zweieinhalb Jahren noch leidenschaftlich Gehör verschafften? Die Jungen sind verstummt, Resignation macht sich breit und die Perspektivlosigkeit ist jederzeit spürbar. Macht sich gar Angst breit, wegen kritischer Stimmen ausgegrenzt zu werden, wie es vor der Therme-Abstimmung bereits schon in einigen Fällen vollzogen wurde? Man weiss es nicht. Fakt ist nur, dass die einstige Dynamik verpufft ist. Auf dem Buckel der Jungen wurde ein beispielloser, gehässigter Abstimmungskampf betrieben. Unsere Jugend, die einst instrumentalisiert wurde, bezahlt nun die Zeche.

    Benny Kellerhals, Chur

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 30.09.2014


  • Leserforum

    MZZ Vals: Kein Spirit bei den Jungen

    Autor: Kellerhals Benny
    Ort: Chur
    Datum/Zeit: 28.09.2014 09:44

    Vor 2.5 Jahren noch verblüfften uns die Jungen Valser mit ihren Engagement für das Mehrzweckzentrum. Jungorganisationen wie "MyVals"' "Valsonline" und "FörÖnsch" schossen wie Pilze aus dem Boden. Nach Jahrzehnten der Ignorierung unter der Ära "Truffer" im Hotel Therme, als die Gemeinde ausschliesslich den Fokus auf die Therme legte und die Jungen kategorisch vernachlässigte, witterten die Jungen endlich Morgenluft. Jahre zogen übers Land und nichts geschah. Die ominöse Seite valsonline versuchte dies systematisch mit Ausreden wie z.B "Beschwerde sei Schuld" zu erklären, auch verbreitete man stets Zweckoptimismus und verpasste Kritikern auf der eigenen Website Maulkörbe. In der Zwsichenzeit wurde die Katze aus dem Sack gelassen und siehe da, die Kritiker hatten recht. Die gemäss MyVals 6 gewichtigsten Anliegen an das Zentrum werden allesamt nicht umgesetzt. Doch wo bleiben nun die Jungen, welche sich vor 2.5 noch leidenschaftlich Gehör verschafften? Die Jungen sind verstummt, Resignation macht sich breit und die Perspektivlosigkeit ist jederzeit spürbar. Macht sich gar Angst breit, wegen kritischen Stimmen ausgegrenzt zu werden, wie es vor der Therme-Abstimmung bereits schon in einigen Fällen vollzogen wurde? Man weiss es nicht. Fakt ist nur, dass die einstige Dynamik verpufft ist. Auf dem Buckel der Jungen wurde ein beispielloser, gehässiger Wahlkampf betrieben. Unsere Jugend, die einst instrumentalisiert wurde, bezahlt nun die Zeche.

    Quelle: Südostschweiz.ch


  • Ein unerfreulicher Winter am Valser Dachberg
    (Link ist nur für Abonnenten einsehbar!)

    «Ernüchternd» nennt der Verwaltungsrat der Sport- bahnen Vals AG das Finanz- ergebnis des jüngsten Geschäftsjahres. Die beim Antritt angepeilte Kehrtwende sei klar nicht gelungen.

    Von Jano Felice Pajarola

    Vals. – Im Oktober 2012 haben die Valser Sportbahnen den Verwaltungsrat komplett ausgewechselt. Zwei Jahre danach übt sich das Gremium um Präsident Robert Berni und Vizepräsident Norbert Gartmann in Selbstkritik: «Der Verwaltungsrat ist angetreten, um positive Veränderungen herbeizuführen, was uns auf der Finanzseite bisher klar nicht gelungen ist» – so schreibt es Berni im aktuellen Geschäftsbericht der AG. Der Grund für die Selbstkritik: Das Finanzergebnis für 2013/14 ist «ernüchternd», dem Aktionariat kann an der Generalversammlung vom 4. Oktober «kein erfreulicher Abschluss» präsentiert werden. Konkret summiert sich der am Dachberg erwirtschaftete Verlust auf über eine halbe Million Franken.

    Problem «massiv verschärft»
    Wetterpech drückte die Ersteintritte im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 Prozent ins Minus. Gleichzeitig trug die Gastronomie nicht mehr wie sonst zu einer Verbesserung des Finanzergebnisses bei: Nach der Kündigung des Pachtvertrags durch die heutige 7132 AG wurden die Bahnen selber Gastgeber im Skigebiet – und verfehlten dabei «die gesteckten Ziele deutlich». Es bestehe «grosser Handlungsbedarf auf die neue Saison hin». Die gesamten Erträge der AG sanken schliesslich um 144 000 auf 1,41 Millionen Franken. Das bereits im Vorjahr thematisierte strukturelle Problem des Unternehmens habe sich 2013/14 «massiv verschärft», heisst es im Bericht. Die AG weist eine Unterbilanz auf. Erste Massnahmen für die Sanierung von Bilanz und Liquidität seien eingeleitet worden, so Berni.

    Nicht genug Gästebetten in Vals
    «Ernüchternd» – so fällt auch das Fazit von Geschäftsleiter Maurus Tomaschett aus. «Uns fehlen die Gäste, um unseren Betrieb nachhaltig zu führen», schreibt Tomaschett. Vals verfüge nicht über genügend Gästebetten für ein Skigebiet von der Grösse der Sportbahnen. Aus den Transporterträgen alleine, konstatiert auch Berni, könnten Betrieb und Abschreibungen nicht finanziert werden. Man werde deshalb mit den touristischen Leistungsträgern «neue Wege der Finanzierung» suchen – und ein Leistungsabbau sei wohl unumgänglich.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 27.09.2014


  • Leserforum

    Im Land der Träume - Von Sandmännern und Sandburgen

    Autor: Carigiet Vigeli
    Ort: Tujetsch
    Datum/Zeit: 19.09.2014 09:18

    Der heutigen Südostschweiz entnahm ich das Anliegen der Gemeinde Klosters, eine Eventhalle in der Grössenordnung einer Zweifachhalle für knapp CHF 13 Millionen zu erreichten. Der Neubau kommt im bereits bestehenden Sportzentrum zu stehen und kann für mittlere Kongresse und sogar für Tennis genutzt werden. Nach den vielen Berichten und Kommentaren über das MZZ in Vals habe ich deshalb etwas Recherche betrieben. In Vals hätte ein Megasportzentrum zu stehen sollen. Neben einer Dreifachhalle für Grosskonzerte, Kongresse und Sportveranstaltungen waren auch eine Mantelnutzung mit Fitnesscenter und grossflächige Aussensportanlagen geplant. Das Projekt und erste Visualisierungen wurden den Valserinnen und Valsern schon etliche Male gezeigt. Vor der Abstimmung um den Therme-Verkauf wohlverstanden. Kostenpunkt 12 Millionen. Nun wird daraus eine Einfachhalle neben dem Schulhaus und ein Allweterplätzli mit Garderoben an einem komplett anderen Standort zwischen Schiessplatz und Valser Abfüllwerk - von einem richtigen Zentrum keine Spur. Wenn ich jetzt aber die Kosten zwischen dem Projekt Klosters und dem nicht realisierten, jedoch der Valser Bevölkerung verspochenen MZZ-Projekt vergleiche, wundert mich das Downsizing überhaupt nicht. Haben sich die Sandmänner von Vals nicht arg verschätzt bei den Finanzen oder haben diese bewusst mit Sand umsichgestreut, um sich die Therme an sich zu reissen? Fakt ist bloss, dass die Valserinnen und Valser zum Narren gehalten wurden.



    Tristesse nach Luftschloss-Debakel

    Ursulina Arpagaus

    23.09.2014 11:29 Uhr

    Pius Truffer ist am grosser Erwartungsdruck gescheitert. Im Gegensatz zu Remo Stoffel, der seine Versprechen zeitlich stark verzögert einhält. Allen involvierten Personen (Valser Gruppe, Visit Präsident, MyVals Machern) war von aller Anfang an klar, das Mehrzweckzentrum wie in der Planung ersichtlich, ist und bleibt eine Utopie und hätte mit 12 Millionen SFR nie und nimmer finanziert werden können. Ich schätze eine Investitionssumme von circa 30 Millionen hätte der ganze Bau gekostet sowie Betriebskosten von jährlich 500.000 SFR verursacht. Einziger Nutzen des geplanten Zentrums war der Stimmenfang bei Vereinen und Wählern der Altersgruppe zwischen 18 und 35. In der Folge wäre das ganze redimensionierte Mini-Projekt ein Wahlbetrug gegenüber den Wählerinnen und Wählern, vor allem hinsichtlich der Aussage von Herr Truffer: "Es geht weniger ums Hotel, es geht um das Mehrzweckzentrum für Vals" (Zitat vom 7. März 2012 auf MyVals.ch). Für eine kurze Zeit konnte Vals noch träumen von einer grossen Sportanlage mit einer Ausstrahlung über die Kantonsgrenzen hinaus, genau so wie es von den Initianten beworben wurde. Der triste Alltag hat die Hoffnungen der jungen Valser und Vereinsmitgliedern jedoch wieder gekippt. Die Abwanderung kann mit diesem Projekt gewiss nicht gebremst werden, da keine Abgrenzung gegenüber einer X-beliebligen Kleinstgemeinde gemacht werden kann.

    Quelle: Leserforum südostschweiz.ch


  • Weitergestrickt  (Zugang von Link nur mit Abo)

    Die drei Häuser von Architekt Peter Zumthor in Leis oberhalb von Vals bilden ein Ensemble. Die schlanken Holzkörper thronen nicht wie hier üblich auf einem gemauerten Sockel.

    Von Marco Guetg

    Die drei Häuser von Architekt Peter Zumthor in Leis oberhalb von Vals bilden ein Ensemble. Die schlanken Holzkörper thronen nicht wie hier üblich auf einem gemauerten Sockel. Sie stehen vielmehr in dieser Wiese, als wären sie soeben hierhergeschwebt. Die weit über die Fassade hinausreichenden Stösse der Balken veranschaulichen, wie der Zimmermann sie aufeinandergesetzt, wie er sie «gestrickt» hat. Die kurzen Spannweiten ermöglichen für Decken wie Böden einfache Balkenlagen. Über diesem schlicht geschichteten Holzgebirge breitet ein luftiges Dach seine Flügel aus.

    Hier in Leis, umgeben von einer Kapelle und im Kontrast zu verwitterten Ställen, ist gruppiert, was Zumthor im Jahre 2002 am Haus Luzi in Jenaz bereits durchexerziert hat: seine Vorstellung von Strickbau. Ausser ihrer typologischen Anlehnung an das traditionelle Walserhaus haben diese Gebäude allerdings nichts mehr mit ihm gemein. Die Innenarchitektur ist keine einfache Ordnung von Kammer und Zukammer, sondern eine raffinierte Raumfolge über Stiegen auf «Plätze», durch «Gassen» in weite, lichte Räume. Der Wohnraum im oberen Stock ist eine geschlossene Aussichtsplattform, die im Südwesten in einen Balkon übergeht. Er ist auf zwei Seiten vollständig verglast. Wer da sitzt, schaut in die Welt. Das Wohngefühl in einem künstlerisch durchkomponierten Holzhaus wie auch die Sicht in die Welt können übrigens gemietet werden.

    Die Beiträge dieser Serie entstammen alle der 2013 aktualisierten Auflage des Architekturführers «Bauen in Graubünden». Herausgeber sind die Architekturzeitschrift «Hochparterre» und der Bündner Heimatschutz.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 18.09.2014 


  • Leserbriefe

    In Vals sind Politiker und Medien gefordert  (Zugang von Link nur mit Abo)

    Der Valser Investor Remo Stoffel soll ein Visionär sein. Ein spezieller allerdings, denn er ist erst kürzlich in zweiter Instanz verurteilt worden wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung («Südostschweiz» vom 8. Juli).

    Gefordert sind die Politiker und die Medien! Kontrollorgane müssen Einblick erhalten, sonst wird der Bürger die Zeche bezahlen. Die Valser Behörde will Stoffels Leumund und Bonität nicht überprüfen. Obwohl die Eidgenössische Steuerverwaltung gegen Stoffel wegen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug im Umfang von über 150 Millionen Franken ermittelt.

    Das Wort Steuerbetrug ist in der Presse schon wiederholt gefallen. Auf der jährlichen Liste der reichsten Schweizer figuriert kein Remo Stoffel, auch nicht bei der ärmsten Kategorie mit einem Vermögen von 100 Millionen Franken. Wie kann da der Verwaltungsratsdelegierte Pius Truffer der Welt weismachen, Stoffel werde nun 200 Millionen investieren in einen Park und ein Luxushotel mit 70 neuen Zimmern? Schon der mit Peter Zumthor angedachte Hotelturm, Investitionssumme 50 Millionen, rechnete sich nicht. Truffer kennt die Zahlen.

    Philipp Schmid, Vals


  • Zitatesammlung MZZ Vals - Interview Pius Truffer

    Autor: Joos Hämpa
    Ort: Chur
    Datum/Zeit: 15.09.2014 11:30

    Zitate aus dem Umfeld von Herr Truffer. Warum wird das Mehrzweckzentrum denn nicht so gebaut, wenn Sie im Interview mit der SO erwähnen, Versprechen sollen eingehalten werden?

    1. "Wir bauen die Mehrzweckhalle als Sporthalle im Boda auf alle Fälle - auch wenn die Gemeinde beim Schulhaus eine eigene Halle bauen will. Baubeginn der wird noch dieses Jahr sein!"
    2. "Es geht weniger ums Hotel, es geht um das Mehrzweckzentrum für Vals".
    3. "Wir haben in Vals eigentlich nur einen Standort, wo wir ein grossartiges Zentrum hin bauen können: Im Boda eben dort, wo das Mehrzweckzentrum gebaut werden soll."
    4. "Wie würden sich andere Orte die Finger schlecken! Zum Beispiel Ilanz, dort träumt man auch schon lange von einem solchen Zentrum".
    5. "Vals spielt dann einfach in der Nati A und das uuf ei Chlapf."
    6. "Das bedeutet, dass wir auch ohne Beitrag der Gemeinde den Sporthallenbau machen".
    7. "Remo Stoffel hat für den Bau des neuen Mehrzweckzentrums verschiedene Landkäufe getätigt. Für den nötigen Bauplatz ist also gesorgt".
    8. "Das MZZ ist das Tor zu Vals, präsentiert Vals, wird zum neuen Aufenthaltsort".
    9. "Es zeigt Gestaltungsmöglichkeiten, die an Gebäude grosser Architekten erinnern".
    10. "Er bezeichnet das neue Mehrzweckzentrum als Scharnier zwischen Hotel Therme und dem Dorf, aber auch zwischen den Gästen und Valsern".
    11. "Hier könnt ihr euch auf mögliche Konzerte im MZZ einstimmen - Es werden u.a. The Roots, Nelly Furtado, Kosheen, Katy Perry, Madonna und Foo Fighters genannt."


  • Leserbriefe

    Touristisches Angebot in Vals nimmt ab

    Wenn die Rechnung aufgeht mit den Ideen des Investors Remo Stoffel, wird das touristische Angebot in Vals gewiss exklusiver, aber alles andere als breiter oder reichhaltiger, denn das versprochene Mehrzweckzentrum kommt nicht.

    Zum Artikel «Valser Park als ’Geschenk’ in der Ausgabe vom 1. September.

    Mit dieser Nachricht muss sich Vals wohl oder übel begnügen müssen, auch wenn dies nicht dem entspricht, was propagiert wurde. Angebotsmässig in Sachen Sport wird sich Vals deshalb weiterhin mit Kleinstgemeinden wie Trin, Zillis oder Waltensburg messen müssen. Dies widerspricht klar der Bedürfnisevaluierung, die getätigt wurde. Pius Truffer, Initiant des Mehrzweckzentrums, aber auch Ralf Brot, Gemeinderatsmitglied, stehen hier klar in der Pflicht, denn mit dem jetzigen Mini-Hallenprojekt lässt sich die Abwanderung von jungen Valsern ganz bestimmt nicht verhindern.

    Nun nimmt es mich auch Wunder, was mit den sechs Millionen Franken geschieht, die nun an die Gemeinde ausbezahlt werden? Ich befürchte, dass die Sportbahnenbetreiberin anklopfen könnte, um die Gemeinde zum Kauf eines Aktienpakets zu bewegen. Dies wäre ein Fass ohne Boden, denn den Sportbahnen geht es finanziell schlecht, sehr schlecht sogar, dies zeigte sich auch kürzlich an einer Gemeindeversammlung, wo es darum ging, den Sportbahnen ein Darlehen für die Beschneiungsanlage zu gewähren. Die Sportbahnen klopften bei der Gemeinde an, weil sie keinen Kredit von den Banken erhielten. Dieser Tatbestand liess bei mir die Alarmglocken klingeln. Das Klumpenrisiko Therme steigt unaufhaltsam in die Höhe.

    Prioska Nadelsky, Zürich


    Wenn ich die Leserbriefe und die Berichte über Vals lese, dann finde ich es doch sehr schade, dass immer nur über die kommenden teuren Preise in Vals gesprochen wird. Da ich in Vals Wirtin von zwei Gastrobetrieben bin, weiss ich, dass das nicht stimmt. Es gibt nicht nur die 7132 AG, es gibt auch noch andere Betriebe mit Angeboten, die sich jeder leisten kann. Nur weil in Vals ein Hotel für gut betuchte Gäste gebaut wird, heisst es noch lange nicht, dass alles in Vals teuer sein muss!

    Es wurde für mich auch zu wenig bekannt gegeben, dass wenn der Gast in Vals übernachtet, er für den Badeeintritt in die Therme nur 45 Franken bezahlt. Übrigens, in Vals gibt es ausser der tollen Therme auch eine fantastische Bergwelt zu entdecken.

    Liebe Leserinnen und Leser, Sie können auch weiterhin nach Vals kommen, es hat sicher ein Hotel, das ihrem Budget entspricht. Es würde uns sehr, sehr freuen.

    Marionna Casutt, Hotel «Steinbock» und Gasthaus «Edelweiss», Vals

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 13.09.2014 


  • Leserbriefe

    Das Wahlversprechen gebrochen

    Mit Spannung erwartete ich das Interview mit Pius Truffer in der «Schweiz am Sonntag». Zuerst einmal vorneweg: Das Parkprojekt des japanischen Stararchitekten Tadao Ando sehe ich als grosse Chance für Vals und gilt meines Erachtens als revolutionär für den zukünftigen Alpentourismus.

    Zum Interview «‘Wir greifen nach den Sternen’» in der Ausgabe vom 1. September.

    Etwas aufgeregt habe ich mich aber über die letzte Aussage von Pius Truffer zum Thema Mehrzweckhalle respektive «Versprechen einhalten».

    Lieber Herr Truffer, Ihre Valser Gruppe hatte vor der Abstimmung zum Therme-Verkauf den Schulterschluss mit Remo Stoffel gewagt, indem man der Jugend ein überdimensionales Mehrzweckzentrum versprochen hatte. Im Vorfeld dieser Abstimmung haben Sie regelrecht mit Superlativen um sich geworfen. Daneben wurden auf der Truffer nahestehenden Website www.myvals.ch erste Visualisierungen des Mehrzweckzentrums gezeigt. Es sollte eine Dreifachhalle mit riesiger Mantelnutzung und grossem Vorplatz für den Aussensport entstehen, und zwar im Gebiet Boda, wo nun der Ando-Park zu stehen kommen sollte. Auch wurden der Valser Jugend riesige Grossanlässe internationaler Acts versprochen. Sehen Sie das nicht als Betrug gegenüber genau diesen Wählern an, welchen Sie und Remo Stoffel die Therme zu verdanken haben? Stattdessen wird nur eine gewöhnliche Einfachhalle gebaut, welche notabene vom alten Gemeinderat initiiert beziehungsweise angestossen wurde. Bei meinen Aussagen handelt es sich um Fakten, welche sich ausschliesslich auf www.myvals.ch belegen lassen.

    Hämpa Joos, Chur


    Zum Interview «‘Wir greifen nach den Sternen’» in der Ausgabe vom 1. September.

    Beim Verkauf der Therme stimmte die Valser Jugend fast geschlossen für Remo Stoffel. Pius Truffer, derzeit zusammen mit Stoffel im Verwaltungsrat der 7132 AG, liess kurz vor dem Entscheid über den Verkauf der Therme verlauten: «Ich denke, am Freitag werden die Weichen für die nächsten 50 Jahre gestellt. Es geht weniger ums Hotel, es geht um das Mehrzweckzentrum für Vals. Wir haben in Vals eigentlich nur einen Standort, wo wir ein grossartiges Zentrum hinbauen können: Im Boda (…)» An anderer Stelle sagte Truffer: «Wir bauen die Mehrzweckhalle als Sporthalle im Boda auf alle Fälle – auch wenn die Gemeinde beim Schulhaus eine eigene Halle bauen will. Baubeginn, der wird noch dieses Jahr sein.»

    Das war vor rund zweieinhalb Jahren. Doch die Jugend muss sich eigentlich verraten vorkommen: Denn der riesige Park von Tadao Ando soll nun auf ihrem versprochenen «Boda» gebaut werden. Zudem hat der Stararchitekt Tadao Ando Vals in natura gar nie gesehen. Er selber war nie in Vals und kennt somit die Situation vor Ort nicht.

    Gerda Scheu-Schnider, Vals

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe GraubündenDatum: 11.09.2014


  • Schniderhusbrücke wird ersetzt

    Vals. – Die Gemeindeversammlung von Vals hat am Freitagabend einen Kredit von 1,45 Millionen Franken für den Neubau der Schniderhusbrücke über den Valser Rhein bewilligt.

    Der Neubau ersetzt die bestehende alte Brücke, welche den Anforderungen des heutigen Verkehrs nicht mehr genügt. Die Teilrevision der Ortsplanung im Bereich der Abbauzone im Steinbruch Garlag der Valser Naturstein AG wurde nach kontroverser Diskussion zu Handen der Urnenabstimmung verabschiedet. Es geht darum, dass der Steinabbau im Bereich der bestehenden rechtskräftigen Abbauzone in die Tiefe wieder aufgenommen werden kann. Die Anwohner wehren sich gegen eine Wiederaufnahme des Abbaubetriebs wegen der Lärm- und Staubemissionen. (so)

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 08.09.2014


  • Tourismusexperten warnen vor Preiserhöhungen

    Gaudenz Thoma, CEO von Graubünden Ferien, und Jon Domenic Parolini, designierter Regierungsrat, sind sich einig, dass Preiserhöhungen den Bündner Tourismus nicht weiterbringen. Dagegen setzt Vals auf das Luxussegment.

    Von Denise Alig

    Vals/Chur. – «Wir Bergler verkaufen die touristischen Ressourcen zu billig. Wir treiben uns gegenseitig in die roten Zahlen. Ferien in den Bergen müssen teurer werden.» So lautet die Überzeugung des Valser Unternehmers Pius Truffer von der 7132 AG, welche in Vals mit dem japanischen Stararchitekten Tadao Ando und Investor Remo Stoffel ein Luxushotel im Höchstsegment und eine riesige Parkanlage plant (Ausgabe von gestern). Was halten die obersten Bündner Touristiker von Truffers Einschätzung? «Die Südostschweiz» hat nachgefragt.

    Thoma widerspricht
    Gaudenz Thoma, CEO von Graubünden Ferien, sagte gestern auf Anfrage, die Aussagen Truffers seien viel zu pauschal. Der Bündner Tourismus biete unterschiedlichen Kategorien von Gästen unterschiedlich komfortable und unterschiedlich preisgünstige Angebote an. «Innerhalb dieser Spannweite versucht sich jeder Anbieter bestmöglichst zu positionieren», so Thoma. Mit Verweis auf die aktuellen, schlechten Logiernächtezahlen (Ausgabe vom Samstag) sagte Thoma weiter: «Wenn wir zu billig wären, sähen die Zahlen ganz anders aus und die Gäste würden uns nur so zufliessen.» Der Bündner Tourismus habe sich auch in Zukunft in einem sehr preissensiblen Umfeld zu bewegen und alle Kategorien von Gästen anzusprechen, betonte er. «Wenn wir nur auf Luxus oder nur auf Masse schauen, fokussieren wir viel zu spitz.» Zum Vorhaben der Valser, ein Angebot für die absolut zahlungskräftigste Klientel zu schaffen, sagte er, eine Prognose sei schwierig, da es in Graubünden respektive im Alpenraum zurzeit kein vergleichbares Angebot gebe.

    «Kein Rezept für ganzen Kanton»
    Jon Domenic Parolini, der künftige Bündner Tourismusminister, betonte gestern, grundsätzlich seien Ferien in den Bergen tatsächlich etwas Wertvolles. Entsprechend müssten einschlägige Angebote durchaus ihren Preis haben. Der ganze Kanton könne aber kaum auf exklusive Angebote mit hohen Preisen setzen. «Bei den unterschiedlichen Angeboten in allen Destinationen ist neben einer guten Qualität auch eine gewisse Masse an Gästen wichtig», so Parolini. Auch der Tourismusmarkt funktioniere nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage, betonte er. «Der Kunde entscheidet.» Gerade im Sommertourismus sei die Konkurrenz – mit vielen attraktiven Destinationen ausserhalb des Alpenraums und in Überseee – enorm gross. Eine Erhöhung der Bündner Preise hätte laut Parolini einen noch grösseren Umsatz-, aber auch Gewinnrückgang zur Folge, zumal jeder einzelne Betrieb streng kalkulieren müsse, um konkurrenzfähig zu bleiben.

    «Truffers Aussagen stimmen zu einem rechten Teil.» Das sagte hingegen Ernst Wyrsch, Präsident von Hotellerie Suisse Graubünden, gestern. Allerdings seien die Schweizer Preise mit der nicht veränderbaren Kostensituation beziehungsweise dem ungünstigen Wechselkurs gut begründbar. Und: «Macht weiter so in Vals, ich bin ein Freund von visionären Ideen!»

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 08.09.2014


  • Truffer: Ferien in den Bergen sind zu billig

    Bis zu 200 Millionen Franken sollen in Vals für Luxushotels und für den vor einer Woche vorgestellten neuen Park von Architekt Tadao Ando investiert werden.

    Von Reto Furter

    Selbst für Pius Truffer, Verwaltungsratsdelegierter der 7132 AG, der ehemaligen Hotel und Thermalbad Vals AG, ist das «gigantisch», wie er im Interview mit der «Schweiz am Sonntag» sagt. Man greife nach den Sternen, das Ziel sei es, eines der fünf besten Hotels der Welt zu bauen, so Truffer weiter. Ferien in den Bergen müssten in Zukunft wieder teurer werden. Dafür müsse man aber zuerst investieren und nicht nur auf Beiträge des Kantons warten.

    So weiterfahren, wie man derzeit Tourismus betreibe, könne man in Vals nicht, sagt Truffer – und in Graubünden auch nicht. Weit mehr als die Hälfte der Bündner Restaurants schreibe rote Zahlen, Hotels könnten die Löhne nicht mehr bezahlen, weil die Konzepte auf Masse angelegt seien, nicht auf Qualität. Man treibe sich gegenseitig in die roten Zahlen. Auch Vals zehre vom Image der Felsentherme.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 07.09.2014


  • «Wir greifen nach den Sternen»

    Auch er selbst bezeichnet die Infrastruktur-Investitionen, die Remo Stoffel mit seiner 7132 AG in Vals plant, als «gigantisch». Aber es gebe gute Gründe dafür, so aufzurüsten, sagt Stoffels Verwaltungsratsdelegierter Pius Truffer.

    Für Pius Truffer von der 7132 AG ist klar: Die gewählte Strategie ist für Vals der richtige Weg

    Von Jano Felice Pajarola

    Herr Truffer, Bescheidenheit scheint nicht eine Stärke der 7132 AG zu sein. Oder kann man ihre Pläne – ein Luxushotel im Höchstsegment, eine Parkanlage mit einem der renommiertesten Architekten weltweit – anders interpretieren?

    Ich weiss, wir greifen nach den Sternen. Wir möchten eines der fünf besten Hotels auf der Welt bauen. Und mehr noch: Von diesem Hotel aus werden die Gäste die Schweiz besuchen. Dazu braucht es Zeit und Musse, Gäste, die auch zwei Wochen bleiben. Also keinen kurzfristigen Weekend-Rummeltourismus. Wir suchen uns auch kein Zielpublikum. Wir wissen, dass es viele Menschen gibt, die ein solches Angebot suchen. Noch stecken wir aber mitten im Architekturwettbewerb für das Hotel. Die Jury wird am 25. November entscheiden.

    Weshalb will die 7132 AG denn ausgerechnet auf Luxustourismus setzen?

    Weit mehr als die Hälfte der Restaurants in Graubünden sind in den roten Zahlen. Hotels wissen nicht, wie sie die Löhne bezahlen sollen. Bergbahnen hoffen auf Schnee – weitere Hoffnungen haben sie kaum noch. So weit sind wir mit unserem Tourismus in den Alpen gekommen, mit unseren auf Massen ausgelegten Konzepten. Wir Bergler haben uns selbst zu Markte getragen.

    Auch in Vals?

    Bei uns steht es keinen Deut besser. Wir zehren immer noch vom Image der Felsentherme, aber sonst ist kein Land in Sicht. Der Zauber des Besonderen ist verflogen, die Journalisten sind abgezogen, und mit ihnen auch viele Gäste. Zurück bleibt die Werktruppe der Gemeinde, die für ein paar Ausflügler die Wanderwege rot-weiss-rot markiert. Abgesehen von der Therme, der Valser Akropolis, sind wir heute ein Ort, wie es auch viele andere gibt im Kanton der 150 Täler. Es ist an der Zeit, sich wieder Gedanken zu machen über die touristische Zukunft.

    Und diese Zukunft sehen Sie im Luxussegment, mit Nächtigungspreisen ab 1000 Franken?

    1000 Einwohner, 1000 Schafe, 1000 Gäste. Sie kennen die Formel für die Valser Tourismuspolitik. Es ist eine Frage der Balance. Die Einwohner und die Schafe möchten wir bewahren – und die Gästebetten beschränken. Von diesem Leitbild aus haben wir die Vision 7132 entwickelt. Wir Bergler verkaufen die touristischen Ressourcen zu billig. Wir treiben uns gegenseitig in die roten Zahlen. Ferien in den Bergen müssen teurer werden. Und um höhere Preise verlangen zu können, müssen wir investieren. Basierend auf den tradierten Werten der Region und nicht auf den Wahrscheinlichkeitsberechnungen des Profits.

    Vals macht sich allerdings ziemlich abhängig vom Goodwill eines einzigen Investors namens Remo Stoffel. Ein hässliches Wort, aber: Man sagt dem auch Klumpenrisiko.

    Remo ist für mich ein Visionär und nicht ein Klumpenrisiko. Investitionen in dieser Grössenordnung müssen von der Privatwirtschaft getragen und abgewickelt werden – und das sind meistens einzelne Personen, Persönlichkeiten. Wir können nicht einfach Hilfe rufen und auf Beiträge des Kantons warten, wir müssen auch auf privater Basis bereit sein zu investieren. Die öffentliche Hand würde solche Risiken nicht eingehen.

    Die 7132 AG hat sich bei den Investitionen für Luxushotel und Park eine Obergrenze von 200 Millionen Franken gesetzt. 30 bis 40 Millionen Franken davon sind für Tadao Andos Park im «Boda» vorgesehen. Wieso musste es gerade der Japaner Ando sein?

    Wir haben ihn beauftragt, einen Ort der Begegnung und der Kontemplation zu schaffen. Anstelle der üblichen Marketing-Inputs – schönes Café, Shoppingmöglichkeiten, ein Auditorium – suchten wir eine poetische Interpretation dessen, was Vals und seine Einwohner ausmacht. Wir haben Ando angesprochen, weil er für diese Aufgabe der Beste ist.

    Ando entwirft ein Parkprojekt, das eine 40 000 Quadratmeter grosse ebene Landwirtschaftsfläche belegt. Mit Säulen, Mauern, Gebäuden auf einem 350 Meter langen Areal. Wie kann seine urban anmutende «Piazza» zum Bergdorf Vals passen?

    Natürlich, Natur haben wir hier ringsum, und imitierte Natur ist immer kleiner, bleibt eben Imitation. Die Frage des Passens stellt sich bei jedem Kunstwerk. Auch bei der Therme war das eine lange Diskussion. Aber ist es nicht gerade der Sinn der Kunst, zum Denken anzuregen? Mit Andos Park wird es sich wieder lohnen, nach Vals zu kommen, denn die Valser werden etwas ganz Spezielles gebaut haben. Diesmal nicht eine Therme, sondern einen öffentlichen Park, der eine Geschichte vom Tal und von seinen Einwohnern erzählt.

    Das Land im «Boda» gehört allerdings nicht der 7132 AG allein. Schon jetzt sagen andere Landbesitzer, sie würden nie und nimmer verkaufen.

    95 Prozent der Fläche im «Boda» haben wir schon erworben. Selbstverständlich braucht es noch weitere Gespräche. Wir setzen da auf den Dialog – und auf die Auseinandersetzung mit dem Parkprojekt. Das ist ein üblicher Prozess bei der Realisierung solcher Vorhaben. Und für Zweitwohnungen werden wir allen Behauptungen zum Trotz keinen Quadratzentimeter verkaufen. Solche Finanzierungsmodelle überlassen wir anderen Orten.

    Und die Mehrzweckhalle, die Sie und Remo Stoffel den Valsern versprochen haben?

    Der Ball liegt bei der Gemeinde. Wir sind bereit, auch wenn der Standort nicht im «Boda» sein wird. Unsere sechs Millionen Franken für das Projekt sind reserviert. Die Halle hat für uns absolute Priorität. Etwas versprechen und dann nicht halten – das machen wir nicht.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 07.09.2014  


  • «Skepsis ist angebracht in Vals»

    Dienstag, 2. September 2014, 17:11 Uhr

    Die pompösen Tourismuspläne von Remo Stoffel in Vals wecken Skepsis. Der ehemalige St. Moritzer Kurdirektor Hans Peter Danuser kennt sich aus in der Welt der Reichen und Superreichen. Er sagt, ein Luxushotel und eine Gartenanlage eines Stararchitekten genügten nicht um erfolgreich zu sein.

    «Ich bin skeptisch, ob das aufgehen kann in Vals». Dies sagt einer, der sich in der Luxuswelt der Superreichen auskennt. Hans Peter Danuser war langjähriger Kurdirektor in St. Moritz und Berater des Investors Samih Sawiris.

    Der Bündner Unternehmer Remo Stoffel hat Grosses vor in seinem Heimatdorf Vals. Er will ein Luxushotel der Extraklasse bauen. Dafür läuft bereits ein Architekturwettbewerb.

    Einen Schritt weiter ist er beim Projekt für einen Park. Dieser stammt aus der Feder des japanischen Architekten Tadao Ando. Kostenpunkt für beides insgesamt 200 Millionen Franken.

    Wer dereinst im geplanten Hotel übernachten will, muss zwischen 1000 und 25'000 Franken hinblättern - pro Nacht. Aufsehenerregende Architektur und ein teures Hotel seien noch keine Garanten für Gäste, gibt Hans Peter Danuser zu bedenken.

    «Was das Bergdorf Vals heute repräsentiert und was angestrebt wird, liegt zu weit auseinander», glaubt der ehemalige St. Moritzer Kurdirektor. Ein neues Image muss glaubwürdig sein. Luxus und Vals passten aber einfach nicht überein. Vals sei Architektur und Wassererlebnis, nicht Luxus und hohe Preise.

    lies; Regionaljournal Graubünden 17:30


  • Der Valser Park gefällt – oder auch nicht

    Das Parkprojekt in Vals sorgt bei der Bevölkerung für geteilte Meinungen. Die einen freuen sich, die anderen ärgerts.

    Von Pierina Hassler

    Vals. – Einer einheimischen Frau gefällt das Parkprojekt des japanischen Architekten Tadao Ando ganz und gar nicht. Sie habe zwar nichts gegen ein bisschen Fantasie, aber «Andos Garten» passe nicht in die Landschaft. Auch ein paar Bauern haben keine grosse Freude am Vorhaben von ­Investor Remo Stoffel. «Die einzige Fläche, die wir in Vals haben, würde wegen dieses Parks verbaut werden. Das ist eine blöde Idee.»

    Ganz anderer Meinung ist eine Gruppe Bauarbeiter. Es sei für sie ­natürlich toll, wenn das mit dem Park funktionieren würde, sagt ein Zimmermann. «Für uns bedeutet das Arbeit.»

    Touristenattraktion für Vals
    Auch einem jungen Ehepaar passt der Park des japanischen Architekten. «Wir sind überzeugt, dass deswegen viele Touristen aus aller Welt nach Vals kommen würden.» (hap)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 02.09.2014, 06:30 Uhr 


  • Stoffel stellt für Hotel und Park 200 Mio. bereit

    Investor Remo Stoffel und seine 7132 AG richten in Vals mit der grossen Kelle an. Für den Park sind 30 Mio. reserviert.

    Bei der Präsentation der Pläne für einen Park des japanischen Architekten Tadao Ando, im strömenden Regen auf dem Dorfplatz in Vals, war Geld kein Thema (BT von gestern). Zahlen gab es erst zu später Stunde – wieder aufgewärmt – an einer Medienorientierung in der Therme, oder präzis geschrieben «7132 Therme», wie sie in Anlehnung an den neuen Firmennamen 7132 AG, heisst. Diese Firma ist es denn auch, die das Park-Projekt und das geplante neue Luxushotel finanziert. «Wir stellen dafür 200 Millionen bereit, 30 Millionen für den Park und 170 Millionen für das Hotel», sagte Verwaltungsratspräsident Remo Stoffel. Einen konkreten Businessplan gibt es aber noch nicht. (nw)

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 02.09.2014


  • «Wir haben hier genug Natur, wir brauchen keinen Park»

    In Vals stösst Remo Stoffels Parkprojekt auf grosses Interesse. Einen Garten mit Wasserfläche und Museum soll es geben. Die «Südostschweiz» hat die Bewohner gefragt, was sie von der Idee halten – und ist auf Faszination und Unbehagen gestossen.

    Von Pierina Hassler

    Vals. – Es ist kalt und nass in Vals. Eine Frau mit blauer Regenjacke und roten Wangen bringt ihren Kompostkübel zur Deponie. «Mir gefällt das Projekt nicht», sagt sie. Ihren Namen will sie nicht nennen. «Wissen Sie, dann gibts wieder Ärger.» Ihr sei das zwar egal, aber sie habe noch eine Familie. Die Frau mit dem düsteren Gesichtsausdruck und den roten Wangen muss plötzlich lachen. Sie habe gehört, man wolle mit diesem Projekt Touristen aus aller Welt nach Vals locken. «Aber denen wirds vermutlich von den vielen Kurven so übel, dass die Vals nie erreichen und somit den Park nie betreten werden.»

    Sonne, Wasser, Wind und Stein
    Am Sonntag informierte Stoffel auf dem Valser Dorfplatz rund 150 Valserinnen und Valser über das Parkprojekt. Das Vorhaben ist aussergewöhlich: Geplant ist der Bau eines riesigen Garten mit Wasserflächen und einem Museum des Lichts direkt am Valser Rhein (Ausgabe von gestern). Die Pläne stammen vom japanischen Architekten Tadao Ando. Auf einer Fläche von vier Hektaren will Ando eine Interpretation der Elemente Sonne, Wasser, Stein und Wind realisieren. Der Architekt wollte eigentlich persönlich vor Ort sein – wegen Krankheit musste er absagen.

    Änderung des Zonenplans
    Im Hotel «Glenner» sitzen ein paar Bauern am runden Tisch. «Also für uns ist dieses Projekt gar nicht gut», sagt einer. Auch er will seinen Namen nicht in der Zeitung lesen. «Die einzige Fläche, die wir hier in Vals haben, würde wegen diesem Park verbaut werden.» Sein Kollege nickt zustimmend und sagt nur: «Das ist so eine blöde Idee.» Der Dritte findet den Park ebenfalls eine «blöde Idee». Er sagt: «Wir haben hier Natur, wir brauchen nicht noch einen Park. Die sollen den in Zürich bauen.» Dort würde so eine Grünfläche besser passen.

    Am Nebentisch geniessen ein paar Arbeiter ihre Znünipause. «Für uns wäre es natürlich toll, wenn der Park zustande kommen würde», sagt einer. «Das gibt Arbeit.» Sein Kollege, ein Zimmermann, ist ebenfalls überzeugt von Stoffels Idee. «Für den Tourismus ist das ein guter Input.» Aber es müssten halt schon noch ein paar Dinge geregelt werden, bevor man mit dem Bauen anfangen könne. In der Tat braucht es noch eine Baubewilligung. Und gebaut werden kann erst, wenn die Valser zuvor einer Änderung des Zonenplans zustimmen.

    «Toll und speziell»
    Auf dem Dorfplatz schaut eine Frau in einem Schaufenster das Modell des Parks an. «Fantastisch», sagt Klosterfrau Schwester Eugenia Jörger. «Das wird sehr spannend.» Eine Wandergruppe gesellt sich zu Schwester Eugenia. Auch sie findet den Park toll und speziell. «Nur den hohen Turm sollte man unbeding weglassen», sagt ein Mann. «Vielleicht könnte man das Ganze auch irgendwo anders bauen», findet ein anderer. «Vals ist doch schon Park genug.»

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 02.09.2014


  • «Die Schweiz ist zu billig»

    Investor Remo Stoffel baut in Vals GR ein Luxusresort
    «Die Schweiz ist zu billig»

    Vals will hoch hinaus. Die Gemeinde erhält einen neuen Park. Und bald auch ein Luxushotel. 

    ·  Publiziert: 01.09.2014 von Guido Schätti

    Der Abstimmungskampf war schmutzig, das Ergebnis überraschend: Nicht der Stararchitekt und Thermen-Erbauer Peter Zumthor (71) durfte die welt­berühmte Badestätte kaufen, sondern der Investor Remo Stoffel (37). So entschied die 971-Seelen-Gemeinde Vals GR vor gut zwei Jahren.

    Stoffel ist ein gebürtiger Valser. Im Immobiliengeschäft kam er zu viel Geld und einem etwas angeschlagenen Ruf.

    Seine Vision: Vals soll zu einer Top-Destination in den Alpen werden. Nicht mehr nur biedere Schweizer Bildungsbürger sollen ins enge Tal pilgern.

    Stoffel hat es auf den internationalen Jetset abgesehen. In seinem neuen Hotel soll eine Nacht mindestens 1000 Franken kosten, die Penthouse-Suite 25'000 Franken.

    Künstlicher See
    Gestern Abend präsentierte Stoffel Etappe eins seines Masterplans: einen 40'000 Quadratmeter grossen Park aus der Feder des japanischen Architekten Tadao Ando (72). Wegen einer Krankheit musste der Meister seinen Besuch kurzfristig absagen. Die Präsentation übernahm einer seiner Jünger.

    Ando will in Vals einen künstlichen See anlegen. Im Sommer können dort Gäste und Einheimische im kühlen Wasser kneippen, im Winter darauf Schlittschuh laufen. Ruhe finden sie im Museum des Lichts, einem Betonbau mit nur drei Öffnungen. Die Kunstwerke schafft die Sonne. Wem das zu abgehoben ist, gelangt über einen Holzsteg in den historischen Ortskern von Vals. Dort schenkt die Dorfbeiz Calanda aus.

    Für Stoffels Projekt ist Architekt Ando eine zentrale Figur. Der Japaner ist auch Präsident der Jury für das neue Hotel. Neun Architekturbüros hat er zum Wettbewerb eingeladen. Mario Botta (71) gehört nicht zum Kreis der Auserwählten, Zumthor sagte selber ab.

    Budget von über 400 Millionen
    Die einzige Vorgabe an die Planer: Schafft etwas Ausser­gewöhnliches, Geld spielt keine Rolle! Ende Oktober ist Abgabetermin, Ende Jahr soll das Siegerprojekt gekürt sein. Stoffel-Vertraute sprechen von einem Budget-Rahmen von über 400 Millionen Franken.

    Genialität oder Grössenwahn? Stoffel will nichts anderes als den Schweizer Tourismus revolutionieren. Oder besser: zurück zu den Ursprüngen führen. Er will anknüpfen an die goldene Ära der helvetischen Fremdenwirtschaft in den 1960er-Jahren.

    Wenn es nach ihm ginge, würde die Schweiz die Grenzen für Car-Touristen und Schnäppchenjäger schliessen und sich auf jene Gäste konzentrieren, die Geld und Wertschöpfung bringen.

    «Ausverkauf der Heimat»
    Nicht Billiglöhner aus Ost­europa, sondern gut entlöhnte Einheimische sollen im Tourismus arbeiten. «Die Schweiz ist nicht zu teuer, sondern zu billig», sagt Stoffel.

    Heute werde ein Ausverkauf der Heimat betrieben, kritisiert er. Die Natur werde verschachert. Damit meint er auch das Projekt von Investor Samih Sawiris (57) in Andermatt UR. Der Ägypter baut zwar ebenfalls Hotels, vor allem verkauft er aber Wohnungen und Häuser. Für Stoffel ein Tabu: «Wir wollen die Zukunft von Vals sichern. Wir werden keinen einzigen Quadratzentimeter verkaufen.»

     Quelle Blick.ch


  • Viel zu grosse Worte

    Es sind die hochtrabenden Worte, die das Misstrauen schüren. Die ständigen Superlative. Diese stoffelschen Versprechen, die man, bei Lichte betrachtet und mit ein bisschen Vernunft nicht für bare Münze nehmen kann.

    Von Ueli Handschin

    Es sind die hochtrabenden Worte, die das Misstrauen schüren. Die ständigen Superlative. Diese stoffelschen Versprechen, die man, bei Lichte betrachtet und mit ein bisschen Vernunft nicht für bare Münze nehmen kann. In die Edelabsteige, die der Investor in Vals zu errichten gedenkt, soll das günstigste Zimmer einen Tausender kosten. Nicht einen der besten Köche, nur den allerbesten wolle man hinter den Herd lassen, teilten die Pläneschmieder mit. Einer mit 20 Gault-Millau-Punkten muss es schon sein. Davon gibt es zwar keinen einzigen in der Schweiz. Doch alle anderen werden immer schon von Vals geträumt haben.

    Auch für das Parkprojekt, das gestern vorgestellt wurde, sind nur die höchsten Töne hoch genug. Als «absolut wegweisend», als «einzigartig», als «eines der wichtigsten Projekte Europas» eines «der wohl berühmtesten Architekten» wird das Vorhaben angepriesen. Da muss man natürlich sehr dankbar sein. Wenigstens dann, wenn man den Werbetext so versteht, wie ihn die Werber verstanden wissen wollen.

    Dass der japanische Professor «nun in Vals, quasi am Ende der Welt, für uns einen Garten baut, ist ein Geschenk», flöten die Schreiberlinge keck. Wahrscheinlich glauben sie, das tumbe Volk erinnere sich des Sprichworts, wonach man einem geschenkten Gaul nicht ins Maul zu schauen hat.

    Das zu tun, ist den Valserinnen und Valsern aber dringend zu empfehlen. Zumal die meisten von ihnen sich wohl nicht recht vorstellen können, was sie mit einem Park, so gross wie vier grosse Fussballfelder, eigentlich anfangen sollen.

    redaktion-gr@suedostschweiz.ch 

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 01.09.2014


  • Ando plant in Vals ein Bauwerk der Superlative

    Vals soll wieder eine Pionierrolle übernehmen und die Geschichte der Therme um ein neues Kapitel fortschreiben. Gestern wurde das Projekt Ando-Park der Bevölkerung vorgestellt.Formularende

    Norbert Waser

    Ein ärztliches Reiseverbot hat kurzfristig verunmöglicht, dass der japanische Architekt Tadao Ando gestern sein Park-Projekt in Vals persönlich vorstellen konnte. In einem Schreiben an seine «Freunde in Vals» bedauerte er das ausserordentlich. «Das Projekt in Vals ist für mich deswegen besonders wichtig, weil ich mich architektonisch um die Realisierung eines Platzes bemüht habe, wo sich viele Menschen zusammenfinden. Ich hoffe daher umso mehr, dass ein für jeden Besucher unvergesslicher Platz in Vals entsteht», heisst es in der Übersetzung des Briefes.

    Stoffel: «I han an uh Freud»
    Darüber, was in Vals entstehen soll, konnte sich die Valser Bevölkerung gestern Abend im strömenden Regen auf dem Dorfplatz ein Bild machen. Moderiert von Pius Truffer von der 7132 AG, stellten zwei Mitarbeiter von Tadao Ando das Projekt der unter Regenschirmen staunenden Bevölkerung vor. Via Videobotschaft erläuterte Architekt Tadao Ando seine Überlegungen zu dieser alpinen «Piazza». Danach ergriff der aus Vals stammende Investor Remo Stoffel das Mikrofon. Er zeigte sich von Andos Ideen tief beeindruckt. «Wir haben da ein grossartiges Projekt vor Augen, das Vals neue Impulse geben kann», sagte Stoffel und meinte: «I han an uh Freud.»

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 01.09.2014


  • Valser Park als «Geschenk»

    Rund 150 Valserinnen und Valser haben sich gestern über das Parkprojekt der 7132 AG informieren lassen.Formularende

    Von Ueli Handschin

    Vals. – Das Vorhaben der Firma von Investor Remo Stoffel ist aussergewöhnlich: Geplant ist der Bau eines riesigen Gartens mit Wasserflächen und einem «Museum des Lichts» direkt am Valser Rhein. Die Pläne stammen vom japanischen Star- architekten Tadao Ando, die Initianten bezeichnen sie als «Geschenk». Auf einer Fläche von vier Hektaren will Ando «eines der wichtigsten Projekte Europas» realisieren: eine Interpretation der Elemente Sonne, Wasser, Stein und Wind.

    Stoffel sagte nach der Video-Präsentation auf dem Dorfplatz: «Wir warten auf die Baubewilligung, dann legen wir los.» Was der Park und der Kauf des Landes kosten würden, wurde nicht beziffert. Gebaut werden könnte zudem nur, wenn die Valser zuvor einer Änderung des Zonenplans zustimmen würden.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 01.09.2014 


  • 200 Millionen für das Bündner Bergdorf Vals

    Einer der bekanntesten Architekten der Welt, der Japaner Tadao Ando, soll in Vals einen Garten bauen. Am Sonntag wurden die Pläne der Bevölkerung vorgestellt. Hinter den neuen Plänen für Vals steht Unternehmer Remo Stoffel.

    Bei dem architektonischen Projekt handelt es sich um eine Mischung zwischen Platz, Weg und Garten. Die Anlage ist mehrere hundert Meter lang und befindet sich im Talboden. Ziel sei es, einen Begegnungsort zu schaffen, erklärte Alex Lida. Der japanische Architekt, welcher Ando vertrat, präsentierte auf dem Dorfplatz im strömenden Regen die aktuellen Pläne. Zentral seien die Elemente Stein, Luft, Licht und Wasser.

    Audio "Bevölkerung reagiert zurückhaltend (01.09.2014)" abspielen.Audio "Bevölkerung reagiert zurückhaltend (01.09.2014)" in externem Player öffnen. 

    Rund 150 Personen nahmen an der Informationsveranstaltung teil. Tadao Ando selber war nicht anwesend, laut einer Mitteilung aus gesundheitlichen Gründen. In einer Videobotschaft erläuterte er seine Überlegungen zum Valser Projekt. Ziel sei es, den Garten zu einer Sehenswürdigkeit in der Schweiz zu machen, die man erleben wolle: «Genauso wie den Markusplatz in Venedig.»

    Hinter dem Projekt steht Unternehmer Remo Stoffel, der im Frühjahr 2012 den Zuschlag für die Felsentherme sowie das zugehörige Hotel erhielt. Er rechnet für den Garten mit Kosten von 30 Millionen Franken. Insgesamt will der gebürtige Valser 200 Millionen investieren. Geplant ist zudem ein Neubau für das Hotel. Zurzeit läuft der Projektwettbewerb. Zur Finanzierung sagte Stoffel, man könne dies «weitgehend aus eigener Kraft finanzieren». Noch unklar ist, wann das Projekt realisiert wird, da noch nicht alle dafür notwendigen Bodenparzellen im Besitz von Remo Stoffel sind.

    habs; Regionaljournal 6:32 Uhr

    www.srf.ch/news/regional/graubuenden/200-millionen-fuer-das-buendner-bergdorf-vals


  • Valser Steinbruch-Gegner gehen auf die Barrikaden

    Jetzt also doch: Der bis vor Bundesgericht umstrittene Steinbruch Garlag in Vals soll reaktiviert werden. Der Gemeindevorstand hat die entsprechende Ortsplanungsrevision vorbereitet. Die Gegner «verstehen die Welt nicht mehr».

    Vals. – Der Kampf der Anwohner-Interessengemeinschaft (IG) Mura/Garlag gegen den Steinbruch Garlag in Vals geht weiter. An der Gemeindeversammlung vom 5. September will der Gemeindevorstand eine Ortsplanungsrevision zur Beratung vorlegen, die eine Reaktivierung des gerichtlich geschlossenen Steinbruchs ermöglicht.

    Zweifel auch wegen Luxushotel-Plänen
    Der Abbau soll nur auf der rechtskräftigen Abbauzone aus dem Jahr 1990 erfolgen – doch die IG geht auch dagegen auf die Barrikaden. Unter anderem führt sie ins Feld, ein Steinbruchbetrieb am Dorfrand vertrage sich nicht mit den Valser Luxushotel-Plänen und dem Park von Architekturstar Tadao Ando. Der Gemeindevorstand hingegen hält das Garlag-Projekt für «verantwortbar und erträglich». (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 23.08.2014 06:50 Uhr


  • Vals will hoch hinaus – auch im Gault Millau

    Passend zu den Luxushotel-Plänen von Remo Stoffels 7132 AG soll das Valser Thermehotel-Restaurant «Silver» in den Gault Millau-Olymp vorstossen. Die Rede ist vom Punktemaximum.

    Vals. – Das «Silver» auf dem Weg «in Richtung Gold» – so ist es einem an ausgewählte Personen geschickten E-Mail zu entnehmen, das auch der «Südostschweiz» vorliegt. Verfasser des E-Mails: Frank Baumann, Direktor des Arosa Humor Festivals – und mittlerweile Creative Director des Valser Thermehotels.

    Truffer relativiert
    Das Ziel, das man dort mit dem frisch umgebauten Hotelrestaurant «Silver» anvisiert: «wegweisende 20 Gault Millau-Punkte» – schreibt zumindest Baumann. Dieses Punktemaximum hat bislang kein Restaurant in der Schweiz, in Österreich oder Deutschland je erreicht.

    Pius Truffer, Verwaltungsratsdelegierter der 7132 AG, relativiert zwar die Angaben seines Public-Relations-Mannes. In Stelleninseraten wird aber für das neue «Silver» bereits als «luxuriöses Gourmetrestaurant» geworben. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 17.08.2014, 07:00 Uhr


  • Auch kulinarisch soll Vals in die Top-Liga

    Seit der Wiedereröffnung des frisch umgebauten Valser Thermehotels Anfang August ist auch das «Silver», eines der Hotelrestaurants, auf neuen Wegen. Nicht etwa in Richtung Silber, sondern in Richtung Gold – so jedenfalls ist es einem E-Mail an eine ausgewählte Gästeschar zu entnehmen, das auch der «Südostschweiz» vorliegt.

    Die Küche des Valser Thermehotels strebt «wegweisende 20 ‘Gault Millau’-Punkte an»

    Von Jano Felice Pajarola

    Verfasser des E-Mails: Frank Baumann, Direktor des Arosa Humor Festivals – und mittlerweile Creative Director des Thermehotels. Das Ziel, das die 7132 AG mit dem Restaurant «Silver» anvisiert: «wegweisende 20 Gault Millau-Punkte» – schreibt zumindest Baumann.

    In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es bis heute kein Restaurant, das es bis zu diesem Punktemaximum geschafft hätte. Spitzenreiter in Graubünden ist Andreas Caminadas «Schauenstein» mit 19 Punkten.

    <strong>Pius Truffer,<./strong> Verwaltungsratsdelegierter der 7132 AG, relativiert Baumanns E-Mail. «20 Punkte, das wäre doch etwas verrückt», meint er. Man müsse die Äusserung eher als Symbol sehen. Natürlich solle das «Silver» auch zum geplanten neuen Hotel passen, räumt Truffer ein – der Neubau mit Zimmern ab 1000 Franken pro Nacht soll dereinst bekanntlich zu den Top-Luxusherbergen der Welt gehören (Ausgabe vom 9. Juli).

    Tatsache ist: In den Stelleninseraten für das «Silver» hält das Thermehotel fest, das «luxuriöse Gourmetrestaurant» solle «allen Anforderungen der hohen Kulinarik genügen», man peile «höchste Qualität auf allen Ebenen» an. Mann am Herd ist dabei Urs Dietrich, von 1973 bis 2010 und nun seit 2013 wieder Küchenchef des Hauses; er arbeite «mit Hochdruck an seiner Autorenküche», heisst es in den Inseraten. Bis zu 15 Gault Millau-Punkte hat das Thermehotel unter seiner gastronomischen Ägide eingeheimst. Momentan taucht es mit 14 Punkten im Gastroführer auf.

    <strong>Die 7132 AG<./strong> schreibt auf ihrer Website, die «nigelnagelneue Küche», die Dietrich im Zuge des Umbaus für das «Silver» bekommen habe, mache ihm eine erneute Zusatzrunde leicht – hinter dem Herd stehen müsste der Küchenchef altershalber nicht mehr. Gemäss Truffer hat die 7132 AG rund zwei Millionen Franken in Küche und Infrastruktur des rund 35 Plätze grossen «Silver» investiert. Das Ganze sei aber «ein längerfristig angelegtes Projekt», so Truffer. Es brauche einige Anlaufzeit, denn man wolle stark auf lokale Produkte setzen, «und die Qualität muss stimmen.» Dafür gelte es nun zusammen mit den Produzenten Aufbauarbeit zu leisten.

    Zurück zu Baumann. Dass der Humor-Festival-Direktor nun Public Relations für die stille Therme macht, ist für Truffer nichts Aussergewöhnliches. Baumann lebt bekanntlich zeitweise im Dorf – «und er hat sich immer wieder für Vals engagiert», meint Truffer. «Er war schon bei den verschiedensten Aktionen mit dabei.» Auch am kommenden 31. August dürfte er vor Ort anzutreffen sein – dann stellt der japanische Architekturstar Tadao Ando sein Projekt für einen rund 40 000 Quadratmeter grossen «Valser Garten» mit «Museum des Lichts» zum ersten Mal öffentlich vor.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 17.08.2014


  • Fürs grosse Fest spielt in Vals die Solidarität

    Jenseits von Luxushotelplänen und Thermediskussionen steckt Vals zurzeit mitten in den Vorbereitungen für die Verleihung des Europäischen Dorferneuerungspreises im September. Ein Grossanlass, der das Dorf vor Herausforderungen stellt.

    Von Jano Felice Pajarola

    Vals. – Die grosse Ehre bringt immer auch grosse Arbeit mit sich. Vor zwei Jahren hat die Gemeinde Vals den Europäischen Dorferneuerungspreis bekommen –, und da der Siegerort jeweils die nächste Preisverleihung ausrichtet, steht Vals vom 11. bis 13. September ein Grossanlass ins Haus. Geplant ist ein europäisches Fest unter dem Motto «Enges Tal – weite Welt». Mehr als 1000 Gäste aus einem Dutzend Ländern werden im Peterstal erwartet, darunter auch Vertreter der Europäischen Union. «Sie alle unterzubringen ist eine Herausforderung», meint Susanne Jörger, Präsidentin des Organisationskomitees, das die Gemeinde eingesetzt hat.

    Total 800 Betten «gesammelt»
    Das Komitee hat die Herausforderung angenommen – und ist auf gutem Weg, sie zu meistern. Nicht nur dank den Valser Hotels, die mitmachen: Auch einem Aufruf, die eigene Ferienwohnung oder gar Wohnung als Übernachtungsmöglichkeit für den Anlass zur Verfügung zu stellen, wurde rege Folge geleistet, wie Jörger sagt. «Inklusive Hotels haben wir mehr als 800 Betten zusammenbekommen.» Angemeldet sind derzeit etwa 600 Gäste, die Zahl wird sich aber noch deutlich erhöhen. «Die Hotels in Vals sind für den Termin nun ausgebucht. Je nachdem weichen wir noch auf Hotels in der weiteren Surselva aus», meint die Komitee-Präsidentin.

    Das Budget für den dreitägigen Anlass beläuft sich auf knapp 300 000 Franken. Auch in diesem Punkt ist die Unterstützung gross, wie Jörger konstatiert: Neben Bund und Kanton helfen verschiedene Sponsoren und Partner auch aus dem Dorf bei der Finanzierung mit. Der Bündner Zivilschutz organisiert «Manpower» für den Auf- und Abbau der Infrastruktur. Ausserdem stellen alle Vereine im Dorf Hilfskräfte zur Verfügung, die Schüler können dank einem freien Tag während des Fests Hand anlegen, und auch die Arbeitgeber im Dorf «nehmen Rücksicht», so Jörger. Gerade der zweite Tag des Fests wäre eigentlich ein Arbeitstag.

    Führungen, Markt und Alpabzug
    Den Gästen soll denn auch einiges geboten werden. Neben dem Festakt zur Verleihung des Preises 2014 an die ungarische Gemeinde Tihany in einem Zelt für 1000 Personen sind Führungen und Besichtigungen im Dorf geplant, ein Kultur- und Kulinarikprogramm wird aufgegleist, ein Markt ebenfalls, und ein Alpabzug soll landwirtschaftliches Flair ins europäische Event bringen. Nicht zuletzt werden die Gäste sich auch einbringen können – der Dorfplatz soll für sie zu einer Bühne werden.

    «Wir wollen als Dorf gut dastehen», betont Jörger. «Und wir wollen nochmals richtig darauf aufmerksam machen, dass wir den Preis 2012 auch für unser Zukunftspotenzial bekommen haben.» In Vals sei in Zusammenhang mit der Organisation des grossen Fests «Aufbruchstimmung» und ein ungeheuerer Goodwill zu spüren, stellt die Komitee-Präsidentin fest. Welche Folgen auch immer man im Dorf wegen der Ereignisse rund um die Therme zu erkennen glaube: Den Zusammenhalt habe die gemeinsame Arbeit für die Verleihung des Dorferneuerungspreises auf jeden Fall gestärkt.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 19.07.2014


  • Wanderungen im «sagenhaften» Vals

    Ob zum «Tüüfelstei» oder zum «Tschänni im Fatt»: Diesen Sommer lassen sich alte Valser Sagen an den «Originalschauplätzen» erleben.

    Vals. – Die in Vals aufgewachsene und im Thurgau als Unternehmerin tätige Marketingfachfrau Claudia Vieli Oertle lanciert in ihrer Valser Heimat diesen Sommer zwei touristische Angebote: Kräuterkurse und Sagenwanderungen. Beide starten kommende Woche und werden bis in der ersten Augustwoche durchgeführt, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

    Die Ausflüge zu den Sagenstandorten stehen jeweils montags und dienstags auf dem Programm: Die Montagswanderung führt zum Heidboda und weiter zum «Tüüfelstei», jene am Dienstag nach Frunt zum «Tschänni im Fatt». Auf den Ausflügen wird die zum Ort passende Original-Sage vorgetragen und Wissenswertes rund um das Kulturgut von Vals weitergegeben. Mittwoch und Donnerstag sind dann die «Kräutertage»: Vieli Oertle führt über Wiesen und Weiden und erzählt von Zubereitung und Wirkung. Die Wanderungen führen von Vals oder Gadastatt nach Leis. Die Kräuterverarbeitung schliesslich steht freitags und samstags im Zentrum. (jfp)

    Weitere Infos und Anmeldung: www.valser-sagen.ch, www.kräuterkurse.ch.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 19.07.2014


  • Vals lädt die weite Welt ins enge Tal

    Im September wartet ein Grossanlass auf das Bergdorf Vals: Es organisiert die diesjährige Vergabe-Feierlichkeiten des Europäischen Dorferneuerungspreises.

    Vals. – Vor zwei Jahren hat die Gemeinde Vals den Europäischen Dorferneuerungspreis bekommen – und da der Siegerort jeweils die nächste Preisverleihung ausrichtet, steht Vals nun vom 11. bis 13. September ein internationales Event ins Haus. Geplant ist ein europäisches Fest unter dem Motto «Enges Tal – weite Welt».

    Man rechnet mit über 1000 Gästen
    Mehr als 1000 Gäste aus einem Dutzend Ländern werden im Peterstal erwartet, darunter auch Vertreter der Europäischen Union. «Sie alle unterzubringen ist eine Herausforderung», meint Susanne Jörger, Präsidentin des Organisationskomitees, das die Gemeinde eingesetzt hat.

    Wie das Komitee die Herausforderung meistert und welche Auswirkungen die Festvorbereitungen auf das Dorf haben, schildert Jörger in der «Südostschweiz» vom Samstag. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 19.07.2014, 07:08 Uhr


  • Zum «Tüüfelstei» und zum «Tschänni im Fatt»

    Diesen Sommer lassen sich alte Valser Sagen unter kundiger Führung an den «Originalschauplätzen» erleben: mit der in Vals aufgewachsenen Unternehmerin Claudia Vieli Oertle.

    Vals. – Er hätte sie gern zerstört, der Teufel: die neu erbaute Kapelle von Camp bei Vals. Einen ungeheuren Felsblock wollte er auf sie herabstürzen lassen. Doch da begegnete ihm ein schlaues altes Weiblein. Während sie ihn mit Schwatzen hinhielt, gelang ihr eine List, um die Kapelle zu retten.

    So zumindest erzählt es die Sage, und wer wissen möchte, weshalb der Teufel sich danach so schämte, dass er zurück in die Hölle fuhr, kann die Geschichte diesen Sommer vor Ort hören: beim Valser «Tüüfelstei».

    Geschichten und Kulturgut weitergeben
    Die in Vals aufgewachsene Claudia Vieli Oertle lanciert in ihrer Heimat Sagenwanderungen. Das Angebot startet kommende Woche und wird dreimal durchgeführt, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

    Die Ausflüge zu den Sagenstandorten stehen montags und dienstags auf dem Programm: Die Montagswanderung führt zum Heidboda und weiter zum «Tüüfelstei», jene am Dienstag nach Frunt zum «Tschänni im Fatt», einer anderen Valser Sagengestalt.

    Auf den Ausflügen wird die zum Ort passende Original-Sage vorgetragen und Wissenswertes rund um das Kulturgut von Vals weitergegeben. Kinder ab sechs Jahren können das Angebot laut Mitteilung auch ohne Begleitung Erwachsener nutzen. (jfp)

    Weitere Infos und Anmeldung: www.valser-sagen.ch 

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 15.07.2014, 14:11 Uhr


  • Wenn der Dorfladen zur Modeboutique wird

    Da dürfte sich so manch einer die Augen gerieben haben: Der lang versprochene Hotelneubau, den Investor Remo Stoffel und seine 7132 AG für die Valser Therme planen, soll eines der führenden 5-Stern-Häuser weltweit werden.

    Von Jano Felice Pajarola

    Da dürfte sich so manch einer die Augen gerieben haben: Der lang versprochene Hotelneubau, den Investor Remo Stoffel und seine 7132 AG für die Valser Therme planen, soll eines der führenden 5-Stern-Häuser weltweit werden. Mit Zimmerpreisen, die sogar jene des «Carlton» in St. Moritz übertreffen. Stoffel selbst dürfte einer der wenigen Valser sein, die sich solche Ferien leisten könnten. So sie denn wollten. Und natürlich tauchen sofort Fragen auf.

    Passt eine derart zahlungskräftige Klientel, wie Stoffels Hotel sie benötigt, in den kleinen, aber feinen alpinen Tourismusort Vals? Falls die Klientel dereinst den Weg ins Tal findet: Wird sie dann mit Helikoptern eingeflogen? Kann ihr das wenig mondäne Vals bieten, was sie aus St. Moritz oder Gstaad gewohnt ist? Muss der Dorfladen zur Prada-Boutique werden? Und welche Folgen hätte das alles für das soziale Gefüge im Mikrokosmos Vals? Antworten fehlen noch.

    Natürlich, die Valserinnen und Valser haben schon bei der Felsentherme bewiesen, dass manchmal nur das Wagnis zum Gewinn führt. Und wer über die Grenzen hinausschaut, sieht, dass Luxusdestinationen auch in Abgeschiedenheit funktionieren können – oder gerade dank ihr. Ob und wie solche Pläne in Vals aufgehen können, muss die 7132 AG erst aufzeigen. Bislang kann man sich kein Bild machen: Man weiss zu wenig über Tadao Andos Valser Park, und die Entwürfe für das Hotel entstehen erst. Aber irgendwann schlägt die Stunde der Wahrheit: Kann qualitativer Gigantismus den Ferienort Vals erfolgreich in eine neue Liga katapultieren – oder wird das so oft als touristisches Musterbeispiel gelobte Dorf zum Problemfall?

    jpajarola@suedostschweiz.ch

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 09.07.2014


  • Remo Stoffels Therme-Luxushotel spaltet Vals

    Eines der weltweit führenden 5-Stern-Hotels will die 7132 AG in Vals bauen. Die Meinungen im Dorf sind geteilt.

    Von Jano Felice Pajarola

    Vals. – Was sagt man in Vals zu Remo Stoffels Plänen, die Therme um einen Hotelneubau im obersten Luxussegment zu erweitern? Die «Südostschweiz» hat nachgefragt – einerseits bei Gemeinde und Tourismus, anderseits auf der Strasse.

    Gemeindepräsident Stefan Schmid hält fest, er sei froh, dass etwas laufe bezüglich Hotelneubau und Stoffel somit sein Versprechen einlöse. Positiv äussert sich auch Martin Loretz, Präsident der Tourismusorganisation Visit Vals: Mit dem neuen Hotel werde man qualitativ zulegen und nicht quantitativ – da liege Visit Vals auf einer Linie mit der 7132 AG. Etwas anders fallen die Reaktionen auf der Strasse aus. Neben Zustimmung setzt es da auch Kritik ab: Vals solle doch «so bleiben, wie es ist.»

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 09.07.2014


  • «Eine teure Uhr kann man auch am Flughafen kaufen»

    Ein bäuerlich geprägtes Bergdorf und ein Luxushotel mit Zimmerpreisen ab 1000 Franken die Nacht – passt das zusammen? Das «offizielle» Vals scheint keine grosse Mühe zu haben mit Investor Remo Stoffels Neubauplänen.

    Von Jano Felice Pajarola

    Vals. – «Im ersten Moment habe ich schon gedacht: Oh!», gibt Martin Loretz zu. Der Präsident der Tourismusorganisation Visit Vals spricht von der Absicht der 7132 AG, als Erweiterung des bestehenden Thermehotels eine 5-Stern-Luxusherberge mit gut 70 Zimmern zu bauen – die eine Preisspanne von 1000 bis 25 000 Franken pro Nacht haben sollen (Ausgabe vom 28. Juni). Doch die Überraschung ist mittlerweile einer positiven Haltung gewichen. «Heute denke ich, es könnte eine neue, interessante Klientel für Vals dazukommen», meint Loretz.

    «Zauberformel» nicht sprengen
    Vals habe eine Art «Zauberformel» – «1000 Betten, 1000 Einwohner, 1000 Schafe», so Loretz augenzwinkernd. Massentourismus mit plötzlich 3000 Betten sei da sicher kein Ziel. «Wenn man also nicht quantitatives Wachstum will, muss man halt qualitativ zulegen», findet der Präsident von Visit Vals. «Da haben wir einen gemeinsamen Nenner mit der 7132 AG.»

    Nur: Vals als exklusiver Ferienort für Gutbetuchte – passt das zum Tal? Und zur Ausrichtung von Visit Vals, das eigentlich mehr auf Familien setzen möchte? Was tun die «Jet-Setter» den ganzen Tag in einem Bergdorf, das kaum etwas vom Glamour eines Orts wie St. Moritz bieten kann? «Ein guter Gästemix ist allen im Dorf ein Anliegen», konstatiert Loretz. Und vielleicht sei gerade die «Unverbrauchtheit» von Vals ein Argument, hierher zu kommen. «Eine teure Uhr», stellt Loretz fest, «kann man auch am Flughafen kaufen.» Und vielleicht werde bei entsprechender Nachfrage irgendwann auch in Vals das Jet-Set-mässige Angebot entstehen. «Das kann sich ja noch entwickeln.»

    «Es ist ja sein Risiko»
    Pragmatisch gibt sich Gemeindepräsident Stefan Schmid. «Wir sind vor allem froh, dass etwas läuft und Remo Stoffel nun das macht, was er versprochen hat.» Ansonsten handle es sich bei der 7132 AG um eine private Firma. «Und in welche Richtung Remo Stoffel gehen will, das muss er wissen, es ist ja sein Risiko.» Jedenfalls: Der in der Vergangenheit oft gehörte Vorwurf, Remo Stoffel wolle Massentourismus nach Vals bringen, werde sich nun sicher nicht bewahrheiten.

    Das bestätigt auch Investor Stoffel selbst: «Wir wollen keinen Massentourismus», sagt er. Tatsächlich habe man beim Briefing der eingeladenen Architekten Zimmerpreise von 1000 bis 25 000 Franken angegeben, womit man sogar St. Moritz übertreffe. Habe man damit keine Chance? «Es soll ein grossartiges Hotel werden, und es ist wichtig, dass wir die Architekten entsprechend briefen», so Stoffel. «Deshalb haben wir auch eine sorgfältige Auswahl getroffen.»

    Mehr als «Stammtischparolen»
    «Ringsum», konstatiert Stoffel, «gehen Hotels in Konkurs, oder Bergbahnen bitten um Nachlassstundung, und die Gastronomie fleht die Banken an, doch noch etwas Geduld zu haben.» Man könne nur noch in Ausnahmefällen von Wertschöpfung im Tourismus sprechen. «Hängt die wirtschaftliche Prosperität einer Region nicht doch von der Bereitschaft eines Investors ab, sich zu engagieren und Mittel einzubringen?» Man habe – während andere wegen des Thermeverkaufs «von Pontius zu Pilatus» gerannt seien – viel Vorbereitungszeit gehabt für das Projekt. Und eines sei sicher: «Unser Anspruch geht schon über die Stammtischparolen hinaus.» Zu den Hintergründen der Investition werde sich die 7132 AG demnächst äussern.

    Und noch etwas kündigt Stoffel an: Ende August werden die Pläne für Tadao Andos Valser Park erstmals präsentiert – für jenen Park, zu dem die Architekten nun das passende Luxushotel entwerfen sollen.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 09.07.2014


  • Massiv höhere Geldstrafe für Remo Stoffel

    Der Churer Immobilienhändler Remo Stoffel ist im Zusammenhang mit den Konkursen eines Cafés und einer Backwaren-Firma in Pontresina zum zweiten Mal verurteilt worden.

    Ruedi Lämmler und Luzia Theiler

    Das Kantonsgericht Graubünden erhöhte die Geldstrafe nach der Berufungsverhandlung von 240 000 auf 540 000 Franken. Allerdings hat das Bündner Kantonsgericht wie schon die Vorinstanz, das Bezirksgericht Maloja, die Geldstrafe bedingt ausgesprochen bei einer Probezeit von zwei Jahren. Die von der Vorinstanz verhängte Busse von 10 000 Franken wurde bestätigt, wie das Kantonsgericht gestern mitteilte. Erstinstanzlich, vom Bezirksgericht, war Remo Stoffel vor zwei Jahren der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig gesprochen worden. Das Kantonsgericht erkannte nur noch auf ungetreue Geschäftsbesorgung in einem Fall. Die vom Bezirksgericht beschlossene Geldstrafe von 240 000 Franken erachtete das Kantonsgericht jedoch als zu niedrig, «in Anbetracht des Verschuldens des Beschuldigten», wie es in der Mitteilung zum Urteil hiess. Zusätzlich verurteilt in zweiter Instanz wurde Stoffel im Konkurs-Fall der Backwaren-Firma wegen Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung und der Anstiftung dazu. In diesem Punkt hatte ihn die Vorinstanz freigesprochen. Schliesslich erhöhte das Kantonsgericht die Entschädigung an Stoffel, von den erstinstanzlichen 30 000 auf 45 000 Franken. Remo Stoffel, der zuletzt durch den Kauf der Therme im Bergdorf Vals in der Öffentlichkeit stand, war in Pontresina als Sanierer für die finanziell angeschlagenen Betriebe tätig. Der Unternehmer war im Juni 2012 in erster Instanz vom Bezirksgericht im Engadin verurteilt worden und hatte gleich darauf die Berufung angekündigt. Stoffel wollte einen Freispruch. Auch die Staatsanwaltschaft war in die Berufung gegangen. Das Kantonsgericht hiess beide Beschwerden teilweise gut. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Für Stoffel gilt die Unschuldsvermutung.

    Beim Konkurs des Cafés mussten Gläubiger einen Verlust von insgesamt knapp 780 000 Franken in Kauf nehmen. Ein Schaden in Höhe von fast 1,4 Millionen Franken entstand beim Konkurs der AG für Backwaren und Konditoreiprodukte.

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 08.07.2014


  • Unter den Valsern öffnet sich der «Stoffel-Graben»

    Immobilienhändler Remo Stoffel plant in Vals den Bau eines Luxushotels mit Preisen ab 1000 Franken pro Nacht. Wie eine Umfrage der «Südostschweiz» vor Ort zeigt, freuen sich aber nicht alle im Dorf über das Projekt.

    Vals. – Was hält man auf Valser Strassen von Remo Stoffels Plänen für ein Luxushotel? Um den Puls in Vals zu fühlen, hat sich die «Südostschweiz» vor Ort umgehört. Zwar wollten sich nur wenige öffentlich zu den Hotelplänen äussern – dennoch zeigte sich das Spektrum der Meinungen – und diese sind geteilt. (cl)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 08.07.2014, 18:20 Uhr


  • Massiv höhere Geldbusse für Remo Stoffel

    Der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel ist im Zusammenhang mit den Konkursen eines Cafés und einer Backwaren-Firma in Pontresina zum zweiten Mal verurteilt worden. Das Kantonsgericht Graubünden erhöhte die Geldstrafe nach der Berufungsverhandlung von 240 000 auf 540 000 Franken.

    Chur. – Allerdings hat das Bündner Kantonsgericht wie schon die Vorinstanz, das Bezirksgericht Maloja, die Geldstrafe bedingt ausgesprochen bei einer Probezeit von zwei Jahren. Die von der Vorinstanz verhängte Busse von 10 000 Franken wurde bestätigt, wie das Kantonsgericht am Montag mitteilte.

    Erstinstanzlich, vom Bezirksgericht, war Immobilienunternehmer Remo Stoffel vor zwei Jahren der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig gesprochen worden. Das Kantonsgericht erkannte nur noch auf ungetreue Geschäftsbesorgung in einem Fall. Die vom Bezirksgericht beschlossene Geldstrafe vom 240'000 Franken erachtete das Kantonsgericht jedoch als zu niedrig, «in Anbetracht des Verschuldens des Beschuldigten», wie es in der Mitteilung zum Urteil hiess.

    Zusätzlich verurteilt in zweiter Instanz wurde Stoffel im Konkurs-Fall der Backwaren-Firma wegen Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung und der Anstiftung dazu. In diesem Punkt hatte ihn die Vorinstanz freigesprochen. Schliesslich erhöhte das Kantonsgericht die Entschädigung an Stoffel, von den erstinstanzlichen 30 000 auf 45 000 Franken.

    Als Sanierer tätig
    Stoffel, der zuletzt durch den Kauf der Therme Vals in der Öffentlichkeit stand, war in Pontresina als Sanierer für die finanziell angeschlagenen Betriebe tätig.

    Der Immobilienunternehmer war im Juni 2012 in erster Instanz vom Bezirksgericht im Engadin verurteilt worden und hatte gleich darauf die Berufung angekündigt. Stoffel wollte einen Freispruch. Auch die Staatsanwaltschaft war in die Berufung gegangen.

    Das Kantonsgericht hiess beide Beschwerden teilweise gut. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Für Stoffel gilt die Unschuldsvermutung.

    Drei weitere Personen angeklagt
    Beim Konkurs des Cafés mussten Gläubiger einen Verlust von insgesamt knapp 780 000 Franken in Kauf nehmen. Ein Schaden in der Höhe von fast 1,4 Millionen Franken entstand beim Konkurs der AG für Backwaren und Konditoreiprodukte.

    Im ersten Prozess waren neben Stoffel drei weitere Personen angeklagt. Der ehemalige Geschäftsführer des Cafés wurde der mehrfachen Gläubigerschädigung schuldig gesprochen und zu einer bedingten Geldstrafe sowie zu einer Busse verurteilt. Die beiden anderen Angeklagten wurden nicht verurteilt. (sda)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 07.07.2014, 14:42 Uhr


  • Valser Träume

    Multimillionär Remo Stoffel plant im Bündner Bergdorf ein internationales Luxushotel und einen spektakulären Wasserpark. Die Kosten sind Nebensache.

    Die Verblüffung steht den Architekten ins Gesicht geschrieben. Pius Truffer, Steinwerkbesitzer und Delegierter des Verwaltungsrates 7132 (vormals Therme Vals), hat ihnen zugerufen: «Allein der Himmel ist die Grenze für Ihr Projekt.» Kein ­Kostendach und nur ein rudimentäres Raumprogramm ist in den ausgeteilten Unterlagen vermerkt. Die Aufgabe lautet schlicht: «Ausserordentliche Architektur für ein aussergewöhnliches Hotel». Das Ziel ist, «eines der führenden Fünfsternhotels überhaupt zu bauen». Und «überhaupt» heisst: Top 5 weltweit.

    Neun renommierte Architekturbüros waren ins Bündner Bergdorf eingeladen worden, um an einem Wettbewerb für ein neues Hotel teilzunehmen. Am Dienstag wurden sie vor Ort gebrieft. Manche kamen von weit her ins enge Bergtal, aus Japan, den USA, Spanien und Skandinavien. Ihre Namen sollen noch nicht publik werden – und nein, Mario Botta ist nicht dabei. Er war anfänglich im Gespräch, wurde dann aber nicht eingeladen. Und ja, Peter Zumthor wurde eingeladen, hat aber abgesagt.

    Bis zu 25'000 Franken die Nacht
    Seit der Multimillionär Remo Stoffel und nicht Peter Zumthor im März 2012 von der Gemeindeversammlung den Zuschlag erhalten hat, ist über das weitere Vorgehen wenig bekannt geworden. Doch hinter den Kulissen wurden Pläne geschmiedet. Nun werden deren Umrisse erkennbar. Das Unternehmen heisst nicht mehr Therme Vals, sondern 7132, womit die Postleitzahl von Vals gemeint ist. Es verfolgt zwei Teilprojekte. Einen Park im Boda, auf dem Talboden am Dorfeingang. Und ein neues Luxushotel mit Empfangsbereich für die ganze Anlage. Sie sollen das bestehende Ensemble, zu dem die Felsentherme gehört, ergänzen.

    Für den Park hat Pius Truffer bereits einen Architekten verpflichtet – und was für einen: Tadao Ando. Der 73-jährige Japaner ist ein Star seiner Gilde und wurde 1995 mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet. Einer seiner Nachfolger als Preisträger heisst Peter Zumthor. Es sei schon einige Überzeugungsarbeit nötig gewesen, bis Ando angebissen habe, räumt Truffer ein. Nun amtet Ando gar als Jurypräsident beim Hotelprojekt.

    Stoffel sagt den Architekten: «Ando baut uns einen Garten. Wir wollen von Ihnen ein passendes Hotel dazu.» Ganz am Schluss der Ausschreibungsbroschüre ist ein Blatt angeheftet. Es enthält das, was in normalen Wettbewerben ausufernd beschrieben wird: das Raumprogramm. Und es gibt Einblick in die Dimensionen, in denen der Bauherr denkt. Die Rede ist von 73 Zimmern, die billigsten sind für 1000 Franken die Nacht zu haben, die Penthousesuite für 25'000 Franken. «Das gibt in etwa die Grössenordnung für das neue Hotel an», sagt Truffer. «Daneben werden wir weiterhin Zimmer im Hotel Therme anbieten, die ab 250 Franken zu haben sind.» Laut Pius Truffer will man insgesamt nicht mehr als 150 Zimmer vermieten. Heute sind es 140.

    Ein Hotel wie ein Ferrari
    Stoffel und Truffer wirken bei der Präsentation vor den hochkarätigen Teams anfänglich nervös, reden sich dann aber warm. «Open your mind», sagt Stoffel. «Zeigt uns, welche Ideen in euch stecken.» Es komme ihm nicht darauf an, ob ein Projekt 20 oder 30 Prozent mehr oder weniger koste. Die Architekten schauen einander verwirrt an, irgendjemand flüstert die Worte «never heard». Doch schon übernimmt der Zürcher ETH-Architekturprofessor Sacha Menz die Rede und bläst als Jurymitglied ins selbe Horn. Man werde die Projekte nicht an der Grösse der Toi­letten messen, verspricht er. «Wir wollen mehr: Erzählt uns eine Geschichte!» Und: «Zeigt uns, dass ihr die Besten seid.»

    Beim Mittagessen in einer Alphütte hoch über dem Tal wird Remo Stoffel im kleinen Kreis von einem Ferrari schwärmen: perfekt in der Funktionalität und perfekt im Design: «Ein solches Hotel will ich.» Unweigerlich fragt man sich: Werden hier Architekten dazu eingeladen, Luftschlösser zu bauen? Auf alle Fälle lässt sich Stoffel die Träume etwas kosten: Jedes teilnehmende Team wird nach Einreichung seiner Arbeit mit 60'000 Franken entschädigt. Abgabe­termin ist Ende Oktober, die Jury will sich bis Ende Jahr für ein Projekt entscheiden, das weiterverfolgt wird.

    Sacha Menz spricht von «allerbesten Bedingungen» und einem «ausser­ordentlichen» und «geradezu vorbildlichen» Vorgehen. Es sei unüblich, dass ein Wettbewerb in dieser Branche derart transparent und minutiös nach den Normen des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) ausgeschrieben werde, sagt auch Beat Aliesch, der über breite Erfahrung auch mit sehr grossen Bauherren verfügt. Er begleitet das Verfahren im Auftrag der 7132 AG. Die Tatsache, dass mit Stefan Cadosch der SIA-Präsident in der Jury sitzt, unterstreicht diese Aussagen.

    Transparenz und Seriosität
    Mag sein, dass Remo Stoffel bei dem Verfahren deshalb grössten Wert auf Transparenz und Seriosität legt, weil sein Ruf als Geschäftsmann in den letzten Jahren gelitten hat. Er musste sich wiederholt vor Gerichten verantworten; es ging um Steuergelder und Vermögensdelikte. Rechtskräftig schuldig gesprochen wurde er noch nie. Eine Einsprache gegen eine erstinstanzliche Verurteilung wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung ist noch hängig.

    Noch keine 30 Jahre alt, war Stoffel 2005 ein Coup gelungen: Als die Swiss­air liquidiert wurde, kaufte er deren Immobiliengesellschaft Avireal und legte damit den Grundstein zu einem von Chur bis Dubai tätigen Firmenimperium, dessen Wert von Fachleuten auf eine halbe Milliarde Franken geschätzt wird. Doch beschäftigt sich seit seiner Heirat mit der Halfpipe-Weltmeisterin Manuela Pesko auch die Regenbogenpresse regelmässig mit dem eher unscheinbar aussehenden Mann.

    Remo Stoffel tritt beim Briefing gar nicht grossspurig auf, wirkt in seiner altrosa Hose und dem zerknitterten Kittel eher schüchtern. Er spricht leise – und träumt laut. Zum Beispiel davon, dass er den Schweizer Alpentourismus neu erfinden – oder eher zurück zu den Wurzeln führen will. Die ersten Hotels in unseren Bergen seien exklusive Unterkünfte für begüterte Engländer gewesen, die von der Natur in den Alpen überwältigt gewesen seien. «Darauf müssen wir uns besinnen.» Stoffel wettert gegen die «rufschädigenden Billig­angebote» mancher Ferienorte. «Unser Schatz ist die Natur: Fels und Wasser. Und unser Gold ist weiss: Milch.»

    Tourismus-WEF in Vals
    Mitstreiter Pius Truffer träumt gar von einem «Valser Modell», das in den Bergtälern Schule machen soll. «Die Berg­gebiete müssen endlich selbstbewusster auftreten und für die touristischen Ressourcen einen anderen Gegenwert einfordern.» Er stellt fest: Der Tourismus im Berggebiet ist in der Krise. Untereinander herrscht ruinöse Konkurrenz, Hotels schliessen, Bergbahnen wissen nicht, wie die Löhne bezahlen, Stellen werden abgebaut, Existenzen gehen verloren. «Wir wollen nicht nur Naturreservat sein, sondern auch Existenzen in den Bergtälern schaffen.» Vals sieht er als Modell für einen Tourismus mit weit höherer Wertschöpfung als im Alpenraum üblich. «Es ist mein Ziel, die besten Ökonomen und Tourismusexperten nach Vals einzuladen, um über diese Zusammenhänge nachzudenken – ein Tourismus-WEF in Vals.»

    Doch was sagt man im Dorf zum Unternehmen 7132 des Duos Stoffel & Truffer? Lieber nichts, wenn eine Wildfremde aus dem Unterland fragt. Oder nur Unverfängliches: «Gut, dass endlich etwas geht und nicht nur geredet wird.» – «Wir müssen jetzt gemeinsam an einem Strick ziehen.» – «Wir warten mal ab, ob der Remo seine Versprechen hält.» Die Antworten lassen durchblicken: Der Graben, der die Frage «Stoffel oder Zumthor?» im Dorf aufgetan hat, ist noch nicht wirklich zugeschüttet.

    Gemeindepräsident Stefan Schmid ist «felsenfest davon überzeugt», dass das Dorf hinter den Plänen stehen wird. Das muss es auch, denn es hat das Sagen: Der Ando-Park wird voraussichtlich eine Zonenänderung bedingen, für das neue Hotel braucht es einen Gestaltungsplan.

    «Wir Valser leben in einem abgelegenen Tal, haben aber einen weltoffenen Geist», sagt Schmid. Als Beleg verweist er darauf, dass die Masseneinwanderungsinitiative in Vals mit 197 zu 118 Stimmen rheinab geschickt wurde.

    Zudem habe Stoffel den Worten bereits Taten folgen lassen: Den Umbau und die Sanierung des in den 60er-Jahren gebauten Therme-Hotels lässt er sich insgesamt 18 Millionen Franken kosten. Die Zahl der Angestellten ist seit der Übernahme von 120 auf 180 Personen gestiegen. Zum Schluss sagt der Gemeindepräsident: «Ich bin froh, dass wir einen wie Remo im Dorf haben.» Er sei mit ihm in die Schule gegangen. «Wenn mir etwas nicht passt, kann ich ihn einfach anrufen. Das wäre bei einem russischen Investor nicht der Fall.»

    Quelle:  Tages-Anzeiger

    Erstellt: 27.06.2014, 07:23 Uhr


  • Japan-Garten

    Tadeo Ando zelebriert das Licht
    Die Visualisierung und das konkrete Projekt «Valser Path» von Tadeo Ando unterliegen noch der Geheimhaltung. Sie werden Ende August der Bevölkerung vorgestellt. Vor­gesehen ist laut Mitinitiant Pius Truffer Folgendes: Auf dem Talboden entsteht ein Wassergarten mit zwei Seen, über den ein 350 Meter langer Steg zum Dorfkern führt. Dieser Weg ist mit 6 Meter hohen Säulen gesäumt. Das Wasser ist nicht tief. Im Sommer kann man darin waten, im Winter darauf Schlittschuh laufen. Herzstück des sich über gut 30 000 Quadratmeter erstreckenden Parks ist ein «Museum of Light», ein 72 Meter langer und 9 Meter hoher Raum mit drei Dachöffnungen, die das Licht förmlich einsaugen. Damit setzt Tadeo Ando fort, was Peter Zumthor in seiner Therme so meisterlich gelang: Das Zelebrieren von Licht und Weite im engen Tal. Über die Kosten schweigt sich Investor Remo Stoffel aus. Etwas kon­kreter wird er nur bei den Terminen: «Wir sind startbereit.» Am liebsten würde er bereits nächstes Jahr mit der Realisierung beginnen: «Doch das ist vielleicht etwas gar optimistisch.» (net)


  • Stausee Zervreila wird erstmals gespült

    Vals. – Die Kraftwerke Zervreila AG spülen am Mittwoch, 25., und Donnerstag, 26. Juni, den Grundablass des Stausees Zervreila in Vals. Dies dient dazu, dass der Stausee in Notsituationen schnell und kontrolliert entleert werden kann.

    Ausser zu Test- und Revisionszwecken musste der Grundablass seit der Inbetriebnahme der Kraftwerke 1957 noch nie geöffnet werden, schreiben die Betreiber in einer Mitteilung. Seither haben sich im See aber grosse Mengen an Sedimenten angesammelt, namentlich im Bereich des Einlaufes zum Grundablass. Da es durch die Spülung zu Hochwassersituationen im Valserrhein und im Glenner unterhalb von Uors kommen kann, sind am 25. und 26. Juni die direkten Uferzonen zu meiden. (so)

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 19.06.2014


  • Stöpsel ziehen am Zervreila-Stausee

    Mittwoch, 18. Juni 2014, 14:39 Uhr, aktualisiert um 15:14 Uhr

    Die Kraftwerke Zervreila spülen nächste Woche den Grundablass ihres Stausees bei Vals durch. Dies ist nötig, weil sich über die letzten Jahre Schlamm angesammelt hat.

    Der Grundablass ist ein Sicherheitssystem. Er dient dazu, dass in Notsituationen der Stausee schnell, aber dennoch kontrolliert entleert werden kann. Regelmässig wird getestet, ob er funktioniert.

    In den letzten Jahren hat sich rund um den Ablass Schlamm angesammelt. Damit dies künftig zu keinen Problemen führt, muss der Dreck hinausgespült werden. Die Kraftwerke lassen dazu Wasser aus dem Stausee ab.

    Im letzten Jahr kam es beim Öffnen des Grundablasses im Livignostausee der Engadiner Kraftwerke zu einer Panne. Der Bach Spöl im Nationalpark wurde von einer Schlammlawine überschwemmt. Tausende Fische verendeten.

    Dies könne bei ihrem Vorhaben im Zervreila-Stausee nicht passieren, sagt Hans Peter Capatt von den Kraftwerken Zervreila. Man habe mit Fachleuten, die die Katastrophe im Nationalpark Analysiert hätten, zusammengearbeitet. Zusätzlich habe man verschiedene Vorsichtsmassnahmen getroffen.

    Lies

    www.srf.ch/news/regional/graubuenden/stoepsel-ziehen-am-zervreila-stausee


  • Valser Jahresrechnung mit hohem Gewinn

    Die Gemeindeversammlung von Vals hat am Freitag die Jahresrechnung 2013 genehmigt. Mit 1,5 Millionen Franken fällt der Reingewinn hoch aus. Das gute Ergebnis sei auf höhere Steuereinnahmen und einen Buchgewinn aus dem Verkauf des Hotels «Therme» zurückzuführen, heisst es in einer Mitteilung.

    Für die Verlegung der Sammelstelle für Spezialabfälle und die Sanierung des Vorplatzes bei der Abwasserreinigungsanlage wurde ein Kredit von 290 000 Franken genehmigt. Ebenfalls gutgeheissen wurde ein Bruttokredit von 2,6 Millionen Franken für die Lawinenverbauung Gufer/Zortsboda. Schliesslich wurde auch ein Grunddienstbarkeitsvertrag für ein Waldreservat in Zervreila genehmigt. Der dortige Arvenwald wird damit langfristig unter Schutz gestellt. (so)

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 02.06.2014


  • Kantonsgericht Graubünden begeht im Streitfall Thermalbad Vals einen Fehler

    Der Architekt der Felsen-Therme Vals wollte wegen Urheberrechtsverletzung gegen die Thermalbad Vals AG klagen, liess aber davon ab. Trotzdem sollte er der AG eine Parteientschädigung bezahlen. Nun muss die Vorinstanz über die Bücher, hat das Bundesgericht entschieden.

    Chur. – Das Kantonsgericht von Graubünden hat einen Fehler gemacht: Es hat dem Architekt Peter Zumthor die Honorarnote seiner Prozessgegnerin der 7132 AG, die ehemalige Thermalbad Vals AG, nicht vorgelegt. 6600 Franken verlangte die Aktiengesellschaft für die Vorbereitung einer Klageantwort auf Zumthors Klage wegen Urheberrechtsverletzung und unlauterem Wettbewerb. Diese hatte der Architekt im Juni 2013 eingereicht.

    Das Kantonsgericht setzte Zumthor eine Frist und anschliessend eine Nachfrist zur Bezahlung des Kostenvorschusses, wie er in solchen Fällen von Gerichten verlangt wird. Zumthor zahlte nicht, womit das Gericht auf die Klage nicht eintrat. Die Beklagte hatte aber bereits an ihrer Klageantwort gearbeitet und forderte dafür die genannte Entschädigung.

    Kosten selbst ausgelöst
    Dagegen hat sich Zumthor vor Bundesgericht gewehrt. Es sei der Fehler des Kantonsgerichts, dass Kosten entstanden seien. Dieses habe seine Gegenpartei zur Klageantwort aufgefordert, obwohl die Prozessvoraussetzungen noch nicht erfüllt gewesen seien.

    Das darf das Kantonsgericht, hält das Bundesgericht in seinem Urteil fest. Es habe vielmehr an Zumthor gelegen, zu informieren, dass er den Vorschuss nicht bezahlen werde. Er habe die Kosten selbst zu verantworten.

    Weil das Kantonsgericht Zumthor weder die Honorarnote noch den Entwurf der Klageantwort vorgelegt habe, sei jedoch sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden. Das Kantonsgericht muss die Unterlagen Zumthor vorlegen und nochmals über die Entschädigung befinden. (sda)

    Urteil 4A_29/2014 vom 7. Mai

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 20.05.2014, 12:18 Uhr


  • Badilatti und Breu gewinnen Neuauflage des GP Vals

    Bei ausgezeichneten äusseren Bedingungen hat am Sonntag nach siebenjährigem Unterbruch der «Grand Prix Vals» einen Neustart erlebt. Matteo Badilatti und Denise Breu siegten.

    Von Christian Weder

    Rad. – «Kompliment, wir haben würdige Nachfolger gefunden», sagte Eddy Vieli, zuletzt bis 2007 OK-Chef des Rennens und diesmal selbst Teil- nehmer. «Es hat einfach alles gepasst. Schön, dass es den Anlass wieder gibt.»

    Starke Mountainbiker
    Das Rennen – es zählt zum Bündner Cup – auf den 21 Kilometern zwischen Ilanz und Vals wurde erst auf den letzten fünf Kilometern entschieden, als der 21-jährige Wirtschaftsstudent Matteo Badilatti im Aufstieg in Lunschania die zwölfköpfige Spitzengruppe sprengte. Stark präsentierten sich die Mountainbiker. Junioren-Schweizer-Meister Andrin Beeli, der Schierser Sandro Kessler, Marathonspezialist Matthias Alig, U17-Schweizer-Meister Vital Albin und Pascal Nay fanden bis dahin Unterschlupf in der Spitzengruppe. Das hohe Tempo des Tessiners Badilatti sorgte aber dafür, dass einer nach dem anderen den Kontakt verlor. Drei Kilometer vor dem Ziel liess Badilatti auch noch seine letzten Begleiter stehen und fuhr solo dem Ziel entgegen.

    «Das Rennen war sehr gut organisiert, die Bedingungen waren abgesehen vom leichten Gegenwind ideal», liess der zufriedene Tessiner im Zielraum verlauten. Im Sprint sicherte sich Andrin Beeli den zweiten Platz vor dem Schierser Sandro Kessler. «Das war ein gelungener Formtest auch für den BMC-Racing-Cup vom nächsten Wochenende in Solothurn. Badilatti war einfach zu stark für uns», sagte die Fraktion der Mountainbiker. Bester Junior im neunten Rang war Vital Albin (Tersnaus), bester Senior der im Tessin lebende Bündner Oberländer Matthias Arpagaus (24. Rang).

    Christa Inauen beste Seniorin
    Bei den Frauen – sie starteten sechs Minuten vor den Männern – blieb das Feld bis Peiden Bad zusammen, dann setzten sich die Appenzellerin Laila Orenos, Denise Breu (Zillis), Alessia Nay und Pierina Beeli etwas ab. Als die Männer die Frauenspitze einholten, versuchten sich diese etwas anzuhängen, und da war es um Pierina Beeli geschehen. Sie musste abreis-sen lassen. Vorne konnte sich gegen Schluss des Rennens auch die 28-jährige Denise Breu, Tochter des einstigen Radstars und «Bergflohs» Beat Breu, von den übrigen Fahrerinnen absetzen. Sie gewann mit 20 Sekunden Vorsprung vor Orenos und der Zizerserin Alessia Nay. Christa Inauen (Samedan) als Fünfte klassierte sich als Stärkste, Seniorin Pierina Beeli war als Sechste beste Juniorin. Die MTB-Juniorin des VC Surselva wird Ende Juni die Strassen-Schweizer Meisterschaft im luzernischen Roggliswil mit der Nationalmannschaft bestreiten.

    Huber gewinnt Zeitfahren
    Tags zuvor gewann Daniel Huber bei regnerischen und kühlen Bedingungen das Prolog-Zeitfahren von Cazis nach Realta, das wie der GP Vals zum Bündner Cup zählt. Bei den Frauen setzte sich GP-Vals-Siegerin Breu klar durch.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 07.05.2014


  • Auch Claudia Knapp verlässt 7132 AG

    Remo Stoffel und Pius Truffer bleiben allein im Verwaltungsrat der ehemaligen Hotel und Thermalbad Vals AG zurück. Claudia Knapp kehrt dem Unternehmen wieder den Rücken.

    Von Jano Felice Pajarola

    Vals/Scuol. – Nur kurze Zeit nach Verwaltungsratspräsident Arnold Huber verzeichnet die 7132 AG einen weiteren Abgang aus ihrem strategischen Führungsgremium: Claudia Knapp – von 1999 bis 2003 Mitglied der Therme-Direktion – ist Ende Woche aus dem Verwaltungsrat des Valser Unternehmens ausgeschieden. Damit verbleiben die Delegierten Remo Stoffel und Pius Truffer als einzige Mitglieder im Amt, wie Truffer gestern bestätigte. Der Austrittswunsch sei von Knapps Seite her gekommen, betonte Truffer. Er und 7132-Besitzer Stoffel hatten Knapp vor Jahresfrist ins Boot geholt, vor allem wegen ihrer Kompetenzen im gastgeberischen Bereich, wie Truffer damals erklärte.

    Knapp selbst sagte gestern, ihr Abgang habe persönliche Gründe. Zusammen mit ihrem Landwirtschaftsbetrieb in Italien sei es ihr einfach zu viel geworden, ständig zwischen Vals, ihrem Wohnort im Engadin und Italien im Auto zu sitzen. «Denn die Präsenz in Vals war hoch», so Knapp. Sie habe aber sowohl mit Stoffel als auch mit Truffer gut zusammengearbeitet.

    «Es wird nicht längere Zeit bei zwei Verwaltungsratsmitgliedern bleiben», sagte Truffer gestern. «Wir sind natürlich mit Kandidaten im Gespräch.» Er könne aber derzeit noch keine Namen nennen.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 05.05.2014


  • Auch Claudia Knapp verlässt Valser 7132 AG

    Remo Stoffel und Pius Truffer bleiben allein im Verwaltungsrat der ehemaligen Hotel und Thermalbad Vals AG zurück. Claudia Knapp kehrt dem Unternehmen wieder den Rücken.

    Vals/Scuol. – Nur kurze Zeit nach Verwaltungsratspräsident Arnold Huber («suedostschweiz.ch» berichtete) verzeichnet die 7132 AG einen weiteren Abgang aus ihrem strategischen Führungsgremium: Claudia Knapp ist aus dem Verwaltungsrat des Valser Unternehmens ausgeschieden. Damit verbleiben die Delegierten Remo Stoffel und Pius Truffer als einzige Mitglieder im Amt, wie Truffer am Sonntag bestätigte.

    Nur ein Jahr im Boot
    Der Austrittswunsch sei von Knapps Seite her gekommen, betonte Truffer. Er und 7132-Besitzer Stoffel hatten Knapp vor Jahresfrist erneut ins Boot geholt, vor allem wegen ihrer Kompetenzen im gastgeberischen Bereich, wie Truffer damals erklärte. Knapp war von 1999 bis 2003 Direktionsmitglied der Therme gewesen.

    «Zu viel geworden»
    Knapp selbst sagte am Sonntag, ihr Abgang habe persönliche Gründe. Zusammen mit ihrem Landwirtschaftsbetrieb in Italien sei es ihr einfach zu viel geworden, ständig zwischen Vals, ihrem Wohnort im Engadin und Italien im Auto zu sitzen. «Denn die Präsenz in Vals war hoch», so Knapp. Sie habe aber sowohl mit Stoffel als auch mit Truffer gut zusammengearbeitet. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 04.05.2014, 19:00 Uhr


  • Arnold Huber verlässt Stoffels 7132 AG

    Präsident Arnold Huber ist aus dem Verwaltungsrat von Remo Stoffels 7132 AG ausgeschieden. Er war mitbeteiligt am Aufgleisen des Thermehotel-Verkaufs an den Churer Investor mit Valser Wurzeln.

    Vals. – Wie Arnold Huber am Donnerstag auf Anfrage erklärte, haben zwei Hauptgründe dazu geführt, dass er die einstige Hotel und Thermalbad Vals AG (Hoteba) verlässt: «Einerseits ist ein Übergangsjahr mit dem Warten auf den Bundesgerichtsentscheid zum Thermeverkauf vorbei, und die grossen Investitionen haben nun begonnen», so Huber. «Anderseits habe ich gemerkt, dass Remo Stoffel und Pius Truffer, die Delegierten des Verwaltungsrats, das Heft in die Hand genommen haben. Da habe ich für mich keine Funktion mehr gesehen.»

    Immer noch überzeugt vom Verkauf
    Er gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge, sei aber immer noch überzeugt, der von ihm – damals als Vizepräsident – mit aufgegleiste Verkauf des Thermehotels an Stoffel sei richtig gewesen. Er werde auch das laufende Geschäftsjahr trotz seines Ausscheidens noch zu Ende begleiten, so Huber.

    Der letzte aus der Crew von 2010
    Huber war das letzte noch verbliebene Mitglied des vierköpfigen Therme-Verwaltungsrats, der im Februar 2010 unter der damaligen Gemeinde- und Hoteba-Kommissionspräsidentin Margrit Walker-Tönz eingesetzt worden war. Nach dem Verkauf an Stoffel waren nacheinander Robert Bissegger, Beat Gehrig und Stephan Schmid aus dem Gremium ausgeschieden. Im Moment gehört neben Stoffel und Truffer noch Claudia Knapp dem Verwaltungsrat an. Ein neuer Präsident ist noch nicht im Handelsregister eingetragen. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 24.04.2014, 19:56 Uhr


  • Vals: Präsident Huber verlässt 7132 AG

    Vals. – Präsident Arnold Huber ist aus dem Verwaltungsrat von Remo Stoffels 7132 AG ausgeschieden. Wie Huber gestern auf Anfrage erklärte, haben zwei Hauptgründe dazu geführt, dass er die einstige Hotel und Thermalbad Vals AG verlässt:

    «Einerseits ist ein Übergangsjahr mit dem Warten auf den Bundesgerichtsentscheid zum Thermeverkauf vorbei, und die grossen Investitionen haben nun begonnen», so Huber. «Anderseits habe ich gemerkt, dass Remo Stoffel und Pius Truffer, die Delegierten des Verwaltungsrats, das Heft in die Hand genommen haben. Da habe ich für mich keine Funktion mehr gesehen.» Er gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge, sei aber immer noch überzeugt, der von ihm – damals als Vizepräsident – mit aufgegleiste Verkauf des Thermehotels an Stoffel sei richtig gewesen. (jfp)

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 25.04.2014


  • GPK-Bericht bleibt unter Verschluss

    Der Grosse Rat will nicht, dass der Bericht seiner Geschäftsprüfungskommission (GPK) zur Rolle des Kantons beim Verkauf der Therme Vals veröffentlicht wird. Obwohl grosse Teile davon schon lange bekannt sind.

    Von Ueli Handschin

    Chur. – Das Papier, das die kantonale Finanzkontrolle (Fiko) im Auftrag der GPK erstellte, wurde vergangenen September dem «Bündner Tagblatt» zugespielt. Die Zeitung veröffentlichte eine Zusammenfassung und stellte auf Facebook Auszüge ins Netz. Die Kommission fakelte nicht lange und erstattete Anzeige gegen Unbekannt wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses. GKP-Präsident Cristiano Pedrini von der BDP erklärte in der Oktobersession, die Kommission erachte es als selbstverständlich, dass solche Berichte nur den Geprüften und den Mitgliedern der GPK zugestellt und nur intern verwendet werden dürften. Damit GPK und Fiko gute Arbeit leisten könnten, sei Vertrauen zwischen den Geprüften, der Fiko und der Kommission unabdingbar. Die Geprüften würden sich sonst nicht offen äussern.

    Vertrauen entscheidend
    Grossrat und SP-Parteipräsident Jon Pult und über 30 Mitunterzeichener sahen das anders und beantragten dem Grossen Rat, er solle seine GPK anweisen, das Dokument zu publizieren. Das wichtigste sei das Vertrauen der Öffentlichkeit in die kantonalen Instanzen und in die Politik, hiess es zur Begründung. Das Vertrauen in die Rolle des Kantons beim Verkauf der Therme Vals sei nur wieder herzustellen, wenn alle Kreise schlüssig nachvollziehen könnten, wie die GPK zu ihren Beurteilung gekommen sei.

    Prinzip der Transparenz
    Es gehe um das Prinz der Transparenz, sagte Pult gestern bei der Behandlung seines Antrags, und darum, «den Anschein von Filz und Klientel-Wirtschaft» aus der Welt zu schaffen. Die Schuldzuweisungen an kantonale Behörden seien nicht zweifelsfrei ausgeräumt worden.

    Hans Peter Michel erläuterte den Standpunkt der Präsidentenkonferenz (PK), des Leitungsgremiums des Grossen Rates, dem er als Standespräsident vorsteht und dem die Fraktionenchefs angehören. Michel räumte ein, es gebe gute Gründe für die Forderung nach der Veröffentlichung des Berichts. Doch es seien keine Informationen zurückgehalten worden, die GPK habe «rechtmässig und angemessen» gehandelt.

    Warnung vor Präjudiz
    Michel warnte vor einem Präjudiz: Die GPK bestelle bei der Fiko Dutzende geheime Berichte. Würde derjenige über den Verkauf der Therme Vals veröffentlicht, könnte das auch für alle künftigen eingefordert werden, gab Michel zu bedenken.

    Der Rat folgte seinen Argumenten und verwarf Pults Antrag mit 29:64 Stimmen.

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 25.04.2014


  • Unterlagen zum Verkauf der Therme Vals werden nicht veröffentlicht

    direktbeschluss Der Versuch, mittels Direktbeschluss eine Veröffentlichung der Dokumentation und der Erwägungen zu den Abklärungen der Geschäftsprüfungskommission zur Rolle des Kantons beim Verkauf der Therme Vals zu erwirken, ist gescheitert. Der von 32 Mitunterzeichnern eingereichte Antrag von Jon Pult (SP) wurde mit 64:29 Stimmen abgelehnt. Standespräsident Hans-Peter Michel (FDP, Davos) warnte namens der Präsidentenkonferenz vor einem Präjudiz.

    Noch deutlicher scheiterte der Antrag auf Direktbeschluss von Martin Aebli (BDP, Pontresina) betreffend Kostenübernahme des Kantons für einmalige Lohnzahlung infolge Umsetzung des neuen Schulgesetzes. Der Antrag wurde mit 84:10 Stimmen abgelehnt. (nw)

    Quelle: Bündner Tagblatt
    Datum: 25.04.2014




  • «Bündner z'Morga» zur Eröffnung des Sechseläutenplatzes

    Diese Woche ist in Zürich der neue Sechseläutenplatz eröffnet worden. Schön ist er – auch wegen dem Steinparkett aus Vals.

    Vals. – Pia Truffer ist Geschäftsführerin der Steinwerke Truffer AG, die Firma die 4200 Tonnen am Dienstag dabei («suedostschweiz.ch» berichtete). «Der Sechseläutenplatz ist wunderschön geworden», sagt sie «Er ist grosszügig und hat die nötige Weite.»

    Herausnehmbare Steinplatten
    Es sei kein einfacher Auftrag gewesen, sagt Truffer. Denn der Platz werde vielfältig genutzt. Zum Beispiel für das Sechseläuten-Fest. Ein Teil der Steine musste so verlegt werden, dass man sie wieder herausnehmen kann. Und zwar dort, wo der Bögg verbrannt wird und die Zünfter hoch zu Ross um den Holzstoss reiten.

    Bündner z'Morga
    Die Eröffnungsfeierlichkeiten dauern noch bis Sonntag. Und wenn die Bündner nicht wegen dem Valser Granit nach Zürich fahren mögen, so sollten sie den Weg zumindest wegen der Kulinarik in Kauf nehmen. Unter dem Motto «Züri staht uf Graubünde» wird am Donnerstag, Freitag und am Samstag ein «Bündner z'Morga» serviert. Am Sonntag ein «Bündner Brunch». (hap)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 23.04.2014, 18:20 Uhr


  • Letzte Saison für Rennchef Marcus Derungs

    In der kommenden Woche beginnt erneut der Rad-Bündner-Cup. Für Rennchef Marcus Derungs ist es die siebte und letzte Austragung.

    Rad. – Traditionell kämpft die kleine, überschaubare Bündner Radsportfamilie in ihrer Jahreswertung der regionalen Rennen um den Bündner Cup. Am 30. April wird mit einem Kriterium in Unterrealta die Saison 2014 eröffnet. Eine wichtige Rolle spielt dabei Marcus Derungs.

    Der bald 33-jährige aus der Surselva, selbst auf dem Velo aktiv und auch früherer Cup-Gewinner, kann als Rennchef bestimmen, welches Rennen zum Gesamtklassement zählt und welches nicht. Derungs fixiert den Kalender und erstellt nach jedem Lauf das Zwischenklassement. Die Durchführung der einzelnen Wettkämpfe bleibt Sache der Veranstalter.

    OK-Präsident des GP Vals
    Derungs sieht in seiner siebenjährigen Amtszeit eine positive Entwicklung. Er sagt: «Vor ein paar Jahren ergab sich die Zusammenstellung des Kalenders mangels Alternativen fast von selbst. Mittlerweile gibt es wieder mehr Vereine, die Rennen organisieren.» Seinen Beitrag für die höhere Dichte im Rennkalender leistet Derungs am 4. Mai gleich selbst.

    An der Spitze eines neuen Organisationskomitees lanciert er den traditionsreichen Grand Prix Vals neu. Erstmals seit sieben Jahren und zum 31. Mal werden die 20 Kilometer von Ilanz nach Vals wieder wettkampfmässig befahren. Nach der Rennsaison 2014 wird Derungs kürzertreten. Es ist sein letztes Jahr als Bündner-Cup-Rennchef. Nachfolger Silvan Casutt wird bereits eingearbeitet. (jok)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 22.04.2014, 15:56 Uhr


  • Wirren um den Fussballplatz – Was sagt Pius Truffer

    21. April 2014

    Bruno Berni, FC Vals, Fussballplatz, Pius Truffer, Rovanada

    von Tom Flury

    Die 7132 Ag hat im Bereich “Boda” grosse Pläne. Ein öffentlicher Park des Stararchitekten Tadao Ando soll entstehen. Einige Fragen der Raumplanung sind aber noch offen. Der Eigentümer des Hotel Rovanada, Bruno Berni, hat verschiedene Baueingaben gemacht. Die 7132 Ag hat dagegen Einspruch erhoben. Es gilt nun, die gesamte Situation zu betrachten und alle Interessen einzubeziehen.
    Sehr bedauerlich ist, dass der Fussballclub Vals zu einem Spielball in den Streitigkeiten zwischen den Parteien wurde. Wie sieht die Zukunft des Fussballplatzes aus und inwieweit spielt der neue Park von Tadao Ando in dieser Frage eine Rolle? Wird das Hotel Rovanada eine Zufahrt auf der Fläche des Platzes errichten? Wo spielt dann der FC Vals? Tom Flury wollte von Pius Truffer wissen, was es mit diesen Befürchtungen auf sich hat. Der Delegierte des Verwaltungsrats von 7132 nimmt Stellung.

    Tom
    Vielen Dank, dass Sie Zeit für ein Gespräch mit uns finden, Pius Truffer. Wie geht’s?

    Pius Truffer
    Wir befinden uns in einer sehr spannenden Zeit. Es gibt viel zu tun, da geht’s mir immer gut. In den nächsten Monaten werden ja die ersten Früchte unserer Arbeit zu sehen sein. Und ich bin sicher, da wird das Dorf viel Freude haben.

    Tom
    Weniger Freude hat das Dorf daran, dass der Fussballplatz angeblich dem Park von Tadao Ando zum Opfer fallen soll. Stimmt das wirklich?

    Pius Truffer
    Der Fussballplatz ist nicht Teil des geplanten Parks. Er befindet sich nicht auf unserem Land und steht und stand aus unserer Sicht nie zur Diskussion. Wegen unserer Planung im Areal „Boda“ verschwindet der Fussballplatz nicht. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Gemeinde im vergangenen Jahr über das ganze Gebiet „Boda“, inklusive Fussballplatz, eine Planungszone und damit ein faktisches Bauverbot verordnet hat. In dem dadurch ausgelösten öffentlichen Planungsverfahren werden durch die Gemeinde (in Absprache mit den Grundeigentümern) die künftigen Nutzungen im fraglichen Gebiet neu festgelegt werden müssen. Wir gehen davon aus, dass im Planungsperimeter ein Fussballplatz vorgesehen werden wird.

    Tom
    Das Fortbestehen des Fussballplatzes wird also nicht durch das Projekt „im Boda“ bedroht. Trotzdem konnte man unlängst in der Südostschweiz lesen, dass es wegen der Streitigkeiten um die Neunutzung im betroffenen Gebiet mit dem Fussballspielen bald zu Ende sein könnte. Der FC Vals wird zum unfreiwilligen Leidtragenden in dieser Geschichte. Als ich zu Ostern in Vals war, um ein Osternest zu verstecken, habe ich überdies gehört, dass die Nutzung als Fussballplatz durch den Eigentümer des Rovanada gekündigt wurde. Gibt es hier einen Zusammenhang? Welche Auswirkungen hat diese Kündigung?

    Pius Truffer
    Der Fussballplatz gehört in erster Linie (ich schätze zu 90 %) der Valser Mineralquellen GmbH und nicht dem Rovanada. Wenn Bruno Berni den Fussballplatz gekündigt hat, wie Sie sagen, dann hat das nichts mit unserer Planung im Gebiet „Boda“ zu tun. Abgesehen davon, wird die Kündigung nach unserer Einschätzung keine negativen Folgen für den FC Vals haben. Wie gesagt, gehen wir davon aus, dass im Rahmen der bereits durch die Gemeinde eingeleiteten Überprüfung der Nutzungsordnung im Gebiet „Boda“ die Nutzung eines Teils desselben als Fussballplatz vorgesehen werden wird, ob die davon betroffenen Bodeneigentümer das wollen bzw. damit einverstanden sind oder nicht. Aus meiner Sicht kann einfach weiter „getschuttet“ werden.

    Tom
    Doch weshalb braucht es überhaupt ein aussergewöhnliches Planungsverfahren in diesem Gebiet? Ist das einfach eine Idee von 7132?

    Pius Truffer
    Werden grössere Investitionen in einem Quartier mit verschiedenen Grundstückeigentümern geplant, so ist die Raumplanung angesprochen, um all die diversen Ansprüche der Eigentümer zu berücksichtigen. So war es bei der Planung des Mura Quartiers und einen ähnlichen Weg mussten wir auch beim Bau der Therme gehen (Einverständnis der Eigentümer). Grundsätzlich ist das ein übliches, planungsrechtliches Verfahren und nichts Aussergewöhnliches. Das Aussergewöhnliche bestand hier, aus unserer Sicht, in der tendenziösen Berichterstattung über den Sachverhalt.

    Tom
    Zurück zu unserem Thema: Der Bau des Parks hat doch Folgen für die Raumplanung im Gebiet Rovanada. Muss denn der Fussballplatz einer Neuerschliessung des Hotels Rovanada weichen?

    Pius Truffer
    Falsch. Für eine rechtsmässige Zufahrt kommt der Fussballplatz sowieso nicht in Frage. Diese Parzelle grenzt nicht an die Kantonsstrasse. Das Rovanada hat eigenes Land für eine Zufahrt, ohne den Fussballplatz zu tangieren, und wie gesagt, der Fussballplatz ist weitgehend nicht im Eigentum des Rovanada. Abgesehen davon zwingt die Neugestaltung des Areals „Boda“ zu einer Überprüfung der Erschliessungssituation im Rahmen der sich in Vorbereitung befindlichen Arealplanung. Im Zuge der Erschliessungsplanung wird auch eine für das Rovanada ausreichende Zufahrt erstellt, über wessen Boden auch immer.

    Tom
    Dann müsste man meinen, dass der Fall klar ist und im Gespräch erledigt werden könnte. Aber weshalb ist dann 7132 gleich mit dem Anwalt aufgefahren und hat eine Baueinsprache gegen das Rovanada eingereicht? Weshalb hat man den juristischen Weg gewählt und nicht das Gespräch?

    Pius Truffer
    7132 hat verschiedene Gespräche angeregt, die ersten Kontakte gehen über zwei Jahre zurück. Die Ergebnisse waren ernüchternd. Mit einer Flut von Baugesuchen versucht das Rovanada Zeit zu gewinnen und vor dem kommenden Arealplanverfahren seine eigenen Schäflein ins Trockene zu bringen. Ziel ist wohl, das eigene Land möglichst nicht einbringen zu müssen und gesetzliche Auflagen auf eigene Art zu interpretieren, etwa zu Parkplätzen, Zufahrt oder Sportanlagen. Wir möchten nun eine Aufarbeitung dieser anstehenden Themen. Der Anfang ist schon gemacht. Am 1. Mai 2014 findet eine erste Sitzung mit Planungsfachleuten der Gemeinde statt.

    Tom
    Lassen wir die Emotionen beiseite, beschränken wir uns auf die Fakten. Was hat es mit der Zufahrt zum Rovanada auf sich?

    Pius Truffer
    Also: Die Zufahrtsstrasse zum Rovanada führt über unser Grundstück. Laut Grundbuch besteht aber kein Zufahrtsrecht zu Lasten unseres Landes, lediglich ein Fusswegrecht, welches an die Sportanlagen des Rovanada gebunden ist. Die Parzelle 109, auf der das Rovanada steht, hat die Last, dass auf ihr Sportanlagen als Infrastruktur betrieben und unterhalten werden müssen. Der Tennisplatz und die Minigolf-Anlage wurden vom Rovanada kurzum und ohne Zustimmung unsererseits beseitigt, weshalb streng genommen kein Fahrwegrecht zum Rovanada exisitiert. Unser Land wurde folglich widerrechtlich und gratis als Zufahrt benutzt, und dies obwohl nur ein Fusswegrecht besteht (wenn überhaupt) und eigenes Land zur Verfügung steht. Das Rovanada hat sich auch zu keiner Zeit an den Kosten des Unterhaltes der auf unserem Boden liegenden Zufahrt beteiligt. Das Rovanada hat über eigenes Land eine Verbindung bis zur Kantonsstrasse. Ohne den Fussballplatz zu tangieren.
    Du siehst, jetzt wird es ziemlich kompliziert, oder anders gesagt, so einfach ist halt die Sachlage schon nicht, wie sie vom Rovanada dargestellt wird.

    Tom
    Für das Hotel ist eine sinnvolle Erschliessung aber existenziell wichtig. Was wäre Ihrer Meinung nach der richtige Weg?

    Pius Truffer
    Bevor in diesem Gebiet, wo ja ein faktischer Baustopp besteht, neu gebaut wird, muss die durch die Gemeinde bereits in die Wege geleitete Gesamtplanung durchgeführt werden. Hier werden all diese Punkte, wie Zufahrt, Parkplätze, Zugangsrechte, Landabtausche, etc. geregelt. Zu diesem Verfahren sind alle beteiligten Eigentümer eingeladen. Es geht nicht an, wenn Eigentümer vorher noch schnell dieses oder jenes zu Tatsachen werden lassen wollen. Auf die Zufahrt zum Rovanada bezogen, bieten sich Lösungen im Norden der bestehenden Strasse an, eben dort, wo auch Rovanada Eigentum hat. Aber ich will hier nichts vorwegnehmen. Sicher bleibt aber, dass der Fussballplatz damit nichts zu tun hat.

    Tom
    Stört das Rovanada die Interessen von 7132?

    Pius Truffer
    Was ist denn das für eine Überlegung?! Das Rovanada ist ein sehr beliebtes Hotel und Restaurant. Und Vals lebt vom hochwertigen touristischen Angebot. Die Vielfallt ist das absolute A und O. Wir stehen vor grossen touristischen Planungsschritten. Das Rovanada kann sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen. Es braucht alle Eigentümer in diesem Planungsverfahren. Die Grundstücke sollten zusammengelegt und neu eingeteilt werden, entsprechend den Interessen der Beteiligten. Die Zufahrt zum Rovanada muss in diesem Verfahren endlich rechtskräftig geregelt werden. Niemand will die Zufahrt verunmöglichen. Aber das eigene „Ackerli“ da und der eigene Landstreifen dort müssen schon auch eingebracht werden. Erschliessungen gehen nicht nur zu Lasten der andern. Und vor allem dürfen sie nicht zu Lasten einer grossen Idee gehen: der Idee, Vals in eine gesunde, wettbewerbsfähige touristische Zukunft zu führen.

    Tom
    Wie wollen Sie diese Idee verwirklichen?

    Pius Truffer
    Gemeinsam. Und mit Begeisterung. Wir Valser müssen lernen, stolz auf unser aussergewöhnliches Dorf zu sein. Und ich bin sicher, wenn der Ando-Park erst vorgestellt ist, wird man sagen „doch, jetzt geht etwas. Das kommt gut. Önsch gfallt’s weder z’Vals!“

    Tom
    Das tönt sehr optimistisch. Sollen die Valser nun einfach blind darauf vertrauen, dass sich mit der neuen Eigentümerin alles in die gewünschte Richtung bewegt? Ich finde die 7132 Ag informiert sehr zurückhaltend über ihre Tätigkeiten.

    Pius Truffer
    Das stimmt. Handkehrum können wir doch auch nicht über ungelegte Eier reden. Zu gerne würde ich manchmal das Fenster öffnen und „Juhui“ rufen, weil uns wieder geglückt ist, einen entscheidenden Schritt nach vorne zu machen. Aber das geht nicht. Leider. Wir wollen etwas Herausragendes schaffen, das an unsere fantastische Therme anschliesst. Damals brauchte es auch vom Dorf viel Vertrauen in uns, unseren Sachverstand und unsere Umsicht.

    Tom
    Haben Sie das Gefühl, das Vertrauen in Sie sei schon grösser gewesen?

    Pius Truffer
    Soll ich jetzt ja sagen?

    Tom
    Die Frage ist berechtigt…

    Pius Truffer
    Ja. Es war schon grösser. Aber sehen Sie, das ist auch verständlich. Die Valser wurden in den letzten Jahren durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt. Private Interessen wurden ins Spiel gebracht, Intrigen geschürt und Zwietracht gesät. Kaum ist etwas Ruhe eingekehrt, wird wieder dafür gesorgt, dass Unruhe entsteht. Es war meine Aufgabe, mit Herrn Berni weitere Gesprächstermine zu vereinbaren. Er ist mir mit der Pressekampagne über den FC Vals zuvorgekommen, was mich verdutzt zurück gelassen hat. Aber wir Valser hatten schon immer eine besondere Streitkultur.

    Tom
    7132 scheint sich sehr dominant zu gebaren. Wollt ihr am Schluss alles zusammenkaufen und diktieren?

    Pius Truffer
    Wir brauchen dringend Investitionen und neue Angebote. Aber Veränderungen bringen auch Unsicherheiten mit sich. Ich verstehe die Besorgnis und die Frage um die Richtung dieser Entwicklung. Aber sprechen wir von Dominanz? In Vals werden heute 270 Hotelzimmer angeboten. Davon entfallen auf 7132 heute 125 Hotelzimmer, also rund 45 % des Angebotes. Wir sehen uns also mit den andern Hoteliers im freien Markt des Angebotes.
    Wir Valser haben uns über Jahrzehnte um einen Investor bemüht. Heute steht er da und es ist unsere Aufgabe, etwas Gscheites damit anzufangen.

    Tom
    Eine letzte Frage: Wird es einen Valser-Fussballfrieden geben?

    Pius Truffer
    Es ist nicht sachgerecht, das in Tat und Wahrheit gar nicht bestehende Problem „Fussballplatz“ gegen unsere Zukunftsprojekte auszuspielen. Unsere Vorhaben (und jenes von Bruno Berni) haben gar rein nichts mit dem Fussballplatz zu tun.
    Ich bin eigentlich aber sehr zuversichtlich, eine allseits gute Lösung zu finden. Die Voraussetzungen stehen sehr gut. Jeder hat etwas einzubringen, aber auch klar formulierte Interessen für die Zukunft des Betriebes. Aber mit dem FC Vals hat das gar nichts zu tun. Ausser, dass auch meine Söhne weiter Fussball spielen möchten. Wir sollten aber auch mal den Haupteigentümer des Fussballplatzes, die Valser Minaralquellen GmbH, fragen, wie die das sehen mit dem Platz. An uns soll es ja nicht fehlen. Und ich bin sicher, auch nicht am Rovanada. Gell Bruno!

    Quelle: www.valsonline.ch


  • Vals hält Karfreitagstradition hoch

    Sie ist ein uralter Brauch in Vals; seit 1890 gibt es sie in der heutigen Form: die Prozession am Karfreitag. Ein besonderer Tag auch für den Valser Paramentenverein, der vor genau 100 Jahren gegründet wurde.

    Vals. – Sie beginnt um 15 Uhr nach der Karfreitagsliturgie und führt in rund einer Dreiviertelstunde durch das Dorf und zurück zur Kirche St. Peter und Paul: die traditionelle Valser Karfreitagsprozession. Auch dieses Jahr haben dabei wieder rund 50 Schulkinder und Erwachsene mit grossem Aufwand an Kostümen und Utensilien die Leidensgeschichte Jesu dargestellt.

    Schweisstuch und Totenkopf
    Die Dramaturgie der Prozession ähnelt jener eines Beerdigungszuges, wie auch Trudi Gartmann-Illien, Präsidentin des Paramenten-Vereins Vals, erklärt: Unter anderem werden eine Totenfahne, eine Figur der trauernden Muttergottes und 25 aus Holz geschnitzte Passionssymbole auf hohen Stangen mitgetragen. Eine Darstellerin der Veronika hält das Schweisstuch in Händen, eine als Maria Magdalena gewandete Frau einen Totenkopf, der Kirchgemeindevorstand hat einen Sarg mit der Jesusfigur geschultert. Zum Spiel der Tambouren ziehen die Gläubigen mit Pfarrer und Ministranten stillschweigend die Prozessionsroute entlang.

    Verein pflegt die liturgischen Textilien
    Die noch heute verwendeten Utensilien für die Prozession wurden gemäss Gartmann-Illien im Jahr 1890 von der Kirchgemeinde erworben, seither sind sie in Gebrauch geblieben. Die Tradition dürfte aber in Tat und Wahrheit noch viel älter sein.

    Natürlich gehören zur Prozession auch kostbare liturgische Textilien, die so genannten Paramente. Um diese Gewänder, Fahnen und anderen Stoffe kümmert sich seit mittlerweile genau 100 Jahren der von Gartmann-Illien präsidierte Verein. Welche Bedeutung er heute noch hat und was er im Jubiläumsjahr 2014 alles plant, haben der Vereinsvorstand und Pfarrer Matthias Andreas Hauser der «Schweiz am Sonntag» verraten. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 18.04.2014, 21:22 Uhr


  • Hotelier-Streit gefährdet FC Vals

    Vals. – Eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen «Rovanada»-Hotelier Bruno Berni und dem Besitzer des Thermenhotels, Remo Stoffel, droht den FC Vals seinen Fussballplatz zu kosten.

    Gemäss Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR) streiten sich Berni und Stoffel wegen eines Wegrechts zu Bernis Hotel; das «Rovanada» läuft Gefahr, die einzige Zufahrt zu verlieren. Ein Teil des angrenzenden Fussballplatzes gehört aber Berni, der notfalls den Hotelzugang auf dieses Land verlegen müsste. Der FC Vals wäre dadurch in seiner Existenz gefährdet: An einem anderen Ort in Vals wäre ein Fussballplatz nicht möglich. Der FC hofft nun darauf, dass Berni und Stoffel sich einigen können und nicht die Fussballer die Leidtragenden sind, wie Clubpräsident Fritz Gadient gegenüber RTR erklärte. (jfp)

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 17.04.2014


  • Interview Valsonline
     
    Wie steht es um die Valser Mehrzweckhalle?

    Mehrzweckhalle, Ralf Brot, Rovanada

    von Tom Flury

    Der Bau einer multifunktionalen Eventhalle ist seit Jahren ein Thema in Vals. Durch den Verkauf des Hotel Therme an Remo Stoffel, steht die Gemeinde nun in einer vorteilhaften Ausgangslage zur Realisierung dieses Projekts, da sich der Käufer vertraglich dazu verpflichtet hat, Mittel für den Bau einer solchen Halle zur Verfügung zu stellen. Der Thermeverkauf und die Rolle der 7132 AG beschäftigen die Valser nach wie vor. Valsonline möchte etwas zur Objektivierung der bisweilen doch sehr emotionalen Diskussion beitragen. Dazu hat Tom Flury den Gemeinderat Ralf Brot zu einem Gespräch über den Stand der Dinge in Sachen Mehrzweckhalle getroffen.

    Tom
    Guten Tag, Herr Brot. In den Kommentaren auf unserer Webseite finden sich in letzter Zeit einige widersprüchliche Aussagen und diffuse Vorwürfe zum Thema Mehrzweckhalle. Wir möchten daher auf Valsonline einen klärenden Beitrag zu eventuell offenen Fragen veröffentlichen. Ich freue mich, dass Sie bereit sind, uns Auskunft zu geben.

    Ralf Brot
    Guten Tag. Ich bin gerne bereit etwas – wie soll ich sagen – etwas Seriöses zu eurer Seite beizutragen. Ich wundere mich sehr über manche dieser Kommentare und zweifle bisweilen an ihrem Wahrheitsgehalt. Ich hoffe, dass die Auskünfte der Gemeinde dazu beitragen, dass sich die Diskussion in eine positivere Richtung bewegt.

    Tom
    Zum Einstieg vielleicht die Frage: Was ist genau Ihre Rolle bei dem Projekt? Und wie geht die Gemeinde bei der Planung vor?

    Ralf Brot
    Ich bin im Gemeinderat zuständig für Tourismus, Kultur und Gewerbe. Als im Sommer 2012 der Gemeinderat neu besetzt wurde, hat man sich entschieden eine Bedürfnisabklärung bei den Valser Vereinen und Interessegruppen zu machen – ohne Einbeziehung des Hotels, also rein von Seiten der Gemeinde aus. Diese Studie wollten wir ohnehin durchführen, ob es nun zu einem Zentrum mit Beteiligung der 7132 AG kommt, oder nicht. In der Zeit war ja noch eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht hängig. Aus Respekt vor dieser Beschwerde, die ein demokratisches Recht der Initianten ist, hat die Gemeinde konkrete Planungsarbeiten an dem Projekt ruhen lassen.

    Tom
    Mit dem Entscheid des Bundesgerichts vom 9. Oktober wurde die Beschwerde in der Zwischenzeit abgewiesen. Damit ist der Vertrag rechtlich bindend. Die Planung der Mehrzweckhalle kann also in Angriff genommen werden. Zu welchen Ergebnissen kam denn die Bedürfnisabklärung?

    Ralf Brot
    Die festgestellten Bedürfnisse haben wir den Vertreten von Vereinen und Interessegruppen präsentiert und eine Kerngruppe aus 5 Vereinsvertretern und zwei Gemeinderäten gebildet. Die Kerngruppe hatte die Aufgabe die Bedürfnisse zu bündeln und zu priorisieren. Die Valser haben sich laut unserer Abklärungen als sehr pragmatisch erwiesen: Grob zusammenfassend kann ich sagen, dass man in Richtung einer Zweifachhalle oder grossen Einfachhalle tendiert. Diese Halle soll nicht nur für den Sport zur Verfügung stehen, sondern auch für grössere Feste, Musikkonzerte und Versammlungen. Eine grössere Halle wäre überdimensioniert. Weiterhin sind Sitzungssäle und Gesangsübungsräume ein wichtiges Anliegen… und ein Allwetterplatz, also ein Platz, der Sommer- wie Winterbetrieb erlaubt, beispielsweise für Tennis im Sommer und Eishockey im Winter. Diese Bedürfnisse haben die höchste Priorität. Vorschläge wie ein Fitnessraum oder eine Kletterwand haben mittlere Priorität. Das Bedürfnis nach einem Fussballplatz war weniger vorhanden und wurde von der Kerngruppe zurückgestellt.

    Tom
    Ich verstehe. Man hat die Bedürfnisse sorgfältig abgeklärt, um zu vermeiden, dass eines Tages ein weisser Elefant im Dorf steht, der die Gemeinde mit hohen Unterhaltskosten belastet. Man hat nun also eine Vorstellung davon, was gebaut werden könnte. Wie weit noch bis zum Spatenstich?

    Ralf Brot
    Seit dem Bundesgerichtsentscheid arbeiten wir daran. Der Schlussbericht der Bedürfnisabklärung wurde dem Gemeinderat vorgelegt. Wir haben eine Firma in Chur, die STW Ag damit beauftragt, sich mit den Fragen der Raumplanung im Gebiet Rovanada auseinanderzusetzen. Dazu werden auch die Interessen aller Beteiligten in diesem Gebiet angehört. Wenn diese Fragen geklärt sind, werden wir ein Projekt zur Präsentation an die Gemeinde ausarbeiten. Unser Zeitplan sieht dafür Ende 2014 vor. Die Bevölkerung wird dann darüber abstimmen, ob sie das erarbeitete Projekt realisieren möchte.

    Tom
    Über diesen Zeitrahmen gab es offenbar Missverständnisse in Vals. Was sagen Sie den Bürgern, die sich wünschten das Projekt ‚Mehrzweckhalle’ würde schneller vorangehen?

    Ralf Brot
    Ich verstehe, dass man sich wünscht, dass solche Projekte schneller vorangehen würden. Wegen der bereits erwähnten Beschwerde, hat die Gemeinde die Arbeit an dem Projekt erst im November 2013 aufgenommen. Es war das Recht dieser Gruppe, Beschwerde einzureichen. Wir haben dies respektiert. Der Gemeinderat wäre meiner Meinung nach in heftige Kritik geraten, wenn er Mittel und Arbeitsstunden für das Projekt aufgewendet hätte, ohne die Gewissheit über die Rechtsgültigkeit des Vertrags zu haben. Wir sind aber froh, dass wir die Bedürfnisabklärung trotzdem bereits durchgeführt haben. Der Gemeinderat befand die Studie damals für vertretbar, weil er die Bedürfnisse der Bevölkerung zu diesem Thema ohnehin kennen wollte – unabhängig davon, ob nun der Kaufvertrag des Hotel Therme für rechtens befunden wird oder nicht. Seit November sind wir mit der Planung beschäftigt und haben Aufträge dazu erteilt. Diese Aufgaben sind leider nicht beschleunigbar. Von einer Idee bis zu einem dem Stimmbürger präsentierbaren Projekt vergeht ungefähr ein Jahr, wenn man die Planung seriös angehen will. Basis unserer Planung ist das, worüber die Gemeinde abgestimmt hat. Darüber hinaus dürfen und können wir nicht gehen. Unser Ziel ist es der Bevölkerung ein vernünftiges, nachhaltiges Projekt zu präsentieren, das überzeugt und für Vals einen Mehrwert darstellt.

    Tom
    Können Sie mir bitte auch noch einmal erklären, wie es sich mit der Finanzierung des neuen Mehrzweckzentrums verhält?

    Ralf Brot
    Laut Botschaft und Kaufvertrag wurden beim Kauf des Hotel Therme 6 Millionen Franken von der 7132 Ag zurückgestellt. Bis spätestens zum 31. März 2015 muss die Gemeinde gemäss Vertrag festlegen, ob sie die Mehrzweckhallte bauen möchte. Ist der Entscheid negativ oder bleibt aus, fliessen die 6 Millionen in die Gemeindekasse. Wenn die Gemeinde die Infrastruktur errichten möchte, kann sie die zurückgestellten Mittel dafür verwenden. Die 7132 Ag ist dann verpflichtet, mit mindestens dem gleichen Betrag nachzuziehen. Wenn die Gemeinde den gesamten zurückgestellten Betrag von 6 Millionen für das neue Mehrzweckzentrum aufwenden will, muss die 7132 Ag also mindestens weitere 6 Millionen beisteuern. Im Prinzip bedeutet das, dass die Gemeinde 12 Millionen Franken für den Bau des Mehrzweckzentrums zur Verfügung hat.

    Tom
    Was, wenn die Mehrzweckhalle deutlich mehr kosten wird, als erwartet?

    Ralf Brot
    Wenn es deutlich mehr würde, dann ist eine Frage von Nachverhandlungen, denke ich. Es ist ja eine gemeinsame Nutzung vorgesehen. Ich meine aber, dass sich mit 12 Millionen als Anfang schon etwas machen lässt. Die Gemeinde ist grundsätzlich in einer sehr komfortablen Situation. Normalerweise stellt sich erst die Frage der Finanzierung. In Vals ist das Geld im vorherein vorhanden. Es liegt an den Stimmbürgern zu entscheiden, ob sie es für eine Mehrzweckhalle aufwenden möchten oder nicht.

    Tom
    Meine letzte Frage betrifft die Architektur des Mehrzweckzentrums. 7132 Ag plant in Vals Bauten höchster architektonischer Qualität auf internationalem Niveau. Gibt es schon Vorstellungen zur Architektur der Mehrzweckhalle? Wird es einen Wettbewerb geben?

    Ralf Brot
    Hierzu kann man noch nichts sagen. Das wurde weder im Gemeinderat diskutiert noch von jemandem angeregt. Vertraglich besteht kein Zwang etwas von besonderer architektonischer Qualität zu errichten, wie dies etwa beim Hotelneubau der Fall ist. Es ist eine Ermessensfrage: Soll die Mehrzweckhalle ein reiner Zweckbau sein oder dem aktuellen Trend zu architektonischer Ausgefallenheit in Vals nachziehen? Meiner persönlichen Einschätzung nach, bewegen sich die Erwartungen hierzu irgendwo dazwischen: Ich kann mir gut vorstellen, dass es einen Architekturwettbewerb geben wird, aber ich glaube kaum, dass man sich an der Liga Ando, Kuma, etc. orientieren wird.

    Tom
    Vielen Dank für Ihre Zeit und die aufschlussreichen Erläuterungen. Valsonline wird die weiteren Entwicklungen mit Interesse verfolgen.

    Quelle:  www.valsonline.ch
    Datum: 16. April 2014


  • Alpen-Luxus

    Ferienhaus von Peter Zumthor in Vals

    Für die Osterferien ist es schon ausgebucht: Ende letzten Jahres fertig geworden, kann man auch das Türmlihaus jetzt mieten. Es ist das dritte Ferienhaus von Peter Zumthor, das der Pritzker-Preisträger für seine Frau Annalisa im Weiler Leis (Vals) realisiert hat – Bauherr war die eigene Firma Zumthor Immobilien.

    Die Geschichte beginnt persönlich. „Annalisa hatte schon immer davon geträumt, in einem Holzhaus zu wohnen. Wenn sie mir davon erzählte, erhielt ich den Eindruck eines intimen Hauses in den Bergen“, schreibt der Schweizer Architekt über sein Projekt. Sie geht poetisch weiter: „Es war klar, dass sie ein sehr persönliches Gefühl der Geborgenheit beschrieb. Sprach sie vom Geruch des Arvenholzes, vom Prasseln des Feuers im Stubenofen, von der besonderen Wärme des Holzes? Ich weiß es nicht mehr, aber geblieben ist mir der Eindruck, dass das Haus, das sie beschrieb, diese besondere Ausstrahlung hatte, die nur Häuser aufweisen, die aus massivem Holz gebaut sind.“ Das Ende der Geschichte ist dann allerdings schweizerisch-streng kalkuliert: Je nach Saison liegt der Mietpreis zwischen 300 und 685 Schweizer Franken pro Tag.

    Mit dem Türmlihaus hat Zumthor sein Ferienhaus-Ensemble in 1.500 Meter Höhe nun vervollständigt. 2009 wurde mit dem Bau von dem Oberhus und dem Unterhus begonnen, seit Dezember 2012 wird das Unterhus vermietet, im Oberhus wohnt Annalisa. Leicht zurückversetzt schließt jetzt das Türmlihaus die Lücke im Hang und verdeckt den Blick auf die schlechten Kopien des Zumthorschen Ferienhauses, die in den letzten Jahren in der Nachbarschaft über Nacht aus dem Boden gewachsen sind.

    Wie auch die beiden anderen Zumthor-Häuser ist das Türmlihaus in massiver Holzbauweise nach alter Tradition mit Schwalbenschwanz und Fingerzinken, Doppelnut und Doppelkamm errichtet; innen wie außen duftet es nach Holz. Große Panoramafenster öffnen den Blick in die Landschaft; bis zu vier Personen können es sich im Türmlihaus gemütlich machen und den Alpen-Luxus zwischen Kamin, Sauna und Zumthor-Möbeln genießen. Für Fans. (jk)

    www.zumthorferienhaeuser.ch

    Quelle: BauNetz 
    Datum 16.04.2014


  • Claudio Pagellis neuster Clou: Die Steingitarre

    Der in Scharans arbeitende Gitarrenbauer Claudio Pagelli sorgt wieder mit einem besonderen Instrument für Furore. Im Auftrag vom Pius Truffer aus Vals hat er eine Akustikgitarre mit ultradünner Steindecke entwickelt.

    Scharans/Vals. – Steinunternehmer Pius Truffer habe ihn gefragt, ob er seinen Valser Stein «zum Klingen bringen» könne, so Claudio Pagelli gegenüber «Musikmesse TV», einem Internetsender mit Berichten von der Musikmesse Frankfurt 2014.

    Mit «riesigem Aufwand» und viel Recherche sei es schliesslich gelungen, eine akustische Gitarre mit einer Decke aus Valser Stein zu bauen.

    Eine sprichwörtliche «Rock Guitar»
    Das Instrument sei mit einem Gewicht von 2,5 Kilogramm leichter als eine Elektrogitarre, so Pagelli, die steinerne Decke des Korpus nur gerade einen Millimeter dick. Vom Know-how, das er beim Bau der Steingitarre gewonnen habe, werde er sicher auch künftig im Instrumentenbau profitieren können.

    Die sprichwörtliche «Rock Guitar» wird voraussichtlich im kommenden Herbst an einem Event in Vals offiziell präsentiert. (jfp)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 16.04.2014, 13:21 Uhr


  • St. Martin wählt für die letzten Meter einen neuen Präsidenten

    St. Martin will mit Vals fusionieren – und bis dahin einen anderen Gemeindepräsidenten. So hat die Gemeindeversammlung am vergangenen Freitag entschieden.

    St. Martin. – Per 1. Januar 2015 soll St. Martin mit Vals fusionieren. Dies hat die Gemeindeversammlung am Freitag entschieden. Auch befand das Stimmvolk über die Behördenbesetzung für die verbleibenden acht Monate.

    Und für diese Zeit will St. Martin einen anderen Präsidenten. So wird per 1. Mai Franz Albin, bisher Mitglied der Geschäftsprüfungskommission, das Präsidium von Vorgänger Maurus Baumgartner übernehmen. (gmd)

    Quelle: suedostschweiz.ch
    Datum: 15.04.2014, 07:00 Uhr


  • St. Martin sagt Ja zur Fusion und wechselt den Präsidenten

    St. Martin will per 1. Januar 2015 mit Vals fusionieren. Bis dahin leitet mit Franz Albin ein neuer Präsident die Gemeinde.

    St. Martin. – Am vergangenen Freitag hat die Gemeindeversammlung von St. Martin die Weichen für die Zukunft der Kleingemeinde neu gestellt. Geht es nach dem Willen der Stimmbürger, wird St. Martin per 1. Januar 2015 mit der Gemeinde Vals fusionieren. Der Zusammenschluss war der Gemeinde zuvor seitens der Kantonsregierung nahegelegt worden. Die Fusion muss noch vom Grossem Rat abgesegnet werden, wie Thomas Nievergelt sagt. Er amtet in St. Martin seit einem Jahr als Regierungskommissär.

    Präsident für acht Monate
    Nebst der Fusion mit Vals war am Freitag auch die Wahl der Behörden traktandiert. Und die Gemeinde entschied, sich für die verbleibenden Monate bis zur voraussichtlichen Fusion vom bisherigen Gemeindepräsidenten Maurus Baumgartner zu trennen. Ab 1. Mai übernimmt Franz Albin, derzeit Mitglied der Geschäftsprüfungskommission, das Präsidium.

    «Es ist gut so»
    Der baldige Gemeindepräsident Albin will in der kurzen ihm verbleibenden Amtszeit bis zum Jahresende reinen Tisch machen. Er werde schauen, dass die Gemeinde «mit bereinigten Geschäften» in die Fusion mit Vals gehen könne, so Albin.

    Vorgänger Baumgartner wollte seine Abwahl auf Anfrage nicht weiter kommentieren. «Es ist gut so.» Die Sache sei für ihn erledigt. «Was wir wollten, war die Fusion – und die haben wir.»

    Mit der Fusion geht ein turbulentes Kapitel in der Geschichte von St. Martin zu Ende. Dieses begann vor einem Jahr mit einer Reihe von Vorwürfen der Geschäftsprüfungskommission an die Adresse des Gemeindevorstandes und von Präsident Baumgartner. In der Folge entsandte die Kantonsregierung mit Nievergelt einen Kommissär in die 30-köpfige Gemeinde. Aufgrund «struktureller Probleme» forderte die Regierung die Kleingemeinde zu einer Fusion mit Vals auf. (gmd)

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 15.04.2014


  • Vals: Ja zur Fusion mit St. Martin

    Vals. – Die Gemeindeversammlung von Fals hat am Freitag der Fusion mit der Nachbargemeinde St. Martin mit 219:1 Stimmen zugestimmt. Sofern der Grosse Rat seinen Segen gibt, schliessen sich die beiden Gemeinden per 1. Januar 2015 zusammen.

    Die Sportbahnen Vals AG plant die Erweiterung der Beschneiung, verbunden mit einem Kleinwasserkraftwerk. Dafür sollen laut Mitteilung drei Millionen Franken investiert werden. Die Versammlung genehmigte den Konzessionsvertrag für die Wassernutzung. An das Projekt wurde zudem ein Gemeindedarlehen von 700 000 sowie eine Bürgschaft über 2,5 Millionen Franken genehmigt. Konzessionsvertrag, Darlehen und Bürgschaft wurden mit Ja-Mehrheiten von über zwei Dritteln gutgeheissen.

    Ausserdem wurde für die Sanierung des Zugangs zum Gemeindehaus und die Versorgungsleitungen in diesem Bereich ein Kredit von 250 000 Franken genehmigt.(so)

    Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
    Datum: 14.04.2014


  • 4. Mai - Vals/ Graubünden - 20 Kilometer, 550 Höhenmeter

    Bergrennen Ilanz-Vals: Duell mit dem Postautobus


    10.04.2014 | (Ra, sSp) - Das Comeback eines Schweizer Rad-Klassikers: Nach sechs Jahren Pause ist das Bergrennen «Grand Prix Vals» zurück, und geht in seine 31. Auflage. "Stell’ Dich der Herausforderung, und dem Duell mit dem Postauto", heißt es dazu auf der